BERICHTE

 

  

05.06.10: GWD - Gladiators (Nachbetrachtung)

Das waren sie also, die letzten 60 Minuten Erstliga-Handball gegen die Gäste aus Magdeburg. Man kennt das ja zur Genüge aus dem TV, wenn vorwiegend bei Fußball-Bildern nach Abstiegen aus der Bundesliga bei so manchem Fan die Tränen kullern. In Minden ist das anders, da gibt es höchstens auf dem Marktplatz ein Weinfest. Hier steigt man einfach ab, läßt sich auch nicht von Störfeuern aus anderen Foren die Lust an GWD vergehen und geht davon aus, daß man 2011/2012 wieder erstklassig ist. Das Ziel ist es und ich bin sehr optimistisch, daß wir der Bundesliga 2 (Nord) den Stempel aufdrücken.

Gegen die Magdeburger ging es vor immerhin 2.400 Zuschauern erstmal mit den Verabschiedungen los. 6 Spieler galt es zu würdigen, und zwar wiederum in der Reihenfolge ihrer zeitlichen Berufstätigkeit bei GWD. So wurde der Anfang mit dem verletzten TW Katsigiannis gemacht, der nach der Insolvenz bei seinem früheren Verein HSG Nordhorn nun den Abstieg bei GWD ertragen muß. Nicht gerade gut für die Visitenkarte, zudem kommt nun seine schwere Verletzung und sein neuer Klub aus Hannover-Burgdorf sucht verständlicherweise schon Ersatz, der auch aus Minden kommen könnte. Doch dazu gleich. "Katze" muß man leider auch als klaren Verlierer der Saison sehen, denn in der Rückrunde waren seine Einsätze häufig von einer Lustlosigkeit geprägt, die mich als Fan schlichtweg geärgert haben. Für eine mögliche deutsche Nr. 3 hätte man schon etwas mehr erwarten dürfen. Abgang Nr. 2 war auch verletzt. Ingimundur Ingimundarson war hingegen in den 2 Jahren nicht nur bei vielen Fans verkannt, sondern trotzdem für unsere Grün-Weißen ein Leistungsträger. Er wäre gerne geblieben, eine Chance wurde hier leichtsinnig vertan, wie ich finde. Auch die Presse war leider viel zu selten auf seiner Seite, zumindest die gute! Der 2. Stammtorhüter geht auch. Svenn Erik wäre im Geensatz zu "Katze" gerne geblieben, aber unser Trainer bevorzugt dann doch einen neuen Landsmann gegenüber dem Norweger. Sein Applaus war ihm dennoch sicher. Er könnte nun den Platz von "Katze" in Hannover wegschnappen. Mal wieder auf der Verabschiedungsbühne war Anders Henriksson. Anders geht zurück nach Schweden, bei GWD war der "Köttbullar"-Fan immer ein Spieler mit Herz und Kämpfernatur. Dann kamen sicherlich die spannendsten Minuten. Als nächstes war Stephan "Apollo" Just dran. Wohin er geht, will er nächste Woche sagen, und alle tippen auf die lieben Nachbarn von "Old Paul". Ja, so kann man sich 5 Jahre GWD leichtfertig verscherzen bei so manchen Fans und Fangruppen. 5 tolle Jahre sind da ganz schnell vergessen. Man muß aber ganz klar sagen: Bis zu seiner Verletzung beim Spiel gegen den TV Großwallstadt eine Woche vor Ostern war er einer der wenigen, der sich für GWD reingehängt hat. Also sagt er tschüß, weil GWD eben vorläufig nicht mehr erste Bundesliga spielt und auch nicht mehr die Gehälter zahlt wie diese Saison. Als letzter wurde dann Moritz Schäpsmeier aufgerufen. Das "lebenslänglich GWD" zählt nicht mehr, Moritz schwimmt sich von uns frei und geht in den süddeutschen Bereich nach Aschaffenburg und Elsenfeld, oder besser gesagt zum TV Großwallstadt. Hatte er Tränen in den Augen? Ich glaube schon, einige warme Worte ans Publikum waren heute mehr als sein Spiel, weil er platt wie viele heute auf dem Spielfeld war.

Das Spiel war dann mehr was für Freunde des "Sommerhandballs". Kaum Esprit und Emotion, aber immerhin zeigten Immel/Klein dann doch auf jeder Seite eine Zeitstrafe in einer harmlosen Begegnung. Keiner wollte einem wirklich noch weh tun. Der SCM war etwas besser mit Jurecki, van Olphen, TW Müller und Theuerkauf aufgestellt und 5 starke Minuten kurz vor der Halbzeit reichten den Liesgang-Schützlingen zum ungefährdeten Sieg. Die 2. Halbzeit war was eher für Kirchengänger, oder ist es da etwa lauter? Viele Zuschauer kamen jedenfalls nicht mehr zum Gucken und verfolgten lieber das Meisterstück des THW im Fernsehen oder saßen auf ihren Plätzen wie im Freibad. Und so war man froh, als die Partie endlich zu Ende war, man mit 25:32 verloren hatte und sich nun auf den Wiederaufstieg warmmachen kann.

Dafür sind wir vom Fan-Club auf jeden Fall gerüstet. Kein Witz, die ersten wollten sich schon für die Auswärtsfahrt am 28. August (wenn der Termin so bleibt) nach Rostock anmelden. Aufbruchstimmung statt Abstiegstränen - das gibt es eben nur in Minden!

Frank Wentzlawsky

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23.05.10: GWD - Flensburg (Nachbetrachtung)

Die letzten Chancen zum Klassenerhalt waren in letzter Zeit alle nicht genutzt worden, obwohl das Team, das muß man schon sagen, immer aufopferungsvoll gekämpft hatte. So war aber nun das Spiel gegen Flensburg etwas unten durchgerutscht, so hatte man den Eindruck. Die Quittung konnte man dann in der Halle sehen. So leer war sie in den letzten Jahren bei einem BL-Spiel selten. Andererseits: Die wahren GWD-Fans waren da. Ausnehmen möchte ich natürlich die, die zeitlich durch Beruf, Urlaub oder anderer Verpflichtungen verhindert waren. Auf diese Fans kann sich dann, denke ich, GWD auch im nächsten Jahr in der 2. Liga verlassen. Ein mögliches Argument war vielleicht auch das Stadtfest, aber GWD spielte nicht zum 1. Mal bei einem Stadtfest zeitgleich und da war die Halle auch dann deutlich voller. Außerdem hätte man ja nach dem Spiel und auch am Samstag noch dorthin gehen können.

Das Spiel war natürlich recht einseitig. Für Flensburg ist der 3. Platz am Ende der Saison zum Greifen nah, entsprechend überlegen und konzentriert wickelten sie die 60 Minuten größtenteils ab. Gäste-Trainer Per Carlen duldete keine Nachkässigkeiten an der Seitenlinie, egal bei wieviel Toren Vorsprung für sein Team. Bei uns war die Luft leider raus. Über die volle Distanz gelang selten was. Barna war nach seiner verletztungsbedingten Pause logischerweise keine Gefahr für die "Deutsch-Dänen", bei Rene, der in der Rückrunde und speziell nach Apollos Verletzungs-Ausfall praktisch die Alleinverantwortung auf dem Spielfeld übernommen hatte, ist verständlicherweise platt. Da konnte immerhin Moritz davon etwas profitieren und Gefahr ausstrahlen. Die Außen kamen selten in gute Wurfpositionen. So hat man ganz klar null Chance gegen das Weltklasseteam von der Flensburger Förde. So konnten sich wieder die jungen Spieler wie Sören, Jannik und Christian an die rauhe Bundesliga-Luft gewöhnen. Die SG spielte dann Katz und Maus mit uns und so konnte auch Svenn Erik im Tor wenig ausrichten. Bezeichnend, daß erst nach 38 Minuten "Katze" ins Tor bei GWD kam. Obwohl unser Norweger an dem Debakel nichts ändern konnte, nutzt man ja schon früher in der Regel einen Torwart-Wechsel. Da aber Nikolas offenbar schon seit einigen Spielen nicht mehr richtig bei der Sache zu sein scheint, kam er erst wie gesagt nach 38 Minuten. 

Interessanter auf dem Spielfeld war da ganz sicher, was sich im Fan-Treff abspielte. Lars Christiansen (spielte nur in der Anfangspahse) verabschiedete sich von uns da unten mit langen, präzisen und wunderbaren Antworten. Nachdem er sich Zeit für seine Fans und dem NDR-Radio oben genommen hatte, gab es keine Probleme, ihn "zu verpflichten". Er weiß, was sich gehört. Es gibt nämlich auch Akteure, die kommen nur, wenn ihr Verein gewinnt, einer wollte sogar mal Geld haben. Auf sowas kann man getrost verzichten.

Einige Minuten nach dem Abgang von Lars kamen dann Ingimundur und Stephan. Und es fielen deutliche Worte. Ingimundur machte irgendwie einen traurigen Eindruck. Er würde gerne in Minden verlängern, aber der Verein rührt sich nicht. Er hat hier in 2 Jahren seine Leistung gebracht, aber er war derjenige, der irgendwie immer von vielen (Presse und Fans) verkannt wurde und er war immer gleich der Buhmann, wenn es schwach lief. Ich sage, daß seine Qualitäten von verschiedenen Seiten hier fast nie erkannt wurden.

Im Gegensatz zu "Apollo". Aber auch sein Bleiben hängt in den Sternen, wenn auch unter anderen Voraussetzungen. Er hat zwar ein Angebot, auf das er so langen warten mußte, was ihn schon enttäuschte, von GWD, aber deutlicher als die Worte, die er sagte, kann man eine Ablehnung dieses Angebotes wohl nicht definieren. Für viele im Fan-Treff war dies schon seine "Abschiedsrede" von Minden. Aber warten wir mal (bei beiden Spielern) die nächsten Tage ab.

Auf jeden Fall positiv war, das der Eisenacher und der Isländer sich danach viel Zeit sich genommen haben.

Frank Wentzlawsky

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09.05.10: GWD I- und II-Nachbetrachtung

An diesem Samstag kollidierten mal wieder unsere klassenhöchsten Teams in Minden mit ihren Terminen. In Dankersen hatte das Ziercke-Team noch die Chance, sich für die 3. Liga zu qualifizieren und an der Hahler Str. spielte das Schefvert-Team zum wiederholten Maße um die letzte Chance auf den Klassenerhalt. Auch durch die Tätigkeit im GWD-Fan-Treff war ich bei dem Bundesliga-Spiel anwesend.

Nach dem Remis in Dormagen wußte keiner trotz des erkämpften Punktes in der "Nachspielzeit", was man davon halten sollte. Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel, so heißt es ja so schön. Es wurde die Hoffnung auf die beiden Heimspiele gelegt. Die Hoffnung, 4 Punkte (oder 3 wie der Tip im Hallenheft offenlegte) zu holen und zumindest erstmal an Düsseldorf vorbeizugehen und Dormagen unter Druck zu setzen. Durch die Spielmacher-Ausfälle (Wleklak, Just, Kunisch) wurde dieses Unterfangen natürlich nicht leichter. Madsen ist ein Torjäger und kein Spielmacher bei Ingi rächt es sich zum wiederholten Male in fast 2 Jahren, daß er vorne nur wenig Spielanteile bekommen hat. Es muß also wirklich alles passen, um solche Begegnungen wie gegen Gummersbach erfolgreich, sprich Sieg, zu gestalten. Man kann gestern der Mannschaft keinen Vorwurf machen, daß es nicht gereicht hat, weil eben leider nicht alles paßt. Die Einstellung, die Kondition und der Kampfeswillen ist zweifellos vorhanden. Aber es gibt Baustellen. Da ist zum Beispiel Katsigiannis. Es gibt Leute, die gestern im Fan-Treff herausfanden, daß er seit seiner Wechsel-Bekanntgabe nach Hannover lustlos für GWD agiert, der Gesichtsausdruck solle dies verraten. Fakt ist, daß er in Mannheim und in Dormagen nur ganz kurze Phasen hatte, wo er gezeigt, was er davor jahrelang in Nordhorn demonstriert hat. Für viele kam der TW-Wechsel gestern eindeutig zu spät (nämlich mit der 2. Halbzeit). Medhus war gestern wieder der bessere Keeper und war auch am Punktgewinn mit guten Paraden beteiligt. Eine andere Baustelle ist zur Zeit Moritz. Ihm gelingt momentan recht wenig. Woran es liegen könnte, weiß ich natürlich nicht, weil ich den Eindruck, er will, aber er bleibt leistungsmäßig stehen. Gut, er machte gestern 5 Tore, aber vieles ging auch wieder daneben. Und wenn dann auch noch Barna (allerdings nach Krankheit in der Woche) nicht im Vollbesitz seiner Kräfte ist, kannst Du gegen die ausgebufften jungs aus Gummersbach nur ein gutes Ergebnis rausholen, aber nicht gewinnen. Ein Madsen, ein Schmidt und ein Gylfi sowie Henriksson und der aufopferungsvoll kämpfende junge Christian Skusa reichen dann nicht. Erfreulich ist, daß Gylfi und Joschi ihr Tief wieder überwunden haben und wertvolle Leistungsträger wieder für "Grün-Weiß" sind. Und neben der neuen Vertragsunterzeichnung von Madsen freut es mich für Joschi, daß er in Minden bleibt. Er hat mit diesem Super-Schritt uns Fans , die in Hamburg  wa anderes gehört haben,"etwas alt aussehen lassen", weil wir keinem geringeren als Ex-HSV-Geschäftsführer Peter Krebs (arbeitet in anderer Funktion aber weiterhin für die Handball-Bundesliga) auf dem Leim gegangen sind.

Die positive Nachricht kam gestern abend eindeutig vom anderen Weserufer. Das Ziercke-Team gelang mit einem 1-Tore-Sieg bei gleichzeitiger Heim-Niederlage des TV Soest gegen den TuS Spenge die Qualifikation für die 3. Liga, und da konnte man gleich mit dem Gast gemeinsam feiern, denn auch Spenge reichte dieses Ergebnis für das gleiche Ziel. Viele von den GWD-Fans waren in den letzten Wochen immer der Meinung, daß die BL-Truppe absolut den Vorrang haben sollte für den Klassenerhalt gegenüber dem Regionalliga-Team. Ich fand das Kämpfen um den ersehnten 10. Platz aber für richtig, denn wir müssen weiterhin sehen, daß hier die Jugendarbeit ernst genommen wird und A-Jugend sowie GWD II möglichst hoch spielen, um Leute an die 1. Mannschaft heranzuführen. Deshalb ist dieser Erfolg von gestern bzw. über die ganze Saison gesehen für GWD und seine Fans mehr als wichtig.

Frank Wentzlawsky

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01.05.10: Wir waren in... Dormagen

Es ist fast schon unglaublich. Obwohl wir erst 2 Saisonsiege und ein paar Unentschieden auf dem Konto haben, dazu natürlich immer noch die reichlich Verletzten, gab oder gibt es immer noch Hoffnung auf den Klassenerhalt. Und so meldeten sich an diesem "Tag der Arbeit" mehr als 60 Leute zur "Schicht". Der Fan-Club freut sich, daß in Person von Dieter Helbig die Fa. "Rodenberg - Fenster und Türen" aus Porta Westfalica diese Fahrt unterstützte, ebenso gab es Applaus für den gesponserten Kaffee und Kuchen von unserem "Doppelpack" Klaus Vollrath und Helmut Wiedmann. Da die Meteorolgen gott sei Dank total falsches Wetter angesagt hatten, war bei sommerlichen Temperaturen die Stimmung doppelt hoch, denn alle freuten sich auf die mal wieder letzte Chance unseres GWD. Auf der "Sponsoren-Pause" auf der Rastanlage Rhynern-Nord wurde auch gleich unser Co-Trainer Frank von Behren entdeckt und von einigen Fans umlagert. Neben dem bevorstehenden Handspiel geriet eine ganz andere Sportart auf der Hinfahrt in den Fokus. Die Fußball-Bundesliga erreichte ab 15.30 Uhr ihren vorletzten Spieltag. Fans von Vereinen wie Werder Bremen, FC Bayern, HSV oder Hertha BSC zitterten u. a. um Klassenerhalt und Meisterschaft. Traurig wurde es um ca. 17.20 Uhr für einen Anhänger des Berliner Traditionsklubs, während die HSV-Mannschaften aus Hamburg und Hannover die Tore um die Wette schossen. Die Bayern-Fans jubelten dann über die Bayern-Hasser über die so gut wie sichere Meisterschaft.

Doch zurück zum Handball. Bei weiterhin schönstem Wetter erreichten wir Dormagen gegen 17.30 Uhr, vom Bus gingen wir zur Halle. Viel Zeit also, um sich in der HR-Commitment-Arena auf das Spiel warmzumachen. Etwas unverständlich war die "Bratwurst-Regel" in der Halle. Man durfte zwar das Essen und die Getränke von draußen in das innere mitnehmen, doch ähnlich wie Raucherzonen auf Bahnhöfen durfte man dasVerzehrte nicht überall einnehmen, und damit meine ich nicht die Tribüne, das wäre ja noch nachvollziehbar gewesen. 

Als das Spiel anfing, war die GWD-Fan-Gruppe zusammen mit dem "Commando" in der kleinen Halle von der Stimmung her nicht zu schlagen. Unsere Mannschaft machte es uns auch leicht, daß das erst mal so blieb. Da Kunisch zunächst auf der Bank blieb, war Rene zusammen mit Joschi der entscheidende Faktor für ein gutes Angriffsspiel, während unsere Deckung auch gut funktionierte und auch Nikolas seinem Namen "Katze" (auch von der Körperhaltung) alle Ehre machte. Er fischte zahlreiche Bälle weg, die durchkamen, und so führten wir mit 9:5. Danach wurde unsere Abwehr leider etwas offener, so daß die Gastgeber dieGelegenheiten nutzten, Spieler frei in Position zu bringen, die dann meistens sicher verwandelten. Zudem hätte man mal auch erwarten können, daß Katsigiannis noch den ein oder anderen Ball hätte parieren können. Was auffiel, war doch die grenzwertige Spielleitung der "Methe-Twins". Man kann gar nicht mal sagen, ob sie gut oder schlecht gepfiffen haben, weil ich davon ausgehe, daß sie sich ihr Konzept vor dem Spiel zurecht gelegt haben. Grenzwertig deswegen, weil . harte, z. T überharte Aktion nicht oder kaum geahndet wurden. Da wurde von beiden Seiten am Trikot gehangen ohne Konsequenzen, es wurden auch Beine gestellt ohne Konsequenzen oder nur mit Siebenmeter, wo eine fällige Zeitstrafe sicherlich angebracht war, es wurde überhart an den Mann gegangen. Hier war auf unserer Seite wieder mal Rene der Leidtragende, der aber sich trotzdem über 60 Minuten mit einer Traumleistung dagegen wehrte. Zum Spielverlauf bis zur Halbzeit ist dann zu sagen, daß unser Team mit der Hereinnahme von Kunisch sich wieder im Angriff besser darstellte und überlegter die Angriffe vortrug. Man muß aber auch sagen, daß Moritz komplett über die gesamte Spielzeit neben sich stand. Durch die oben angesprochene Leitung kam, was kommen mußte, und es traf wieder GWD. Ein überhartes Einsteigen gegen Kunisch, der dann schmerzverzehrt am Boden lag, sich krümmte und wer wußte, was die Stunde wohl geschlagen haben könnte: Das Ende der Saison! Der ballte in seiner Verzweiflung die Fäuste und schlug damit wütend auf den Hallenboden. Jedenfalls mußten mal wieder die Krücken aus dem Mannschaftsbus geholt werden. Dieses Jahr sind sie ja bekanntlich im Dauereinsatz.

Wir würde unsere Mannschaft diesen weiteren Ausfall verarbeiten und kompensieren? Außerordentlich gut. Aber auch hier müssen noch mal Madsen und Schmidt herausgehoben werden, die unsere Mannschaft im Spiel hielten. Was bei Rene zum Beispiel auffällt. Selbst schon verlorengeglaubte Bälle holt er sich schon zurück, weil es eben seine Sache nicht ist, gleich die Flinte ins Korn zu werfen und den Rückzug anzutreten. Dadurch blieben wir auch im Spiel. Leider hielt hinten "Katze" nichts mehr und damit kam Spieler Nr. 3 zum Vorschein, der extra gelobt werden muß: Svenn Erik Medhus. Als dann Madsen au Sicht der Gastgeber zurecht in Manndeckung genommen wurde, hatten wir allerdings ein Problem. Schmidt allein konnte es nicht richten, ein anderer Spieler drängte sich zu diesem Zeitpunkt nicht auf und und so lagen wir 7 Minuten vor Ende mit 3 Toren hinten. Alles sprach gegen uns. Der kleine Kader, die Spielentwicklung und auch der Hallensprecher, der völlig legitim in den Wisch- und Auszeiten das heimische Publikum anheizte. Es gab bis or wenigen Monaten bei uns die Situation, daß sich die Mannschaft aufgibt und das Spiel noch klar verliert. Nicht so bei Ulf und "Franz". Die Einstellung stimmt weiterhin, die Motivation auch und so kämpften wir uns wieder heran, auch dann unseres Norwegersim Kasten. 29:29 - was für ein Match. Doch wieder legte Bayer mit 31:29 vor und nur noch eine Minute war zu spielen. Wir sahen uns schon endgültig in Liga 2. Was macht man in einer solchen brenzligen Lage als letzten Hoffnungsschimmer: Man nimmt den Torwart raus. Und endlich, endlich traf Moritz, nur noch 30:31 aus unserer Sicht. Dann folgende Szene: Dormagen glaubte, daß Medhus noch immer draußen war und wollte GWD mit einem lockeren Wurf endgültig abschießen. Doch der Wurf war zu locker und Medhus hatte den Ball weit vor dem Tor in seinen Händen. Noch etwas mehr als 20 Sekunden Zeit für den Ausgleich vor den Augen von u. a. Andreas Simon.  Die Sekunden liefen runter, GWD kam nicht in die gewünschte Wurfposition. Noch 7 Sekunden. Noch 3 Sekunden und Freiwurf. Barna nahm sich die "Pille" zielte durch die Abwehr an den rechten Pfosten. Wie bitter, dachte man, wieder mal mit einem Tor verloren, die Zuschauer (zumindest die in den ersten Reihen) rannten auf das Spielfeld. Doch am "Tag der Arbeit" war das Spiel immer noch nicht zu Ende, denn irgendwas mußten die Methes (oder einer von ihnen) gesehen haben, was nicht korrekt war. Glück gehabt, noch eine Chance, bekommt man als Auswärtsteam ja auch nicht immer. Das gefiel logischerweise dem Heim-Trainer Kai Wandschneider ganz und gar nicht (in Minden hätten wir auch so empört reagiert, keine Frage), doch die Quittung für sein ungestümes Verhalten gegen die Schiedsrichter war eine Zeitstrafe und damit schrumpfte die Dormagener Mauer auf 4 Mann. Diese Lücke sah wiederum Barna und der Bayer-Torhüter war machtlos, der Ball zappelte glasklar im Netz. Der Hallensprecher verstand das ganze auch nicht und war baff, "wie das jetzt noch passieren konnte". Die Attacke gegen die Spielaufsicht namens Uwe Stemberg habe ich nicht gesehen, so daß ich sie nicht kommentieren kann.

Am und auf dem Spielfeld wurden unsere Spieler dann geherzt. Zwar wußte man nicht, ob dieser Punkt uns wirklich weiterhilft, aber die Einstellung unserer Mannschaft hat großen Spaß gemacht. Auf der Rückfahrt wurde die Stimmung im Bus zu einer Erinnerung. Was bei den Fans los war, erinnerte mich an die legendären und großartigen Auswärtsfahrten in der 90er Jahren. Mit viel Schlagermucke. Das ist zwar für manche reinste "Folter", wie z. B. für die Dame meines Herzens, aber egal in diesem Moment. Es sei denn, man ist nicht gerade FC-Bayern-Freund und das "Tote-Hosen-Lied" über den Rekordmeister wird gespielt. Für die Bayern-Fans war es so ziemlich egal, denn die Wahrheit liegt ja auf dem Platz.

Kurz nach 00.30 Uhr erreichten  wir wieder die Dankerser Olafstr. Für mich und ungefähr 10 enge Freunde keinen Grund, diese Auswärtsfahrt abzuhaken. Im "Markt 15" wurde bis nach 3.30 Uhr weiter gefeiert und geschunkelt, zum Hamburger Fischmarkt haben wir es dann aber doch nicht mehr geschaftt, nachdem man auf die spontane Idee kam, was man jetzt sich antun sollte.

Frank Wentzlawsky

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21.04.10: Wir waren in... Mannheim

Bei der Bahn haben beispielsweise ICE´s Vorrang vor Interregios und beim Handball eben Champions-League-Spiele gegenüber Partien der Handball-Bundesliga. So kam es eben, wie es kommen mußte: Die Partie bei den Rhein-Neckar-Löwen wurde in die Woche gelegt. Nun, möglichwerweise haben wir dieses Problem in der nächsten Saison ja nicht. Auf einen Mittwoch bei einer so langen Fahrt (Arbeitnehmer nehmen sich wegen der Ankunft am frühen Morgen einen 2. Urlaubstag) ist es nahezu unmöglich, einen Fan-Bus zu füllen. Nun gibt es aber die Möglichkeit von Liga-Namens-Sponsor Toyota, daß neben div. Gewinn-Auswärtsfahrten auch mal der oder die Fan-Clubs entscheiden können, wie man den Bus bei einer solchen Fahrt zu besetzten hat, denn Toyota bezahlt alles - also Busfahrt, Eintrittskarte und sämtliche im Bus erhältlichen Getränke. In Minden bzw. für GWD waren wir zuständig. Es war fast klar, daß wir am Mittwoch einen 50er-Bus mit zur Verfügung gestellten 48 Plätzen auch nicht voll kriegen würden, zuviele Fans mußten wegen Beruf oder Schule absagen und ärgerten sich natürlich. Trotzdem (bei zwei kurzfrisigen Absagen) machten sich 30 Leute mittags auf dem Weg, darunter auch 4 Mitglieder der "Commandos". Im Bus übernahm mal nicht Wolfgang die "Stewardess"-Aufgaben, was ihm sichtlich auch mal gefiel, sondern von der zuständigen Toyota-Agentur KPP aus Düsseldorf ein freundlicher, junger Mann aus Schloß Holte namens Thomas. Vorweg: Thomas machte den Service souverän. Nach Absprache mit der Agentur hatten wir auch wieder Frikadellen und Schnitzel an Bord, diese Kosten übernahm zu jeweils 50 % Wolfgang aus der Getränkekasse und der Fan-Club. Somit waren diese Leckereien genauso wie der gesponserte Kuchen (mit Kaffee) ebenfalls gratis und dazu gab es ein Lunchpaket, daß wiederum von Toyota gesponsert wurde. Die Fahrt übernahm wie gewohnt Kelder-Reisen und Werner saß zunächst am Steuer, genauer gesagt die ganze Hinfahrt.

2 Pausen wurden gemacht. Bei durchaus gutem, etwas frischem Wetter gabs Kaffee und Kuchen in Lichtendorf und bei Frankfurt gab es Rast Nr. 2. An der SAP-Arena in Mannheim gegen 19.00 Uhr angekommen, wurden zunächst Gruppenfotos gemacht, einmal von Wolfgang und zum anderen für die offizielle Toyota-Handball-BL-Seite von Thomas. Dann gab es die Tickets für den Eintritt und es konnte losgehen. Am Eingang war es etwas ärgerlich für so manchen GWD-Fan, daß Tascheninhalte wie Süßigkeiten und Bananen nicht mit hinein durften. Wir begaben uns dann auf die Plätze im Oberrang.

Da saßen wir ziemlich alleine, denn im weiten Rund dieser Halle war der Oberrang praktisch eine "gesperrte Zone". Ca. 4.000 Zuschauer verloren sich dort und die sahen, daß alle Isländer pünktlich zum Spiel auf dem Spielfeld warm machten. Für einige von uns war es Wiedersehen mit den RNL. Und zwar für die, die mit beim Final Four in Hamburg waren, wo sie ja bekanntlich unglücklich den Hausherren unterlegen waren. Auf unserer Seite zählte man zu den Gesichteten Thorben Lommel und Christian Skusa.

Wegen der bevorstehenden Eishockey-WM und der zeitlich aufwendigen Eisaufbereitung war es letzte BL-Spiel der Saison in der SAP-Arena, das CL-Spiel gegen den THW am Sonntag wird hier nur noch ausgetragen, dann hat der Wintersport im Frühling das Sagen für einige Wochen.

Es war über 60 Minuten ein totales faires Spiel, wo die beiden Unparteiischen Biaesch und Sattler (aus der Nähe von Frankfurt) es zwar ziemlich leicht hatten, aber es gibt ja manchmal auch Schiris, die können auch so ein Spiel kaputtpfeifen. So war es heute nicht, sehr souverän und ohne Hektik. Daß Ulf trotzdem in der 1. Halbzeit eine "Gelbe" bekam, lag daran, daß unser jetzt 53-jähriger Schwede eben nicht so alles hinnimmt und voll dabei ist. Bis zum 6:6 hielten wir vom Ergebnis her mit, daß paßte die RNL-Trainer-Kombi Lindgren und Andersson wohl nicht und so gab es die 1. frühe Auszeit von seiten der Gastgeber. Klar, gegen Stefansson, Gudjonsson, Gensheimer und Bielecki und wie sie alle heißen, ist es schwierig, mit unserer dezimierten Truppe einfach dagegenzuhalten, aber manche Anspiele an den Kreis waren einfach vermeidbar. Unsere Torhüter hatten in der 1. Halbzeit diesen Namen bei weitem nicht verdient. Medhus bekam nichts zu fassen, entnervt ging er nach 14 Minuten selber raus. Und Katsigiannis war auch keine "Katze". Seine typische Haltung beim Erwarten der Bälle (eben wie eine Katze) macht er im Mindener Tor nicht mehr und in Mannheim hatte man den Eindruck,er ist noch bei der Nationalmannschaft oder bereits in Hannover. Wie auch immer, aber die Mehrzahl der mitgereisten Fans war doch sehr enttäuscht über diese Leistung.  Ja, und vorne spielte man recht gut mit, doch Fritz im Tor war doch um diese fünf Tore besser als Svenn Erik und Nikolas. Es rächte sich, daß trotz Vorankündigung in der heimischen Presse ein Christopher Kunisch nicht mitgefahren ist. Denn uns fehlte einfach der Mittelmann. Rene ist damit einfach überfordert Es entstanden auch mal einfache Fehler im Angriff, die die RNL zu einfachen Tempogegenstößen nutzten.  Was positiv auffiel, daß Rene nicht der Alleinunterhalter war, wenn es darum ging, den Abschluß zu suchen. Ohne Frage, der Däne machte wieder ein passables Spiel. Doch der Gewinner in Mannheim war sicherlich zunächst Barna Putics. Weniger Kilos, damit effizienter in seinen Bewegungen und die Torwürfe plazierter ls in den letzten Wochen. Sicherlich auch ein Verdienst von Ulf, der ihn wieder aufbauen mußte. Was in der 1. Halbzeit nicht funktionierte, war das Außenspiel bzw. das Zusammenspiel mit Aljoscha. Er stand öfters einsam und verlassen auf verlorenem Posten, versuchte einzulaufen, aber er wurde einfach nicht gesehen. Halbzeit eben 21:16 für den Champions-League-Viertelfinalisten.

In der 2. Halbzeit hätten wir uns Nils Dresrüsse im Tor gewünscht, doch Katsigiannis blieb erstmal im Tor und bekam die ersten 10 Minuten wieder so gut wie gar nichts zu fassen. Da Rene durch seine Verletzung (Nierengeschichte) mit seinen Kräften bald am Ende war, die Badener Abwehr sich besser auf Barna eingestellt hatte, drohte doch eine hohe Niederlage. Aber die Mannschaft wehrte sich. Nikolas und am Ende Svenn Erik steigerten sich und verhinderten die 40-Gegentor-Marke, vorne wurde dann Aljoscha immer wider sehr schön in Szene gesetzt (einige Male auf der anderen Seite auch Gylfi, dazu ergänzten sich Anders und Skusa sehr schön am Kreis. Eine starke Vorstellung des GWD-Youngsters und eine verläßliche des Schweden. Durch das Willen, das Ergebbnis in Grenzen zu halten, ist auch hier durch den Trainerwechsel eine ganze Menge bewirkt worden.

Nicht böse sein, Joschi, aber einen Deiner elf Treffer muß ich wieder abziehen. Ein Abpraller erwischte unser Außen so grade eben, eine leichte Beute für Hennig Fritz, der den Ball schon hatte und dann unerklärlicherweise ins eigene Tor beförderte, also ein glasklares Eigentor, auch wenn es Schmidt offiziell zuerkannt wurde. Und im Handball können sie auch zugeordnet werden im Gegensatz zum Eishockey zum Beispiel.

Insgesamt verdiente sich die Mannschaft ein Lob und den Applaus von den oberen Rängen.

Auf der langen Rückfahrt war dann natürlich die Müdigkeit sehr hoch, aber man hatte seinen Spaß dennoch und Thomas erfüllte erneut die erheblich weniger gewordenen Wünsche. Nach 2 Stunden Fahrt wurde dann nochmal aus Gründen der Lenkzeit Fahrerwechsel gemacht, dies nutzte man zur kleinen Pause. Olga übernahm nicht den Stab, sondern das Lenkrad von Werner und führte uns wie ihr Kollege sicher durch Tag und Nacht. Um ca. 03.30 Uhr hatten wir dann wieder unseren Ausgangspunkt erreicht.

Am Rande noch: Ich hoffe, die anderen Mitfahrer sind mir nicht böse, wenn ich Mitfahrerin Marion hier besonders erwähne. Ihr Arbeitsplatz liegt gerade in Singapur auf Trockendock zur Reparatur (MS "Europa"). Ein grün-weißer Zufall sozusagen oder eine Eingebung des Handball-Gotts. So konnte sie mal eben um die Ecke in den Mühlenkreis fliegen (ob mit oder ohne Asche) und fahren und sich unter uns wohlfühlen.

Frank Wentzlawsky

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12.04.10: Das Hamburg-Wochenende (Handball und mehr)

Am Anfang dieser Ausführungen muß man natürlich auch sagen, daß ein Besuch einer GWD-fremden Veranstaltung immer auch auf Pro und Contra trifft. Und trotzdem fährt ein harter Kern mit neuen Leuten aus unserem Fan-Club immer wieder gern in die Hansestadt. Denn eines ist klar: Man versucht, seine Lieblings-Sportart mit dem Angebot, wie es eine Stadt wie Hamburg nun mal hat, zu verbinden, Geselligkeit abseits der Sportstätte.

Und so fuhren wir bereits am Freitag morgen los, und zwar mit der Bahn, weil der öffentliche Nahverkehr dort vorbildlich ist. Marita, Ernst, 2x Detlef, Pascal, Wolfgang und 2x Frank stiegen in den Zug, der uns nach Hannover bringen sollte, mit einem ICE, der witzuigerweise den Namen "Minden" trug, ging es dann direkt zum Zielort, Hamburg Hauptbahnhof. Im Zug gab es nicht nur schon die ersten Getränke, sondern logischerweise auch intensive Gespräche über Handball, Fußball und anderes aus dem Leben.

Vom Hbf ist es nicht weit zu Fuß, um unser Stamm-Hotel zu erreichen. Also zentral gelegen, keine Hotelkette, hier spielt noch das persönliche eine große Rolle, sondern ein Familienbetrieb, allerdings habe ich dort keine Anteile, wie erst vermutet. Gell, Detlef!

Nach dem Aufsuchen der Zimmer und teilweise Frischmachen ging es zunächst zurück zum Bahnhof, denn in der dortigen Wandelhalle kann man einfach nicht verhungern. Und jeder aß eben das, was er mochte. Weiter ging es mit der S-Bahn zu den Landungsbrücken, wo es wohl jeder HH-Touristen hinzieht. Das Einzigartige in dieser norddeutschen Metropole ist, daß es dort Linienfähren gibt. Das heißt, mit einer stinknormalen Tageskarte (auch dem Niedersachsen-Ticket übrigens) kann man günstig Hafenrundfahrten machen. Zwar ohne Kommentar, aber man kann ja auch sich gegenseitig kommunizieren. Und si fuhr man mit 3 Linien zur Argentinienbrücke in Steinwerder, nach Finkenwerder und wieder auf die andere Elbseite nach Teufelsbrück. Bei herrlichem Wetter hatte man sich dann entschlossen, den Elbuferwanderweg zurück nach St. Pauli zu gehen. Ein total herrlicher Weg zwischen Villen, den kleinen Lotsenhäusern und eben dem Fluß. Auf halbem Wege gibt es dann auch ein Ausflugslokal, die "Elbkate". Der Inhaber bleibt bei seinen Leisten und macht daraus keine Edelbude, sondern es bleibt ein gemütliches Domizil mit schönem Angebot. Der Inhaber kommt übrigens aus Straubing in Bayern. Ein kantiger Mann, der gerne erzählt und den Laden im Griff hat. Bei unserem Besuch war nicht so viel los, dafür bekamen wir einiges erzählt. Von (nicht vorhandenem) Heimweh, von Obazda und von der Queen Mary II usw.

Am Ende des Weges, wo es also wieder zivilisiert ist und Autos, Linienschiffe und Busse fahren, kam ein weiteres interessantes Lokal mit Terrasse "in den Weg", und es wurde wieder Station gemacht. Beim Aufstehen hatten wir inzwischen schon die Vorabendzeit erreicht. Weiter ging es mit einer 35-minütigen Busfahrt über Altona und zurück über St. Pauli zum Hauptbahnhof. Denn in der Nähe unseres Hotels gab es mehrere Restaurantsund wir wollten an diesem Freitag gemütlich essen gehen und nicht irgendwo an einem Stand z. B. auf dem Hamburger DOM. Das "Blockhouse" war unser Ziel, also das argentinische Steakhaus. Wir waren irgendwie zum richtigen Zeitpunkt da (gegen 18.30 Uhr), und obwohl es voll war, wurde es möglich gemacht, einen Tisch für uns zu finden. Dort bemühte man sich sehr um uns. Eine top aufgelegte Gastgeberin namens Jona Kellner machte uns den Vorabend perfekt, dazu bemühten sich unser Tischkellner Madjid und weitere Restaurantkräfte um unser Wohl, und das Essen schmeckte auch. Anschließend ging es auf den Kiez, ein bißchen Reeperbahn, ein bißchen Große Freiheit (mal in die Olivia-Jones-Bar kieken). Letztlich war klar, daß unsere Stammkneipe in Hamburg uns wieder ertragen mußte. Im o-brians (neben dem Dollhouse) gibt es gute Mucke, eine kleine gemütliche Tanzfläche, ein DJ hinter Gittern (sah aber nicht wie Jörg Kachelmann aus, aber der ist ja auch kein DJ) und nette Getränke und Gespräche. Hier läßt es sich gut abfeiern. Beim Rausgehen am frühen Morgen konnte man dann zumindest erahnen, wer nicht beim Final Four pfeift. Man vergnügt sich ja nicht unbedingt vor dem Halbfinale auf dem Kiez nach Mitternacht, oder?

Nach dem Frühstück im Hotel am Samstagmorgen kam dann Pokal-Held Nr. 9. Karsten bekam am Freitag keinen Urlaub und düste mit dem Auto hinterher. Rein ins Parkhaus, Eintrittskarte nehmen und dann ging es mit S-Bahn, ein bißchen zu Fuß und Shuttle-Bus zur Color Line Arena. Man war schon früh drin in dieser Endspiel-Halle. Nun gut, man trifft Bekannte, ob es nun Schiedsrichter, befreundete Fans oder Ex-Manager sind und man erfährt ungefragt auch Neues zu unserem GWD (Schmidt wechselt nach Flensburg). Wir sitzen dann im RNL-Block und halten dann auch etwas mehr zu den Süddeutschen im Duell mit dem VfL Gummersbach. Es wurde wie selten oder nie zuvor ein Halbfinale, wo eine Mannschaft wie die Oberbergischen im Verlauf der Partie an die Wand gespielt wurden, daß die Spieler wohlmöglich nicht mehr wußten, wo der Ball ist. Meistens ruckzuck im Gummersbacher Tor. Nach dem 16:18 brachen alle Dämme und der VfL wurde von den einstmals Kronau-Östringern derbe verprügelt - 21:31. Top-Akteur war ohne Zweifel TW Szmal aus Mannheim.

Das 2. Halbfinale: Der Gastgeber empfing eine  Mannschaft aus Lübbecke, deren Spieler schon vor dem Spiel die Hosen so dermaßen voll hatten, daß sie das Warmmachen nicht vor den 13.000 Zuschauern absolvierten. Der HSV, mit dem wir natürlich sympathisierten (intensive Fan-Freundschaft mit den "Blau-Weißen", wobei wir zu den Red Devils nicht den so schlechten Kontakt haben) fing an wie die Feuerwehr, zerlegte den TuS in alle Einzelteile und führte schnell mit 8:1 inklusive einer Auszeit von Liljestrand. Der HSV versuchte dann, das Spiel nach 10 Minuten zu verwalten. Lübbecke kam näher und näher (Halbzeit 4 Tore Rückstand), Arne war nicht nur Antreiber und Torschütze, sondern auch ein ständiger Meckerheini gegen fast alle Schiri-Entscheidungen. Zu seinen 11 Toren muß man fairerweise sagen, daß die beiden HSV-Torhüter Bitter und Sandström ihre "Leistung" komplett einstellten, aber auf der Gegenseite Milos Putera nicht genug war, um eine Überraschung zu schaffen. Man kann auch als Mindener ruhig anmerken, daß es gegen den TuS immer dann 2 Minuten Zeitstrafe gab, wenn es eng wurde für den Verein von Trainer Martin Schwalb, der auch erstaunlicherweise in der 2. Halbzeit ruhig blieb. Sein Team kam ohne Strafe in dieser Zeit davon! Immerhin: In der letzten Minute gab es die Höchststrafe für den TuS. Liljestrand nahm den Torwart raus, und Putera mußte machtlos mit ansehen, wie der Ball zweimal aus der Abwehr des HSV im Nettelstedt-Lübbecker Gehäuse einschlug. Die Zuschauer (bis auf die rot-schwarzen) johlten!

Abends ging es dann wieder in das "Block-House" (die Reservierung hatten wir nach der guten Erfahrung am Vortag klar gemacht), der DOM mußte dann auf einen von uns verzichten, weil er in der U-Bahn "kleben" blieb, wir ihn aber glücklich Stunden später im Stamm-Pub in die Arme nehmen konnten. In der Zwischenzeit war es Karsten vorbehalten, olympische Momente auszukosten, denn er wagte sich nicht zum 1. Mail die "Barth-Olympia-Looping-Bahn" mit 5 Umdrehungen (mindestens). Nach dem wie schon gesagt obligatorischen Musik-Pub-Besuch ging es weiter, wieder Richtung Heiligengeistfeld (wo das Volksfest 3x jährlich jeweils 4 Wochen lang stattfindet). Allerdings überquerten wir in Höhe Davidwache die Straße und gingen auf sie zu, ließen sie aber links liegen und folgten der gleichnamigen Straße. Wenn man dort auf der rechten Straßenseite wandelt, sieht man nicht nur Discos, Kneipen und Kioske, sondern auch die berühmten Hamburger "Bordsteinschwalben". Die ja zu Hamburg nun mal auch gehören. Als männlicher Vertreter seiner Zunft hat man es da nun wirklich nicht einfach. Wenn man nicht gerade mit seiner Freundin da händchenhaltend durchgeht, wird gezogen und gerüttelt. Aber statt "Sex will man doch nur Früchtetee". Natürlich könnte man dort auch Lotto spielen nach dem Motto "6 aus 49", aber man gönnt sich dann doch für das viele Geld andere preiswertere und auch schönere Vergnügungen. Auf jeden Fall: Man hat mal wieder gesehen, weg von der sündigen Meile zum Ausschlafen ins Hotel.

Und trotzdem: Wer auch immer für die Anfangszeiten für das F 4 am Sonntag verantwortlich war, es ist kundenunfreundlich, zumindest für uns Mindener. Um 10.45 Uhr Spiel um Platz mit den Looser-Mannschaften aus Gummersbahc und Lübbecke - das schenkt man sich dann doch. Sonst gab es die letzten Jahre ja auch nur 3 Spiele. Das Finale war dann sensationell mit dem besseren Ausgang für die Gastgeber. Tolle TW-Leistungen von Bitter und Fritz (der heute das Duell mit Szmal gewann und trotzdem in der entscheidenden Phase der regulären Spielzeit wieder für den Polen Platz machen mußte. Die RNl hätten genausogut mit einem Tor gewinnen können, dieses Spiel hätte ganz sicher 2 Sieger verdient. Aber irgendwie auch typisch für die Mannheimer. 5 Finalteilnahme in Hamburg hintereinander - und zum 5. Mal kein Titel. Bezeichnend die Szene kurz vor Schluß: Siebenmeter für die RNL beim Stand von 29:29. Olafur Stefansson verwandelt bis dato jeden Siebenmeter traumhaft sicher, und dann kommt ein Würfchen, denn Jogi Bitter auch locker mit der Mütze gefangen hatte. In der 2. Verlängerung traf dann auch nicht Uwe Gensheimer vom Punkt beim Stand von 30:33, die Aufholjagd kam zu spät, die letzten Sekunden spielte der HSV souverän und clever über die Zeit.

Zurück dann zum Hauptbahnhof, Nahrung zu sich nehmen, Koffer vom Hotel holen und zurück in die westfälische und angrenzende niedersächsische Heimat. Das Fazit: Hamburg war geil, Hamburg war toll  - nächstes Jahr wieder. Und hoffentlich bleibt das Pokalfinale weiter inder Stadt und Elbe und Alster. Hat sich die Hansestadt verdient!

Frank Wentzlawsky

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05.04.10: Das Gelbe vom Ei (Ein GWD-Osterfest)

Dieses Osterfest sollte aus Sicht des GWD-Fanclubs etwas anders ausfallen als sonst. Einmal war natürlich der Grund, daß GWD in der BL selbst aktiv war und der zweite Grund basiert auf Sommer 2007, als die Freundschaft zwischen Minden und Dessau bei einem FC-Turnier in Glinde bei Magdeburg entstand.

Man hatte sich zwischendurch bei diversen Turnieren wiedergetroffen. Diesmal allerdings kamen sie über Ostern nach Minden, um mit uns gesellig zu feiern und einen sportlichen Vergleich am heutigen BL-Spieltag zu absolvieren. Die 11 von den "Dessau Beavers", eben aus Dessau-Roßlau kamen am Ostersonntag kurz vor 17.00 Uhr an der Olafstr. an, und schon wurden Karla, Heike, Anika, Carolin, Rolf, Ralf, Daniel, Maik B., Andreas, Jan und Maik W. im Ortsteil Dankersen herzlich begrüßt. Natürlich waren die beiden Bullis mit reichlich Prozentigem gefüllt, so daß das Wiedersehen gebührend begossen wurde. Durch das Osterfeuer auf dem Sportplatz in Dankersen war die Stimmung ohnehin gut, und so trafen immer wieder GWD-Fans dort ein und man versorgte sich u. a.mit Bratwurst, Crepes und Barre. Der Spaß stand im Vordergrund und auch gelegentliche Regenschauer, die ja laut Wetterdiennst nicht überraschend kamen, taten der Laune nicht weh. Und so ging die Zeit schnell vorüber, die Stunden zogen an einem förmlich vorbei und der Abendhimmel mit der Dunkelheit übernahm das Kommando. Es wurde viel gelacht und gescherzt, später dann auch in der geöffneten C-Halle.

Am heutigen Morgen machten dann eigentlich alle einen guten und frischen Eindruck, die Dessauer konnten es wohl kaum erwarten zu spielen und trafen schon kurz nach 11.00 Uhr an der Kampa-Halle an, obwohl das FC-Spiel erst um 12.45 Uhr angesetzt war. Gut, man mußte sich an die neue Umgebung und den Hallenboden erst gewöhnen. Genügend Warmmachzeit für alle Spieler beider Mannschaften war also gegeben. In der Anfangsphase konnten wir uns gleich schon einen Vorsprung herausspielen, den wir in den gesamten 60 Minuten nicht mehr hergaben und das Spiel so gut kontrollieren konnten. Bei allem Ehrgeiz hatten wir aber auch hier mit den beiden Unparteiischen Stella und Tobias viel Spaß. In den ersten 15 Minuten sah auch unser noch neuer Trainer Ulf Schefvert dem Treiben auf dem Spielfeld zu, und wer weiß, vielleicht guckte er sich noch die ein oder andere Variante für das BL-Spiel aus. Auf jeden Fall sah er sehr interssiert zu und spendete bei besonders gelungenen Aktionen offenen Szeneapplaus für unsere Jungs und Mädels. Über 15:10 zu Halbzeit gewannen wir das Spiel sicher mit 34:23. Die Statistik erfolgt zum Schluß dieses Berichts.

Dann kam das Bundesliga-Spiel. Die Halle war an diesem "Osterhasen-Tag" sehr gut gefüllt und auch die Hessen aus Melsungen hatten Fans mitgebracht. Die Hiobsbotschaften nahmen aber wieder kein Ende. Es gab doch noch kein Comeback von Moritz und wegen einer Wadenverletzung konnte auch "Katze" Katsigiannis nur hinter der Bank zuschauen. Wenn man mal die Verletzten-Liste nimmt von den Akteuren, die nicht für GWD auflaufen können, ist sie größer als die der gesunden Spieler: Katsigiannis, Wleklak, Auerswald, Klesniks, Schäpsmeier, Just!

Man war mal wieder gespannt, ob unsere Mannschaft eine reelle Siegchance hatte und ob die kämpferische Einstellung die volle Spielzeit einigermaßen reichen würde, denn Fehler muß man einfach in dieser Situation verzeihen. Im Tor begann nicht überraschend Svenn Erik, Kunisch übernahm die Spielmacherrolle und Rene war der Leader einer Mannschaft, die heute wirklich alles gab und das Publikum immer wieder mit herausragenden Aktionen von den Sitzen riß. Ein 7:10-Rückstand ließ zwar vermuten, daß es wieder mal den Bach runter gehen könnte, aber die Mannschaft von Ulf Schefvert und Frank von Behren hielt toll dagegen und lag plötzlich mit 12:10 vorn. Aljoscha verwandelte alle Siebenmeter, Gylfi wirkte entschlossener las noch vor wenigen Wochen, Konny war zwar nicht der große Vollstrecker in der 1. Halbzeit, konnte aber die Mannschaft gut dirigieren und Rene war einfach wunderbar. Gut, in manchen Situationen war er sicher zu schnell mit seinen Würfen, aber er ist nach den ganzen Ausfällen zweifellos unser gefährlichster Werfer. Und er ist ein Spaßhandballer, der sich voll und ganz mit GWD identifiziert, das sieht man ihn bei seinen zahlreichen Treffern an. Bis zur Halbzeit konnte auch Svenn Erik überzeugen, und da auch sonst die Abwehr recht gut stand in diesem Zeitabschnitt (16.-30. Min.), konnte GWD einen 18:16-Vorsprung zur Halbzeit herauswerfen.

Die zweite Halbzeit begann mit einem Paukenschlag, denn GWD zog kurzzeitig mit 4 Toren (22:18) davon, konnte diesem aber nicht lange halten und plötzlich führten die Nordhessen mit 24:23. GWD konterte und mit der Nr. 25 Ingimundur Ingimundarson, der sich im Verlauf des Spiels sich steigern konnte (wobei er auch anfangs sehr gut spielte), erzielte unser Isländer gemäß seiner Trikotnummer GWD-Tor 25 und die Führung. Diese wechselte jetzt ständig hin und her und es entwickelte sich der Oster-Krimi im Handball. Unsere Deckung war leider manchmal etwas zu behäbig, so daß Svenn Erik das ein oder andere Mal recht unglücklich aussah. Ein TW-Wechsel (Dresrüsse) hätte sicher ausprobiert werden können, zumal Nils daran beteiligt war, daß Melsungen bei seiner Anwesenheit im Tor den Ball zweimal vom Siebenmeter-Punkt nicht im Gehäuse unterkriegte.  Putics war heute en Spieler mit Licht und Schatten. Auf der einen Seite konntem an mehr Leidenschaft in seiner Körpersprache vernehmen, aber ihm unterlaufen noch immer zu viele kleine technische Fehler. Immerhin, in Halbzeit 2 war Rene vorne nicht der Alleinunterhalter, auch Christopher traute sich mächtig was zu (warum auch nicht). Es fällt auf, daß gerade die Spieler aus der zweiten Garde (sprich RL) wie Kunisch, Skusa und Lommel sich pudelwohl fühlen und unter dem Schweden gezielt gefördert werden. 

Letztlich war die Punkteteilung (34:34, erstmals in dieser Saison die 30-Tore-Marke geknackt) verdient, GWD und Melsungen vermochten in ihren letzten Angriffen nicht mehr den entscheidenden Treffer zu erzielen.

Und hier noch die Statistik des Fanclub-Spiels (Spieler/innen mit Toren):

GWD: Werner Otto, Olaf Böke - Andre Schmidt (1), Tim Kohlmeier (1), Marco Begemann (2), Marvin Begemann, Rebecca Messerschmidt (2), Karsten Treichel (3), Sebastian Landwehr (4), Michael Kreutchen (2), Mario Hentschel (9), Vanessa Messerschmidt (6), Jörg Schäfer-Messerschmidt (2), Andreas Winter (2)

Dessau: Karla Kühne-Ebert - Rolf Ebert (2), Heike Platte, Ralf Theumer (4), Daniel Blei (2), Maik Bruckert, Andreas Conrad, Anika Funke, Carolin Funke, Jan Kohle (13), Maik Warzecha (2)

Frank Wentzlawsky

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29.03.10: GWD - Großwallstadt (Nachbetrachtung)

Nach der Niederlage in Balingen hofften wir Fans natürlich auf die beiden Heimspiele gegen den TVG und nächste Woche gegen Melsungen, um mit 2 Heimsiegen wieder an Mannschaften wie Dormagen oder Balingen heranzukommen und neue Hoffnung für den Klassenerhalt zu haben. Der erste Nackenschlag folgte noch weit vor dieser Begegnung. Moritz Schäpsmeier zog sich einen Bänderriss im Fuß und muß 2-4 Wochen (O-Ton gestern im Fan-Treff) pausieren. Das Motto hieß "jetzt erst recht". Man setzte im Rückraum auf die Achse Putics-Just-Madsen und auf das Außenspiel. Doch kaum war das Spiel angepiffen, da pssierte es nach exakt 2 Minuten und 12 Sekunden beim Spielstand von 0:0. Unser in der Rückrunde bester Spieler Stephan Just knickte um, schrie und man erahnte schon, daß es für ihn kein Zurück mehr auf das Spielfeld in der Partie geben sollte. Seine Freundin eilte auch gleich von der Tribüne zu ihm in die Kabine und stellte in der Halbzeitpause eine ernüchternde Diagnose: Es ist zwar kein Kreuzbandriss, trotzdem sind die Bänder in Mitleidenschaft gezogen worden und damit dürfte es für Apollo um diese Spielzeit geschehen sein.

Wenn man ml die beiden Jugendspieler Christian Skusa und Jan Camen abzieht, gab es auf der Ersatzbank nur eine Auswechselmöglichkeit + "Katze"/Svenn Erik auf der Torhüterposition. In der 1. Halbzeit hielt GWD toll dagegen. Allerdings muß man sagen, daß einzelne Spieler die grün-weiße Fahne hochhielten (Madsen, Gylfason, Schmidt), während der ein oder andere mal wieder total überfordert war (Putics, immerhin aber 3 Tore) und Helmdach nach seiner Krankheit im Februar momentan noch nicht wieder den Anschluß an die 1. Liga gefunden hat. Wenn man dann noch bedenkt, daß die beiden "Schiedsrichter" Damian/Wenz nach Tabellenstand das Spiel geleitet haben, muß man unserer Truppe trotz einiger Abwehrfehler ein großes Kompliment machen. Ich will auch gar nicht, daß die Schiedsrichter uns einen Vorteil geben, sondern man will einfach gerecht behandelt werden, und das war gestern auf gar keinen Fall sichtbar. Henriksson wurde mehrmals im Strafraum umgerissen, oft ohne Konsequenzen für den Gast. 13:13, dann gab es wieder Entscheidungen pro TVG und die Biegler-Truppe führte zur Halbzeit mit 17:15. 

Es wäre zwar schön gewesen, wenn GWD auch in der 2. Halbzeit Paroli geboten hätte, aber mit Rene Bach Madsen hatten wir im Rückraum einen Alleinunterhalter. Sein Kämpferherz war alleine das Eintrittsgeld wert. Das auch mal Sachen danebengehen, liegt einmal im Eifer des Gefechts und daß der TVG mit Matthias Andersson einen starken Torhüter hatten, der das Duell mit unseren beiden TW´s klar gewann. Letztlich schwand immer mehr die Kraft bei uns, die Schiri-Entscheidungen wurden immer lächerlicher. Die Quittung für ihre desolate "Leistung" gipfelte darin, als das GWD-Publikum eine Entscheidung zugunsten GWD höhnisch und mit viel Sarkasmus applaudierte. Sozusagen als Höchststrafe für Damian/Wenz.

Schön war es, daß trotzdem im Fan-Treff wieder einiges los war. Und die beiden Spieler Moritz und Gylfi wurden zurecht mit viell Applaus begrüßt, denn auch der verletzte Moritz war auf seinem Platz hinter der GWD-Bank voll bei der Sache und sehr engagiert. Moritz redete auch nicht um den heißen Brei herum und seine Hoffnung auf den Klassenerhalt sind genauso klein wie bei den meisten Fans, auch gerade wegen der Verletztensituation. Beim Thema 2. Liga und Vertrag druckste er allerdings herum und konnte für viele Treff-Gäste keine zufriedenstellende Antwort geben, ob er sich vorstellen könnte, zu bleiben. Stattdessen verwies er auf mögliche Gespräche in den nächsten Tagen und Wochen bei den anderen Spielern.

Gylfi erntete da erheblich mehr Applaus, als er sagte, daß er sich auch einen neuen Vertrag (der alte läuft im Sommer eh aus) in Liga 2 bei GWD vorstellen kann, wenn der Verein ihn behalten will. Ein Bekenntnis zu GWD war das schon fast in dieser ausweglosen Situation, was den Klassenerhalt anbetrifft.

Nun, beide haben aber recht, wenn sie jetzt meinen, daß die Planungsicherheit durch die Niederlage gegeben ist und kein geringerer als Pool-Vorstand Gerhard Buddenbohm verriet im GWD-MT-Blog, daß es inzwischen auch Plan B gibt (diese Aussage kam vor diesem Heimspiel).

Frank Wentzlawsky

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03.03.10: Wir waren in... Kiel

An einem Wochentag wie jetzt macht sich ja meistens nur eine kleine Gruppe auf, erst recht, wenn es relativ weit weg geht und dann noch nach Kiel, wo man ja bekanntlich krasser Außenseiter ist. Aber 8 Leute im Bulli waren trotzdem guten Mutes und machten sich am frühen Nachmittag vom Helmut-Meisolle-Jugendheim an den Start. Das Wetter war auf der Hinfahrt frühlingshaft, die Straßen waren gut und ohne Staus oder Behinderungen befahrbar, so daß wir beschlossen, die 1. Pause in Brunautal einzulegen. Hier machten wir einen längeren Kaffee- und Kuchen-Stop. Die 2. Pause hinter dem Elbtunnel wurde dann im Holmmoor. Hier machten auch unsere Lieblinge, die wir bereits vor Hannover überholten, Rast und viele Spieler winkten zu uns rüber. Wir ließen die Mannschaft in Ruhe, um die nötige Vorbereitung nicht zu stören. Von der Zeit her ausgezeichnet kamen wir sehr früh um 18.30 Uhr an der Halle an und bekamen dieses Mal problemlos einen Parkplatz auf dem Areal. Wolfgang als wiederum optimaler Organisator holte die Eintrittskarten und verbrachten noch einige Zeit im Bulli, bevor wir kurz nach 19.00 Uhr die Arena betraten. Die Stimmung bei den Kieler Fans war vor dem Anpfiff schon außerordentlich gut. Grund war, daß am Abend zuvor der VfL Gummersbach seine Chance nutzte, den durch einige Verletzungen dezimierten HSV und damit dem THW-Kontrahenten um die Schale eins auszuwischen. Unsere kleine Hoffnungen wurden dadurch aber noch kleiner, und sie wurden auch nicht größer, weil wir einige anngeschlagene Spieler hatten, die nach dem Derby praktisch ohne Training in die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt mitfuhren (Schmidt, Madsen, Schäpsmeier, Helmdach). Bis auf Rene (saß im Trainingsanzug für den absoluten Notfall auf der Bank) haben aber alle auf der Platte gestanden. Auch wenn wir schnell durch Putics mit 1:0 in Front gelegen haben, konnten wir anders als in den letzten Jahren die Partie auch nicht in den ersten Minuten ausgeglichen gestalten. Den einen Grund habe ich oben genannt, die angeschlagenen Spieler taten ihr übriges. Dazu kam, daß die beiden Unparteiischen Blümel/Loppaschewski aus Berlin sehr kleinlich pfiffen, und zwar auf beiden Seiten. Das war deswegen keine schlechte Leitung des Spiels, kam aber uns durch die angekündigte aggressive Abwehr nicht zugute. Zur Halbzeit stand es 17:11. Bei uns überzeugten Svenn Erik im Tor und Gylfi auf Außen, der sehr sicher bei den Würfen war. Im Grunde genommen plätscherte das Spiel so vor sich hin. Kiel war nicht überragend, aber sehr souverän, das gefürchtete Tempospiel fand aber kaum statt.

In der 2. Halbzeit tat sich in den ersten 15 Minuten nicht viel. GWD war einfach zu unkonzentriert und nutzte viele Kieler Schwächen und unsere gute Abwehrarbeit vorne nicht aus. Klar, auch Omeyer erwischte wieder einen guten Tag, aber viele Anspiele an den Kreis auf Anders waren schlicht zu unsauber und so hatte unser Schwede am Kreis kaum Möglichkeiten, den Ball zu erreichen oder kontrolliert aufzunehmen und abzuschließen. In den letzten 15 Minuten der 2. Halbzeit konnte man gut erkennen, daß die Kondition immer mehr nachließ, durch das Auswärtsspiel wurde man ja auch nicht von den Tribünen gepusht und Svenn Erik verhinderte eine noch höhere Niederlage. So brachte unser Trainer mit Oevermann, Südmeier und Lommel den GWD-Nachwuchs. Gegen die Startruppe des THW konnten sie naturgemäß wenig ausrichten. Südmeier im Rückraum und Lommel auf links kamen nicht zu Torchancen, dafür Jannik auf rechts. Den ersten versenkte er gegen den französichen Nationaltorwart, beim zweiten Wurf wollte unser Jungspund Thierry etwas "veräppeln", was in die Hose ging. Aber war nicht weiter schlimm. So bekommt man Erfahrung auch in des Gegners Halle und Ulf klopfte den dreien auf die Schulter.

Jetzt 2,5 Wochen gutes Training und dann am 20. März in Balingen topfit aufen Punkt sein - und schon könnte die GWD-Welt wieder besser aussehen.

Die Rückfaht aus Kiel verlief auch glatt. Eine Pause bei Mc Donalds in Bispingen in der Nähe des "Snow Doms" versüßte einigen Mitfahrern die Fahrt, um ca. 01.15 Uhr waren wir wieder in Dankersen.

Frank Wentzlawsky

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27.02.10: Das war das Derby (Nachbetrachtung)

13 Niederlagen am Stück, seit ca. 5 Monaten kein Erfolgserlebnis mehr, langzeitverletzte Spieler wie Damian Wleklak und Evars Klesniks eben Georg Auerswald, Trainerwechsel und kein neuer Akteur, und nun kam der erstarkte und sportlich nicht gerade beliebte TuS zu uns in der Altkreis herüber. Einerseits sprach man natürlich vom eigenen Derby-Gesetz, andererseits reiste unser Kreis-Nachbar als klarer Favorit in die Kampa-Halle. Dementsprechend gespannt war man auf die Vorstellung unseres dünn besetzten Kaders gegen die mittlerweile Star-Truppe vom Wiehen, die mit dem Erreichen des Final Four auch breiten Schultern anreisen konnte.

Die Begrüßung war nicht nett für die Lübbecker Vorstädter (konnte man sich ja denken), die meisten ließen es aber bei einem Pfeifkonzert bewenden nach dem Motto von Jürgen Klopp: Auch wenn es keine Freunde sind, sollte man selbstverständlich den Gegner mit Respekt behandeln.

Nach dem ersten Tor für den TuS durch Arne und dem ersten Fehlwurf von Moritz dachten zumindest einige, daß das Spiel zugunsten des TuS schnell entschieden sein könnte und dementsprechend keine Derby-Stimmung mehr von den Rängen zu hören sein sollte. Doch GWD ließ den TuS nie davonziehen, ganz im Gegenteil, nach dem 4:3 übernahmen die Grün-Weißen das Heft in die Hand. Einziger kleiner Unsicherfaktor war vorne nur Barna Putics, der nach seiner Nicht-Nominierung in den Endkader für die EM den Rhythmus noch nicht geschafft hat und noch einiges Potenzial nach oben besitzt. In der Abwehr war unser Isi Ingimundur Ingimundarson der Herr in der Schlacht, auch wenn Nettelstedt noch in der Anfangsphase Katsigiannis recht leicht und sicher überwinden konnte. Vorne allerdings klappte bei uns einiges und gerade Joschi, Moritz und Apollo machten klar, was den Gästen heute blüht. Für GWD ging es allerdingsum viel mehr als um den Derbysieg, sondern um die letzte realistische Chance auf den Klssenerhalt. Und je länger die Partie dauerte, hängte GWD die Tussen ab. Einzig die Siebenmeter-Ausbeute durch Tluczynski war optimal, allerdings stand Aljoscha ihm keineswegs nach. Aus dem Feld heraus gezeigte Würfe der Gäste wurden allmählich in beeindruckender Manier von "Katze" entschärft. Zwar versuchte Oliver Tesch, Apollo mit einem rüden Foul ins Gesicht zu beeindrucken, aber auch das hielt GWD nicht auf. Hartmann/Schneider diskutierten wohl kurz auch über die Disqualifikation, ließen es aber bei einer einfachen Zeitstrafe bewenden. Durchaus Glück für Tesch. An der Seitenlinie indes pushten unser neuer Ulf und sein Co. "Franz" unsere Spieler wieder auf, machten auf Fehler aufmerksam (Rene z. B. überhastet bei einem Tempo-Attacke) und lobten die Spieler für reibungslose Aktionen. Nach einer einer kleinen Pause, die Nettelstedt konsequent vom 9:13 zum 13:13 nutzte, markierte ausgerechnet Barna die nächste Führung zum 14:13 und seit diesem Zeitpunkt kurz vor der Pause konnte der TuS nie weider zum Gleichstand kommen. In der vorletzten Sekunden verbuchte TW Nikolas einen Scorerpunkt und der wiedererstarkte Schmidt versenkte zum umjubelten 16:14. Was jetzt schon auffiel. Durch den neuen Trainer-Impusl waren alle Spieler hellwach und die Spielzüge klappten oft wie am Schnürchen. Durch unsere gefährlichen Rückraumschützen blieb der aufmerksame Anders am Kreis logischerweise ohne viele Anspiele.

"Katze" hatte schon in der Halbzeit gemerkt, daß heute was geht, und so war der 2. Durchgang ein eindrucksvolle Vorstellung von Moritz & Co. Die Anspiele und Würfe waren weiterhin zielorientiert und durchdacht, die Abwehr machte praktisch fast ganz zu und was durchkam, ja da stand Katsigiannis. Durch 2 Abspielfehler von Madsen und Just (Moritz hatte nicht aufgepaßt) kam Nettelstedt wieder in Sekundenbruchteile von 19:23 auf 21:23 heran, aber auch Madsen war trotz dieses Fauxpas genau wie die anderen beiden Spieler insgesamt nicht zu bremsen und versenkte vor den Augen seines begeisterten Vaters die Bälle. Mitte der 2. Halbzeit verletzte sich Schmidt bei einem normalen Zweikampf, aber die Bande verursachte dann doch Schmerzen an der Wade, und so stellte Schefvert nicht etwa Just auf Links, sondern Thorben Lommel feierte sein Bundesliga-Debüt. Seine Mutter, die auf der "richtigen" Seite saß, war stolz wie Bolle auf ihren Filius. Zurecht! Auch wenn Thorben kaum angespielt wurde, leidete nicht das GWD-Spiel darunter, nein, GWD sponn weiterhin die Fäden und zogen uneinholbar davon. Die Nettelstedter wurden im ruhiger, und in der Halle ging auf den Tribünen und Stehplätzen die Post ab. Aljoscha kam dann auch wieder, also seine Auswechslung und Behandlung war nicht weiter schlimm (Gott sein Dank). Schlimm war dann wieder eine Aktion eines Nettelstedters, der Rene Bach Madsen nach seinem Treffer zum 26:21 brutal von den Beinen holte. Auch hier hatten die Gäste Glück, daß es nur eine 2-Minuten-Strafe gab. Nicht nur, aber auch auf Arne hatten sich unsere Spieler hervorragend eingestellt und unser ex mußte auch eine unangenehme Erfahrung machen, als er von Ingimundur hart gestoppt wurde, auch hierfür gab es eine (berechtigte) Zeitstrafe. 

Den Tor-Schlußpunkt auf unserer Seite setzte Stephan Just. Nach dem 28:22 zog es ihn zum Block F, wo sein Vater saß. Er ballte und riß die Fäuste nach oben, doch von seinem Daddy kam eine Reaktion wie Sieben-Tage-Regenwetter. Ihn interessierte es überhaupt nicht, wie sein Sohn da unten herrlich herumfeixte. Was für ein Bild für die Götter, hier Stephan und etwas höher in Reihe 1 sein Vater!

Was auch auffiel: Die Spieler waren konditionell in einem sehr guten Zustand. Nun, ihr neuer "Schinder" hatte seinen großen Anteil daran. Ulf und Frank wollen nicht nur das Minimum aus den Spielern herausholen, sondern eben mehr. Das macht zur Zeit schon mal den Unterschied und das gibt Hoffnung, daß vielleicht doch noch der Klassenerhalt gepackt werden kann.

Frank Wentzlawsky

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08.02.10: GWD - Düsseldorf (Nachbetrachtung)

Der Bericht startet mit einer Aktion aus der letzten Woche, die im Alltag eines Bundesligisten keine Selbstverständlichkeit ist, oft aber hier als Selbstverständlichkeit gesehen wird, was aber andererseits auch die große Stärke bei GWD im Umfeld ist. Das familiäre und damit äußerst angenehme Verhältnis zwischen Spielern/Trainer und den Fans. Und so kamen auf Vorschlag von "Tiger" Gieseking am letzten Dienstag die beiden Gruppen beim Grünkohlessen des Fan-Clubs zusammen. Dieses Mal fast so wichtig wie nie, um nach einem schwierigen Dezember sozusagen "den Geist von der Königstr." zu entfachen und sich auf die Rückrunde einzustimmen. Richard und die Spieler (bis auf Bronze-Ingi waren alle da) waren sehr redselig und die Mannschaft gab sich nur entschlossen auf die ersten Aufgaben im Jahre 2010, sondern erfreulicherweise auch geschlossen.

Und so freuten sich nicht nur die Teilnehmer des gelungenen Abends auf das Spiel gegen Düsseldorf und den damit mit der Hoffnung auf den 2. Saisonsieg, sondern bis auf ein paar Düsseldorfer 3.500 frohgelaunte Fans und Zuschauer. Das es kein Kantersieg werden wird, sondern eine Zitterpartie werden könnte, war in der momentanen Lage bewußt. Doch Aussagen vor dem Spiel, daß die Mannschaft so hart trainierte wie selten zuvor, ließen uns optimistischer in die 60 Minuten vor uns liegende Zukunft blicken. Die 1. Halbzeit war geprägt von (natürlich mit Ausnahmen) körperlosen Spiel. Einige gute Aktionen im Angriff von Just, Putics und Henriksson verpufften durch eine allzu sorglose Abwehr mit einem nicht gerade glänzenden Medhus. Die Rheinländer spielten erfolgreich Harakiri bei Unterzahl, indem im Angriff ihre Torhüter herausnahmen, dann Hribar stürmten und so die numerische Unterlegenheit dadurch ausglichen. Auch dadurch wurde GWD mehrmals kalt erwischt. Alerdings kamen die Gäste auch immer wieder zu einfachen Toren, weil GWD mit seiner Abwehr immer wieder große Lücken offenbarte. Trotzdem kämpfte sich GWD mit einer schnellen Mitte zeitweise heran und gelang immerhin 3 Führungen zum 11:10, 12:11, 13:12. So konnte man zumindest vorne die wiederum kaum in Szene gesetzten Außen, die aber auch schwach wirkten (Ausnahme Apollo), zusätzlich fungierte Madsen in der 1. Halbzeit ein wenig wie ein Fremdkörper. Und so stand es wenige Sekunden vor der Halbzeit 15:17, Angriff GWD, aber man hatte nicht das Gefühl, daß sie es auf den Anschlußtreffer zum Pausenpfiff abgesehen hätten. Ein Hammer von Putics unter die Latte brachte dann doch mit der allerletzten Sekunde immerhin das 16:17. Ein TW-Wechsel (Katze für Medhus) zeigte noch keine Wirkung.

In der 2. Halbzeit ging das Katz (Düsseldorf)- und Maus (GWD)-Spiel weiter, Düsseldorf legte vor und wenn GWD die Chance mal wieder zum Ausgleich hatte, wollten sie das im Rekordtempo machen. Und das mehrmals gründlich in die Hose, denn Savonis und Puhle waren schon da, bevor der Ball kam. So wie sich Madsen in der 2. Halbzeit steigerte, baute Putics leider ab. Ihm gelang nichts mehr. Katze hatte seine stärkste Phase in der Mitte der 2. Halbzeit, als Düsseldorf davonzuziehen drohte, aber letztlich konnte er auch die Fehler im Angriffspiel, die nicht häufig waren, aber auch mitentscheidend, daß GWD nie mehr zum Ausgleich kam, nicht entschärfen, und so zog Düsseldorf wieder davon. Noch einmal kam GWD zum 25:26 und 26:27 heran, statt aber noch mehr Druck auf die Gäste aufzubauen und die Stimmung, die dann da war, mitzunehmen, wurde man mit brutaler Realität (technische Fehler) aus den Träumen des 2. Saisonsieges gerissen. Ob man nun mit 5 oder 7 Toren verloren hat, war letztlich egal, jedenfalls konnte die Mannschaft die Leistung als solches nicht in der Gesamtheit abrufen. In dem Falle war die Niederlage sogar heilsamer, als wenn man mit Glück mit einem Tor gewonnen hätte und dann zwar 2 Punkte gehabt hätte, aber viele Versäumnisse kaschiert worden wären.

Getrübbte, aber doch gefaßte Stimmung war dann danach im Fan-Treff zu entnehmen. Ausgerechnet Hegemann macht dann zwar uns Mut, aber wie er sagte, mit einem Sieg im Rücken kann man sowas einfacher ins Mikrofon sagen. Dann kamen unsere Spieler. Bei Ingimundur war die Freude über die Bronze-Medaille von Wien bestimmt schon wieder weit, weit weg. Er kann nun mal nicht alleine die Abwehr stemmen. Evars als verletzter Spieler hat Hoffnung, wieder gegen den HSV oder spätestens in Wetzlar wieder dabei zu sein, Putics wirkte eher gelangweilt. Vielleicht hatte es auch was mit seinem 1. Auftritt bei uns zu tun. Die Hauptverantwortung bei den Antworten übernahm (natürlich) Stephan Just. Zunächst wirkte er ratlos wie wir alle, wie man ihn aber noch nie in über 4 Jahren in Minden gesehen hat. Mit Durchhalteparolen anfangend redete er leise und mit Demut, aber auch bestimmt über die unbefriedigende Situation. Er werde sich in den nächsten Spielen die Einstellung und die Körpersprache seiner Kollegen ganz genau ansehen und gegebenenfalls dazwischenhauen, wenn er bemerkt, daß ein Spieler nicht mit dem Herzen dabei ist. Natürlich kam aus der Menge auch die Frage nach dem Verhältnis Mannschaft-Trainer, aber da hielt er sich verständlicherweise zurück, erzählte aber aus der Vergangenheit. Bevor er sich viel Zeit mit den Fans im Treff nahm, plauderte er aus dem Nähkästchen und sagre ganz klar, daß Arne Niemeyer nach seinem Scheitern in Hamburg nur nach Minden zurückgekehrt wäre, wenn ein neuer Trainer auf der Bank sitzt. Aus dem gleichen Grunde sind auch ein Buschmann und Simon zu anderen Vereinen gewechselt. Fairerweise muß man auch sagen, daß es Spieler gibt, die bei GWD geblieben sind, weil der Trainer weitergemacht hat nach der Vertragsverlängerung.

Wie auch immer: Ich bleibe (wie viele andere auch) GWD treu und verlasse meine Mannschaft bestimmt nicht. 

Frank Wentzlawsky

 

01.02.10: Wir waren in... Innsbruck

und zwar vom Montag, 18. bis Sonntag, 24.01. Am Montag am frühen morgen trafen sich die 11 Bahnfahrer auf dem Mindener Bahnhof und bibberten erstmal bei eisigen Temperaturen, weil zum einen das Innenleben des Gebäudes noch geschlossen war und der in Minden eingesetzte Zug sozusagen noch Winterschlaf hielt. Der Bericht bezieht sich weitestgehend auf die Erlebnisse dieser 11, weil 10 davon im selben Hotel wohnten und wir deshalb auch die meiste Zeit zusammen verbrachten.

Kurz vor Abfahrt des Zuges öffnete dann doch der Zeitungsladen, so daß man sich noch schnell mit regionaler und überregionaler Presse bewaffnete. Inzwischen war auch der Zug eintrittsbereit. Viel Auswahl hatte man zunächst nicht, es sei denn, man sitzt gerne im dunkeln. So war nur der letzte Wagen beleuchtet. Das nächste (kleine) Hindernis war, daß eben sich nicht alle Türen auch öffnen ließen. Beim 1. Umstieg in Hannover hatten wir offenbar Glück. Unser ICE nach München fuhr, der nächste wenige Minuten später Richtung Stuttgart fiel ersatzlos aus. In der bayerischen Hauptstadt hatten wir dann Zeit, Nahrung aufzunehmen und weiter ging es im Regionalzug nach Innsbruck, vorbei am Starnberger See, am Staffelsee, an der Skisprungschanze in Garmisch-Partenkirchen, durch die bayerischen Alpen hinein nach Tirol durch Seefeld zum Zielbahnhof, wo wir superpünktlich ankamen.

Zu Innsbruck selber an dieser Stelle schon mal folgendes: Die Stadt ist sehr sauber, man findet keine Schmierereien oder Aufkleber an irgendwelchen Häuserwänden. Ein Besuch lohnt sich dort auf jeden Fall, auch ohne Handball für ein paar Tage und auch, wenn man mehr das Meer bzw. das Wasser lieben sollte. Es gibt viel zu sehen, kleine Gassen, wo noch Ursprungsbetriebe das Sagen haben, in den Hauptverkehrszonen sieht man auch in der Tiroler Landeshauptstadt ganz viele Geschäfte großer Ketten. Sensationell gut für eine 130.000-Einwohner-Stadt war auf jeden Fall der öffentliche Nahverkehr. Man braucht nicht lange zu warten, der nächste Bus oder die nächste Straßenbahn einer entsprechenden Linie ist schon da. Als wir ankamen, konnten wir direkt vom Hbf bis zu unserem Hotel im Ortsteil Hötting durchfahren. Und man staunte nicht schlecht, als der Bus nicht gerade langsam eine mehr als enge Gasse hinaufschoß. Trotzdem war das Hotel nicht weit vom Zentrum (Altstadt) entfernt und vor dem Hotel konnte man schön die Bergisel-Schanze sehen. Aus meinem Hotelzimmer hatte man einen grandiosen Blick auf das Karwendelgebirge mit 2 Hütten ganz oben, was auch noch unser Ziel dieser Tage werden sollte. Am Abend traf man sich jedoch erst an der Hauptattraktion der Stadt, dem "Goldenen Dachl". Daneben lag gleich ein Restaurant mit dem gleichen Namen, und für uns alle gab es tatsächlich zusammen Platz. Dank netter Gäste, die an einen kleineren Tisch umzogen und einem Kellner, der gleich alles umräumte. Bei österreichischen Spezialitäten wurde auf diese Fahrt angestoßen. Und da es uns gut gefiel, machten wir dann auch gleich eine Reservierung für den Abschluß am Samstag abend perfekt.

Am Dienstag einigte man sich darauf, daß gute Wetter auszunutzen und die Skisprungschanze aufzusuchen. Anders als in Garmisch kann aber nicht direkt mit Bus oder Bahn an die Schanze heranfahren. Es ging noch den Berg hoch, und so mußten der ein oder andere wieder umkehren wegen Knieproblemen, verständlicherweise. Oben angekommen, gab es die Nachricht, daß der Lift zum oberen Teil der Schanze nicht funktioniere und die Treppe daneben wegen Eisglätte gesperrt war. Und so fuhr uns eben ersatzweise ein Bulli hoch. Die Ankunft oben war sicher nichts für schwache Nerven, denn die letzten Meter war eng und ohne jegliche Schutzzäune. Beim Anblick des Schanzenturms, der Anfahrt für die Springer und dem Schanzentisch fragt man sich immer wieder, wie sowas überhaupt geht, daß das jemand freiwillig macht. Die Besonderheit in Innsbruck dazu als Schmankerl: Der Blick von der Schanze auf den städtischen Friedhof. Auf den Weg ganz nach oben gab es dann fast die freie Fahrstuhl-Auswahl. Ein Lift führte auf die Terrasse u. a. mit Blick auf die Springerluken (bzw. Balken) sowie zur Restauration in luftiger Höhe. Der 2. Lift war ausschließlich für Skispringer. Einige von uns fühlten uns einfach so, immerhin ging die Tür auf, aber der Fahrstuhl setzte sich dann doch nicht in Bewegung. Im Restaurant wurde sich etwas gestärkt (was sich noch als wichtig herausstellen sollte) und dann ging es so langsam Richtung Innenstadt zurück und wenig später erstmals zur Olympiahalle. Der Bus war dementsprechend pickepack voll. Um 18.30 Uhr war das 1. Spiel (D-Polen), eine Stunde vorher waren wir bei unserem entsprechenden Eingang. Und damit waren wir noch lange nicht drin. Zunächst gab es eine Kontrolle, die durchschnittlich Zeit verbrauchte, wo aber nicht konsequent durchsucht wurde. Treppe hoch und zu Tür und dann drinne - aber Denken ist Glücksache. Oben waren noch die Türen versperrt, und wenig später öffnete sich - eine einzige Tür, ein einziger Durchgang. So was unprofessionelles hat man bei einer internationalen Veranstaltung dieses Kalibers wohl noch nie gesehen. Und so wurde das Warten zum Desaster, zumal die Drehkreuze auch nicht gingen und dann nochmal ein zusätzlicher "Scanner-Mensch" mit seinem Gerät kämpfte. Kaum eine Eintrittskarte schlug an, letztlich wurde jeder dann so reingelassen. Daß dann im Laufe der Warterei noch 2 Eingänge plötzlich geöffnet wurden (mit dem gleichen Procedere), machte diese Schmacht nicht mehr wett. Das Debakel nahm im weiteren Verlauf des 1. Spieltages seine Fortsetzung, weil nach dem 1. Spiel bereits das Bier alle war und somit auch alle Radler(Alster)-Fans auch nicht auf ihre Kosten kamen. Und auch die Frankfurter Würstchen hielten den Abend nicht durch - ausverkauft. Peinlich, Peinlich!

Am Abend wurde dann gleich eine SMS an Hotti geschrieben - sozusagen eine Protest-SMS. Je mehr Beschwerden kommen an entsprechende Leute, die ggf. Einfluß darauf haben, umso größer die Hoffnung, das sich was bessert.

Zum Sportlichen: Das Deutschland-Spiel hat ja nicht gerade zur guten Stimmung beigetragen, die wir außerhalb des Handballs auf jeden Fall hatten. Das Spiel stand auf keinem hohen Niveau (halt Auftaktspiel), ich denke, die meisten haben es gesehen und der ausschlaggebende Punkt war wohl die exzellente Leistung von Szmal in des Gegners Gehäuse. Danach suchten die Schweden und die Slowenen ihr Glück. Während die Skandinavier auch nicht super spielten, aber die Slowenen eher wie eine Nonsensgruppe wirkten, deutete alles auf einen klaren Sieg der Schweden hin. Da es ja kein Bier gab, ging man zurück auf die Tribüne. Die Schweden wollten ohne jede Anstrengung durchkommen, daß war selbst den Slowenen zu blöd und um die Skandinavier wars geschehen. Und nun kam Noka, der sein Team glänzend taktisch einstellte und so guckten Staffan Olsson und Ola Lindgren so ziemlich blöd aus der Wäsche - die Quittung war eine 25:27-Niederlage. Am Abend suchten wir noch eine nette, lockere Location - der Volltreffer hieß "Elferhaus" in der Altstadt. Hier wurden dann täglich bis Freitag der Abschluß gemacht - und zwar immer fast bis zur Schließung um 02.00 Uhr.

Mittwoch: Und wieder strahlte die Sonne um die Wette mit den Berggipfeln. Also hieß es heute: Hoch hinaus in das Karwendelgebirge. Vom Kongreßhaus fährt alle 15 Minuten eine Schienenbahn führerlos auf die Hungerburg (860 m), und zwar einspurig weitestgehend. Im 2. Tunnel von unten ist es mal kurz zweispurig - Gelegenheit, daß sich die beiden führerlos bewegenden Züge treffen und ausweichen können - alles vollautomatisch also. Dann ging es mit einer Seilschwebebahn auf die Station Seegrube (1.900 m) und nochmal weiter zum Hafelnekar auf 2.356 m. Und wer das noch nicht gesehen hat, ist durchaus beeindruckt, wenn man die ganzen Skifahrer und Snowboarder bei ihrem Spaß zusieht. Bis zu 70 % Gefälle und Buckel dürfen gerade für die Snowboarder nicht fehlen. Als "Flachland-Tiroler" mußman dann auch schon mal aufpassen, daß man nicht plötzlich auf den Skiern anderer Leute steht, die nicht unbedingt abbremsen und sozusagen bis zur Tür der Station duerchbrausen.

An der Olympiahalle dann wieder angekommen, hat es beim reinkommen etwas besser geklappt. Wir waren aus Erfahrung früher da, endlich war bei der 1. Kontrolle sowas wie ein Konzept zu sehen, die Tür oben allerdings war schon wieder zu, aber immerhin machten dann kurze Zeit später wenigstens alle 3 Einlässe gleichzeitig auf. Unsere Darbietungen gegen Slowenien waren teilweise nicht mitanzusehen. Spieler wie Haaß und Theuerkauf retteten neben den Torleuten unsere Ehre. Aber eine Michael Kraus muß sich dann ja das Gegenteil anhören. Wie sagte Stefan Kretzschmar: "Ein Michael Kraus hat noch nicht die Sportart Handball begriffen". Ein vernichterendes Urteil über einen Kapitän einer Nationalmannschaft gibt es wohl nicht.  Die Polen brauchten auch gegen Schweden nicht alles zu geben. Lustlose Schweden wiederum - und was durchkam, hielt natürlich Szmal. Im "Elferhaus" war am Mittwoch abend dann auch der oben angesprochen Stefan K.

Der Donnerstag war ja spielfrei. Wir entschieden uns, mit unserer Innsbruck-Card die Straßenbahn ins Stubaital zu nehmen. Eine wunderschöne Strecke, die Bahn schlängelt sich in die umliegenden Bergdörfer nach oben, über Natters und Mutters nach Fulpmes. Wir haben uns entschieden, in Mutters auszusteigen, haben dann einen Gasthof angesteuert, dort Rast macht im typischen Ambiente, um dann möglichst weit wieder zurückzugehen. Inzwischen schneite es sehr, sozusagen ein Winterwunderland. An verschiedenen Stationen wurde wieder eingestiegen. An einen kompletten Rückweg nach Innsbruck war nicht zu denken, da manche Wege einfach bei eisigen Bodenbedingungen und der Steilheit der Wege nicht zu passieren gewesen wären - zumindest nicht für uns. Abends traf man sich im "Wienerwald" (da waren wir mit 15 Leuten auch mal fast alle zusammen) und später im "Elferhaus" gab es das nächste bekannte Gesicht aus der Handball-Szene zu sehen. Kein geringerer als Magnus Wislander, der bis 2002 beim THW Kiel spielte. Zu der Affäre wollte nichts sagen - verständlicherweise. Aber zu seinen Schweden. Da sie ja 2011 die WM austragen, ist es nur ein Zwischenjahr für sie in Innsbruck und außerdem gibt es nach seinen Worten wohl Vereinbarungen zwischen dem Nationalteam und Vereinsmannschaften, Spieler für die Bundesliga zu schonen. Und man dachte schon als naiver Handball-Fan, warum Marcus Ahlm gegen Slowenien keine 5 Minuten und gegen Polen überhaupt nicht auf der Bank saß. Seine Prognose für das entscheidende Spiel um den Einzug in die Hauptrunde: Deutschland. Er hofft zwar auf Schweden, glaubt es aber nicht.

Was sich ja am Freitag bewahrheiten sollte. Vorher aber machten wir auf Kultur und gingen in die Hofburg, wo auch gerade eine interessante Ausstellung über die unheimliche Bergwelt zu sehen war, und hier ist vor allen Dingen des Extrem-Bergklettern gemeint. Zu den Spielen am Freitag hatten wir Stehplätze, und da die Halle ausverkauft war, mußte man früh da sein. Und plötzlich klappte alles am Schnürchen. Einlaßkontrolle = rucki-zucki, ein Bierstand mehr, die Garderobe war pünktlich geöffnet (das war an den Tagen zuvor auch ganz anders). Und immerhin sahen wir dann doch "den" deutschen Sieg dieser EM und wie Slowenien wie schon gegen Deutschland auch gegen Polen einen klaren Vorsprung nicht ins Ziel retten konnten.

Damit war für die Handball-EM beendet, aber eine andere EM erwartete uns noch am Samstag. Die Bob-WM und gleichzeitig auch ein Weltcup. Der Eintritt war frei, der Bus fuhr durch von unserem Hotel direkt zur Olympia-Bob- und Rodelbahn nach Innsbruck-Igls. Hier geht es noch richtig familiär zu. Plötzlich stand man nämlich da, wo die Bobs ankamen, also direkt im Zielbereich. Bei anderen Veranstaltungen würden wahrscheinlich Elite-Einheiten sich auf uns stürzen, hier wies man man uns in aller Freundlichkeit daraufhin, diesen Bereich wieder zu verlassen, der zu diesem Zeitpunkt nicht abgesperrt war. Wir haben uns für den Kreisel entschieden, da man dort das meiste sehen konnte. Und trotzdem: So schnell, wie sie da waren, waren sie auch wieder weg. Und man muß Geduld haben; Ein Bob kommt so ungefähr alle 2-3 Minuten. Die Siegerehrung haben wir dann noch mitgenommen. Genauer gesagt 3. Und man hat es sich schön zurechtgeschustert: Sowohl die EM, als auch der Weltcup-Lauf und die Weltcup-Gesamtwertung, die Flaggen konnten gleich am Mast in der Reihenfolge hängenbleiben: 1. ein schweizer Bob 2. ein deutscher Bob 3. ein schweizer Bob. Süß war auch, daß die Fahnen mittels Kurbel in die Höhe gezogen wurden und nicht vollelektronisch. Also so richtig ursprünglich. Auch in der Olympiahalle bei den Handballspielen flogen die T-Shirts nicht mit einer Art Pistole in die Tribünen geschossen, sondern mit einer Art Gummiband, wo eine feste Fläche integriert war und wo man das Objekt der Begierde drauflegte und ins Publikum pfefferte.

Bevor es am Samstag zur Bobbahn ging, wurde in der Stadt unten noch für sich als Erinnerung oder für seine Lieben zu Hause eingekauft, verschiedene Spezialitäten aus den verschiedensten Bereichen.

Am Sonntag morgen hatten wir den Frühstücksraum für uns alleine - durch die Abfahrt um 07.36 Uhr bekamen wir um 06.30 Uhr das Frühstück. Um um kurz nach halb acht noch ein letzter Blick aus dem Zug auf die Hütten der Seegrube und des Hafelnekar - und wenig später war Innsbruck Vergangenheit. Wir waren eine tolle Truppe, die immer stets zusammengehalten hat, es gab keinerlei Lagerkoller oder sowas und wir waren uns immer einig, was wir machen wollten.

Frank Wentzlawsky

27.12.09: Wir waren in... Magdeburg

So, nun haben wir es geschafft. Statt grünem Blut haben wir die rote Laterne inne. Und bei vielen Fans, die im Fan-Bus saßen, das verhehle ich nicht, ist eine extrem negative Stimmung nach dem Spiel gewesen, die sich aber nicht in Aggressivität äußerte, sondern in tiefer Enttäuschung, ja fast schon Resignation. Soweit will ich aber noch nicht gehen, weil die beiden letzten Spiele dafür nicht verantwortlich waren, sondern Begegnungen wie gegen Lemgo und Dormagen zuhause und Burgdorf-H. auswärts. In einem Spiel in der Bördelandhalle war nicht zu erwarten, daß man handballerische Leckerbissen serviert bekommen, umso ärgerliche war die hauchdünne Niederlage gegen schwache Hausherren, was nachher zahlreiche SCM-Fans einräumten. Sie waren froh, daß ihr Team nicht an einer Heim-Niederlage vorbeischrammte. Wir indes stehen wieder mal mit leeren Händen da. Nach einer erfolglosen Anfangsphase mit 4:2 und 5:4-Führungen für GWD kam Magdeburg durch einfache Tore und einem besseren Eijlers im Tor zur 8:5 und 10:6-Führung. Doch GWD hielt immerhin dagegen und kam in einer Überzahl-Situation (Strafe gegen einen Magdeburger Spieler wegen Beschimpfung von Offiziellen, in diesem Fall die Schiedsrichter) auf 10:11 zur Halbzeit wieder ran. Not gegen Elend lautete denn das Halbzeit-Fazit vieler Fans beider Gruppen, wobei unser GWD zusätzlich von den beiden befreundeten Dessauern Maik und Jan mit angefeuert wurden. Eine nette Geste der beiden.

In der 2. Halbzeit verschliefen wir erneut nach dem 11:11-Ausgleich einige Minuten und rannte kurze Zeit später wieder unnötigerweise 4 Tore hinterher. Es gab eine Phase, wo jeder Angriff auf beiden Seiten erfolgreich abgeschlossen wurde, so daß der SCM immer mit 2 oder 3 Toren in Führung blieb. Man merkte allerdings, daß die Gastgeber keinesfalls sicher agierten und GWD dies teilweise auch ausnutzte, aber eben nicht immer konsequent. So rannte Klesniks völlig unnötig in ein Stürmerfoul herein und schwups war der Angriff weg. Viele Mitfahrer von uns bemängelten zudem, warum Helmdach und in der 2. Halbzeit auch Madsen nicht mehr im Angriff spielten. Madsen war im 1. Durchgang auf jeden Fall wieder eine Bereicherung, er durfte wie Janis nur hinten agieren. Und dennoch hatten wir 40 Sekunden vor Schluß Ballbesitz und lange Zeit den Ball (incl. einer gut genommenen Auszeit von Richard), aber der Angriff wurde dermaßen leichtsinnig verschenkt. Zunächst übersah Moritz den völlig frei stehenden Gylfi und dann (sogar in Überzahl) fiel GWD in den letzten Sekunden herzlich wenig ein, um die Abwehr des SCM auszuhebeln. In der letzten Sekunde mußte dann Just eben werfen, aus der Mittelposition, aber sein Wurf verpuffte und war eine sichere Beute der Magdeburger Abwehr. Der Jubel bei den Ostdeutschen kannte natürlich keine Grenzen mehr, bei uns herrschte Fassungslosigkeit auch über so manch eigenartige Personalentscheidung des Trainers (siehe oben). 

Man sollte jetzt eben noch mal das Glück in Berlin versuchen und natürlich sind wir noch lange nicht weg vom Fenster, aber eines ist jetzt schon klar: Das Spiel gegen Düsseldorf nach der Pause am 07. Februar droht zum Schlüsselspiel über den weiteren Saisonverlauf zu werden. Von der Qualität des Kaders mache ich mir keine Gedanken, aber ist die mentale Stärke vorhanden. Man kann es schon heute nur hoffen...

Am Rande: Die Fahrt wurde unterstützt von der Fa. Hillenkötter aus Minden-Leteln, den Christstollen sponserte Karl-Heinz Klöpper, dafür vielen Dank.

Seit 1997 nun steht schon die Bördelandhalle, aber die Parkplatzsituation für Busse ist immer noch eine einzige Katastrophe. Es gibt außer für die offiziellen Busse nichts spezielles und die Ordner haben auch keine Orientierung, jeder schickt einen woanders hin. Das Ende vom Lied war, daß unser Busfahrer Rainer den Bus in einen kleinen Seitenweg befuhr, wo eigentlich keiner auf die Idee kommen kann, dorthin einen Bus zu steuern und es hätte nicht viel gefehlt, man wäre in einer Matsche steckengeblieben. Immerhin behielt er da die Nerven.

Und zum Thema Lemgo-Bericht: Es ist erstaunlich, welche Details man erfährt, wenn man recherchieren will, wer dem Trainer irgendwelche Infos gibt (siehe Bericht vom 24.12.). Jeder schiebt die Verantwortung weg und so hat auch Hotti den Bericht nicht gelesen, sondern nur durch andere Personen (in dem Fall war es ein inhabergeführtes Unternehmen) daraufhin aufmerksam gemacht worden.

Und noch was erstaunliches, was zum Göppingen-Spiel gehört: Die Spieler haben eine andere Argumentation als unser Betreuer, warum sie nicht zu den Interviews in den Fan-Treff gekommen sind, und die hat mit der Erklärung meines Verbindungsmannes Tobby nichts zu tun.

Wie auch immer: Von meiner Seite aus ist alles mit den Verantwortlichen geregelt, so daß diese Sache komplett aus der Welt geschaffen ist und wir alle für die Zukunft an einem Strang ziehen können. Ich von meiner Seite werde jedenfalls nicht nachtragend sein, aber einiges konnte man wieder lernen aus den Vorgängen.

Frank Wentzlawsky

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24.12.09: Eigentlich...

...wollte ich auch heute am heiligen Abend etwas über und rund um das Spiel schreiben, meine Gedanken eben, immer mit Stimmungen aus dem Umfeld in Halle und Fan-Treff versehen. Heute muß ich allerdings meine Strategie ändern und die "beleidigte Leberwurst" spielen.

Es geht immer noch über meinen Text hier weiter unten auf der Homepage nach dem Spiel gegen Lemgo. Diese Zeilen haben im Forum einige Wellen geschlagen und offenbar auch im Verein selber. Leider habe ich in diesen 12 Tagen vom 11.-23.12. nichts vom Verein gehört (wie sich mich kontaktieren, dürfte bekannt sein) und mußte gestern über dritte Personen hören, daß Hotti verärgert über mich ist. Den Text müssen angeblich auch Sponsoren gelesen haben und so mußte er angeblich Sponsoren irgendwie ruhig stellen. Wie gesagt, das sind alles Infos, die ich nicht direkt bekommen habe. Desweiteren hat Hotti diesen Bericht in mündlicher Form an unseren Trainer Richard Ratka weitergegeben, wie ich von Richard gestern persönlich erfahren habe. Und zwar u. a. mit der Bemerkung, daß ich die Trainerentlassung gefordert habe. Und damit wurden unbewußt oder bewußt (ist mir aber auch egal) ganz gezielt falsche Informationen an den Trainer weitergegeben. Ich habe mich lediglich auf Zitate im "MT" bezogen und darauf hin in Erwägung gezogen, daß er ja selber zurücktreten müßte, wenn er kein Weiterkommen im Fortschritt mit der Mannschaft sieht. Das ist für mich ein riesengroßer Unterschied. Im übrigen habe ich im Forum auch erklärt, wie ich das meine, u. a. mit den Worten, daß ich der letzte bin, dem ich Richard so was wünsche (auf Bezug Entlassung) und daß ich hoffe, daß er die Kurve mit dem Team hinkriegt. Diese Zeilen müssen leider unterschlagen worden sein, denn sonst hätte es wohl kaum solche Reaktionen gegeben. Überrascht war ich auch, als ich hörte, daß Richard "perplex" war, als ich ihm (und seiner Frau) vor dem Spiel mit Handschlag begrüßte. Hallo, wo leben wir denn? Nach diesen Worten, die ich geschrieben habe, kann ich dem Trainer doch noch in die Augen schauen. Aber keine Angst: Nach dem Spiel um Mitternacht herum habe ich Richard schon in einem 6-Augen-Gespräch (zusammen mit Petra) meinen Standpunkt dieses Berichts dargestellt und ihm auch gesagt, daß ich mich gefreut hätte, er hätte ihn selber gelesen plus Ausführungen dazu im Forum.

Und nun zum Punkt, warum die Spieler nicht da waren. Das hat auch was mit dieser Geschichte zu tun. Das nimmt Tobi auf seine Kappe (soll ich ausdrücklich so sagen, habe ich gestern auch gemacht). Er hat den Spielern es freigestellt, d. h. bei Barna soll es so gewesen sein, daß er davon nichts wußte. Nur soviel dazu: Es geht bei den Interviews nicht um mich oder Olaf (als Moderatoren), sondern um die vielen Leute, die auch gestern wieder gewartet haben. Sie waren total enttäuscht.

Zum Schluß möchte ich noch 2 Sachen loswerden:

1. In meiner arroganten oder bescheidenen Art (kann sich jeder selber aussuchen) möchte ich doch sagen, daß durch diesen Bericht vom OWL-Derby ich auch ein bißchen dazu beigetragen habe, etwas den Verein wachzurütteln.

2. Ich habe in den letzten Tagen deswegen viel Lob und auch einige Kritik von den GWD-Fans zu hören bekommen, was ja nichts ungewöhnliches war. Ich möchte micht aber ganz herzlich bei denen bedanken, die mir gestern den Rücken gestärkt haben in den Positionen. So ganz allein bin ich nicht.

So, und jetzt gehts nach Magdeburg und da wird GWD wieder unterstützt!!!

Frank Wentzlawsky

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19.12.09: Wir warenin... Flensburg

Nachdem es in den letzten Tagen aus zumeist Krankheitsgründen noch einige Absagen gab, fanden sich dennoch ca. 20 Leute beim Helmut-Meisolle-Jugendheim ein, um die Fahrt zur Campushalle Flensburg mitzumachen. Wie immer war alles gut organisiert. Wir hatten für diese Fahrt einen Sponsor, und zwar EUROPAL und sagen damit Fan-Club-Mitglied und Firmenchef Georg Dembski vielen, vielen Dank. Zudem hat Taxi-Wiese den Kaffee und Kuchen finanziert. Und es wurde natürlich viel der Verkehrsfunk gehört. Was ist so los auf den Autobahnen, die wir befahren müssen bzw. ausweichen müssen. Nun, bis Schwarmstedt ging es die Strecke über Leese, Landesbergen, Husum, Steimbke und Buchholz/Aller auf die A 7. Ein Stau kurz vor Hamburg hatte sich zwischenzeitlich auch aufgelöst, soß daß wir mal wieder die 1. Rastanlage hinter dem Elbtunnel nutzten, um eine größere Pause einzulegen und die obligatorische Erbsensuppe zu uns nahmen, die diesmal einigen mit zu viel Salz gewürzt war. Im Bus selber diskutirten wir natürlich die aktuelle GWD-Situation und hier nahm das Interview mit Richard Ratka vom Freitag im MT einen großen Rahmen ein. Die Meinungen darüber gingen weit auseinander, wie es in der Demokratie ja nun mal nicht unüblich ist. Das Spektrum ging von "da kann ja der Trainer nichts zu, wenn die Spieler nicht treffen" bis "er kritisiert alles außer sich selber". Eins war klar: Nach diesen Worten in unserer heimischen Zeitung erwarteten wir nicht gerade einen Sieg in Flensburg (irgendwie hoffen tut man ja immer, aber realistisch war es kaum), aber eine andere Mannschaftsleistung als gegen Lemgo letzte Woche. Gegen 16.10 Uhr kamen wir an dem Spielort an und konnten auch gleich wieder drehen. Im Gegensatz zum letzten Jahr mußten wir den Busparkplatz nehmen, der relativ weit weg war von der Halle. Einige gingen schon zu dieser, andere "futterten" noch den Kuchen. Wie umprofessionell es noch beim Handball zugeht, mußte man spüren, als es in der winterlichen Landschaft mehrere Minuten zur Halle ging. Immerhin war es ja nicht unsere Schuld, daß es geschneit hat. Wege waren auf jeden Fall nicht freigeräumt und so stapfte man durch den Schnee. Gott sei Dank ist nichts passiert. Aber man fragt sich schon, wer dafür aufkommt, wenn jemand durch diese Bedingungen zu Fall kommt und nichts ist vorbereitet!

Zur 1. Halbzeit: Eine insgesamt recht ausgeglichene Partie, und unsere Mannschaft spielte in dem Zeitraum am stärksten, wo sie von den beiden Berliner Referees Blümel/Loppaschewski nicht gerade bevorteilt wurden. Natürlich will ich nicht alle Entscheidungen in Frage stellen und bei unseren zunächst gut durchdachten Spielzügen gab es auch keinen Grund für Verwarnungen oder Strafwürfe, aber auf der Gegenseite bekamen wir in den ersten 10 Minuten bei jedem Angriff entweder eine gelbe Karte, eine Zwei-Minuten-Strafe und einen Siebenmeter gegen uns, oder auch in Kombination zueinander. Hätten die beiden Unparteiischen so konsequent über 60 Minuten durchgepfiffen, hätte das Spiel in der 2. Halbzeit mangels noch spielberechtigter Akteure abgebrochen werden müssen.

Klar war, daß die Gastgeber-Mannschaft mit Mogensen, Carlen und Knudsen im Rückraum und Kreis agiler wirkte und so mehr Überraschungsmomente hatte. Dazu entschärfte "Katze" einige schwierige Bälle, u. a. einen Siebenmeter und ein zweiter ging nach einem Heber an die Latte. Wir hatten vorne auch das ein oder andere zu bieten. Das Spiel war zu diesem Zeitpunkt durchaus variabel und so stach auch kein Spieler allein heraus, es war eine ordentliche Mannschaftleistung. Gut, einige Bälle wurden auch leichtsinnig verworfen, da hatte SG-Keeper Sjöstrand recht leichtes Spiel. Wichtig war, daß Putics eben kein Alleinunterhalter war (evtl. hatte sich da Flensburg drauf eingestellt), auch Schäps, Madsen (beide ja noch eingeschränkt), Gylfason und Just (ab Minute 18 nach seiner Einwechslung) hatten ihre Anteile am aus unserer Sicht respektablen 11:15-Halbzeitstand. Eins ist aber wieder aufgefallen: Bei der Auszeit von GWD in diesem ersten Durchgang hörten (wieder) nicht alle Spieler ihrem Trainer zu und guckten teilweise ins Publikum (vielleicht suchten sie dort Bekannte).

Doch nach 30 Minuten war dann wieder alles vergessen. Das harte Trainingnach dem OWL-Derby, was ja Richard im Interview so in den Vordergrund stellte, war entweder zu hart oder war gar nicht so intensiv. Oder aber Richard muß sich die Frage stellen, ob seine Mannen ganz bewußt das Gegenteil tun, was er im Training seinen Leuten "runterbetet", ob nun taktische Anweisungen oder geübte Spielzüge. Die Angriffe wurden dermaßen lustlos vorgetragen, daß die SG immer wieder sich den Ball angeln konnte und die Konter meistens abschloß, teilweise mit Trickwürfen, die unsere Torsteher Nikolas und Svenn Erik später lächerlich aussehen lassen sollten. Kam ein Ball mal über die Abwehr, fehlte jeglicher Zug zum Tor und es war eine leichte Beute für Sjöstrand. War denn mal Gylfi in Position gebracht worden, wählte er bis auf den letzten Wurf die lange Ecke, ein gefundenes Fressen für den Flensburger Keeper oder der Ball ging vorbei am Tor.

Man kann Richard nicht vorwerfen, er hätte alles versucht. Er nahm Madsen in die Mitte, er nahm Just an den Kreis oder auß Außen. Was er auch umstellte, nichts klappte. Viele unserer Bus-Fans hätten sich auch den Einsatz von Helmdach gewünscht, der Wechsel blieb aber aus. Immerhin versuchte Just noch zu retten, was zu retten war. Aber er allein war natürlich überfordert. In der Schlußphase (also die letzten 10 Minuten) kam es dann aus unserer Sicht wenigstens zur Ingimundarson-Show. Er versenkte ein Ball nach dem anderen, wenn auch 2 oder 3 bei einer fast zweiminütigen doppelten Überzahl. Aber diese Würfe waren immerhin plaziert. Diese Überzahl haben wir aber nur mit 3:2 gewonnen, weil sich unsere Abwehr 2x düpieren ließ mit 2 Mann mehr auf dem Feld.

Man hat stark den Eindruck, daß sich GWD voll und ganz schon vom Jahr 2009 verabschiedet hat. Man holt ja doch keine Punkte mehr, so scheint das Motto zu sein. Die einzelnen Spieler können ja nicht in den letzten Wochen das 1x1 des Handballs nicht verlernt haben. Andere Mannschaften schaffen es, eine biedere Truppe wie Lemgo (die vor allen Dingen gegen obere Mannschaften ihre Leistung abruft) in die Knie zu zwingen, wie Hannover gestern oder Wetzlar und sogar Zweitligist Schwartau im Pokal, wir ergeben uns praktisch kampflos.

Sich nur auf die Rückrunde zu konzentrieren, ist ein gefährliches Spiel und ein Nervenspiel dann sowieso. Man sollte die Spiele nicht schon vorher verschenken gegen den SCM, gegen die Füchse und auch nicht gegen Frisch Auf am Mittwoch!

Frank Wentzlawsky

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12.12.09: Das OWL-Derby in der Nachbetrachtung

Nach den knappen Niederlagen in Gummersbach und Hannover und den recht guten Erfahrungen mit dem Gast aus dem Lipperland (2 Siege aus den letzten 3 Heimspielen) keimte im Vorfeld durchaus Hoffnung auf, um vielleicht wieder eine Überraschung gegen Lemgo zu schaffen. Neben dem WDR kamen an diesem Freitagabend gute 3.500 Zuschauer in die Kampa-Halle, natürlich mit der Unterstützung von Schul- Sportverein-Aktionen, aber das macht heute praktisch jeder Handball-Bundesligist. Was dann diese Zuschauer und Fans zu sehen bekamen von GWD, war eine konzeptlose, willenlose Leistung (immer als Mannschaft gesehen, auch wenn einige mit ihren teilweise Beschwerden alles gegeben haben). So erlebt unser Minden, wie sich die Stadtverwaltung (beim Bau des ZOB und anderer Dinge) und GWD (im BL-Bereich) bemühen, die Nr. 1 zu sein, wie man sich auf die Knochen blamiert, zumindest dann, wenn so manche Zitate, die im "MT" standen, gefallen sind. Am Freitag mußte/konnte man folgenden Brüller lesen: "Natürlich sind uns die Lemgoer individuell und handballerisch überlegen. Aber uns Team hat signasiliert, alles geben zu wollen ..." Hierbei handelt es sich nicht etwa um eine Aussage eines I-Dötzchens, sondern eines Bundesliga-Trainers! Vielleicht sollte ich auch in der Firma morgens anrufen und mitteilen, daß ich wohl zur Arbeit kommen werde. Ich bin sicher, ein verständnisloses Kopfschütteln wäre noch die harmloseste Reaktion.

Andererseits: Auf dem Spielfeld war davon wenig zu sehen. Natürlich muß man Madsen und Schäpsmeier in Schutz nehmen, als sie mi den anderen das Spiel starteten. Da aber GWD nach dem Dormagen-Heimspiel weitestgehend das Außenspiel eingestellt hat und Klesniks weiterhin Angst beim Werfen hat, war neben der One-Man-Show von Putics Just unser einzigster Werfer. Deswegen auch kein Vorwurf an ihn, weil er sich aus den oben genannten Gründen ungünstige Würfe nehmen mußte und damit war Carsten Lichtlein eigentlich nie richtig gefordert. Da bei Lemgo außer bei Kraus und Hermann auch nicht viel lief, blieben wir bis wenige Sekunden vor dem Ende der 1. HZ beim 11:13 dran. In der Schlußphase der ersten 30 Minuten brachte Richard dann den an der Schulter verletzten Damian Wleklak. Nun, im Konterspiel konnte man sehen, daß er nicht normal werfen kann und so erreichte ein Paß auf rechts nicht etwa unseren und seinen Mitspieler, sondern der Ball flog irgendwo weit in Block C in die Zuschauer.

Und doch hatte man in den ersten Sekunden von Durchgang 2 noch leichte Hoffnung auf eine Wende. Doch was GWD mit dem Ball auch anstellte, es war grausam. Die Abwehr war weiterhin viel zu weit weg von Mimi Kraus und Rolf Hermann. Und so nahm Richard logischerweise eine Auszeit. Es gibt Trainer wie Dr. Rolf Brack, die geben neue taktische Varianten und Spielkonzepte aus (siehe DSF), während bei uns häufig ein "weiter so" oder so ähnlich zu hören ist. Und bei dieser Auszeit war es dann krass, daß die Spieler nach etwa 30 Sekunden diese Zeremonie wieder verlassen haben.  Danach stolperte GWD mit einigen Ausnahmen in eine Verlegenheit nach der anderen. Gut, Just wurde einige Male hart rangenommen, aber wir sind schließlich beim Männer-Handball und nicht beim Mädchenhalma. Deswegen hatten Biaesch und Sattler keine große Mühe, das Spiel souverän zu Ende zu leiten. Daß es den Unparteiischen dann zu peinlich war, verdeutlicht folgende Szene in der Schlußphase des Spiels: Henriksson bekommt den Ball, dreht sich um, wirft aber nicht auf die freie Bude, sondern spielt zurück. Ganz verschämt blickt der Feldschiedsrichter ganz schnelle auf den Hallenboden, um das nicht gesehen zu haben, denn dann hätte er den Angriff abpfeifen müssen.

Nach 45 Minuten stellte dann auch unser Gast das konsequente Handballspielen ein, so daß wir nach dem 11:21 sogar die letzten 19 Minuten mit 10:9 gewonnen haben.

Zum Ende dieses Berichts folgt ein weiteres Zitat, ebenfalls von Richard Ratka, in der heutigen Samstagausgabe: "Wir hatten in der letzten Serie nur als Kampf-Mannschaft Erfolg. Und wenn sich jetzt einige nicht an dieses Konzept halten, dann funktioniert das gesamte Ensemble nicht". Stimmt mit Sicherheit. Aber damit manövriert sich Richard Ratka leider selber ins Abseits, denn er ist der Trainer und für Konzept und Einstellung verantwortlich.

Also, wenn dem wirklich so ist, dann kann ich nur sagen: Richard, tue Dir selbst einen Gefallen und trete zurück. So wahrst Du Dein Gesicht und der Verein auch!

 

Frank Wentzlawsky

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22.11.09: GWD - Dormagen (Nachbetrachtung)

Als am Donnerstag auf der JHV Hotti Bredemeier auch ein bißchen über die Bundesligasituation sprach, kam man natürlich zwangsläufig auch auf das Spiel gegen Dormagen zu sprechen. Trotz der Vereltzungsmisere muß dieses Spiel einfach gewonnen werden und auch ein Moritz Schäpsmeier muß spielen, obwohl er mit seiner Ellenbogenverletzung 6 Wochen pausieren müßte. Das ist in Minden aber derzeit nicht drin und die Spieler und Trainer bekamen den Befehl für das Spiel: GEWINNEN (und dann gibt es Montag und Dienstag trainingsfrei).

Die Halle war sehr gut besucht. Man hat ja auch im Hllenheft gelesen, daß der Samstag (und hier vor allen Dingen abends) die Lieblingszeit ist, an dem GWD spielen sollte. Dazu kam dann noch der bayerische Abend, und man sah einige Zuschauer, die man sonst schon seit langem nicht mehr sah. Andererseits (gilt nicht nur für ein Handballspiel, sondern auf fast jedem Gebiet, auch außerhalb des Sports): Ein Handballspiel ist nicht mehr nur ein Handballspiel, sondern man muß auch drumherum was bieten. Trotz allem: Erst mußten unsere "Grün-Weißen" ran.

In den ersten 15 Minuten sah man bis auf den Wechsel Schäpsmeier (Abwehr) und Klesniks (Angriff) eine feste Formation auf dem Spielfeld. Und trotz zweier Glanzparaden von Gäste-Keeper Feshchanka gegen Andersson und Schmidt bestimmten wir die ersten 12 Minuten. Eine aggressive Abwehr, dahinter "Katze" wieder mit sehr guten Paraden und Reflexen, so setzten wir uns sicher mit 6:2 ab. Was sollte eigentlich passieren, wobei auch vorne Klesniks einen guten Start hatte und seine 2 ersten Würfe versenkte. Doch durch einen Fehlwurf und einem technischen Fehler kam Dormagen schnell auf 4:6 heran, und schon brach unsere Mannschaft unerklärlicherweise etwas zusammen. Dormagen leckte (grün-weißes) Blut und schloß einige Tempogegenstöße sicher ab, ohne großes Geschnörkel, "Katze" blieb ohne jede Chance, da muß Dormagen in der Videoanalyse über unseren TW einiges gut gesehen haben. Fortan reagierte zwar Richard mit einer Auszeit (Stand 8:10) und einigen personellen Veränderungen. "Schäps" wurde nun auch vorne eingesetzt und zeigte den anderen mit seiner Verletzung, was eine Harke ist und setzte 2 Tore und auch Just kam. Er bemühte sich auf jeden Fall auch (gerade in der 2. Halbzeit als einzigster), aber ein Spieler kann nun mal nicht für alle spielen. Ingimundarson hatte seine Schwierigkeiten, Andersson wurde am Kreis gut abgedeckt und schon hatten wir keine Mittel mehr. Die aggressive Abwehr unseres GWD stellte auch schon 12-15 Minuten ihren Dienst ein und ließ die Dormagener Angreifer gewehren. Lediglich "Katze" hielt uns im Spiel. Bezeichnend auch, daß wir unsere einzige Zeitstrafe schon nach ca. 10 Minuen erhielten und danach eben keine einzige mehr (auch keine gelbe Karte!!!).

Unser Überzahlspiel in der 1. Halbzeit (ein Dormagener Spieler flog wegen Meckerns runter) verpuffte durch wieder mal einen technischen Fehler. Und da Schmidt mehrmals am glänzenden Feshchanka seinen Meister fand und Gylfi in der 1. Halbzeit sowieso nicht beachtet wurde von seinen Mitspielern, kamen wir wir nur auf 10 Törchen (Dormagen konnte es allerdings auch noch nicht ausnutzen).

Die 2. Halbzeit war dann ganz schlimm. Not gegen Elend die ersten 5 Minuten (11:11), GWD blieb Elend, während der Gast aus dem Rheinland unser Spiel völlig durchschaute und die Wege noch enger machte. Dadurch war der gesamte Rückraum von uns praktisch lahmgelegt. Ingimundarson fiel nichts mehr ein, Wleklak auch nichts, Just rackerte wenigstens noch, aber ohne Wirkung (s. o.) und Schäpsmeier muß man auch noch Lob aussprechen, der trotz seines Handicaps noch alles gab, was aber für die Dormagener relativ leichtes Spiel war. Und wenn der Ball doch mal auf Gylfi kam (recht viele unsaubere Anspiele übrigens), zeigte sich der Isländer leider nicht so treffsicher. Alles paßte, um ins Desaster hineinzulaufen. Auch "Katze" konnte nicht mehr an seine Leistung aus der 1. Halbzeit anknüpfen. Warum dann Medhus auf der Bank regelrecht versauerte, bleibt Ratkas Geheimnis. Vom Trainer hätte man auch erwarten dürfen, daß man sich aufgrund der hohen Zahl an Verletzten eine neue Taktik ausdenkt, um so die Gäste zu überraschen. Statt dessen sah man ein konfuses und damit wirkungsloses Angriffsspiel. Und warum Kunisch und Bagats umgezogen auf der (hinteren) Bank saßen, fragte man sich auf. In der Vorberichterstattung war zu erfahren, daß sie für den Notfall da sind. Der Notfall war schon lange erreicht, aber weder die beiden oder vielleicht doch auch Helmdach reagierte Richard überhaupt nicht. Schlechter als die anderen erwähnten hätten sie auch nicht spielen können und mn hätte vielleicht noch mal ein Zeichen setzen können.

So ergab man sich in sein Schicksal, die ersten Zuschauer verließen nach 48 Minuten tief enttäuscht die Halle.

Die Mannschaft kann es ganz klar besser (das wissen wir alle) und das werden sie auch wieder zeigen, aber diese beiden Punkte wurden sehr leichtfertig verspielt und mancher Zuschauer ganz sicher auch vergrault. In den beiden Auswärtsspielen in Gummersbach und Hannover muß das Vertrauen wieder zurückgeholt werden, bevor es am 11. Dezember (Freitag) zum OWL-Derby gegen Lemgo kommt.

Frank Wentzlawsky

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16.11.09: GWD - RNL (Nachbetrachtung)

Warum sollte eigentlich noch gespielt werden, dachte man so, wenn man den ein oder anderen Artikel im Vorfeld genau studiert hatte. So hatte Trainer Richard Ratka in einem Mindener Regionalmagazin dieses Spiel gänzlich abgehakt und war schon bei der Partie gegen Dormagen. Und auch auf der HP des Vereins sowie in der regionalen Tageszeitung wurde mal wieder verkündet, daß wir eigentlich keine Chance haben und nicht etwa wir einen guten Tag brauchen, sondern die anderen einen schlechten. Die Quittung folgte auf dem Fuße: Bei idealem Handball-Wetter und kaum Konkurrenz durch andere Sportarten (gerade auch überregional) pilgerten nur 2.300 Zuschauer in die Halle. Wenn wir schon keine Chance haben, können wir uns das auch zu Hause ansehen im Sport-Werbesender DSF.

Die eingefleischten "Grün-Weißen", die in der Kampa-Halle waren, sahen aber eine Heim-Mannschaft, die mit einem dünner Kader dem hohen Favoriten alles abverlangte und am Ende dann doch höchst unglücklich mit leeren Händen dastanden. Aber die Fans und Zuschauer kommen sicherlich am Samstag gegen Dormagen wieder. 27-28 Minuten lang stand das Spiel in der 1. Halbzeit auf Messers Schneide. Die spielerische Dominanz der Rhein-Neckar-Löwen boten unsere "Weser-Mittellandkanal-Löwen" mit Super-Teamgeist Paroli. Während die Abwehr hinter wieder größtenteils gut stand (nur bei der schnellen Mitte der Gäste gab es hin und wieder Probleme), erarbeitete man sich mit langen Angriffsspielen immer wieder meist gute Wurfmöglichkeiten. Wie aber Katsigiannis auch hielt RNL-Szmal seinen Kasten gut sauber. Die letzten Minuten vor dem Halbzeit-Tee (oder was auch immer) verspielten wir ein besseres Ergebnis als das 13:17. Ein technischer Fehler und eine Glanzparade von Szmal gegen den allein vor ihm stehenden Wleklak (das Bein streckte er hoch und höher) führten zu diesem Spielstand.

Nach dem Seitenwechsel schien es so weiterzugehen, die Mannheimer zogen mit 19:13 fast uneinholbar davon und für dieses Spiel war klar, daß "Katze" seine besten Minuten hinter sich hatte und so kam folgerichtig Svenn Erik ins Gehäuse. Und mit seiner Einwechslung begann die beste Phase unserer Hausherren. Tor um Tor wurde aufgeholt, hinten machte unser Norweger die Bude dicht und vorne mußte der überraschend eingewechselte "Oldie" Henning Fritz die Bälle reihenweise aus dem Tor holen. Roggisch und Co. wurden hektisch, wurden nervös. Und am Volkstrauertag brodelte die Halle mit einer tollen Stimmung. Die Aufholjagd in einer tollen Mannschaft, wo jeder auf dem Feld seine Kollegen unterstützte, war beim 25:25 mit dem Ausgleich geschafft. Doch wenige Sekunden später war der Ball wieder über der Tor-Linie von GWD und somit führten die Gäste glücklich mit 26:25. Dieses schnelle Tor nach dem geschafften Remis war schade für unsere Akteure, die ja doppelte Arbeit leisten mußten gegen die große Ersatzbank der ehemaligen "Kröstis".  Nach dem 25:28 war jedoch beim 27:28 durch einen Siebenmeter von Just der Anschluß geschafft. Nachdem Gensheimer (der auch für das 26:25 verantwortlich) war dieses Mal nicht traf, entschieden Damian/Wenz auf Siebenmeter und 2 Minuten Zeitstrafe für Aljoscha. Da ich auf der anderen Seite stand, kann ich die Berechtigung dieser doppelten Strafmaßnahme nicht beurteilen. Auf jeden Fall saß der Ball und als wenig später Wleklak ein Fußfehler unterlief, war das Spiel aus unserer Sicht leider verloren. Die Mannschaft kann erhobenen Hauptes aber aus der Halle gehen. 

Zum Thema Teamgeist: Toll, wie Rene Bach Madsen hinter der Bank anfeuerte und sich über jedes Tor riesig und emotional freute. Das konnte Schorsch Auerswald aufgrund seiner Verletzung natürlich leider nicht.

Wie sagte Aljoscha Schmidt unten im Fan-Treff. Diese Mannschaft wird mit dem Abstieg nichts zu tun haben.

In diesem Sinne: So soll es sein!

Frank Wentzlawsky

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22.10.09: Wir waren in... Balingen

Sieben im positiven "Handball-Bekloppte" machten sich am Mittwoch morgen in Dankersen auf den langen Weg nach Balingen (was hinter Stuttgart liegt), um dem Pokalfight entgegenzufiebern und auch einige Fans vom Sonntag vom HBW den Gegenbesuch abzustatten. Für fast alle war es der 1. Besuch in der "Sparkassen-Arena" Balingen, bei früheren Fahrten spielten sie noch in Tübingen.

Wir 7 (Ina, Sabrina, Erika, Willi, Werner und 2 x Frank) hatten für die Fahrt alles erdenkliche mitgebracht (außer der guten Laune): Kaffee, Kuchen, div. Getränke, Schnitzel und allerlei Süßigkeiten, man war ja schließlich über 17 Stunden unterwegs.

Nach einigen Pausen erreichten wir ohne größere Probleme gegen 17.00 Uhr Balingen, dort wollten wir zwar auf Empfehlung einiger HBW-Fans in einem bestimmten Restaurant was essen gehen, aber die Küche dort machte erst um 18.00 Uhr auf - zu spät für uns. Also ging es zur Halle und wir begrüßten gleich einen weiteren GWD-Fan, die alleine die weite Reise auf sich genommen hat. Respekt! Dann wurden die Karten geholt und als Dankeschön für die sichere Fahrt hatten unsere Fahrer Willi und Werner freien Eintritt.

In der Halle selber hatten wir dann viel Zeit, uns auf das Spiel einzustimmen und mit Balinger Fans (und auch den 6 "Commandos") auszutauschen. Es machte die Runde, da Apollo wegen einer Grippe wohl ausfallen würde, aber eine "wundersame Heilung" sorgte dann doch für das Warmmachen und er begann auch. Richard verzichtete dann logischerweise und ichtigerweise auf Anders, so daß Auerswald wieder im Kader stand, aber zunächst noch auf der Bank saß. Nach der Partie in Minden erwartete man einen noch heißeren Fight in bezug auf Zweikämpfe und Angriffs-/Abwehrverhalten. Aber wer diese Erwaltungshaltung  hatte, wurde ziemlich enttäuscht. Bis auf wenige Ausnahmen ging es friedlich zu, sicher auch ein Verdienst der souverän leitenden Damian/Wenz. GWD wirkte mit seinem Mini-Kader nicht so aggressiv und die Mannen von Heim-Trainer Brack fanden oft ein Mittel gegen "Katze", um ihn zu überwinden, wie es der HBW-Trainer angekündigt hatte. Das soll nicht heißen, daß "Katze" schlecht gehalten hat. Er entschärfte, was noch möglich war, u. a. einen Siebenmeter. Während unsere Außen Aljoscha und Gylfi noch ziemlich agil waren, kam aus dem Rückraum praktisch nichts. Ingimundur war überfordert, über 60 Minuten die Rolle des Regisseurs mit Wleklak zu übernehmen. Klesniks ist zwar vielleicht im Fahrplan der Spielanpassung, aber er ist eben noch weit entfernt von einem gefährlichen Shooter. Aber man hatte eben keine Alternative. Bei "Ingi" rächt sich vielleicht nun, daß er vorne nie eine richtige Chance bekommen hat und so keine feste Bindung hat. Einzig gefährlich und wuselig Schäpsmeier, während Wleklak zwar auch rackerte, aber die Mitspieler ihn nicht einsetzen konnten.

Halbzeit 12:8 in einem durchschnittlichen Spiel, und das aufregendste passierte ausgerechnet nicht auf dem Spielfeld, sondern auf der Bank. Nach einer Zeitstrafe für Just im Angriffsspiel platzte Richard der Kragen. Dieses ließ sich Apollo nicht gefallen und setzte zum "Gegenangriff" an. Was herauskam, war ein hitziger Disput zwischen den  beiden, daß es nur so krachte. Daß Balingen inzwischen von 2 auf 4 Toren erhöhte, nahm man durch den Jubel in der Halle zur Kenntnis, das Geschehen auf der Bank war spannender. Zumindest so lange, bis es Svenn Erik Medhus zu bunt wurde und er signalisierte, daß Apollo "endlich die Klappe halten soll". Wahrscheinlich haben sich beide Streithähne heute wieder lieb, aber für Apollo war das Spiel zu Ende.

Dier 2. Halbzeit ergaben wir uns mit unserem dünnen Kader dem Schicksal. Balingen konnte das Pokalspiel locker und überlegen nach Hause schaukeln. Eine Revanche für Sonntag konnte es aber nicht sein, daß die Punkte in der Bundesliga nur uns gehören und nicht der Brack-Truppe. Schön, daß Südmeier und Oevermann auch noch reindurften. Insgesamt machten sie ihre Sache gut, wenn man bedenkt, daß sie auf dem Niveau keine (Südmeier) oder praktisch keine Erfahrung (Oevermann) haben.

Dann ging es wieder auf die lange Rückfhart mit 2 kurzen Pausen und gegen 03.30 Uhr war dann auch für uns das Pokal-Kapitel 2009/2010 für uns beendet.

Frank Wentzlawsky

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18.10.09: GWD - HBW Balingen (Nachbetrachtung)

Am heutigen Sonntag sollte und mußte es endlich sein, der 1. Saisonsieg gegen einen direkten Konkurrenten, und die Art und Weise war eigentlich ziemlich egal... Die Ausgangsposition schien durchwachsen, denn neben Dresrüsse und Helmdach (beide Grundausbildung Bundeswehr) waren neben Henriksson mit seiner Nase auch Klesniks und Wleklak nicht unerheblich angeschlagen, wenn man der Presse Glauben schenken darf.

Zunächst fiel auf, daß die Halle gut gefüllt war, daß draußen an den Kassen Schlangen ohne Ende waren und daß mal wieder in bereits schöner Tradition die Stehplätze frühzeitig ausverkauft waren. Wer die paar Leute auf den Stehplätzen gesehen hat, der weiß, das GWD mit seiner kundenfeindlichen Aktion schon etliche Fans vergrault hat. Als nächstes fiel ein neuer Trailer auf. Wer genau hingesehen hat, könnte meinen, es ging für Richard mit diesem Spiel um seinen Arbeitsplatz. Denn im Trailer suchte man ihn vergebens. Immerhin stand er noch an der Seitenlinie...

Das Spiel begann schon recht nervös. Während endlich die Außen mal zumindest in der Anfangsphase gut eingesetzt wurden, nutzen Gylfi und Aljoscha doch recht sparsam ihre guten Chancen. Da die Abwehr zunächst nicht sicher stand, sah auch "Katze" in den ersten Minuten nicht immer gut aus, wobei er aber auch schon wieder Glanzparaden zeigte. In den ersten Minuten kristallierte sich dann heraus, daß wir es nicht nur mit den unbequemen Balingern zu tun bekommen, sondern auch mit Schiedsrichtern Harms/Mahlich. Die Kartenverteilung war schon recht zweifelhaft, die Hinausstellungen waren ebenfalls ungerecht verteilt, denn auch die Gäste aus Baden-Württemberg langten ordentlich hin. Doch mit einer Ausnahme durften sich nur unsere Spieler ausruhen. Natürlich erwartete man kein schönes Spiel in dieser frühen Saisonphase des Kampfes um den Klassenerhalt, aber einige Aktionen waren doch mehr als dürftig. Viel zu stümperhaft agierte man vorne, zu häufig landete der Ball beim Gegner. Schäpsmeier und Madsen (letzterer mit schönen Anspielen und der Ballzurückeroberung) hielten uns vorne im Spiel, hinten stand nun die Abwehr besser und Nikolas im Tor steigerte sich mehr und mehr. Und da auch die Tempogegenstöße der Gäste vom Deutsch-Griechen super pariert wurden, ließ sich Frank Ettwein sich was "ganz tolles" einfallen nach dem Motto: Wenn ich schon nicht bei einer 1-gegen1-Situation vorbeikomme, werfe ich den Ball eben ins Gesicht. Nun, daß brachte ihn wie z. B. auch den Schiedsrichtern den Unmut des fachkundigen Publikums - mehr nicht. Denn "Katze" ließ sich davon überhaupt nicht beeindrucken und machte mit starken Paraden weiter.

Immerhin eine 2-Tore-Führung zur Pause, aber eine HZ-Führung ist in dieser Saison in der Kampa-Halle ganz normal. Wie aber kommt die Mannschaft aus der Kabine? Das war die Frage der Woche. Erstmal erheblich früher als die Gäsre und zum anderen leider auch ohne Rene Bach Madsen. In seiner eindrucksvollen Manier wollte er mal wieder einen langen Ball abfangen und prallte dabei mit dem Knöchel gegen die Bande. Das Spiel war gelaufen, hoffentlich kann er zumindest nächste Woche beim Auswärtsspiel beim TV Großwallstadt wieder aktiv dabei sein.

Ganz ehrlich muß man sagen: Die ersten 10 Minuten nach der Pause waren zum Abgewöhnen, nichts hat sich heute verbessert, aber der Gegner machte das Spiel wenigstens mit und man wußte gar nicht mehr, wie Tore fallen sollten, aber immerhin war der Vorteil noch bei GWD, die zwei frühe Tore mit 13:10 sich leicht absetzen konnten. Es war allerdings erheblich mehr drin, aber Schmidt mit zwei Siebenmetern, die einfach zu überhelich geworfen wurden, dann scheiterte Just am glänzend parierten Martinovic und schließlich Schäpsmeier, der in den "Siebener" eindrang und dann unglücklich ins falsche Netz (also daeneben) den Ball setzte. So kam Balingen auch durch  fragliche Siebenmeter wieder ran und Mitte der 2. Halbzeit stand es 15:15, wir hatten einen angeschlagenen Spielmacher namens Wleklak und mit Gylfason nach 47 Minuten einen weiteren Spielerausfall, bedingt durch die rote Karte nach 3 Zeitstrafen. Die Schiedsrichter machten da weiter, wo sie aufgehört haben. Wie sollten wir dieses Spiel erfolgreich gestalten?

Hier hätten wir sicherlich einen Shooter wie Helmdach gebraucht. Aber dann kamen doch unsere Tugenden. Ingimundarson wurde auch vorne durchaus stärker, Wleklak explodierte förmlich, dann kam unter tosendem Jubel und mit viel Risiko Anders Henriksson, und er belebte durch seine Torgefährlichkeit am Kreis das Rückraumspieler. Auch wenn er selber ohne Tor geblieben ist, so holte er 2 Siebenmeter heraus und schaffte Freiräume für Damian. Und dann kam die 53. Minute und die 18. Sekunde. Erstmals traute sich Evars Klesniks zu werfen, jetzt mußte er, und wie: Der Ball schlug ohne Dusel ganz sicher ein, wenn das kein weiteres Selbstvertrauen gibt. Und Balingen hatte dagegen kein Mittel und so mußten sie wie immer die lange Fahrt nach Hause ohne Punkte aus Minden antreten. 

Am Mittwoch trifft man sich im Pokal wieder, der Druck liegt dann bei den Hausherren. Die Erkenntnis bei diesem Not-gegen-Elend-Spiel ist aber kurios: GWD hat doch gut eingekauft, immer vorausgesetzt, das Verletzungsrisiko bleibt klein.

Katsigiannis sowieso, aber auch Madsen und Wleklak sind inzwischen echte Verstärkungen und bei Klesniks wird sich die Geduld auszahlen. Der Rest der Mannschaft kennt man als eingefleischter Fan. Dormagen, Balingen, Düsseldorf und Hannover-Burgdorf sollten wir hinter uns lassen, und die ein oder andere weitere Mannschaft vielleicht auch.

Frank Wentzlawsky

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11.10.09: Wir waren in... Hamburg

Da es in der Hansestadt aus unserer Sicht 2 Spiele gab, wollen wir in diesem Bericht die Priorität auf das Fanclub-Spiel legen. Zum Bundesliga-Spiel gibt es eigentlich nur zu sagen, daß ein Spiel eben 60 statt 30 Minuten dauert, der HSV allerdings die bessere Bank hat und bei GWD mit Medhus aus dem Spiel heraus (bei 2 x 7m im Tor) und Klesniks komplett 2 Spieler geschont wurden, daß die Atmosphäre incl. der Einlaufzeremonie in der Color Line Arena beeindruckend ist, daß die Schiedsrichter seltsame Entscheidungen für den HSV in vorteilhafter Hinsicht trafen und daß ein Pascal Hens einen Freibrief bei Foulspielen hat, was wirklich schon grandiose Züge mit sich bringt (fragt z. B. mal Aljoscha) und daß das Spiel im DSF übertragen wurde und somit die meisten hier gesehen haben dürften.

Konzentrieren wir uns lieber auf unsere Fanclub-Mannschaft, die gestern etwas kleiner war als sonst. Da GWD 5 auch ein Spiel hatte, war das schon im vorhinein klar. Wenn 2 Spieler/innen wegen Krankheit und einer anderen Sache ausfallen, ist das verständlich. Wenn man aber einfach nicht kommt, sich nicht abmeldet und sich den ganzen Tag nicht meldet, ist das einfach unkollegial. Ich war zwar dabei, konnte aber wegen einer Knieverletzung nicht spielen, und so saß ich sozusagen als Ratka No. 2 auf der Bank, neben mir Angela, die die Statistik der Tore gerne übernahm.

Um 07.00 Uhr fuhren wir in Dankersen los, um in Hamburg noch was zu erleben. Und krasser konnte die Geschichte gar nicht angehen. Einfach toll, es war nach 9 Jahren unser Gründungsmitglied Michael Kreutchen dabei, der Fan-Club befindet sich mittlerweile im 27. Jahr. Michael übernahm gleich die Bullifahrt auf dem Hinweg. Der totale Gegensatz saß in der letzten Reihe des Fahrzeugs. Der 15-jährige Fabian war in den Morgenstunden des Sonntag in den Fanclub eingetreten und seine Premiere erlebte dr Petershäger gleich in der überwältigenden Color Line Arena. Um 10.00 Uhr kamen wir auf dem Produktionsgelände (so heißt das da offiziell) der Spielhalle an und wenig später ging es mit Bus und S-Bahn zur Alster am Jungfernstieg. Wir umrundeten zu Fuß die Binnenalster bei herrlichem Wetter und freuten uns schon riesig auf unser Spiel. Vorher ging es aber noch (na wohin?, richtig) zu den Landungsbrücken, dort wurde ausgiebig geschnackt und gesnackt. Die Spannung stieg, wir düsten wieder in Richtung Stellingen und wenig später lagen sich die Fans von "Blau-Weiß" und "Grün-Weiß" in den Armen. Wir hatten eine Truppe ohne Auswechselspieler (siehe oben), so gab es keine Debatten um mögliche Spielanteile. Neben den erwähnten Michael und Fabian stellten wir Jörg ins Tor und im Feld agierten noch Thorben, Vanessa, Karsten und Mario. Fertig war eine kleine, aber feine Fanclub-Mannschaft. Auf dem riesigen Anzeigen-Würfel der Colina leuchtete die Begegnung (also die Namen der Fanclubs) mit dem Spielstand auf. 

Die 1. Halbzeit schlichen sich auf beiden Seiten Fehler ein. Wir hatten dazu das Handicap, daß auf Seiten des Lübeckers HSV-Fanclubs eine Torhüterin mit Zweitliga-Erfahrung stand. Wir hatten einige Male Pech mit Latte und Pfosten, aber auch sicherlich Glück, daß unsere Gastgeber auch nicht gerade Zielwasser getrunken haben. So stand es 8:7, wir liefen immer einem Rückstand hinterher, teilweise mit 3 Toren. 

Mit Beginn der 2. Halbzeit kamen dann unsere Bundesliga-Lieblinge in die Halle und guckten dem Treiben auf dem Spielfeld zu. Wir hatten irgendwie verstanden und so spielten wir wie unsere Vorbilder häufig nach Halbzeiten in dieser Saison - kopflos. Aber wir kämpften uns nach Derby-Manier eindrucksvoll ins Spiel zurück und holten Tor und Tor auf, die Zeit rasselte runter, aber die Luft für den Hamburger wurde dünner und dünner und mit unserem Erstliga-Gen in den Armen konnte die erfahrene Zweitliga-Torfrau eins ums andere Mal sicher bezwungen werden. Und plötzlich führten wir mit 21:20 1 Minuten vor Schluß. "Blau-Weiß" glich aus, alles deutete auf ein Remis, aber die letzten Sekunden sollten uns gehören, denn wir waren ja im Angriff und so ging TW Jörg aus dem Tor. Leider ging der Ball dann verloren und wenig später auch das Spiel, denn der Ball landete doch tatsächlich aus dem Torraum geworfen in unser verwaistes Tor. Eigentlich sollten noch 2 Fans des HSV bei uns als Verstärkung mitspielen (war vor der Halle eigentlich klar), aber dann bekamen sie kalte Füße. Vielleicht hat es sie gestört, daß wir alle wie im letzten Jahr in der gleichen Kabine waren, "Blau-Weiße" und "Grün-Weiße", Frauen und Männlein. In der Dusche sind eben alle gleich.

Nach dem BL-Spiel hielten wir uns noch gemütlich in den Foyers der Arena auf, bevor es Richtung Minden ging. Auf der Autobahnraststätte trafen wir den Fan-Bus, und siehe da, gleich der nächste Teen trat in den Fan-Club ein. Wir begrüßen mit der 17-jährigen Jana aus Bad Oeynhausen unser neues Mitglied.

Frank Wentzlawsky

Es spielten für den GWD-Fanclub: Jörg Schäfer-Messerschmid (Tor), Vanessa Schäfer-Messerschmid (3 Tore), Thorben Gieseler (8 Tore), Fabian Göcke (7 Tore), Michael Kreutchen, Mario Hentschel (3 Tore), Karsten Treichel

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01.10.09: Nachbetrachtung GWD - THW

Nach dem Derby, daß ja insgesamt mit noch unerwarteten Punktgewinn zurecht als positives Ereignis angesehen wurde, wie man sich gegen die Übermacht aus dem Norden anstellt. Zumal unser Schwede am Kreis, Anders Henriksson leider durch die Nasenoperation mehrere Wochen ausfällt. Die nächsten Woche werden übrigens interessant, ob ein neuer Spieler auf dem Markt ist, der bezahlbar ist und der auch GWD weiterbringen kann.

Vorneweg: Die Leistung von gestern macht Mut. Schade nur, daß es gegen Wetzlar noch nicht so klappte, sonst hätte man mit Sicherheit 2 Punkte mehr auf dem Konto. Aber was solls, nachtrauern bringt nichts mehr. 2.300 Zuschauer sahen eine grün-weiße Mannschaft, die sich vor dem großen THW nicht versteckte und sehr selbstbewußt auftrat. Ahlm, Narcisse und Andersson hatten schon große Mühe, das Bollwerk um Klesniks und Katsigiannis zu brechen und konnten sich in den ersten 30 Minuten nicht absetzen. Im Gegenteil, konnte 1- oder 2-Tore-Rückstände mit großer Leidenschaft kontern. Eine tolle geschlossene Mannschaftsleistung. Wann hat es das zuletzt in Minden gegeben, daß zur Pause schon stehend applaudiert wurde. Die Handball-Begeisterung kehrt nach Minden in die Kampa-Halle zurück. Auffällig war die Leistungssteigerung bei den zuletzt kritisierten Spielern. Wleklak hatte zwar auch wieder manchmal seine Fehler wie Fehlabspiele drin, war aber trotzdem endlich auf der anderen Seite der Regisseur, um das Spiel zu lenken. Moritz hatte gegen die Abwehr-"Monster" aus Schleswig-Holstein auch seine Lichtblicke und dadurch auch seine gefürchteten Tore aus dem Rückraum zu bieten. Und Rene Bach Madsen hatte nach Anfangs-Konzentrations-Schwierigkeiten in der Abwehr viele richtige Mittel in der Offensive zu bieten. Seine tollen Anspiele an den Kreis kennt man zwar schon und er hat noch Wurfprobleme aus dem Rückraum, doch wenn er fast wie in Fiete-Manier durch die Kieler Abwehr ging, was ja nun alles andere als leicht ist, glänzte er mit sicherem Abschluß und Weltklasse-Keeper Omeyer war ohne Chance.

Letztlich blieb aber die Überraschung aus, weil GWD einfach nicht den Kader hat (auch nicht haben kann) und der Deutsche Double-Gewinner von 2009 dann einfach mal seine anderen Spieler von der Bank holt, um andere zu schonen. Immerhin ließ GWD 45 Minuten es nicht zu, daß der THW sich absetzen konnte. Zwei umstrittene Zeitstrafen des nicht immer sicheren Schiri-Gespanns aus Stendal bedeuteten dann die Entscheidung zugunsten des Favoriten. Aber es spricht für Just und Co., daß man sich nach großem Kampf und einiger verworfener Siebenmeter sich nicht am Schluß doch noch abschlachten ließ, sondern das Ergebnis möglichst niedrig zu halten, was auch mit dem 25:32 gelungen ist.

Die nächste Station ist nun am 11. Oktober die Color Line Arena in Hamburg. GWD ist auswärts noch ungeschlagen, sind dort natürlich nur krasser Außenseiter, aber wie sagte Evars Klesniks nach dem Spiel im Interview im Fan-Treff: "Ich gehe immer in ein Spiel, um zu gewinnen!"

Frank Wentzlawsky

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06.09.09: Nachbetrachtung GWD - Füchse

Seit einigen Jahren begann wir mal wieder mit einem Heimspiel, und man war gespannt auf die Zuschauerzahl. Trotz der Konkurrenz des "Blauen Bandes an der Weser" mit dem Entenrennen am Nachmittag pilgerten also 2.700 Euro in die Kampa--Halle, um unser neuformiertes Team zu sehen. Vor dem Spiel ließ Richard Ratka dann per Presse verlauten, daß die Post abgehen müßte. Ganz abgesehen davon, daß die "Post" am Sonntag ohnehin nicht arbeitet, muß man nun mal berücksichtigen, daß Spieler wie Rene Bach Madsen die Umstellung auf die Bundesliga vor allen Dingen im Meisterschafts-Spielbetrieb erkennen müssen. Ob man nun wie er in der Liga Asobal (Spanien) mit Torrevieja Platz 13 erreicht oder hier in unseren Gefilden, ist ein himmelweiter Unterschied. Das merkte man ihm ganz deutlich an. Einige gelungene Anspiele auf unseren Kreisläufer Anders aus der besseren 1. HZ wollen wir hier aber auch nicht unterschlagen.  

Ein anderer Neuzugang eroberte gestern schon mal die Herzen der Fans. Ob vor außen, Würfe aus dem Rückraum, Heber, die noch artistisch von der Torlinie gekratzt wurden - "Katze" Katsigainnis bestach durch Reflexe und jede Menge Glanzparaden. Im Angriff war unsere Mannschaft in der 1. Hälfte immer dann amstärksten, wenn unsere "übriggebliebenen" Spieler aus der letzten Saison auf der Platte standen. Da erkannte man dann die alten Laufwege und das Angriffsspiel war effektiver, weil unausrechenbarer und damit gefährlicher. Die Berliner lebten von der Gefährlichkeit eines Wilczynski und den Neuzugängen Vatne und Laen. Silvio Heinevetter war wie in den letzten beiden Gastspielen noch mit dem SCM in der 1. Hälfte eigentlich eine Bank, und trozdem kam mit der Spielergebniswende ein Torwarttausch zu Stochl, sicherlich trotzdem eine kleine Überraschung.

In Halbzeit 2 kam dann "Heine" wieder und machte unseren Würfen häufig ein Strich durch die Rechnung. So langsam ging auch die Kraft aus. Ratka brachte dann mit Wleklak (war die ersten Minuten des Spiels ohne Bindung noch, aber das wird schon) und später mit "Ingi" frische Leute auf der Rückraum-Mittelposition. Ingimundarson war nicht nur wegen dem Tor etwas wirkungsvoller, aber insgesamt wurde eindeutig zu wenig über außen versucht, wobei Gylfi bei seinen wenigen Versuchen sehr unglücklich wirkte. Berlin setzte sich mit 4, 5 Toren ab, eine doppelte GWD-Überzahl nach ca. 45 Minuten über 1,5 Minuten verpuffte wirkungslos, weil man auch hier zu statisch spielte und nicht Gylfi oder Aljoscha einsetzen konnte, um einen Angriff dann möglicherweise ins Tor unterzubringen.

Und so sagte dann nachher im GWD-Fan-Treff Österreichs Handballstar auf Seiten der Hauptstädter, Konrad Wilczynski, daß das Spiel kein hohes Niveau hatte und beide Mannschaften mehr können. Bei manchen "verdächtigen" Fans sind wir mal wieder nach dem 1. Heimspiel abgestiegen, aber die gleiche Leier kommt ja irgendwie jedes Jahr. Gestern war mehr drin, ganz klar, aber das Team hat das Potenzial für einen relativ ruhigen Saisonverlauf wie in der letzten Spielzeit, davon bin ich überzeugt.

Im GWD-Fan-Treff war nach dem Spiel wieder jede Menge los. Auf Initiative des Fan-Clubs mit tatkräftiger finanzieller Hilfe des E-Centers, des GWD-Hauptvereins, von Fernseh-Kruse und dazu gestriger Spenden von Euch, also von vielen Gästen bei uns, wurde eine neue Lautsprecheranlage mit Funk-Mikrofon eingebaut. So hat jeder was von den Gesprächen und Durchsagen im Fan-Treff. 

Frank Wentzlawsky

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04.07.09: Der GWD-Bundesliga-Saison-Rückblick (Teil 3)

Im letzten Teil geht es um die Bewertung der einzelnen Spieler, wobei natürlich Mischa Schröder (saß in Kiel zumindest auf der Bank), Jannik Oevermann (in Göppingen kurz gespielt) und Christopher Kunisch nicht berücksichtigt werden können. Klar ist auch: Jeder Spieler sollte stolz sein, für GWD gespielt und das Trikot getragen haben zu dürfen.

MALIK: Uns verläßt ganz klar ein Publikumsliebling Richtung Spanien. Er konnte das grün-weiß angehauchte Publikum mitreißen, im Tor allerdings nur guter Durchschnitt. Seine Schwäche bleibt insgesamt das Stellungsspiel bei Außenwürfen. Im Training oft mit Mobbingversuchen, so hörte man im Laufe der Jahre von seinen versch. Trainern wie Klajic.

NILS: Der GWD-Allround-Spieler in A-Jugend, Regionalliga und Bundesliga. In den bisher wenigen Partien in der BL war absolut Verlaß, top in Magdeburg. Ein sehr großes Torhüter-Talent.

SVENN ERIK: Sicherlich die Nr. 1 in der abgelaufenen Saison, doh in manchen Begegnungen zu bedächtig, zu willenlos. Und dann wieder auf der anderen Seite explodierte er, wenn es lief. War immer dann am stärksten, wenn er von der norwegischen Nationalmannschaft kam oder seine norwegischen Fans in der Kampa-Halle ihn besuchten. Starker Saison-Abschluß.

JAN FIETE: Kam nach seiner eigenen Überzeugung zu wenig zum Einsatz. Aus dem Rückraum meist zu ungefährlich. Seine Wackler durch die Abwehr werden uns allerdings fehlen. Immer sehr loyal und fair zu den Fans.

MICHAEL Haaß: Zwischen himmelhochjauchzend und trübselig. Guter Wurf, manchmal einfach zu hastig, zu übermotiviert. Bekam er von der gegnerischen Abwehr seine Freiheiten, nutzte er es sehr gut aus. Auf jeden Fall ein Verlust.

MICHAEL Hegemann: Der vielleicht größte Streitpunkt unter den GWD-Fans. Zweifellos hat auch er seine Verdienste um die gute und sichere Plazierung von GWD. Aber von einem Nationalspieler und mit Lemgo in internationalen EC-Partien im Einsatz erwarte ich in seinem Alter mit der großen Erfahrung einfach mehr. Technische Fehler fast in jedem Spiel, dazu en masse unplazierte Würfe, gewürzt mit seinen an Arroganz und Selbstherrlichkeit beherrschenden Auftritten im Fan-Treff wie bisher kein Zweiter machen ihn zum Verlierer der Saison und somit für mich ist sein Weggang kein allzu großer Verlust, trotz seiner Abwehrqualitäten.

JANIS: Bis zu seiner schweren Verletzung Pechvogel Nr. 1 bei GWD. Bis dahin sehr erfrischend in der Offensive im Angriffsspiel. Hoffentlich kommt er ganz gesund wieder.

INGIMUNDUR: Kam verspätet in die Vorbereitung wegen Olympia, ließ in der Abwehr Jiri aus dem Vorjahr doch vergessen. Im Angriffsspiel zunächst zu ungefährlich, und doch hin und wieder mit guten Ansätzen. Leider ließ ihn Richard vorne dann kpl. raus bis zum Spiel gegen Lemgo, wo er zeigte, was er auch vorne drauf hat. Die Wirtschaftskrise in Island zeigte bei ihm auch Wirkung, verständlicherweise.

MORITZ: Seit Jahren ein solider Spieler und Nr. 1 im rechten Rückraum. Einiges ist auch abhängig, ob der 1. Wurf ins Schwarze trifft. Eine Steigerung sollte vielleicht noch drin sein, aber auf jeden Fall ist er aus der Mindener Mannschaft nicht mehr wegzudenken. Verbesserung allerdings in der Defensive.

GYLFI: Verhaltener Anfang, auch bedingt durch die schwere Wirtschaftskrise in Island, aber dann ab dem 8./9. Spieltag kam er, und wie. Gute Abwehrarbeit und vorne sicherer und agiler Vollstrecker. Super-Verstärkung.

ALJOSCHA: Er kam (im Herbst), sah und siegte. Wurde auf Anhieb einer der Publikumslieblinge. Wendig, treffsicher und ein mannschaftsdienlicher Spieler, der vorne etwas stärker ist als in der Defensive. Hat sich mit dem Verein und den Fans sehr schnell identifiziert und ist nun auch unter der Haube.

ANDREAS: Seine stärkeren Seiten hat er zweifellos in der Defensive. War 2,5 Jahre unangefochten die Nr. 1 auf Linksaußen und nutzte dies nicht konsequent. Zu unsicher beim Abschluß, aber verbessert bei der Torgefahr beim Tempogegenstoß. Narrte in der Abwehr als kleiner Spieler so manche "Riesen". Fast logischer Wechsel in die 2. Liga (zu Hamm).

GEORG: Pechvogel Nr. 2 und fast schon Dauerverletzter. Das macht etwas Sorge. Aber Schorse ist ein Kämpfer und will sich durchbeißen. Ich wünsche ihm, daß er die Kurve kriegt.

ANDERS:  Fast ein Schicksal. Neben Malik wollte er als einziger bleiben und bekam zunächst keinen neuen Vertrag. Das Schicksal von Schorse und Anders war wieder drin im Team. Und er hat es sich verdient. Er ist nicht ein Christian Schwarzer von der bulligen Figur her, aber er kann sich gut durchsetzen und wenn das der Fall ist, ist der Ball zu 90 % drin oder er holt einen Siebenmeter heraus. In der Abwehr viel aggressiver. Anders ist zwar ein stiller Typ eher, aber ein wichtiger Bestandteil des Teams.

STEPHAN: Ein höchst kurioses Jahr, fast ein verlorenes. Zunächst durch viele kleine Wehwehchen behindert, dann wenig Spielanteile bekommen von Richard. Und auch er ist aber nicht mehr von der GWD-Mannschaft wegzudenken und sein Highlight war vielleicht die schnelle Vertragsverlängerung (eben auch vom Verein) für weitere 2 Jahre. Manchmal zu hitzig, aber auch ein Typ, der sich entschuldigen kann und damit wahre Größe zeigt. In der kommenden Saison soll er mit mehr Verantwortung ausgestattet werden.

Die beiden Trainer

RICHARD: War oft in der Kritik (auch von mir), bekam aber die Kurve, als die Saison praktisch mit dem Klassenerhalt im Februar/März aus dem Ruder zu laufen schien und konnte das Team wieder wachrütteln. Logische Konsequenz: die Vertragsverlängerung. Pflegeleichter Trainer für unserern Manager, aber die nächste Saison könnte hart für ihn werden, was ich ihm aber auf gar keinen Fall wünsche. Stellt sich auch in extrem schwierigen Situationen im Fan-Treff.

23.09.09: Wir waren in... Neumünster

Was kann man schon groß erwarten von einem Spiel, wo die Leistungsunterschiede naturgemäß so groß sind, daß der David praktisch nie den Hauch einer Chance hat? Nun, zunächst erst mal eine angenehme Hinfahrt inmitten von 8 sympathischen GWD-Fans mit dem Bulli. Um ca. 14.25 Uhr ging es in Dankersen los und unser Fahrer und Orga-Mann Wolfgang brachte uns zunächst sicher über die A 2 und A 7 Richtung Hamburg, durch den dortigen Elbtunnel und wenig später auf schleswig-holsteinischem Gebiet zur Raststätte Holmmoor. Einige Sekunden vor uns war auch der Mannschaftsbus auf diesem Parkplatz eingetroffen, zur sicheren Entfernung zu uns, um die Mannschaft vor dem Spiel in Ruhe zu lassen. Moritz Schäpsmeier entdeckte uns aber doch durch und kam für einige Minuten kurz rüber, während wir den mitgenommenen Kaffee samt Kuchen genossen. Wir kamen weiterhin sehr gut durch und waren schon gegen 17.30 Uhr an der Halle, also fast 2 Stunden vor Spielbeginn. Also entschlossen wir uns, noch woanders hinzufahren in Neumünster und was essen zu gehen. Es sollte dann "Burger King" sein. Gegen 18.30 Uhr waren wir zurück an der KSV-Halle, wo das Spiel stattfand.

Im Gegensatz zu anderen Pokalspielen machte unsere Mannschaft gleich ernst und ließ die vielleicht mini-kleinen Hoffnungen des Gastgebers zerplatzen. 4:0 und 5:1 lauteten gleich die ersten Ergebnis-Stationen für unser Team, wo Aljoscha Schmidt für das Derby geschont wurde. "Katze" im Tor zeigte gleich seine Klasse und entnervte die SG Wift, so daß der Oberligist keine gescheiten Angriffe aufbauen konnte. Unsere Abwehr packte zu. Vorne waren es vor allen Dingen Just und Gylfason, die Akzente setzten und nicht locker ließen, kräftig einzuschenken. Man wollte nicht Larifari spielen. 24:7 zur Halbzeit, damit waren die Gastgeber noch gut bedient, denn es gab auch einige Holztreffer, allerdings auch beim Team aus Neumünster. Medhus stand "Katze" im Tor nichts nach. In der 2. Halbzeit wurde etwas gewechselt. Ingimundarsson, Helmdach und Oevermann auf rechts durften ran, Just wechselte auf die Mitte und Madsen ging auf links. Die letzte Viertelstunde konnte sich dann auch Torwart Nr. 3, Dresrüsse, sich auch noch ein paar Mal auszeichnen. Sicherlich hätte man auch z. B. 17:45 spielen können (also auch die Anfangszeit fürs Derby), aber die heimischen TW´s Möller und Göttsche hatten was dagegen. 

Der Nutzen fürs Derby? Gylfi holte sich sicher Selbstvertrauen mit einer guten Trefferquote, das gleiche gilt für den durchspielenden Apollo. Moritz agierte mehr als Lenker und Denker des Spiels. Klesniks und Wleklak waren durchaus auch zunächst Sorgenkinder. Bei Evars muß man sagen, daß er eigentlich im Spiel gemerkt haben muß, daß er wieder voll durchziehen kann. Seine Schulter ist top o.k., so hörte man, aber er hat noch Angst. Nach wie gesagt Startschwierigkeiten steigerte er sich und das müßte ihm doch Sicherheit und Aufschub bringen! Wleklak fehtl wohl noch die Kondition, so hatte man den Eindruck. Immerhin traute er sich auch das ein oder andere im Verlauf des Spiels zu. Völlig von der Rolle war Rene Bach Madsen. Irgendwie hatte er überhaupt keine Einstellung zum Spiel. Bis auf 2 allerdings schöne Anspiele auf Henriksson und Just kam leider nichts. Er hat es fertiggebracht, gegen einen Oberligisten in der 1. Halbzeit nicht einmal aufs Tor zu werfen, selbst aus guten Positionen spielte er den Ball weiter. Mit 2 ausgesprochen dämlichen Zeitstrafen, typisch für den heutigen Auftritt des Dänen, stand er am Rande einer Roten Karte. Das er es kann, hat er in Düsseldorf bewiesen. In Lübbecke bitte nachmachen, Rene!

Jannik Oevermann durfte auch BL-Luft schnappen und machte seine Sache sehr gut. 

Letztendlich war eine Kombi aus Pokal-, Test- und Trainingsspiel. Hoffentlich hat es was gebracht für Sonntag. Ein Maßstab konnte das Spiel ganz gewiß nicht sein.

Frank Wentzlawsky

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21.09.09: Nachbetrachtung GWD - Wetzlar

Vor der enttäuschenden Kulisse von 2.000 Zuschauern verlor GWD gegen seinen Angstgegner aus Wetzlar das 2. Saison-Heimspiel. Nach dem Remis in Düsseldorf hatte man schon nicht nur die leise Hoffnung, daß man ins Derby als Mittelfeld-Duell geht, nun steht man nach 3 Spieltagen mit dem Rücken zur Wand, wenn man bedenkt, daß eben Nettelstedt und dann Kiel und Hamburg folgen. Aber gut, Richard Ratka und Hotti haben immer wieder gepredigt, daß sich die Mannschaft sich erst noch finden muß und daß es die ersten Spieltage noch Probleme geben könnte. 

Die Phasen, wo die Mannschaft im großen und ganzen überzeugt, sind noch äußerst rar. Gestern gegen Wetzlar waren es die 15. - 30. Spielminute. Die 1. Viertelstunde war sehr mäßig. Medhus war seiner tollen Leistung in Düsseldorf verständlicherweise im Tor, konnte aber nicht viel ausrichten gegen die plazierten Würfe von Valo, Christophersen und Co. 4:7 nach 15 Minuten also, und mit der Einwechslung von "Katze" Nikolas gab es eine Initialzündung bei unserem Team. Gerade Aljoscha steuerte einen Treffer nach dem anderen zu und erzielte bei der Halbzeitführung von 13:10 mehr als 50 % der Treffer. Mit dieser eigentlich beruhigenden Führung und dem Spielverlauf sollte man eigentlich zuversichtlich in die Kabine und in die 2. Halbzeit gehen.

Nicht aber so bei unseren Spielern augenscheinlich. Statt auch flexibel über außen zu spielen, verzettelte man sich zusehends in Einzelaktionen und zu viel Spiel über die Mitte und lud somit unseren Gast ein, relativ leicht Bälle abzufangen und per Gegenangriff Tore zu ermöglichen. Es gab immer wieder Situationen, wo wir die 2. Wende hätten schaffen können. Aber entweder konnten in Überzahl wenig bis nichts bewegen (z. B. technische Fehler und damit ärgerliche Ballverluste) und man versiebte leider Siebenmeter. Man muß natürlich dazu sagen, daß unsere Abwehr mit Klesniks, Gylfason, Schäps, Schmidt und Ingi sowie Anders gut stand und überzeugend wirkte, dahinter wie schon erwähnt ein sehr guter Katsigiannis, aber vorne fand kein flexibles Spiel statt. Insgesamt fehlt GWD zur Zeit der Mann für die einfachen Tore, aber auch ein Leader, der das Team mitreißen kann. Nur Trainer Ratka engagierte sich in diesem Bereich an der Seitenlinie. Allerdings verpuffte auch seine ständige, nervige Wechselei, um vielleicht auch mal Spielern wie Madsen, Helmdach und Ingimundarsson (die alle gute Ansätze zeigen) mehr Vertrauen zu schenken. Die Unruhe vorne tötet auch viele Aktionen.

Trotz der nicht so tollen Lage glaube ich an die Mannschaft und bin davon überzeugt, daß wir mit dem Kampf um den Klassenerhalt letztlich nichts zu tun bekommen werden.

Frank Wentzlawsky

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NIELS: Auf der Bank mehr als ein Co. Geht mit, ist bei der Sache, feuert die Spieler an, lebt Handball. Egal was beim Hauptverein passiert ist oder nicht, sein Weggang ist durchaus schmerzhaft.

Frank Wentzlawsky

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11.06.09: Der GWD-Bundesliga-Saison-Rückblick (Teil II)

Die BL-Rückrunde mit den Spielen 2009 wird wohl (aus unserer Sicht) einzigartig bleiben. Durch den Knall in Nordhorn, die damit als 2. Absteiger nach dem TuSEM feststanden (nach den ganzen Jahren dort, muß man schon sagen: Endlich!) und den finanziellen Schwierigkeiten in Stralsund, die auch keinen wettbewerbsfähigen Kader mehr hatten, wurde das 1. Halbjahr des Jahres 2009 prakttisch zur Zone von Freundschaftsspielen. Fast Gott sei Dank, mußte man sagen, denn der Februar hielt uns gleich 3 megaschwere Spiele in der Fremde vor, dazwischen gastierten die Balinger bei uns. Auswärts gab es erwartungsgemäß nichts zu holen, wobei der Auftritt in Flensburg auf jeden Fall Freude bereitete und auch in Kiel mit unseren Möglichkeiten das Beste gemacht wurde. In der Campushalle in Flensburg stand im Vorfeld eigentlich die Sicherheitsdebatte im Vordergrund. Natürlich sehr schade, aber ein Großaufgebot der Polizei verhinderte schlimmeres, und so wurde unser gutes Auftreten und der gelungene Start nach der Pause leider zur Nebensache. Gegen Balingen mußte auf jeden Fall ein Sieg her, um die letzten Zweifel gegenüber einem Zweikampf gegen Stralsund zu diesem Zeitpunkt zu beseitigen. Nach dem Hinrunden-Sieg in Tübingen waren die Ratka-Jungs wieder sehr wach, Balingen machte es uns sicher nicht leicht, doch die Punkte blieben in Minden. Man hatte nie das Gefühl, daß etwas schiefgehen könnte, die Sicherheit war da. Mit einem Bulli ging es nach Kiel. Klar, dort hatte man keine Chancen, aber bis zum Anpfiff darf man ja wohl noch träumen. Einige Minuten der Überlegenheit reichten dem Rekord-Champion, um einen ungefährdeten Sieg zu landen. Erstaunlich, daß GWD lange Zeit das hohe Tempo des THW mitging, und das in ausgezeichneter Art und Weise. Held des Abends in der Ostseehalle war unbestritten Malik, der 3 Siebenmeter zum Teil mit kuriosen Paraden in der 2. Halbzeit hielt. Die Sprech-Chöre für ihn von 10.000 Zuschauern waren sensationell. Anders als in Kiel gab es in der Köln-Arena eine bittere Klatsche gegen den VfL Gummersbach, und mehr als 40 Gegentore waren eine Enttäuschung.

Der März sollte unser Monat werden: Neben dem Pokal-Viertelfinale gegen den HSV gab es die Heimspiele gegen unsere Tabellen-Nachbarn aus den hessischen Städten Melsungen und Wetzlar. Als Zugabe die Partie in Stralsund. Daß man im Pokal-Wettbewerb dann rausgeflogen ist, konnte man verschmerzen, aber die Auftritte gegen Melsungen und Wetzlar rochen ganz gewaltig nach purer Lustlosigkeit. So stark waren die beiden Gastmannschaften nicht, aber unsere Akteure boten noch weniger. Man hatte das Gefühl (und Apollo leistete sich ja auch den "Versprecher" im Fan-Treff nach dem HSG-Spiel), daß der Mannschaft die Saison ab sofort egal ist, daran änderte auch eine gute 2. Halbzeit beim verdienten Erfolg in Stralsund nichts. Trainer Richard Ratka fand offenbar in dieser Zeit kein Mittel, um seine Spieler zu motivieren. Schlecht für ihn und vor allen Dingen für die Sponsoren. Ratkas Job war nie in Gefahr (dafür haben wir einfach zuwenig Kohle), aber sein Vertrag lief aus. Aber zwischen den Spielen zu Hause gegen Wetzlar und in Mannheim gegen die Rhein-Neckar-Löwen muß irgendwie was passiert sein, denn die Mannschaft nahm plötzlich Tugenden wieder an wie Kampf, Einsatzbereitschaft, Leidenschaft und Spielfreude. Gut, in der SAP-Arena waren wir noch auf verlorenem Posten, obwohl die Niederlage (20:28) zu hoch ausfiel, deutlich zu hoch. Dann kam das Rückspiel gegen die Essener. Natürlich eine Mannschaft, die mitunter noch nicht einmal Zweitliga-Tauglichkeit aufweist. Und trotzdem mußt Du erst einmal in der Lage sein, auch diese Mannschaft auseianderzunehmen. Von der 1. Minute an (und das konnte man so auch nicht unbedingt erwarten) war der TuSEM chancenlos. Dann ging es nach Dormagen. Der Aufsteiger hatte die tragischste Geschichte der ganzen Saison zu beklagen. Bei einem Junioren-Länderspiel in der Schweiz verstarb eins ihrer großen Talente, Sebastian Vaißt. Handball rückte da zeitlang ganz weit in den Hintergrund verständlicherweise. Bei unserem Auftritt dort im Rheinland zelebrierten beide Teams ihre Sportart nicht gerade, die Abwehrreihen und viele Fehlwürfe bestimmten die Partie. Bezeichnend dann fast logisch der Ausgleich für uns in der vorletzten Sekunde, wir lagen mit 22:23 zurück. Apollo "zwischen Genie und Wahnsinn" zog aus mehr als 10 Metern ab und irgendwie verrenkte er sich so mit dem Ball, daß dieser an der Mauer und am Dormagener TW vorbei im Bayer-Gehäuse einschlug. Während sich die Gstgeber-Fans wahrscheinlich vor Wut die Haare ausrissen, feierten unsere mitgereisten Anhänger das Tor der Woche oder vielleicht gar das Tor des Jahres/der Saison. Ein mehr als glücklicher Ausgleichstreffer, aber warum eigentlich auch nicht?

An einem schönen Samstag nachmttag kamen dann die "Legenden" aus Magdeburg angereist, und mit der Mannschaft natürlich auch Arlett. Das Aufregendste am SCM waren dann aber nicht die Paraden von Silvio Heinevetter, sondern die Fahnenschwenkerin der Ostdeutschen. Das sie nicht ganz nackt auftrat bzw. mit Bodypainting, war alles! Damit hatten sie allerdings schon ihr Pulver verschossen, schon in der 1. Halbzeit merkte man, daß für uns was drin war . Lediglich unnötige Unkonzentriertheiten und eben Heinevetter ließen den SCM zunächst im Spiel, aber im 2. Abschnitt fegte der GWD-Expreß über die Biegler-Truppe in einmaliger Manier hinweg. Heinevetter sah kein Land mehr, Bieglers Attacken gegen die Schiedsrichter blieben unbestraft (sie guckten einfach kackdreist weg) und die SCM-Anhänger durften mal wieder wie im Vorjahr mit der Erkenntnis nach Hause fahren, daß auch Minden Handball spielen kann.

3 Spiele ohne Niederlage, aber es ging dann nach Elsenfeld, also zum TV Großwallstadt, und die Frage war, warum fahren wir da eigentlich noch hin: Die Überraschende Antwort: Zum Siegen. Die 1. Halbzeit war eigentlich wie immer: Wir waren dran, aber irgendwie klappt es dort einfach nicht. Und dann folgre die legendäre 2. Halbzeit: Das Ratka-Team explodierte förmlich und schoß die Mainfranken aus ihrer eigenen Halle. Das man dies noch erleben durfte.

Die Serie von 4 ungeschlagenen Punktspielen am Stück endete gegen den Schwalb-Klub aus der Hansestadt. Soviel besser waren sie weiß Gott nicht, aber bei vielen strittigen Situationen hatten die Norddeutschen bei den Schiris schon Vorteile. Deshalb kein Vorwurf an die Mannschaft.

Die Zielgerade der Saison begann in der Hauptstadt. Ein typisches Auswärtsspiel wie so viele der letzten Jahre. Das Team hatte vorne und hinten gut gearbeitet und die Lommel-Truppe unter Kontrolle. Im Tor probte Medhus schon mal das Siebenmeter-Halten gegen Lemgo eine Woche später. Aber in diesem Spiel schafften wir es, uns die Butter vom Brot nehmen zu lassen, immerhin sind wir nicht ganz eingebrochen, leise Hoffnung keimte noch mal bis zur 50. Spielminute auf, aber an diesem Tage war nichts zu holen. Letztes Heimspiel: Derby-Time gegen Lemgo. Und den Lippern verging Hören und Sehen. Medhus hielt nicht nur 5 Siebenmeter, sondern auch eine ganze Menge anderer schwerer Bälle, und vorne machten Haaß und Joschi das Ding zusammen mit ihren Mannschaftskollegen klar. 30:26 wurdendie ostwestfälischen Nachbarn auf die kurze Heimreise geschickt, und die Abschlußparty konnte losgehen. Letzter Spieltag, Station Stuttgart, Gegner Göppingen. In Magdeburg wurde mitgezittert. Auch wenn bei uns die Luft raus, dürfen sie die SCM-Verantwortlichen und ihre Anhänger nicht beklagen. Letztlich hatten sie es mit ihren Niederlagen z. B. bei uns und in Wetzlar selber schuld, daß Göppingen in den Europapokal einziehen. Wir haben es gerecht aufgeteilt (sogar mit ganz leichten Vorteilen für die Ostdeutschen): Die Heimspiele gegen FAG und den SCM mit jeweils 3 Toren gewonnen und auswärts in der Bördelandhalle mit 9 und in Stuttgart mit 10 Toren verloren.

Alles in allem muß man aber sagen, daß die Saison riesigen Spaß gemacht hat. Nicht nur wegen den 12 Siegen und den damit verbundenden 25 Punkten war es eine erfolgreiche Saison aus GWD-Sicht!

Teil 3 folgt in Kürze!

Frank Wentzlawsky

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10.06.09: Der GWD-Bundesliga-Saison-Rückblick (Teil I)

Als wir an einem Mittwoch (3. September) die 1. Auswärtsfahrt nach Nordhorn antraten, ahnte noch keiner, welch kuriose Saison es für GWD werden sollte. Sportlich hielten wir bei den Grafschaftern lange mit, die Hoffnung allerdings, dort etwas zu holen, erst recht nach den Durchsuchungen der HSG-Geschäftsstelle am Tag zuvor, gingen letztendlich nicht auf. Die Gastgeber waren dann doch die bessere Mannschaftgegen unser GWD-Team, daß mit Michael Hegemann und den beiden Peking-Finalisten Gylfi Gylfason und Ingimundur Ingimundarsson für unsere Verhältnisse einige neue Hochkaräter bieten konnte. Mamelund und ein gewisser H. Glandorf machten den Unterschied, wobei der deutsche Nationalspieler sich auch einiges leisten konnte, ohne daß die schwachen Hartmann/Schneider Strafen oder zumindest Ermahnungen gegen ihn aussprachen. Das 1. Saison-Heimspiel bescherte uns ausgerechnet Flensburg, und angenehme Erinnerungen wurden natürlich wieder wach. Wir hatten aber erwartungsgemäß nichts zu melden. Rache ist bekanntlich süß.

Während ich dann wegen Urlaubsfreuden nach Sylt düste, begab sich unsere Mannschaft zum 1. richtungsweisenden Auswärtsspiel in die andere Richtung nach Balingen. Auf Deutschlands beliebtester Nordseeinsel erreichte mich und meine Freunding eine freudige Nachricht: Nein, wir bekommen kein Nachwuchs, sondern GWD feierte mit dem 30:27 dort einen wichtigen Auswärtssieg und setzte durchaus eine Duftmarke. Malik, die beiden Michaels (Haaß und Hegemann) und Buschmann wurden als die Matchwinner bezeichnet, die Moral der ganzen Mannschaft tat ihr übriges. Da hatte man natürlich Hoffnung, mit 4:4 Punkten zu starten, denn der VfL Gummersbach war unser Gast. Mit dem Schub im Rücken sollte der Heimsieg her. Als es Mitte der 2. Halbzeit Remis stand und wir das Spiel zu unseren Gunsten entscheiden hätten können, stellten wir uns das ein oder andere Mal nicht clever genug an und die Punkte waren futsch. Na gut, in Melsungen stand die nächste Hürde in fremder Halle in Kassel an. Nach einem guten Start verloren wir plötzlich den Faden, wurden hektisch, während bei der heimischen MT alles funktionierte. In der ungemütlichen Messehalle machte sich sowas wie Ernüchterung breit. Das folgende wichtige Heimspiel gegen Aufsteiger Stralsund sollte nicht schön werden, aber, Schwamm drüber, erfolgreich. 33:30 hört sich knapp an, GWD hatte aber immer einen relativ sicheren Vorsprung. Dann folgte Wetzlar, eine Mannschaft, die noch keinen Sieg bis dahin in der laufenden Saison einfahren konnte und zudem hörte man von einigem Verletzungspech bei den Hessen. Was dann folgte, ist mit einer Demütigung erster Klasse noch gut beschrieben. Von der 1. bis zur 60. Minuten ein Schaulaufen der HSG, während unsere Akteure aber auch gar nichts gelang. 18:31, damit waren wir sehr gut bedient. Gegen die Rhein-Neckar-Löwen wurde sich zwar aufgebäumt, man war aber letztlich chancenlos. Dann ging es nach Essen, einem Verein, der schon finanziell am Ende war und die Auflösungserscheinungen waren nur noch eine Frage von Tagen. Nun, jeder blamiert sich gut wie er kann und unsere Truppe in diesem Spiel noch ein bißchen mehr. 26:27, verständlicherweise hagelte es Trainer-Kritik an der Einstellung der Mannschaft. Doch was hörte man von allen Seiten: Ja, der TuSEM hat noch mal mit der kompletten Mannschaft gespielt. Dummes Zeug, denn die Essener hatten bis dahin auch mit dieser Mannschaft nur Prügel gegen die bisherigen Gegner bekommen und standen mit 0 Punkten am Ende der Bundesliga-Rangliste. Eins war allerdings gut: Linksaußen Aljoscha Schmidt zeigte, was er konnte und wurde fortan nach Minden geholt und wurde im Laufe der Saison einer der Publikumslieblinge. Seine sympathische Art und sein seine meist starken Vorstellungen ließen die Fans erzücken. Bis zu diesem Saison-Punkt erlebten unsere beiden Isis durch die Finanzkrise, die Island schwer getroffen hatte, ein wahres Wellenbad der Gefühle, man merkte es natürlich auch auf dem Spielfeld.

Bis zum Oktober lief es also nicht so optimal, doch dann folgten zwei wunderbare Monate. Gut, gegen Kiel und in Magdeburg war ebenso wenig zu holen wie in Hamburg kurz vor Weihnachten, aber die Heimspiele entschädigten für so manche Auswärtspartie. Ausschlaggebend war vielleicht die Partie gegen Großwallstadt (obwohl vorher gegen Dormagen der andere Aufsteiger auch keine Schnitte sah). Gegen den TVG wurde über weite Strecken einem Rückstand hinterhergelaufen, man ließ sich allerdings nicht abschütteln, die Abwehr stand dann wie im Verbund, vorne klappte Anspiele und Kombinationen und als I-Tüpfelchen ein sicherer Abschluß. Die Mainfranken wurden mit 31:30 niedergekämpft, ein Zeichen der Synthese zwischen Team und Fans. Dann war Weihnachtsmarkt in Minden, und an einem Dienstag nachmittag stolzierten Caillat & Co. über denselben. Zwischen räuchernden Kerzen und duftenden Keksen und dem Spiel abends lagen nur wenige Stunden. In der Kampa-Hölle dann rochen sie dem Schweiß unsere GWD-Jungs hinterher. Die Hauptstädter staunten nicht schlecht, denn GWD hatte immer eine bessere Antwort parat. 30:28 stand auf den Leuchttafeln, der Mindener Anhang war selig. Und Berlin sollte nicht das letze Opfer sein. Frisch Auf Göppingen kam aus Kiel (Pokalspiel), und wie in der Ostseehalle vergingen ihnen in der 1. Halbzeit Hören und Sehen. GWD spielte sich in einen Rausch, alles glückte und Petkovic auf der FAG-Bank wirkte ziemlich ratlos. Das unserer Mannschaft nach diesem Spektakel die Luft in der 2. Halbzeit ausging (ab der 40. Minute), ist verständlich, und trotzdem kämpften sie noch um jeden Ball, so daß die Süddeutschen zwar Tor um Tor näherlamen, aber der Vorsprung war ganz einfach zu mächtig und GWD zu clever, um sich noch die Butter vom Brot zu nehmen. Eins war klar: Diese Mannschaft macht insgesamt Spaß, von Abstiegsangst oder Klassenerhaltskampf war nach diesen Vorstellungen nicht die Rede. Gut, aufpassen mußte man immer noch, aber selbst die guten Spiele in Lemgo und zu Hause beim Rückrundenauftakt gegen Nordhorn tat der guten Laune keinen Abbruch. Man war auf dem richtigen Weg und Silvester konnte ganz getrost fröhlich gefeiert werden.

Das war Teil 1, Teil 2 folgt in Kürze

Frank Wentzlawsky 

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24.05.09: Wir waren in... Berlin

Einen Tag nach der Wahl des Bundespräsidenten rief die Hauptstadt unseren GWD zum Duell, und so ließen es sich zahlreiche Fans von uns nicht nehmen, unsere Truppe in der Max-Schmeling-Halle zu unterstützen. Erfreulich war, daß in unserem offoziellen Bus viele neue Gesichter zu sehen waren und auch einige ehemalige, die schon lange nicht mehr mitfahren konnten. Man sieht also: GWD mit seinem Fan-Bus ist "in". Erfreulich auch, daß die Fahrt wieder unterstützt wurde. Die Fa. Rodenberg (Fenster + Türen) aus Porta Westfalica kann hier genauso erwähnt werden wie Anke Kollmeier von Sport-Meisolle, die den Kaffee und Kuchen sponserte. Tausend Dank für diese tolle Unterstützung.

 Superpünktlich um 08.59 Uhr setzte Busfahrer Jens (unterstützt von seiner besseren Hälfte) den voll besetzten Kelder-Bus in Bewegung. Bei strahlendem Wetter war eines der Hauptthemen natürlich der Wechsel von Arne N. von Minden über HH nach (na, ihr wißt schon)... Logisch, daß es kontroverse Diskussionen und Meinungen gab, ich glaube aber sagen zu können, daß die überwiegende Mehrheit diesen Transfer aus Arne-Sicht sehr kritisch sieht.

Nach einer "Erfrischungs-Luft"-Pause in Marienborn an den alten Grenzanlagen (Mensch, das ist alles schon wieder fast 20 Jahre her) folgte die große Pause am Rande von Berlin auf der Raststätte "Avus". Auf dieser alten "Autoverkehrsuebungsstrecke" (eben kurz Avus) fuhren bis 1998 Autos Rennen. Am heutigen Tag konnte man zweil niederländische Privat-PKW beobachten, wie sie falsch in die "Boxengasse" fuhren und das Unheil als Geisterfahrer nur mit einem kräftigen Tritt auf das Rückwärts-Pedal verhindern konnten. Dann genossen wir die Erbsensuppe mit Baguette. Nach einer Dreiviertelstunde ging es zum benachbarten Berliner "ZOB" wo ein West-Berliner Reiseführer einstieg, um uns in ca. 2 Stunden die Touristenpunkte zu zeigen und zu erklären.

Die Rundfhahrt endete im Bezirk "Prenzlauer Berg" am Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpartk mit der anschließenden Max-Schmeling-Halle. Hier sahen wir unsere Mannschaft noch warm machen, bevor das Spiel unter der Leitung der ausgezeichnet leitenden Schiedsrichter Holger Fleisch und Jürgen Rieber begann. Die letzten guten und brauchbaren Auftritte setzte unsere Mannschaft zunächst fort. Die Mannschaft harmonierte prächtig, der noch nicht auf Betriebstemperatur agierende Rückraum wurde son kompensiert, daß Haaß, Hegemannund Schäpsmeier schöne Anspiele auf Außen oder auf Anders fabrizierte. Bis auf ein 2:3 in der Anfangsphase konnten wir die Füchse in ihrem Bau in Schach halten. Manchmal stellten wir uns in der Abwehr nicht gerade geschickt an, so daß wir nicht weiter als 2 Tore davonziehen konnten. Sensationell aber die ersten 3 herausgefischten Siebenmeter von unserem Wikinger Svenn-Erik.Und so stand es nach ca. 20 Minuten 11:9 für uns, bevor die Schlüsselszene für viele folgte. Die Gastgeber bekamen im Angriffsspiel den Ball nicht unter Kontrolle, dieser landete im Aus, eine gute Gelegenheit zum 12:9. Doch Hegemann war mit dieser Situation scheinbar völlig überfordert und und ein technischer Fehler statt den Angriff in Ruhe vorzubereiten war die Folge. Danach agierte "Hege" völlig kopflos, und so steckte er zeitweise seine Mitspieler an. Einen Siebenmeter (mal wieder traumwandlerisch sicher verwandelt von Joschi) und ein Feldtor, dazu zwei glänzende Paraden bei Würfen von außen von Medhus ließen uns bei einem HZ-Rückstand von 13:15 noch alle Chancen. Eine dumme 2-Minuten-Strafe von Just wegen Meckerns überstanden wir gut.  

Die 2. Halbzeit war unterschiedlich, Licht und einiger Schatten wechselte sich ab. Die Abwehr und Medhus und später zwischendurch Malik sahen einige Male ganz schön alt aus. Nach einem 5-Tore-Rückstand rappelte sich unsere Mannschaft teilweise wieder auf, aber es war einfach an dem heutigen nachmittag zu wenig gegen auch nicht überragende Berliner. Die Frage ist aber, warum unser Trainer nicht einfach mal die Taktik und das Personal wechselt. Die Probleme von Hegemann, das Spiel aufzubauen, waren mehr als ersichtlich, aber warum kommt nicht ein Stephan Just. Ein Spieler, wo der Vertrag sicher verlängert wurde, weil beide Seiten auf Kontinuität setzten und Just auch Verantwortung übernehmen will. Hier wurde leider nicht alles versucht.

Trotz allem: Es ware eine schöne und mal wieder gut organisierte Auswärtsfahrt von unseren "Stewards"/"Stewardessen" Briitte, Wolfgang und Helmut. Das Feedback, was ich einen Tag danach gehört habe genauso wie bei der Ankunft kurz vor Mitternacht in Dankersen, war mehr als positiv.

Frank Wentzlawsky

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16.05.09: Der grün-weiße blau-weiße Fan-Tag

Nachdem sie beide Fan-Clubs zum BL-Hinrundenspiel am 23.12.08 in der Color Line Arena zum Vorspiel getroffen hatten, war eigentlich klar, daß es zum Rückspiel in Minden auch ein Rückspiel der beiden Fan-Clubs aus Minden und Lübeck geben sollte. Die HSV-Fans sannen auch auf Revanche für die aus ihrer Sicht 16:20-Niederlage vom Hinspiel. Spätestens beim Pokalspiel in März war klar, daß die Lübecker um Michi Görtz eine Truppe stellen würden. Und so wurde fortan mit der Organisation und Durchführung begonnen. Schnell und unproblematisch gab Fido Gast vom Kreis (als Hallenbetreiber) und die GWD-Geschäftsstelle um Anke Brinkmann (als Veranstalter) grünes Licht, und so wurde auch die Anfangszeit und die Spielzeit mit unserem befreundeten Fanclub ausgemacht. Alles verlief reibungslos, aber beim Thema Schiedsrichter sollten wir in echte Schwierigkeiten bis kurz vor dem Spiel geraten. Manche unserer Mitglieder machten den Vorschlag, mal bei Lemme/Ullrich nachzufragen ("die haben doch jetzt viel Zeit"), wir bevorzugten allerdings Referees aus der Region. Und damit begann das Problem. Entweder waren einige schon im Urlaub, andere verletzt, aber die meisten hatten abgesagt mit der Begründung, daß am 16.05. sie selber noch pfeifen würden oder kurzfristig angesetzt werden könnten. GWD-Schiedsrichter haben ja noch teilweise andere Aufgaben im Verein und waren dafür eben nicht zu verpflichten. Ein Happy-End gab es doch noch, Stella Gieseler (GWD) und Michael Vogel  (TuS Minderheide) waren das Gespann. Inzwischen hatten unsere Spieler und die "Blau-Weißen" das Infoblatt zum genauen Ablauf (auch nach Rücksprache zur Orga mit den beiden Hallenwarten Salvatore und Detlef) bekommen. Beim Final Four letzte Woche in Hamburg trafen wir bereits Mitglieder und Mitspieler aus Lübeck, und so freuten wir uns beide auf den Samstag. 

Um 11.45 Uhr war Einlaß in die Halle, nach der Aufwärmphase ging es um ca. 12.38 Uhr los. Es entwickelte sich ein lockeres Spielchen mit leichten Vorteilen für die HSV-Fanmannschaft, dazu gab es spitze und süffisante Kommentare von Hallensprecher Jürgen Schäpsmeier, der eine Extra-Schicht an diesem Tage fuhr.

Bis zur 50. Minute war die Partie spannend und durchaus offen, obwohl "Blau-Weiß" immer führte. In den letzten 10 Minuten fehlte uns das letzte Aufbäumen, andererseits sahen wir ein, daß die HSV-Fans an diesem Tage stärker waren. Egal, die Revance war den Lübeckern geglückt und wir setzten eben noch auf unser BL-Team. Endergebnis 19:27 (10:12). Das Spiel stand viele Minuten in der 2. Halbzeit unter der Beobachtung von den beiden BL-Mannschaften, zumindest Teile davon. Ich denke mal, das kommt auch bei den Vereinen gut an, daß solche Spiele unter Fans möglich sind.

Das Bundesliga-Spiel gewann der HSV verdient, aber etwas zu hoch mit 31:25. GWD spielte sehr couragiert und aggressiv, stellte den HSV immer wieder vor Problemen, konnte aber eine doppelte Überzahl über eine Minute nicht konsequent nutzen, trotzdem dachte man, daß mit einem Tor Vorsprung oder einem Remis in die Pause zugehen. Durch Damelei stand aber plötzlich nicht 12:11 oder 11:11, sondern 11:13. Der HSV in der 2. Halbzeit auch nicht wirklich souverän, Arne bekam gar keine Spielanteile mehr, aber durch unglückliche Schiedsrichterentscheidungen und zweier hintereinander vergebener Tempogegenstöße durch "Ingi" und "Joschi" konnten wir lange Zeit trotzdem noch auf eine Überraschung hoffen, aber letztendlich nicht mehr aufholen, und so siegte der HSV zum Schluß mit dem oben angeführten Ergebnis.

Die Fanfreundschaft ging aber noch in die Verlängerung. Nach dem Besuch im GWD-Fan-Treff verabredeten wir uns zum Fan-Büfett im "Hotel Exquisit", was die Lübecker noch zu schätzen wußten, es organisierten und uns einluden. Das ließen einige sich nicht zweimal sagen. Bei Kalbsmedaillons, Kroketten, Erbsen und Möhren sowie Reis und einiges schmackhafte mehr (z. B. der Nachtisch) ging man regelmäßig zum Büfett, um dann gemeinsam über alles so zu plaudern. Gegen 20.00 Uhr war dieser insgesamt schöne Tag zu Ende, wir wünschten unseren Gästen eine gute Heimreise und einige werden wir beim Fanclub-Turnier im nächsten Monat in Lemgo wiedersehen.

Frank Wentzlawsky

siehe auch: über 80 Fotos auf unserem Fotoalbum von Krischi Meier

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25.04.09: GWD - SCM (Nachbetrachtung)

Eigentlich war durch den Anwurf am Nachmittag für mich der Besuch nicht möglich, aber das gute Frühlings-Wetter spielte mir exzellent in die Karten, was ich aber nicht weiter beschreiben will. Aber durch das schöne Wetter war gleich zu merken, als ich auf dem Parkplatz gegenüber der Kampa-Halle um 14.10 Uhr eintraf, daß die Halle nicht so voll werden würde. Immerhin 50 Minuten vor dem Anwurf waren noch zahlreiche Parkplätze vorhanden.

In der Halle traf ich dann sogleich Arlett, also der weibliche Fan aus Sachsen-Anhalt, die durchaus auch was für GWD übrig hat. In ihrer Begleitung eine gewisse Katja, das sog. SCM-Maskottchen, wie ich erfahren habe, wo  man auch etwas anderes hätte denken dürfen, zumindest was das Outfit betraf.

Wie schon bei ihrem letzten Auftritt in Minden im Dezember (gegen FAG) spielten die Hamburger Jungs Brauer/Holm eine nicht ganz unentscheidende Rolle. Für viele Zuschauer waren sie infach in der Anfangsphase zu weiche für so einige Aktionen der rustikalen Abwehr der Gäste. Außerdem trat gleich Karanbele negativ in Erscheinung, als er meinte, Medhus völlig unnötig nach einer bereits abgepfiffenen Situation zu rempeln. Damit war mal wieder Feuer in der mit 2.300 Zuschauern und Fans besetzten Halle. Dieses Feuer sprühte in den ersten 30 Minuten nicht aber auf unsere Mannschaft über. Zu ideenlos in der Vorwärtsbewegung und im Angriffsspiel machten es den Biegler-Schützlingen leicht. Hier trat zunächst Hegemann in Erscheinung mit zielungenauen Würfen, die ein leichtes für Nationaltorwart Heinevetter waren. Das Außenspiel fand zumindest auf der linken Seite kaum statt. Gylfi verhungerte dort, während Schmidt auf der anderen Seite an Heinevetter scheiterte, der auch zahlreiche Glanztaten aufweisen konnte. Trotzdem gelang dem ehemaligen Essener der so wichtige Treffer kurz vor der Halbzeit zum 8:10, nachdem auch Apollo einige Verzweiflungswürfe in Richtung Magdeburger Tor warf. Gut war unsere 7-m-Ausbeute, 4 von 5 Versuchen waren erfolgreich. Auf der anderen Seite erwischte aber auch Medhus einen Glanztag. So war es ein recht torarmes Spiel, 7:10 nach 24 Minuten, 8:10 nach 30 Minuten zur Pause.

Die 2. Halbzeit sollte total anders verlaufen. Während Medhus noch einige wichtige Bälle hielt und wir eine aufmerksame Abwehr weiterhin hatten, mutierte Heinevetter zum "Fischer von Minden". Immer wieder mußte er die Bälle aus dem Netz holen. Das lag darin, daß GWD die zweiten 30 Minuten viel variabler spielte, immer in Bewegung war. Und die Außen wurden hervorragend eingesetzt. Gylfi auf links bekam seine Bälle und versenkte sie sicher. Und Andy Simon machte ganz sicher mit sein bestes Saisonspiel und war gänzlich ohne Fehlwurf. Und das nicht nur von Außen, sondern auch im Tempogegenstoß und im Rückraum. Und Gylfi mogelte sich an den Kreis machte auch aus dieser Position seine Tore. Es kam auch kein Bruch ins Spiel, als Hegemann nach der 3. Zeitstrafe sich das Spiel vom Rande angucken durfte. Apollo machte auf der Königsposition einfach weiter. Schäpsmeier steigerte sich auch, so daß das GWD-Kollektiv in der Mitte der 2. Halbzeit seinen Vorsprung zum Sieg entscheiden ausbaute. Sie profitierten und nutzten die vielen, vielen Zeitstrafen, die der SCM in dieser Phase bekam. Die letzten 8 Minuten mußte GWD dann auch einige Unterzahlspiele überstehen. Da kam der SCM zu leichten Toren, aber vorne ließ sich GWD nicht beeindrucken und man find immer wieder den Drang zum Tor und die entscheidende Lücke, um erfolgreich abzuschließen.Magdeburg hatte keine Chance mehr und setzte seinen Abwärtstrend fort, während für unseren GWD die 24-Punkte-Marke durchaus noch drin ist. Sehr gut und engagiert wirkte auch Richard an der Seitenlinie. Lange nach Spielschluß war er ein gefragter Mann. Erst kam ein Polizeistreife des Weges die Hahler Straße entlang und wollte was vom Spiel und dem Ergebnis hören, und in dem Moment hupte eine Besatzung eines Feuerwehrautos auf den 10. Saisonsieg!

Frank Wentzlawsky

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11.04.09: Nachbetrachtung GWD - TuSEM

Nach dem weiten Trip in der Woche kam nun das genaue Gegenteil in die Kampa-Halle. Im Vorhinein war man schon gespannt, wie sich GWD gegen den TuSEM schlagen würde, also der Mannschaft, die bislang erst einmal gewonnen hat - gegen uns. Wenn auch mit einem anderen Kader, so galt dieses Spiel doch als Riesen-Blamage. Trotzdem erhoffte man sich einen ruhigen und entspannten Abend, denn seit 2 Jahren fand mal wieder ein Spiel in Minden in der höchsten deutschen Spielklasse an einem Samstag abend statt. Gespannt war man auch auf die Zuschauerzahl. 3.000 pilgerten in unsere BL-Heimspielstätte. Das Wort "zahlende" verschwieg man aber großzügig. Kein Wunder, wurden doch zahlreiche Freikarten für dieses Spiel verteilt. In Anbetracht, daß über Ostern immer viele Leute einen Kurzurlaub unternehmen, war die Zuschauerzahl aber doch beachtlich.

Gespannt war man auch über die Qualität des Gegners. Und nach 10 Minuten war man doch ziemlich baff. Das sie in der Liga nicht annähernd mithalten können, war bekannt, aber so was schwaches, so ein erbärmliches Niveau hätte ich dann doch nicht gedacht. Vom kämpferischn her gaben sie sicher alles, aber spielerisch... Sicherlich schwierig für Haaß und Co., in einem solchen Spiel zu glänzen, aber unsere Jungs machten das sehr, sehr ordentlich und über weite Strecken sehr konzentriert. Nach 10 Minuten stand ein klares 7:0 auf den Anzeigetafeln, und nach 18 Minuten dann 11:1. Das einzigste Gäste-Tor erzielte nicht von ungefähr der Kreisläufer bis dahin, nämlich Wienczek, der mit Abstand beste und gefährlichste Essner. Eine höheren Rückstand bzw. spätere höhere Niederlage verhinderte desweiteren der Gäste-Keeper Kulhanek. GWD ließ den Tabellenletzten die letzten 10 Minuten vorsorglich etwas mitspielen, so daß dieses einseitige Spiel mit einem 17:7 in die Halbzeitpause ging. Medhus im Tor knüpfte nahlos an seine starke Leistung von Mannheim an, bei den RNL hatten die Würfe aber auch eine andere Qualität.

In der 2. Halbzeit gab es einige Veränderungen. Malik durfte in einem seiner letzten Spiele für GWD ran, er fing bombig an, hielt u. a. 2 "Siebener", konnte dann aber das Niveau nicht ganz halten, ohne daß er jetzt schlecht gespielt hat. Für Hegemann übernahm vermehrt "Apollo" das Kommando und Joschi durfte Simon ran. Nicht ganz einfach, in dieser bereits deutlich entschiedenen Partie noch Akzente zu setzen. Doch GWD prägte weiterhin diese Begegnung, am Ende hieß es in einer für viele Zuschauer recht langweiligen Partie 35:17. Ein standesgemäßer Sieg, auch in dieser Höhe!

Mitunter tragisch endete das Comeback von Georg Auerswald. Nach 18 Minuten für den guten Henriksson reingekommen, endete es schon 7 Minuten später. Nach einem harmlosen Foul (deswegen keinen Vorwurf an seiinen Gegenspieler) mußte Schorse mit Verdacht auf Bänderriss in das Klinikum gefahren werden. Von hier gute Besserung!

In den Interviews im Fan-Treff erzählte dann zum einen Andreas Simon, daß er mit 25 Jahren eine neue Herausforderung sucht und GWD in Richtung Hamm verläßt und der noch unter Vertrag stehende Moritz, daß er sich keine Sorgen macht, daß noch keine neuen Spieler (bis auf den Polen Wleklak) verpflichtet sind und es bei GWD ja immer so spät wird, bis Neuzugänge präsentiert werden. Er vertraut da ganz auf Hotti, und viele interessante Spieler, die frei sind, sind eben Optionen für GWD.

Frank Wentzlawsky

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10.04.09: Wir waren in ...Mannheim

Als vor wenigen Wochen bekannt wurde, daß dieses Spiel auf einen Mittwoch abend gelegt wurde, beschloß der Fan-Club, trotzdem einen Bulli für die weite Fahrt nach Mannheim einzusetzen. Willi hatte sich bereit erklärt, als Fahrer diesen Bulli zu steuern, und die übrigen 7 GWD-Fans wurden auch für diese Auswärtsfahrt gefunden. In diesem Zusammenhang bedankt sich der GWD-Fanclub ganz herzlich für die zur Verfügungstellung des Vereinsfahrzeugs bei Rainer Hösl. Die übliche Verpflegung hatten wir an Bord, diesmal ausnahmslos gesponsert. Den Kaffee von Ina, Willi und Erika, die übrigen Getränke auch von Willi und Erika, den Kuchen von Detlef und Pascal und die Schnitzel von meiner Wenigkeit.

Bei guten Straßenverhältnissen und angenehmen Wetter kamen wir über die verschiedenen Autobahnen auf der Hinfahrt sehr gut durch. Die Hauptpause machten wir auf der Raststätte "Hasselberg" und da wir gut in der Zeit lagen, machten wir einen von der SAP-Arena einen kurzen Abstecher in ein nahe gelegenes Industriegebiet und machten bei "McDonalds" in der Farlachpassage Rast. GWD-News bekamen wir per Handy von Michi aus Lübeck, die uns mitteilte, daß das GWD-Heimspiel gegen den HSV am 16. Mai auf den Nachmittag vorverlegt wurde.

Dann fuhren wir den kurzen Weg zur Arena. Sehr freundlich vom Parkplatz-Team, welches unseren Bulli durch die Schranke auf den VIP-Parkplatz ließ und wir durften uns neben dem Mannschaftsbus stellen. Überhaupt muß man sagen, daß während der ganzen Zeit dort die Fans von den RNL sehr, sehr freundlich waren.

Um 20.15 Uhr begann diese Bundesliga-Begegnung unter den ausgezeichnet leitenden Pritschow-Brüdern. Unser Team begrüßte uns von unten, ein deutliches und richtiges Zeichen nach den Vorfällen nach dem Wetzlar-Spiel, wie ich fand, wir klatschten natürlich zurück. Und die Ratka-Truppe war gleich hellwach, war sehr aufmerksam, nutzte Fehler der Gastgeber und ärgerten die Löwen, 2:0, 3:1 und 5:3-Führungen war die logische Folge. Gylfi hatte sogar die Chance auf 6:3, aber Szmal mit einer hervorraenden Parade stoppte unseren Isländer beim Torerfolg, deswegen kein Vorwurf an unseren Spieler. Einen starken Eindruck in der Anfangsphase hinterließ auch Michael Haaß. Die RNL versuchten aufzudrehen, gingen auch mit 9:8 und 12:9 in Führung, aber gerade unsere Abwehr mit Medhus im Kasten knackten viele Versuche und blockten sehr gut. So kamen wir wieder auf 12:13 aus unserer Sicht heran. 8 Sek. bis zur Halbzeit waren da noch zu spielen, und dann kam noch eine sehr ärgerliche Situation. Unsere Mannschaft war wohl schon in der Kabine und so konnte Gudjundsson unbehelligt aus weiter Distanz werfen, Medhus hatte gegen diesen Wurf letztendlich keine Chance. Auf der Seite der RNL war neben dem Isländer und Bielecki Uwe Gensheimer einer der überzeugendsten und starken Spieler.

Die 2. Halbzeit sollte sehr torarm beginnen. Unkonzertriertheiten und weiterhin bärenstarke Torhüter gaben den Ausschlag. Bei GWD stand die Deckung mit Hegemann und Haaß sehr gut, Ingimndarson trat die Reise erst gar nicht an. Keine Ahnung, warum er ausgefallen ist. Während Just auch sehr unglücklich agierte und sehr blaß blieb, baute Haaß immer mehr ab und Hegemann ging im Offensivspiel völlig unter. Unplazierte Würfe waren kein Problem für Abwehr und Torhüter. Im Spiel hielt uns lange Gylfi und Andreas Simon mit 2 tollen und souveränen Tempogegenstößen. Beim 1. Tempogegenstoß gab es die kuriose Situation, das ein RNL-Spieler an Andy dran war und dann plötzlich wie aus heiterem Himmel von Andy weg auf die andere Seite des Spielfeldes lief. Somit konnte unser Eigengewächs die freie Bahn nutzen.

Schade, daß die Niederlage mit 20:28 noch relativ hoch ausfiel, bis zum 18:20 nach ca. 48 Minuten war das Match offen. Mehhrere Gründe sind für die 8 Tore Differenz verantwortlich. Mal wieder unsere derzeitige Siebenmeter-Schwäche, 3 von 5 Fehlwürfen fanden nicht ins Ziel. Und bei 4 Überzahlspielen hat es unsere Mannschaft leider fertiggebracht, kein einziges Törchen zu erzielen, einmal sogar zeitweise in doppelter Überzahl.

Gesamtfazit: Fairerweise muß man sagen, daß unsere Mannschaft sich sehr ordentlich aus der Affäre gezogen hat. Schön auch, daß Jan Pohlmann die letzten 10 Minuten spielen durfte, und daß nicht schlecht. Eine Zeitstrafe gegen Moritz war die Ursache, und Richard hat ihn gleich draufgelassen, als die Strafe abgelaufen war. Mannschaft und Fans incl. 5 Leute vom C 24 bedankten sich gegenseitig brav und artig für Spiel und Unterstützung.

Und so traten wir durchaus gut gelaunt die Heimreise an. Und die hatte es in sich. Auf unserer einzigen Rastpause "Am Biggenkopf" kurz vor Paderborn kam die Polizei mit einem Einsatzfahrzeug an den Bulli, kurbelten die Seitenscheibe herunter und der Fahrer des grün-silberten lackierten Autos fragte in unsere Runde: "Na, hat GWD wieder was auf den Sack bekommen"? Wir "protestierten" natürlich gegen diese ungemeine Diffamierung und kamen so zu einem längeren Stop und unterhielten uns mit den beiden Polizisten über GWD, den Handball, die Bayern in Barcelona, Blitzer und ihren Job. Recht locker die beiden Uniformierten. Die Pause dort sollte aber nicht der letzte Stillstand gewesen sein. Hätten wir doch auf die beiden gehört. Auf dem Übergang von der A 33 auf die A 2 fuhren wir gleich wegen einer Baustelle um 02.00 Uhr nachts in einen Stau, Zeitverlust nochmal ca. 15 Minuten. Um 02.45 Uhr kamen wir dann aber in Dankersen am Helmut-Meisolle-Jugendheim an, eine schöne Fahrt ging zu Ende. Danke an Willi für eine reibungslose Fahrt!

Frank Wentzlawsky

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30.03.09: Nachbetrachtung GWD - Wetzlar

"Einiges gut machen" hieß es im Vorfeld dieses Spiels. Bezogen auf dieser Aussage von Trainer und Spieler war natürlich das katastrophale Hinspiel in Wetzlar, wo man praktisch ohne Gegenwehr in ein Desaster hineinlief. Man konnte also einiges erwarten. Appetit machte dazu noch mit einer hervorragenden Werbung der WEZ mit seiner "WEZette". Spieler wie Ingimundarson, Medhus, Schäpsmeier, Schmidt und Just agierten sozusagen als "Models" im grün-weißen Trikot. Und so kamen immerhin 3.100 Zuschauer und erwarteten sicher nicht nur eine Wiedergutmachung, sondern auch streßfreies Spiel.

Was dann am späten Nachmittag passierte, als beide Mannschaften das Spiel starteten, hatte mit BL-Niveau nur selten was zu tun. Einzig die beiden Unparteiischen aus Köln und Bergheim waren das Eintrittsgeld wert mit einer recht souveränen Regelauslegung. Schon der 1. Siebenmeter von Aljoscha nach ein paar Sekunden war irgendwie symbolisch. Nicht, daß man auch mal einen Siebenmeter verwerfen kann, das ist klar. Aber er wurde leider halbherzig geworfen und so kann man Weber natürlich nicht überwinden. Nach dem 0:1 durch Wetzlar war es ein Doppelpack von Haaß, der den Spielstand mit 2 starken Würfen zum 2:1 drehte. Trotzdem plätscherte das Spiel vor sich hin. Beim 8:6 konnte GWD erstmals und einzig eine 2-Tore-Führung erzielen. Man uß aber klar sagen, daß man von Hegemann in so einem Spiel als erfahrenen Haudegen einfach mehr Ruhe und Sicherheit erwarten darf. Doch leider erwischte der Ex-Lemgoer einen rabenschwarzen Tag und war mit dem Aufbau total überfordert. Hoffnung auf einen Erfolg kam auf, als Buschmann für Schäpsmeier ins Spiel kam. Buschmann konnte weitestgehend seine Stärken ins Spiel bringen, sowohl als Torschütze als auch als Anspieler. Leider konnten andere Spieler ihre hervorragenden Möglichkeiten oft nicht in Tore ummünzen. In der 1. Halbzeit spielte auch Wetzlar sehr pomadig uhd Medhus konnte nch einige Bälle herausfischen. Aber auch durch vergebene Siebenmeter unsererseits und einem Christohersen als zentraler Figur beim Gast stand es zur Pause dann doch schon 15:12 für Wetzlar, ein Pfeifkonzert begleitete unsere Jungs in die Kabine.

Kurz nach der Halbzeit schien die Messe gelesen zu sein, GWD war einfach nicht bei der Sache, was sehr schade war. 12:17. Ein neuerliches Debakel gegen Wetzlar schienen Formen anzunehmen. Doch irgendwie raufte sich GWD zusammen, spielte endlich mal im Verbund, fing Bälle ab und agierte in Unterzahl (teilweise doppelter Unterzahl) einige Minuten bravourös. Und urplötzlich stand es 18:17. Doch wieder einmal konnte GWD die Gunst der Stunde nicht nutzen und fiel in die alte Leier zurück. Bis 5 Minuten vor Schluß hoffte man wenigstens in einem sehr schwachen Spiel auf einen Punkt, doch ließ die HSG aus dem hessischen nicht mehr zu. Eine erneute Pleite gegen einen Mitkonkurrenten um Platz 12. Soviele Zuschauer dürften nach dieser Niederlage, auch die Art und Weise eben, in der laufenden Saison wohl kaum noch kommen. Es sei denn, Richard bekommt noch die Kurve und die Spieler wissen, daß sie für das Publikum und auch die Geldgeber spielen. 

Argumente für weitere und neue Sponsorengelder dürfen jetzt erst mal fehlen. Man kann nur hoffen, daß die Mannschaft auf einigen Positionen ein neues Gesicht bekommt, denn so kann und darf es auf keinen Fall weitergehen. Beleidigende Kritik von Fans müssen sich die Spieler sicher nicht kommentarlos anhören, man sollte schon mit der Wortwahl manchmal etwas anders umgehen, wie so mancher Spieler mit seiner Antwort dann auch. Aber wenn "Hege" schon so empfindlich reagiert, wenn jemand fragt, wann der nächste Zug nach Düsseldorf geht, spricht es auch nicht unbedingt für ihn. Eine Beleidigung kann ich da nicht erkennen.

Die Finanzierung neuer oder etablierter Spieler wird durch die Vorstellung von gestern sicher nicht einfacher.

Frank Wentzlawsky

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15.03.09: Wir waren in... Stralsund ...

... was in Wirklichkeit nur die Hälfte der Wahrheit ist, denn neben dem (offiziellen) Fan-Bus am samstag morgen mit Frühstück, Mittagessen und dem Besuch des "Ozeanums" in Stralsund fuhr nicht nur die Mannschaft am Freitag los (direkt in den Spielort), sondern auch einige Fans privat schon einen Tag früher. Es ging ganz in die Nähe, nämlich nach Bergen auf Rügen, von aus am Freitag und Samstag einige Ausflüge nach Binz und zum weltberühmten Kap Arkona (Kreidefelsenküste) "zur Vorbereitung" auf den 2. Auswärtssieg gemacht wurden.

Gegen 17.50 Uhr trafen wir an der "versteckten" Vogelsanghalle im Stadtteil Grünhufe ein und begrüßten den Fan-Bus, wie immer organisiert von Wolfgang und den Krob´s. Vor dem Spiel trafen wir Hotti und einige Insider-Kenntnisse waren unsere.

Schön zu sehen, daß trotz der ausweglosen Lage des SHV  diese Saison die kleine Halle so gut wie wieder ausverkauft war. Es müssen nicht immer die großen Arenen sein, wo heute Erstliga-Handball geboten wird. Natürlich kann man finanziell heutzutage nicht mehr mithalten und wenn auch die Uhr nur von wenigen von uns mitgereisten Fans zu sehen war und ein Teil des Spielfeldes nur mit Koopfrenken oder überhaupt nicht zu sehen war, war es mal wieder ein schönes Erlebnis, in einer kleine Halle dabei zu sein.

Das Spiel begann mit einer Schweigeminute für gleich 2 schreckliche Ereignisse. Der Amoklauf von Winnenden und Wendlingen sowie der Tod von Spieler Sebastian Faißt vom TSV Bayer Dormagen.

Die 1. Halbzeit hatte leider wenig mit Erstliga-Handball zu tun. Unsere Mannschaft hatte eigentlich unseren Gastgeber gut im Griff, so schien es, aber nicht sich selber, zumindest nicht in der Abwehr. Gerade die Außen war hinten ein Torso, aber auch Kreisläufer Hruby und Außen Nincevic trieb uns Anhänger zur Verzweiflung. Trotz mehrmaliger 2- und 3-Tore-Führungen schafften wir uns nicht, auch durch dumme Fehler im Aufbau nicht abzusetzen. Zumal im SHV-Kasten mit Tsilmparis auch nicht gerade ein sicherer Rückhalt stand. Zuviel verzettelten sich Haaß und Co. in der Abwehr, einzigst Hegemann übernahm die Verantwortung un traute sich was zu. Die Gastgeber witterten aber die Überraschung und kämpften um ein gutes Ergebnis und evtl. auch mal wieder um zwei zusätzliche Pluspunkte. Auf unserer Bank, so schien es, hatte bereits Stephan Just das Zepter übernommen. So ist er halt. Er fühlt sich voll und ganz mit GWD verbunden, nicht zuletzt deshalb war der erste, der über die Saison hinaus verlängert hatte. Die Ernüchterung zur Halbzeit war groß, 16:16, Medhus (kam nach 18 Minuten für einen desolten Malik ins Tor)verhinderte einen Pausen-Rückstand von 2 Toren und Gylfi setzte in einfacher Unterzahl den 16:16-Ausgleich wenigstens in die Maschen.

In der 2. Halbzeit kamen dann die mal wieder unnötigen und unverständlichen Entscheidungen von Brauer/Holm aus Hamburg. GWD und vor allen Dingen Gylfi wurde extrem benachteiligt, doch Stralsund konnte kein Kapital daraus schlagen, im Gegenteil, GWD zeigte dann doch, wer auf Platz 13 steht mit 14 Punkten steht und wer nur 4 Pünktchen auf dem Konto hat. Stralsund baute ab, unsere Abwehr stand dazu wesentlich gefestigter mit einem sicheren Medhus dahinter. Stralsunds 2. Keeper, Herholc, verhinderte ine 10-Tore-Niederlage bzw. noch höhere Niederlage gegen eine Mindener Mannschaft, die nichts mehr anbrennen ließ. Uns feierten ca. 60 mitgereiste "grün-weiße" Anhänger den 2. Auswärtssieg der Saison.

Auf dem Spielfeld wurde noch ein bißchen mit den Spielern gefachsimpelt und auf den Sieg beklatscht, und Michael Haaß bedankte sich für die weite Anfahrt und die tolle Unterstützung von der Tribüne.

Und so fuhr der Fan-Bus wieder Richtung Heimat und war um ca. 02.30 Uhr wieder in Dankersen eingetroffen, die anderen 5 "verrückten" Fans feierten den Sieg auf Rügen und schliefen selig noch eine Nacht im Hotel, bevor es auch wieder zurück nach Minden ging. 

Frank Wentzlawsky

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12.03.09: Rund um das Pokal-Viertelfinale GWD - HSV

Als am Ende des vergangennen Jahres in der Campus-Halle Flensburg u. a. das Pokal-Viertelfinale zwischen unserem GWD und dem HSV Hamburg ausgelost wurde, war die Euphorie, aber auch natürlich die Schwere des Loses in Minden bewußt. Komischerweise, so hatte man den Eindruck, ging das Interesse zurück, je näher das Spiel kam. Lag vielleicht auch daran, daß man auf den GWD-Ankündigungstafeln dieses Spiel schlicht und ergreifend unterschlagen hatte, statt dessen sah man als nächste Partie die BL-Begegnung gegen Wetzlar, die ja noch relativ weit weg ist.

Nun war also der 11.03. da, ein Tag, der in Deutschland ein natürlich beherrschendes Thema hatte, nämlich in trauriger Absicht. Der Verein zog es aber vor, vor dem Spiel einen Trailer zu zeigen, der für diesen Tag einfach nur geschmacklos war. GWD versenkte die HSV-Flotte.

Der Tag, an dem auch der Namensgeber dieser schönen Halle Insolvenz anmelden mußte, blieben viele Plätze leider leer, für ein so wichtiges Spiel war die ca. 2.500 Zuschauer einfach nur lächerlich. Darunter immerhin 150 Gäste-Fans.

Minden präsentierte sich in der so wichtigen Anfangsphase, wie Richard Ratka vermutete, recht ordentlich. Zwar konnte man leider den befürchteten Favoriten-Bonus für den HSV durch die Methe-Twins spüren, trotzdem ließ sich GWD davon nicht anstecken. Der Abwehrverbund packte schon zu, wirkte aggressiv gegen die Gille-Brüder, vernachlässigte alerdings ein genauso kämpferisches Mittel gegen Lackovic und Hens. Vorne standen wir leider viel zu weit von der Abwehr der Hanseaten weg, ein leidenschaftliches Draufgehen sieht sicher anders aus. So waren viele Bälle eine sichere Beute der HSV-Abwehr und von Jogi Bitter. Und trotzdem: Der HSV konnte sich trotz zweier Zeitstrafen gegen Haaß nicht absetzen, einmal führte sogar GWD mit 7:6 nach 18 Minuten, beim Gleichstand von 7:7 nach 19 Minuten nahm Ratka sehr früh und für mich auch unverständlicherweise die Auszeit der 1. Halbzeit. Mit dem besseren Ende für den Gast, der auf 7:9 erhöhte und fortan die Führung nicht mehr aus der Hand geben sollte. Nach einer dummen Zeitstrafe von Haaß folgte für ihn das Pokal-Aus im Gegensatz zu seinen Mitspielern bereits nach 29 Minuten. Und plötzlich stand es zur Halbzeit 10:14, der Kontakt war etwas abgebrochen.

Die 2. Halbzeit begann sehr, sehr torarm. Malik konnte zunächst seine gute Form von heute abend fortsetzen, allerdings verschenkten wir vorne zu viele Bälle, dazu bekam auch Gylfi seinen 2. Tempogegenstoß nicht an Bitter vorbei. Vielleicht wäre Ingimundarson besser alleine gegangen, es sah so ein bißchen danach aus, als ober Angst hätte, alleine auf Bitter zuzugehen.

So entwickelte sich in der 2. Halbzeit statt eines Pokalkampfes ein Freundschaftsspiel, wo dann auch Arne recht gut ins Spiel gegen seinen alten Verein fand, wobei Arne auch in der 1. Halbzeit schon 2 wichtige Tore für den HSV warf. Auf jeden Fall war der F-4-Traum nach 40 Minuten endgültig ausgeträumt, am Ende fielen in einer schwachen Partie noch ein paar Törchen zum Endstand von 18:24. Vom Ergebnis (also mit 6 Toren verloren) keine Schande, aber die Einstellung, das Unmögliche möglich zum machen, war leider kaum da. 

Für das Team und viele Fans gibt es aber keine Zeit zum Verschnaufen. Am Samstag steigt die Auswärtspartie beim Tabellenvorletzten in Stralsund. Die Mannschaft und einige GWD-Anhänger fahren morgen schon los, der Rest der GWD-Treuen dann am Samstag mit dem vorherigen Besuch des "Ozeanums".

Frank Wentzlawsky  

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19.02.09: Wir waren in... Kiel

Nur 3 Tage nach dem wichtigen Sieg gegen Balingen erwartete uns der Deutsche Meister, der diese Saison seinen Meistertitel mit Sicherheit verteidigen wird. Der Bulli mit dem Münchener Kennzeichen stand für uns in PW-Barkhausen bereit, und so stiegen dort und später in der Olafstr. die kleine Schar verrückter GWD-Fans ein, um unsere Mannschaft zu begleiten. Wolfgang regelte die Sache mit dem Bulli, Brigitte und Helmut und  kochten Kaffee und besorgten andere Getränke (zusammen mit Wolfgang) sowie die üblichen Frikadellen und Schnitzel.

Auf der A 2 sahen wir den "Kelder"-Bus mit unserem Team und überholten uns. So manch Spieler und Trainer Richard Ratka nahmen uns deutlich zur Kenntnis. Nach einem Stop in "Brunautal" folgte ein weiterer Halt mit mehr Zeit für Kaffee und Kuchen auf der Raststätte "Holmmoor". Nach einigen Minuten kreuzte auch der Mannschaftsbus auf, die beiden Trainer Niles und Richard winkten aus einiger Entfernung zu uns herüber, war ja klar, daß wir die Spieler vor dem Duell in Kiel in Ruhe ließen.

Die beiden Fahrer Wolfgang und Willi steuerten uns sicher und mehr als zeitig zu der Sparkassen-Arena, wie die Ostseehalle jetzt heißt. Ein ziemlich langweiliger Name für so eine Tradition. Da die Türen dieser Arena noch nicht geöffnet waren und es draußen nicht gerade warm war, hielten wir uns einige Zeit im Bulli auf, um kurz vor 19.00 Uhr ging es dann über einen Nebeneingang in die gewaltige Halle. Bis zum Anpfiff unterhielten wir uns mit dem ein oder anderen bekannten und unbekannten THW-Fan. Unter den 10.000 Zuschauern wirkten die wenigen Fans (neben uns waren noch 4 "Commandos" und einige andere GWD-Fans da) wie echte Exoten. Die Zeit bis zum Anpfiff der von Schulze/Tönnies aus Magdeburg geleiteten Partie verging schnell.

Und die 1. Halbzeit fabrizierten beide Mannschaften Handball vom allerfeinsten, d. h. GWD über 20 Minuten, der THW beeindruckende 30 Minuten. Und so kam es zu einem Torfestival. Bei Kiel wirbelten Kavtichnik, Lövgren, Jicha, Andersson, Ahlm und wie sie alle heißen, Karabatic war bekanntlich verletzt. Der THW war sehr konsequent mit den Torchancen, Medhus konnte einem leid tun, zu präsive waren die Abschlüsse. Doch GWD hielt lange dagegen - und zwar erfolgreich dagegen. Immer wieder wurden Lücken gefunden, der Rückraum beherrschte unsere Offensive, Gylfason und Schmidt hatten diesmal wenig Spielanteile. Tolle Tore,  wo Omeyer oft die Bälle aus dem Netz holen mußte. Haaß, Hegemann und Henriksson zeichneten für viele gelungene Aktionen verantwortlich. Eine Schwächephase darf man sich in Kiel natürlich nicht erlauben, das wird gnadenlos bestraft, egal, ob Hamburg, Lemgo oder GWD kommt. So hieß es trotz eines gehaltenen Siebenmeters von Medhus unglaublicherweise 26:17 für die Zebras. Deutete sich etwas eine Tor-Debakel hin? Eigentlich klar war, daß GWD hier nicht unter 40 Gegentore wegkommen würde.

Doch die Schleswig-Holsteiner bzw. ihr Trainer Gislason schickte die Spieler aus der 2. und vielleicht sogar aus der 3. Reihe (Weltgen, Wessig und Jurgeleit) aufs Spielfeld, aber andererseits waren mit Lundström, Jicha oder z. B. Zeitz immer noch Hochkaräter auf dem Boden der altehrwürdigen Ostseehalle, wie ich sie weiterhin nenne. Doch ein Spieler von Grün-Weiß stahl allen in den zweiten 30 Minuten die Show. Es war unser bosnischer Holländer (oder auch umgekehrt) : Malik! Was erhielt, stellte sogar Palicka uaf der Gegenseite klar in den Schatten. Gut, beide ließen jeweils nur 13 Tore durch,  aber wie Malik die Bälle hielt, war zumindest teilweise spektakulär. Ich habe schon vieles gesehen im Handball (Eigentore, hoch über das Tor verworfene Siebenmeter etc.), aber die Marke für den THW war mal wieder ein ganz besonderes Highlight. Jicha trat an, warf mit voller Wucht und der Ball blieb hängen. Nicht irgendwo zwischen dem Gestänge im Tor sondern unglaublicherweise bei Malik auf der rechten Seite (vom Schützen aus) zwischen Unterarm und Hüfte. Das brannte sicherlich ganz dolle, aber der vermeintliche Schmerz war sicher wie weggeblasen, als die komplette Halle Malik für diesen gehaltenen Siebenmeter mit donnerndem Szenenapplaus applaudierte. Das war Balsam für die Seele, Malik freute sich darüber ungemein und machte einen Diener. Keine 5 Minuten später eine ähnliche Situation. Diesees Mal durfte Dominik Klein ran. Auch diesen Siebenmeter fischte sich Malik, diesmal vergleichsweise "einfach". Und wieder brandete der Applaus, und wieder kam der Diener. Kurze Zeit später dann der nächste Siebenmeter: Diesmal versuchte sich Lundström. Diesmal war das rechte Bein dran, der Siebenmeter ging davon an den Pfosten und dannn ins Seitenaus. Frenetischer Jubel von über 10.000 Handball-Fans und Diener Nr. 3 von Malik. Er wurde dann fast logisch zum Spieler des Abends und bekam eine Flasche Champagner. Die hat er sich redlich verdient. Und auch durch diese Aktione blieb GWD sogar unter der magischen Zahl von 40 Toren, Endstand 39:30. Und damit war gut bedient, die Balinger Niederlage gegen Gummersbach tat ihr übriges zu.

Noch zum Schluß Randnotizen von 2 unserer Spieler. Schade, daß Mischa Schröder diese einmalige Chance nicht bekam, einige Minuten auf der Platte zu stehen. Auch wenn er sich möglicherweise festgespielt hätte für die nächste Partie am Sonntag in Soest, er hätte es vollauf verdient gehabt und es wäre eine Belohnung gewesen.

In der 2. Halbzeit bekam Andreas Simon seine Chance bzw. seine Spielanteile. Er vermochte sie leider nicht zu nutzen. Lustlos spulte er sein Programm ab. 

Weiterhin von der Rolle ist Stephan Just. Auch in Kiel ein sehr unglückliches Spiel. Man merkt, daß er zwar will, aber er bekommt seien Aktionen derzeit kaum auf die Reihe. Aber er ärgert sich wenigstens und versucht es besser zu machen.

Frank Wentzlawsky

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15.02.08: GWD - Balingen (Nachbetrachtung)

"Der Sieg im Hinspiel in Balingen ist nur was wert, wenn wir im Rückspiel nachlegen. Über alles andere als an einen Sieg denken wir auch überhaupt nicht". Das waren die Worte von Trainer Richard Ratka vor dem wichtigen Heimspiel. Und damit war alles gesagt. Und so pilgerten 3.800 Zuschauer zu uns in die Kampa-Halle, darunter ca. 50 Anhänger vom Gegner. Allesamt sehr angenehme Fans ihres Vereins, die schon gestern anreisten, im Hotel "Exquisit" in Bärenkämpen übernachteten, gestern u. a. das Leben im "Markt 15" unsicher machten und heute eine Schiffs-Tour über die Weser und den Mittellandkanal machten. Das Team von Trainer Dr. Rolf Brack übernachtete hingegen in Lübbecke und kam vom Wiehen zur Halle gefahren.

Die ersten Minuten ließ unser Team aufhorchen. Obwohl vorne auch noch nicht viel rund lief, gelang nach ca. 7 Minuten eine 3-Tore-Führung. Medhus entschärfte die ersten Rückraum-Würfe mit Glanzparaden, wir hingegen probten uns mehrmals im Vorbeiwerfen. Das 1. Tor war aber gleichzeitig der kuriosteste Treffer des Spiels. Nach einer Parade von Eiylers sprang Al Schmidt kunstturnmäßig in den Siebenmeter-Raum und bugsierte den Ball in die Hände von Haaß. Der hatte natürlich keine Mühe, zum 1:0 einzuwerfen, denn der Balinger Schlußmann war noch ganz woanders, aber nicht im Tor. Dann fiel nach eben ca.7 Minuten das 1:3 aus Sicht der Gäste durch ihren wirligen Kreisläufer, Wolfgang Strobel, und fortan lief nicht mehr viel zusammen. Viele Bälle kamen zu unplaziert oder gingen weiterhin daneben und darüber oder ebben der starke Eiylers war zur Stelle. Aber auch Balingen vermochte den Ausfall von RL Philipp Müller nicht zu nutzen und präsentierte sich in der 1. Halbzeit auch nicht gerade bundesligatauglich. Als Just bei uns reinkam, wirkte er wie ein Fremdkörper, der das Spiel nicht leiten konnte und alle anderen dadurch auch nicht gerade mitriß. Apollo war es auch, der es fertigbrachte, das leere Tor nach einem Abpraller nicht zu treffen, es wäre der Ausgleich gewesen. Etwas besser machten es die Württemberger, und auch ein starker Medhus konnte die kurz vor der Pause verdiente 11:8-Führung der Württemberger nicht verhindern. In Überzahl hätten sie auf 12:8 davonziehen können, doch typischerweise rannten sie zum wiederholten Male in ein Zeitspiel und konnten kein Kapital daraus schlagen. Ein unglaublicher Siebenmeter (war das pure Arroganz oder grenzenloses Selbstvertrauen) sowie 2 weitere Treffer brachten uns ein zu diesem Zeitpunkt noch unverhofftes Remis zum 11:11. Hätte es beispielsweise 15:10 für die Gäste gestanden, keiner von hätte sich bescheren dürfen. Halbzeit-Pause - und die Flying Devils aus Langenhagen durften wieder ihre akrobatischen Kunststücke zeigen.

Die 2. Halbzeit bot ein ganz anderes Bild. Auch wenn Balingen die Tore zum 12:11 und 13:12 erzielte, hatte wiederum den besseren Start und führte mit 15:13. Balingen konnte kurz noch mithalten, Siebenmeter durch Herth (alle traumhaft sicher verwandelt) hielten sie im Spiel, aber Minden wurde immer dominanter Immer wieder wurde Fiete gut eingesetzt, durch die 3-2-1-Deckung der Balinger explodierte er förmlich machte in Tor nach dem anderen. Dazu kamen die beiden Außen. Schmidt mit sicher verwandelten Siebenmeter (und den einen, den Slaby hielt, pflückte er von oben runter den Ball und verwandelte eiskalt im Nachwurf). Dazu Gylfi auf der anderen Außenseite mit wunderschönen und harten Würfen an den Torhütern des Gegners vorbei. Zu diesem Zeitpunkt (ab Mitte der 2. Halbzeit) erspielte und erkämpfte sich GWD den entscheidenden Vorsprung und im Tor hatte Svenn-Erik inzwischen Eiylers und Slaby klar ausgespielt und somit das TW-Duell klar gewonnen. Im Gefühl des sicheren Sieges verzettelte sich GWD noch einige Male, aber der Sieg war unser, zu groß war der Vorsprung (31:26 nach 56 Minuten). Außerdem: Wir gewinnen nic ht wegen dem Torverhältnis, wir gewinnen wegen der Punkte. 

Fazit: die 2. Halbzeit war klasse und eine Bestätigung der guten Heimspiele im Dezember. Wenn jetzt z. B. auch noch Just an alte Tugenden und Glücksmomente anknüpft (er kann einem manchmal schon etwas leid tun), dann wird der Rest der Saison noch mehr Spaß machen als ohnehin gehofft. Auch die gesunde Aggressivität, die wir an den Tag legen, bereitet mir große Freude. Und nun kommt das leichteste Spiel der Saison - am Mittwoch in Kiel.

Frank Wentzlawsky

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29.12.08: Wir waren in... Dessau

Das Beste zum Schluß des Jahres 2008 war aus GWD-Sicht nicht etwa das BL-Spiel gegen Nordhorn, sondern die Teilnahme am internationalen Handball-Turnier um den "Peugeot-Cup" in der Anhalt-Arena Dessau. Aber unser Team sollt nicht alleine sein, deshalb machten sich in den frühen Morgenstunden des 28.12. 7 GWD-Fans auf den Weg nach Sachsen-Anhalt (Willi als Fahrer/vielen Dank für das sichere chauffieren auf der Hin- und Rückfahrt, Erika, Ina, Sabrina, Stefan, Frank II und meine Wenigkeit). Also um 08.00 Uhr ging es in Dankersen los, die Straßen waren erwartungsgemäß recht leer und so kamen wir gut durch bis zur Pause. Diese Rast machten wir bei einer großen Schnell-Imbiß-Kette ("Ich liebe es") im Gewerbegebiet Hansestr. in Braunschweig. Hier wurde ausgiebig gefrühstückt und geschnackt. Nach ca. 45 Minuten ging es weiter auf die A 2 Richtung Magdeburg, dann auf die A 14 (Richtung Halle/Leipzig) und in Calbe an der Saale verließen wir die Autobahn, um die restlichen ca. 35 km auf Landstraßen zu verbringen. Orte wie Schwarz (heißt so wirklich), Kleinkühnau, Lödderitz und Aken, wo die ehemalige DDR noch DDR zu sein scheint. Immerhin: Je näher unser Zielort Dessau kam, umso besser wurden die Straßen.

Noch klar vor unserer Mannschaft kamen wir vor der Arena an. Maik von den "Beavers" erwartete uns und nahm uns mit in das Innere. Zunächst wurden wir in die Katakomben geführt, in einen kleinen geselligen Raum, wo die Eintrittskarten, die Maik bereits besorgt hatte, auf uns als Abnehmer warteten. Dann ging in die noch recht bescheiden gefüllte Halle (die Uhr zeigte 11.40 Uhr) und wir 7 eroberten uns gleich Plätze in der 1. Reihe hinter einer Auswechselbank. Während des 1. Spieles dieses Turniers kreuzte dann auch das Team von GWD auf. Und die Spieler und Trainer staunten nicht schlecht, als sie uns sahen. Im ersten Spiel standen sich unsere Gruppengegner gegenüber. Der vermeindliche Underdog aus Leipzig (stecken in ihrer Regionalliga im Abstiegskampf) und die Weißrussen von Regia Victoria Minsk. Und der DhFK aus Leipzig mit Trainer Wolfgang Pötsch wollte gleich für klare Verhältnisse sorgen und überraschte somit die weit angereisten Gäste.Und so stand es schnell 6:3 für die Deutschen, bis zur Halbzeit fing sich aber das weißrussische Vereinsteam und konnte ausgleichen. Die 2. Halbzeit (alle Spiele gingen über 2 x 15 Minuten) dominierten nun die Minsker, Leipzig hatte nun nichts mehr entgegenzusetzten, erzielte nur noch ein Tor und verlor noch deutlich mit 8:18. Dann folgte Gruppe B mit dem dortigen Eröffnungsmatch des Zweitligisten Concordia Delitzsch(gute Plazierung in der Staffel Süd) gegen die tschechische Vertretung von Dukla Prag. Diese Spiel waren sehr offen, denn nach einer schnellen 5:1-Führung von Dukla fing sich Concordia und hielt das Spiel bis zum Schluß spannend. Letztendlich aber feierte Prag einen 18:17-Auftakterfolg.

Bevor dann GWD auflief in dieses Turnier, schüttete uns Trainer Richard Ratka sein Herz bei uns "Verrückten" aus. Aus diesem Grund relativiere ich eine ganze Menge an meiner auch ausgeführten Kritik am Trainer, das Lob, was ja auch von mir verteilt wurde, bleibt natürlich bestehen. Ich sehe jetzt einige Sachen mit ganzen anderen Augen im Verein und der Trainertätigkeit von Ratka. Zurück zum Turnierverlauf: Es spricht für unsere Mannschaft, daß Jan Fiete und Moritz in Dessau dabei waren, obwohl sie verletzt nicht auflaufen konnten. Ansonsten fing Ratka mit der stärksten Formation an (mit der Ausnahme: Simon auf links in der Start-Sieben) gegen Minsk. Und die nahmen schon früh eine Auszeit, denn GWD startete wie die Feuerwehr und führte mit 3:0. Minsk wurde zwar etwas stärker, aber bis zur Halbzeit hielt GWD den Vorsprung mit 11:9. GWD hielt auch danach Minsk auf sichere Distanz und führte zum Teil mit 4 Toren. Endergebnis 19:17. 

Dann kamen die Gastgeber des DRHV 06, und die Massen strömten nun auf ihre Plätze, und so wurde insgesamt 1823 Zuschauer gezählt - inklusive 7 GWD-Anhänger! Dessau wirkte phasenweise vor eigenem Publikum zu übereifrig und so konnten sie Prag zwar ärgern, aber nicht dominieren. Das Spiel wogte hin und her und Dessau behielt das glückliche Händchen für sich und gewann 17:16. Pure Spannung also in Gruppe B.

In der GWD-Gruppe reichte unserem Team schon ein 1-Tore-Sieg gegen Leipzig, um als Gruppensieger das Halbfinale anzugehen. Gegen den DhFK wurden mit Helmdach, Pohlmann und Büchte Stammspieler von GWD II eingesetzt. Janis konnte natürlich mit seiner kleinen BL-Erfahrung überzeugen, während Jan und Mirko noch in das Turnier finden mußten, aber gute Ansätze zeigten. Das war gut für Leipzig, die zwar 1:0 und 2:1 in Führung gingen, aber dann wieder chancenlos waren und GWD auf der anderen Seite den Stiefel gefahrlos herunterspielte. 9:6 zur Pause, nach 5-Tore-Führung ein 16:13 gegen Leipzig eben - im Schongang.

Dann kam das 2.Liga-Derby zwischen Dessau und Delitzsch. Die Positionen in der Gruppe waren minütlich anders verteilt, jder war mal (auch die spiellosen Prager) auf den Plätzen 1, 2 und 3. Nach dem Remis zur Halbzeit schien dann Delitzsch wegzuziehen - 11:8. Den Gastgebern drohte das Spiel um den letzten Platz, bis dann der große Auftritt von Gastgeber-Torwart Sprecher kam. Mit zahllosen Paraden fand Dessau wieder ins Spiel, die Stimmung in der Anhalt-Arena war bombig und der DRHV zog noch vorbei und warf Delitzsch damit auch aus dem möglichen Halbfinale. Am Ende stand ein 15:13 auf der Anzeigentafel.

Dann kam die Pause bis zu den Halbfinalspielen. Hier gingen wir in den Raum zu den "Beavers-Fans", die uns mit viel Aufmerksamkeit und Engagement begrüßten und uns köstlich mit div. Getränken, heißen Würstchen und Nudelsalat zum Nulltarif versorgten. Ein ganz großes Dankeschön. Dazu wurde natürlich miteiander gescherzt und gefachsimpelt. 

Schnell verging die Zeit, denn GWD war wieder an der Reihe. Dukla Prag war das Hindernis, was auf dem Weg ins Finale es wegzuräumen galt. Und nach den Gruppensiegen drehten die Mannen von Richard Ratka auf. Schon nach 15 Minuten zur Halbzeit war das Spiel entschieden. GWD spielte sich in einen Rausch, so daß Dukla Prag Hören und Sehen verging. Und die Spieler hatten ihren Spaß. Tempogegenstöße, herrliche Angriffskombinationen, eine bruchsichere Mauer hinten und zwei starke Torleute Medhus und Besirevic. Als die Messe gegessen war, kamen auch wieder Helmdach, Büchte und Jan Pohlmann. Und das schöne war: Sie reihten sich ein in das attraktive Spiel und so wurde Dukla Prag mit 22:9 förmlich aus allen Turnierträumen gerissen. Das 2. Halbfinale zwischen Dessau und Minsk war an Dramatik dafür nicht zu überbieten. Dessau bestimmte 25 Minuten das Geschehen, Minsk konnte nur auf Fehler von Dessau reagieren, aber beim 14:10-Zwischenstand für Dessau setzte keiner in der Halle auch nur ein Pfifferling auf die Truppe aus Weißrussland. Aber Dessau gingen plötzlich die Kräfte aus, sie konnten die Führung bzw. das Spiel nicht nach Hause schaukeln. Dennoch war wiederum durch starke Torwartparaden und in Unterzahl wenige Sekunden den vor Ende der Siegtreffer möglich. Doch es deutete alles auf ein Siebenmeter-Werfen oder Verlängerung hin (der Modus beim Remis war uns nicht klar). Doch die Pysall-Mannschaft vertändelte erneut den Ball, schneller Tempogegenstoß, ein Minsk-Spieler wurde beim Wurf wohl leicht behindert, doch er kam eben frei zum Wurf, Glanzparade von Sprecher, doch die beiden Schiedsrichter gaben zur Überraschung aller eine Siebenmeter für das Team aus Minsk. Wütende Pfiffe begleiteten den Schützen bei der Ausführung, was wenig half, denn er verwandelte ziemlich sicher. Aber die Pfiffe blieben und enttäusche Zuschauer verließen die Halle. Wir natürlich nicht, wir fanden uns wieder im Raum der Dessauer ein und hatten einige Zeit, wieder zu quasseln. Das Spiel um Platz 5 interessierte uns weniger (Delitzsch - Leipzig 13:11).

Das kleine Finale. Die Spannung war aus heimischer Gastgeber-Sicht vollkommen raus, und so spielte dann auch der DRHV 06. Keine Ideen, Lustlosigkeit und so wurde es ein einseitiges Spiel. Denn Dukla Prag machte nicht mit und zog einsam davon. Halbzeit 11:4. Wer ein Aufbäumen nochmal erwartete, wurde bitter enttäuscht. Das Debakle ging unverzüglich weiter, beim 9:22 wurde es schon fast peinlich. Immerhin blieb es beim 12:22, weil Dessau einige Nachlässigkeiten wenigstens zum Schluß ausnutzte. Damit blieb der GWD-Tageshöchstsieg aus dem Halbfinale bestehen!

Das Finale, und mal wieder kam es zum Duell Minsk - GWD. Gylfi war schon ziemlich fertig, so daß Aljoscha ausnahmsweise auf Rechts spielte und auch dort seine Sache genial machte. GWD fing da trotz fast 2 Stunden Spielpause an, wo sie gegen Prag aufgehört haben. Der grün-weiße Express fegte über das Parkett, so daß Minsk nur zusehen konnte, wie Just und Co. domnierten. Auf der GWD-Bank herrschte beste Stimmung, Just zeigte sich auch als Spaßmacher als Künstler seines Faches und das Publikum juchte über seine Aktivitäten. Denn längst zauberten wieder neben den etablierten Spielern auch die Youngster und Regiospieler. Ich bekam von einem Dessauer Fan die Trommel geschenkt. Wir saßen zunächst hinter den Weißrussen, und das Getöse der Trommel machte denen überhaupt keinen Spaß. Aber da muß man durch, gell, ihr Minsker! Als unsere Spieler vor uns Platz nahmen, nahm ich natürlich Rücksicht. Ratka dreht sich um und guckte etwas verzweifelt, Gylfi signalisierte mir, bitte möglichst nicht zu trommeln. Nun, bei Torerfolgen, und die kamen reichlich und bei Abwehr- und TW-Aktionen mußte ein bißchen Trommelwirbel sein, meine Herren!

Ein gut organisiertes Turnier ging mit einem überlegenen Turniersieger aus Minden zu Ende. Neben dem Startgeld von 3.500 Euro kassierte GWD den Siegerpokal und die Siegprämie von 2.000 Euro ein. Michael Haaß als bester Feldspieler und TW Sprecher aus Dessau als bester Torhüter erhielten ebenfalls eine Trophäe in Blau als Auszeichnung.

Danach verabschiedeten sich Spieler und Fans und wir wünschten uns gegenseitig einen guten Rutsch und ein frohes neues Jahr, was ich an dieser Stelle allen Lesern jetzt auch wünsche. Dann wurden die letzten Umarmungen der Mindener und Dessau-Roßlauer Fans gemacht und nach ein bißchen Scheibenkratzen ging es ohne Pause wieder nach Minden. Zwiswchendurch sahen wir auf der A 2 in Höhe Helmstedt was nicht so schönes. Auf der Gegenfahrbahn brannte gerade ein PKW. Personen wurde Gott sein Dank im Feuer des Innenraums nicht gesichtet. Da die Heckklappe offenstand, konnte sich die Person/konnten sich die Personen wohl retten.

Für uns GWD-Fans ging derweil um ca. 23.40 Uhr ein schöner Tag zu Ende. Zum Abschluß des Jahres nochmal ein echtes Highlight.

Frank Wentzlawsky

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24.12.08: Wir waren in... Hamburg

Einen Tag vor Heiligabend gab es eine Premiere aus Fan-Club-Sicht. Es gab 2 Abfahrten an der Olafstr. Um 15.00 Uhr am Nachmittag startete der "normale" und gut gefüllte Fan-Bus unter der Leitung von Wolfgang Franke. Über 40 GWD-Fans freuten sich auf die Tour dorthin. Am frühen Morgen um 08.00 Uhr in der Dunkelheit machten sich indessen 30 Leute auf, um die Hansestadt zu erobern. Es war wie angekündigt die Fanclub-Mannschaft mit ihren Angehörigen und Freunden, die sich in den beiden Vereinsbullis (Danke an den GWD-Hauptverein und die beiden Fahrer Silvia und Arnd) und mehreren Privat-PKWs auf den Weg machten.

Auf der Raststätte "Allertal" wurde eine kleine Frühstückspause eingelegt, dann ging es weiter nach einer "Pinkelpause" im Hafengebiet von HH zu den Arenen, wo wir unsere Fahrzeuge abstellten. Wie man in Hamburg umsonst mit dem Linienbus fährt, wußten wir dann kurze Zeit später. Die Busfahrerin der Linie 22 hatte einfach keine Zeit, uns alle abzukassieren. Obwohl der Bus überpünktlich war. Auf dem S-Bahnhof lösten wir dann aber natürlich die Fahrausweise für den Tag. In der Nähe des Jungfernstiegs war zunächst das "Alex" unser Ziel. Hier wurde entweder schon zu Mittag gegessen oder einfach nur was getrunken und sich für die nächsten Stunden gestärkt. Danach ging wir un kleineren Gruppen in die nahegelegene direkte Innenstadt. Dabei traf man sich immer wieder. So manche Weihnachtsmärkte (wie z. B. am Rathaus) wurden besucht und außerdem bemerkte man im Bereich der Haupteinkaufsstraße Mönckebergstr. das hektische Treiben der gut besuchten City vor den Festtagen. In der Europa-Passage wurde dann eine weitere Kaffee-Pause eingelegt. Dann ging es noch kurz andie Landungsbrücken. Bei trübem Wetter war hier wenig Trubel angesagt, die einzelnen Fährlinien im Hafenbereich bestimmten weitgehend das Bild.

Dann ging es wieder zurück zu der Color Line Arena im Stadtteil Stellingen. Wir durften ja schon auf das Gelände vor dem riesigen Koloss uns aufhalten und machten uns irgendwie warm. So langsam trudelten auch unsere "Gegner" ein, die Fans vom Lübecker HSV-Fanclub "Blau-Weiß". Die HSV-Praktikantin Vanessa holte uns in die Umkleidekabine und gab uns einige Hinweise. Die Kabine teilten wir uns mit dem anderen Fan-Club. Für uns Männer und Frauen kein Problem, die Kabine war ja recht geräumig, so daß jeder seinen Platz hatte. Dann ging es raus auf das Spielfeld.

Für einige von uns war das 1. Mal, daß sie in der Color Line Arena waren. Und alle waren von ihr gleich ganz begeistert. Dadurch, daß TV-Aufnahmen mit Formel-1-Rennfahrer Timo Glock gemacht wurden, waren wir gleich hautnah dabei, aber auch deswegen mußte unser Spiel schon um 18.05 Uhr anfangen, so daß die anderen von, die um 18.15 Uhr reindurften, nicht alles sehen konnten. Das Parkett war natürlich was anderes als das in Dankersen, und Andreas Winter von der Mannschaft bemerkte: Wenn ich hier auf das Tor werfe, ist das ein ganz anderes Gefühl als bei uns. Wie wahr. 

Nach der intensiven und ausführlichen Aufwärmphase ging es dann los. Schiedsrichter war ganz junge Knaben, die ihre Sache ganz o.k. machten, um das schon mal vorne weg zu sagen. Olaf übernahm bei uns nicht nur eine der Torhüter-Aufgaben, sondern auch die Ein- und Auswechslungen. Nach zähem Start von beiden Mannschaften ging Hamburg mit 1:0 in Führung. So langsam spielten wir uns aber ein, fühlten uns wohl und gingen mit 4:1 in Führung. Diese Führung konnten wir zur Halbzeit nach 25 Spielminuten mit 9:6 behaupten. Unsere Abwehr stand sehr gut, vorne spielten wir meist sehr konzentriert. 

Nach 5 Minuten Halbzeitpause ging es in die 2. Halbzeit (natürlich auch 25 Spielminuten). sie sollte zunächst spannend verlaufen. Die Gastgeber spielten etwas konsequenter, einige Abspielfehler ließen sie zum 12:12-Zwischenstand gleichziehen. Da es bei mir in dieser Phase im Tor nicht so lief, kam Ralf und dann Olaf wieder ins Gehäuse. Letztendlich konnte "Blau-Weiß" nie in Führung gehen und eine doppelte Zeitstrafe nutzten wir zur Vorentscheidung. Auf dem riesigen Würfel stand "Hamburg vs- GWD 14:19 eine Minute vor Schluß und am Ende feierten wir einen 20:16 Sieg unter den Augen unter ca. 1.000 Zuschauern, die bereits in der Halle waren, darunter eben Timo Glock, Aljoscha Schmidt, unsere Beiden Trainer Richard Ratka und Niels Pfannenschmidt und HSV-Trainer Martin Schwalb. 

Das wichtigste war dann aber das gemeinsame,  freundschaftliche Auftreten unserer Fan-Clubs. Wir machten, bevor es zum Duschen ging, ein gemeinsames Foto in einem der beiden Tore u. a. mit dem HSV-Stimmungsmacher.

Eien Stunde nach unserem Auftreten, was für alle ein besonderes Highlight war, folgte dann das Bundesliga-Spiel. Weil ja das Fest der Liebe vor der Tür steht, gibt es dazu keinen Kommentar.

Nach dem BL-Spiel besuchten wir unsere Freunde aus Lübeck im "On Stage-Restaurant" und ließen so diesen trotzdem so für uns gelungenen Tag dort ausklingen. Eine Rückspiel-Aktion im Mai in der Kampa-Halle wird definitiv nicht ausgeschlossen.

Für einige von uns gibt es bereits übermorgen am 2. Weihnachts-Feiertag eine Rückkehr in die Color Line Arena. Weil es ja im Mindener Land zu den Festtagen kein Schnee und Eis gibt, fahren wir eben zum Eishockey. Das brisante Anschuetz-Derby steht an: Hamburg Freezers - Eisbären Berlin. Der Amerikaner ist Besitzer beider Klubs, ihm gehört inzwischen auch diese Hamburger Arena. 

Die GWD-Statistik zum Fanclub-Spiel:

Ralf Trepte, Olaf Böke, Frank Wentzlawsky - Marco Begemann, Marvin Begemann (2/2), Sebastian Landwehr (2), Martin Schmidt (2), Andreas Winter (3), Torsten Röbke (2), Sven Brandhorst (1), Karsten Heine, Jörg Schäfer-Messerschmid (1), Vanessa Schäfer-Messerschmid (3/1), Thomas Bornemann (2), Thorben Gieseler (2/1)

Im Betreuer-Team: Silvia Lutzer und Arnd Rohfing

Schöne Weihnachten wünscht

Frank Wentzlawsky

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20.12.08: GWD - Frisch Auf Göppingen (Nachbetrachtung)

Nach dem Pokalspiel am Mittwoch gabs also nun wieder Bundesliga-Leckerli in der Kampa-Halle. Und dieser ist derzeit sehr attraktiv und populär. Auch wenn das "Frisch" im Namen des heutigen Gegners Göppingen auftaucht, war frisch über die ersten 40 Minuten nur unser GWD. Es macht wieder richtig Spaß, daß Ratka-Team zumindest zu Hause spielen zu sehen, aber auswärts wie in Lemgo ist ja wohl auch eine Leistungssteigerung zu sehen. Von Anfang an bekamen 2.800 Zuschauer und Fans, die vollauf begeistert waren (zumindest GWD-Anhänger) eine beeindruckende Leistung zu sehen.

Göppingen wurde nach einer hektischen Anfangsphase förmlich überrollt. In dieser Anfangspahse profitierten die Baden-Württemberger von ihren Siebenmeter-Chancen. Da es hier und da mal hitzig wurde, lag auch an den z. Teil merkwürdigen Schiedsrichter-Entscheidungen, wo man den Eindruck, hier wird mit zweierlei Maß gemessen. So gab es nach ca. 8 Minuten große Aufregung durch die GWD-Bank. Die Folge war eine Gelbe Karte für Frank von Behren, der daran gar nicht beteiligt war. Da aber Hooti als Manager nicht auf dem Spielberichtsbogen stand, bekam den gleben Karton eben "Franz". Zurück zum Spiel: GWD spielte die FAG eins ums andere mal aus, herrliche Spielzüge und Ideen trieben die GWD-Fans immer wieder zu Szenenapplaus. Ob Hegemann, Haaß, Schäpsmeier, sie machten das Spiel schnell und flexibel und ließen der Deckung samt Torwart kaum eine Chance. Und hinten in der Abwehr wurde gerackert und gebissen (im positiven Sinne). Und was durchkam, hatte oft Malik vereitelt. So konnte sich GWD unter dem Jubel von den Tribünen von 4:4 entscheidend auf 10:4 absetzen. Göppingen konnte manchen, was sie wollten, GWD war einfach pfiffiger und konsequenter. Ein Adam Weiner im FAG-Tor hielt in der 1. Halbzeit zwar etwas besser, aber trotzdem behauptete GWD seine  sicheren Vorsprung mit schönen Kombinationen und Abschlüssen und mit 17:9 ging es in die Pause.

In der 2. Halbzeit ging der GWD-Express weiter. Da konnte man nun sogar sagen, GWD spielt am oberen Limit totz einer umgestellten und aggressiveren Abwehr der Gäste. Und so kam nach 40 Minuten eine 11-Tore-Führung (23:12) heraus. Durch einige Unkonzentriertheiten, Hinausstellungen am Stück und einen verworfenen Siebenmeter von Hegemann bekam Göppingen Oberwasser und holte um Tor auf. Die "Evergreens" schnupperten Morgenluft am späten Nachmittag und setzten zur Aufholjagd an. Zu diesem Zeitpunkt hätte man sich einen Torwartwechsel gewünscht, denn Malik, der sonst überragend gehalten hatte, fischte die Bälle nur noch aus dem Tornetz. So wurde aus dem 23:12 ein 27:25! Aber GWD ist mit dieser Truppe in der Lage, wieder ins Spiel zurückzufinden und das 28:25 durch einen herrlichen Außentreffer von Gylfi beseitigten alle Zweifel. Der abschließende Treffer zum Endstand von 29:26 war dem Kapitän, also Fiete, vorbehalten.

Nach den Erfolgen in Minden gegen Großwallstadt, Berlin und nun Göppingen hat GWD letztendlich doch noch ein ganz starkes Stück im Kampf um die Vermeidung des Relegationsplatz dazugewonnen und die schwachen Auftritte in Melsungen, Wetzlar und Essen wieder wettgemacht. Hier wächst was zusammen, und da kann man nur hoffen, daß so mancher Vertrag. der ams Saisonende ausläuft, so schnell wie möglich verlängert wird. Für GWD und seine Fans.

Frank Wentzlawsky

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17.12.08: GWD - ThSV Eisenach (Nachbetrachtung)

Zwischen den Spielen der Handball-Bundesliga wurde also am heutigen Mittwoch eine Pokalspeise serviert. Eigentlich hätte die Halle ja voll sein müssen, denn ein Team wie dem aus Eisenach sieht man ja nun nicht alle Tage. Da aber Eisenach als untere Mannschaft der 2. Bundesliga Süd nicht gerade attraktiv ist und ja außerdem der Dezember viele Heimspiele von unserem GWD hat, war die Halle ziemlich leer. 900 Zuschauer sollen nach Presseinformationen in der Halle gewesen sein - einige müsen sich mit Erfolg versteckt haben. Unter den zahlenden Zuschauern waren auch einige Gäste-Fans aus dem schönen Thüringen.

Man konnte im Achtelfinal-Spiel sicherlich keinen Schönheitspreis gewinnen, aber die Erwartungshaltung war doch so, daß man einen Gegner dieses Kalibers (für sie natürlich das Spiel des Jahres) relativ eindeutig beherrscht und in die Schranken weist. Daß man aber 50 Minuten zittern muß, war schon erstaunlich. Die Favoritenrolle unsererseits wurde über weite Strecken nicht wahrgenommen. Und dabei fing es durchaus gut an. 6:3 nach wenigen Minuten, kein Fehlwurf und man schien sicher und ruhig ins Viertelfinale einziehen wollen. Doch weit gefehlt. Ein Bruch kam ins Team, die spielerische Linie in der Offensive ebbte zusehends ab und der ThSV nutzte die Gunst der Stunde, unsere hilflose Abwehr eins ums andere Mal klassisch auszuspielen und platzierte Würfe durch die offene Deckung auf den schwachen Malik abzufeuern. Und so hieß es plötzlich 7:9. Das große Zittern begann. Hätte Eisenach eine bessere Qualität im Kader, hätte GWD richtig große Probleme bekommen, so konnte sich der Gast nie mehr als 2 Tore bis 11:13 aus unserer Sicht absetzen. Mit etwas Dusel und einem gehaltenen Siebenmeter drehten wir zunächst das Spiel und gingen mit 16:14 in die Halbzeitpause.

Wer jetzt dachte, GWD zieht auf und davon, sah sich getäuscht. Zwar hielt Svenn-Erik 2 x fabelhaft kurz hintereinander, aber auch er fiel dann in eine Lethargie und sah bei einigen haltbaren Würfen schlecht aus. Statt vielleicht mal Dresrüsse (war nach seiner Erkrankung wieder fit) zu bringen, wurde Malik ins Tor wieder beordert. Diesmal mit etwas mehr Erfolg. Allerdings konnte sich GWD erstaunlicherweise nicht absetzen und so stand es nach ca. 47 Minuten 27:25. Sollte in der Kampa-Halle die große Sensation zu bestaunensein in dieser Pokal-Hauptrunde. Gott sei Dank nicht, denn GWD nutzte schließlich die spielerische und kämpferische Überlegenheit und ließ in den letzten Minuten nichts mehr anbrennen. Vom 27:25 zum 33:26 demonstrierten sie endlich den Unterschied von ersten zu zweiter Liga, nutzten die körperliche Überlegenheit aus. 

Klar, es zählt im Pokal nur das Weiterkommen und man darf jetzt ja vom Final Four wie 7 andere Mannschaften träumen. Ein bißchen mehr Werbung für die treuesten der treuen Anhänger hätte man schon bieten können. 

Aber andererseits bin ich davon überzeugt, daß gegen Göppingen in drei Tagen wieder eine ganz andere Mannschaft auf der Platte stehen wird. Das müssen sie auch, sonst geht man gegen Frisch Auf unter. Aber, wie gesagt, das wird wieder ein ganz anderes Spiel, aber hoffentlich mit dem selben Ausgang: Sieg für G W D!!!

Frank Wentzlawsky

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11.12.08: GWD - Füchse Berlin

Nach der Lehrstunde in Sachen modrner Handball erwartete uns diesmal also die Lommel-Truppe aus der Hauptstadt. Letztes Jahr erlebten wir in der Hinrunde eine böse Überraschung, dieses Mal wollte sich die Mannschaft gegen die Füchse nicht noch mal so schwach zeigen, wobei man natürlich auch sagen muß, daß sich die Mannschaft von GWD auf einigen Positionen verändert hat gegenüber dem letzten Jahr. Unser Manager "Hotti" Bredemeier wart wie selten vor dem Spiel sehr gut aufgelegt. Sollte im Adventskalender hinter dem Türchen Nr. 10 schon etwa die 2 Punkte versteckt gewesen sein? Die Berliner waren übrigens schon am Dienstag nach Minden angereist und so schlenderte der ein oder andere "Fuchs" über unseren Weihnachtsmarkt. Auch mal was nettes.

Immerhin 2.500 Handball-Fans pilgerten in die Kampa-Halle und sahen zunächst Friedhelm Fischers "Fuchsjagd" auf der Leinwand. Kurz darauf sollte diese dann vom virtuellen Zustand auf die Realität übertragen werden. Den Reigen der Tore eröffnete Jan Fiete Buschmann in seiner unnachahmlichen Art und Weise. Sein Gegenspieler dachte wohl, er würde zu Gylfi auf Außen abspielen, aber nein, erdreht seine Schulter und schwups stand er frei vor Stochl und er ließ dem Berliner Schlußmann keine Chance. Dann hatte Schiedsrichterin Jutta Ehrmann-Wolf ihren ersten großen Auftritt. Unser Schwede Anders hatte schon Gelb gesehen (gut, konnte man geben), dann Sekunden später war Anders draußen auf der "Strafbank" nach einer eher harmlosen Umklammerung. Vielleicht wollte die Unparteiische ein Zeichen setzen, aber Minuten später war klar, das dem nicht so war. Das Ziel der Berliner war klar: So schnell wie möglich die Entscheidung suchen, um für klare Verhältnisse in der Kampa-Halle zu sorgen. Beim 9:6 für sie wurde es kurz mal kritisch, aber eine Auszeit und umstrittene Schiedsrichter-Entscheidungen sorgten für eine schnelle Wende. Erstaunlich konzentriert mit wunderbaren Spielzügen und einer Umstellung in der Abwehr war die Wende schnell geschafft. Die Unterstützung von den Rängen war da und plötzlich führte wir mit 10:9. Einziges Manko war, daß Gylfi auf Außen in der 1. Halbzeit verhungerte,weil Fiete, der ansonsten ein sehr gutes Spiel machte, zu oft in die Mitte eindrang. Bis zur Halbzeit gaben wir den Vorsprung aber nicht mehr aus der Hand uns so fühten wir mit 15:13.

Mit einem starken Medhus im Tor begannen wir die 2. Halbzeit auch recht gut - 17:15. Inzwischen war Aljoscha im Spiel, so daß wir über links noch mehr Druck machen konnten, während unsere Abwehr den Berliner Angriff bis auf Wilczynski in den Griff bekam. Doch ein Spieler macht noch keinen Sommer - zumindest nicht in der Hauptstadt. Auch 17:18 und 18:19-Rückstand brachte GWD nicht aus dem Spiel, und während auf der Tribüne die Trainer-Frauen Petra Ratka und Renate Lommel zusammen das Spiel betrachteten, ging GWD durch einen Konter von Ingimundarson wieder in Führung - 20:19. Mehrmals hatte GWD die Möglichkeit zur 3-Tore-Führung - hier wurde diese Möglichkeit immer recht leichtsinng verspielt. Wichtig war aber, daß GWD nie den Faden verlor und Al Schmidt sicher seine Siebenmeter verwandelte. Als "Schmiddy" 2 Minuten bekam, verrichtete "Hege" seinen Dienst mit einem sicher verwandelten Strafwurf. 

5 Minuten Ende stand es mal wieder Remis 27:27. Ein Nervenspiel. Doch GWD zeigte keine Nerven und so gingen wir mit 29:27 in Führung. Nach dem 30:28 2,5 Minuten vor Schluß fielen keine Tore mehr. GWD hatte es nicht mehr nötig, und unsere Abwehr war ein Bollwerk. Dazu hielt Malik einen Siebenmeter, der die endgültige Entscheidung brachte. Die letten 15 Minuten gingen übrigens die Schiedsrichterinnen eine andere Linie. Sie ließen das Spiel weitgehend laufen (also ohne Zeitstrafen bis auf eine Berliner in der 55. Minute). Und so bezwangen wir die Berliner in einem gutklassigen BL-Spiel und freuten usn auch über Ergebnisse aus anderen Hallen der 1. und 2. Bundesliga. 

Unsere Mannschaft ist eine echte Einheit geworden, zumindest zu Hause. Mit Al Schmidt und Gylfason auf diesem Niveau aber wir zudem auf diesen Positionen zusammen mit allen anderen Spielern auch gegen Göppingen und Nordhorn gute Cancen zu punkten und uns relativ sicher vom Relegationsplatz fernzuhalten. Immerhin haben wir gegenüber Großwallstadt, Balingen und Dormagen noch ein Spiel mehr zu bestreiten (wenn auch gegen den HSV das Nachholspiel ist).

Frank Wentzlawsky

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04.12.08: GWD - THW

Weihnachten bzw. Heiligabend mit der Bescherung wurde in der Kampa-Halle exakt 3 Wochen dieses Jahr vorgezogen, obwohl das Spiel ja eigentlich für Mitte September angesetzt war. Aber der liebe Europacup macht es eben möglich, daß in der adventlichen Zeit gespielt wurde. Groß war die Erwartung. Nicht etwa, daß wir an einen Sieg geglaubt hatten, aber würde der THW auch in Minden seine bisherige Saison-Linie durchziehen und alles in Grund und Boden versenken? Nun, ganz so schlimm wurde es nicht, mit 37:26 gewann der THW durchaus normalhoch gegen chancenlose Mindener. Immerhin gingen wir 1:0 durch "Hege" in Führung, viele in der Halle wünschten sich schon den Schlußpfiff, für die Kieler bedeutete dieser Rückstand am Anfang nur ein müdes Lächeln. Der Seriensieger von der Kieler Förde machte mit einer Leichtigkeit seine Tore, daß es auch als gegnerischer Fan erlaubt werden darf, vor dieser Truppe mit der Zunge zu schnalzen. Ein Tor schöner als der andere Treffer, Super-Anspiele und traumsichere Abschlüsse waren zu oft mit THW-Toren versehen, daß die Ratka-Truppe im Angriff nicht mithalten konnte. Gegen das übermächtige und beeindruckende Bollwerk waren wir mit dem Handball-1x1 zu selten erfolgreich, viele Bälle waren ein Geschenk für Omeyer oder sie landeten an Pfosten und Latte. Bei Kiel konnte man ohne große Probleme jeden Spieler hervorheben, bei uns immerhin Besirevic im Tor sowie Hendriksson (paßte gut auf bei Abprallern), Schmidt (hätte man ruhig für einen üerforderten Simon auch schon nach 15 Minuten bringen können) und Ingimundarsson, der zeigte, daß auch er viel Potenzial im Angriff hat.

Und trotzdem zeigren unsere Jungs keine optimale Leistung. Hinten und vorne fehlte ab und zu die Leidenschaft, noch mehr gegen die Kieler dagegenzuhalten. Ist aber andererseits in manchen Partien bei uns ja nun auch nichts neues. Gegen Berlin darf es diese Ausreden nächste Woche allerdings nicht geben. In der 2. Halbzeit ließ der THW die Zügel etwas lockerer schleifen, was unsere Mannschaft durchaus zu nutzen wußte. Für eine Niederlage so um die 5 Tore kam GWD aber nie in Frage. Viele Zeitstrafen waren in der 2. Halbzeit infolge des klaren spielausgangs überflüssig, am überflüssigsten war ganz sicher die Rote Karte gegen Karabatic ca. 20 Sekunden vor Schluß. Hier wollten die beiden Referees aus Hessen wohl ein bißchen Macht und Autorität zeigen, was maeiner Meinung aber in die Hose ging. Ein grinsender Spieler nach einer Zeitstrafe gibt eso oft, ohne daß es wirklich Konsequenzen dafür gibt und eine Doppelstrafe hätte es wohl bei einem engen Spielstand oder in einer früheren Phase des Spiels nicht gegeben.

Letztendlich hat man wieder gesehen, warum Kiel der Vorreiter der Liga uch in nächster Zeit sein wir und nicht beispielsweise die Rhein-Neckar-Löwen oder Hamburg. Der HSV oder die RNL kaufen sich einen großen Kader, aber eben nicht alle Spieler mit den ganz großen Qualitäten (ein Flohr oder ein Niemeyer hätten beim THW sicher kaum Chancen, dort "alt" zu werden). Schwenkers Truppe ist klein, aber mehr als fein und sie kaufen nur absolute Weltklasse. Und deswegen werden Schwnkers und Gislasons Worte zu mir nach dem Spiel mit Sicherheit in die Tat umgesetzt werden: Es wird einen Durchmarsch geben.

Ganz großes Kino war auch der starke Auftritt von Stefan övgren im Fan-Treff. Supersympathisch und offen für Fragen aller Art wurde er mehrmals mit großem Applaus bedacht. "Lövet" wird ab Sommer 2009 der Deutschen Handball-Bundesliga ganz sicher fehlen. Vielleicht kommt er mal als Trainer ja wieder.

Fotos gibts in Kürze wie immer von Krischi auf unserer HP!

Frank Wentzlawsky

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13.11.08: Wir waren in... Magdeburg

16 unentwegte GWD-Fans machten sich am Mittwoch nachmittag mit 2 Bullis von Barkhausen und Dankersen auf den Weg in die Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt, also Magdeburg. Unterstützt wurde diese Fan-Fahrt von der Fa. Hillenkötter aus Minden-Leteln, den Kaffee und Kuchen, welchen wir auf der Raststätte "Zweidorfer Holz" genossen haben, sponserte Ina. Wir sagen ganz herzlichen Dank! 

Da wir sehr gut durchkamen, erreichten wirie Bördelandhalle bereits um 18.15 Uhr, wo dann noch unsere Schnitzel an den beiden Fahrzeugen (sicher gelenkt von Wolfgang und Willi) verzehrten. Einlaß in die Halle war erst um 19.15 Uhr. Aber noch genug Zeit, sich wiederum mit einigen "Gladiatoren-Anhängern" freundlich zu unterhalten und sich nach dem Spiel auf dem Feld u. a. zum Schal-Tausch zu verabreden. Was man von oben sehen konnte, war die Tatsache, daß "Apollo" und Ma wegen Verletzunge fehlten, dafür aber erstmals Aljoscha Schmidt für GWD auflaufen wird. 

Die 1. Halbzeit war recht ausgeglichen. Richard war mit seiner Einschläferungstaktik weitgehend erfolgreich. Langgezogene Angriffe hatten zur Folge, daß GWD zwar immer wieder in ein Zeitspiel lief, aber andererseits die gefürchteten Tempogegenstöße von Sprenger und Rojewski unterbunden werden konnten. Bei uns lief viel über außen, hier vor allem über Gylfi, und deswegen kann man ja auch nicht einfach sagen, daß "Schäps" schwach gewesen wäre, auch wenn es aus dem Rückraum nicht so geklappt hat. Auch ein MT-Zeitungsredakteur sollte mal überlegen, was er will. Trotzdem lagen wir zur Halbzeit mit 4 Toren zurück. Meiner Meinung waren 2 Gründe dafür ausschlaggebend. Zum einen erwischte Michael Hegemann leider wieder einen schwachen Tag, anderen gewann nicht ganz überraschend Nati-Torwart Heinevetter auf Seiten der Gastgeber gegen einen diesmal glücklosen Medhus das TW-Duell, wobei unser 2. Torhüter Dresrüsse einge sehenswere Paraden drauf hatte, u. a. 2 Siebenmeter. Nach 15:57 Minuten dann der große Moment.Aljoscha betrat erstmals aktiv für uns das Spielfeld, und in der exakt gleichen Sekunde traf er auch schon - per Siebenmeter. Ein perfekter Einstand.

In der Halbzeitpause bekam GWD dann großen Applaus. Für eine gute Sache übergab Stephan Just dem SCM ein Trikot von Frank von Behren mit allen Unterschriften und ein weiteres Trikot von ihm selber.

Die 2. Halbzeit begann leider traurig. Man mußte schon fast Angst haben, unsere Spieler würden vor Mangel an Bewegung erfrieren. Man stellte vorübergehend das Handballspielen ein, Dresrüse konnt einem leid tun, der SC Magdeburg nutzte die Situation und ballerte einen großen Vorsprung heraus. Nach einer Auszeit von Richard besann sich unser Team auf seine Tugenden, doch die Niederlage fiel eindeutig aus und 21 Treffer in fremder Halle war mal wieder viel zu wenig. Eine Leistungssteigerung ist auf jedem Fall bei Haaß zu sehen und auch Aljoscha zeigte in Spiel 1 gute Aktionen und Laufbereitschaft.

Nach dem Sie eilte man auf das Siefed, um wie gesagt mit einigen Fans des Gastgebers Gedanken zum Spiel auszutauschen, um sich zu unterhalten und wie schon erwähnt Schals zu tauschen. Dann hieß es Good Bye bis zum nächzten Mal (hoffentlich in Minden) und mit der Mannschaft wünschte man sich gegenseitig eine gute Heimfahrt.

Und mit Silvio Heinevetter habe ich schon mal Kontakt aufgenommen zwecks eines Besuches im Fan-Treff beim Rückspiel.

Frank Wentzlawsky

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02.11.08: Wir waren in... Kreuztal

Heute gibt es seit langer Zeit mal wieder eine Nachbetrachtung von einer Auswärtsfahrt mit unserer "Ausbildungsmannschaft" GWD II. Den Feiertag in Nordrhein-Westfalen nutzten 10 Fans, um das Team um Trainer Niels Pfannenschmidt zu begleiten. Absolute Rekordbeteiligung in dieser Saison, und so mußte eben ein größerer Kelder-Bus her, den Werner Döpking in wie immer souveräner Manier steuerte. Auf der Hinfahrt wurde ein längerer Stop auf der GWD-Fans sehr bekannten Raststätte Rhynern eingelegt, um Nahrungsaufnahme zu ermöglichen.

Dann kamen wir den Zielort hinein, in dieses Städtchen im Siegerland, dessen Ortsteil Ferndorf den Namen dieser Handball-Mannschaft bzw. dem Verein gab. Wir hatten noch viel Zeit, klar, unsere Mannschaft muß sich ja ordentlich vorbereiten, und so wurde sich im Foyer der Sporthalle sozusagen warm gemacht auf diese Begegnung der Verfolger in der Regionalliga.

Als das Spiel dann um 19.30 Uhr begann, staunte man als Fan nicht schlecht, denn die Halle war fast ausverkauft. Ein ungewohntes Bild, aber sicherlich auch ein erfreuliche Sache, daß hier die Regionalliga so einen hohen Zuspruch erlebt, auch wenn der TuS Ferndorf als Aufsteiger mit der guten Plazierung neugierige für diese Sportart lockt.

In der Anfangsphase der 1. Halbzeit konnte der Gastgeber noch dagegenhalten, aber auch, weil GWD einige Chancen zur 3 Tore-Führung zunächst nicht nutzen konnte. Die Ferndorfer Tore fielen häufig über Außen oder den Kreis, der Rückraum wurde durch unser engmaschiges Abwehrbollwerk nahezu ausgeschaltet. Die Schwäche der Schiedsrichter, zwar Zeitspiel anzuzeigen, aber letztendlich das passive Spiel von Ferndorf weiterspielen zu lassen, ließ Ferndorf immer wieder im Bereich eines engen Ergebnisses kommen. Insgesamt waren die Schiedsrichter in der 1. Halbzeit aber o.k. Bei uns überzeugten neben Dresrüsse im Tor mit einigen sehenswerten Paraden Rechtsaußen Jan Pohlmann, der sich auch in 1-zu-1-Situationen gut durchsetzen konnte, dann Christopher Kunisch mit sauberen Abschlüssen und Mischa Schröder (für den angeschlagenen Helmdach auf der Mittelposition) u. a. mit allen verwandelten Siebenmetern.

Die Qualität unserer Mannschaft nahm aber Überhand und zur Halbzeit konnten wir dann doch mit 18:15 in Führung gehen.

Die 2. Halbzeit begann bärenstark. 10 Minuten, 10 Wurfmöglichkeiten und 10 blitzsaubere Tore (hier vor allem Mischa und Christopher treffsicher) und nach 40 Minuten deutete sich ein Kantersieg an. 28:21 nach 40 Minuten. Doch dann bekamen die Gastgeber plötzlich und unerwartet große Hilfe durch einen der beiden Schiedsrichter. GWD spielte in der Abwehr konsequent und erhielt dadurch ab und zu eine Zeitstrafe. Doch auf der Gegenseite wurden Bagats und Co. ebenso einige Male unsanft gebremst, mehr als ein müdes Lächeln hatte der eine Schiedsrichter nicht drauf. Ich nenne mal nicht den Namen, er müßte selber wissen, was er für einen Unfug gepfiffen hat und daß er auf diese Weise ganz sicher auf dem Weg ist, für sich diese Sportart Handball kaputt zu machen. Unsere Spieler ließen sich dann ein wenig anstecken und so lagen die Ferndorfer plötzlich mit 36:33 vorne und von uns setzte keiner mehr einen Pfifferling auf Punkte. Zu einseitig das Geschehen von dem einen Herrn in Blau (Trikotfarbe, um Mißverständnisse auszuräumen). Um mich richtig zu verstehen: Den Spielern des TuS gebe ich natürlich keine Schuld, sie nutzten die Vorteile gut aus und das Publikum witterte Morgenluft am Abend.

Doch anders als zum Beispiel unsere Bundesliga-Truppe fightete Kunisch und Co. zurück und verblüfften so die Gastgeber. Der sicher geglaubte Sieg der Siegerländer war nicht nur in Gefahr, sondern nach 60 Minuten auch wieder weg. Ja, sie sollten sogar Glück haben, als es 38:37 für unser Team stand und die Niederlage drohte. Aber 7 Sekunden vor Schluß gab es einen berechtigten Siebenmeter, der verwandelt wurde. Ein 38:38-Unentschieden also. Sicherlich im Nachhinein ein Punktverlust, welche aber unsere Mannschaft nicht zu verantworten hat. 

Nach dem Spiel gab es dann die vorher bestellte Pizza eines dort ansässigen Imbiss-Service und wir ließen es uns im Bus mit gesponsertem Bier (Danke an Rainer Hösl!) schmecken. Wie auf der Hinfahrt auch, muß ich sagen, daß wir alle ein tolle Gemeinschaft waren und Fans sowie Spieler viel Spaß hatten. Die Aufforderung von einigen Spielern, daß ich doch die "gefürchteten" Interviews im Bus am Mikrofon machen sollte, erwiderte ich schmunzelnd, daß ich sie heute vor diesen Sachen in Ruhe lasse. 

Frank Wentzlawsky

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23.10.08: Wir waren in...  Tarp

Am Mittwoch vormittag machten sich 6 GWD-Fans aus Barkhausen (davon. 50 % Frauenanteil!) "getarnt" mit einem "Porta rent-Bulli" mit Münchener Autokennzeichen auf die lange Fahrt nach Tarp. Unser erfahrener Taxifahrer Willi führte uns sicher hin und zurück. Auf der Hinfahrt machten wir zunächst eine größere Pause in Bispingen und besuchten den "Snow Dome", eine beeindruckende Skihalle, die besucht war, sicherlich auch deswegen, weil in Niedersachsen noch Herbstferien. Eine beeindruckende Anlage, wenn man sich dafür interessiert. Weiter ging durch das Hamburger Autobahngebiet nach Flensburg, was ganz kurz hinter unserem heutigen Zielort liegt. Dort besichtigten wir den Hafen im Ortsteil Sönwik.  Dann ging es zurück nach Tarp, wo in einem zünftigen Landgasthof in der Mitte des kleinen Ortes schmackhaft gegessen wurde. Von da machten wir auf den kurzen Weg (keine 2 Autominuten) zur Treenehalle. Nachdem wir die Karten geholt hatten, suchten wir uns die besten und angenehmsten Plätze. Zahlreiche Spieler begrüßten uns auf der höher gelegenen Tribüne.

Das Spiel begann nicht gut. Überhastete Würfe und nicht immer durchdachte Aktionen gegen tapfere Gastgeber bescherte uns einen 1:3-Rückstand. Doch man merkte, daß die spielerischen Möglichkeiten des RL-Vereins stark begrenzt waren. Immerhin: Bis zum 5:5 nach 10 Minuten hielten sie das Spiel offen. Auch deswegen, weil Malik im Tor bei weitem nicht überzeugen konnte. Doch die Routine des Bundesligisten machte vieles wieder wett und gerade unsere Außen Andreas und Gylfi holten sich viel Selbstvertrauen zurück. Man kann natürlich sagen: Wir spielen heir bei einem Regionalligisten aus dem Mittelfeld. Aber manchmal machen diese Spiele diesen Sinn aus, wieder mehr Selbstvertrauen für die Aufgaben in der Bundesliga zu tanken. Deshalb war es für beide sehr wichtig, die Treffsicherheit den ca. 150 Zuschauern zu demonstrieren. Zur Halbzeit war die Messe gelesen, beim 20:10 ging es in die Kabinen. 

In einem fairen Spiel plätscherte die 2. Halbzeit so vor sich hin. Die Luft war raus. Und dementsprechend ging Tarp noch etwas motivierter ins Spiel als viele unserer Spieler. Trotz der 3 gehaltenen Siebenmeter muß man zu dem Torwartspiel von Malik leider sagen, daß es bei ihm in diesem Zustand es noch nicht einmal für die Regionalliga reicht. Er hat sich auch nur ein bißchen aufdrängeln können. Dresrüsse kam die letzten 12 Minuten in einem für ihn undankbaren Spiel.

Die Torjägerkanone sicherten sich in einem spannenden Duell dann wie abgesprochen Simon und Gylfason. Ichn übermittelte dann unserem Trainer Richard und einigen unserer Spieler so manches Pokalergebnis. Richard wollte mir die Essener Pleite nun überhaupt nicht glauben, und Michael Hegemann fragte, ob der SCM nicht doch mit der 2.  Mannschaft (2. Liga Nord) in Hamm gespielt hat, was ich vehement verneinte.

Um 21.45 Uhr traten wir dann nach einem schönen und erfolgreichen sowie glücklichen Tag die Heimreise an. Und wir kamen sensationell durch. Innerhalb von 3 Stunden (mit kurzem Raststop in Brunautal und Tankstop in Luhden) erreichten wir bei normaler Fahrweise unseren Ausgangsort im Gewerbegebiet Barkhausen.

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19.10.08: Nachbetrachtung GWD - RNL

Nach dem "Debakel für die Geschichtsbücher" (Überschrift eines Artikels von Volker Krusche) in Wetzlar war GWD auf der Sympathie-Welle durch die Woche gegangen und so war man als gemeiner Fan gespannt, wie diese am heutigen Sonntag aussieht. Einerseits wünscht man seiner Mannschaft einen Sieg, andererseits war man nicht zu vermessen, davon auszugehen gegen diesen schier übermächtigen Gegner.

Zunächst erfreulich war, daß wieder zahlreiche Fans der Gäste aus Mannheim und Umgebung den Weg in den beliebten Fan-Treff gefunden haben und mit uns einheimischen über Meinungen und Prognosen des kommenden Spiels austauschten.

Vorweg: Die 1. Halbzeit war vollkommen in Ordnung. Zwar war nicht immer die spielerische Linie zu erkennen, zu umständlich wurde teilweise agiert, aber unsere Jungs kämpften wenigstens. Eigentlich selbstverständlich, aber auch nicht immer 100%ig in so manchen Spiel zu erkennen. Nach 12 Minuten stand es 7:7. Grund war neben einem erneuten starken Medhus die eindeutige Leistungssteigerung von Michael Haaß gegen seine ehemaligen Kollegen und die Tempogegenstöße sowie von außen die gelungenen Aktionen von Andreas Simon. Doch gegen die "Löwen" darf man sich nun mal keine Auszeit gönnen. Einige fahrlässige Aktionen, dazu eine leichte Steigerung von Ex-National-Torwart Henning Fritz, und die Ex-Kronauer führten plötzlich mit 5 Toren. Die Entscheidung nach 20 Minuten? Denkste, nicht mit GWD. Wir kämpften uns zurück ins Spiel und mit der tatkräftigen Unterstützung kamen wir immer wieder auf 3 Tore heran. Zwar gelangen Bielecki und Co. immer noch die leichteren Tore als bei uns, aber das Feuer bei uns war da. Ein besseres Halbzeit-Ergebnis verhinderten ganz allein und die ganzen schwachen Unparteiischen aus Mainz, Damian/Wenz. Schade, wenn ein Handballspiel läuft und alle grenzwertigen Situationen gnadenlos gegen GWD gepfiffen werden und außerdem Roggisch und Co. mehrere Freibriefe für Attacken bekommen, während der ein oder andere Spieler bei sich 2 Minuten ausruhen durfte. Glück hatte allerdings Just, als er Mitte der 1. HZ nach ganz üblen Attacke nur eine Zeitstrafe bekam. Er hätte sich über Rot nicht beschweren können. Alles in allem aber: Mit dem 14:17 waren wir gut zufrieden. Zwar kamen auch immer wieder Forderungen von uns Fans, die 6:0-Deckung umzustellen bzw. andere Deckungs-Varianten auszuprobieren, aber Richard hielt daran fest, obwohl keine Wirkung erfolgt war. Doch dazu später mehr.

Die 2. Halbzeit war dann recht arm an Unterhaltung, an Spannung und verlief recht langweilig. GWD konnte nicht mehr mithalten, auch deswegen nicht, weil viele Konzentrationsfehler schnelle Gegenstöße der "Löwen" verursachten und sie mehrheitlich verwandelt wurden. Technische Fehler und Fehlabspiele sahen die Zuschauer. Hier tat sich leider Michael Hegemann in den Vordergrund. Sehenswert wirklich einige Konter der Rhein-Neckar-Löwen. 7 Tore Rückstand nach 45 Minuten, Medhus verhinderte mal wieder was schlimmeres. Fast unbemerkt dann der Schlußpfiff. Auf der Anzeigentafel stand ein "normales" 27:36. Die Wiedergutmachung war zum Teil gelungen, aber für 60 Minuten fehlte noch was.

Im Fan-Treff wrden dann erstmal einige "Ehrengäste" begrüßt. Zum einen die Eltern in Ingimundur und zum anderen ein Mann von der Handball-Fachpresse: Uli Krömer vom "Handball-Magazin" schaute bei uns vorbei. Zum 1. Mal in diesr Spielzeit gab sich Richard Ratka die Ehre, und es spricht für ihn, daß er in dieser nicht einachen Situation den Weg zu den Fans bei uns sucht. Er nahm sich ganz viel Zeit und machte Werbung in eigener Sache. U. a. machte er klar, daß wir Fans einfach die Situation wegen dem kleinen Kader mittden beiden Olympia-Teilnehmern falsch einschätzen. Sie brauchen mit ihren Mitspielern noch die Einspielphase, man ist noch in der Entwicklung. Erst wenn diese abgeschlossen ist in einer 6:0-Deckung, wagt er sich im Training und im Spiel an andere Deckungsvarianten heran. Finde ich extrem wichtig und auch gut, daß Richard dieses uns erklärt hat, so hat man Verständnis für die ein oder andere taktische Maßnahme. Michael Hegeman, der ebenfalls uns außer der Reihe besuchte, schlug in die gleiche Kerbe. Und Michael Haaß war ganz kurz unten. Tut gut, daß die Spieler mal so vorbeischauen.

Offiziell zum Gespräch waren Stephan Just und Georg Auerswald da. "Apollo" ist mit Schmerzen ins Spiel gegangen (konnte man schon in der Presse verfolgen) und schont sich am Mittwoch in Tarp. Das war aber nicht der Grund, warum er in der 2. HZ nicht mehr oder kaum auf der Platte stand. Er war nur schwer über so manche Schiri-Leistung zu beruhigen, und da war es auch aus seiner Sicht besser, nicht mehr wiederzukommen. "Schorsch" sieht sich realistisch als Nr. 3 an der Kreisposition, für ihn ist es nach seinen Worten besser, daß er langsam ins BL-Team aufgebaut und eingebaut wird. Als Stammspieler ist es für ihn noch zu früh. Er freut sich aber auch über 2 Minuten Einsatzzeit, heute waren es 3 Minuten mehr. Und da gelang ihm ja noch ein schönes Tor.

Frank Wentzlawsky

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11.10.08: Wir waren in... Wetzlar

Nach dem Auswärtsspiel in Kassel gegen Melsungen ging es nun nach Wetzlar. In der Fremdes nächstes Spiel, nächste Chance auf Punkte, die man mit nach Minden nehmen wollte. Dieses Mal fuhren 2 Busse von "Kelder" (neben dem Teambus) mit GWD-Fans an Bord nach Hessen. Einmal 25 Gewinner eines Gewinnspiels von letzter Woche und der "normale" Fan-Bus, diesmal allein unter der Leitung von Brigitte und Helmut Krob, da diesmal Wolfgang Franke im verdienten Ulaub weilte. Der gewohnte Service blieb natürlich. Und die Fahrt stand ganz im Zeichen des GWD-Fanclubs: Wir unterstützten diese Fahrt nach Wetzlar und ich übernahm das Sponsoring für den Kaffee und den Kuchen. Im übrigen kamen wir gut durch und nach einer längeren Pause kamen wir bereits um 18.30 Uhr an der Rittal-Arena an.

Um 19.30 Uhr begann dieses Spiel, dieser Abend, der sportlich grauenvoll werden sollte. Schon in den ersten 5 Minuten tat unsere Mannschaft alles, um den Gegner stark zu spielen. Während ja bei anscheinend hohe Siege Gift für die Mannschaft ist, da es lt. Hotti "der Psyche nicht gut tut", hauten unsere Gegner uns ein Tor nach dem anderen in Kasten, düpierten unser Team eins um andere Mal und so war dann doch überraschenderweise und traurigerweise das Spiel nach sage und schreibe nicht mal 10 Minuten schon verloren. Während die HSG das Angriffsspiel in die Breite zogen, rannten unsere Spieler ohne nur ein Hauch von Konzept auf dem Spielparkett umher. Immerhin rannten sie sich nicht gegenseitig um. Gegen die aggressive Wetzlarer Deckung fanden sie jedenfalls keine Antwort und auch von der Bank sah man nur Achselzucken und Lethargie. Ein mögliches Aufbäumen, so der Eindruck von der Tribüne, suchte man vergebens. Bezeichnend, daß das erste Feldtor in der 1. Halbzeit nach 9 Minuten und in der 2. Halbzeit nach gar 13 Minuten erst fiel. Richard wurde nur zweimal etwas lauter und aufgeregter, leider nur an Nebenschauplätzen sozusagen. Einmal direkt nach der Halbzeit, als Spielaufsicht Wolfgang Gremmel sich beim Trainer beschwerte, GWD hätte die Pause überzogen und kurz vor Schluß mit Wetzlarer Fans. Den Grund konnte ich nicht erkennen. Ich hätte mir gewünscht, daß auch mal die Spieler einen "Anschiß" draußen in der Halle (und wohl nicht nur in der Kabine) bekommen hätten. Wäre auch ein Zeichen an die vielen mitgereisten Fans gewesen. Das Richard nach dem Spiel im Fan-Bus erheblich kritisiert wurde und er von einigen sogar in Frage gestellt wurde, ist ja in der Situation nichts ungewöhnliches. 1. gerät jeder Leiter in jedem Beruf unter Druck, wenn sein Team keine Leistung bringt und macht, was es will und 2. gibt es im allgemeinen in den letzten Jahren eine Tendenz bei Auftritten in der Ferne, wo Defizite immer größer werden und somit keine Verbesserungen zu erkennen sind.

Bei der Kritik von gestern muß ich 2 Spieler herausnehmen. Janis Helmdach war der einzigste, der aktiv war und was versuchte, während bei den anderen eine gewisse Lähmung im Aufbauspiel und Tempogegenstoß zu beobachten war. In der 2. Halbzeit war es Svenn-Erik Medhus, der sich gegen eine noch größere Klatsche wehrte und eine mögliche 20-Tore-Niederlage verhinderte.

Bezeichnend war es dann, als mich ein Spieler bat, im Fan-Bus ans Mikrofon zu treten und die Entschuldigung im Namen der Mannschaft zu verkünden. Für sowas bin ich allerdings nicht zu haben, das sollte der Spieler schon persönlich tun. Nun, am Fan-Bus hat man dann leider keinen Spieler gesehen, keiner hat die Mühe auf sich genommen, um einige Worte der Entschuldigung an die Bus-Insassen zu richten. Auch dafür waren sie leider nicht imstande.

Nun, der Fanclub bleibt natürlich geschlossen hinter dem BL-Team, aber eine Worte über die desolate Leistung muß man sich als Akteur auch mal anhören müssen.

Und nächsten Sonntag: Auf gehts gegen die Rhein-Neckar-Löwen.

Frank Wentzlawsky

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28.09.08: Wir waren in... Kassel

Zum Abschluß der "englischen" Woche war das Ziel Kassel, wo wir auf die Jungs vom einstigen GWD-Star Robert Hedin, der MT Melsungen, trafen. Im Fan-Bus war die Zuversicht groß, auch aus Hessen 2 Pluspunkte mizunehmen. Zunächst bedankt sich der Fanclub beim Bückeburg-Cammer Schuhhaus Niemann für die Unterstützung der Fahrt und bei unserem guten Herbert Bytomski für das Sponsoring von Kaffee und Kuchen, was wir bei einem Zwischenstop auf der A 44 (Raststätte "Am Biggenkopf") einnahmen. Auf dem Hinweg war neben den Fußball-Ergebnissen aus Deutschlands Bundesliga-Stadien die Pokals-Auslosung für die 3. Runde das Hauptthema, welches uns ja nach Tarp (bei Flensburg) führt.

Gegen 18.20 Uhr kamen wir dann an der Messe Kassel an und begaben uns nach der Begrüßung in die dortige (Messe-)Halle.

GWD startete durchaus gut. Die Abwehr stand, dahinter ein erneut gut aufgelegter Medhus. Und über 4:2 legten wir einen 6:3-Start hin, obwohl vorne im Angriff auch nicht alles Gold war. Ein Tempogegenstoß konnte der auch im Melsunger Tor überzeugende Kelendric parieren. In dieser Phase nach 10-12 Minuten verpasste GWD eine gut mögliche Vorentscheidung in der spärlich besetzten Halle (ca. 2200 Zuschauer), stattdessen wurde vorne so mancher Angriff planlos verdonnert, so daß die MT zum 8:8 kam. Dadurch, daß unsere Abwehr zunächst gut auf die Angriffszüge der Gastgebert eingestellt war und Medhus den ein oder anderen Ball glänzend hielt, konnte sich keine Mannschaft absetzen, das Spiel verlor an Niveau und wogte hin und her, mit dem Pausenpfiff erzielten die Hedin-Schützlinge mit dem 3. Siebenmeter die 14:13-Halbzeitführung.

Das Pendel zugunsten der MT schlug dann gleich in den ersten 10 Minuten nach der Halbzeit. Während uns im Angriff mit Ausnahme von Moritz Schäpsmeier nicht mehr allzu viel gelang, schlief auch unsere Abwehr selig ein. Viel zu weit eg von den Gegenspielern, was vor allem Karapidis mit zahlreichen Toren und Anspielen an den völlig freien Kreisläufer der Gastgeber ausnutzte. Eine desolate Leistung zeigten auch die Herren in Schwarz (Hartmann/Schneider), die sich wie schon am 1. Spieltag in Nordhorn als glasklare Heim-Schiedsrichter auszeichneten. In der letzten Minute gab es tatsächlich eine Alibi-Zeitstrafe für Melsungen, bis dahin mußten regelmäßig unsere Handballer das Spiel von der Bank zur Strafe ansehen. Die rote Karte (3. Zeitstrafe) gegen Indimundur nach einer harmlosen Geste (vorher hatte er nicht ein einziges Mal gemeckert) war ein Witz und brachte uns nach Hegemanns Strafe in doppelte Unterzahl. Da hatten wir zu diesem Zeitpunkt allerdings keine Chance mehr, weil die Einstellung zum Spiel fehlte (so hatte man den Eindruck) und Haaß wieder neben sich stand. Hat Olympia doch mehr geschlaucht als wir alle gedacht haben? Wie dem auch sei. Minden ging mal wieder ohne große Gegenwehr unter und nuttzte wenigstens in der Schlußphase Melsunger Nachlässigkeiten von 22:29 auf 25:29, ehe in der Schlußsekunde der Endstand und somit der 30. Treffer für die Nordhessen fiel.

Noch ein Wort zum Commando: Warum Euch immer die Polizei beobachtet oder in Empfang nehmt, darüber braucht ihr Euch nicht zu wundern, wenn man das überflüssige Zünden von dem bengalischen Feuer nach dem Spiel vor dem Toreingang zum Hallenvorplatz ansieht. Damit tut ihr Euch keinen Gefallen.

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Und trotz des schwachen Auftritts bin ich überzeugt, daß alle Spieler, was nächste Woche Sache ist. Stralsund kann kommen und wieder nach Hause fahren - ohne ein Erfolgserlebnis (von 2 Punkten).

Frank Wentzlawsky

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25.09.08: Wir waren in... Bremervörde

Nach dem Vorbereitungsspiel am 2. August kehrte GWD und mind. 2 seiner (weiblichen) Fans an die Sporthalle des Gymnasiums in der Tetjus-Tügel-Str. zurück, unter ganz anderen Vorzeichen sicherlich als in der Testphase. Deswegen schon mal bei uns, weil jetzt mit Haaß und Ingimundarson die beiden "Olympioniken" dabei waren, dafür fehlte allerdings Stephan Just, der von Richard auf das BL-Spiel am Wochenende gegen Melsungen geschont und in Minden bleiben durfte.

Recht entspannt starteten ca. 30 GWD-Fans im Mannschaftsbus um 16.10 Uhr, dann ging es ohne Pause über die B 482 und weiter über Leese, Landesbergen, Nienburg, Eystrup, Dörverden, Verden und Rotenburg nach Bremervörde, wo wir um 19.00 Uhr ankamen und dann den von den "Bulmahns" gesponserten Kuchen (mit Kaffee) zu uns nahmen. Im Mannschaftsbus deshalb, weil der grün-lackierte Bundesliga-Bus inzwischen zu klein für das Team ist.

Um 20.00 Uhr erfolgte dann der pünktliche Anwurf durch die Hamburger Unparteiischen Brauer und Holm. GWD hätte sich schon früh absetzen können, aber 3 Gründe sprachen dagegen, warum der TSV bis zur 20. Minute alle Chancen hatte, die Überraschung zu schaffen und später einigermaßen in Kontakt blieben: 1. der starke Torhüter der Gastgeber, dann auf unserer Seite zu viele überhastete und unkontrollierte Angriffe und als Punkt 3 und ein leider indisponierter Gylfi, der seinen Gegenspieler Tobias Naumann immer wieder über rechtsaußen werfen ließ, und Naumann verwandelte seine Chancen eiskalt, Medhus und Besirevic sahen die Bälle erst, als sie im Netz zappelten. Der Rückraum der Niedersachsen blieb über 60 Minuten weitgehend ungefährlich, weil die übrige GWD-Deckung um Ingimundur rigoros zupackte. GWD führte 4:2, dann 4:4, dann erneut mit 2 Toren (6:4), wieder egalisierte der TSV (6:6), GWD zog wieder davon, diesmal sogar mit 3 Toren (9:6), doch es kam einfach keine Ruhe rein, wenig später stand es wieder Remis mit 9:9, ehe es Andreas Simon zuviel wurde und er in den letzten 10 Minuten der 1. Halbzeit sich den Ball in der Abwehr schnappte oder zugespielt bekam und sich GWD dann doch souverän zur Pause mit 15:10 absetzen konnte.

Beginn 2. Halbzeit: GWD in Ballbesitz und noch 1:54 Minuten in Überzahl, doch sie wurde kläglich vergeben und mit 0:2 verloren, so stand es eben statt vielleicht 17:10 nur noch 15:12. Doch immer, wenn es hätte noch brenzlig werden können, spielte GWD seine BL-Erfahrung aus und Michael Haaß war es zu verdanken, daß der Vorsprung sich immer zwischen 4 und 6 Toren hielt. Bremervörde kam dann für einen Sieg nicht mehr in Frage, weil der wieder inzwischen im Tor zurückgekehrte Svenn-Erik mit einer Ausnahme die letzten 15 Minuten unüberwundbar war.

Letztlich ein standesgemäßer 9-Tore-Sieg. Gegen Melsungen muß wohl eine Leistungssteigerung im allgemeinen her, aber da wird man ja auch mehr gefordert und dementsprechend wird das Team dort auch hoffentlich antreten.

Zum Schluß: Ein Sonderlob bekommt Andy Simon. In der Abwehr sehr beweglich, sehr herzhaft in der Deckungsarbeit und vorne spielte er seine Schnelligkeit aus und verwandelte sicher.

 

Frank Wentzlawsky

 

Hier nochmal die 3 Gründe warum man hat sich nicht absetzen können:

3:1 >> 3:3/6:4 >> 6:6/9:6 >> 9:9

1. überzeugender TSV-Torwart

2. überhastete und unplazierte Würfe aus dem Rückraum

3. indisponierter Gylfi in der Deckung, was sein Gegenspieler von außen, Naumann eiskalt, so daß unsere beiden Torhüter die Bälle aus dem Netz holen mußten (während der TSV-Rückraum durch unsere übrige Deckung ungefährlich über die 60 Minuten blieb)

 

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22.09.08: Gedanken zum gestrigen Spiel gegen den VfL

Vor einer doch enttäuschenden Kulisse von 2500 Zuschauern(man ist zwar nicht größenwahnsinnig geworden, aber der Sieg auswärts in Balingen hätte eigentlich eine 3 vorne besser aussehen lassen) kassierte unser Team eine doch recht ärgerliche 26:31-Niederlage gegen die Gäste aus dem Oberbergischen, die nicht unbedingt sein brauchte. Lange Zeit stand die Partie auf Messers Schneide, Schwächen im Angriffsspiel wurden ausgemerzt durch einen überragenden Svenn-Erik Medhus im Tor, alleine zwischen der 20 und 40 Minuten entschärfte er alle (!) Tempogegenstöße, und das waren nicht wenige. Letztlich konnt er die 2. Niederlage im 2. Heimspiel gegen den Favoriten nicht verhindern.

Nur beim 5:4 durch Michael Haaß lag GWD in Front, ansonsten gelangten dem VfL viele einfache aus dem Rückraum durch Ilic und Szilagy, um mal zwei gegnerische Spieler zu nennen. Unsere Angriffe wurden mal wieder nicht über die beiden Außen vorgetragen, so daß Gylfi seine Tore durch Siebenmeter erzielte und Simon´s Treffer zum 1:0 resultierte aus einem schönen Konter. Vorne wurde zu viel gearbeitet, aber nicht gespielt und kaum geworfen. Dazu kam, daß die ersten durchaus kraftvollen Würfe von Moritz nicht im Tor landeten, sondern eher am Pfosten oder daneben.

Trotzdem wurde gekämpft und nicht aufgegeben, aber es muß schon alles funktionieren, wenn man eine Chance gegen Gummersbach haben will. "Hege" erwischte einen schwachen Tag, und dann ist er auch wohl so mit sich selber beschäftigt, daß er leider nicht die führende Person auf dem Spielfeld ist. Und doch war zur Halbzeit beim 13:14 noch alles drin, denn die Gäste konnten auch die nicht die Gunst der Stunde nutzen, um sich abzusetzen. Aber scheinbar stimmte bei unserem Team die Abstimmung bzw. die Taktik in der Abwehr nicht, denn unser Neuzugang Ingimundur Ingimundarson war zeitweise heftig mit Richard am diskutieren, so der Eindruck von außen.

In der 2. Halbzeit kam dann die beste Phase von Stephan Just. Er hielt GWD im Spiel, und dennoch schien sich der VfL leicht abzusetzen. 15:18 nach 37 Minuten. Aber GWD kämpfte und kam zurück, 20:20, die Halle war, man spielte zu Hause und hatte wirklich alle Trümpfe in der Hand. Doch dumme Abspielfehler ließen GWD wieder zurückwerfen und das war es dann auch aus unserer Sicht, so daß Gummersbach sogar auf 6 Tore davonziehen konnte. Die allgemeine Fan-Meinung war die, daß man einfach zu leicht den Kopf hängen läßt. Sich seinem Schicksal überläßt. Gut aber, das wenigstens in Balingen die 2 Punkte mitgenommen werden, da hat man doch Hoffnung, daß da in den nächsten Partien in Kassel/Melsungen, Wetzlar und Essen noch was mitgenommen werden kann, zudem kommt Stralsund als nächster Gegner in die Kampa-Halle.

Ein Höhepunkt war sicherlich der Besuch von Handball-Legende Joachim Deckarm in Minden. Aber es ist auch wahnsinnig traurig, sein Schicksal zu verfolgen. Er sitzt nun im Rollstuhl. Der Scheck der 77er-GWD-Traditionsmannschaft über 4.500 Euro für den Joachim-Deckarm-Fonds kann ihm hoffentlich weiterhelfen.

Den Spruch des Nachmittags lieferte dann Schiedsrichter Jürgen Rieber ab, der in der 1. Halbzeit auf den Zuruf eines GWD-Fans, der meinte, VfL-"Kante" Gunnarsson liegt mit seinen "300 kg" schon, bevor er in der GWD-Deckung attackiert wird, antwortete: "200 kg"! In diesem Zusammenhang aber auch ein ganz großes Lob an die Unparteiischen Fleisch/Rieber für eine exzellent geleitete Partie.

Frank Wentzlawsky

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 03.09.08: Wir waren in... Nordhorn

Frohgelaunt standen mehr als 30 GWD-Fans am gewohnten Abfahrtsort in Dankersen, um auf die Ankunft des Kelder-Fan-Busses zu warten. Der einsetzende Regen machte nicht viel aus, die Stimmung war gut, man freute sich nach dem Aufgalopp der Testspiele nun wieder auf "richtigen" Handball. Wie wird sich unsere Mannschaft schlagen im Euregium, und wie wird der Gastgeber auf die Razzia tags zuvor reagieren, das war für uns Fans sicherlich einge große Frage.

Nach einem Zwischenstop auf der Raststätten-Anlage "Grönegau" kamen wir recht zügig in die Grafschaft durch und erreichten um ca. 19.30 Uhr die dortige Halle. Bei uns waren alle fit. Und um Punkt 20.15 Uhr ging es unter der Leitung der Magdeburger Unparteiischen Hartmann und Schneider los. Die Unterstützung von beiden Fanclubs für die Mannschaft war sehr gut, obwohl man etwas verteilt in der Halle saß. Daß auch die Steueraffäre der HSG aufs Korn genommen wurde, war ja nun mal klar.

Keine "Affäre" gab es zunächst auf der Platte. Die Gastgeber profitierten lange Zeit davon, daß Richard Ratka ausgerechnet Andreas Simon gegen Nordhorns Shooter Holger Glandorf stellte. Ein Ingimundur wäre wohl aus Fan-Sicht die bessere Taktik gewesen, unser neuer Isländer hat Erfahrung mit Glandorf, wo er bei den Olympischen Spielen im dortigen Gruppenspiel den deutschen weitgehend unter Kontrolle hatte. Der kleine Simon hatte in des keine Chance, Glandorf zu stoppen und bekam seine Grenzen aufgezeigt. Erst nach 20 Minuten (bei offener Manndeckung) hatte der Nordhorner ernsthafte und erfolgreiche Gegenwehr. Unser Team stand insgesamt sehr gut, man merkte bei einigen Aktione in der Abwehr, was für eine Verstärkung Ingimundarson für GWD in der Saison sein wird. Er ist eine "Kante", der jeden Gegenspieler Respekt einflößen wird, davon bin ich überzeugt. Mit der Routine und Übersicht eines Michael Hegemann konnten unsere Dankerser Jungs das Spiel über die ersten 30 Minuten offenhalten, auch etwas größere Rückstände (bis zu 3 Tore) beeindruckten sie nicht und ließen GWD wieder auf 13:13 nach 28 Minuten herankommen und eben ausgleichen. Und in der exakt 28. Minuten wurde der Nordhorner Morten Bjerre für 2 Minuten zum "Abkühlen" auf die Bank befördert. Doch die Überzahl verloren wir bis zur Halbzeit mit 0:2 - der Anfang vom Ende, wie sich später herausstellen würde.

Zwar konnte wir jeweils auf 14:16 und 15:17 verkürzen, doch dann kam eine (ich nenne es mal sehr, sehr unglückliche) Entscheidung der Schiedsrichter, die ärgerlich war. Just setzte sich im Siebenmeter-Raum, konnte nur unfair gebremst werden, bugsierte den Ball aber an Gentzel vorbei zum vermeintlichen 16:19. Doch die beiden aus Magdeburg bestraften nicht nur den Nordhorner mit einer 2-Minuten-Strafe, sondern auch Just und damit GWD, indem sie, nachdem der Ball im Tor war, uns den Vorteil wegnahmen und auf den Punkt zeigten. Eigentlich hatten alle auf Gylfi gesetzt, aber Just trat persönlich an und scheiterte am starken Schweden. Als ein wenig später Glandorf bei einem Tempogegenstoß auf und davon, war Just mit Rückstand dann ohne Ball schneller und katapultierte den Nordhorner Nationalspieler mit einem üblen Foul auf den Boden des Euregium. Die Volksseele kochte natürlich, die fällige rote Karte und damit Platzverweis war die logische Konsequenz. Aus der Situation danach war wichtig, daß sich beide sofort wieder lieb hatten und so den Schiris dokumentierten, daß alles halb so schlimm war. Diese Reaktion bewahrt Just wohl vor einer möglichen Sperre.

Dafür hatten unsere Spieler dann eine Sperre im Angriffsspiel. Die Mannschaft brach leider völlig ein, kein Spieler außer Gylfi konnte dem etwas entgegensetzen und so mußten wir Fans viel ertragen. Die Folge waren Konter (einer nach dem anderen), Medhus bewahrte uns noch vor schlimmeren Tatsachen, aber ein 10-Tore-Rückstand zwischenzeitlich mußten wir hinnehmen. Das Endergebnis war bekantlich 28:36, das einzig positive neben einer anständigen 1. Halbzeit, daß wir keine 40 Stück bekommen haben.

Gegen Flensburg am Sonntag in Minden sind wir zwar Außenseiter, aber es bleibt zu hoffen, daß sich die Mannschaft dem Publikum über 60 Minuten zeigt und leidenschaftlich kämpft. Das Spielerpotenzial haben wir, nun gilt es, dieses auch auszuschöpfen und dann, mal gucken, was drin ist. Und dann soll im Fan-Treff mit 2 Spielern eine gute Stimmung herrschen.

Frank Wentzlawsky

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12. und 13.07.08: Wir waren in... Ellerbek

Vor längerer Zeit hatte der GWD-Fan-Club seine Zusage zu dem Turnier der beiden Hamburger Fan-Clubs "Blau-Weiß" und "Störtebeker" gegeben. Nach den Turnieren in Lübbecke und dann natürlich bei uns in Minden war dieses eben für uns Turnier Nr. 3 in der sog. Handball-Sommerpause. Und das Turnier in Minden hatte durchaus Einfluß auf die Tage in Ellerbek. In Dankersen gaben die Dessauer auf ihrer unglaublichen Tour durch Deutschland ihre Zusage für den "1. blau-weißen Störti-Cup", und das war in diesem Sommer ihr 8. (!) Turnier! Unser DJ Kai hat Ilka von den "Blau-Weißen" so gut gefallen, daß sie Kai im Orga-Team auch als DJ in Ellerbek "durchsetzen" konnte. Und Kai hatte auch gleich zugesagt.

Kai ist natürlich mit seinen CDs und Anlagen gleich durchgefahren, alle anderen 17 Teilnehmer trafen sich am frühen Samstagmorgen in Dankersen am Helmut-Meisolle-Jugendheim. Nicole hatte die feste Nahrung besorgt (belegte Brötchen), ich die flüssige (Kaffee und andere Getränke). Um 07.00 Uhr begann pünktlich die Abfahrt, nicht über die A 2 Richtung Hannover, sondern über die B 482 Richtung Nienburg, wo wir dann noch Susanne am Schäferhof-Nord vor den Toren Nienburgs aufgabelten. In Walsrode ging es auf die A 7, eine Kolonne von 4 Mindener Fan-Fahrzeugen (2 Vereinsbullis, 2 Privat-PKW) machte sich auf den Weg zum 1. Ziel, der Raststätte Brunautal. Hier wurde ganz gemütlich ohne Hektik gefrühstückt und geschnackt. Und dann weiter Richtung Hansestadt Hamburg. Wir kamen gut durch, aber ganz wenig Verkehr war auch nicht. Trotzdem: Wir waren gut in der Zeit, so daß ein kleiner Stau/zähfließender Verkehr hinter dem Elbtunnel nicht weiter störte. Ausfahrt Bahrenfeld verließen wir die Bahn, wir verließen auch Hamburg, aber gleich dahinter folgte wunderschön gelegen die Anlage in Ellerbek.

Herzlich wurden wir von den Hamburger Fans empfangen und wir brachten unser Gepäck in die gegenüberliegende Tennishalle, was dann nachts als Schlaf-Unterkunft diente. Unsere 12 aktiven Teilnehmer zogen sich um und so warteten wir auch nicht lange auf die Eröffnung. Und so saßen wir gespannt auf dem Hallenboden: Wir zusammen mit den Fans aus Dessau, Gummersbach, Kiel, Flensburg, Berlin und natürlich Hamburg. TW Maik aus Dessau hatte Geburtstag und war dann auch gleich Thema der Eröffnungsrede vom Geschäftsführer des HSV Hamburg, Peter Krebs. Süffisant und ironisch bemerkte er, wie dämlich eigentlich Handball-Fans sein müssen, um an Geburtstagen zu einem Turnier zu fahren. Da sind die Ausgaben doch gleich viel höher, wenn man Runden schmeißen muß. Ansonsten vergaß Peter natürlich nicht, auch seinen alten Verein GWD zu erwähnen, als er uns sah (spielte bis 1983 in Minden) und erinnerte noch an die Tatsache, daß in der Handball-Bundesliga eben keine Zäune nötig seien, um aufs Spielfeld zu gelangen bzw. zu gucken und auch, daß es im Handball praktisch keine Zwischenfälle unter Fans gibt. Nachher hatte ich auch die Gelegenheit, mit Peter noch einige Worte zu wechseln.

Vor dem 1. Spiel wurde nochmal von mir und Sport-Teamchef Andre klargemacht, daß wir hier auf einem Fanclub-Turnier sind, daß jeder seine Spielanteile erhält und daß neben dem sportlichen Ehrgeiz auch die Lockerheit nicht zu kurz kommen sollte. Andre ist eingesprungen für den leider ausfallenden Olaf, der aus persönlichen Gründen zu Hause in Minden bleiben mußte. Und Andre kennt die Spieler mit am besten. Er machte die Sache sehr gut. Das 2. Spiel, und schon waren wir dran. Gegen den einen Gastgeber mußten wir ran, gegen die "Störtebeker", also ein Teil der Siegermannschaft von Minden vor 3 Wochen. Der Start war nicht schlecht, wir führten lange mit 1:0 durch Finn, doch konnten wir in der Schluphase der 1. Halbzeit ds Ergebnis nicht halten oder ausbauen, so daß wr mit 1:3 zurücklagen und auch in der 2. Halbzeit ohne wirkliche Chance waren. Vielleicht lag es an der Anfahrt, daß wir noch etwas verhalten in das Turnier begannen. Nach dem 1:7-Zwischenstand gelang wenigstens noch Wolfgang der 2. Treffer.

Spieler und mitgereiste Fans hatten dann lange Zeit (über 2 Stunden), das Umfeld des Turniers abseits des Hallenparketts zu genießen. Bei wechselhaftem Wetter saß man mal draußen, aß was, nahme Getränke auf, feuerte Dessau in ihren Spielen an und holten die Gutscheine für Abendessen und Frühstück und verteilte sie den Mitfahrern.

Um kurz vor 15.00 Uhr waren wieder Hamburger die Gegner. Ein neuer, junger Fanclub, der 2007 gegründet wurde. Und jung bezieht sich auf das Alter. Die "Deep Blue Generation" sind Kids so um die 15, 16 Jahre rum. Würden wir "alten Säcke" gegen die jungen Wilden wirklich eine Chance haben. Wie immer am 1. Tag wechselte ich mich im Tor mit Ralf ab, ich 1. Halbzeit, Ralf dann die 2. Dieses Spiel sollte recht torreich werden. Die Hamburger Jungs waren oft schneller als der Ball, das war unsere Chance. Mitte der 1. Halbzeit stand es recht ausgeglichen 2:3, zur Halbzeit konnten wir uns nach guten Szenen etwas mit 6:4 absetzen. Aber würde die Kraft reichen? Doch wir dominierten, unsere Routine an Lebensjahren zahlte sich aus und wir erhöhten auf ein fast uneinholbares 9:4. Im Zuge der sicheren Führung verdaddelten wir einiges und der junge Fanclub kam plötzlich auf 7:9 heran, letztlich feierten wir aber den ersten Sieg in der Harbighalle mit 11:7. Noch ein Wot zu den "Deep Blue Generation": Eine angenehme Fan-Gruppierung, wie man auch abends auf der Fete beobachten konnte. Solche neuen Fans braucht eben der Handball.

1,5 Stunden Pause, dann kamen die Füchse Berlin. Ein Spiel auf Augenhöhe. Bei mir im Tor lief recht wenig zusammen, meine Leute im Feld kompensierten das mit Toren vorne, 6:7 aus unserer Sicht zur Pause. In der 2. Halbzeit schienen keine Tore mehr zu fallen, der Ausgleich schien nur eine Frage der Zeit, klarste Chancen, aber der Ball wollte nichts ins Tor. Dazu einige unglückliche Schiedsrichter-Entscheidungen und eine mehr als unglückiche 9:11-Niederlage. Ja, ich gebe zu, es gab einigen Unmut bei uns über die Unparteiischen. Einer der beiden gab auch Fehler zu, wenig später beruhigte man sich wieder auf beiden Seiten. Freundschaft!

Der Spieltag neigte sich dem Ende zu, man konnte auf den 2. Teil eines solchen Turnieres blicken. Lutz Hauser, der Fan-Club-Vorsitzende der "Störtebeker", zauberte ein Abendessen hin, was ganz lecker schmeckte. 3 Nudelsorten, u. a. Spaghetti natürlich, dazu 4 Soßen/Beilagen (u. a. Gulasch, Bolognese, Geschnetzeltes), dazu Salat, Joghurt für den Nachtisch. Es schmeckte hervorragend, man fühlte sich sauwohl. Wenig später begann die Party. Das Wetter war abends traumhaft, so daß Kai seinen Aufbau für die Partymusik nach draußen legen durfte. Und die Stimmung war ganz hervorragend. Alle waren supergut drauf, feierten miteinander und zusammen. Zwischendurch wurden auch Pins getauscht.Und gegen 00.30 Uhr durfte natürlich Hans Albers nicht fehlen: "Auf der Reeperbahn nachts um halb eins..." So langsam hatten sich die ersten in der Tennishalle zur Nachtruhe gelegt, endgültiges Ende der Musik war so gegen 02.00 Uhr. Einen ganz großen Dank richte ich an Dessau. Auch am Sonntag hatten sie ein Geburtstagskind mitgebracht, so daß es ab dem späten Samstagabend Freibier der DHV-Fans am Bierwagen gab. Dann wurde es auch dunkler, die letzten "Positionslichter" in der Tennis-Schlaf-Arena wurden gelöscht. Schlafen konnte man (zumindest ich) ganz gut. Eine neue Erkenntnis bot auch die Nacht mit vielen Gleichgesinnten: Ich wußte bis Mitte Juli 2008 nicht, wieviel Schnarchgeräusche es gibt. Bei manchen (wie man hörte, aus Berlin) wurde einem ganz Angst und Bange, daß sie nicht wieder aufwachen würden,andere waren echt quietschig. 

Nach dem Frischmachen begann auch in Ellerbek der Tag, nein, der Morgen mit einem Frühstück (ab 07.00 Uhr). Auch dieses war sehr reichhaltig und schmackhaft. Dann ging es wieder in die Halle, unser letztes Vorrundenspiel bahnte sich an, um 09.50 Uhr gegen den späteren Turniersieger aus Gummersbach, den "Blue White Dynamites". Wie am Samstag bei Spiel 1 kamen wir wieder nicht so richtig aus den Startlöchern und hatten keine Chance beim 4:11. Hier stand Ralf über die volle Spielzeit im Tor, er verhinderte eine höhere Niederlage, was nicht unwichtig war, denn durch das bessere Torverhältnis gegenüber den "Deep Blue Generation" spielten wir um 12.30 Uhr das Spiel um Platz 7 aus. Bis dahin wurde es sich in der Sonne draußen schön gemacht. Das Plazierungsspiel kam dann immer näher und die Flensburger waren unsere Gegner. Im Tor spielte ich dann wie abgesprochen durch, Ralf ging mit aufs Feld für die angeschlagenen Marina und Marco A. Das Spiel wogte hin und her, eine Niederlage drohte (3:5 zur HZ), doch wir kämpften und zogen mit 7:6 vorbei. Leider machten wir den Sack nicht zu in unserem letzten Angriff, so daß Flensburg noch einen Angriff hatte. Unsere Abwehr stand gut, aber trotzdem erhileten die "Wikinger" in der letzten Sekunde einen Siebenmeter. Unsere Jungs hätten sich wohl mehrheitlich ein anschließendes Siebenmeter-Werfen gewünscht, aber da machte ich einen Strich durch die Rechnung und hielt. Es haben sich dann aber doch alle sehr darüber gefreut, den 7. Platz so geholt zu haben.

Das torärmste Spiel war das Finale, was die "Blue White Dynamite" Gummersbach mit einem Tor zum 4:3 28 Sekunden vor Schluß gegen die 2. Gastgeber "Blau-Weiß" Hamburg für sich entscheiden konnte. Wenig später erfolgte die Siegerehrung durch den sportlichen Leiter des HSV Handball, Christian Fitzek. Er bedankte sich bei mir bei der Pokalübergabe für den Transfer von Arne, "einem sehr guten Spieler von GWD", wir konterten mit dem Lied "Ohne Arne habt ihr keine Chance". 

Damit war dieses geile Turnier beendet, ein Abschiedsschluck für alle, dann der Abschied von den Fans der anderen Clubs und ein gaaaaaaanz großes Dankeschön an Ilka, Lutz und die vielen Helfer.

Die Rückfahrt gestaltete sich dann anstrengender als gedacht.. Ein riesiges Motorradtreffen führte uns zu einer recht lustigen Stadtrundfahrt durch den Stadtteil Stellingen (u. a. vorbei an "Hagenbecks Tierpark"). Nach 1 3/4 Stunden kamen wir dann auch auf die Autobahn, wieder ein Zwischenstop in Brunautal und nach 330 Minuten erreichten wir die Olafstr. in Dankersen wieder. Alle waren sehr müde, aber auch total zufrieden und das nächste Fan-Turnier mit uns Beteiligten kommt bestimmt.

Frank Wentzlawsky

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11.05.08: Die Derby-Nachlese

Zwei Punkte Vorsprung, relativ gute Heimbilanz, mehr Tore geworfen und weniger kassiert, Heimspiel und offiziell 4051 Zuschauer. Neben der speziellen Situation der "Kreismeisterschaft" und der besseren Ausgangssituation um den Klassenverbleib sprach wirklich alles für uns, und was man dann auf dem Spielfeld sah, da fragte man sich: Was war denn das? Dieses Derby ist immer was besonderes und wie oben schon gesagt, ein ganz spezielles Spiel, gerade aus unserer Sicht mit den einheimischen bzw. aus der GWD-Jugend hervorgegangenen Spielern! Punkt. Auch wenn es gegen Großwallstadt gut geklappt hat: Da fängt man doch mit "Mindenern" Spielern an. Ein Apollo auf Linksaußen ist verschenkt, da hätte Andy Simon hingehört. Auf Halbrechts wäre Buschmann ideal gewesen, Schäps auf ganz rechts.

Nach ca. 8 Minuten konnte man doch schon sehen, daß hier die völlig falschen Spieler entweder auf dem Parkett waren oder falsch positioniert waren (eben Just z. B.). Das einzige, was dem Trainer einfiel, war der TW-Wechsel von Medhus zu Besirevic (war allerdings aus der Spielsituation richtig). Aber von den anderen Akteuren auch hätte man wenigstens erwarten können, zu kämpfen, immerhin geht es hier um ihre Arbeitsplätze, denn keiner der Grün-Weißen hat Verträge für die 2. Liga. Aber selbst die ersten beiden Zeitstrafen für den mehr Handball-Rüpel als Handballspieler des TuS, Siodmak, setzte bei uns kein Zeichen, ganz im Gegenteil, nur die Nachbarn profitierten davon und zeigten, was Mannschaftsgeist ist. Da hielten unsere nicht im geringsten mit. Bezeichnend einige unsere Zeitstrafen in der 1. Halbzeit. Just wegen Meckerns, Besirevic mit einer sowas von unnützen Aktion, die man entweder nur als Dummheit oder als Provokation gegen Ratka (weil er hat Medhus eben anfangen lassen) sehen kann. Statt mal wieder einen Ball aus dem Tor zu holen, zog er es vor, die Schuhe erst zuzubinden. Die Zeitstrafe war völlig korrekt! Später auf der Bank kam dann der nächste Fauxpas von Malik, als viele Zuschauer mitbekamen, wie er Ratka anrunzte: "Faß mich nicht an". Statt Zusammenhalt Konfrontation. Ist in jedem Spiel schlimm, aber erst recht im Derby...

Eigentlich war zur Halbzeit die Messe schon gelaufen. 10:16, nur Arne überzeugte in seinem letzten Heimspiel mit einer guten Wurfquote, Essen führte wohl sicher in Wetzlar, keine einzige Führung für uns, eine Abwehr, die keine war, ließ sich selbst in Überzahlspiel leicht ausspielen. Und vorne wurden gerade in der Anfangsphase, wo die Möglichkeit zur Führung mehrmals gegeben war, zu viele Bälle leichtfertig weggeschmissen, sprich technische Fehler zum Haareausraufen!

Natürlich hatte man leichte Hoffnung auf die 2. Halbzeit, und wir kamen ja auch ran, nach ca. 43 Minuten war die Chance, auf 2 Tore zum 20:22 ranzukommen, aber wieder einmal kam der Ball nicht mal Richtung Tor, sondern wurde vertändelt. Und hinten hielten Medhus, Besirevic und Kosanovic nichts, aber wirlich auch nichts. Das TW-Duell wurde auch klar verloren. Aber auch die Körpersprache sprach Bände. Während Feric und seine Jungs sich wieder aufpeppelten, kam bei uns kein Ruck durch die Mannschaft. Richard stand auch hilflos an der Bande und hatte keine Antwort auf das, was da mitansehen mußte parat. Ich will es nicht behaupten, das liegt mir eigentlich fern, aber manchmal hatte man den Eindruck, das Team spielt gegen Richard. Ich will es nicht hoffen! Ansonsten muß man feststellen: Wir haben mit Disziplin gespielt (also zu brav), die anderen haben das Kämpferherz herausgeholt und hatten damit Erfolg.

27:33 lautete bekanntlich das Endergebnis - eine Schmach und "zu 90 % der Abstieg" (O-Ton Hotti Bredemeier). Wer glaubt jetzt noch an Berlin in Lübbecke (es sei denn, die Nettelstedt spielen den gleichen Stiefel wie wir gestern und kommen mit dem Druck nicht klar) oder an GWD in Flensburg. Noch sind wir in der Pole Position und haben es sozusagen in eigener Hand, aber bei der Auswärtsbilanz und bei diesem Gegner ist die Hoffnung natürlich gering.

Noch was zum Fan-Treff: Es zeigt wahre Größe, daß Richard unten bei uns war und die Initiative ergriffen hat, über das Mikrofon was zu sagen und Fragen zu beantworten. Das kritische Fragen kommen, ist doch völlig selbstverständlich, aber die teilweise tumultartigen Szenen einiger weniger Besucher und unsachliche Kommentare waren wirklich total überflüssig und dienen nicht der Sache. Schwer hatten es ganz sicher auch Arne und Stephan Just. Beide waren ziemlich ratlos und auch sprachlos. Nun muß man mit dem schlimmsten rechnen. Aber auch da geht es weiter, wenn es tatsächlich so kommen sollte. Man versucht sicherlich, so viele Spieler wie möglich zu halten und den Wiederaufstieg zu schaffen. Ich und hoffentlich alle anderen Mitglieder des Fan-Clubs bleiben GWD ohnehin treu.

 

Auf diesem Weg bedanke ich mich auch nochmal bei unseren (jetzt ehemaligen) Thekenteam-Mitglieder Jens H. und Stefan, die die Zeit nicht mehr in dem Umfang haben und uns dann als Gäste dann aber erhalten bleiben.

Frank Wentzlawsky

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30.04.08: Nachbetrachtung GWD - RNL

Je näher dieses Spiel nach der kurzen Pause von Magdeburg kam, wurde man irgendwie immer optimistischer, daß diese Partie eine Spannung haben würde, die man zwischen einem Tabellen-16. und einem Tabellen-4. nicht unbedingt erwartet. Und so fieberten für einen Dienstag abend gute 2800 Zuschauer (darunter 4 "gelbe" Löwen, die auch vorher im Fan-Treff zu bestaunen waren) dem Duell entgegen. Unter ihnen übrigens "unser" Dima, den man gelegentlich noch mit seinem Fahrzeug (MI-DK...) durch die Weserstadt rollen sieht.

Nach einem Fehlstart von beiden Mannschaften (2:2 Chancen/0:0 Tore nach gespielten 1:41 Minuten) spielte sich Kronau zunächst frei, und nach einem Fehlpaß von Buschmann ins Seitenaus kam nach exakt 4:16 Minute das Codewort von Stephan Just persönlich, was da hieß: "Aufwachen!". Da stand es übrigens 0:3 u. a. durch ein Außentor von Harbok und dem 1.000 Saisontor von Jurasik. Der 1. Treffer von Just durch Siebenmeter ließen die Rhein-Neckar-Löwen das 4:1 folgen, einen Zwischenspurt von GWD zum 4:4 beanworteten die Gäste mit dem 6:4. Besonders stark bis dahin Nationalspieler Uwe Gensheimer auf Linksaußen. Richard Ratka hatte stattdessen entschieden, auf unsere etatmäßigen Außen Simon und Jonsson zu verzichten , dafür spielten eben Just und Schäpsmeier. Die Anfangsphase lief wohl zu glatt für die Süddeutschen, um überraschender waren sie vielleicht, als GWD drauf und dran war, ihnen den Schneid abzukaufen. Beim 8:7 ging dann sogar die Spielzeituhr (Block C) ohne Macken und GWD erhöhte auf 9:7 und 10:8. Die Halle war natürlich da und Medhus mit einer im Rückraum gut stehenden Deckung auch. Aber immer wieder waren es vor allen Dingen die RNL-Außen, die die ehemals Kronau-Östringen genannte Mannschaft nicht gänzlich umwarf. Man muß aber auch sagen, daß gegen einen nicht überzeugenden Fritz im Gäste-Tor der Rückraum manchmal die Würfe zu einfach nahm, so daß man nur ganz kurz vor Halbzeit mit 14:12 gegen den Europapokal-Finalisten führte, ehe der 1. Siebenmeter für die RNL in der letzten Sekunde der 1. Halbzeit sicher saß, erzielt von Tkaczyk. 

Als ca. 3 Minuten nach der Halbzeit "Franz" an den Kreis ging und somit für Arne freisperrte, der zum 16:14 traf, dachte man und hoffte man, mit dieser neuen Finte den Gast konditionell k.o zu spielen. Doch 1. ließen sich die Rhein-Neckeraner davon nicht beunruhigen und zweitens konnten wir unser recht ansehnliches Angriffspiel nicht in diesem Zuge halten. Als dann auch Szmal ins Tor kam, schien die "Butze" wie vernagelt. 2 Pfostenwürfe und einfache "Dinger" genau auf den Körper machten den Unterschied, während die RNL nun auch Tore aus dem Rückraum machten. Schwarzer machte zwar 3 Tore, blieb am Kreis aber mäßig (wurde auch gut bewacht), Bielecki wurde komplett geschont. Dazu konten leider auch die beiden Magdeburger Schiris ihr Niveau aus der 1. Halbzeit nicht halten und verloren etwas die Kontrolle über dem Spiel. Foul für GWD wurden zwschen der 43. und 51. Minuten überhaupt nicht gepfiffen. Aber das war nicht der entscheidende Punkt, wie oben schon angesprochen, und auch die teils dummen Rufe gegen Lemme/Ullrich waren unter der Gürtellinie. Dass gehört sich nicht und davon distanziert sich der Vorstand des Fan-Clubs auch wie gegen Schmährufe wie gestern gegen Szmal, was uns übrigens auch einen Bärendienst erwiesen haben dürfte. 

Aber zurück zum Positiven: Auch nach dem 22:26 gab die Mannschaft nicht auf, man verkürzte auf 24:26 und 26:28, doch letztlich konnten die cleveren Gäste den Sieg mit 3 Toren feiern. Trotz der recht hohen Fehlerquote im Rückraum kassierten wir hinten eindeutig zu viele Tore über die Außen. Da hätte mehr gehalten werden müssen. Also mehrere Faktoren, die genügten, um leider keine weiteren Heimzähler zu holen.

Trotzdem: Die Moral ist intakt, der Gast vom Wiehen kann kommen, wir sind bereit zum sportlich brisantesten Derby der Geschichte wohl, zum Showdown um den Klassenerhalt. Apollo & Co. sind gerade zu Hause in einer sehr guten Verfassung, durchaus variable Spielzüge, mit Medhus und Besirevic 2 Torhüter in guter Form, mit Franz und Jiri ein starker Abwehrhalt und auch wenn es ein Nervenspiel ist (aber zum Glück dann für beide, wenn man da von Glück sprechen kann): Wir haben Heimrecht, die allermeisten, nein, der überwiegende Teil wird auf stimmungsvolle und bitte friedliche Weise hinter unserer Mannschaft stehen und sie zum Sieg tragen, so daß hinterher gefeiert wird!

Frank Wentzlawsky

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25.04.08: Wir waren in... Magdeburg

Diese Auswärtsfahrt hatte eine Vorgeschichte, und die resultierte aus dem Hinspiel. Damals hatten einige SCM-Anhänger bekannterweise ein Plakat mit einem ziemlich überflüssigen Spruch in der Halle ausgebreitet, der nur einem schadete: Dem SCM im Ganzen selber. Das hat sich ein Magdeburger Sponsor so zu Herzen genommen hatte, daß er uns Fans für das Rückspiel in der Bördelandhalle Freigetränke versprochen hatte. Das hat der GWD-Fanclub natürlich nicht vergessen und mit dem sponsor ("Rudloff & Partner") eine Aktion vor dem Spiel vereinbart.

Am Freitag nachmittag ging es um 15.30 Uhr in Richtung Bördelandhalle los, diesmal unterstützt von der Fa. Hillenkötter aus Minden-Leteln . Das finden wir super, diese erneute Unterstützung und sagen ganz herzlich Danke. Auf der Raststätte "Zweidorfer Holz" machten wir eine längere Pause, um den begehrten Kaffee und Kuchen zu verspeisen. Nach einem kurzen Stau in Höhe Braunschweig erreichten wir gegen 19.00 Ihr die schmucke Halle und machten kurz darauf vor dem Eingang ein Foto mit dem Geschäftsinahber und einer Tafel mit dem Aufdruck "Fairness-Bier". Dann wurden exakt 100 Getränkegutscheine an unsere Mitfahrer verteilt. Die Aktion kam ziemlich gut an.

Überhaupt nicht gut an kam dann bei den zahlreichen mitgereisten Schlachtenbummler (Fan-Club und Commando), was die Mannschaft auf dem Parkett zeigte. Das der SCM nach der Verpflichtung von Trainer Michael Biegler wieder erstarkt ist und mit vielen einheimischen Akteuren ein offensives und zupackendes Spielsystem spielt, war bekannt, aber das sich unsere Mannschaft davo so beeindrucken ließ, war schon erstaunlich - in negativer Hinsicht. Man kann in Magdeburg verlieren, aber bitte schön doch nicht so. Ein Konzept war nicht zu erkennen im Angriff, und hinten war unsere Deckung oft zu überfordert. Gerade Sprenger und Grafenhorst machten, was sie wollten. Im Angriff versagte praktisch der gesamte Rückraum. Arne war völlig von der Rolle, und Haaß, von Behren, Schäpsmeier und Buschmann machten Würfe, wo man sich die Hände vors Gesicht schlug. Entweder neben oder über das Tor, oder eben so schwach und unplaziert, daß der gute Heinevetter selten erstklassige Paraden zeigen mußte. Und so war die Partie zum Haare ausraufen nach sage und schreibe 15 Minuten schon entschieden. Richard zeigte auch Nerven. Als Alibi legte er sich mehrfach nicht mit seine Spielern an, sondern mit dden gut leitdenden Pritschow-Brüdern aus Stuttgart.  Was das von unserem Trainer sollte, bliebt mir ein Rätsel. Die Quittung war völlig zurecht die gelbe Karte in der 2. Halbzeit.

Der gemeine GWD-Handball-Fan hatte gedacht, als GWD in seiner besten Phase von 8:17 (Pausenstand) kurz danch auf 12:18 verkürzte. Aber kein Aufbäumen, ganz im Gegenteil, das Team rannt ein ihr Schicksal und erlebte eine 23:37-Debakel. Einzig Stephan Just konnte überzeugen und mit Abstrichen auch Malik im Tor. Warum dann aber in der 48. Minuten der lustlose Kosanovic ins Tor kam, wird einzig und allein nur der Trainer wissen. In einer beispiellosen Torwart-Wechselei kam nach sage und schreibe 5 Minuten Medhus wieder ins grün-weiße Gehäuse. 

Die Enttäuschung im Fan-Bus stand den meisten Leuten ins Gesicht geschrieben, und so wurde im Mannschaftsbus angerufen und mit Betreuer Tobias Glombek über diese Leistung geredet. Die Spieler wußten auch nicht, was in Magdeburg passierte und was mit ihnen los war. Um uns nicht falsch zu verstehen: Wir glauben an unseren GWD und sind überzeugt, am Dienstag gegen die Rhein-Neckar-Löwen was reißen zu können, da es ein Heimspiel ist und die Mannschaft in der Kampa-Halle wesentlich geschlossener auftritt, aber sie sollte auch mal wissen direkt nach einem Spiel, daß man nicht alles kommentarlos herunterschluckt.

Frank Wentzlawsky

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12.03.08: Nach dem Spiel GWD - Nordhorn

Nach dem gestrigen Spiel wußte man zunächst nicht, ob man lachen oder weinen sollte. Zu groß war in den ersten Minuten die (kleine) Enttäuschung über das Remis, weil wir ja immer in Führung lagen und durch einfache technische Fehler den möglichen Sieg verspielten. Letztlich kann man aber doch auf diese Truppe stolz sein. Nicht nur ich habe sie nach schwachen Spielen etwas härter attackiert, aber gestern zeigten sie erfreulicherweise, daß sie das Handballspielen doch nicht verlernt haben und auch Spitzenmannschaften das Fürchten lehren können.

2400 Zuschauer sahen mit dem 1. Angriff auch gleich das erste sehenswert herausgespielte Tor durch "Örni " Jonsson. Und als dann im Gegenzug Nordhorns Filip den ersten Siebenmeter warf, war schon irgendwie klar: Heute ist hier was drin. Filip hatte die Marke doch recht dilettantisch geworfen, wenn man ehrlich ist, trotzdem muß man als Torwart richtig postiert sein und es sollte nicht die letzte Heldentat unseres Norwegers sein. Als Frank von Behren dann mit dem  2. GWD-Torwurf des Abends auch Erfolg hatte, war das auch eine Signalwirkung für ihn. GWD hatte einen echten Rückraumschützen mehr!  

GWD spielte die ersten 20 Minuten wie im Rausch, die HSG hielt zunächst nur die ersten 10 Minuten dagegen. Nach dieser Spielzeit stand es 7:6, eigentlich deutete alles auf eine wahre Torflut hin. Doch GWD mit Medhus im Tor konnte so manchen Gästeangriff stoppen und führte plötzlich mit 14:8 und zur Halbzeit immerhin noch mit 16:12. Wahnsinn, wie wir uns präsentierten und uns auch nicht durch fragwürdige Schiedsrichter-Entscheidungen aus der Bahn bringen ließen. Geipel/Helbig beruhigten zwar einerseits das Spiel, aber irgendwie erwartet man noch von EHF-Schiedsrichtern mehr Durchblick. Harte, an der Grenze zur Unfairness geführte Zweikämpfe wurden auf Nordhorner Seite oft mit einem Siebenmeter geahndet, auf unserer Seite gabs höchstens mal einen Freiwurf, meistens aber noch nicht mal das. Auch Ausrutscher wurden als Foul bewertet oder sogar mit einer 2-Minuten-Strafe gekrönt (von Behren). Aber wie gesagt, Minden wehrte sich und traute sich was.

Als nach ca. 20 Minuten Gentzel bei der HSG ins Tor eingewechselt wurde, war das sicher kein Vorteil für uns, aber wir hatten ja eine stabile Deckung mit Medhus dahinter.  Als Nordhorn ca. Mitte der 2. Halbzeit auf ein Tor herankam (21:20), war zwar die lautstarke Unterstützung von den Tribünen da, aber würde GWD das Tempo hoch halten und dagegen halten? Sie taten es und setzten sich nach 50 Minuten wieder 4 Toren ab. In dieser Phase hielt vor allen Dingen Weltmeister Holger Glandorf seine Farben im Spiel  und Daniel Kubes gelangen zwei unheimlich leichte Tore aus großer Distanz. In der Schlußphase häuften sich die technischen Fehler bei uns. Doch Medhus war der Turm in der Schlacht und brachte  vor allen Dingen Filip schier zur Verzweiflung, so daß selbst Lemgoes Daniel Stephan zum großen GWD-Fan wurde. Er fieberte regelrecht mit. Ostwestfalen (wenn auch nicht gebürtig) halten dann doch zusammen, zumindest dann, wenn sie in Minden und Lemgo spielen. Aber Svenn-Erik konnte natürlich nicht alles halten und so kam es eine Minute vor Schluß zum späteren Endstand von 26:26. Nachdem Anders den Ball nicht festhalten konnte, drohte GWD das Horror-Erlebnis. Gott sei Dank traf Glandorf nicht, der Ball ging links am Tor vorbei. Aufatmen pur!

Ein heißes Thema war natürlich Arne. Zwei leichte Ballverluste. Und mal wieder kamen die Fragen der Fans hoch: Wo ist er mit seinen Gedanken? Bei seinem neuen Verein? Nun, die Sache ist sicherlich komplizierter als man vielleicht glauben darf. Durch die Neuverpflichtungen in Hamburg macht er sich mit Sicherheit Gedanken, wieviel Spielanteile er dort wohl kriegen könnte. Aber das ist nur  eine Sache. Seine Freundin ist schwanger, er hat hier seine Lehrstelle abgebrochen und das Haus in Minden... Wer von uns kann da schon klar denken. Richard und auch wir sollten aber Arne jetzt erst recht voll unterstützen. Er hat uns soviel gegeben, jetzt sind wir an der Reihe, ihm das Vertrauen zurückzugeben. Genauso wie der ganzen Mannschaft. Das Umfeld mit den Sponsoren und dem daraus finanziellen Rahmen stimmt wieder, da wäre es sehr, sehr bitter, wenn wir dieses Jahr den Gang in Liga 2 antreten müßten. Ich bin davon überzeugt, mit einem gestern stark konditionell verbesserten Frank von Behren, einen gesunden Michi Haas und den starken Rest der Truppe werden wir mit Richard und allen dazugehörigen Personen im Mai feiern - den Klassenerhalt natürlich. 

Später im Fan-Treff war die Stimmung gelöst. Grund waren u. a. die offenen Worte von RL-Trainer Niels Pfannenschmidt zum Spiel und zu den Personalien seiner Mannschaft, der Besuch von Richard selbst und die überzeugenden Worte von Moritz. Nur Milan blieb verschollen. Wo er letztendlich war, weiß kein Mensch. Doch sein Besuch wird nachgeholt - versprochen!

Frank  Wentzlawsky

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04.03.08: Wir waren in... Berlin

Nach dem verpaßten  Wochenende durch die fanfeindlichen Fernsehverträge von DSF und HBL fanden sich immerhin 15 GWD-Fan-Club-Mitglieder, die sich am Dienstag morgen um 08.00 Uhr mit Unterstützung der Fa. Rodenberg (Fenster und Türen/Porta Westfalica) auf den Weg in Deutschlands größte Stadt machten. Mit an Bord war u. a. wieder ein umfangreiches und leckeres Frühstück, was nicht zum 1. Mal die "Krobs" gezaubert hatten. Einen kleinen Stau hatten unsere beiden Bullis kurz vor Hannover zu bewältigen (bedingt durch eine Baustelle), aber kurz vor Braunschweig machten wir an der A-2-Raststätte "Zweidorfer Holz" dann die große Aufmunterungspause mit Kaffee, Brötchen, Mett, Käse, Wurst und und und... Nach der  Weiterfahrt Richtung Hauptstadt machten wir noch mal ne kleine Pause auf der Raststätte "Michendorf". Dann hatten wir mit Eberhard Richter als gebürtigen Berliner natürlich einen fachkundigen Mann an Bord, der uns in die riesige Stadt führte. Zentraler Punkt war für die Fahrzeuge der noch recht neue Hauptbahnhof (2006 eröffnet). Von da ging die eine Gruppe viele Sehenswürdigkeiten wie das Reichstaggebäude (Besucherkuppel), Potsdamer Platz und Brandenburger Tor mit "Unter die Linden" ab.  Andere GWD-Fans, die Berlin schon recht gut kennen, besuchten den ehemaligen Fußball-Bundesliga-Spieler Hanne Weiner (Hertha BSC Berlin/FC Bayern München) und seine Gattin in seinem einzigartigen Sport-Restaurant "Hanne am Zoo", dann war das Kaufhaus des Westens an der Reihe und schließlich führte der Weg mit der Buslinie M 19 zum Mehringdamm zum wohl berühmtesten Curry-Wurst-Imbiss der Stadt, "Curry 36" und dem direkt daneben liegenden "Vogt´s Bier-Expreß". Von dort ging es mit der U-Bahn mit Umstieg an der Station "Stadtmitte" zur Eberwalder Straße, wo u. a. die Max-Schmeling-Halle liegt. Alle waren guter Laune, und auch die anderen Fans waren pünktlich vor dem Eingang. Vor dem Spiel nahmen sich Trainer Richard Ratka und Manager Horst Bredemeier sich viel Zeit für die Fragen von uns Fans. Hotti wollte aber z. B. auch wissen im Rückblick auf das Heimspiel gegen Lemgo, ob wir so schwach waren oder die Lipper so stark. Die Einschätzung von den Fans, die das Spiel gesehen haben, war so, daß wohl wie so oft die Wahrheit in der Mitte liegt. Eine Trainerdiskussion lehnte unser Manager auf Anspielung eines Berichts im Internet aber ab und dies solle bis zum Saisonende gelten, da es auch aus den Reihen der Spieler bislang kein Murren gegen Richard gibt.

Sehr gut in der Arena waren die beiden Anzeigetafeln, die neben dem aktuellen Spielstand auch alle Spieler (mit Toren) auflistete und Zeitstrafen anzeigte.

Unter den Augen von den Fußball-Profis der Hertha und dem zur Zeit drittplatziertem Team des SCC Berlin in der Volleyball-Bundesliga der Herren begann das Spiel. Und es begann denkbar schlecht. Auf der einen Seite zwei Siebenmeter für das Lommel-Team, während wir uns vorne sehr schwer taten. Die Würfe von Arne waren doch schon in den Anfangsminuten sehr schleierhaft und wenig vorbereitet, so daß die Berliner auf 4:1, 6:2 und 7:3 davonzogen. Zu diesem Zeitpunkt war unsere Auszeit der 1. Halbzeit schon vorbei, genomen nach 8 Minuten und 38 Sekunden.  Doch unsre Mannschaft kämpfte sich zurück. Antriebskraft war dabei Stephan Just, außerdem wirkte unsere Mannschaft in der Abwehr sehr stark und kampfbetont, sie waren fast jederzeit am Mann dran, kamen auch nur mit zwei Zeitstrafen in den ersten 30 Minuten aus und dadurch glänzte eins ums andere Mal Svenn-Erik Medhus zwischen den Pfosten. Desweiteren liefen die Füchse immer wieder in das Zeitspiel der wieder mal sehr gut agierenden Lemme/Ullrich als Unparteiische, wobei dann auch nur ein Gegentor im Zeitspiel für die Berliner fiel. Wir waren wieder da, 13:13 zur Halbzeit und in der Halbzeit gab es einen Gewinner: Unser Eberhard Richter fing ein Trikot und war damit für das Frage-Gewinnspiel qualifiziert. Natürlich waren die Fragen sehr auf die Füchse ausgerichtet, so daß unser guter Eberhard praktisch keine Chance gegen die Einheimischen hatte.  Dafür vielleicht oder hoffentlich unsere Mannschaft?

Die ersten 5 Minuten sahen gut aus, wir konnten mit 14:13 und 15:14 in Führung gehen. Doch die Berliner kamen beide Male recht schnell zum Ausgleich. Eine Zeitstrafe gegen Just brachte unsere Mannschaft auf die Verliererstr. die Berliner gewannen diese 2 Minuten mkit 2:0 und unsere Grün-Weißen fielen zusammen wie ein Kartenhaus, erst recht nach der Ellbogenverletzung von "Apollo".  Vorne wurde entweder überhastet abgeschlossen (Arne) oder so gut wie gar nicht (Schäpsmeier), dazu steigerte sich Gastgeber-Goalie Stochl gewaltig. Und hinten haben wir das Decken und Anpacken in der Deckung scheinbar vergessen. Beim 19:15 kam die Auszeit der 2. Halbzeit von Ratka. Doch unser Angriff war wieder nix, Moritz blieb hinten stehen wie eine Puppe im Wachsfigurenkabinett und Berlin hatte keine Mühe, auf 20:15 zu erhöhen. Richard war in dem Moment so verzweifelt und enttäuscht, daß er auf allen Vieren auf dem Boden kroch. Für mich eine dramtische Szene, die mich durchaus zum Nachdenken brachte. Wieviel Leid muß ein Trainer erleiden, der in diesem Moment so machtlos ist? Diese Szene wünsche ich mich nie mehr und auch sonst von keiner Mannschaft und ihren Trainer dieser Welt. Eine demütigende Szene, die glücklicherweise nicht im DSF zu sehen war.

Unsere Mannschaft ergab sich mal wieder auswärts bei einem Gegner auf Augenhöhe ihrem Schicksal, ruckzuck war mit 9 Toren hinten und es drohte ein Debakel. Immerhin konnten wir den Berliner Schluß-Schlendrian nutzen und auf 5 Tore verkürzen. Am Ende hieß 32:26 für die Lommel- und Hanning-Truppe. Entschuldigen möchte ich nur Michael Haaß, der trotz einer Verletzung auf die Zähne biß, aber nichts bewirken konnte.

Daß natürlich nach einer so schwachen Leistung zum wiederholten Male von dem ein oder anderen Fan-Club-Mitglied auch der Trainer ins Gespräch gebracht wird und starken Gegenwind bekommt, ist ganz normal und hat nun überhaupt nichts mit Heuchelei zu tun, wie ein Schreiber im Vereins-Forum meinte. Natürlich wünsche ich, daß GWD mit Richard die Kurve kriegt und den  Klassenerhalt schafft, und der ist auf jeden Fall noch möglich, auch  sollte man das Ziel Platz 15 nicht aufgeben, auch wenn der TuSEM die besseren Karten zu haben scheint. Aber ein paar kritische Fragen und Bemerkungen dürfen ja wohl mal gestellt werden. 

Hoffen wir, daß vielleicht am nächsten Dienstag der Knoten platzt und wichtige Punkte gegen Nordhorn eingefahren werden können. In unsere Situation ist es sicherlich keine Phrase, wenn es heißt: Die Hoffnung stirbt zuletzt!    

Frank Wentzlawsky

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24.02.08: Wir waren in... Hamburg (+ Statistik)

Um 12.00 Uhr brachen 32 Leute mit dem GWD-Fan-Bus auf in die Wahlstadt Hamburg. Ein großes Thema war sicherlich die Pleite unseres Nachbarn aus Lübbecke und mal wieder die Aussagen von Richard im HBL-TV, der uns in Hamburg wohl noch nicht mal eine Außenseiterchance einräumte und so das Mißfallen einiger Fans über solche Äußerungen ausdrückte. Und natürlich fuhren wir mit einem spannenden Gefühl nach Hamburg, wei wohl sich unser Team nach den zuletzt schwachen Auswärtsleistungen heute  verhält und wie der HSV zwischen schweren Champions League und Bundesliga-Duellen gegen uns aufläuft. Kurz hinter dem Snow-Dome sowie dem Kart & Bowl-Center von Ralf S. in Bispingen machten wir auf der dortigen Raststätte unsere Mittagspause und löffelten eine leckere Gulaschsuppe in unsere leeren Mägen. In Hamburg hatten wir noch Zeit, durch das interessante Gebiet des Freihafens zu fahren und überquerten dabei zweimal die imposante Köhlbrandbrücke und hatten dadurch einen interessanten Blick über die Hafenanlagen. Um 13.30 Uhr erreichten wir die Color Line Arena. Hier gab es zunächst Kaffee und Kuchen vor dem Bus. Diese Köstlichkeiten wurden von Günther Kastenholz gesponsert, der allerdings heute nicht mitfahren konnte. In der schmucken Arena trafen wir gleich auf unsere HSV-Freunde Lutz (von den Störtebekern aus HH) und Ilka (von den Blau-Weißen aus Bad Schwartau). Wir redeten hier auch über die beiden Fanclub-Turniere in Ellerbek bei Hamburg und bei uns in Minden. Hier vereinbarten wir fest die Teilnahmen der jeweiligen Fan-Clubs bei den jeweiligen Ausrichtern. Dann ging es auf die Plätze, und einige weitere Mindener, die mit Auto und Bahn gekommen waren, saßen auch noch in unserem Block. Nach anfänglichen Schwierigkeiten fing sich unser Team und konnte dem HSV Paroli bieten. Die Abehr stand, dahinter fischte unser Wikinger Medhus so manche HSV-Chance großartig weg. Vorne hatte HSV-TW Sandström immer dann seine besten Szenen, wenn die Bälle flach kamen. Das hatten unsere Angreifer aber schnell bemerkt und so war es vor allem Arne, der die HSV-Abwehr narrte. Ob Martin Schwalb aber "im stillen Kämmerlein" vor Freude gegrinst hat, was er da für eine tolle (mögliche) Verstärkung eingekauft hat für die neue Saison. Schön war, daß wir nicht in Hektik verfielen, und das, obwohl wir mit Just einen Ausfall wegen Rückenproblemen hatten. Für Nady Simon gab es auch keine evtl. Alternative, da Christopher Kunisch sich unter der Woche einen Muskelfaserriß zuzog. Obwohl die Hamburger schon einen Bonus von den Unparteiischen Schaller/Wutzler hatten, gingen unsere Farben mit 13:12 in die Halbzeit.

Bei Hamburg kamen Nationaltorwart Bitter und Nationalspieler Jansen in die erste Sieben, Hens, der recht wirkungslos blieb, durfte das Spiel von der Bank ansehen, dafür bekam Yoon mehr Spielanteile. Und dann kam die ca. 35. Minute. Ein schweres Foul von Guillaume Gille ahndeten die beiden Referees gegen Arne nur mit einer 2-Minuten-Strafe. Glück für den Franzosen. Das hatte im übrigen später Frank von Behren nach einer harten Attacke gegen Lindberg. Bei uns merkte man das Fehlen eines zweiten Aktivpostens im Rückraum, während Henriksson am Kreis ein starkes Spiel machte. Doch eine aufmerksame Abwehr und ein überragender Medhus hielten GWD im Spiel. Bis zur 55. Minute war es nur ein 2-Tore-Rückstand, und in dieser Phase hielt Bitter 2x glänzend gegen Andy Simon. Vorne war Yoon in seiner letzten Saison in Deutschland sehr treffsicher und so konnte der HSV doch noch über einen 5-Tore-Sieg jubeln (27:22). Und trotzdem konnte man als Fan mit dieser Teamleistung mehr als zufrieden sein und so fuhren wir recht zufrieden zurück nach Minden. Mit einem kleinen Umweg um das Steinhuder Meer herum, da auf der A 2 sich ein Stau bildete. 

Frank Wentzlawsky

Die Statistik:

HSV:

Bitter 10 Paraden (bei 19 Würfen)

Sandström 8 Paraden (bei 21 Würfen)

Jansen 2 Tore (bei 2 Würfen)

Flohr 0 Tore (bei 2 Würfen)

Souza 1 Tor (bei 1 Wurf)

Grimm 2 Tore (bei 3 Würfen)

B. Gille 3 Tore (bei 6 Würfen)

G. Gille 3 Tore (bei 5 Würfen)

Lindberg 4 Tore (bei 7 Würfen)

Lijewski 1 Tor (bei 3 Würfen)

Yoon 11 Tore (bei 14 Würfen, darunter alle 5 Siebenmeter verwandelt)

GWD:

Medhus 12 Paraden (bei 38 Würfen)

Kosanovic 0 Paraden (bei 1 Siebenmeter-Wurf) 

Niemeyer 6 Tore (bei 10 Würfen)

Henriksson 4 Tore (bei 6 Würfen)

Buschmann 2 Tore (bei 4 Würfen)

Haaß 3 Tore (bei 9 Würfen)

Simon 2 Tore (bei 6 Würfen)

Schäpsmeier 2 Tore (bei 3 Würfen)

Jonsson 2 Tore (bei 4 Würfen, darunter 1 Siebenmeter verwandelt)

von Behren 1 Tor (bei 1 Wurf)

Siebenmeter: 5/5 : 1/1

Zeitstrafen (Min.): 4 : 10 (Lijewski,  G. Gille - 2 x Haaß, 2 x Schäpsmeier, von Behren)

Zuschauer: 7.900

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15.02.08: Rund um das Spiel GWD - Kiel

Nach dem Auswärtsspiel unseres GWD in Essen mit der 10-Tore-Klatsche und dem hohen Auswärtssieg des THW in der Champions League in Ivry vermuteten viele GWD-Anhänger ein ganz böses Ding für uns gegen die derzeit beste Vereinsmannschaft der Welt. Ich war z. B. guter Hoffnung, daß es eben kein Desaster geben würde, weil GWD schon mal Schadenbegrenzung nach dem Essen-Spiel machten wollte, auch wenn der Gegner THW Kiel hieß.

Vor 2 Jahren reichten 30 Gegentore zum Sieg (32:30), gestern eben nicht, und daß lag vor allen daran, das es ein Spiel der Abwehrreihen war. Das merkte man schon in den 5 Minuten, wo erstaunlicherweise kein Tor fiel. Kiel fing im Gegensatz zum Hinspiel in der Ostseehalle mit Top-Besetzung an, doch Würfe von Andersson und Lund fanden ihren Meister in GWD-TW Medhus. Auf der Gegenseite konnten wir auch kein Mittel gegen den die stabile Abwehr mit Omeyer im Kasten finden. Dazu kamen in den ersten 20 Minuten mehrere Fehlpässe in die Hände der Kieler oder ins Seitenaus. Doch wie gesagt, Medhus verhinderte schlimmeres, wenn natürlich gegen Karabatic & Co. auch nicht alles. Die Schiedsrichter Damian/Wenz aus Mainz machten am Anfang auch deutlich, für wen ihre Sympathien schlagen - bestimmt nicht für Minden. In der ersten Minuten drei schnelle gelbe Karten, auch wenn Ahlm die ersten 2 Minuten des Spiels bekam, aber da konnten sie nun wirklich nicht anders. 

Nach 10 Minuten standen magere 5 Tore auf den Anzeigentafeln der Halle - der THW führte lediglich mit 3:2.  Frühe erste Zeitstrafen gegen GWD, genauer gesagt gegen Schäpsmeier und Haaß nutzten die Norddeutschen zu einer etwas komfortableren Führung. Gerade in Unterzahl sah es teilweise frustrierend aus, wie GWD keinen Weg durch die Deckung fand. Und dennoch kämpften wir uns bei Gleichzahl auf dem Spielfeld wieder heran, hier waren vor allen Dingen Simon und Buschmann mit Haaß die Antreiber. Und wann durfte sich Jan Fiete mal "geehrt" fühlen, in Manndeckung genommen zu werden. Auf Kieler Seite probierte es Noka Serdarusic, es mit drei Rückraumspielern auf der Mittelposition zu versuchen. Nach Lund kam Jicha (der gefährlichste) und ab und zu der Österreicher Szilagy. 

Kiel bestimmte zwar das 22. Meisterschaftsspiel unseres GWD, ohne dabei zu glänzen. Allerdings machte unsere Abwehr ihnen auch das Leben schwer. Zur Halbzeit führte der THW fast standesgemäß mit 16:11. Die Frage war, kann GWD das Tempo und die Kraft gegen den scheinbar übermächtigen Gegner halten. Ja, sie konnten und sie drückten aufs Tempo. Und so stand es plötzlich 16:17 und die Halle wachte auf. Aber nur kurz. Der THW geriet zwar in eine Zeitspiel-Situation, aber Karabatic machte das, wofür er bekannt ist. Der Handballer des Jahrs 2008 in Deutschland schloss trocken ohne jede Chance für Medhus zum 18:16 ab und der THW war wieder besser im Spiel. Aber wieder wurde einer Sptzenmannschaft ein Schiedsrichter-Bonus eingeräumt, und zwar ganz deutlich unübersehbar. Und zwar über die gesamten 60 Minuten. Mal wurde ein Stürmerfoul von Zeitz nicht gepfiffen, der "bedankte" sich mit einem seiner Tore, dann traf Haaß im Nachwurf, da wurde seltsamerweise Kreis daraus gemacht und somit Tor ab angezeigt. Und in doppelter Unterzahl wurde "Franz" von Ahlm regelwidrig im Kreis angegangen. Nicht hart, aber eindeutig. Auch hier bekam nicht etwas GWD einen Esiebenmeter, sondern der THW den Freiwurf.

Und so konnten die Star-Handballer aus der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt ein letztendlich ungefährdeten 30:24-Sieg hier feiern. Dazu benötigten sie einen sicheren Schützen wie Henrik Lundström, einen Kopf als Denker und Lenker names Karabatic und ab der 45 Minute etwas Matthias Andersson, der für den nicht starken Omeyer ins Spiel kam. 

Kommentar von Uwe Schwenker zum Spielausgang in den Katakomben der Kampa-Halle: "Ein solider Sieg mit einem zu knappen Ausgang". Na ja, sieht eben jeder anders.

Problemlos kamen dann die beiden Außen Lundström (links) und Kavticnik (rechts) zu uns in den Fan-Treff zum Interview und beantworteten brav meine Fragen. Mit den Kieler Spielern als Gäste klappt es immer besonders gut. Und dann warteten wir nicht aufs Christkind, sondern auf unsere GWD-Spieler Jiri, Stephan und Svenn-Erik. Und es machte wieder Spaß, mit ihnen während des Talks,  aber auch danach zu quatschen. "Apollo" Just beantwortete in seinem Stil die Fragen auch der zuhörenden Fans, dazu gabs wie immer einen passenden Spruch dazwischen. Und wir erfuhren von ihm, daß Jan Fiete auf RR einen kleinen Vorsprung vor Moitz hat, der wiederum dafür auch dann die Außenposition übernimmt, wenn GWD aus Moritz Sicht heraus auf der gegenüberliegenden Seite der Spielerbank angreift, um Wechseleien mit "Örni" über das gesamte Spielfeld zu verhindern.  Jiri antwortete auch sehr ausführlich auf die Fragen, er kommt immer mehr aus sich heraus.  Und Svenn-Erik war einfach nur glücklich, daß Bad in der Menge genießen zu dürfen. Und auch ganz, ganz wichtig. Alle 3 Spieler nahmen sich hinterher beim Bierchen oder Alster viel Zeit für ihre Fans. Und es wurde auch so manches Kommunikations-Mißverständnis gelöst und so endete der Abend für alle erfolgreich. 

Die nächste Tour geht am 24. Februar in die "Wahlstadt" Hamburg. Ganz klar, daß der GWD-Fan-Club vor Ort ist in der Color Line Arena und Richards "Löwen" anfeuert.  

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03.02.08: Von Gewinnern und Verlierern

Einige Jahre dümpelte unser GWD in der Bundesliga durch Schuldentilgung und ausgereizter Sponsoren (teilweise sind sie auch selbst weggebrochen) ohne Perspektive für die Zukunft vor sich hin. In der Not wurde eine Kooperation mit dem Standort Hannover versucht, die praktisch nach einer Saison gescheitert ist, und so, wie beide Seiten diese Partnerschaft angegangen sind, war das auch kein Wunder. Natürlich sind wir Fans froh gewesen, nicht mehr in die kalte und ungeliebte TUI-Arena fahren zu müssen, daß endlich alle Spiele wieder an der Hahler Straße ausgetragen werden.

Doch neue Geldgeber wurden lange Zeit nicht gefunden, einige Gesellschafter retteten den Verein mehrmals vor dem drohenden Aus. Bis dann im Herbst 2007 ein Hoffnungsträger ausgerechnet aus Espelkamp gewonnen werden konnte, der dem Verein Geld gab, um neue Spieler zu kaufen, die Minden wieder konkurrenzfähig im Kampf gegen den Abstieg machen sollte. Bis die erste Verpflichtung bekanntgegeben wurde, gingen noch einige Wochen ins Land, es tat sich wenig auf dem Spielermarkt, zumindest auf dem Sektor, der für GWD interessant war. Natürlich wurden auch wir Fans ungeduldig, wer kommt denn nun, fragten sich nicht wenige. Aber Hotti und seine Mitstreiter vom Pool 100 sowie Trainer Richard Ratka zeigten eine Geduld wie nur wenige. Selbst Spielerberater waren von der Hartnäckigkeit von GWD angetan, obwohl sie natürlich schnell ihre Spieler an den Mann (sprich GWD) bringen wollten. Doch man wartete und wartete und wartete... Mit Erfolg. Als 1. Neuzugang wurde ein Deutscher Nationalspieler verpflichtet - Michael Haaß. Und als 2. Neuzugang wurde ebenfalls ein Deutscher Nationalspieer verpflichtet - Heimkehrer "Franz" von Behren. Während andere Mannschaften wie die Füchse Berlin oder Nachbar TuS Nettelstedt-Lübbecke nur mit osteuropäischen Spielern auffüllten, mit denen man sich kaum identifizieren kann, setzten wir zum großen Coup an und holten die beiden Top-Spieler des deutschen Marktes, die praktisch frei waren. Und so staunten viele in der Liga nicht schlecht.  Und nach der Verletzung von Malik wurde auch strategisch gut reagiert mit der Verpflichtung von Svenn-Erik Medhus aus dem norwegischen Sandefjord. Und wieder fragten sich viele im Handball-Lande: "Hat GWD im Lotto gewonnen"? Sponsorenmäßig ja, mit der Fa. Harting, die damit auch ein Zeichen für die anderen Sponsoren von Grün-Weiß setzten, daß Minden durchaus im Großstadtwahn der Bundesliga wieder bessere Möglichkeiten hat. Selbstverständlich ist der Abstiegskampf noch lang, doch mit den besagten Spielern plus den natürlich vorhandenen Spielerkader hat man deutlich bessere Trümpfe im Kampf um den Klassenerhalt, und hoffentlich bleibt man von schwerwiegenden Vereltzungen verschont. Und auch der Vertrag von Michael Hegemann zur neuen Saison beweist den Strategiewechsel: Man macht Nägel mit Köpfen statt zu warten, was bis Saisonende passiert. Mit anderen Worten: Man ist selbstbewußter geworden und überzeugt, mit dieser Truppe mindestens 3 andere Mannschaften hinter sich zu lassen. Durch den größeren Spielerkader profitieren auch Akteure wie Arne Niemeyer und "Apollo" Just, deren Verantwortung auch auf andere Schultern gelegt werden und die nun mehr Freiheiten und notwendige Spielpausen erhalten.

Aber auch in der öffentlichen Wahrnehmung tut sich was. GWD macht zum Glück wieder vermehrt positive Schlagzeilen, ob in der heimischen Presse oder im Internet. Und die Menschen in Minden und Umgebung haben wieder grün-weißes Handblut geleckt. 3 400 Fans pilgerten am Samstag nachmittag zu einer einer eigentlich nicht optimalen Anwurfzeit in die Kampa-Halle und wollten somit zur neuen Euphorie beim Traditionsverein beitragen. Und bis auf die Balinger Fans, klar, gingen alle mit einem ordentlichen und optmistischen Eindruck nach Hause oder eben auch in die Stadt. Man zeigt wieder GWD-Flagge, grün-weiße Schals schmücken so manchen Fan z. B. gestern beim Einkaufen. Und der 30:26-Sieg gegen die Süddeutschen war nicht nur wichtig, sondern auch gut herausgespielt und somit überzeugend. Jetzt sollte auch mal die Möglichkeit da sein, in der Fremde sein Selbstbewußtsein (keine Arroganz) zu zeigen, so daß Heim-Teams wie der TuSEM Essen richtig Respekt vor GWD bekommen.

Wo es eine ganze Menge Sieger gibt, gibt es auch  kleine Schatten, also Verlierer. Z. B. auf der Torwartposition. Hier wurde vor 1,5 Jahren mit großen Hoffnungen Jannik Bahl aus Schwerin geholt. Ein Torwarttalent, gar keine Frage. Daß er an Malik und Burmi kaum vorbeikommen würde, war zwar abzusehen, aber man zählte dann doch auf ihn, sollte einer der beiden ausfallen. Jetzt war es leider bei Malik so weit. Aber Jannik war nicht da. Er hat sich noch nicht einmal in der Regionalliga als Nr. 1 durchsetzen können und sorgte auch gerade beim Training unter Richard Ratka, so hörte man öfters, für disharmonische Spannungen. Er hat grandios hier in Minden sein Ziel verfehlt, sich im Training aufzudrängen und eine Perspektive hier zu haben. Statt Jannik steht jetzt eben der Norweger Medhus im Tor.  Im Sommer läuft Janniks Vertrag aus, und ob GWD weiterhin sein Verein sein wird, muß ernsthaft bezweifelt werden.

Frank Wentzlawsky

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27.12.07: Rund um das Spiel GWD  WHV 

Wir schrieben den 1. Spieltag der Saison 2007/2008. Der GWD zu Gast in Wilhelmshaven. Minden verlor nicht nur deutlich mit 22:28, sondern wurde fortan in der Handball-Fan-Szene ganz klar als 1. Absteiger nominiert. Und viele vergaßen mal wieder, daß sich innerhalb einer Saison soviel verändern kann (nicht muß). Aber trotzdem symptomatisch. Vereine wie Berlin und Lübbecke kauften sich handballspielende Leute  aus dem Ostblock, während sich GWD am Ende doch mal wieder clever ganz ruhig blieb und am Ende mit einem deutschen Nationalspieler einen doch für unsere Verhältnisse dicken Fisch (Michael Haaß) ans Ufer der Weser zog, mit großartiger Unterstützung aus Espelkamp (Fa. Harting). Bei anderen Vereinen wie in Wilhelmshaven wurde angebliche Zusagen nicht eingehalten, was zur Folge hatte, daß Trainer und Geschäftsführer/Manager/sportlicher Leiter sich im Prinzip spinnefeind sind, dazu kommen natürlich große Verletzungssorgen der Jadestädter hinzu, und plötzlich sind sie der große Looser, was aber auch noch nicht bis zum Ende der Saison Bestand haben muß, da können noch viele andere Vereine hinkommen. Mal schauen...

Zum Spiel: Zum 1. Mal in dieser Saison fuhr GWD einen Start-Ziel-Sieg sicher ein, und daß hatte denn auch was mit Michael Haaß zu tun, denn wie auch Richard richtig sagte, ein Spieler mehr für GWD tut unserem Spiel vor allen Dingen in der Offensive sehr, sehr gut. 

Wie zu erwarten, fing aber Ratka mit Niemeyer und Just an. Niemeyer war körperlich wieder etwas besser drauf als zuletzt gegen Flensburg, und Just machte in den ersten 10 Minuten fast im Alleingang die Tore, zudem steuerte Jan Fiete das 1:0 bei. Aber nach der 1. Zeitstrafe für GWD für Arne kam dann Haaß wohl schneller als gedacht. Und wieder fügte unser Neuzugang sich glänzend in die attraktive Spielweise mit ein. Er war der Regisseur, und davon profitieren einfach alle. Die Abwehr stand saustark mit Jiri als Turm in der Schlacht. Das führte dazu, daß die hervorragend leitenden Lemme/Ullrich ständig Zeitspiel für unseren Weihnachts-Gast anzeigten. Meistens waren es dann auch sichere Bälle für unser Team. Vieles, was durchkam, entschärfte Malik (sein Zauberwort heißt "Wilhelmshaven"). Gelungen auch die Manndeckung von Andreas Simon gegen Oliver Köhrmann. Da auch Andy vorne sehr agil war, wurde es ein überlegenes Spiel mit einer klaren Führung von 16:11 zur Halbzeit. 

Und unsere Jungs kamen auch taufrisch aus der Kabine. Arne blühte auf, er hatte in der 1. Halbzeit auch etwas Wurfpech, Michael kam in vollen Zügen und entlastete Just, Schäps und Simon machten ihre mehr oder weniger guten Chancen eiskalt rein, und auch Jan Fiete zog eiige mal so richtig wunderbar voll durch und die Torhüter aus Wilhelmshaven waren dann geschlagen. GWD beherrschte vor 3200 Zuschauern (ein Plädoyer für Weihnachts-Spieltage) weiterhin das Geschehen. Beim WHV machte nur Rechtsaußen Gylfi Gylfason ein starkes Spiel. Vielleicht war es auch "nur" ein Bewerbungsvideo für uns Mindener, falls der Vertrag vom momentan angeschlagenen Örni Jonsson nicht verlängert wird. Malik durfte auch dafür in der 2. Halbzeit seinen Kopf mehrmals einziehen, oder?

Wie dem auch sei: Ein überlegener Sieg gegen einen Mitkonkurrenten, wo man trotz der letzten 10 Minuten letztendlich dich etwas fürs Torverhältnis machte.

Der Fan-Treff war hinterher natürlich überfüllt, und alle durften mal eine echte Miß bewundern: Valeria Sigg alias "Miß Ostwestfalen". Sie war mal diejenige, die die Spieler ans Mikrofon holte. Besonders überschwenglichen Applaus erhielt natürlich Michael Haaß. Kaum in Minden, schon zu Gast im Fan-Treff. Seinen Auftritt bei uns haben wir nach der offiziellen Wechsel-Bekanntgabe am 21.12. wenige Minuten später in nur 30 Sekunden hinbekommen. Aber auch Moritz und Mirza holten sich ihren vollauf verdienten Applaus der begeisterten GWD-Fans bei uns ab. 

So geht auch das Fan-Treff-Jahr 2007 zu Ende. Mit einem Erfolg. Und zum letzten Mal mit Aschenbechern und glühenden Zigaretten, denn ab 1. Januar 2008 herrscht in der gesamten Kampa-Halle und somit auch beiuns absolutes Rauchverbot auf Anordnung der Verantwortlichen von Kreis und Halle.

Frank Wentzlawsky

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22.12.07: Nachbetrachtung GWD - Flensburg-H.

Der Tabellenführer aus dem ganz hohen Norden kam und mit ihm zahlreiche Gäste-Fans in die Kampa-Halle. Aber auch die Mindener Zuschauer waren mobilisiert und strömten für einen Samstag nachmittag überraschend viel zu diesem Heimspiel kurz vor den Festtagen. Vielleicht war es auch der Name von Neuzugang Michael Haaß, der viele anlockte.

Seis drum, es war klar, daß der ehemalige Rhein-Neckar-Löwe zunächst auf der Bank, dafür stand neben Just der wohl wiedergenesene Niemeyer auf der Platte. Am Kreis dann Hendriksson. Die ersten Minuten dominierte der Gast das Geschehen, obwohl Flensburg nicht mit der ersten Sieben antrat, Lars Christiansen fand sich auf der Bank wieder, immerhin, denn da saß noch nicht mal unser "Franz" von Behren. Eventuell schonte SG-Trainer Kent-Harry Andersson ihn schon mal für GWD! Auf jeden Fall führte der Gast rasch mit 5:1, weil ihm auch einfache Tore gelangen, während bei uns schnell klar war, daß Arne doch nicht so fit war. Springen konnte er praktisch nicht, und damit war seine Gefährlichkeit stark eingeschränkt. Ob er und Richard sich so einen Gefallen damit tun? Zweifel sind angebracht. Desweiteren machten die Schiris Schulze/Tönnies schnell klar, wer heute einen Bonus bekommen würde. Ganz bestimmt nicht GWD.

Trotzdem: Beim 5:7 war GWD dran, weil die Abwehr kurzzeitig besser aufgestellt war und vorne Just traf. Beim 6:12 war der Kontakt wieder abgerissen. Und dann kam Michael Haaß unter dem Jubel von uns Fans. Und vor allen Dingen Haaß war es, der GWD im Spiel hielt. Der Dreh- und Angelpunkt, ein sehr gefährlicher Mittelmann. Und wenn Malik auch mal leichte Bälle gehalten hätte, wäre ein noch besserer Halbzeitstand statt 13:16 möglich gewesen.

Ein Halbzeit-Wort zu Haaß: Schon erstaunlich, wie ein Spieler, der erst ein Training mit seinen neuen Mannschaftskameraden absolviert hat, das Team geführt hat und agiler war als alle anderen bei uns. Aber es ist gleichzeitig bedenklich. Spricht nicht so für unser Training!

Bis zum 18:20 waren wir dran und rochen an einer Überraschung. Die kam aber nicht zustande, weil Just einfach auf sich allein gestellt war und die Flensburger Haaß etwas besser in den Griff bekamen. Dazu kamen recht merkwürdige Entscheidungen der Schiedsrichter, die uns endgültig auf die Verlierstraße brachten. Ein Mirza konnte seine gute Leistung aus dem Derby bei weitem nicht abrufen. Das kam dazu.

So wurde es letztendlich eine recht deutliche 24:33-Niederlage. Aus Fan-Sicht sicherlich nicht nachvollziehbar, warum Richard Ratka so lange im Spiel an Malik festgehalten hat, der heute leider wieder herzlich wenig zu fassen bekam.

Interessant wurde es in der "3. Halbzeit" im Fan-Treff. "Örni" Jonsson gab zu, in einer sportlichen Krise zu stecken. Aber das ist nicht seine erste und deshalb ist er sehr optimistisch, daß bald seine Bälle wieder ins Netz gehen. Auch Georg Auerswald war sehr gesprächig. Und dann kam der Auftritt von Frank von Behren. Ob er zu GWD kommt, hängt von den nächsten 2 Wochen ab. In Flensburg bleibt er auf jeden Fall nicht mehr lange, nach Nettelstedt wird er auch nicht gehen, er mag den TuS genausowenig wie wir Fans. Einzigster Konkurrent ist der TBV Lemgo, aber nicht nur mein Tip ist: Frank kommt im Januar zu uns.

Zunächst aber kommt der WHV in die Kampa-Halle - am 2. Weihachtstag. Hoffen wir wiederum auf einee sehr gut gefüllte Halle und dann klappt es auch mit den Punkten 8 und 9.  

Frank Wentzlawsky

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20.12.07: Nachbetrachtung GWD - SC Magdeburg

Gegen Göppingen reichten 23 Tore für die gesamte Spielzeit, gestern schafften es unsere Lieblinge in der Hälfte der Zeit. Und wann konnte sich unser GWD zuletzt erlauben, eine 2. Halbzeit mit 10:16 zu verlieren und doch ohne größere Probleme die Partie erfolgreich nach Hause zu schaukeln? Ich weiß es nicht, muß im letzten Jahrtausend gewesen sein!

Alle, die letzte Woche in Elsenfeld beim Altmeister TV Großwallstadt mit waren, hörten es vor dem Spiel: Stimmen von einzelnen Spielern, die dieses Auswärtsspiel quasi im Vorbeigang mitnahmen und sich schon mal auf das Heimspiel gegen die Gladiatoren innerlich vorbereiteten. 

Und dann kam also dieses Spiel an einem Dienstag. Zwar keine DSF-Übertragung, aber dafür war der Termin durchaus geschickt gewählt. Kulturell gab es in Minden keine ernsthafte Konkurrenz, und die Fußball-Nationalmannschaft spielte auch erst am Mittwoch. Und so pilgerten gute 2850 Zuschauer (darunter auch SCM-Fans, wovon es immerhin 2 in den GWD-Fan-Treff schafften, darunter auch unsere Freundin Arlett aus Schönebeck) und Fans in die Kampa-Halle, um den Fall der Gladiatoren zunächst auf der großen Leinwand zu sehen. Und der Fall ging nahtlos auf dem Spielfeld weiter.

Das 1:0 im 1. Angriff machte, machte, machte... genau: Stephan "Apollo" Just. Die 1 blieb stehen, doch er hängte noch eine 0 dran, also 10 Tore (eins schöner als das andere) gegen seinen Ex-Klub vor den Augen seiner Eltern, die aber ehr im stillen genießen und sich so freuen. Immerhin schafften es die Anhaltiner, sich ca. 16 Minuten zu wehren. Bis dahin war es ein Tag der offenen Türen bzw. Tore. Bei uns agierte neben Just vor allen Dingen Arne, der nicht fit in die Partie ging (war leicht krank), der sein Nervo-Spiel gegen Melsungen hinter sich hat und und leicht locker einschenkte gegen einen der besten Jung-Torhüter der Bundesliga, Silvio Heinevetter. Aber nicht heute. Bei dem 1. Siebenmeter von Just, den er etwas zu hoch ansetzte und somit aufs Tor ging, ballte Heinevetter die Faust und lächelte, doch dann hatte er nichts mehr zu lachen. Dazu kam aufmerksame Aktionen in der Abwehr von Andreas Simon und Jiri Hynek, die zu einigen Tempogegenstoßaktionen führten. Andreas und auch einmal Jiri nutzten dies, für unseren Tschechen unter großem Beifall das 1. Saisontor.

Bei Magdeburg, daß unseren Björn in den ersten 15 Minuten gut einschenkte, fielen vor allen Dingen die Außen Sprenger und Wiegert auf. Nicht auf ungefähr 2 Deutsche, die sich für den Gast aufrissen (zumindest in der Anfangsphase) sowie Christian Theuerkauf mit 4 sicher verwandelten Siebenmetern.

Doch während die 2. Hälfte der 1. HZ der GWD-Express weiter an Fahrt auf sich nahm, stoppten unsere Abwehrmänner immer öften die SCM-Angriffe. Folge war beim Stand von 15:11 eine Auszeit durch den SC Magdeburg. Die Fans aus Sachsen-Anhalt sah auch das Unheil auf ihre Mannschaft zukommen und "wehrte" sich mit ihren Mitteln. Zwei Plakate, die total überflüssig waren, aber immerhin noch mehr Leben in die schon gute Stimmung brachte. Zudem sahen auch die beiden Unparteiischen Ralf Damian und Frank Wenz diese Transparente, und die Begeisterung hielt sich auch bei den beiden Mainzern sehr stark in Grenzen. Uns kam es zugute: Es lief vorne und hinten wie am Schnürchen. Halbzeit 23:15. Und wahrscheinlich war dies eine der besten Halbzeiten seit dem Wiederaufstieg 1995!

Das GWD dieses wahnsinnige Tempo (erinnerte manchmal an die Offensiv-Spektakel des THW Kiel mit dem entscheidenden Unterschied, daß wir das auch mit vielen deutschen Spielern schaffen) nicht über 60 Minuten halten konnte, war klar, es kam auch kein Einbruch. Die SCM-Abwehr agierte offensiver (teilweise mit Manndeckung), dazu steigerte sich Heinevetter, aber im Gegenzug entschärfte auch Malik einige schwere Bälle, dazu gingen einige Würfe neben das Tor oder wurden weiter geblockt. So konnte GWD den Vorsprung immer sicher zwischen 4-6 Toren halten. Zudem wurde Arne durch zwei Fouls, die sicher nicht angenehm waren, erheblich gestoppt. Emotionen kamen auch hoch, einmal gab es an der GWD-Bank eine Rangelei, Heinevetter versuchte, die Schiris zu bearbeiten, doch ohne Erfolg. Sie behielten die Nerven, strahlten in den kniffligen Passagen Ruhe aus und so beruhigten sich auch die Spieler auf dem Parkett wieder. Nach 56 Minuten war die Entscheidung längst gefallen, 33:27 und so konnten wir in den letzten 4 Minuten von unserem Vorsprung zehren, Unsere Spieler waren platt, wehrten sich nicht mehr zu 100 % (brauchten sie auch nicht mehr) und so kam der SCM aus seiner Sicht zu einer Resultatsverbesserung, mehr aber auch nicht. Richard Ratka sowie Arne & Co. wurden zurecht nach einer wieder mal kampfeslustigen Partie lautstark gefeiert.

Klar, daß im GWD-Fan-Treff der Sieg auch gefeiert wurde, und daß auch der Treff lebt, bewiesen mal wieder die zahlreich erschienenen GWD-Fans. Jannik Bahl bekam als Mitglied des Tabellenführers der RL West (also GWD II) großen Beifall genauso wie Andreas Simon, aber auch die Macher von neuen Werbe-Ideen sowie dem Einlauf-Film, Markus Stahlhut und Friedhelm Fischer. Die beste Werbung sind aber natürlich die Spiele wie dieses. Einfach wunderbar!

Aber ich hoffe, daß das Auswärtsspiel in Mannheim gegen die Rhein-Neckar-Löwen genauso ernst genommen wird wie dann das folgende Derby in Lübbecke, denn auch in die SAP-Arena machen sich viele Fans des Fan-Clubs auf den Weg. Aber der Fan-Bus ist noch längst nicht voll, man kann sich weiterhin anmelden und bei einem ausgedehnten Zwischen-Stop in Heidelberg für das Spiel warmmachen.

Frank Wentzlawsky


            

 

 

 

15.11.07: Wir waren in... Elsenfeld (TVG - GWD)

8 hoffnungsfrohe Fans starteten an den beiden Abfahrtsorten um 14.00 Uhr in PW-Barkhausen und um 14.30 Uhr in MI-Dankersen gut gelaunt zur Wochenfahrt in der Mitte in Richtung Süden. Das es in Deutschland inzwischen schon dieses Jahr geschneit hat, haben einige vielleicht schon selbst erlebt oder aus den Medien erfahren. Während die Mannschaft (fuhr früher los als wir) nach Aussagen von Trainer Richard Ratka in ein Schneechaos kam, sahen wir den Schnee in einer Winterlandschaft rechts und links von der Autobahn im Bereich der Kasseler Berge. Am Rastplatz "Bühleck" machten wir eine längere Pause mit Kaffee, Kuchen, Frikadellen, Schnitzel und anderen Getränken. Den Kaffee hatten die Mitfahrer Brigitte und Helmut Krob gesponsert. Auf diesem Rastplatz hätten wir auch den 1. GWD-Schneemann formen können, haben aber darauf verzichtet.

Nach dem wir gut durchkamen, erreichten wir gegen 18.40 Uhr die Sparkassen-Arena in Elsenfeld (kurz hinter Aschaffenburg). Elsenfeld liegt im Spessart auf bayerischer Seite im unmittelbaren Grenzgebiet zu Hessen. In der dortigen Halle wurden wir von einigen TVG-Fans freundlichst begrüßt und es entwickelte sich das ein oder andere Gespräch. Manche mußten erst aufgeklärt werden, wo wir herkamen, wo Minden liegt. Zwischendurch begrüßten wir die Spieler, den Trainer und das Begelitteam beim Warmmachen, die meisten Spieler winkten zurück. Einer war besonders aufgeregt. Einar Örn wartet auf den Nachwuchs, seine Frau hatte schon letzte Woche Termin, für heute war alles durch seine Mitspieler im Fall der Fälle alle geplant. Neben uns 8 Leuten waren noch 2 weitere GWD-Fans in grün-weißer Gästekluft in unserem Block für die Gäste. Ein Geschwisterpaar, das in der Schweiz wohnt und GWD-Termine im Süden wahrzunehmen versucht.

Wir waren erst mal gespannt, wer für den verletzten Anders am Kreis anfangen würde. "Apollo" sahen wir da! Hatte Richard nicht gesagt im Vorfeld des Spiels, er wäre zu wichtig für den Rückraum, um ihn auf dieser Position einzusetzen.

GWD kam recht gut ins Spiel. 4:2 nach wenigen Minuten, die ersten drei Treffer durch Arne, der sein Nervositäts-Spiel gegen Melsungen jetzt hinter sich hat. Das erste Nicht-Arne-Tor erzielte Jan Fiete. Den dritten Angriffsversuch konnte Björn dann auch abwehren, das Spiel blieb ausgeglichen, weil bei uns Björn den Kasten gut dicht hielt und vorne Arne der gefährlichste Mann auf dem Feld war. 6:6-Zwischenstand. Technische Fehler von Arne und Moritz und die stärkste Phase von Gastgeber-TW Rominger brachten den TVG mit 2 Toren in Front. Die einzigste Fehlentscheidung von Ehrmann/Künzig aus GWD-Sicht (Jonsson war beim Torwurf in den Arm gegriffen worden, der Strafwurf-Pfiff blieb aus)bescherte dem TVG einen Tempogegenstoß, der zum 13:10 verwandelt wurde, wenig später hieß es 14:10, inzwischen war Malik im Tor, Just wieder in seiner Chefrolle (zwischendurch als Allrounder auch auf links, als Simon eine Zeitstrafe absaß) und Mirza am Kreis. GWD kämpfte sich wieder heran auf 12:14 und hatte auch die letzten 40 Sekunden der 1. Halbzeit Ballbesitz, zählbares sprang aber nicht mehr heraus.

Das hätte sich in der 2. Halbzeit aber korrigieren können, aber Mirza verlor völlig freistehend den Ball, Tempogegenstoß und 15:12, doch GWD ließ sich nicht abschütteln und plötzlich stand es 14:15. Bis zum 20:21 blieb es sehr, sehr eng. Jeder Angriff von Großwallstadt und GWD Minden saß. Bei GWD war der angeschlagene Besirevic machtlos, meistens verwandelten Oechsler und der am Kreis sehr agile Jens Tiedtke. GWD hatte zwar Probleme in der Offensive, sie der TVG deckte sehr offensiv, manchmal hatte man den Eindruck, wir würden wieder in unsere Spielhälfte im Angriff zurückmarschieren. Das ließ sich aber "Apollo" nicht gefallen und er wurde zum steten Unruheherd der Abwehr der Heimmannschaft. Zusammen mit Arne, Fiete, Andy und Moritz trieb Just GWD nach vorne, trotzdem gelangen gerade ihm in dieser Phase wichtige Tore für Grün-Weiß.

Dann wurden auf beiden Seiten der Torhüter getauscht. Björn kam wieder für den noch angeschlagenen (also kein Vorwurf) Malik und der Ex-GWDer Chrischa Hannawald kam für den Platz machenden Marcus Rominger. Gift für uns, gut für die Franken. Nacheinander scheiterten Fiete, Moritz, Arne und Andy an ihm, dazu kam ein Dreher von Örni, der neben das Tor ging. Das Örni überhaupt noch zum Torwirf kam, hatte er Ehrmann/Künzig zu verdanken. Zeitspiel wurde für uns angezeigt, aber GWD konnte seelenruhig sekundenlang weiter hin und herspielen, die beiden Damen müssen wohl vergessen haben, daß sie jeweils ihren Arm zum Anzeigen dieser Regel hochhielten. Eigentlich klarer Vorteil GWD, konnte aber wie gesagt nicht genutzt werden.

Durch diese 6-7 Minuten ohne Tor geriet der TVG zur sicheren Führung. Hinzu kam, daß wir praktisch ohne Kreisläufer spielten. Mirza war zwar anwesend, mehr aber auch nicht. Statt gegnerische Spieler auf sich zu ziehen, spielte er Standhandball und bewegte so überhaupt nichts außer einem Siebenmeter, den man auch nicht gerade pfeifen mußte, aber immerhin hat er ihn herausgeholt und Just verwandelte. Mirza quälte sich förmlich, bei unserem Fanclub-Training sind wir aggressiver. Bezeichnenderweise war er so von der Rolle, daß er einmal sogar bei einem Freiwurf von Ehrmann/Künzig aufgefordert werden mußte, bei der Ausführung nach vorne vor die gestrichelte Linie zu gehen, um weiterspielen zu können.

Nach 48 Minuten kam endlich der von uns geforderte Schorsch Auerswald. Es geht nicht darum, daß ein noch letzte Saison spielender A-Jugendliche die BL-Truppe retten sollte, sondern daß Mirza mit seiner frustrierenden Spielweise heute eine Fremdkörper auf dem Spielfeld am Kreis war.

Beim 26:28 nach 56 Minuten kam plötzlich wieder Hoffnung auf. Ehrmann/Künzig mußten sich inzwischen ein gellendes Pfeifkonzert anhören, weil sie es wagten, 2 Spieler des TV Großwallstadt kurz hintereinander auf die Strafbank zu schicken. Doch GWD ließ sich in doppelter Unterzahl zweimal ausspielen und so war kein Punkt mehr drin. Schorse Auerswald kämpfte aber noch mal verbissen um jeden Ball und gewann auch die meisten Situationen (Freiwurf für uns und 1 Tor erziielt), letztendlich fehlten aber einige Prozentpunkte, um endlich mal wieder beim einzigen deutschen Handball-Bundesligisten seit 1996 einen Punkt zu ergattern. Etwas ärgerlich!

Die Spieler honorierten aber die weite Anreise der mitfahrenden Fans und bedankten sich artig bei uns. Um ca. 22.00 Uhr traten wir die Rückreise an. Nach einem Tankstop in Alzenau und einer Pause auf dem Rastplatz "Hasselberg" erreichten wir um ca. 02.30 Uhr und 03.00 Uhr die beiden Endhaltestellen. Und auch die Spieler und sonstigen Mitfahrer verabschiedeten sich um ca. 03.15 Uhr auf dem Simeonsplatz in die Nacht.

Mit der entsprechenden Lautstärke und Anfeuerung von den Blöcken A-F sowie den Stehplatzbereichen dürften Punkte am kommenden Dienstag gegen Magdeburg möglich sein.

Frank Wentzlawsky


         

 

 

 

 

09.11.07: Nachbetrachtung  GWD - MT Melsungen

GEILE STIMMUNG, GEILE MANNSCHAFT, GEILER SIEG!

Und dabei sahen die Voraussetzungen für den Außenstehenden vielleicht ganz anders aus. Keine neue Verstärkung seit dem letzten Heimspiel gegen Göppingen vor knapp 3 Wochen, dafür aber die irgendwann erwartete Abschiedsmeldung von Arne Niemeyer. Für ihn ein tolles Geburtstagsgeschenk, für uns Anhänger natürlich weniger. In der Partie gegen die Mittelhessen steckte also zusätzliche Brisanz. Wie reagieren die Spieler bzw. die Mannschaft im Spiel 1 nach der öffentlichen und offiziellen Verkündung, wie ist Arne drauf? Daß wir Fans ihm in der überwiegenden Mehrheit nicht böse sind und ihn durchaus verstehen, war klar, aber wie wirkt es sich eben auf das Spiel aus, das war die große Frage.

Nach dem erkämpften Punktgewinn in Wetzlar war sowas von Euphorie erkennbar, das machte sicherlich ungefähr 200 Zuschauer plus aus (insgesamt 2300), die schlechte Wettervorhersage (Sturmwarnung für weite Teile Deutschlands) hielt aber wohl auch einige ab.

Aber die, die da waren, hielten sich nicht mit der Meinung zurück, daß sie wohl die bisher beste Saisonleistung von GWD gesehen haben. Mit dem selben Spielerkader stand irgendwie eine ganz andere Mannschaft auf dem Feld wie z. B. gegen Göppingen. Im Tor Björn Buhrmester. Er festigte seine gute BL-Bilanz mit einer alles überragenden Leistung. Seine Reaktionen: wunderbar. Seine Beinarbeit: klasse. Wenn Malik wieder fit ist, sollten sich wieder 2 gleichstarke Keeper in der Mannschaftsaufstellung wiederfinden. Ebenso eine starke Abwehr. Hier zogen Jiri und Arne ihre Mannschaftskollegen einfach mit und waren immer hautnah mit Körperkontakt an ihren Gegenspielern. Wenn das MT (in diesem Falle nicht Melsungen, sondern die allseits bekannte heimische Tageszeitung) in einem insgesamt guten Bericht nicht wieder einen Klopser geleistet hätte, wäre der Artikel noch besser gewesen. Gut, Arne war nervös, aber er war ganz sicher nicht am Rande eines Ausfalls, wie dort zu lesen war. Im Angriff zunächst ohne Fortune (bei einem allerdings auch starken Gästetorwart Kelentric), setzte Arne wie gesagt ganz starke Akzente, deswegen war diese Bemerkung über ihn eine bodenlose Frechheit.

Witzig dagegen folgender Auszug "Hier serviert der Chef", bezogen auf Apollo, der seinen Part als Spielgestalter super erfüllte mit herrlichen Anspielen und sehenswerten Toren und wieder alle verwandelten Siebenmeter. Überhaupt die Angriffsposition: Andreas Simon war ein ständiger Unruheherd in der Melsunger Abwehr. Durch seine Körpergröße ist er ein Wühler, ein Kämpfer. Und gestern wühlte er, wie wir ihn kennen. Über seine Position, Linksaußen, aber auch seine Einläufe und seine Tore aus der Rückraum waren eine Augenweide. Dann Moritz. Er nahm sich auch wieder Würfe, die er gegen Göppingen zum Beispiel nicht nahm. Sein Selbstvertrauen ist wieder da, sein wichtiges Ausgleichtstor zum 28:28-Ausgleich in der Rittal-Arena letzte Woche ist Gold gewesen. Seine Pausen nutzte Jan Fiete für ein solides Spiel. Auch Örni profitierte von der größeren Bandbreite der Spielzüge. Da ging es rauf und runter bzw. von links nach rechts und umgekehrt, teilweise so schnell und munter, daß den Gästen nur noch das Nachsehen blieb. Nur TW Kelentric und Stojanovic im Rückraum hielten die Gäste einigermaßen auf Sichtweise, mehr aber auch nicht ab der 20. Minute ungefähr. Anders Henriksson war auch wieder hellwach und machte seine Tore, und wenn es sein mußte, auch im Nachwurf. Auch das hatte man lange Zeit so intensiv nicht mehr gesehen. Viele abgeprallte Bälle holten wir uns trotzdem wieder zurück und konnten oft mit Toren antworten. So macht GWD-Handball Spaß, Riesenspaß. Und Arne markierte auch wieder seine 4 Tore. Ganz abmelden läßt er sich eben nicht.

Ich weiß nicht, was jetzt im Training oder im Umfeld des Teams anders läuft, aber fiel auch auf (auch schon in Wetzlar), daß Schwächephasen einfach abgestellt werden und man schnörkellos weiterspielt. So geschehen gestern, als Melsungen zwischen der 31. und 35. Minuten herankam und auch in den letzten 5 Minuten. Doch obwohl es in dieser schönen Sportart manchmal bedrohlich schnell gehen kann, einen Rückstand aufzuholen, hatte man gestern nie das Gefühl, daß dieses Team auch nur einen Punkt abgeben sollte. Und deshalb fährt man am Mittwoch durchaus optimistisch (mal wieder) nach Großwallstadt. Irgendwann reißt jede Negativ-Serien. Hoffentlich am 14. November 2007 um ca. 21.45 Uhr.

Das Spiel hat Spaß gemacht, und das Nachspiel im Fan-Treff auch. War mal wieder so richtig voll. Und Björn als Gast war natürlich ein Volltreffer. Björn hat sich sich auch so verändert, fanden viele Besucher. Er war immer schon ein sympathischer Kerl, manchmal sicherlich etwas schüchtern. Aber gestern machte er einen gelösten Eindruck, auch bezogen auf das Interview bzw. seine Antworten. Und auch der andere Gast, eben auch ein Dankerser Urgestein mit Jan Fiete, ist beliebt, wenn er sich im Fan-Treff viel Zeit für uns nimmt. Und dann kam der zweite GWD-Skorpion aus dem Team auch wieder runter. Arne gab sich erneut die Ehre, sicherlich nicht sein einfachster Besuch, andererseits kann er sich auf die Fans wie alle anderen verlassen (auch wegen siehe oben). Ganz klar, die ein oder andere Frage mußte er sich auch über sich "ergehen" lassen. Er sieht Z. B. den HSV nicht als Retortenverein an, als der er immer von vielen Handball-Fans verspottet wird. Er freut sich mehr auf die Mitspieler, die er gut kennt, auf die Arena und auf die Stadt, und gegen die kann man ja nur wirklich nichts sagen.

Alles in allem wieder mal eine erstklassige Werbung für den erstklassigen Handball in Minden und eine klare Kampfansage an all jene Handball-Fans in Deutschland, die GWD schon als ersten klaren Absteiger gesehen haben.

Frank Wentzlawsky


      

 

 

 

 

 

 

            

 

21.10.07: Nachbetrachtung GWD - FA Göppingen

Nach den letzten beiden Niederlagen gegen Berlin und Nordhorn mußte sich unser Team vom Manager und vom Trainer mangelnde Einsatzbereitschaft vorwerfen lassen. Einige nach Nordhorn mitreisende Fans monierten zudem u. a. einen fehlenden Zusammenhalt in der Truppe, den die Spieler aber vehement zurückweisen (heute Arne z. B. im Fan-Treff). Nach dem Auswärtsspiel letzter Woche gab es dann die erwartete Aussprache mit Spielern und dem Trainer. Und man versuchte, positive Stimmung vor dem Spiel gegen Frisch Auf zu erzeugen. Das Team trainiere sehr gut, so lies Richard Ratka verlauten, außerdem identifizieren sich alle mit dem Verein. Zudem kam Aufbruchstimmung auf. Ein (angeblich neuer) Sponsor aus dem Kreisgebiet bringt Geld für GWD mit zwecks Erweiterung des Spielerpersonals. Also gute Aussichten für heute, wenn auch noch ohne neuen Akteur.

Doch das Trainingseindrücke und Spiel zwei verschiedene Paar Schuhe sind, stellte sich heute leider heraus. Von zwei schwachen Mannschaften zog GWD den kürzeren. Zwar erfüllte man Richards Gegentorquote mit 25 Treffern, man erzielte aber dummerweise 2 Tore weniger. Und obwohl nie mehr mit 4 Toren in Führung lag, hatte man nie den Eindruck, daß GWD für eine Wende im Spiel in der Lage war. Arne war wie gewohnt stark, Buschmann hatte auch ein gutes Spiel abgeliefert, doch ansonsten fehlte ganz viel Selbstvertrauen und so kam auch viel Leerlauf vorne zustande. Typisch eine Überzahl-Situation nach ca. 12 Minuten für GWD beim Stand voin 5:5. Wir erzielten zwar 2 Tore, doch Göppingen leider auch. Eins von außen und das andere aus einer Position, wo es eigentlich verboten ist. Aus, sagen wir 9 oder 10 Metern, rauschte der Ball an Malik vorbei ins Netz. Einige Minuten später kam Björn in den Kasten, Burmi hielt recht ordentlich.

Überhaupt das Außenspiel: Bei uns fand es nur ganz selten statt, bei Göppingen mit Oprea und Schöne dafür umso häufiger. Der Schlüssel zum Sieg für die Baden-Württemberger. Dazu versemmelten wir 3 Siebenmeter, während Burmi nur einen parieren konnte und Malik 2 x chancenlos war.

Der Halbzeitstand von 11:14 ist ja eigentlich im Handball kein Beinbruch, für GWD in der derzeitigen Lage schon. Trotz Anwurf in Hälfte 2 kamen wir erst im 3. Angriffsversuch zum 1. Tor. Die ersten 17 Minuten der 2. Halbzeit trafen wir vom Feld nur ganze drei mal. Zu wenig gegen Göppingen, um am Ende triumphieren zu können. Das lag auch u. a. daran, daß Moritz einen rabenschwarzen Sonntag erwischte (kein Torwurf!) und nach 3 Zeitstrafen das Spielfeld verlassen mußte (durfte).

Und trotzdem: Hätte Jonsson in der 59. Minute den Siebenmeter rein und nicht drüber geworfen, wäre gar ein Punktgewinn noch möglich gewesen. Statt dessen fiel im Gegenzug mit dem 22:25 die Entscheidung.

Ein paar Sätze zu den Schiedsrichter Brauer/Holm: Ich will nicht behaupten, daß sie eine große Schuld an der Niederlage hatten, dafür hatten sie im 2. Durchgang ihre Bundesliga-Untauglichkeit in eindrucksvoller Manier bewiesen. Meist waren die Mindener die Leidtragenden. Örni wurde in der Luft angegangen und eben behindert - Galia konnte den Ball dann logischerweise leicht halten. Doch statt Siebenmeter gab es Torabwurf für Frisch Auf. Einem Gästespieler fiel der Ball auf den Fuß (wenn auch unglücklich und ohne Absicht), doch der Freiwurf blieb aus, sogar der Schiri stand daneben. Apollo und Arne wurden mehrmals sehr hart angegangen und wie auf der anderen Seite die Göppingen, doch auf die Strafbank wurden fast nur unsere Spieler geschickt. Arne trifft die Latte, der Balle geht von dort aus ohne Berührung ins Seitenaus. Statt Ballbesitz für Göppingen darf GWD weiter spielen. So eine Pfeiferei macht keinen Spaß...

Nach dem Spiel waren Jiri und (gab seine Interview-Premiere) Simon Witte zu Gast und beantworteten die Fragen. Außerdem war Arne wieder mal unten. Er nahm sich viel Zeit für uns Fans und scheint sich bei uns Fan-Treff wohler zu fühlen als derzeit im VIP-Raum. Uns kann es nur recht sein.

Trotz der ungünstigen Lage: Die Sponsoren lassen GWD nicht fallen und wir wahren grün-weißen Fans werden es auch nicht tun. Ein neuer Angriff in 2 Wochen in Wetzlar auf die Punkte 3 und 4 werden wieder viele Fans begleiten!

Frank Wentzlawsky


                

 

 

 

23.09.07: Rund um das Spiel GWD - HSV

Nach dem überzeugenden Sieg und der Pokal-Schmach vom letzten Mittwoch stand also das Spiel gegen den großen Kiel-Rivalen aus der Hansestadt bevor. Und die Stimmung vor dem Spiel war durchaus gespalten. Gerade bei den Fans, die in Rostock mit waren, saß der Stachel der Enttäuschung tief, sehr tief sogar. Man kann auch mal bei einem Zweitligisten verlieren, keine Frage, aber auf das "Wie" kommt es an. Und das hinterließ einen bitteren Beigeschmack.

Kontrovers wurde u. a. im Fan-Treff diskutiert, wie man die Mannschaft beim Einlaufen und in der Anfangsphase empfangen soll. Es wurde plädiert (eben wegen Rostock), die ersten 15 Minuten aus Protest still zu sein, die Trommeln ruhen zu lassen. Letztendlich plädierte unser Vorstand mit Mehrheit gegen das Vorhaben, dazu zählte auch ich. Der Grund war, daß man nach dem gewonnenen Essen-Spiel erst natürlich euphorisiert war und nur eine Woche später das genaue Gegenteil plötzlich eingetreten war. Das paßt einfach nicht zusammen, nach einem Spiel alles in Frage zu stellen und die Anfeuerung von Arne & Co. zu boykottieren.

Im Fan-Treff begrüßten wir vor dem Spiel erfreulicherweise einige Fans des HSV. Lutz Hauser (Fanclub "Störtebeker") und einige seiner Leute sowie Anhänger des anderen HSV-Fanclubs "Blau-Weiß" (sozusagen alte Schwartauer Liebhaber aus Lübeck) wissen, wo das Bier am besten schmeckt - unter Fans im Treff!

Während die Fans aus Norddeutschland über die Höhe des Sieges ihres Vereins wetteten (zwischen 10 und 15 Tore Unterschied), machten wir auf der Leinwand beim Einspielfilm deutlich, daß wir gerne die Hanse-Kogge mit der blau-weißen Raute versenken würden.

Etwas überraschend (oder nach den jüngsten Vorkommnissen gegen Gummersbach und in Rostock auch nicht) fing neben Malik im Tor sowie Andy, Arne, Moritz, Örni und Anders im Feld auf der Mittelposition Jan Fiete an und eben nicht Apollo. Und in der Abwehr stand natürlich Jiri seinen Mann. Wie üblich in dieser Saison ging GWD mit 1:0 (durch Simon) in Führung. Die Hamburger bestimmten in den ersten 10 Minuten die Partie, kein Wunder bei der Millionentruppe. Bei GWD war erst nur ein Ein-Mann-Sturm zu erkennen, nämlich der bärenstarke Arne. Die Außen hatten es naturgemäß schwer, Jan Fiete ist einfach noch zu ungefährlich (eine Kopfsache) und Moritz kam auch noch nicht in Schwung. Und Anders fand überhaupt keine Bindung zum Spiel. Konsequenz trotz eines starken Malik: 4:8 nach 10 Minuten. Auszeit durch Richard, mal wieder in einer Partie sehr, sehr früh, aber berechtigt.

Und es gab eine Umstellung: Stephan kam am Kreis für Anders und er blieb auch in der Abwehr. Ein Wechsel, der sich voll auszahlte. Stephan beschäftigte seine Gegenspieler am Kreis, kam zwar nicht zu vielen Ballbesitzen, machte aber die Räume frei, die vor allen Dingen Arne und Moritz mit wunderschönen und kraftvollen Toren abschlossen. Apollo dirigierte fast hinten die Abwehr, packte fair zu und vorne wurden auch Tempogegenstöße sicher verwandelt. Die Partie war wieder offen, die Fans begeistert und so ging es über 8:8 und 11:11 weiter, bis sich der HSV wieder etwas lösen konnte. Dafür gab es zwei Gründe: 1. Trotz einer guten Abwehrleistung fanden sich immer wieder Lücken oder einfache Würfe (Yoon), und von Außen war Hans Lindberg ein einfacher, aber sicherer Vollstrecker. Sowas nutzt natürlich ein Titelanwärter gnadenlos aus. 2. Die Schiedsrichterinnen. In Nettelstedt-Farben aufs Spielfeld gekommen (also rot-schwarz), schützten Jutta und Susi den HSV vor einem drohenden Punktverlust. Zeitspiele wurden zwar mal angezeigt, wenn der HSV nicht weiter wußte, aber nicht von den Badnerinnen konsequent abgepfiffen. Ganz im Gegenteil: Konnte Gille nicht verwerten, gab es prompt Siebenmeter. So rettete sich der HSV mit einer 18:15-Führung in die Halbzeit.

Wer gedacht hatte, bei würde die Kraft ausgehen, sah sich getäuscht. Wir blieben dran und ärgerten die Hamburger maßlos. Auch Nationaltorhüter und Weltmeister Johannes Bitter mußte die Bälle reihenweise chancenlos an sich vorbeigehen lassen und aus dem Netz holen. Und so stand es 26:27 nach ca. 48 Minuten und die Sensation nach einem Punktgewinn war somit noch greifbar. Aber wir hatten ja nicht die "Unparteiischen" auf unserer Seite. Höhepunkt war eine Zeitstrafe für einen falschen HSV-Spieler. Gille ging äußerst heftig gegen Arne hervor, Ehrmann und Künzig stellten jedoch einen ganz anderen Gästespieler vom Platz. Es wäre die dritte Zeitstrafe für Gille gewesen und damit Rot. Total unverständlich, warum zwei Schiedsrichterinnen und eine Spielaufsicht der HBL/DHB (Jürgen Dumke) dieses nicht gesehen bzw. korrigiert haben. Etwas seltsam auch, daß unsere Spieler das so einfach hingenommen haben und nicht protestierten.

So war der HSV-Sieg mit 33:29 hauptsächlich der Ausgangspunkt von den beiden Frauen aus Odenthal und Karlsruhe. Wie waren der moralische Sieger, aber eben ohne Punkt oder Punkte. Jammerschade. Auf jeden Fall wurde die Mannschaft von Richard Ratka großartig vom Publikum in die Kabinen verabschiedet. Und zurecht.

Im Fan-Treff war die Stimmung dann dementsprechend gut und man muß auch sagen, daß die HSV-Fans bei uns im Treff ein dicker Stein vom Herzen gefallen ist. So eng hätten sie es sich nicht vorgestellt.

Mirza und später auch Apollo kamen dann unter Applaus zu den Interviews in den Fan-Treff. Und sie hatten einiges zu sagen. Mirza kann schon etwas besser Deutsch (aber es ist noch verbesserungswürdig, Mirza!) und beantwortete mit recht guten Antworten die Fragen. Manchmal mußte noch seine attraktive Frau aushelfen mit dem Übersetzen, aber das ist o.k. Und Stefan ist immer ein guter Gast. Er hat auch wie ds gesamte Team hervorragend gespielt und er spielte auch mal wieder mit den Fragen, die ihm gestellt wurden. Er versteht es auf seine Art und Weise wie kein Zweiter, daß er mir mit seinen Antworten in die Karten spielt und sorgt ständig für Stimmung bei den anwesenden Fans.

Und er liest die beiden GWD-Foren. Das zeigte sich mal wieder deutlich. Deutliche Worte fand er (zu diesem frühen Saisonpunkt) für die Leute, die schon alles dramatisieren und auf meine Frage zu Kretsches Äußerungen im Handball-Sonderheft der "Handball-Woche". Er fand einerseits gut, daß er überhaupt dort erwähnt wurde. Aber im Internet würden Kommentare stehen von Leuten, die überhaupt kein Hintergrundwissen zu ihm und Kretschmer haben. Sein Verhältnis zum ehemaligen SCM-Spieler sei jedenfalls o.k.

Ebenfalls in den Fan-Treff gekommen waren Arne. Besonders stark, wo doch seine Freundin Claudia am Abend noch selbst ein Heimspiel in Stemmer gehabt hat. Und Richard war auch da. Er beantwortete an der Theke wie immer offen die Fragen der Fans. Unter anderem macht ihm nicht nur unsere Auswärtsschwäche zu schaffen, sondern auch die Heimstärke anderen Mannschaften in der Bundesliga. Da dürften in erster Linie Essen und Melsungen mit gemeint sein. Alos: Wir müssen auf der Hut sein.

Nach diesem Spiel muß aber gesagt werden: Man darf optimistisch in die Zukunft blicken, aber auswärts müssen 2-4 Punkte für den Klassenerhalt her.

Frank Wentzlawsky


                  

 

 

 

 

05.09.07: Wir waren in... Kiel

Um 14.00 Uhr starteten ca. 25 unentwegte GWD-Fans in Dankersen mal wieder Richtung Ostseehalle mit einem Kaffee- und Kuchenstop fast wie immer auf der Strecke auf der 1. Raststätte hinter dem Elbtunnel (Holmmoor). Das Hauptthema auf der Hinfahrt war Apollo. Trotz seines insgesamt überzeugenden Spiels gegen Gummersbach wurde Stephan wegen seiner Schiedsrichter-Laberei und später mit dem Zoff mit unserem Trainer in diesem Spiel kritisiert. Es gab auch Spekulationen, er würde heute kaum Spielanteile bekommen, dem war aber nicht so und er spielte ca. 45 Minuten vorwiegend im Angriff.

In Kiel angekommen, waren wir recht frühzeitig 1,5 Stunden in der Halle. Gleich kam auch ein NDR-Radio-Reporter, der einige unserer GWD-Fans zum Interview bat. Ansonsten wurden vor dem Spiel die Kontakte mit bekannten "Zebra"-Fans gepflegt. Wegen der wohl klaren Ausgangsposition und unserem nicht erschöpften Gästefans-Kontingent blieben in unserem Block, wo wir Fans saßen, doch zahlreiche Plätze leer. Für einen ganz dicken Patzer sorgte zunächst der eingentlich erfahrene Hallensprecher Ralf Körting. Unser Trainer hieß angeblich Tobias Glombek. Hatte Tobby über Nacht die Trainer-Lizenz gemacht und ist Richard etwa zurückgetreten? Natürlich nicht.

Wie fast üblich gingen wir auch in diesem Spiel mit 1:0 in Führung. Da aber unsere Abwehr gegen Jicha & Co. fast perfekt stand, hatte die vermeintliche zweite Garde (und trotzdem noch alles Weltklasse-Spieler) große Probleme, die Angriffe abzuschließen. Alles, was durchkam, entschärfte Burmi mit großartigen Paraden oder ging neben das Tor. Im Angriff verhinderte THW-Keeper Mathias Andersson mit auch guten Reflexen eine totale Demütigung des Triple-Siegers der letzten Saison. GWD spielte vorne ruhig, abgeklärt und lange Angriffe mit Abschlüssen meist von Arne und Stephan. Nach 15 Minuten 8:3 (!) für uns und Auszeit für den THW.

Und Trainer-Urgeistein Noka Serdarusic brachte u. a. mit Ahlm, Karabatic und Lövgren seine Tempo-Truppe. Und ruck-zuck kam Kiel immer näher, Burmi stand natürlich auf verlorenem Posten, weil die Gastgeber vor 10000 Zuschauer keine Gnade kannten und viele Tempogegenstöße traumhaft sicher und knallhart verwandelten. Die Hoffnung, aber vielleicht mit einem Remis in die Pause zu gehen, erwies sich leider als Traum. Denn vorne lief wenig zusammen. Vielleicht wurde auch im Laufe der Spielzeit und der überraschenden Führung zu viel überlegt und die Unbekümmertheit war dahin. Eine weitere Ursache war, daß sich die Kieler Abwehr samt TW sich besser auf Arne und Stephans Würfe einstellte, Henriksson (wie später auch Auerswald) haben zudem eben noch nicht die Lobby, daß bei durchaus siebenmeter- oder freiwurfartigen Fouls eben für sie entschieden wird. Ein Manko blieb wie aber auch bei den ersten beiden Saisonspielen die rechte Seite. "Schäps" ist noch lange nicht in seiner alten Form, "Örni" in manchen Situationen einfach zu langsam und Jan Fiete steht völlig neben sich. Ein weiteres Manko: Wenn Arne und Stephan seine Pausen macht und Mirza springt ein, bringt es momentan nichts, weil Mirza auch noch nach seiner Form der letztjährigen Rückrunde sucht. Dazu kam ein verworfener Siebenmeter.

In der 2. Halbzeit stellten wir unsere Offensivbemühungen dann nahezu komplett ein. Gut, Kunisch merkte man an, zwischen Regionalliga und dann gleich THW ist einfach die Latte zu hoch (da müssen andere Spiele abgewartet werden, wie weit er Andreas Druck machen kann auf links). Fiete donnerte in der 2. Halbzeit mehrmals drauf, kein einziger Wurf war richtig gefährlich (Konsequenz = leider kein Torerfolg), Arne kann nicht alles alleine machen und scheiterte dann mehrfach an Omeyer, Henriksson und Auerswald machten aus jeweils 2 Chancen (wo sie nicht abgepfiffen worden waren) jeweils ein Tor und Apollo dirgierte zwar bis zur 45. Minute den Angriff, wagte aber in der 2. Halbzeit keinen einzigen (!) Wurf mehr. Selbst Siebenmeter Nr. 3 warf er nicht, sondern "Örni" (Tor). So gesehen verwunderlich, wie wir in der 2. Halbzeit die 8 Tore geworfen haben.

Die Abwehr stand weiterhin recht gut. Burmi hielt weiterhin ganz, ganz toll und entschärfte u. a. 5 Tempogegenstöße von Karabatic, Ahlm und Co. Note 1 a!

Insgesamt also eine bessere Leistung als erwartet, wobei natürlich Angriff und Abwehr höchst unterschiedlich bewertet werden müssen. Finden Mirza, Moritz, Jan Einar und Fiete zu ihrer (konstanten) Leistung, ist was drin in Balingen.

Frank Wentzlawsky


     

 

 

 

01.09.07: Nachbetrachtung GWD - VfL Gummersbach

Gibt es was schlimmeres als eine 1-Tore-Niederlage nach einer recht ordentlichen Leistung gegen den (schwachen) Favoriten aus dem Oberbergischen? Ich glaube, kaum.

Und dabei fing der September recht gut an. Vor allerdings recht enttäuschenden Besuch (ob es überwiegend am "Blauen Band" lag, wage ich zu bezweifeln) wurde in der Kampa-Halle ein neuer Trailer eingespielt, bevor die Mannschaft zum 1. Male in der Saison 2007/2008 in Minden einlief. Hier wurde u. a. noch mal das Erlebnis 1. Handball-Bundesliga herausgehoben und alle Spieler mit Namen und Porträt angezeigt. Nicht nur ich, sondern wohl die überwiegende Mehrheit waren der Meinung: absolut gelungen!!!

Auch sehr schön, daß das Commando mit Spruchbändern uns nochmal zum 25jährigen Jubiläum gratulierte. Eine tolle Geste! Danke, Jungs aus dem Block A!!!

Gummersbach hatte Anwurf und hier wurde gleich deutlich, wo in dieser Saison das Plus liegt. In der Defensive. Mit unserem 1. Angriff erzielten wir durch Arne das 1:0. Was dann folgte, war sehr ärgerlich. GWD war in der Abwehr hellwach, hatte beste Chance, gleich in der Startphase wegzuziehen. Aber selten hielt der Gummersbacher TW, vielmehr vertändelten unsere Spieler ihre Möglichkeiten. Technische Fehler, Würfe neben und über das Tor, Holztreffer. So kam Gummersbach nach ca. 5 Minuten dann doch logischerweise zum 1. Tor, zum 1:1. Wie gesagt, es hätte bei optimalen Verlauf auch schon 5:1 stehen können. Wenn...

So konnte sich zunächst keine Mannschaft auf 2 oder mehr Tore absetzen. Das Spiel blieb (wie schon in Wilhelmshaven) sehr torarm. Mal führten wir, dann wieder die Gäste. Nach ca. 18 Minuten mußte man dann die Befürchtung haben, daß GWD den Anschluß verlieren würde. Beste Möglichkeiten wurden weiterhin vergeben (z. B. Andreas Simon traf mal wieder bei einem Tempo-Gegenstoß die Oberkante der Latte), des weiteren wirkten unsere Angriffe immer einfalls- und lustloser. So führte der VfL unter dem Jubel seines mitgereisten Anhangs plötzlich mit 11:8. Die letzten 5 Minuten vor der Pause rissen sich Arne und Co.  zusammen, die "grauen Haare" von Richard glänzten wieder ein wenig mehr und Sekunden vor der Halbzeit-Sirene erzwang Just mit einem Rückhand-Wurf den 12:12-Ausgleich.

In der Halbzeitpause übergab dann der GWD-Fan-Club einen Scheck für einen guten Zweck. 500 Euro wurden gesammelt hauptsächlich durch den Tombola-Verkauf bei der 25-Jahr-Feier am 19.08.07 für die "Initiative Eltern krebskranker Kinder Minden e. V". Diesen Förderkreis mit Sitz im Klinikum Minden hatte unser GWD-Vorstand als heimische Institution auserkoren. Die Kassiererin und Sprecherin dieser Initiative, Frau Brigitte Volberg, nahm den Scheck freudig entgegen, den wir symbolisch ins weite Rund der Tribünen der Kampa-Halle hielten.

Zurück zum Spiel, hinein in die 2. Halbzeit. Hier wurde GWD zunächst immer stärker. Aufbauend auf einen starken Malik (hielt u. a. einen Siebenmeter) übernahmen wir etwas die Kontrolle und setzten Gummersbach durchaus unter Druck. So führten wir verdient mit 3 Toren Mitte der 2. Halbzeit. Weitere Unkonzentriertheiten im Angriff verhinderten eine mögliche kleine Vorentscheidung. Für das Spiel evtl. wichtig war eine Szene ca. 10 Minuten vor Spielende bei 20:18-Führung für GWD. Hier legten Becker/Hack (ansonsten eine recht gute Leistung) die Zeitspiel-Regel bei einem Angriff für die zu Hause jetzt immer in Köln spielenden Gäste mehr als großzügig (der Begriff "Zeitspiel" war eine Farce) aus und nur so kam Gummersbach zu ihrem Treffer Nr. 19. Sicherlich ein Knacks für die Mannschaft, die der VfL in den kommenden Minuten zur eigenen 21:20-Führung ausnutzten. Trotzdem blieben wir dran und hatten ca. 1,5 Minuten vor Schluß die Chance zur Führung zum 23:22. Wieder mal ein total unnötiger technischer Fehler, dann hieß es eben umgekehrt 23:22 für die Gäste, Just glich in einer dramatischen Schlußphase zum 23:23 aus, doch die Oberbergischen kamen zum 24:23-Siegtreffer. GWD hatte in den verbleibenden wenigen Sekunden zwar noch einen Angriff, allerdings ohne Wirkung und so freuten sich die Gummersbachen über einen schmeichelhaften Sieg wie die Schneekönige.

Vielleicht kostete uns der Punktverlust oder gar der Sieg auch, weil der sonst gute Just in der 2. Halbzeit leider öfters nicht den Mund halten konnte und somit auch für viel Konfliktpotenzial auf der GWD-Bank sorgte. Es war ja für jeden in der Halle überdeutlich zu erkennen, daß Ratka und Just sich mehrmals anschrien und unser Trainer Apollo mehr deutlich aufforderte, ruhiger zu sein.

Unterstützung hatten wir heute übrigens von 5 Fans (3 männliche und 2 weibliche) Fans aus Dessau. Vielen Dank für Eure Unterstützung und für ein supertolles Wochenende. 

Im Fan-Treff kamen dann zu den 1. Interviews der Saison Christopher Kunisch und Anders Henriksson. Gerade der Schwede war natürlicher bei seinem 1. Kontakt mit den Fans im Treff ein gefragter Mann.

Trotz allem: Die Mannschaft sollte positiv denken, vorne aber noch mehr Durchschlagskraft entwickeln und dann klappts auch bald mit den Punkten. In Kiel wird natürlich unter normalen Umständen nichts drins ein. Der THW spielt in einer anderen Liga. Aber: Natürlich sollte das Spiel ernst genommen werden, es geht schließlich auch um das Torverhältnis. Eine Niederlage unter 10 Toren wäre dieses Jahr angesichts der Kieler Überlegenheit ein Traum.

Frank Wentzlawsky


       

 

 

 

25.08.07: Wir waren in... Wilhelmshaven

Das Auftaktspiel führte uns also in die Nordseestadt und es sollte am 1. Spieltag mal alles anders laufen. Die Mannschaft fuhr die relativ kurze Strecke schon am Freitag entlang, um in Jever dann zu übernachten. Immerhin hatten sie den Kelder(-Bundesliga)-Bus. Wir diesmal nicht. Da bei der Fa. Kelder kein weiterer Bus mehr zur Verfügung stand, brachte uns Busfahrer Andreas mit seinem Gefährt der Fa. Sandmöller aus Stemwede zum 1. Auswärtsspiel. Und er machte seine Sache gut. Unser Organisator Wolfgang Franke hatte alles wie gewohnt sehr gut vorbereitet und alles im Griff. Der Service und das Angebot blieben wie gewohnt. Den Kuchen und den Kaffee sponserte diesmal die Apotheke am Bürgerpark in Minden-Dützen. Hierfür bedankt sich der Fanclub bei Frau Pape Nolte.

Gegen 17.35 Uhr kamen wir im Wilhelmshavener Ortsteil Siebethsburg an und befuhren den Parkplatz zum dortigen Sportforum. Neben dem Fußball-Stadion und der Eissport-Halle befindet sich auch die Nordfrost-Arena auf dem Gelände.

Die Mannschaft begrüßte uns in der Halle freundlich und wir konnten beim Warm-Up zuschauen. Angeschlagen schien Apollo zu sein. Er hüstelte doch einige Male.

Das erste Tor der Begegnung erzielte GWD gleich mit dem 1. Angriff durch Arne Niemeyer. Es sollte leider die einzige Führung bleiben. Durch sehr zweifelhafte Schiedsrichter-Entscheidungen und unglücklichen Holztreffern lagen wir schnell mit 1:4 zurück. Doch die gut gestaffelte Abwehr verwischte einige Schwächen im Angriff, so daß sich zwar der WHV zum Glück nie mehr als 3 oder 4 Tore entwischen konnte und GWD immer wieder ran kam. Doch immer, wenn wir die Chance hatten, auf ein 1 Tor zu verkürzen, wurde im Angriff entweder zu dämlich gespielt und griffen Brauer/Holm mit klaren Vorteilen für die Gastgeber ein. Ein in der 1. Halbzeit torarmes Spiel endete dann mit einer typischen Situation für unser Spiel in Durchgang 1. 10 Sekunden vor Ende bekamen wir einen Siebenmeter zugesprochen, den Just dann sicher verwandelte. Doch statt das 9:11 aus unserer Sicht in die Halbzeit zu nehmen und geschlossen nach hinten zu laufen, wurde in den verbleibenen Rest-Sekunden tatsächlich 2 mal gewechselt und Wilhelmshaven spielte den Angriff druckvoll aus und traf gegen den armen Malik zum 12:9-Pausenstand.

Halbzeit-Fazit: Die rechte Angriffs-Seite ist heute offenbar zu spät aus den Betten gekommen, da lief nichts. Schäpsmeier, Buschmann und Jonsson verschliefen reglerecht die gesamten 30 Minuten. Apollo konnte auch keine großen Akzente setzen (war möglicherweise aber angeschlagen). Sicherlich hatten wir auch viel Pech mit den Schiedsrichtern und auch mit zahlreichen Pfosten- und Lattentreffern. Doch ernüchternd war, daß wir in der 1. Halbzeit nicht einen einzigen Abpraller (und davon gab es einige) zu fassen bekamen und der WHV immer einen Tick schneller war. Anders ist, ganz klar, kein Dima, aber mal einen Siebenmeter herausholen, das ist doch drin. In der Abwehr war Anders allerdings sehr aggressiv.

Die 2. Halbzeit verlief zunächst ausgeglichen. Arne war unser Shooter und hielt uns einigermaßen im Spiel. Doch die Abwehr verdiente ihre Namen leider nicht mehr. Zu viele einfache Tore durch den Rückraum (Bedzikowski z. B.), wo unsere Mannen einfach die Arme nicht richtig hochbekamen. Malik war bei den Würfen einfach chancenlos. Beim 13:17 nach ca. 37 Minuten bekamen wir Siebenmeter Nr. 2. Just scheiterte am WHV-Torwart, was ja mal passieren kann. Beängstigend aber dann, wie die Mannschaft dann zusammenbrach. Im Angriffsspiel klappte einige Minuten überhaupt nichts mehr, die Nordseestädter kamen zu Tempogegenstößen und erhöhten auf 22:14. Irgendwie erinnerte dieses Spiel an das Desaster in Hildesheim aus der letzten Saison. Zwischendurch kam nach 39 Minuten und 17 Sekunden Burmi für den guten, aber leider auch hilflosen Malik in die Bude. Zunächst konnte er auch nicht groß glänzen, zu sicher waren die Gastgeber bei den Abschlüssen.

Das es nicht zu einem Debakel wie in Hildesheim kam, lag an zwei Dingen. Erstens steigerte sich Burmi, dann rauften sich wenigstens Arne und Andy zusammen, um ein schlimmeres Unheil zu verhindern. Und als das Spiel gegessen war, schwenkten in den letzten Minuten sogar noch die Schiris etwas auf unsere Seite. Zuvor allerdings glänzten sie in der 2. Halbzeit mit einer Linie, die überhaupt keine war. Mal wurde Stürmerfoul gepfiffen, für die gleiche Aktion gabs dann später 2 Minuten usw. usw. Das war alles andere als erstklassig. Da heißt es noch üben, üben, üben.

Das 1. Spiel ist also vorbei. Etwas seltam aus meiner Sicht ist mal wieder, daß Spieler wie Kunisch und Auerswald nicht nur nicht eingesetzt werden, sondern meterweise neben der Bank sitzen. Das Prinzip von Richard oder/und dem Verein ist klar. Sie sollen nicht auf den Spielberichtsbogen und somit nicht festgespielt werden für unsere "Zweite" und nur im äußersten Notfall eingesetzt werden. Aber hat nicht doch die Bundesliga Priorität und wenn gar nichts mehr läuft wie in der Phase zwischen der ca. 40 und 50. Minute, wäre ein Einsatz der beiden doch so falsch auch nicht. Um es nicht mißzuverstehen: Sie sollen nicht die Retter spielen, aber (viel) schlechter geht es dann auch nicht mehr.

Wie auch immer: De Druck in einem so wichtigen Spiel waren wohl für einige Akteure zu hoch. Hoffen wir also auf das Gummersbach-Spiel, wo wir als Außenseiter antreten und praktisch nichts zu verlieren haben.

Andererseits wäre es ganz gut, wenn der ein oder andere Sponsor in der Nordfrost-Arena gesessen hat (bzw. hätte). Man hätte deutlich gesehen, daß GWD noch einen Spieler mind. braucht (mangels Alternativen) und wenn einem größeren Geldgeber was an seinem und unserem GWD Minden liegt, macht er noch mal die Schatulle auf.

Nach einer ernüchternden Nacht sehe ich trotzdem optimistisch entgegen. So wie gestern spielt man nicht jedes Mal. Das Faustpfand der Mannschaft ist ihre immer wieder beschriebene Freundschaft untereinander und Freunde helfen sich gegenseitig auf dem Platz und lassen nicht die Köpfe hängen (mit Ausnahmen).

In diesem Sinne - Auf gehts nächsten Samstag in die Kampa-Halle. Für unseren GWD!!!

Frank Wentzlawsky


        

 

 

            

 

25.06.07: Fanclub-Turnier in Glinde - Die GWD-Statistik

Von Silvia Lutzer

Gegner: HSC 2000 Magdeburg (3:2) 9:4

Böke, Trepte - Bittrich (1), Kranz (1), Lutzer (1), Scherer, Treichel (1), Wentzlawsky, Winter (2), Wörndle, Bornemann (3)

Gegner: Dessau (4:5) 7:16

Böke, Trepte - Bittrich, Kranz (1), Lutzer, Scherer, Treichel (1), Wentzlawsky, Winter (4), Wörndle, Bornemann (1)

Gegner: Klietzer Heide (2:5) 8:8

Böke, Trepte - Bittrich, Kranz, Lutzer (1), Scherer, Treichel (1/1), Wentzlawsky, Winter (3), Wörndle, Bornemann (3)

Zeitstrafe: Thomas Bornemann

Gegner: Grün Rot Magdeburg (1:4) 5:11

Böke - Kranz, Lutzer (1), Scherer, Treichel (1), Trepte (1), Wentzlawsky, Winter (2), Wörndle, Bornemann

Zeitstrafen: 2 x Norbert Lutzer

Gegner: BSV 93 Magdeburg (11:6) 17:11

Böke - Kranz (2), Lutzer (2), Scherer, Treichel (5), Trepte (2), Wentzlawsky, Winter (4), Wörndle, Bornemann (2)

Gegner: Fanpower Grün-Rot (4:9) 9:14

Böke - Kranz, Lutzer (1), Scherer, Treichel (3), Trepte (1), Wentzlawsky, Winter (4), Wörndle, Bornemann


 

 

 

08.06.07: GWD-Saison-Rückblick 2006/2007

Auch in diesem Jahr tippten nicht wenige Handball-Experten auf einen Absteiger GWD Minden. Aber auch in dieser Saison straften unsere "Grün-Weißen" den vielen Fachmännern dieser Sportart Lügen und retteten sich an sichere Ufer. Gut, diese Saison mußten wir bis zum letzten Spieltag warten, und doch hatte man den Anschein, als sei alles gar nicht so schlimm. Denn immer, wenn wenn es darauf ankam, war unser Team hellwach. Allerdings reizten sie so manche positive und sehenswerte Leistung geradezu heraus, weil man in einigen Spielen einfach zu herzlos agierte.

Der Schock begann lange vor der Saison: Unser Kapitän und Leitwolf Arne Niemeyer fiel durch eine alte Fuß-Verletzung lange, sehr lange aus. Als Neuzugänge wurden mit Jiri Hynek aus Melsungen und Mirza Cerhajic aus Sarajewo zwei "Nobodys"  geholt. Nach einem guten Turnier beim Sparkassen-Cup in Hessen und Thüringen (u. a. gegen mehrere Erstligisten) hatten wir aber auch zwei neue Hiobsbotschaften zu verkraften. Snorri Gudjonsson und Dima Kouzelev kamen verletzt wieder und es war klar, daß sie es nicht bis zum Saisonbeginn schaffen werden, bei dem Russen sogar noch erheblich länger.

Trotzdem, die Vorbereitungs-Ergebnisse konnten sich sehen lassen: Knappe Resultate gegen Hildesheim (u. a. in Steyerberg), Düsseldorf und Nettelstedt (beide Spielothek-Cup) machten uns zufrieden. Allerdings war "Apollo" der alles überragende Akteur. Und verdeckte so einige Mängel. Bei unserem dritten Neuzugang, "Örni" Jonsson aus Island, immerhin ein Bundesliga-Bekannter, klappte fast gar nichts in diesen Testspielen und die beiden anderen Neulinge wurden fortan von vielen GWD-Fans bereits als Fehler eingestuft. Natürlich fieberten wir trotzdem dem Saisonauftakt entgegen. Es sollte nach Lemgo zum OWL-Derby gehen.

In der Deckung verkauften wir uns hervorragend, vorne lief ohne Arne, Snorri und Dima herzlich wenig zusammen. Die anderen Spieler aus der Fremde waren noch nicht so weit und die jungen Wilden wie Auerswald und Kunisch ("Conny" spielte immerhin eine Halbzeit durch) konnten sich noch nicht durchsetzen. Trotzdem dachte ich, daß es gerade für Kunisch ein Zeichen war, was Richard ihm durch die Verletzungen der anderen gegeben hat.

Die nächsten Spiele verrieten nichts gutes für uns. Kleine Hoffnungen hatte man gegen Kraus & Co. auch Frisch Auf Göppingen genannt. Zwar war Snorri wieder mit von der Partie. Er konnte aber keine Akzente setzen und die hohe Niederlage (22:33) war ein erstes Alarmzeichen. Arne fehlte an allen Ecken und Enden.

Klar, daß dann gegen Nordhorn, Hamburg und Kiel nichts außer deutlichen Niederlagen geholt wurde. Bei den Heimspielen gegen Hamburg und Kiel erlebten wir 2 höchst unterschiedliche Spiele. Gegen die Hansestädter lief vorne mal wieder nichts zusammen (außer einigermaßen Just), da nütze auch ein starker Besirevic nichts. Gegen den Deutschen Meister THW (GWD mit Kouzelev) lief es gleich viel besser, aber gegen Andersson, Karabatic und Co. war in der Defensive kein Kraut gewachsen.

Ein erstes wichtiges Spiel folgte in Balingen. Mit 16 Mann vom Fan-Club machten wir uns Richtung Süden und erreichten eine von innen knall-pinkfarbene Halle. Das war aber nicht der Grund, warum wir schon wieder chancenlos waren. Man spielte vorne einfach viel zu kompliziert oder ohne Ideen. Dabei hatte man in der 2. Halbzeit wieder alle Chancen, doch dann ging es wieder nach hinten los. Just hatte hier in der Saison seinen absoluten Tiefpunkt, und Snorri brachte nur hinterher in der Kabine "Leistung", als er dort nicht zimperlich mit den Räumlichkeiten umging.

So, aber nun mußte zu Hause in der KAMPA gegen Düsseldorf gewonnen werden. Vorher am Mittwoch flog man aber nach einem besseren Spiel gegen den Favoriten aus Nordhorn vor 400 Zuschauern aus dem diesjährigen DHB-Pokal.

Das Spiel gegen Düsseldorf: Nach 10 Minuten lag man mit 4 Toren zurück, ein Spielaufbau sah man nicht, man fragte sich, gegen wen und wann sollen denn bitteschön Punkte her? Nun, ein Wendepunkt kam in dem Spiel, nein, sogar 2 Wendepunkte: 1. die Halbzeit und 2. Burmi für Malik im Tor. Dazu endlich eine kollektive starke GWD-Mannschaft, die Düsseldorf mit 33:31 niederkämpfte und endlich die ersehnten 2 Punkte holte.

Dann gings nach Hildesheim. Der Aufsteiger aus Niedersachsen erwischte einen traumhaften 1. Spieltag, deklassierte Kronau nach Strich und Faden, um dann alptraummäßig alles zu verlieren. Unsere Chance auf Auswärtspunkte? Alles schien für uns zu laufen. Fan-Club und Commando hatten die Halle 39 im Griff, GWD auch die Eintracht. Bis zur 15 Minute. Dann kamen 2 Fehlwürfe (was ja nichts schlimmes an sich ist) und schon brachen bei uns alle Dämme. Es sollte die schlimmste Auswärts-Abfuhr dieser Saison werden. Das ließen wir uns nicht so ohne weiteres gefallen und stellten die Mannschaft nach dem Debakel zur Rede. Aber es gab auch Spieler, die schwiegen. Leider! Unglaublich!

Und das nächste Zitterspiel. Der WHV aus Wilhelmshaven kam. Eine sicher unbequeme Truppe. Aber wir wollten die Punkte und danach kräftig beim traditionellen Oktoberfest feiern. Es wurde eine fast legendäre Abwehrschlacht. Beide Abwehrreihen und Torhüter überragten. Aber wir gewannen. Unter Einsatz seiner Gesundheit rettete Malik 2 Sekunden vor Schluß den vielumjubelten Sieg.

Die nächsten Gegner waren wieder Hammer. In Magdeburg gabs dann die höchste Saison-Niederlage, aber auch das 1. Saison-Tor von Simon Witte (für den verletzten Jonsson auf Rechtsaußen) und das kleine Comebach von Sven Pohlmann, den letzten der verbliebenen Pohlmann-Clique bei GWD. Gegen Flensburg rochen wir dann 30 Minuten an der Sensation, letztendlich reichte es nicht, und in Großwallstadt waren wir traditionell recht schwach und ohne Chance. Ein starkes Spiel machte endlich auch mal Snorri, aber es war wie gesagt viel zu wenig als Team.

Wetzlar kam nach Minden, ohne Sieg und mit nur einem Pünktchen. Was wollen die hier, sagten wir uns, zumal sich das Ende ohne Arne andeutete. Viel früher als eigentlich gedacht war. Mit Kapitän Niemeyer kann doch nicht viel schiefgehen. 40 Minuten hatten wir die Mittelhessen recht sicher in die Schranken weisen können, führten überlegen mit 5 Toren. Aber alle verließen sich auf Arne, und als er noch als Fremdkörper wirkte (verständlicherweise), wurde GWD nervös und nervöser. 22:25 nach 60 Minuten, und der Abstieg war wieder ein ganz heißes Thema.

Melsungen wartete auf uns. Die Talfahrt ging zunächst weiter. 7-Tore-Rückstand in der 2. Halbzeit. Doch dann folgte die Auferstehung von Arne und Mirza. Und hinten fegte Burmi alles weg. Dazu der Ex-Melsungen Jiri, der mit Moritz die Abwehr führte, und in der Zwischenzeit der Saison recht gut. Ja, die ersten Auswärtspunkte und die Schmach von Wetzlar wieder gut gemacht. Und Just fehlte auch noch in Melsungen.Nicht wenige feierten am langen Advents-Samstag (bis 24 Uhr) in der Innenstadt. 

Das Derby: GWD-Vorgabe vor der Saison: Klassenerhalt, beim Nachbarn u. a. Platz 6, ausgegeben von Paul (Gauselmann). Aber, wer ist Paul? GWD dominierte das Derby nach Belieben, nur Rolf Hermann konnte dagegenhalten. Und wenn GWD nicht in der Schlußphase so gnädig gewesen wäre, die Niederlage für die Wiehengebirgsler wäre deutlich ausgefallen.

In Gummersbach gabs erwartungsgemäß nichts zu holen, beim Halbzeit-Abschluß gegen Kronau scheiterten wir an Szmal und an den Nerven gegen keinesfalls souveräne Badenser.

Am 30. Dezember sollte dann die Revanche kommen gegen den TBV. Wir trafen auf einen verunsicherten Gast aus dem Lipperland, wo vor allen Dingen Just und Gudjonsson es waren, die Lichtlein und später Zereike fast nie eine Chance ließen. Der TBV blieb in den letzten Minuten nur durch Siebenmeter von Markus Baur dran, die allerdings sicher verwandelt wurden. Aber es reichte für einen schönen Jahreswechsel und die Vorfreude auf die WM in Deutschland. Aber: Nach Trtik (Melsungen) beförderte sozusagen mit Mudrow den zweiten Trainer ins sportliche Aus. Bei GWD spielte 60 Minuten lang Buhrmester, und er spielte saustark.

Wer gedacht hatte, in Göppingen könnten wir für eine Überraschung nach dem WM-Titel in Frage kommen, sah sich getäuscht. Gegen Nordhorn war es vor allen Dingen wieder die Mannschaft als solches, die ihr wahres Gesicht zeigte und einen weiteren Großen mächtig ärgerte. Ein weiterer Pluspunkt, mit dem man nicht unbedingt rechnete.

In Hamburg gelang diese Saison keine Überraschung. Gegen Neuling Balingen liefen wir lange Zeit einem Rückstand hinterher. Der HBW und Trainerfuchs Dr. Brack brachten uns ganz schön ins Schwitzen, unser Team manchmal auch. Aber am Ende triumphierten wir, das Team mit mehr Leidenschaft.

Die Auswärtstournee folgte. Ein überzeugendes Gastspiel beim THW macht noch lange keinen guten Sommer. In Wilhelmshaven machten wir es den Gastgebern recht leicht, ein Siebenmeter nach dem anderen wurde versiebt. Schon fast rekordverdächtig. Düsseldorf hatten wir im Burg Wächter Castello lange im Griff. Ein gutes Spiel von Moritz und Örni, leider erwischte der Rückraum einen rabenschwarzen Tag. Trotzdem hätten wir das Spiel nie und nimmer verlieren müssen. Denn auch die heimische HSG vermochte bei weitem nicht zu überzeugen.

Also, keine Auswärtspunkte. Und wieder ganz gehöriger Druck gegen den klaren Tabellenletzten aus Hildesheim. Doch die Eintracht hatte nur Kraft für 30 Minuten, danach war die Herrlichkeit vorbeit und GWD feierte den bis dahin höchsten Saisonsieg. Und "Apollo", ein Garant mal wieder für den Sieg, hatte unendlich viel Zeit, bei klarer Führung und Manndeckung durch Lakenmacher, Kontakt mit seinem Vater auf der Tribüne aufzunehmen - Augenkontakt, versteht sich.

Dann gabs einenfast spielfreien April. Fast - Heimspiel gegen den SCM. Die Kretzschmar-Schützlinge überzeugten gegen eine starke GWD-Mannschaft nicht. Alles deutete auf einen Sieg hin, erst recht, als Bielecki ganz klar berechtigt den roten Karton sah. Wir sahen danach allerdings nur noch die Paraden von TW Silvio Heinevetter. Da hatte der SCM aber noch mal Glück gehabt.

In Flensburg 2 Wochen später sah es lange nach einer Sensation aus. Die SG hatte gerade den Champions-League-Frost geschoben, aber letztendlich reichte es in den verbleibenden 15 Minuten zum Sieg.

3 Tage später boten unsere "Grün-Weißen" den Hammer der Saison aus negativer Sicht in der Kampa-Halle. Das war fast gar nichts gegen Großwallstadt. Und der traurige Höhepunkt. "Apollos" 10-Sekunden-Nichts-Tun vor der Pause. Ein Torwurf noch mal wäre auch nicht schlecht gewesen.

Na gut, dachten wir, aber in Wetzlar kommt wieder der wahre GWD zum Vorschein. Leider nur 30 Minuten. Volker Mudrow traf uns auf der Trainerbank wieder und wollte Revanche noch für die Lemgo-Schlappe mit ihm in Minden. Wir machten mit, ergaben uns dem Schicksal und waren ganz dick drin im Abstiegskampf.

Schicksallspiel Melsungen: Es wurde dann aber eher Schicksal für Melsungen. Unser alter Haudegen Robert Hedin auf der Hessen-Trainerbank mußte eine ganz schwere Niederlage mit ansehen. Aber ganz sicher hat er sich im Inneren klammheimlich für GWD gefreit - und wir Fans sowieso.

Und die nächsten Punkte sollten gleich im Derby folgen: Unseren Klassenerhalt zu fast 100 Prozent sichern und Nettelstedt mit Kljaic persönlich in Liga 2 bugsieren. Der Spielverlauf war eigentlich für uns gemacht. Erst tobte sich der TuS aus, dann kamen wir, immer stärker. Andy Simon super, Snorri Gudjonsson super, Stephan Just super. Hier machte "Apollo" insgesamt seine stärkste Partie, auch wenn der letzte "dumme" Wurf nicht im Tor landete. Wir leisteten großzügig Nachbarschaftshilfe, die wir uns aber gar nicht leisten durften. Eine der glücklichsten Derby-Siege der Lübbecker. Denen war es aber egal.

Gegen Gummersbach waren wir ja eigentlich im letzten Saison-Heimspiel sowas von chancenlos und trotzdem strotzten wir irgendwie vor Zuversicht. Und was dann die Mannschaft auf der Platte ablieferte, war allererste Sahne. Zeitweise führte man mit 5 Toren. Gut, zum Schluß reichte es "nur" für ein Unentschieden, aber: Manchmal muß man eben 5 vorlegen, um einen Punkt zu behalten. Gerade gegen solche Klubs wie die Oberbergischen, die immer mehr zu Kölnern werden.

Immerhin: Daß am letzten Spieltag in Kronau bzw. in der Mannheimer SAP-Arena nicht mehr gezittert werden mußte, da hatte denn der VfL einen ganz großen Anteil. Sicher Sieg gegen Düsseldorf. Und hätten wir unbedingt noch 1 oder 2 Zähler gebraucht, hätten wir die auch dort geholt. So aber war es ein Freundschaftsspiel, was wir knapp verloren hatten (wir wollten eben kein Spielverderber sein).

Ja, das war eine aufregende Saison, aber mit Happy End. Und darauf können wir alle stolz sein!

Frank Wentzlawsky


   

 

 

                         

 

 

03.06.07: Wir waren in... Mannheim (Saisonabschluß gegen Kronau)

Selten steht man so gerne so früh auf wie am gestrigen Samstag, als der GWD-Fan-Bus um kurz nach 6 Uhr Richtung Mannheim rollte. Alle Fans waren hellwach (die Busfahrer natürlich auch) und wir hatten reichhaltig Proviant an Bord. Flüssige und feste!

Die Frühstückspause machten wir im Sauerland auf der dortigen gleichnamigen Raststätte um ca. 08.30 Uhr. Lisa, Gerd und Frank Bulmahn zauberten wieder ein erstklassiges Büfett mit zahlreichen leckeren Sachen, die auch reißenden Absatz fanden.

Das Mittagessen nahmen wir kurz vor der Halle auf der Raststätte "Lorsch" auf. Es gab Erbsensuppe.

Da die "SAP-Arena" auf einem flachen, mehr oder wenig unbewaldeten Gebiet liegt, konnte man sie schon von weitem sehen. Sie lag da wie ein Ufo. Vor der Arena angekommen, holte Wolfgang die Karten und so gingen wir in das Innere. Ich ging mit zwei weiteren GWD-Fans in die dortige Fankneipe, die "Friedrichspark-Fankneipe" heißt. Und das ist typisch für diese Halle. Obwohl Eishockey u n d Handball dort gespielt wird, ist mehr oder weniger doch alles auf die Sportart mit dem Puck ausgelegt. Und "Friedrichspark" hieß die frühere Spielstätte der Adler Mannheim, also des Deutschen Eishockey-Meisters. Der Fanraum ist natürlich der zentrale Anlaufpunkt für den "Baden Lions", dem Fanclub der "Kröstis". Im Gegensatz zu unserem Fan-Treff wird aber nicht in Eigenregie geleitet. Trotzdem war es angenehmer Besuch dort.

Auf dem Weg zu unseren Plätzen trafen wir Mirza´s Frau mit ihrer Schwester, die in Mannheim wohnt. Auf der Tribüne gabs dann gleich eine negative Überraschung. Unser Trommler Matthias mit seiner Trommel war unerwünscht. Er wäre zu laut. Nun, bei einigen Zuschauern hat sich wohl noch nicht herumgesprochen, was der Sinn einer Trommel ist und außerdem sind wir ja bei einer Sportveranstaltung und nicht im Theater. Schließlich setzten wir uns durch und einige einheimische Zuschauer flüchteten in andere Blocks.

Zum Spiel: Beide Mannschaften fanden sehr schwierig rein, die Kronauer taten sich unerheblich etwas leichter, die Folge war, daß es nach ca. 6 Minuten 2:0 für die Gastgeber stand. Bei uns tat sich herzlich wenig im Rückraum. Unser erster Treffer zum 1:2 durch Snorri landete unter gütiger Mithilfe von TW Szmal im Tor und das 2:3 war ein Siebenmeter-Treffer von Just. Letztendlich entwickelte sich das Spiel zu einem Freundschafttspiel. Kronau war der 8. Tabellenplatz sicher, sie konnten nicht mehr nach unten oder oben rutschen, bei uns machte sich die Runde, daß zwar Wetzlar führte, aber auch Gummersbach, und zwar ziemlich deutlich. Das machte sich auf dem Spiefeld bemerkbar. Geipel/Helbig hatten in der 1. Halbzeit recht wenig zu tun, es gab mal zwei gelbe Karten für uns, für Kronau keine, von Zeitstrafen nicht zu reden. Keine Mannschaft konnte sich absetzen. Bei uns überzeugte Malik mit tollen Paraden, vorne setzten der wiedergenesene Arne (nach Startschwierigkeiten) und Just die Akzente. Just kam nach ca. 10 Minuten ins Spiel. Richard vereinbarte letzte Woche mit Islands Nationaltrainer Alfred Gislason, daß, wenn es die Situation erlaubt, Snorri für wichtige Qualifikationsspiele geschont wird. Und die Situation entspannte sich immer mehr. Gummersbach ließ nichts mehr anbrennen. Und bei unserem Spiel wogte es hin und her. 9:7 und 10:8 nach ca. 21 Minuten für uns, dann hieß es zur Halbzeit 14:13 für Kronau, wo Velyky am meisten überzeugte.

Die 2. Halbzeit verschlief unsere Mannschaft und es stand schnell 14:18 gegen uns. Doch wir rappelten uns wieder auf und ließen uns nicht abschütteln. Mitte der 2. Halbzeit kam dann unerklärlicherweise ein bißchen Hektik rein. Just wollte sich in den Siebenmeterkreis tanken, als eine Kronauer Hand bei ihm im Gesicht landete. Eigentlich glasklare 2 Minuten Zeitstrafe. Nicht für Geipel/Helbig. Wenig später stoppte Just einen Tempogegenstoß im Kreis. Klar, ein Siebenmeter, aber warum er dann noch 2 Minuten erhielt, war schleierhaft. Wo bleibt da die Verhältnismäßigkeit? Na ja, nicht mehr groß aufregen. Viel spannender war es da inzwischen in Lübbecke, wo Hildesheim zur Aufholjagd startete. Zwischenzeitlich mit Erfolg, aber am Schluß ohne Happy-End für sie.

In Mannheim beruhigte sich das Spiel wieder. Bei uns kamen Buhrmester, Kunisch, Auerswald. Burmi hielt stark, Kunisch holte in einer starken Situation einen Siebenmeter für uns  und eine 2-Minuten-Strafe für den Gegner heraus. Just verwandelte alle Strafwürfe in souveräner Manier heute. Mirza gelang 45 Sekunden vor dem Ende der Ausgleich. Das Ergebnis wäre heute am gerechtesten gewesen, aber mit etwas Pech kam dann Kronau 10 Sekunden vor Schluß zum Siegtreffer. Danach reagierte Burmi leider nicht, indem er zur Bank laufen sollte und Just als 7. Feldspieler auf Parkett schicken sollte, so daß Richard nochmal am Ende der Saison in der Halle sehr böse wurde. Er war kaum zu halten, so fuchste ihn die Niederlage.

Nun, der Klassenerhalt war längst in trockenen Tüchern, unsere Spieler feierten am Spielfeldrand bereits 10 Minuten vor Schluß diese tolle Sache und nach dem Spiel kamen zunächst die Spieler vor unsere Tribüne im Pulk, um mit uns die Welle zu machen. Bis auf Just, der wollte die Welle ganz alleine mit uns genießen und kam als einzelner danach zu uns und machte Stimmung.

Wenig später gingen wir Fans aufs Spielfeld und feierten. So schön ist eine Niederlage wohl selten gefeiert worden. Und so stimmten wir eine Schlachtgesänge ein. "Sehr zum Wohle, sehr zum Wohle, GWD" im Rhythmus der deutschen Nationalhymne oder "Die Nr. 1 im Kreis sind wir" oder auch "Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin" in Anspielung auf den Aufstieg der Reinickendorfer Füchse.

Ca. 1 Stunde nach dem Spiel fuhren wir los, machten uns auf die letzte Rück-Fahrt der Saison 2006/2007 und machten dann noch eine große Pause auf der Raststätte "Wetterau" in Hessen. Und hierhin kam auch der GWD-Mannschaftsbus. Mirza fehlte (war klar, daß er in Mannheim blieb mit Frau und deren Schwester, obwohl wir die beiden Frauen auch gern statt Mirza im Team-Bus gesehen hätten). Alle Spieler waren natürlich super drauf und waren auch sehr gesprächig. Locker auch die Foto-Session der ganz jungen weiblichen Generation, die vor Begeisterung der Spieler regelrecht kreischten (man fühlte sich fast bei einem Konzert von "Tokio Hotel", war aber in Ordnung so). Ca. 45 Minuten verabschiedeten wir die Spieler, ganz besonders natürlich Dima und Snorri, aber auch die anderen. Wir erfuhren, daß der Großteil am heutigen Sonntag auf "Malle" die Saison ausklingen läßt. Um 04.40 Uhr ging es mit "Air Berlin" ab Hannover-Langenhagen auf die soanische Balearen-Insel. Richard wird hingegen nächste Woche am Freitag beim Reli-Spiele des TuS sein. In der jetzt kommenden Woche ruft er u. a. noch bei einem Spieler an, um ihn für Minden zu begeistern und ihn eben nach GWD zu holen. Um den möglichen Transfer nicht zu verhindern, wird der "Angebetete" hier nicht namentlich genannt. Ansonsten war Richard etwas traurig, weil er eben auch als langjähriger Düsseldorfer mit dem Abstieg der HSG leidet.

Kurz vor Mitternacht waren wir wieder zu Hause und einige ließen es sich nicht nehmen, entweder noch zum Weinfest zu gehen oder sich ins "Markt 15" zu begeben, um dort den Saisonabschluß gebührend ausklingen zu lassen.

Zum Abschluß darf noch mal Wolfgang Franke, Lisa Bulmahn, Gerd Bulmahn und Frank Bulmahn ganz, ganz herzlich "umarmen". Wie diese 4 wieder die Fan-Bus-Touren organisiert und geleitet haben, verdient ganz großen Respekt. Wir vom Vorstand wissen, was dahinter steckt und wieviel Zeit und Kraft investiert wird, um sowas zu schultern. Also: Ihr seid super, ihr seid G W D!!!

Frank Wentzlawsky


         

 

 

 

30.05.07: Bericht vom Fanclub-Turnier in Hameln

Von Olaf Böke und Silvia Lutzer

Der GWD-Fan-Club nahm am 27. und 28. Mai (Pfingsten) am Fan-Club-Turnier des 1. Fan-Club Hameln teil. Mit einem erspielten 7. Platz kehrte das Team nach Minden zurück. Es hat sich für alle gelohnt und wir hatten viel Spaß. Außerdem haben wir Kontakte zu den anwesenden Fan-Clubs aus Lemgo, Nordhorn, Dessau, Gummersbach, Hamburg und natürlich Hameln geknüpft. Die Hamelner haben sich gefreut, daß wir von GWD wieder am Turnier teilgenommen haben. Einen Gegenbesuch soll es auf jeden Fall geben.

Das Geschehen selber spielte sich in der Halle Nord in Hameln ab. Wobei am Pfingstsonntag unsere Mannschaft 4 Spiele zu absolvieren hatten über jeweils 2x10 Minuten. Dabei gab es 2 Siege gegen die Störtebeker aus Hamburg und das Dream Team aus Gummersbach und 2 Niederlagen gegen den Fan-Club Dessau und die 2. Mannschaft von Gastgeber Hameln. Diese Ergebnisse brachten uns in das Spiel um Platz 7 am Pfingstmontag. Dort besiegten wir den Fan-Club aus Nordhorn mit 14:12 nach Siebenmeter-Werfen. Nach regulärer Spielzeit stand es 11:11. Das schöne an dem Turnier war, daß es gemischte Mannschaften gab und auch bei uns 2 Frauen mitgespielt haben. Kirstin Scherer und Melanie Begemann hatten sichtlich ihren Spaß auf dem Spielfeld. Zu erwähnen ist außerdem, daß Silvia Lutzer die Statistiken für unser Team geführt hat und der 3. Vorsitzende Werner Otto als Teamchef fungierte. Einen Preis für unsere Vorstellung gab es auch noch. Vom Veranstalter erhielten wir einen kleinen Glaspokal mit Gravour und eine Urkunde mit unserem Mannschaftsfoto.

Sieger des Turniers wurde die 2. Mannschaft vom Fan-Club Hameln durch einen 15:11-Sieg gegen die Lemgoer Hexen. An dieser Stelle möchte ich dem Fan-Club Hameln für die Organsiation danken und für den Spaß, den alle Beteiligten hatten. Wir bedanken uns schon jetzt für die Einladung für 2009 und kommen gerne wieder.

Die GWD-Fan-Club-Mannschaft spielte in folgender Besetzung:

Werner Otto (Torwart)

Olaf Böke (Torwart)

Ewald Wörndle (Torwart)

Karsten Heine (1 Tor)

Thomas Bornemann (4 Tore)

Sebastian Landwehr (1 Tor)

Norbert Lutzer (1 Tor)

Torsten Röbke (19 Tore)

Marco Begemann (5 Tore)

Matthias Bredemeier (1 Tor)

Andreas Winter (9 Tore)

Tobias Landwehr (5 Tore)

Melanie Begemann

Kirstin Scherer

 

Ergebnisse Gruppe 1:

Lemgo - Gummersbach 10:9

Hameln I - Nordhorn 13:9

Lemgo - Hameln I 12:6

Nordhorn - Gummersbach 12:12

Nordhorn - Lemgo 6:12

Hameln I - Gummersbach 7:6

Tabelle:

1. Lemgoer Hexen              34:21 6:0

2. Hameln I                        26:27 4:2

3. Blue White Gummersb.   27:29 1:5

4. Nordhorn                       27:37  1:5

 

Ergebnisse Gruppe 2

GWD - Dessau 9:13

Hameln 2 - Störtebeker Hamburg 8:8

GWD - Hameln 2 8:12

Dessau - Dream Team Gummersbach 15:5

Störtebeker Hamburg - Dream Team Gummersbach 14:7

Dessau - Hameln 2 4:14

Störtebeker Hamburg - GWD 7:9

Hameln 2 - Dream Team Gummersbach 16:4

Störtebeker Hamburg - Dessau 10:8

GWD - Dream Team Gummersbach 10:8

Tabelle:

1. Hameln 2                   46:24 7:1

2. Störtebeker Hamb.    39:32 5:3

3. Dessau                      40:38 4:4

4. GWD                         36:40 4:4

5. Dream Team GM       24:55 0:8

 

Plazierungsspiele:

Spiel um Platz 9: Nordhorn - Dream Team Gummersbach 12:11 (Sieger durfte um Platz 7 spielen)

Spiel um Platz 7: GWD - Nordhorn 11:11/Siebenmeterwerfen 3:1

Spiel um Platz 5: Blue White Gummersbach - Dessau 13:10

 

Halbfinale

Lemgo - Störtebeker Hamburg 8:6

Hameln I - Hameln II 7:10

 

Spiel um Platz 3: Hameln I - Störtebeker Hamburg 7:7/Siebenmeterwerfen 3:2

Endspiel: Hameln II - Lemgo 15:11

Hameln II damit Turniersieger


 

 

 

 

17.05.07: Nachbetrachtung GWD - MT Melsungen

Die Nachbetrachtung beginnt im Grunde genommen mit einer Vorbetrachtung. Nach dem Desaster in Wetzlar in der 2. Halbzeit kamen eigentlich alle Mitfahrer niedergeschlagen ins Weserland zurück und fragten sich, wie soll gegen die anderen Hessen aus Melsungen gepunktet werden? Nun, scheinbar braucht unser Team den ganz großen Druck! Die Tage vor diesem Spiel knisterten aber schon groß. Die Verunsicherung war riesig, die Lage bei Mannschaft und Fans sehr angespannt. Am Sonntag gab es dann eine Aussprache, die scheinbar sehr fruchtvoll war, wie manche Spieler vor dem gestrigen Anpfiff sagten. Dazu Snorri gestern nachmittag: "Sie war nicht schön, aber heftig!"

Wenn das Team einläuft, kann man immer schon ein bißchen die Stimmungslage sehen, wie sie drauf ist bzw. drauf sein könnte. Und das war schon sehr positiv in den Sekunden davor in den Katakomben der Kampa-Halle.

Die ersten Minuten waren trotz der 1- bis 2-Tore-Rückstände doch schon anders als beim Großwallstadt-Spiel. Zwar fielen hinter noch einfache Tore für den 1 Platz über uns stehenden Gegner (die Abwehr packte noch nicht zu), aber das Angriffsspiel lief doch besser, auch wenn wie gesagt noch nicht alles optimal abgeschlossen oder versenkt wurde. Aber alleine schon 1:1-Ausgleichstreffer von Moritz war für diesen Abend symptomatisch. Kraftvoll stieg er hoch und mit einer "Klebe" drosch der Ball an Djordjic zum Ausgleich ins Netz. Was auch von den Tribünen positiv war: Auch nach den anfänglichen Rückständen wurde die Mannschaft nach vorne gepeitscht.

Nach einem 7:9 und 9:10-Rückstand nach ca. 15 Minuten übernahm GWD endgültig das Ruder. Die Mannschaft spielte sich regelrecht in einen Rausch. Die Abwehr war aufmerksamer (hier lobend neben Jiri sicherlich auch Moritz und Mirza), vorne hatten wir fast eine hundertprozentige Chancenverwertung bis zur Halbzeit. Ob Arne, Moritz, Apollo, Snorri und Andy und am Kreis der endlich wieder hellwache Dima - alles Augenweide. Typisch der Treffer von Arne zum 16:12 nach 28 Minuten. Bei seinem plazierten Wurf mit Torerfolg natürlich stand Melsungens Keeper mit seiner ausgestreckten, aber machtlosen Hand einige Sekunden so angewurzelt auf der Linie wie sonst nur die Wachsfiguren bei Madame Tussaud in London. Und dann kam die kurioseste Situation, seitdem GWD wieder in Liga spielt (also seit 1995). Malik, der während der 1. Halbzeit nach eigenen Angaben mehrmals in seiner Heimatsprache beleidigt worden ist, reklamierte bei den Schiedsrichtern und flog runter. Und nicht nur Malik, sondern auch ich und viele andere lernten was neues aus der DHB-Regelkunde. Auch beim Time-Out kann es einen Wechselfehler geben und so durfte sich Burmi auch gleich mit auf die Bank setzen. Wer sollte jetzt ins Tor? Jannik Bahl war zwar auch da, konnte aber nicht mehr nachgetragen werden. Und dann war irgendwie klar, es konnte nur ein "positiv Verrückter" machen: Stephan Just. In doppelter Überzahl konnte Melsungen in den letzten 39 Sekunden der 1. Halbzeit auf 13:17 verkürzen, leider ließ GWD die 10 Sekunden vor der Halbzeit verstreichen, ein Torwurf wäre noch möglich gewesen!

In der 2. Halbzeit hatte dann GWD Anwurf und schaffte in doppelter Unterzahl durch Arne das 18:13, und kurz darauf hielt "Arrounder" Just seinen ersten Ball in der Bundesliga als Torwart. Malik nach dem Spiel: "Das war der wichtigste gehaltene Ball im ganzen Spiel". Jan-Fiete dazu nachher im Fan-Treff: "Ja, so ist das, wenn man so gerade mal angeworfen wird". Ja, die Stimmung bei den Spielern war natürlich locker - und nicht nur bei den Spielern. Aber zurück zum Spielverlauf. Nach dem Apollo das Tor wieder räumen mußte oder durfte, kam Burmi, der dann auch gleich einen Siebenmeter des MT egalisierte. Und GWD setzte sich weiter ab. 28:18 + eine doppelte Zeitstrafe wegen Kraus, nach seiner Hinausstellung meckerte er solange, bis Fleisch/Rieber konsequent ihn doppelt hinausstellten.

Danach kam ein kleiner Bruch ins Spiel. Arne und Snorri wurden in Manndeckung genommen. Eigentlich kein großes Problem, denn Örni hatte in der 2. Halbzeit endlich auch seine starken Auftritte, bis die beiden Unparteiischen wohl meinten, das geht doch nicht, daß GWD so dominiert und Örni 2 x völlig sinnlos Tore von Außen durch Kreiseintritt aberkannten. Und so stand es nach 52 Minuten nur noch 28:24. Aber GWD wäre nicht GWD, wenn sie nicht auch durch diese Situationen gelernt hätten. Dann kam Mirza großer Sternstunde im Angriff. Zweimal tankte er sich kraftvoll durch die Gäste-Abwehr und verwandelt eiskalt. Die Gäste waren endgültig geschlagen, sie kamen auch nur durch Tempogegenstöße und Siebenmeter nochmal auf 4 Tore heran. Die letzten Minuten war es noch mal ein Happening vor 2600 Zuschauer, die restlos begeistert waren (bis auf die sympathischen Gäste-Fans natürlich).

Es war also nicht nur der Sieg, sondern auch die Art und Weise, die uns so optimistisch ins Derby gehen läßt. Und außerdem: Geschichte wiederholt sich. In der Vorrunde haben wir nach gutem Start auch gegen Wetzlar kläglich verloren, sind gegen Melsungen auferstanden und gewannen das Derby sicher. Ein Sieg am Samstag in Lübbecke und wir haben das 1. Ziel wieder erreicht. Kreismeister! Und das 2. wichtigere Ziel, also den Klassenerhalt, kommen wir auch näher.

Die Stimmung im vollen Treff war erwartungsgemäß super. Die anderen Ergebnisse zeigen: GWD ist der Sieger des Spieltages. Als einzigste Mannschaft konnten wir gewinnen, auch, wenn man bedenkt, daß die anderen Konkurrenten ja gegeneinander gespielt haben. Der Druck liegt jetzt bei Balingen, Düsseldorf, Meslungen, Wetzlar und Nettelstedt.

Frank Wentzlawsky         

 

06.05.07: Nachbetrachtung GWD-Großwallstadt/GWD-Frühlingsfest

 

Mit einer starken Leistung wies der Gast aus der Nähe von Aschaffenburg unsere "Grün-Weißen" in die Schranken. Nahezu chancenlos mußten wir in diesem Spiel die 2 Punkte an den TVG geben. Man muß auch leider sagen, daß GWD bei weitem nicht an sein eigentliches Leistungspotenzial heran kam, ist eben noch eine junge Truppe, die noch einiges zu lernen hat.

Allerdings ist es doch auch so, daß Großwallstadt mit Petersson, Tiedtke, Oechsler, Grimm und Immel über Spieler verfügt, die viel mehr Erfahrung haben und die sicherlich mit dem 10. Platz nicht zufrieden sein können.

Der Anfang war wieder einmal typisch. Die ersten Versuche landeten nicht im Tor, Großwallstadt nutzte dies kraftvoll und aggressiv um und zog gleich mit 3:0 weg. GWD, welches wieder mit Just  für Kouzelev am Kreis anfing, konnte am Anfang noch den Druck des Gastes etwas kaschieren und kam auf 1:3 und 2:4 heran. Doch dann nahm das Unheil seinen Lauf. Arne fehlte wohl die Kraft nach dem Flensburg-Spiel und verballerte einen Ball nach dem anderen, Snorri war wieder insgesamt zu harmlos, Moritz zu verunsichert und schon setzte sich Großwallstadt nach 15-17 Minuten mit 11:3 und 12:4 ab. Damit war das Spiel schon praktisch entschieden, denn so eine routinierte Truppe läßt sich dann, auch wenn noch so viel zu spielen ist, nicht mehr die Butter vom Brot nehmen. GWD versuchte alles, es ging aber zu viel daneben. Und hinten hatte Just Petersson überhaupt nicht im Griff. Neben zahlreichen Tempogegenstößen gelangen den Gästen immer wieder souveräne Treffer aus allen Positionen. Malik und Burmi waren beide an diesem Abend machtlos. Beim Stand 8:13 hatten wir dennoch die Chance, auf 9:13 zu verkürzen. "Apollo" Just (hatte vorher 2x sicher verwandelt) scheiterte unglücklich an der Latte. Dann kam sicherlich aus Richards Sicht der Aufreger dieser Begegnung. 9:16, die Hallenuhren zeigten 59:50 Minuten. In diesen verbleibenden 10 Sekunden schaffte es Just, mit dem Ball in den Händen an der Mittellinie beim Wiederanstoß kleben zu bleiben. Die Chance auf unser 10. Tor war im Stillstand vergeben und das war für unseren Trainer zu viel. Immerhin durfte "Apollo" in der 2. Halbzeit in der Halle auf der Ersatzbank bleiben. Das Spiel war allerdings für ihn beendet.

In der 2. Halbzeit spielte der TVG relativ souverän seinen Stiefel herunter. Nach 7 Minuten der 2. Halbzeit hatten wir nochmal eine kleine Gelegenheit, das Spiel zu drehen. Wir waren auf 4 Tore dran und hatten in der Offensive die Möglichkeit, auf 3 Tore Abstand zu verkürzen. Doch wieder mal Arne traf nicht, zumindest nicht das Tor, sondern die Werbebande rechts davon. So dümpelten wir immer zwischen 5 und 8 Toren hinterher. Einzig und allein Jan Fiete war eine Gefahr für die Gäste-Abwehr, für heute viel zu wenig. Mit 25:32 ging es dann in die Kabinen.

Der zweite, angenehmere Teil fand denn am heutigen Sonntag in den Räumen von "AS, Sport und Gesundheit" an der Ringstr. in Minden statt - das alljährliche GWD-Frühlingsfest für geladene Gäste. Die Mannschaft incl. Trainer, Betreuer etc. war komplett erschienen, ohne Partnerinnen übrigens. Nach den Eröffnungs- und Grußreden von dem "GWD-Pool"-Vorsitzenden Gerd Buddenbohm und Gastgeber Wolfram Rickert war HBL-Vorsitzender Frank Bohmann als Gastredner an der Reihe. Hatte man ein paar Fakten erwartet, so war die Rede des Bonners eher nüchtern und wenn man ehrlich ist, ein Enttäuschung. Nicht nur, daß er im Gegensatz zu den anderen Rednern nicht in der Lage war, das Mikrofon über die gesamte Sprechzeit richtig zu halten, kam er mit Handball-Statistiken von 2005 und 2006 daher. Vorbereitet sieht anders aus. Er sagte, die Statistiken von 2007 lägen noch nicht vor, aber der Handball erlebt einen Boom, den "wir nutzen wollen". So sei eben auch der eigenständige Sender HBL-TV ins Leben gerufen worden, von dem andere Sender und Sendungen wie der "NDR-Sportclub" und "Sport im Westen" (WDR) mitverwerten dürfen. Das Angebot in den öffentlich-rechtlichen Sendern als Ersteverwerter und im HBL-TV soll auch erweitert werden, dazu kommt die Präsenz im DSF. Wirklich keine neuen Fakten, die Frank Bohmann da an die Gäste (überwiegend GWD-Sponsoren) weitertrug. Auch nichts neues, als er verkündete, daß Handball in immer mehr große Hallen mit guter Auslastung ausgetragen wird. Kein Wort über die Stimmung wie z. B. in Hamburg oder Mannheim, wo zwar vielleicht Zuschauer da sind, aber wer davon sind dann bitte schön eingefleischte Fans, die die Mannschaften anfeuern? Aber einen kleinen Trost gab es doch. Es wird auch in 30, 40 Jahren noch Teams in ländlichen Regionen und Städten geben. Er nannte hier natürlich auch Minden (Lübbecke nannte er wohlüberlegt nicht), aber auch, man höre und staune, Kiel. Ja, die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt ist ja sehr ländlich.

Auch zur Ausländerproblematik nahm er Stellung. Er kann Heiner Brands Anliegen einer Ausländerbegrenzung nicht teilen, immerhin sind einige Handballvereine heute schon reine Wirtschaftsunternehmen. Die Wahrheit liegt bei ihm in der Mitte. Eine Formulierung so langweilig wie seine Rede.

Als letzter Redner kam natürlich Hotti. Er konnte sich einen leichten Seitenhieb auf Herrn Bohmann nicht verkneifen. "Wir in Minden hier schaffen mit 6 deutschen Spielern, die wir auch großgezogen haben, den Klassenverbleib". Zum gestrigen Spiel sagte Hotti nur soviel: Sowas kann mal vorkommen, davon geht die Welt nicht unter. Mit der 2. Liga wird sich nicht beschäftigt, weil die Mannschaft den Klassenerhalt sicher schaffen wird und er hofft in Wetzlar auf eine Trotzreaktion. Dann erzählte er noch seine Nacht von Samstag auf Sonntag. Ca. 5 Minuten vor Spielende hat er die Kampa-Halle verlassen, dann ist er 90 Minuten spazieren gegangen, nach Hause gefahren, sich in den Kanälen durchgezappt, alle Sportsendungen, die es noch gab, angesehen (auf 3Sat z. B. die Wiederholung des aktuelles Sport-Studios) und zuletzt noch auf irgendeinem Sender bei Nußschokolade den "Cowboyfilm von 1958". Köstlich, diese Darstellung.

Nach seiner Rede ging es dann in den gemütlichen Teil über. Kontakte pflegen heißt das Zauberwort. Außerdem wurden die Räumlichkeiten dieses Sportcenters von Fachleuten in einem persönlichen Rundgang erklärt und gezeigt. Die Mannschaft brauchte nicht mehr aus ihren Anzügen an die Geräte, hatten sie doch schon einen Waldlauf vor der Veranstaltung hinter sich. "Kein Straftraining", wie Richard erklärte.

Über weitere Neuzugänge gab es keine Informationen. Erst müssen die Punkte zum Klassenverbleib her, dann gibt es mit Sicherheit Verkündungen zu diesem Thema.

Frank Wentzlawsky


           

 

 

  

 

02.05.07: Wir waren in... Flensburg

Bevor wir die Mitfahrer wie gewohnt an der Olafstr. aufnahmen, holten Wolfgang, Werner und meine Wenigkeit die beiden Bullis in PW-Barkhausen bei der Fa. PORTA RENT ab, die diese Fahrt auch unterstützten. In den Geschäftsräumen trafen wir auch Mirza mit seiner Frau, die sich gerade ein Leihwagen borgten, um zum Abfahrtstreffpunkt der Mannschaft zu gelangen. Fans und Team fuhren übrigens (getrennt natürlich) zeitgleich los - um 13.30 Uhr.

Wegen Staugefahr auf den Autobahnen A 2 und A 7 zogen wir es auf der Hinfahrt vor, die streßfreiere Anfahrt zu wählen, d. h., über die B 482 ging es über Leese, Landesbergen, Nienburg und Steimbke nach Schwarmstedt auf die A 7.

Nach Pausen vor und hinter dem Elbtunnel (Brunautal, Holmmoor) kamen wir um 19.00 Uhr vor der Campus-Halle in Flensburg an. Ein freundlicher Ordner bzw. Verantwortlicher der örtlichen Feuerwehr gab es Super-Stellplätze für die beiden Bullis direkt am Halleneingang. Sehr freundlich!

Im Inneren der Halle wurden wir von "Flens-Fans" nett begrüßt. Die einen erzählten, daß der Schock von der CL-Niederlage noch nicht verdaut ist, andere gingen bereits zum Liga-Alltag über und waren über die Niederlage in Kiel 3 Tage zuvor gut drüber weg.

Unsere Jungs wurden beim Einlaufen mit warmen Applaus herzlich empfangen, die Flensburger Mannschaft mußte sich nicht gerade mit stürmischen Applaus zufriedengeben, Pfiffe hörte ich aber nicht heraus.

Die ersten 5 Minuten gehörten eindeutig nur den Torhütern. Malik und Jan Holpert fischten alles mit sehr guten Paraden heraus. Durch Johnny Jensen gingen die Flensburger mit 1:0 in Führung, das 2:0 folgte, bis es den ersten Siebenmeter für uns gab. Arne trat an, Holpert war dran, doch der Ball trudelte gemächlich über die Linie ins Tor. Puh, Glück gehabt. Dem SG-Team merkte man den Schock des 27:29 vom Sonntag an. Tempospiel fand selten statt, unsere Abwehr stand sicher, und hielt Holpert mal Bälle bzw. konnte GWD mal nicht verwerten, so war es auf der anderen Seite Malik, der gut hielt. Wir spielten geduldig unseren Stiefel runter. Übrigens ohne Dima. Er saß ganz lange auf der Bank, das Spiel am Samstag ist wichtiger, meinte wohl Richard und gab Just den Vorzug vorne. Außerdem saß ja noch der junge Auerswald bereit. Apollo holte auch den ein oder anderen Siebenmeter heraus, so auch unseren zweiten beim Stand von 5:3 für den Favoriten. Und täglich grüßt das Murmeltier: Arne trat an, Holpert war dran, doch der Ball trudelte gemächlich über die Linie ins Tor. Puh, wieder Glück gehabt!

Beim 8:6 war die SG wieder 2 Tore vorn, doch konnten wir das Spiel jetzt kurzzeitig drehen und mit 11:9 in Führung. Snorri hatte seine beste (leider sehr kurze) Phase und Arne traf nach Belieben. Das Außenspiel mit Örni fand in der 1. Halbzeit überhaupt nicht statt. Doch nach einer Auszeit lag innerhalb von etwas mehr als einer Minute Flensburg wieder mit 12:11 vorne, dann nahm Richard die Auszeit, dann führte GWD wieder mit 13:12, die Zuschauer waren außergewöhnlich leise und andererseits froh, daß Flenburg zur Halbzeit doch mit 15:13 in Führung lag. Just hatte zuvor die Chance zum 14:15 vergeben durch einen verworfenen Siebenmeter (vorher hatte er schon einen weiteren verwandelt), allerdings konnte die SG die Möglichkeit zur 3-Tore-Führung auch nicht verwerten. Malik hielt. Bei Flensburg war neben Holpert ganz eindeutig Linksaußen Eggert der beste Akteur. Insgesamt war das Spielniveau nicht gerade berauschend.

In der 2. Halbzeit kam bei der SG unser alter Spezi Frank von Behren. Nach seiner langen Verletzung konnte man wohl nicht mehr erwarten als eine allenfalls durchschnittliche Leistung. Beim 17:14 sah es so aus, als könnte GWD nicht mehr mithalten. Aber weit getäuscht. Beim 17:18 hatten wir die Chance 2 x zum Ausgleich, aber beim ersten Mal scheiterte "Örni" beim Tempogegenstoß beim für wenige Minuten eingesetzten Dan Beutler in einer 1-gegen-1 Situation, dann leistete sich Malik einen zu langen Ball auf Andreas Simon (auch beim Tempogegenstoß), der konnte ihn nicht kontrollieren und das Spielgerät trudelte über die Seitenauslinie. Schade, sehr schade.

Nach zwei Super-Paraden von Malik kam die große Zeit des kleinen Wirbelwindes Lubomir Vranjes. Der Flensburger vernaschte 3 Mal Apollo und Jiri und traf sicher gegen Malik. Wir wurden vorne zu hektisch und einfallslos, so daß die guten Schiedsrichter Pritschow/Pritschow ein Zeitspiel nach dem anderen für pfiffen, von denen wir kaum eines noch zu Toren nutzten. Auch die Flensburger spielten nicht schnell, gerade der junge Torge Johannsen hätte von Rechtsaußen einige Male in den Kreis zum Torwurf gehen müssen. Tat er aber nicht, völlig freistehend paßte er zurück in den Rückraum. Leider reagierten die jungen Stuttgarter Unparteiischen hier nicht auf Zeitspiel.

In der Phase, wo wir beinahe doch noch unverdientenmaßen untergegangen wären (32:24), kam doch noch Dima. Das Team riß sich noch mal zusammen und betriebn Ergebniskosmetik. Mit 2 Spielern mehr auf der Platte wäre hier und heute ein Sieg für GWD durchaus drin gewesen.

Insgesamt waren unsere Spieler (mit einer Ausnahme) gut drauf und wünschten uns eine angenehme und ruhige Rückfahrt und die Flensburger waren sehr, sehr froh, daß heute kein stärkerer Gegner dagewesen war. Lange mußten die Fans zittern, oft gab es Kopfschütteln über das Gezeigte.

Für uns heißt es: Gut gespielt, keiner hat sich wohl verletzt, nur Mirza faßte sich nach dem Spiel schmerzverzerrt an die Schulter, wo er wohl einen Schlag bekommen haben mußte.

Hoffen wir also auf 2 ganz wichtige Punkte am Samstag gegen den TV Großwallstadt.

Frank Wentzlawsky


   

 

 

    

 

19.04.07: GWD - SC Magdeburg (Nachbetrachtung)

Schade! Zum wiederholten Male waren wir dicht davor, den Elbestädtern nicht nur über (fast) das gesamte Spiel Paroli zu bieten, sondern auch ihnen die Punkte abzunehmen (oder zumindest einen). Zum wiederholten Male hats aber auch nicht mit der von unserem in Minden beliebten SCM-Fan Arlett "Ankündigung" geklappt, eine Punkteteilung hinzukriegen. Muß also Arlett weiter dran arbeiten.

2600 zahlende Zuschauer der von der Fa. EDEKA mitgesponserten Partie war für einen Mittwochabend zwar noch annehmbar, aber die Stimmung in der 1. Halbzeit war von den meisten Besuchern eher schwach. Vor allen Dingen unsere Fan-Club-Trommler versuchten das Publikum mit einzuheizen, was aber leider in den ersten 30 Minuten nicht so gelang.

Im Gegensatz zu unserer Mannschaft, die von der 1. Sekunde hellwach war, wenn auch das 1. Tor für GWD nach 4,5 Minuten gefallen war. Die Gladiatoren aus Sachsen-Anhalt legten über weite Strecken der ersten 20 Minuten immer vor, meist 1 Treffer, doch GWD behielt die Nerven und bezwang recht sicher den goldenen WM-Torwart in den Gäste-Reihen, Johannes Bitter. Da die Schiedsrichter Heinz/Hock in der Anfangsphase einen Siebenmeter nach dem anderen für den SCM gaben, konnte sich Malik bewähren, in dem er 2 Strafwürfe von Abati und Theuerkauf abwehrte. GWD, das mit Snorri auf der Mittelposition einen guten Regisseur hatte, spielte sehr mannschaftsdienlich und konnte dann in den letzten 10 Minuten der 1. Halbzeit eine Führung behaupten. Natürlich war mehr drin gewesen als ein 13:11, aber 1 x Andy Simon mit Tempogegenstoß (hätte eigentlich ein Extra-Tor sein müssen als Belohnung, weil es Andy geschafft hat, den Ball, nachdem er an die Lattenkante prallte, auf das schmale Dach der Hausmeister-Kabine zu plazieren, ohne daß das Spielgerät herunterfiel) und 2 x Örni scheiterten. Bei Örnis Würfen war der inzwischen für Bitter eingewechselte Heinevetter aus unserer Sicht leider auf dem Posten. Trotzdem, 13:11, ein glänzende Defensive, eine solide Offensive bis dahin.

In der 2. Halbzeit wandelte sich das Bild nicht. Minden war leicht besser, konnte sich aber nicht absetzen, da die Torhüter an diesem Abend überragend hielten. Gerade auch Malik, an dem wiederum Abati, wiederum Theuerkauf und neu auch "Tulpe" van Olphen scheiterten. Im Nachhinein eine entscheidende Situation passierte in der 39. Minute. Tempogegenstoß des heute wiederum gut spielenden Arne, der langsame Bielecki (der Mann, der eigentlich nur werfen kann beim SCM) holt ihn von den Beinen. Nein, nicht die 2. Zeitstrafe für den Vizeweltmeister aus Polen, sondern gleich "rot", was durchaus berechtigt war. Zu diesem Zeitpunkt hatte endlich auch das gesamte Publikum mit seinen phantastischen Unterstützung das Team von Richard Ratka unterstützt.

Bielecki bei Magdeburg also raus, dafür hatte "Apollo" Just seine heutige Premiere. Sein Privatduell verlor er allerdings recht deutlich gegen einen allerdings immer stärkenden werdenden Heinevetter. So kam es, wie es immer gegen Magdeburg kommt. Der SCM zog uneinholbar vorbei (hier vor allen Dingen durch gekonnte Einzelaktionen von Tkaczyk, gegen dessen Würfe der starke Malik machtlos war) und rettete sich sozusagen durch die stärkere Bank ins Ziel. Für uns sehr ärgerlich, es darf aber auch kein Beinbruch sein,...

...denn wir werden mit dem Team, mit dieser grün-weißen Einheit die nötigen Punkte holen, da bin ich mir ganz, ganz sicher. Klar, umso schneller die Punkte, umso mehr Planungssicherheit haben wir. Der Kader wird in den nächsten Tagen und Wochen Konturen annehmen. Dima und Snorri, ist ja längst bekannt, verlassen uns. Nach Stephan hat nun auch unsere "23", Mirza Cerhajic, verlängert. Schön, daß wir nach dem O.k. von Mirza es exklusiv für die breite Öffentlichkeit im Fan-Treff melden durften. Er bleibt noch mindestens ein Jahr. Auf der Kreisläufer-Position gibts ein "Ausscheidungskampf" zwischen Hendrikson aus Aurich und "Paco" Fölser. Der österreicher würde liebend gern zum Nachbarn, seine Partnerin lieber nach Düsseldorf.        

Die Stimmung im Fan-Treff war trotz der knappen Niederlage wieder sehr gut. Das lag natürlich wie immer an allen Gästen und auch an den Spielern. Seit längerer Zeit besuchte uns mal wieder ein Gäste-Spieler, und was für einer. Weltmeister Oliver Roggisch war gut drauf (na gut, er und sein Team hatten gewonnen), beantwortete brav bis humorvoll die Fragen und genoß sichtlich ein "Barre Bräu".

Sehr auskunftsfreudig waren auch unsere Lieblinge Arne und Malik. Arne, den wir ja fast im letzten Sommer nach Kronau verloren hätten, ist natürlich aus heutiger Sicht froh, bei GWD zu sein, denn nirgendswo bekäme er die Unterstützung von Fans und Verein besser als in Minden. 

01.04.07: GWD - Eintracht Hildesheim (Nachbetrachtung)

Erstaunlich ruhig war es in den Foren vor dem Spiel, als es darum ging, Stimmung für dieses Spiel zu machen bzw. seine Einschätzung dazu abzugeben. Es knisterte, als der Tabellenletzte aus Niedersachsen in Minden anzutreten hatte. Wie verkraftete unser Team die drei Auswärtsniederlagen zuvor (vor allen Dingen in Wilhelmshaven und Kiel) und mußten wir plötzlich Angst vor dem abgeschlagenen Schlußlicht der Liga haben, die in Magdeburg zwar ein respektables Ergebnis erreichten, aber eben keine Punkte.

Vor dem Spiel erhielten wir erstmal von Geburtstagskind Günter Gieseking das versprochene Sieger-Trikot aus dem Lemgo-Spiel vom 30.12.06, damals ja eine einmalige Aktion des Ausstatters, Fa. Hummel. Das Trikot (Besirevic/Nr. 16) bekommt einen dekorativen Platz bei den Heimspielen im Fan-Treff.

Sehr gute 3800 Zuschauern empfingen unser Team beim Einlaufen in die Halle. Für die nötige Unterstützung war also gesorgt, mal abwarten, was unsere Mannschaft daraus machte.

Die ersten Minuten herzlich wenig. Just, Schäpsmeier und Simon scheiterten am gut aufgelegten Hildesheimer Torwart Vaskevicius. Doch auch Malik und die Deckung um unseren Organisator Jiri stand sehr gut, konnten aber einen 0:2-Rückstand nach 6 Minuten nicht verhindern. In der 7. Minute war Vaskevicius erstmals geschlagen, Jönsson traf zum 1:2. Trotz einiger dummer Gegentore, aber ansonsten einer weiterhin recht souverän agierenden Abwehrreihe, konnten wir uns trotzdem nicht absetzen, weil auch viel zu viele Torwurfmöglichkeiten zu unplaziet waren oder neben den Kasten gingen (hier Snorri). Aufmerksam aber unsere Außen Andreas Simon und eben Örni, die abgeprallte Würfe der Kollegen im Nachwurf ins Netz droschen. Trotzdem stand es nach 28 Minuten 10:12, und wohl keiner der 3800 GWD-Fans (Hildesheimer wurden kaum gesichtet) rechnete noch mit einer Halbzeitführung. Die kam dann aber doch recht überraschend, weil GWD in den 2 Minuten fast besser spielte in der Offensive als die 28 Minuten vorher zusammen. 13:12 also, und Hildesheim machte nicht den Eindruck, als sollten sie sich noch steigern können. Bemerkenswert: Bis zur Pause gab es keine Zeitstrafe der stark pfeifenden Unparteiischen Biaesch/Sattler aus dem hessischen.

Ein Blitzstart hätte es in der 2. Halbzeit bei eigenem Anwurf werden können. Nach 14:12 durch Just vergab Andy Simon einen Konter am erneut starken Schlußmann aus Hildesheim. Bis zum 15:14 war es knapp, doch dann funktionierte auch die Offensive unserer "Grün-Weißen". Im Gegensatz zur Anzeigentafel. Nach 43 Minuten und 18 Sekunden gab sie erstmal ihren Geist auf und da dann die Zeit nicht mehr korrekt eingestellt werden konnte, wurde sie auf 0:00 gestellt und bis 16:42 Minuten weitergelaufen. GWD erhöhte zwischenzeitlich auf 19:14, wobei letzterer Treffer durch einen wiederholt traumhaft verwandelten Siebenmeter durch "Apollo" fiel. Auf dem Rückweg zur Bank durfte sich Hildesheims Neuzugang Karanbele noch ein paar "nette" Wörtchen anhören.

Beim Stand von 23:19 (mehr als 4 Tore kam die Eintracht nie mehr heran) und einer Zeitstrafe für GWD wurde "Apollo" zwar noch von Lakenmacher in Manndeckung genommen (übrigens ohne Erfolg),  doch was machte unsere Nr. 18 zunächst. Er ignorierte in seiner typischen Art und Weise den Ex-Nettelstedter und blickte auf die Tribüne zu seinem Vater. Es fehlte nur noch, daß Stephan bei dieser Maßnahme noch Autogramme gegeben hätte.

Letztendlich kam ein ungefährdeter, mannschaftlich geschlossener 27:21 vor der begeisterten Kulisse heraus. Trotz allem möchte ich wieder einmal Mirza erwähnen: Vorbildlich sein Einsatz. Gut, er spielt weiterhin um einen neuen Vertrag. So wie er zur Zeit spielt, hat er ganz klar Vorteile. Das deutete Richard auch hinterher im Interview an. Er betonte nochmal zu unserer Nr. 23, daß er eben aus einer ganz anderen Handball-Welt (bosnische Liga) gekommen ist, daß er am Anfang einen schweren Stand bei den Fans hatte, daß er aber auch enorme Fortschritte gemacht hat.

Außerdem begründete Richard nochmal, warum er bei GWD verlängerte. Ihm gefällt es hier sehr gut, es gab auch keine anderen Anfragen, aber das hätte diesen Klubs wohl auch nicht viel genutzt.

Weiter geht es jetzt definitiv am 18. April: Dann kommt der Tabellendritte SC Magdeburg nach Minden. Aber kein Grund, vor den Gladiators aus Sachsen-Anhalt den Kopf in den Sand zu stecken. Ganz im Gegenteil.

Am Rande der Bande: Vorgestern am Freitag hat Stephan Just seinen Vertrag bei GWD erwartungsgemäß unterschrieben und damit um 2 Jahre bis 2009 verlängert. 

Frank Wentzlawsky


    

 

 

 

 

       

 

25.03.07: Wir waren in... Düsseldorf

Mit einer Stunde weniger Schlaf (Umstellung von Winter- auf Sommerzeit) starteten wir um ca. 10.30 Uhr zur dritten Auswärtsfahrt hintereinander in der Bundesliga, und wir wieder war der große KELDER-Bus voll. Fa. KELDER war es auch, die diesmal diese Fan-Fahrt unterstützte. Den Kaffee sponserte Fa. Droste aus Rinteln, Herbert Bitomski finanzierte den Kuchen. Beides genossen wir vor der Halle ("Burg Wächter Castello") im Düsseldorfer Stadtteil Reisholz.

Vor dem Eingang begrüßten uns zahlreiche Spielerfrauen. Etwas seltsam für viele Mitfahrer war, daß wir nicht vorher die Spieler am Eingang sehen durften. Viele unserer Anhänger fragten sich, ob wir wirklich so schlimm seien, daß sie vor uns "flüchten" müssen, denn die Bustüren wurden erst geöffnet, als alle Akteure im Inneren der Halle waren. Wir waren gemeinsam mit dem Teambus auf dem dortigen Parkplatz angekommen.

Da wir eben ziemlich früh da waren, konnten wir praktisch das gesamte "Warm-Up" beider Mannschaften sehen. Beim Warmmachen fiel schon gleich auf, daß beide Teams irgendwie nicht auf der Höhe waren. Konzentriertes Training vor dem Spiel sieht irgendwie anders aus.

GWD fing gleich gut und an führte schnell mit 2:0, bevor wir unsere erste Phase hatten, wo nichts lief. Düsseldorf, nicht gerade bärenstark, nutzte es aus und ging mit 8:5 in Front. Bei uns wurde einfach zuviel verworfen. Und da reihten sich alle Spieler, die auf der Platte standen, ein. Savonis im HSG-Tor brauchte nur selten eingreifen, zuviele Bälle blieben in der Deckung hängen oder verfehlten in ungeahnter Häufigkeit das Tor. Malik verhinderte bis dahin schlimmeres, entschärfte auch einen Siebenmeter.

Die letzten 12 Minuten zeigte dann Düsseldorf, warum sie im Abstiegskampf stecken. In der Offensive gelang nun überhaupt nichts mehr. Jiri hatte seine Mannen in der Deckung so eingestellt, daß Lemme/Ullrich ständig gezwungen waren, Zeitspiel anzuzeigen. Was dann allerdings passierte, entspricht nicht den Erwartungen des angeblich besten Gespanns der Liga. Denn die HSG durft weiterhin in aller Ruhe aufbauen, ohne daß das Tempospiel geschweige denn Torwurf forciert wurde. Es dauerte fast immer über 10 Sekunden, bis die Referees aus Magdeburg ein Einsehen mit GWD hatte. Ganz schwach von Lemme/Ullrich. GWD nutzte diese Phase zur eigenen Führung, die mit 11:10 in die Pause genommen werden konnte.

Die 2. Halbzeit begann aus unserer Sicht etwas besser. 14:11 gegen hilflose Düsseldorfer, dann 13:14 durch eine Zeitstrafe gegen Dima wieder herangekommen, dann bei eigener Überzahl wieder mit 18:14 sicher in Führung (hier waren vor allen Dingen Simon und Cehajic die Antreiber). Aber nach einer Auszeit von Gastgeber-Trainer Nils Lehmann und einer weiteren Zeitstrafe von Dima kam Düsseldorf innerhalb kürzester Zeit wieder heran und dann sogar zum Ausgleich und zur Führung (19:18). Das war GWD-Auszeit Nr. 2. Wir konterten dann noch mal auf 20:19, aber dann war es mit der Herrlichkeit endgültig vorbei, und dabei wäre heute ein Auswärtssieg so einfach gewesen. Auch beim 21:21 waren beide Mannschaften schlichtweg zu blöd, für eine Vorentscheidung zu sorgen. Bei uns glänzte Malik, bei der HSG Savonis oder die Bälle verfehlten mal wieder das Tor. Bei uns funktionierte der Rückraum mit Ausnahme von Mirza überhaupt nicht, Arne sucht leider immer noch nach seiner Form, wir müssen ihn (wie das ganze Team) natürlich weiter unterstützen. Düsseldorf war am Ende glücklicher, einen Sieger hätte diese grottenschlechte Partie nun wirklich nicht verdient gehabt. Richard war direkt nach dem Spiel fuchsteufelswild in die Kabine gerannt. Ich bin froh, daß Richard verlängert hat, aber nach diesem Spiel muß man doch mal fragen, was eigentlich so die Woche vorher im Training gemacht worden ist.

Nächste Woche gegen Hildesheim tritt natürlich eine andere Situation wieder auf. Wir spielen zu Hause (endlich mal wieder), und die Diskrepanz zwischen Heim- und Auswärtsspielen ist zur Zeit gravierend, und bei Hildesheim beginnt nach den Niederlagen zu Hause gegen Düsseldorf und Balingen mit Sicherheit die Abschiedstournee. Also bei diesem Spiel sind 2 Punkte absolute Pflicht, nicht nur wegen dem Wetzlarer Sieg heute.

 

Am Rande der Bande: Leider mußten wir im Vorfeld für diese Auswärtsfahrt ein Mitglied ausschließen. Dieses Mitglied hat sich inzwischen über mich heute im Bus entschuldigen lassen für diverse Vorfälle und wird dieses nächste Woche in der Kampa-Halle auch persönlich tun. Nun müssen auch den Worten Taten folgen!

Frank Wentzlawsky


 

 

               

 

12.03.07: Wir waren in... Kiel!

65 Fans waren nach Dankersen zum Jugendheim gekommen, um dort ab 09.00 Uhr einen schönen Tag zu erleben, und sie wurden nicht enttäuscht. Erfreulicherweise waren auch zahlreiche neue GWD-Fans an Bord, die also heute ihre Premiere im heute von der WEZ unterstützten Fan-Bus erlebten. Nach einer durchaus schwierigen Phase ist der Fan-Bus also wieder "in", wie auch schon die Anmeldungen für die nächsten Fahrten zeigen, was aber keineswegs heißen soll, daß wir keine Kartenkontigente mehr haben. Wenn es erfreulicherweise so sein sollte, dann fahren wir mit einem 2. Bus. Diese hohe Resonanz ist meiner Meinung nach darauf zurückzuführen, daß GWD durch seit Wochen insgesamt anständige Leistungen ein gutes Image in der Region hat und das der Handball auch in Minden und Umgebung durch die Handball-WM an Stellenwert gewonnen hat. Dazu kommt mit Sicherheit, daß die Spieler im Fan-Treff bei den Interviews nach den Heimspielen alle einen guten Eindruck hinterlassen und gute Antworten geben uns sich auch am Rande mit den Fans unterhalten, wie gesagt, auf sehr angenehme Art und Weise.

Pünktlich startete Busfahrer Jens das Gefährt über die A 2 auf A 7 in Richtung Hamburg. Kurz vor der Hansestadt machten wir eine erste kleine Pause. Dann fuhren wir an den wie immer sehenswerten Hamburger Autobahn-Sehenswürdigkeiten wie Kai-Umschlagsplätze, Containerhafen (HH-Waltershof), Köhlbrandbrücke und AOL-Arena vorbei. Hinter dem Elbtunnel erwartete uns eine Stau, in dem wir ca. 25 Minuten steckten. Wir hatten aber großzügig Zeit mit eingeplant, so daß dieses kein großes Problem darstellte. Kurz darauf machten wir auf der Raststätte Holmmoor die erste große Pause. Es gab leckere Erbsensuppe mit Baguette.

Um 13 Uhr ging es weiter. Wir fuhren zunächst durch Kiel durch und hatten mal wieder Laboe als zusätzlichen Part auf unser Programm gestellt. Laboe, bekannt durch das Marine-Ehrenmal und das U-Boot am Strand, präsentierte sich auch beim strahlendem Sonnenschein. Vom Parkplatz gingen wir die wenigen Meter zum Strand. Auf der Ostsee vergnügten sich die Kite-Surfer und nach einem Container-Schiff kam als "Extra" das zur Zeit größte Fährschiff, welches Kiel mit Oslo verbindet, vorbeigerauscht. Einige von uns nutzten die Zeit, um sich etwas zu sonnen. Dann gab es Kaffee und Kuchen am Bus in Laboe, diesmal gesponsert von uns, dem Fan-Club.

Um 15.15 Uhr ging es zurück nach Kiel zur Ostseehalle, wo wir um ca. 15.45 Uhr eintrafen. Auf dem Weg dorthin stimmten wir uns ein mit dem WM-Lied der "Höhner".

In der Ostseehalle begrüßten uns wie immer einige Kieler "Zebrasprotten", "Schwarz-Weiße" und andere THW-Fans auf herzlichste. Unsere Fans waren an verschiedenen Stellen untergebracht. Die meisten hatten Sitzplätze im oberen Bereicht (so gut wie unter der Hallendecke), andere hatten Stehplätze, wobei sich einige Ordner, wie ich hörte, nicht mit Ruhm bekleckerten. Und einige GWD-Fans hatten Platz genommen in Reihe direkt hinter einem Tor.

Von da aus konnten diese grün-weißen Anhänger zunächst unsere Angriffsbemühungen direkt sehen. Und die waren in der 1. Halbzeit nicht schlecht. Obwohl in der Anfangsphase die insgesamt ordentlichen pfeifenden Schiedsrichter Hartmann/Schneider aus Magdeburg vor allen Dingen Dima und Apollos Aktionen etwas unglücklich abpfiffen, war es vor allen Dingen Just, der unsere Farben einigermaßen im Spiel hielt. Andersson (Omeyer war bei 2 Siebenmetern im Kasten) konnte nicht überzeugen. Andererseits war Apollo wie schon seit Wochen in bestechender Spiellaune und ließ sich auch nicht von Zeitz bremsen. Überhaupt der Nationalspieler und unsere Nr. 18: Da war Feuer im Spiel, beide schenkten sich nichts und man hatte durchaus die Befürchtung, daß es hätte auch eskalieren können. Bis zur Pause ging es irgendwie gut, auf dem Weg in die Kabine mischte sich Apollo allerdings in die Kieler Traube und sagte Zeitz einige deutliche Worte, so die Wahrnehmung aus der 1. Reihe. Ansonsten war Kiel natürlich schon überlegen, nutzte vor allen Dingen abgefangene Angriffe zu den berühmt-berüchtigten Kontern. Hier fiel Dominik Klein und Marcus Ahlm auf. Gerade auf Klein fand immer wieder von Linksaußen den Weg zum Tor. Malik stand häufig auf verlorenem Posten und mußte häufig die Bälle aus dem Netz holen. Trotzdem: 13:18 zur Pause aus unsere Sicht - nicht schlecht, aber noch lange keine Garantie für ein gutes Schlußergebnis.

Zur 2. Halbzeit wechselten beide Kluns ihre Torsteher. Omeyer für den THW und Buhrmester für GWD wachten über ihre Gehäuse. Und die ersten 15 Minuten waren Burmi der klar bessere Mann. Während unsere Jungs nahezu alle Angriffe (ob mit oder ohne Zeitspiel) lange ausspielten und dann zu Treffern nutzte (in dieser Phase besonders Kouzelev), scheiterten die Kieler Stars mehrmals in sehr guter Position an Burmi. Und GWD hielt den Rückstand nur auf erstaunliche 3 Tore. Zur Sensation langte es ber nicht, dafür sind die Kieler Nationalspieler zu ausgebufft und routiniert. Ob Kimi Andersson, Marcus Ahlm oder Dominik Klein: In entscheidenden Phasen waren die Würfe für Burmi dann zu hart und plaziert.

Während es unsere Außen Jonsson und Simon über 60 Minuten schwer hatten, bot z. B. Fiete eine ordentliche Partie. Gerade seine Anspiele auf Dima, Jonsson und Apollo, die meistens zu Toren führten, waren eine Augenweide. In der Schlußphase staunten dann die Kieler nicht schlecht, als Arne Omeyer einige Treffer richtig reinknallte. Omeyer hatte sich dabei ab der 45. Minute besser eingestellt auf unsere Würfe und überzeugte kurzzeitig, bis wie gesagt Arne kam.

Letztendlich ein sicherer 36:29-Erfolg für die Jungs vom THW, die doppelten Grund zur Freude hatten, verlor ihr Nachbar Flensburg doch zuvor in Lemgo. Unsere Anhänger waren auch nicht wirklich traurig, daß Nettelstedt am Vortag zu Hause gegen Melsungen den Kürzeren zog. Dazu kam heute diese couragierte Vorstellung beim Tabellenführer.

Nach dem Balingen-Spiel schrieb ich u. a., daß wir noch mit Snorri hoffentlich viel Spaß haben werden. Gestern nicht. Das war Snorri von seiner anderen Seite. Kein Bezug zum Spiel, schwache Würfe, dazu das übliche Versteckspiel nach der Begegnung, während sich alle anderen Spieler bei den Fans bedankten und gut drauf waren.

Noch ein Wort zu Christopher Kunisch: Aus Fan-Sicht muß man sich mal fragen, ob es für ihn überhaupt noch Spaß macht, mitzufahren. Null Einsatzchance, selbst in so einem Spiel könnte Richard ihn ja noch z. B. die letzten 5 Minuten einsetzen. Macht er aber nicht. Da fragt man natürlich auch mal über den Sinn eines solchen Spielers, der reelmäßig mitfährt, sich aber anscheinend nicht anbieten kann und so gut wie nie zum Einsatz kommt (in der Hinrunde mal in Lemgo durch das Verletzungspech).

Am Rande der Bande: Mirza führt sein Gespräch über eine Vertragsverlängerung mit dem Verein am Mittwoch, Ausgang offen, so zumindest die Aussage.

Frank Wentzlawsky


          

 

 

10.03.07:  Wir waren in ... Mettmann!

Wie immer, wenn unsere RL-Truppe auswärts spielt, fahren einige Unentwegte im Mannschaftsbus mit, so auch gestern zum Tabellenletzten nach Mettmann. Das liegt am Niederrhein zwischen Wuppertal und Düsseldorf.

Um 15.15 Uhr ging es in Dankersen los, um ca. 18.30 Uhr kamen wir nach kräftigem Regen und Stau-Umfahrung an der Sporthalle an der Herrenhauser Straße an. In Mettmann fungierte Benjamin Göller als reales Navigations-System, kommt er doch aus dieser Region. An der Halle wurden wir von den Einheimischen freundlich und herzlich empfangen.

Vor dem Spiel wurde sich noch bei u. a. Alt und Frikadellen im Foyer der Spielstätte gestärkt.

Um 20.00 Uhr ging es unter die gut leitenden Schiedsrichter Gillmann/Müller los. Wer einen Spaziergang gegen den designierten Absteiger aus der Regionalliga West erwartete, wurde enttäuscht. Die ersten Minuten waren recht ausgeglichen. Bei uns merkte man schon an, daß die Abwehr überhaupt nicht auf diesen Gegner eingestellt war und vorne kaschierten vor allen Dingen Kunisch, Gerling und mit Abstrichen Helmdach mit einfachen Toren ein schwaches Spiel. 

Nach ca. 15 Minuten war das Spiel offen (9:8 für die Gastgeber), die sich dann aber kontinuierlich so langsam absetzten. Unsere beiden Torhüter Sebastian Pecher und Tobias Linke hielten praktisch nichts, die Abwehr fischte auch keine Bälle und vorne konnten unsere Akteure nicht mehr mithalten. Zu viele Bälle wurden das Ziel der Sporthallen-Wand und auch TW Sascha Grünwald konnte den ein oder anderen Ball parieren. Außerdem war die Abwehr von Mettmann viel aggressiver. Das Strafzeiten-Verhältnis von 10:2 für die Rheinländer sprach Bände. Und trotzdem kamen wir mit den Überzahlspielen häufig nicht klar. Und vor allen Dingen war es Rückraum-Shooter Andre Loschinski, der unsere Abwehr samt Torhüter vor unlösbare Probleme stellte. Traf er nicht, trugen sich die anderen Offensivspieler in schöner Regelmäßigkeit in die Treffer-Liste mit ein. Zur Halbzeit stand es 21:16 und wir hofften trotzdem noch auf eine Wende.

Doch dafür war Mettmann einfach zu stark, zu überlegen. Trotz dem Rumpfkaders spielten sie alles andere als wie ein vermutlich sicherer Absteiger. Bei einer doppelten Überzahl kamen wir zwar noch mal von 16:22 auf 19:22 heran, doch dann rollte eine Welle der Mettmänner nach der anderen über uns herein. Und immer wieder Loschinski. Beim Stand von 28:21 erzielte er bereits sage und schreibe 11 Tore, letztendlich wurden es 12 (bei 13 Versuchen eine Super-Quote), danach hielt er sich zurück und Kreisläufer Polaczek machte mit 5 blitzsauberen Toren von sich reden. Unsere "Grün-Weißen" wie Kunisch, Morasch, Göller, Auerswald und die anderen scheiterten aus aussichtsreicher Position mehrmals am 2. starken TW der Gastgeber, Ingo Förster.

Erst bei einem 10-Tore-Rückstand konnten sich unsere Akteure wieder mehrmals in die Torjägerliste eintragen, hier vor allen Dingen Gerling und Helmdach.

Das Endergebnis von 41:32 für eine ganz hervorragende gastgebende Mannschaft vor einer nicht ganz so kleinen Kulisse war auch in dieser Höhe verdient. Kein Vorwurd an dieser Stelle an die jungen Spieler, die sicherlich immer noch Formschwankungen zeigen werden (sie sind ja noch in der Lernphase), die aber ihren Weg gehen werden, da bin ich sicher, wenn sie weiterhin gut gefördert werden und sie selber auf dem Teppich bleiben.

Zur Statistik:

Mettmann: Grünwald (1.-30., Förster 31.-60.) - Loschinski (12), Schmalbuch (2), Späth (3), Klein (5/2), Pelzer (5/1), Böhmer (4), Schirweit (5), Syperek (n. e.), Polazek (5) 

GWD: Pecher, Linke - Hahne, Morasch (2), Wollert (n. e.), Göller (6), Öttking (n. e.), Helmdach (5), Gerling (6/1), Kunisch (6/1), Bagats (4/1), Teinert, Witte (2), Auerswald (1)

Torfolge: 0:1, 1:1, 1:2, 3:2, 3:4, 4:4, 4:5, 6:5, 6:6, 7:6, 7:7, 9:7, 9:8, 11:8, 11:9, 14:9, 14:11, 16:11, 16:12, 18:12, 18:13, 19:13, 19:14, 20:14, 20:16, 21:16 - 22:16, 22:19, 26:19, 26:20, 27:20, 27:21, 31:21, 31:22, 32:22, 32:23, 33:23, 33:25, 34:25, 34:26, 36:26, 36:27, 37:27, 37:28, 38:28, 38:29, 39:29, 39:30, 41:30, 41:32.

Siebenmeter: Mettmann 3/3 - GWD 4/3 (Kunisch scheitert an Grünwald)

Rote Karten: Späth, Klein (beide 3 x 2 Minuten)

Zeitstrafen: Mettmann 16 Min. (3 x Späth, 3 x Klein, Loschinski, Pelzer) - GWD 14 Min. (Pecher, Hahne, Göller, Bagats, Teinert, Witte, Auerswald)

Zuschauer: ca. 150

Frank Wentzlawsky


 

 

  

             

 

 

 

 

 

 

 

 

 

03.03.07: Nachbetrachtung Minden-Balingen

Im Vorfeld dieser für beide Vereine wichtigen Partie gab es in der heimischen Presse eigentlich nur ein Thema, um Personalien rund um die neue Saison 2007/2008. Da war Dima ein großes Thema, Snorri auch, aber auch, was z. B. mit Richard und "Apollo" wird. Ach ja, am Freitag abend kam der Aufsteiger aus Balingen und damit ein direkter Konkurrent um den Kampf um die Bundesliga-Klasse. Schnell bemühte man sich (Hotti, Richard) um die Wichtigkeit dieser Partie und "Anführer" Stephan Just erklärte für die Öffentlichkeit, wie heiß man sei für diese Begegnung des 22. Spieltages. Durchaus mit Erfolg: 3000 pilgerten in der Kampa-Halle, und auch (für mich) überraschend viele Fans aus dem "Ländle", die teilweise auf der Durchreise Richtung Kiel waren, dort spielen sie am Sonntag. Einige Fans fanden auch den Weg in unseren Fan-Treff, außerdem ließ sich auch "Ticket-Corner" blicken durch Frau Sandra Elshoff, um ein bißchen beim Fan-Club für ihr Kartenbestell-System Werbung zu machen.

Die ersten Minuten verliefen fast so, wie man es vermuten konnte. Der Schuß ging nach hinten los und Balingen nutzte die Gunst der Stunde und führte nach ca. 10 Minuten locker mit 7:4. Unsere Abwehr stand überhaupt nicht, und vorne wurden die besten Möglichkeiten vergeben. Dazu hielt Gäste-TW Slaby toll. Vorne machte bei den Süddeutschen vor allen Dingen Neuzugang Cho von sich reden. Er riß immer wieder Löcher in unsere Deckung und verwandelte meist recht lässig bis arrogant (auch beim Siebenmeter), aber aus Sicht der Gäste jedenfalls erfolgreich.

Nach dem 4:7 mußte Burmi weichen und Malik kam. Richard hatte schon die grüne "Time-Out-Karte" fast auf den Tisch des Schiedsgerichts gelegt, als GWD einige Minuten wach wurde und damit mußte unser Trainer diese Auszeit noch nicht nehmen. Die Abwehr war wacher, und vorne glänzte vor allen Dingen Moritz und Arne, Just war nach seiner Wochenverletzung noch nicht 100 %ig fit und wurde nur sporadisch eingesetzt. Aber auch von der Bank war er mächtig aggressiv (im positiven Sinne) und stachelte "Schäps" und Co. vehement an. Klar, auch "Apollo" möchte nächste Saison Bundesliga spielen - und zwar in Minden.

Nach dem 10:8 fingen unsere "Grün-Weißen" die nächsten Gäste-Angriff ab, hatten also die Chance zum 11:8, doch Arne wollte alles viel zu schnell machen und drosch den Ball über das Tor. Danach wieder die alte Leier. Balingen war cleverer und cooler und Richard verzweifelte an der Linie. 13:15 zur Halbzeit. Das sah nicht gut aus.

Halbzeitkommentar von Dietmar Molthahn: Die 2. Halbzeit wird unsere. Die ersten 5 Minuten sind wichtig.

Die Halbzeit wurde dann unfreiwillig verlängert durch eine Rauchbombe aus Block A. Das "Commando 1924" mußte dann diesen Block verlassen.

Was sagte Dietmar: Die ersten 5 Minuten... Und wir hatten Anwurf. Nun, aber keinen Torerfolg, und Balingen erhöhte wieder auf 3 Tore zum 16:13. Doch dann kam ein Spieler, der uns zum Saisonverlauf verlassen wird. Man muß fast sagen, Gott sei Dank. Snorri Gudjonsson ist nun befreit (er hat ja einen neuen Verein in Dänemark) und schlug eiskalt zu. Dazu Rainer Niemeyer: "Genau das gleiche wie vor 2 Jahren in Großwallstadt. Erst, als sein Wechsel nach Minden feststand, erzielte er in fast jedem Spiel seine 10, 11 Tore. Wir werden noch bis zum Ende der Saison viel Freude mit ihm haben und er wird uns auf dem Weg zum Klassenerhalt ein erhebliches Stück mit beitragen." Hoffen wir es also.

Ganz klar, Snorri hielt uns im Spiel. Warum aber Gäste-Trainer Dr. Brack seinen starken TW Slaby gegen Kosanovic ab der 30. Minute zunächst austauschte, bleibt einzig und allein sein Geheimnis. Kosanovic hielt nicht bei weitem so gut. Andererseits kamen die Würfe von Snorri sehr genau und plaziert, Ausnahmen wie das Billiardtor gehören dazu. Cho drehte auch nur in der 1. Halbzeit, in der 2. Halbzeit ging er mit der gesamten Offensive der Gäste unter. Umso ärgerliche war es, daß GWD diese Plattheit der Gäste nicht ausnutzte und vor allen Dingen Arne immer wieder mit schwachen Würfen entweder das Tor verfehlte und am TW scheiterte.

So wurde es bis zum Ende eine Zitterpartie, die wir aber dann doch mit Glück, Geschick, Fiete und "Apollo" siegreich gestalten konnten. Und mit 13 Punkten können wir uns in dieser Phase durchaus glücklich schätzen. Vorteil GWD, und den müssen wir nutzen.

Insgesamt also ein "Nervenkrieg", dieses Spiel, daß durch 2 Herren in Schwarz fast zum Skandalspiel wurde. Damian/Wenz boten eine erbärmliche Leistung und unterboten damit die der beiden Mannschaften. Über praktisch 60 Minutn kein Konzept zu haben für solch erfahreren Unparteiischen, das war schon mehr als ein schlechter Tag. Sie pfiffen wild durcheinander und fuchtelten in einer über weite Phasen fairen Partie mit 2-Minuten-Strafen um sich.

Und noch eins: Kouzelev hatte sicher nicht das Spiel seines Jahres gemacht, doch warum die Presse ihn gleich als Totalausfall bezeichnet, verstehe ich nicht. Immerhin holte er 2 Siebemeter heraus und machte 3 Tore. So sieht sicher kein Totalusfall aus.  

Im Fan-Treff wurde dann der 5. Saison-Heimsieg gebührend gefeiert. Und wir hatten 4 Spieler unten als offizielle Gäste (dazu wurde noch Andy Simon gesichtet): Kurz nach dem Spiel machten Sebastian Bagats und Benny Göller (bekommt wie einige andere Nachwuchs-Spieler einen erweiterten BL-Vertrag für 2007/2008) Werbung für ihr Pokalspiel von GWD 2 am Sonntag in Dankersen gegen Dortmund-Süd. Außerdem gaben sie ihre Meinung wieder zum eben gesehenen Sieg der "Ersten".

Später kamen noch mit Dima und Stephan zwei "heißbegehrte Typen" runter. Wenn die Spieler kommen, ist immer was los, aber wenn "Apollo" kommt, ist die Hölle los. Dima erklärte natürlich noch mal seinen Weggang nach Aarhus ("So ist eben das Leben") und "Apollo" gab eine astreine Liebesbekundung zugunsten GWD und Minden ab. Ein toller Verein, tolle Fans, intaktes Umfeld, ruhiges Leben. So redet sicher keiner, der Minden verläßt. Und es fehlen auch nur noch 1, 2 Kleinigkeiten, um den Vertrag zu verlängern. In den nächsten 2 Wochen soll ein neuer Vertrag unterschrieben werden, so sein Ziel. Und der Beifall der Mindener Fans ist ihm sicher.

Frank Wentzlawsky


       

 

 

  

 

16.02.07: GWD - Nordhorn (Nachbetrachtung)

Na siehste, GWD! Du hast da weitergemacht, wo Du am Ende des Jahres 2006 gegen Lemgo aufgehörst oder auch nach der Winterpause der letzten Saison. Damals waren ja Kiel und Flensburg die Punktelieferanten, heute eben die HSG Nordhorn. Natürlich kann man auch sich ärgern über einen Punktverlust, aber ich freue mich über diesen Punkt, der uns zunächst weiterhilft. Jetzt müssen die anderen Konkurrenten am Wochenende nachlegen.

In der 1. Halbzeit sah es zunächst danach aus, als solte bei GWD nur ein Spieler die Tore werfen. Stephan Just hat allen Anschein nach die Winterpause tatsächlich zum Trainieren genutzt und damit eine wichtige Forderung von Richard Ratka erfüllt, um den Vertrag evtl. verlängert zu bekommen. Er zeigte sich in bestechender Form und ist so aus der Mannschaft nicht wegzudenken.

Nachdem vor dem Spiel die WM-Teilnehmer von GWD, also Snorri und "Örni" sowie Weltmeister Holger Glandorf von der HSG geehrt wurden, schwappte das Spiel hin und her. Bei uns stand die Abwehr mal wieder bombensicher, dazu ein guter Rückhalt mit Malik im Tor. Unser Rückraum bzw. unser Angriff erwies sich allerdings starken Schwankungen ausgesetzt. Aber auch kein Wunder bei dem schmalen Kader, wenn es mal bei einigen Spielern nicht läuft. Arne wollte zuviel und scheiterte immer wieder fast an sich selbst. Aber er kann ja das Handballspielen nicht verlernt haben und die anderen Akteure werden ihn wie wir Fans wieder aufrichten. Auch Moritz wirkte recht glücklos. Er schloß in manchen Situationen zu schnell ab. Als in der 1. Halbzeit später Mirza kam, wurde es zwar nicht besser, das lag vor allen Dingen daran, daß mit Dima am Kreis wieder höchste Gefahr ausging. 12:13 zur Halbzeit vor einer für Donnerstag stattlichen Kulisse.

In der 2. Halbzeit sollten beide Torhüter (Malik und Peter Gentzel) zunächst eine Hauptrolle spielen - beide hielten nämlich kaum noch was. Und so ging immer wieder in Führung - hier waren vor allen Dingen Just, Kouzelev und Simon verantwortlich. Bei Nordhorn hielt vor allen Dingen der 2-fache WM-Final-Torschütze Glandorf seine Farben im Spiel.

Als erster wechselte Nordhorn seinen TW aus. Larsson kam für Gentzel. Larsson hielt zwar besser, aber bei Just machte sich in den letzten 15 Minuten die Kraft in seinen Würfen zu spüren. Bei GWD kam Burmi und er überzeugt die letzte 12 Minuten mit tollen Paraden, u. a. einen gehaltenen Siebenmeter gegen den sonst sicheren Filip.

50 Sekunden vor Schluß nahm Richard bei Stand von 26:26 eine Auszeit bei Angriff GWD. Grün-Weiß konnte aber leider nicht den Big Point machen. Auf der Gegenseite hatten wir 3 Sekunden vor Schluß wohl etwas Glück. Tor von links für die Gäste - aber Mickal hatte laut den ausgezeichneten Schiris Fleisch/Rieber die Kreislinie betreten. Wie auch immer, vielleicht eine Konzessionsentscheidung für einen toll kämpfenden GWD Minden.

Und so geht die angekündigte Party weiter. Unter anderem im GWD-Fan-Treff, der wiederum gut gefüllt war und mit Björn und Mirza (gedolmetscht durch seine Freundin) 2 strahlende Spieler zu Gast waren. Und beide sind auch zufrieden mit ihrer Situation. Björn findet seine Spielanteile in dieser Saison absolut o.k. und damit ist er sicherlich auch aus seiner Sicht auf dem richtigen Weg bei GWD. Und auch Mirza hat nach seiner schweren Anfangszeit ("Die Bundesliga ist für mich aus Bosnien eben doch ein anderes Kaliber gewesen") Lust auf Handball und Lust, auch weiterhin über die Saison hinaus in Minden zu spielen.

Erstmals präsentierten sich viele GWD-Fan-Club-Mitglieder in den neuen Jubiläums-Trikots. Ein echter Hingucker bei vielen Leuten in der Halle.

Frank Wentzlawsky


  

 

 

 

29.01.07: Wir waren in... Dortmund (Handball-WM)

In der Woche waren ja vereinzelte Mitglieder in Halle und schon in Dortmund, am Sonntag, dem 28.01. war es allerdings eine organisierte Fahrt. 16 GWD- und Handball-Fans trafen sich im Gewerbegebiet Porta Westfalica-Barkhausen, um dort mit 2 Bullis der Fa. PORTA RENT die Fahrt in die Westfalen-Metropole anzugehen. Die Fahrer der Fahrzeuge waren Wolfgang Franke und Werner Otto.

Die Fahrt erinnerte logischerweise an eine GWD-BL-Auswärtsfahrt, d. h., es waren zwar durch die Kürze der Fahrt keine Imbisse an Bord, dafür aber Getränke. Außerdem machten wir auf der Hinfahrt einen Stop auf der Autobahn-Raststätte Rhynern. Hier gabs dann auch heißen Kaffee. Und alle freuten sich wahnsinnig auf einen großen Handball-WM-Tag.

Gegen 12.15 Uhr kamen wir vor der Westfalenhalle Dortmund an, wir bekamen schnell die Parkplätze in der Nähe der Halle zugewiesen. 8 Leute mußten aufgrund von TV-Podestplätzen die Eintrittskarten umtauschen, das ging schnell und unproblematisch. Auch der Einlaß in das Innere der Halle ging fix, es gab keine großen Einlaßkontrollen. Im Foyer trafen wir dann gleich einen GWD-Betreuer: Vinzenz Halfbrod. Außer uns war GWD u. a. durch die B-, C- und D-Jugend noch mächtig präsent (alle in grün-weißen Trikots).

Die meisten von uns Bulli-Fahrern saßen im Oberrang. Hervorragende Plätze, man kann aber in dieser altehrwürdigen Arena (erbaut 1955) von allen Sitzplätzen aus gut das Spielfeld sehen, Pfeiler oder ähnliches störten nicht, da nicht vorhanden.

Das Deutschland-Spiel war eingebettet in Plazierungsspiele aus dem sog. "Präsidenten-Cup". Um 13 Uhr wurde gleich der letzte Platz dieser WM ausgespielt. Katar traf auf die "Aussies", und die hatten viele Fans der anwesenden Zuschauer. Das Spiel erinnerte ein wenig an das Fanclub-Training, und trotzdem hat es Spaß gemacht, denn sowas gehört eben auch zu einer WM dazu. Australien führte gar in der 1. Halbzeit mit 4 Toren (11:7), doch zur Pause lag Katar dann knapp in Front (15:14). In der 2. Halbzeit spielte Katar dann ihre physische Überlegenheit aus, bei Australien klappte kaum noch was, die Kräfte schwanden, und so kam es noch zu einem 36:22-Kantersieg des Teams aus Katar.

Dann kam das Spiel, wo die Halle wirklich voll wurde. Deutschland - Island. Beide waren vorher schon für das Viertelfinale qualifiziert, es ging "nur" noch um Plätze 2 oder 3 in dieser Hauptrundengruppe. Der Einpeitscher machte vom Parkett aus die Fans heiß, dazu dröhnte Party-Mucke aus den Boxen. Die Halle war da, und auch ein paar Island-Fans fühlten sich durchaus wohl. Dann kamen die Mannschaften. Als die deutschen Spieler aufliefen, kam grenzenloser Jubel auf. Und die Akteure dankten es und winkten voller Euphorie in die jubelnden Massen des weiten Runds.

Um 15.30 Uhr gings dann endlich los. Nach anfänglicher Ausgeglichenheit (ca. 8 Minuten) setzte sich das deutsche Team immer mehr ab. Die Abwehr um Roggisch stand knallhart sicher, vorne wurden viele Chancen zu Toren genutzt. Keiner von uns konnte allein oder dominierend glänzen, und das war gut so, denn das Team funktionierte. Herrliche Spielzüge und Knaller, die dem isländischen Torwart so um die Ohren streiften, vor allen Dingen von Christian Zeitz und Lars Kaufmann, und das Ding war praktisch schon zur Halbzeit gelaufen. Aber es gab auch mit dem Halbzeitpfiff eine unschöne Aktion. Jogi Geirsson warf Zeitz voll ins Gesicht bei einem letzten Freiwurf, die Nr. 14 von Deutschland sank dann zu Boden und Jogi war fortan der Buhmann von Dortmund. Zu allem Überfluß provozierte er auf dem Gang in die Kabine und zu Beginn der 2. Halbzeit dermaßen das Publikum, das er außer den isländischen Fans keine Freunde mehr im Publikum hatte. Für ihn aber auch eine irgendwie typische Aktion. Auch Arne mußte schon mal (2005) in Hannover für GWD gegen Lemgo nach einem überharten Angriff leiden.

Die Isländer hatten auch in der 2. Halbzeit nicht gerade große Lust, das Spiel noch mal eine Wendung zu geben. Die Deutschen dominierten auch weiterhin, praktisch jeder trug sich in die Torschützenliste ein. Durch Nachlässigkeiten am Ende konnten die Skandinavier das Ergebnis mit 28:33 noch erträglich halten. Snorri kam nach ca. 20 Minuten und griff ins Geschehen ein. Er bewegte kaum etwas und fand auch in Fritz und Bitter seinen Meister. Vielleicht schont er sich ja für GWD.

Seine Frau machte es besser: Sie gab einen unserer Fans ihre Eintrittskarten (2 Stück), da sie vorzeitig die Halle verließ und die beiden Glücklichen fanden sich dadurch wesentlich an der Spielfeldfläche wieder.

So wie Snorris Frau machten es viele: Sie kamen nicht mehr zu den anderen beiden folgenden Plazierungsspielen. Beim Anpfiff der Begegnung Grönland-Angola fanden sich vielleicht noch 800 Zuschauer in der großen Halle, darunter eine kleine Sympathisanten-Gruppe der "Greenlands". Dieses Spiel war relativ spannend, doch trotz des knappen Sieges kam Grönland in der 2. Halbzeit nie zum Ausgleich. Angola führte immer mit 2 oder 3 Toren, Grönland ließ sich nie abhängen. Letztendlich feierten die Afrikaner einen 29:28-Sieg.

Das letzte Spiel war dann Brasilien-Marokko. Traurig, traurig. Es ist WM und die Halle war praktisch leer. Ca. 100 Handball-Fans, die sich nicht beirren ließen, hielten aus und feuerten beide Mannschaften tatkräftig an. Wie, die 16 Leute, die nun alle zusammensitzten, machten noch ein wenig Stimmung mit "Uwe Stemberg"-, "Hannibal"- und "Hotti"-Rufen. Brasilien spielte zum Abschluß noch einmal einen guten Part und schlug Marokko sicher mit 36:29. Danach nahmen wir wieder uns Fahne ab. Sie hing kameramäßig sehr günstig und hielt neben einem Transparent aus Boppard/Rhein am längsten aus. Stolz kann man sein, solche Handball-Fans zu haben.

Ein gelungener Handball-WM-Tag ging zu Ende. Um 21.33 Uhr starteten die Bullis gen Heimat, und um kurz nach 23 Uhr erreichten wir den Startort in Barkhausen.

Für 8 Fans geht es morgen schon weiter. Dann stehen Viertel- und Halbfinale auf dem Programm. In Hamburg heißt es morgen u. a. das alte Ostblock-Derby Rußland - Polen und dann im Abendspiel der Top-Act zwischen den Nordeuropäern aus Dänemark und Island. 

Frank Wentzlawsky


    

 

 

   

   

 

22.01.07: Wir waren in... Bremen (Handball-WM)

Um möglichst viele Teams bei der WM zu sehen, haben sich 5 GWD-Fans entschlossen, kurzfristig nach Bremen zu fahren, um sich neben Tschechien, Katar und Ägypten auch den Titelverteidiger Spanien anzusehen.

In Bremen angekommen und durch die Kontrolle im AWD-Dome durch, begaben wir uns erstmal an den Fan-Stand, um uns mit WM-Fan-Artikeln einzudecken.

Unsere Plätze befanden sich hinter dem einen Tor. Dort, wo noch vor wenigen Tagen u. a. Erik Zabel bei den Bremer Sixdays auf den Holzbohlen seine Runden drehte.

Das 1. Spiel bescherte uns gleich den amtierenden Weltmeister Spanien. Mit ehemaligen BL-Stars wie Belastagui (HSV) oder Lozano (THW), aber auch so Top-Spielern wie L. Garcia und TW Barrufet, der aber erst in der 2. Halbzeit kam. Gegner Katar war natürlich nur ein Sparringspartner, aber trotzdem war man gespannt, ob sie Spanien doch etwas ärgern können. Mitnichten. Es stand zwar nach 5 Minuten nur 1:0 für Spanien, aber Katar brachte mehrere hochkarätige Chancen nicht ins Tor unter und auf spanischer Seite scheiterten ihre Spieler am toll haltenden TW der Mannschaft aus der Wüste. Dann aber brach aber das Unheil aus: 7:0 nach 9 Minuten, und 1. Wetten wurden schon angenommen, ob Katar überhaupt in der 1. Halbzeit mal das Tor treffen würden. Taten sie dann aber doch, die Spanier spielten aber konzentriert weiter und führten zur Halbzeit mit 21:9. Die Stimmung in der Halle war sehr müde, zu einseitig war das Spiel.

Zur Überraschung spielten die Iberer auch in der 2. Halbzeit mit ihrer Stammtruppe. Gut, im Tor stand Barrufet und am Kreis kam im Laufe des Spiel nach der Pause der bullige Perez. Die Spanien zeigten bis zur 50 Minuten kein Mitleid, sie zogen davon und führten mit 39:13. Dann war nur noch Lozano konzentriert, der Rest nicht mehr, und Katat konnte auf 17:39 verkürzen, ehe dem Titelverteidiger noch 2 Tore zum 41:19-Sieg gelangen. Garabaya und L. Garcia trafen am häufigsten. Spieler des Spiels wurden der TW von Katar. Er verhinderte wirklich schlimmeres.

Dann kam die Partie Tschechien - Ägypten. Waren es beim ersten Spiel noch 50 % Hallenauslastung (4600 Zuschauer von 9200 möglichen), kamen zum Spitzenspiele der Vorrunde D 1100 Handball-Fans mehr. Viele osteuropäische Anhänger, aber auch ein kleiner Fanblock aus Ägypten sorgten für eine fantastische WM-Stimmung auf den Rängen. Und auf dem Parkett legten beide Mannschaften die 1. Halbzeit ein höllisches Tempo vor, souverän geleitet von den Methe-Twins. Die Spiel schwappte hin und her, 1:0 für TCH, 3:1 für EGY, 5:3 für TCH, 12:10 für EGY, 13:12 für TCH und schließlich 17:17-Unentschieden nach 30 Minuten. Die beiden TW´s Sharaf Eldin und Galia (von FAG) bekamen nicht viel zu fassen. Herausragend auf Seiten der Ägypter ihr Regisseur mit der Nr. 19 und Zaky mit sehenswerten Toren, eins schöner als das andere. Bei Tschechien war Jicha (TBV) der Beste seines Landes.

Durch eine doppelte Zeitstrafe (1:20 Minuten war TCH in Unterzahl) konnte sich Ägypten etwas absetzten, ihr TW steigerte sich und TCH wurde schwach und schwächer. Wenig bis nichts klappte mehr. Ägypten konnte sich bis zur 47 Minute mit 4 Toren absetzen (26:22). Doch ihnen ging die Puste aus. Bei Tschechien steigerten sich Galia und Jicha. Und sie übertrumpften die Osteuropäer ihren Gegner und führten plötzlich selber mit 3 Toren (30:27/58. Minute). Aber auch sie konnten sich nicht sicher sein und Ägypten konnte 1 Minute vor Schluß wieder auf 1 Tor verkürzen. Eine Chance zum Ausgleich bekamen sie nicht mehr, und so verloren sie 29:30  und müssen nun im Cup der Verlierer (auch Präsidenten-Cup genannt) spielen. Spieler des Spiels wurde Jicha. Er hatte sich im Nationalteam sichtlich freigespielt und überzeugte mit einer Bombenleistung. Das könnte seine WM werden.

Der Service war gut. Ergebnisse von beendeten Spielen wurden durchgesagt, das deutsche Spiel wurde mit aktuellen Zwischenständen begleitet, auf dem Videowürfel des AWD-Domes standen alle Spieler, ihre bereits erzielten Tore, ihre bereits kassierten Zeitstrafen. Ein exzellenter Service. Dazu liefen bei aktuellen Zeitstrafen die Sekunden für alle sichtbar herunter.

Trotz der hellen Verleidung des Innenraums der ehemaligen Bremer Stadthalle war der Würfel kaum geblendet und man konnte gut sehen (hier ist der Würfel der Color Line Arena durch ihre dunkle Optik optimal zu sehen).

Ein Kuriosum am Rande: Heute fuhren wir mit dem Zug in den Norden. Auf dem Rückweg im Bahnhof liefen nach Beendigung der Veranstaltung viele spanische Spieler durch den Hauptbahnhof und nahmen unter taussenden Menschen das Bad in der Menge. Anschließend ging es in ein Bahnhofs-Cafe. Im Fußball undenkbar. Vielleicht war aber auch das Catering im VIP-Raum nicht so toll!

Frank Wentzlawsky


       

 

 

31.12.06: GWD - Lemgo (Nachbetrachtung)

Kann es einen besseren Jahres-Abschluß geben als einen super erkämpften Sieg im OWL-Derby vor begeisterten 3600 Zuschauer? Wohl kaum.

Die Erwartungshaltung vor dem Spiel war sehr spannend. Wie verkraftete unsere Mannschaft die Niederlage gegen Kronau und mit welcher Einstellung und mit welchem Trainer auf der Bank kommt Lemgo nach der ganz bitteren Pleite in Balingen? Nun, Volker Mudrow saß dann doch auf der Bank, viele hatten sicherlich mit der Lösung Stephan oder Stephan/Zerbe gerechnet.

Beim TBV war dann doch Florian Kehrmann auf dem Spielberichtsbogen aufgetaucht, was Richard fast veranlaßte, bei Heiner Brand noch schnell anzurufen, ob er das so toll findet so kurz vor der WM. Da Malik krank war (saß aber auf der Bank), fing mal wieder Burmi im Tor an. Im Rückraum sollten Arne, Snorri und Moritz unseren Gästen das Leben so schwer wie möglich machen. Fehlten uns am Mittwoch u. a. die Tore vom Kreis, war gestern Dima wieder voll da. Die ersten beiden Tore gingen auf sein Konto. Einfach herrlich, der Junge. Und das belebte unser Angriffsspiel sichtlich. Dazu war die gesamte Deckung sehr aggressiv. Und was durchkam, hielt oft Burmit mit tollen Paraden. Durch unser Abwehrverhalten rieben sich gerade Spieler wie Mocsai oder Jicha regelrecht auf dadurch erzielten sie kaum Wirkung. Einzig "Blacky" Schwarzer hielt Lemgo auf Kurs. Schwarzer und Jicha waren es aber auch, die sich in der 1. Halbzeit, die sich in der Abwehr gegen Dima viel erlauben konnten und so einen Schiri-Bonus hatten. Und trotzdem machten die Mindener dies durch Kampf und Leidenschaft wieder wett. Wir konnten uns zeitweise auch mal auf 3 Tore absetzen, letztendlich blieb es eng. Nach ca. 18 Minuten kam dann tatsächlich Florian Kehrmann auf die Platte. Bei uns kamen dann Mirza und Apollo als Entlastung für Arne und Snorri in den Angriff. Und beide enttäuschten nicht, sondern trugen dazu bei, daß wir mehr Varianten bei Spielzügen haben werden. Und beide spielten Dima mehrmals hervorragend an. Kehrmann erstes Tor nach seiner Verletzung erzielte der Nationalspieler beim 11:11, doch wir gingen mit 12:11 in die Halbzeit-Pause. Einzig ärgerlich war mal wieder ein Siebenmeter, der über das Tor ging (von "Örni"). Volker Mudrow sah Mitte der 1. Halbzeit seine (das behaupte ich jetzt einfach mal) letzte gelbe Karte in Diensten des TBV Lemgo.

Auch in der 2. Halbzeit gelang es keiner Mannschaft, sich abzusetzen. Bei uns waren Moritz, Arne und Apollo sehr treffsicher. Und natürlich Dima. Ein kurioses Tor fiel kurz nach der Halbzeit zum 15:13. Just drang nach rechts in den Kreis ein, zog mit einem unglaublichen strammen Wurf ab, der Lichtlein mitten ins Gesicht traf, der sackte natürlich zusammen und blieb einige Minuten regungslos liegen. Der Ball prallte nach dem Gesichtswurf wieder zurück aus dem Kreis, prallte an den Rücken eines Lemgoer Spielers und vor dort trudelte er gemächlich ins Netz. Trotz Protesten der Lemgoer zeigten aber Prang/Reichl auf den Anwurfpunkt und entschuldigten sich quasi, daß sie den Treffer geben mußten. Dazu Richard: "So ein Tor zählt nur zu Hause, in Lemgo wäre abgepfiffen worden". Sicherlich keine einfache Situation für die Unparteiischen. Und natürlich auch für Carsten im TBV-Tor nicht. Nach einigen Minuten konnte er weitermachen. Viel zu fassen bekam er aber nicht mehr.

Auch durch einen plötzlichen Rückstand (20:21 - 22:23) ließ sich unsere Mannschaft nicht schocken (Richard: "Sie hatten nicht mehr zu verlieren") und durch eine ohrenbetäubende Lautstärke hielten sie weiter dagegen. Dima holte gegen Schwarzer einige Siebenmeter heraus, die Snorri alle verwandelte. Nach dem 25:23 (bei Lemgo steigerten sich Jicha und Hegemann) wurden auf beiden Seiten alle Angriffe dann verwandelt, so daß wir das Spiel dann automatisch gewinnen mußten. Enttäuschend für Lemgo sicher das Auftreten von Markus Baur, dem außer den Siebenmetern praktisch nichts gelang. Vielleicht war er schon bei der WM. Wenn nicht, könnte Deutschland mit so einem Führungsspieler ein Problem bekommen. Doch nicht unser Problem gestern abend. Also dem Lemgoer merkten, daß unsere Kräfte über 60 Minuten reichten, versuchten sie das ein oder andere Mal mit leider unfairen Mitteln. Carsten Lichtlein zeigte 2 Minuten für "Schäps" an, die Prang/Reichl dann auch gaben. Eine grobe Unsportlichkeit. Und als Malik bei einem Siebenmeter (wo er eben reinkam) den Ball haben wollte, verweigerte ihm dies Markus Baur. Auch eine grobe Unsportlichkeit. Hier sollte man bei aller Emotionalität mal über 2-Minuten-Strafen nachdenken.

Zu diesem Jahres-Abschluß-Sieg lief GWD übrigens nicht in Grün-Weiß auf, sondern in goldbraun. Das waren Jubiläums-Trikots der Fa. Hummel, die versteigert werden.

Mit diesen geholten 10 Punkten können wir für 2006 durchaus zufrieden sein, auch wenn sie sicherlich durch andere Spiele eingeplant waren. Aber wie sagte Richard schon nach der Wetzlar-Pleite im Fan-Treff  schon: In den Spielen gegen Kronau und Lemgo ist noch was drin. Und auch unser Ex-Trainer Rainer Niemeyer prophezeite am Mittwoch: Nach dem OWL-Derby haben wir am Samstag abend 10 Punkte. Na, bei soviel Handball-Intelligenz mußte es dann ja auch klappen.

Fröhliche Gesichter gab es dann auch beim Abschluß im wieder vollen Fan-Treff. Die Spieler des TBV wollten zwar nichts mehr sagen oder hatten andere Termine (Volker Zerbe ging zur PK, Carsten Lichtlein zu Radio Lippe), aber auch das war gestern abend ziemlich egal.

Ich wünsche aber nochmal auch im Namen des Theken-Teams allen GWD-Fans und Zuschauern ein frohes, neues und gesundes 2007.

Frank Wentzlawsky


     

 

 

     

   

 

 

28.12.06: GWD - "Kröstis" (Nachbetrachtung)

Nach dem Derby-Sieg gegen Nettelstedt und dem insgesamt ordentlichen Spiel in Gummersbach waren wir gestern frohen Mutes in die Halle gefahren mit der großen Hoffnung, die SG Kronau-Östringen in die Knie zu zwingen. Der Gast kam mit einer eher enttäuschenden Saisonbilanz an die Weser.

Nachdem dann an der Abendkasse noch reichlich Karten verkauft wurden, war die Halle mit Ausnahme des Blocks C sehr gut gefüllt. Spiele zwischen den Feiertagen ziehen eben auch beim Handball, so auch in Minden.

Zwar gingen die Gäste mit 2:0 in Führung, GWD erkämpfte sich aber den Ausgleich - 2:2. Nach der erneuten 2-Tore-Führung für die "Kröstis" dümpelte das Spiel vor sich hin. Hier spielte eine Mannschaft aus Süddeutschland, die zeigte, warum sie im Niemandsland stehen. Außer Jurasik, der immer wieder frei zum Wurf kam und Szmal mit einigen gekonnten Szenen im Tor wußten sie nicht zu überzeugen. Zu langsam und ohne zündende Ideen (wie gesagt mit der Ausnahme) gegen einen  GWD-Innenblock, der aber auch insgesamt überzeugte und klar der beste Mannschaftsteil war. Unsere Grün-Weißen begannen etwas überraschend ohne Snorri, dafür mit Arne und Apollo. Doch für beide war es in der 1. Halbzeit (bei Stephan leider die vollen 60 Minuten) nicht ihr Spiel. Bei Arne muß man fairerweise sagen, daß er bis jetzt nur bei 50-70 Prozent sein kann nach seiner langen Verletzung, und das merkt man eben noch. Nachdem Dima wahrscheinlich wegen seiner Verletzung die Frische fehlte, kam der aus dem Rückraum glücklose Apollo an den Kreis. Aber auch hier merkte man, daß er diese Position nicht mehr gewohnt ist und unsere Akteure natürlich immer noch die Anspiele auf Dima im Kopf hatten. Dann schenkte Richard Mitte der 1. Halbzeit Mirza das Vertrauen, und durch seine einbandfreien Tore (u. a. ein wunderschöner Heber) hielt er GWD im Spiel. 9:11 zur Pause. Auch Snorri kam noch in der Schlußphase des 1. Abschnitts rein. Er versuchte zu dirigieren, dazu zwei wunderschöne Würfe in Richtung rechter oberer Winkel. Der 1. saß wie angegossen, der 2. ging mit Pech an die Latte und dann über das Tor (kann passieren). Aber außer Mirza und mit Abstrichen "Schäps" war das offensiv viel zu wenig.

Und wie so oft, verschlief GWD die ersten 2 Minuten der 2. Halbzeit. Schlechter Paß von Mirza auf Apollo (kann auch mal passieren) mit der Folge, daß Stephan den Ball nie und nimmer erlaufen konnte, dann Tempogegenstoß und plötzlich hieß es 9:13. Dann kam die mit Abstand stärkste Phase. Dank Andi Simon kam richtig Stimmung in die Bude. Lupenreiner Hattrick, 3 Tempogegenstöße, 3 wuchtete er den Ball ins Netz - 12:13. Die Halle war wieder da, und die Schiedsrichter Brauer/Holm verloren nun gänzlich den Überblick. Das nutzten die Gäste gnadenlos aus, indem sie mit Gensheimer, Klimovets und Caillat und anderen Konsorten die Härte anzogen. Und teilweise mächtig überzogen. Doch außer den der 3x  2-Min.-Strafen und lächerlichen Freiwürfen fiel den beiden norddeutschen Unparteiischen nicht viel ein oder sie pfiffen anscheinend nach Tabellenstand, und da hatte Kronau doch einige Vorteile. Der Höhepunkt, wie konntes anders sein, erlaubte sich Caillat. GWD fing einen Angriff ab, Schäpsmeier wollte gerade nach vorne starten, da holte ihn Caillat unsanft von den Beinen. Eigentlich eine klare rote Karte, aber nicht (warum auch immer) für Brauer/Holm. Bezeichnenderweise nach Kronau-Trainer Schewstov Caillat vom Feld, bevor er noch mehr anrichten würde. Die Schiris schafftes es nicht.

Die Halle kochte, als wenn gerade Derby-Time wäre. Dann kamen Arne Auftritte (in Form von Toren) und wir führten 15:14 und 16:15. Die Wende? Leider nicht bzw. nur von kurzer Dauer. Denn GWD hatte dadurch zu viel an Kraft verloren. Es wurde dann einfach zu schnell abgeschlossen. Aber es fehlten uns heute ganz einfach die Tore vom Kreis. Dima versuchte es nochmal, aber heute kam er nicht mehr ins Spiel. Da Arne in der 2. Halbzeit stark spielte, kam Mirza erst wieder rein, als alles gelaufen war. Dazu sah Malik einige Male recht unglücklich aus, doch das Spiel wurde ganz klar vorne verloren. Dazu 2 Siebenmeter, die nicht verwandelt wurde. Einmal patzte Snorri gegen Szmal, beim anderen Mal trickste sich Apollo förmlich selber aus. So ging die 19:22-Niederlage auf die GWD-eigene Kappe. So hatten wir zur Freude der "Baden-Lions-Fans" den Gegner wunderbar wieder aufgebaut.

Doch es nützt nichts. Wir müssen nach vorne sehen, und am Samstag kommt ein weiterer angeschlagener Gegner in die Kampa. 2 Punkte sind unser kleines Ziel bis zur WM-Pause, wenn, wie Richard es sagte, alles klappt.Gestern klappte eben nicht alles, gegen Lemgo sieht es hoffentlich wieder besser aus. Und vielleicht bekommt Burmi mal die Chance, anzufangen im Tor.

Frank Wentzlawsky


 

 

         

17.12.06: Die Derby-Nachlese!

Die Super-Heimbilanz gegen den TuS bleibt bestehen! Mit einer überzeugenden Leistung schickten wir unsere Nachbarn mit einer Niederlage auf ihren kurzen Nachhause-Weg.

Die Woche war schon aufregend genug. Durch die beiden Siege der Teams am vergangenen Wochenende wähnten sich beide Lager auf dem Vormarsch, doch bevor das Spiel begann, mußte GWD mal wieder 2 Hiobsbotschaften hinnehmen, die sich im Nachhinein sogar als Vorteil erwiesen hat und den Unterschied des Charakters beider Teams aus dem Kreis deutlich gemacht hat. Moritz knickte kurz nach einer Trainingseinheit am Mittwoch mit dem Fuß um, bei Arne wurde bereits im Spiel in Melsungen der linke Arm (Gott sei Dank nicht sein Wurfarm) stark in Mitleidenschaft gezogen. Doch beide wollten unbedingt spielen, es ging um das Derby und es ging um viel, um sehr viel, gerade auch bezogen auf das erklärte Ziel Klassenerhalt.

Um kurz vor 18.00 Uhr wurden die letzten verbliebenen Karten verkauft, das Derby war (mal wieder) ausverkauft. Wieviel Leute in der Halle waren, wer weiß es schon. Die Presse anscheinend nicht. Im MT stand "Mind. 4059 Zuschauer". Gut, zählt man Jan Fiete als verletzten Spieler als Zuschauer dazu, war man mindestens bei 4060.

In den ersten Minuten merkte man schon, wer beim Gast die Akzente setzen würde. Rolf Hermann und sonst keiner. Rolf war es, der die ersten beiden Würfe erfolgreich abschloß. Bei unserem Team war die Mannschaft der Star. Und beim 3:2 gelang uns erstmals die Führung, und dann kam der Auftritt von Mirza, der schon seit September so heiß für das Derby war, kein Witz. Tempogegenstoß Mirza gegen den TuS-Goalie Gudmundsson. Mirza behielt die Übersicht, verwandelte sicher und er stieß seinen Jubel über sein 1. Derby-Tor mächtig in die Blocks C und B. 4:2. Danach erzielte der TuS 3 Tore in Folge, er durfte nach ca. 12 Minuten gnädigerweise nochmal in Führung gehen, aber das war es dann auch. Bis zum 8:8 blieb es offen, doch man merkte, es ging praktisch immer nur über Rolf Hermann etwas, entweder selbst oder mit guten Anspielen auf u. a. Tönnessen. Dennoch reagierte Richard nicht, nahm den deutschen Nationalspieler nicht in Manndeckung. Patrick Fölser blieb am Kreis ohne Wirkung, hier war es vor allen Dingen ein großer Verdienst von Jiri, der den Österreicher mit harten, aber nicht unfairen Attacken unter Kontrolle hatte. Außer einem Siebenmeter, den Malik hielt (gegen Tönnesen), hatte Fölser in der 1. Halbzeit nichts zu melden.

Vorne bei uns spielte ein Kollektiv, zunächst noch ohne Arne. Snorri dirigierte das Team nahezu perfekt, dazu kamen sehenswerte Unterarmwürfe gegen seinen Landsmann Gudmundsson im TuS-Kasten, die alle der Gäste-TW aus dem Tor-Netz holen durfte. Moritz scheute auch keine Zweikämpfe vorne und hinten und erzielte ein wunderschönes Tor in seiner unnachahmlichen, kraftvollen Weise. Mirza glänzte mit wunderschönen Anspielen auf Dima, der sie in der 1. Halbzeit mehrmals versenkte. Als dann Mirza verletzungsbedingt einige Minuten aus der Halle mußte, kam Stephan Just. Zugegeben, die ersten Schritte sahen nach seinem Hexenschuß nicht gerade verheißungsvoll aus, aber es war eben Derby-Tag und es war Eltern-Tag. Seine "Erzeuger" saßen also auf der Tribüne. Und wenn die da sind...

Kurze Zeit später erzielte "Apollo" in Zeitnot (also Zeitspiel) mit einem seiner typischen Schlagwürfe sein erstes Tor heute abend. Es sollten von ihm noch 2 weitere Treffer folgen bis zur Halbzeit. Dank einer engagierteren Leistung setzte sich GWD bis zur Halbzeit etwas ab - 14:11. Es hätte durchaus mehr sein können. Aber GWD konnte mal wieder Überzahlsituationen nicht konsequent ausnutzen (u. a. auch in der Abwehr: "Apollo" wäre nicht "Apollo", wenn er bei doppelter Überzahl erste einen Versuch zu überhastet abschloß und dann praktisch im Gegenzug bei 6-4 für uns ein dummes Foul machte, was einen Siebenmeter für den TuS gab, den Kokir dann verwandelte). Zudem vergab Snorri einen Siebenmeter kläglich, der Ball landete sicher im falschen Netz hinter dem Tor. In den letzten 5 Minuten kamen noch auf unserer Seite Arne und auf Nettelstedter Seite TW Henning Wiechers. Er war aber ebenso glücklos wie sein Kollege und damit war nach der Halbzeit schon wieder Schluß für ihn.

Nicht aber für Arne. Der TuS schnupperte Luft, als Fölser zu seinen ersten beiden Toren kam. 14:13. Doch GWD schlug eiskalt zurück. Wir zeigten dem Nachbarn ihre Grenzen in Sachen Kampf und Leidenschaft auf. Nach dem 17:13 nach 36 Minuten nahm TuS-Trainer Jens Pfänder bereits seine zweite Auszeit. Es nützte nichts. GWD behielt die 4 Tore-Führung. Die Körpersprache der Gäste sagte alles. Das Derby war für viele Spieler offensichtlich schon gelaufen. Das zeigte sich eindeutig nach 40 Minuten, wo GWD sich eine kleine Auszeit nahm. Dima wurde etwas härter von Fölser rangenommen, außerdem vergab er klare Einwurfmöglichkeiten. In dieser Phase hätte es wieder spannend werden können. Doch unsere Jungs in der Abwehr packten zu und die Gäste warfen völlig unbedrängt die Bälle ins Seitenaus. 2 bis 3 Möglichkeiten hatten sie, doch es kam kein Wurf auf das Tor. Wir waren heißer, bissiger, was sich dann auch in den Zeitstrafen wiederspiegelte. Und wir erhöhten auf 6 Tore (21:15, 22:16). Und in dieser Phase gelang wirklich alles. Gerade Snorri und Apollo sowie Arne, aber auch Andy Simon und Örni spielten die Nachbarn gnadenlos schwindelig und GWD doinierte nach Belieben.

Dann gab es 2 Zeitstrafen für uns hintereinander. Das nutzte mal wieder Rolf Hermann aus. Aber zwischendurch gab es das 1. Heimtor nach seiner Verletzung durch unseren Kapitän, Arne Niemeyer. Und es war ein typisches Arne-Tor. Wie gesagt, bei doppelter Unterzahl düpierte er die gesamte TuS-Abwehr und "lochte" ein. Kein harter Ball, aber ein ganz tückischer Aufsetzter, wo jeder Torwart schlecht aussieht. In dieser Szene Gudmundsson.

Trotzdem kam der Nachbar auf 4 Tore heran, kam aber für einen Sieg nicht in Frage und als Arne in der 56 Minute das 27:22 erzielte, war das Derby endgültig entschieden. Danach schlichen sich bei uns in der Freude noch zahlreiche Flüchtigkeitsfehler ein, aber wenn man es sich mal leisten kann, ist das ja auch nicht verkehrt. Ein höherer Sieg wäre natürlich schöner und auf jeden Fall möglich gewesen, aber letztendlich zählen die 2 Punkte und 56 Minuten hat GWD sehr, sehr ordentlich und mit viel Engegament gespielt. Dazu kamen noch tolle Paraden von Burmi (u. a. 2 gehaltene Siebenmeter, die im übrigen von unseren Jungs dann abgefischt wurden, auch das sieht man bei uns nicht alle Tage).

Die Freude und die Stimmung war natürlich riesengroß. Der Fan-Treff war teilweise überfüllt. Natürlich mußte mancher länger auf sein bestelltes Getränk warten. Aber hier sollte man auch Verständnis haben. Die Jungs und Mädels vor und hinter der Theke machen einen Super-Job, und das in ihrer Freizeit und (man muß es hin und wieder erwähnen) unentgeltlich. Aber: Alle machen das gerne für Euch und für den Klub! GWD ist "in" und der Fan-Treff ebenso. Auch bei vielen Spielern. Jiri und Christopher gaben gute Antworten auf die Fragen. Auch mir macht es Spaß, die Spieler zu interviewen. Dazu wurden gesichtet: Arne (er kam mit Freundin und blieb ganz lange. Seine Claudia wurde anscheinend von der tollen Atmosphäre stimuliert und sie holte mit Stemmer in der 2. Bundesliga in Berlin am darauffolgenden Samstag, also gestern, einen eher unerwarteten Punkt), dann waren Andi Simon, Björn Buhrmester und die Nachwuchsspieler Simon Witte und Georg Auerswald (beide heute auf der Ersatzbank) da.

Frank Wentzlawsky


        

 

 

 

04.12.06: Nachbetrachtung GWD - HSG Wetzlar

Mit einer unglaublich besinnlichen Einstellung verschenkte unser GWD am 1. Advent die Punkte nach Mittelhessen gegen einen Gast, der genauso desolat war! Mit einem Tag Abstand ärgert man sich noch mehr, wie 2 Punkte so weggeworfen wurden.

Als man am frühen Sonntagnachmittag die Halle betrat, war man noch guter Laune. Doch je näher die Anwurfzeit kam, kamen auch jede Menge finsterer Gestalten. Neue Sponsoren haben unsere Spieler (und andere GWD-Angestellte) eingekleidet, und so sahen sie aus eher wie eine Beerdigungs-Gesellschaft als wie Handballspieler. Immerhin hatten sie weiße Hemden an, mit grün-blauen Krawatten um, so daß es doch einigermaßen elegant aussah.

Auf dem Spielfeld war eigentlich alles perfekt. 3000 Zuschauer, tolle Stimmung von der ersten Sekunde an und die ersten beiden Angriffe der Gäste führten nicht zum Tor, u. a. ein gehaltener Siebenmeter von Malik. Auf der Gegenseite eine schnelle 2:0-Führung, die uns eigentlich entgegenkommen sollte. Doch die Nerven lagen blank - auf beiden Seiten. Viel Stückwerk, viele Einzelaktionen, kaum brauchbare Spielkombinationen. Bei Wetzlar hielt zunächst Lars Kaufmann seine Farben im Spiel, wir hatten wenigstens verschiedene Torschützen. Das Spiel blieb 25 Minuten sehr eng, keiner konnte sich absetzen, alles reine Nervensache. Örni und Andy kamen auf Außen zu einigen Torchancen, doch realtiv oft standen sie wohl im Kreis - und die Chancen waren dahin. Gut, daß Wetzlar auch harmlos war. 9:9. In den letzten Minuten konnten wir uns dann wenigstens ein wenig absetzen, und so stand es zur Halbzeit immerhin 13:10. War zwar nicht berühmt, aber beruhigend. Es hätte locker aber mehr sein können, wenn nicht das katastrophale Überzahlspiel gewesen wäre, und davon hatten wir in der 1. Halbzeit genug. Nach 23 Minuten und 54 Sekunden dann tosender Applaus von den 3000 Fans (Ausnahme natürlich die HSG-Anhänger) - Arne betrat während eines laufenden Bundesliga-Spiels erstmalig in dieser Saison das Spielfeld. Auch wenn wir uns wie gesagt absetzen konnten, merkte man ihm logischerweise an, daß er noch Probleme im Spiel hatte.

In der 2. Halbzeit saß Arne dann wieder auf der Bank - er sollte womöglich geschont werden für die Spiele in Melsungen und gegen Lübbecke. Das Spiel plätscherte weiter vor sich hin. 18:13 nach 41 Minuten, es lief alles nach Plan. GWD riß bei weitem keine Bäume aus, diese Führung kaschierte die Leistung, weil die HSG Wetzlar eindrucksvoll bestätigte, was in der letzten "Handball-Woche" (nach ihrem 19:19 gegen Balingen) stand. Sie wurden dort kräftig abgewatscht u. a. mit den Bemerkungen, daß das mit Handball herzlich wenig zu tun hatte. Also, bis zur besagten 41. Minute war GWD schwach und die HSG noch schwächer. Doch was dann GWD in den letzten 19 Minuten bot, toppte alles und das war schwer genug, die Wetzlarer "Leistung" bis dahin zu überbieten. War Snorri schon bis dahin ein klarer Ausfall (wahrscheinlich brauchte er nachher nicht zu duschen, so trocken war sein Trikot), steckte er alle in Angriff und Abwehr an. Es klappte nichts mehr, außerdem nutzte Wetzlar seine späten Überzahlsituationen fast perfekt aus, hier war vor allen Dingen Neuzugang Ivankovic beteiligt. Auch die vorgezogene 5:1-Deckung schmeckte unseren Spielern überhaupt nicht und sie fanden dagegen keine Mittel. Ausgerechnet in dieser Phase, wo die Gäste Tor um Tor aufholten, sollte Arne das Kommando übernehmen. Das konnte er natürlich noch nicht. Und so nahm das Unheil seinen Lauf. Unsere Mannschaft stellte alle Aktivitäten ein, Wetzlar käämpfte und holte sich so noch 2 unerwartete Punkte. Auch Malik hielt hinten keinen schweren Ball. Ein TW-Wechsel hätte vielleicht noch ein Zeichen sein können, um der drohenden Niederlage zu entgehen, aber Björn schmorte mal wieder 60 Minuten auf der Bank.

Nun ja, abgestiegen, wie viele gleich in der ersten nachvollziehbaren Emotion sagten, sind wir noch lange nicht. Vor einer Woche war Wetzlar am Boden, nun sind wir es. Und nun müssen wir es Wetzlar nachmachen und eben in der Fremde bei der MT Melsungen das Ruder herumreißen. Die Mannschaft kann es, sie hat es gestern zwar nicht bewiesen, aber z. B. gegen Wilhelmshaven. Das macht denn Hoffnung. Die Niederlage tut sowas von weh, aber vielleicht hatte sie ihren Sinn, nämlich dann, wenn das Team erkennt, daß man ein Spiel mit einer satten Führung 20 Minuten vor Schluß noch nicht gewonnen hat.

Frank Wentzlawsky


            

 

 

  

18.11.06: GWD 2 - BTB Aachen 42:32

Einen souveränen Heimsieg feierten die Grün-Weißen am Samstagabend in der Sporthalle gegen die Gäste von der deutsch-holländischen Grenze.

Aachen hielt nur die ersten 20 Minuten mit. In dieser Phase entwickelte sich ein wahrer Schlagabtausch. Auf beiden Seiten sah man gute Angriffe, die die Abwehrreihen wenig entgegenzusetzen hatten. Trotzdem hatten beide Torhüter gute Paraden vorzuweisen. Mehrmals verhinderte der Pfosten eine 4-Tore-Führung unseres GWD in der 1. Halbzeit, beim 19:15 war es soweit. Der Halbzeitstand von 20:15 war verdient, weil Burmi und die Abwehr sich steigerte und Aachen einige technische Fehler unterliefen.

Zu Beginn der 2. Halbzeit dann die endgültige Entscheidung. Burmi machte den Unterschied, ausgerechnet in der Phase, als unsere Mannen minutenlang mit ein oder 2 Spielern weniger auf der Platte standen. Die insgesamt ordentlich pfeifenden Schiris hatten unverständlicherweise 10 Minuten nach der Pause Hektik in die Begegnung gebracht, als ein GWD-Akteur nach dem anderen sich 2 Minuten ausruhen durfte. Doch GWD zog davon, nutzte die Burmi-Paraden seinerseits zu konsequenten und erfolgreichen Gegenstößen und führte so gut wie uneinholbar mit 26:16.

Danach wurde es ein Tag der offenen Tür. Keiner tat sich mehr weh und so fielen die Tore wie reife Früchte. Trotz der 42 Gegentore war Aachens Keeper der Beste seines Teams. Bei uns war es eine tolle gemeinschaftliche Vorstellung, wo eigentlich keiner herausgestellt werden sollte. Ich tue es trotzdem. Jannis Helmdach machte aus 6 Versuchen 6 astreine Tore.

Simon Witte war für die 2. Mannschaft nicht festgespielt, wie das "MT" irrtümerlicherweise schrieb. Unter den Augen von Richard Ratka gönnte ihm "Giorno" heute viele Ruhepausen nach seinen Einsätzen in der Bundesliga.

Frank Wentzlawsky


   

 

 

 

16.11.06: Nach dem Flensburg-Spiel

Mit einer guten, couragierten Vorstellung verabschiedeten sich unsere Mannschaft in 1 1/2 Wochen Spielpause, bevor es in Aschaffenburg gegen Großwallstadt geht.

Ca. 2000 Zuschauer erlebten eine tolle erste Halbzeit. Nach ca. 7 Minuten führte GWD gegen staunende Nordlichter mit 4:1. Trotz einer frühen Zeitstrafe gegen "Schäps" nach exakt 41 Sekunden gelang den Flensis bis dahin nur ein Siebenmeter-Tor. Malik hielt bis dahin seinen Kasten mit sensationellen Paraden rein, darunter 2 Tempogegenstöße. Minden nutzte u. a. das Personalspiel der Gäste gnadenlos aus. Christiansen und Jonny Jensen auf der Bank, Jan Holpert nur als Tourist dahinter. Nach der Verletzung von "Franz" von Behren hatte Flensburg mit TW Sören Herold nur einen deutschen Spieler dabei. Er kam immerhin in der 1. Halbzeit für einige Minuten ins Tor.

Nachdem Flensburg besser ins Spiel kam und auch traf, schien das erwartete Unheil seinen Lauf zu nehmen. 8:10 nach 15 Minuten. Doch GWD kämpfe sich zurück. Malik hielt weiter toll, und vorne wirbelte vor allen Dingen einer: Moritz. Neben insgesamt 7 Toren hatte er Pech mit einigen Holztreffern. Er war mit Malik der herausragende Akteur in einer tollen grün-weißen Truppe. Aus unserer Sicht steigerte sich dann im Gäste-Tor Dan Beutler, der in Malik-Manier einige schwere Bälle parieren konnte. Dann kam Abwehrstratege Jonny Jensen. Und trotzdem behielten wir die Oberhand. 16:15 zur Pause.

Doch die Flensburger waren heiß. Die Pause von 15 Minuten nutzten sie zumindest nicht in der Kabine aus. Und nach 17:15 für uns begann die Lars Christiansen-Show. Er und der stärker werdende SG-Block waren die Ursachen, daß Flensburg davon zog. Immer wieder sprintete das Dänen-Urgestein nach vorne und schloß mit der gleichen unnachahmlichen Masche ab. Nach rechts bewegen, links abschließen - Tor. Aus dem 17:15 wurde ein 17:22. Gabs jetzt noch eine Klatsche für uns? Nein, denn GWD hielt dagegen, so daß Fans und Zuschauer insgesamt zufrieden sein konnten.

Nach dem Spiel begannen dann die "Verhandlungen" mit den Gäste-Spielern, wer zum Interview. Lars Christiansen mußte regelrecht genervt werden, um zu kommen. Bei Jonny Jensen war es einfacher. Dafür waren denn beide umso lockerer drauf, erst recht nach meinem Fauxpas (Jonny ist eben kein Däne, sondern Norweger). Letztes Jahr machte Lars GWD Komplimente, gestern erneut, daß GWD mit dieser ambitionierten Truppe die Klasse wird halten können. Im Hinblick auf die Handball-WM, wo die beiden in der "Kiel-Gruppe" Gegner sein werden, stichelten beide zur Freude der Fans im "Treff" in erfrischender Art und Weise.

Ein weiteres Highlight waren die Talks mit Malik und Apollo. Ich glaube, es war Rekordlänge in der bisher kleinen Geschichte der GWD-Interviews. Apollo hatte besonders viel zu sagen. Für jede Frage nahm er sich viel Zeit. Er kritisierte z. B. die Medien, die ihn zwischen Genie und Wahnsinn. Aber er stellt sich dafür in den Vordergrund, weil er mit solchen, nicht einfachen Situationen inzwischen gelernt hat, umzugehen. Das gleiche gilt für Fans, die nur Gut oder Böse kennen.

Schön, daß auch 6 "Wikinger" vor und nach dem Spiel uns wieder besuchten. Auch mit einigen "Ultras" aus Flensburg konnte man sich nach dem Spiel vernünftig unterhalten, aber warum auch nicht?

Insgesamt solide pfiffen Jutta Ehrmann, die schon um 17.15 Uhr sich über das Flensburger Remmi-Demmi vor der Halle wunderte sowie Susanne Künzig, die sich wesentich später mit der Bahn nach Minden bringen ließ.

Frank Wentzlawsky      

 

08.11.06: Wir waren in... Magdeburg (Nachbetrachtung SCM - GWD)

Mit einem sehr gut besetzten Bus der Sonderklasse (4 Sterne) ging es ab Dankersen um 15.00 Uhr los nach Sachsen-Anhalt.

Wir kamen über die A 2 gut voran, die Stimmung im Bus war prima, und so legten wir an der Raststätte "Zweidorfer Holz" eine halbstündige Pause ein, wo wir Kaffee und Kuchen genossen. Auch für diese Fahrt hatten wir für diese beiden Sachen einen Sponsor.

Gegen 18.20 Uhr kamen wir mit unserem Gefährt an der Bördelandhalle an,  und der 1. SCM-Fan wartete schon auf uns ganz gespannt. Es war Arlett, die uns u. a. am 03.10. zum Frühschoppen besuchte. Arlett natürlich in SCM-Kluft, aber auch mit GWD-Schal. In der Halle verstanden wir uns aber auch mit anderen Fans des Gastgebers, so z. B. mit Uwe Wöbke, der auch schon öfters in Minden dabei war.

Das Spiel begann. Bei uns fehlten Örni (Muskelzerrung, hörten wir bereits im Bus), und nach ein paar Sekunden auch Jiri, der sich bei der 1. Abwehraktion am Knie verletzte, in die Kabine zur Behandlung mußte und sporadisch in der Endphase  der 2. Halbzeit eingesetzt wurde. Damit fehlte der Kopf der Abwehr.

So durfte Simon Witte nicht nur erstmals mit der BL-Truppe mitfahren, sondern auch gleich spielen (auf Rechtsaußen). Auf der Bank saßen bezeichnenderweise Sven Pohlmann, "Konny" Kunisch und Jannik Bahl.

Schon die ersten Minuten waren typisch. 3:3, Magdeburg erspielte sich die Tore, wir erkämpften sie. Dann drohte Ungemach. Wir schlossen zu schnell ab, wobei auch Magdeburgs neue Nr. 1, Heinevetter, seine herausragenden Leistungen (hat immerhin Nati-TW Bitter verdrängt) bestätigte. Die Tempogegenstöße verwandelte der Favorit recht locker.

Im GWD-Angriff war es so, daß unsere etablierten Spieler sich nicht so recht trauten, Simon Witte anzuspielen. Er konnte einem etwas leid tun. 10:4 nach 14 Minuten. Doch unsere fingen sich und konnten den 6-Tore-Rückstand halten, Halbzeit 18:12. Hinzu kamen 2 frühe, unberechtigte Zeitstrafen der extrem schwachen Unparteiischen gegen Apollo, zudem waren es seine ersten beiden Abwehraktionen!

Die 2. Halbzeit: Wir hatten unsere guten und unsere weniger guten Phasen. Kein Wunder bei der Aufstellung. Insbesondere Snorri und Apollo hielten uns mit guten Leistungen im Spiel, Björn hielt, was er konnte, verhinderte Schlimmeres, ebenso Malik in seiner kurzen Spielphase.

Absolut nicht bundesligatauglich waren die beiden Herren aus Berlin, ihr 1. BL-Spiel durften sie leiten. Erst die Zeitstrafen gegen Just, dann gaben sie in der 2. Halbzeit einige glasklare Siebenmeter für den SCM nicht und der Höhepunkt dann ca. 10 Minuten vor Schluß. 2 Spieler allein auf dem Weg auf unser Tor, gegen Björn. Es folgte ein doppelter Kempa, der allerdings kläglich das Tor verfehlte. Der "Wurfschütze" bekam für diese "Kasperei" eine 2-Minuten-Strafe.

Alles Gute wünschen wir dem Magdeburger Rojewski, der ca. nach 45 Minuten mit einem Kreuzbandriß ausschied.

Insgesamt ein ordentliches Spiel unter diesen Voraussetzungen. So manches Handball-Ergebnis aus unserer Nachbarschaft und dem hohen Norden entschädigte uns auf der Rückfahrt.

Frank Wentzlawsky


 

 

 

22.10.06: Nachbetrachtung GWD 2 - Mettmann

Was hatte der Trainer der Gäste in der dortigen Presse u. a. verlauten lassen: Sven Pohlmann und Christopher Kunisch machen zu wenig Druck aus dem Rückraum. Tja, mein lieber, hättest Du mal den Mund dazu gehalten. Das war Motivation pur. Besonders "Konni" Kunisch machte heute ein Bombenspiel, dirigierte die Mannschaft und schenkte kräftig ein. Nur ein Fehlwurf, sonst alles Volltreffer, er war der beste Mann bei GWD.

Den klaren 33:23-Sieg legten die Mindener bereits in den ersten 8 Minuten. Da stand die Deckung gut, und alles was durchkam, hielt Burmi, der dann doch etwas überraschend im Tor stand. Nach der Verletzung von Malik hat man hier ein gewisses Risiko in Kauf genommen. Also nach 8 Minuten eine sichere 4:0-Führung, denn die meisten Konter wurden erfolgreich abgeschlossen. Während es vorne weiter nach Belieben ging, schlichen sich hinten doch einige Konzentrationsfehler ein, die die Männer aus Mettmann nutzten. So hielt Burmi bis zur Pause nicht mehr viel. Trotzdem hatten wir unseren Gegner im Griff, und der Halbzeit-Stand von 16:10 war völlig verdient.

In der 2. Halbzeit steigerte sich auch Burmi wieder deutlich und ließ nicht mehr viel zu. Desweiteren stand auch die Deckung sehr gut, so daß sich die Rheinländer in "Klein-Klein-Spiel" verzettelten und so hoffnungslos untergingen. GWD spulte nicht nur das Programm herunter, sondern war auch gerade in der Deckung sehr aufmerksam. So fischte z. B. Benjamin Göller 2 Angriffe ab und verwandelte vorne in gekonnter Manier. Nach dem 31:16-Zwischenstand wurde verständlicherweise etwas durchgewechselt incl. TW-Tausch, was den Spielfluß ein bißchen hemmte. So kam der Aufsteiger in Dankersen von 15 auf 10 Tore heran.

Es geht also weiter aufwärts bei unserem Team. Nächste Woche geht es dann zum 1. Derby der Saison nach Hille-Nordhemmern.

Eine souveräne Vorstellung boten die Schiedsricher Diekmann/Schremmer.

Frank Wentzlawsky


 

 

22.10.06: Nachbetrachtung GWD - WHV

Puh..., war das ein Spiel. Aber Hauptsache gewonnen, das "Wie" zählt in der momentanen Situation nicht, nur der Sieg.

Die hohe Niederlage in Hildesheim hat ein ja doch eine Menge Staub aufgewirbelt die letzte Woche, die aber teilweise in der Presse und im Forum zu drastisch dargestellt worden ist, denn von einer "richtigen" Sitzblockade konnte in Hildesheim ja auch nicht gesprochen werden.

Immerhin ist dadurch Bewegung in der Öffentlichkeit entstanden, das wirkte sich dann positiv auf den gestrigen Besuch in der Kampa-Halle aus. Immerhin 2500 Fans und Zuschauer fanden den Weg an die Hahler Straße, und sicher nicht nur wegen dem Oktoberfest anschließend. Es konnten sich nämlich einige auch noch an das kämpferisch gute Spiel gegen Düsseldorf vor knapp 2 Wochen erinnern.

Der Start gegen den WHV war wesentlich besser als die Anfangsminuten gegen die HSG Düsseldorf. Die Abwehr stand gut, Malik holte sich Sicherheit in den ersten Minuten durch gelungene Paraden gegen die WHV-Offensive, und vorne waren unsere Leute treffsicher. Über 4:2 und 6:4 sowie 9:7 hatten wir unseren Gegner fest im Griff, WHV-Trainer Michael Biegler wechselte zwischenzeitlich im Tor Meyer für Weiner, der dann auch besser hielt und unseren Rückraum dadurch verunsicherte. Hinzu kam, daß einige Anspiele auf Dima leider nicht erfolgten, obwohl unser Kreis-As wiederum einige Male in recht guten Positionen vor dem Tor stand. Die Folge war, daß der WHV vorbeizog und das Spiel etwas dominierte, ohne aber zu glänzen, aber dafür war dieses Nervenspiel um 2 Punkte in der Abstiegszone auch nicht geeignet. 12:14 kurz vor der Halbzeit und ein Siebenmeter für den Gast. Den konnten sie nicht verwandeln, Snorri konnte in Überzahl den Anschluß herstellen, so ging es mit einem 1-Tore-Rückstand in die Halbzeitpause.

Richard war in der Kabine nicht ganz unzufrieden, aber für seinen Geschmack gab es noch den ein oder anderen Fehler zuviel. Aber wir waren ja noch dran. Auch Hotti tauchte in der Kabine auf und sprach den Spielern Mut zu. "Kopf hoch, Jungs", so oder so ähnlich klangen seine Worte, wobei die Stimmung in der Kabine keineswegs niedergeschlagen war, sondern eher kämpferisch.

Die 2. Halbzeit war dann nichts für schwache Nerven. Die Verantwortlichen, die die Anzeigetafel bedienten, mußten vielleicht noch zwischendurch Fingerübungen machen, denn beim Spielstand tat sich nicht viel. Schuld waren hier vor allen Dingen Malik bei uns und viele überhastete Würfe von uns, die entweder der ebenfalls starke Meyer hielt oder erst gar nicht direkt auf das Tor gingen. Nach 45 Minuten stand es 16:16 und beide Teams schienen das Torewerfen eingestellt zu haben. Selbst die mitgereisten WHV-Fans waren froh, daß Minden die Entscheidung bis zur letzten Sekunde offenhielt, statt sich vielleicht mal geruhsame letzte Minuten zu machen. Dann kam eine fast für uns spielentscheidende Szene. Dima tankte sich am Kreis durch und erzielte trotz Behinderung das (vermeintliche) 19:18. Doch was machten die beiden sonst solide geführten Schiris. Sie pfiffen Freiwurf. Also kein Tor, kein Vorteil, noch nicht einmal Siebenmeter. Dima später: "Da haben sie mich vera..."! Und nicht nur ihn. Der Dumme war GWD, denn Apollos Wurf in diesem Angriff hielt Meyer. Und plötzlich stand es 18:20 nach 53 Minuten. Das darf doch wohl nicht wahr sein. Die Entscheidung? Doch dann zeigten unsere "grün-weißen" Lieblinge eine saustarke Moral und Malik, der eine sensationelle 2. Halbzeit spielte, wieder Glanzparaden. 20:20 stand es, Angriff für uns, und Moritz setzte zum Wurf an. Die Führung? Nein. Meyer hielt. Angriff für den WHV? Nein. Denn Moritz setzte nach, tankte sich in den Siebenmeter-Kreis und verwandelte zum 21:20, da war dann noch auch der TW machtlos. Der WHV kam postwendend zum Ausgleich, Snorri markierte das 22:21. Noch 2,5 Minuten. Alle Zuschauer standen. Die Stimmung: Prädikat ausgezeichnet. Unsere Abwehr aggressiv, kaufte dem WHV den Schneid ab, Bedzikowski und O. Köhrmann wollten zwar immer unsere Abwehr etwas provizieren, indem sie mehrmals wohl auf 2-Minuten-Strafen für unsere Spieler auswaren, aber die Schiris fielen nicht darauf herein.

58 Minuten und 46 Sekunden war gespielt, als sich erneut Snorri in den Strafraum wagte und regelrecht von C. Köhrmann "gefällt" wurde. Nun, das war eindeutig zuviel des Guten, und die logische Entscheidung: Spiel-Ausschluß und Siebenmeter. Eine Sache für Apollo. Doch Weiner kam wieder in das Tor und hielt. Meine Güte. Wieder zittern. Der WHV spielte diesen letzten Angriff fast bis zum Schluß aus. Unsere Abwehr zerrte immer wieder erfolgreich an ihren Gegenspielern, sie kamen einfach (oder Gott sei Dank) nicht zum Wurf. Immerhin waren wir ja auch in Überzahl. Aber das muß nicht immer was heißen bei uns. Dann zeigten Methe/Methe zum wiederholten Male Zeitspiel an. Jetzt mußten sie werfen. Hop oder Top! Und Köhrmann warf. Und dann Maliks letzte Heldentat heute abend. Wohl ohne zu überlegen, warf er sich ohne Rücksicht auf Verluste der körperlichen Unversehrheit in den Wurf und hielt. Mit Folgen. Sieg für GWD und einer möglicherweise schwereren Verletzung. Das Handgelenk war glücklicherweise nicht gebrochen, sondern "nur" eine Bänderdehnung. ALLES GUTE, MALIK! Wie lange er ausfallen wird, weiß zu diesem Zeitpunkt noch keiner, aber Richard nahm es mit Fassung. Die nächsten beiden Spiele im November in Magdeburg (8.) und Flensburg (15.) sind wir ohnehin nur Außenseiter, und Björn ist ja auch ein Guter, so Richard weiter. 

So konnte das anschließende Oktoberfest so richtig genossen werden. Die Stimmung war natürlich prächtig, die Spieler gut drauf, und auch wir machten tolle Stimmung, und auch die WHV-Fans ließen sich noch lange sehen (und feierten mit) und so klang ein ein schöner Abend aus.

Das letzte Wort heute gilt Richard: "Sowas wie heute beim 18:20, das muß ich nicht haben". Wir auch nicht. Aber, wie gesagt, die Moral stimmte...

Frank Wentzlawsky


            

 

 

     

 

15.10.06: Wir waren in... Hildesheim

Es hätte alles so schön werden können. Als am Freitag sich zu der Abfahrt in Dankersen die zahlreichen GWD-Fans angetroffen hatten, war die Stimmung gut und der Fan-Bus so voll, daß wir noch zusätzlich einen Bulli eingesetzt hatten, den Werner fuhr. Und aus Hildesheim erreichte uns am Jugendheim noch ein überraschender Anruf. Am anderen Ende der Leitung war ein Beamter der dortigen Polizei, der uns fragte, mit wieviel Fans wir kommen, wann wir ungefähr da sind und ob wir wissen, wo die besagte Halle 39 im Hildesheimer Industriegebiet ist. Sehr freundlich von dort, daß ich es hier gerne erwähne.

In dem Spielort angekommen, trafen wir zwischen Kabinengang und Tribüne einige GWD-Spieler, die zum Warmmachen aufs Feld liefen. Auf der Tribüne hinter dem einen Tor waren wir alle versammelt, ungefähr 150 Fans in "grün-weiß", wir machten Stimmung in der kleinen Halle mit Mundwerk und Trommeln. Eine richtig tolle Atmosphäre mal wieder, und die Mannschaft spürte es auch unten beim Warm-Up und beim Einlaufen, umso unverständlicher die spätere Leistung.

Dabei fing alles recht gut an. Trotz einiger von uns nicht nachvollziehbarer Pfiffe von Ehrmann/Künzig hielten wir ausgezeichnet dagegen, die Abwehr stand, Malik im Tor fing besser an als in den letzten Spielen und vorne wurden zwar nicht alle Bälle verwandelt, trotzdem hatten wir auch bis zur ca. 20 Minute das Angriffsspiel gut im Griff, mit verschiedenen Torschützen. 8:8 und auch beim 11:12 war noch alles drin und die Halle relativ leise.

Doch dann baute unser GWD die heimische Eintracht ungemein auf. Apollo mit einem "Alptraum-Paß" nach vorne, den niemand erreichen konnte, Tempogegenstoß, 11:13, der Anfang vom Ende, der aber natürlich noch sein mußte. Unverständlich, daß Malik bis zur Halbzeit im Tor bleiben durfte. Bei seinem gehaltenen Siebenmeter wurde er am Kopf getroffen, wurde für 1-2 Minuten für Burmi rausgenommen, um dann wieder (Warum?) reinzugehen. Durch den Kopftreffer war er fortan nicht mehr frisch und dadurch angeschlagen. Er hielt nichts mehr. Auch die Abwehr war dadurch sichtlich verunsichert und agierte nicht mehr so souverän und aggressiv wie die ersten Minuten. 16:11 für Hildesheim zur Halbzeit, man hatte hier nur geringe Hoffnungen. Erstaunlich war, wie die Mannschaft plötzlich zusammenfiel und durch 1, 2 Paraden von Gastgeber-TW Katsigiannis sich bei den Würfen dann ziemlich kopflos verhielt und kein Konzept hatte. Wie kann es sein, daß man durch solche Situationen gleich sich so stümperhaft anstellt?

In der 2. Halbzeit kam Burmi, und er hielt, was zu halten war. Nur 2 Gegentreffer in 12 Minuten war in Ordnung, aber vorne wurde die Chance nicht genutzt, das Spiel wieder spannend zu machen. Katsigiannis hatte allen unseren Spielern den Schneid abgekauft! Unglaublich!

Unsere Außen Andi und Örni sowie Dima am Kreis waren sozusagen von ihren eigenen Kollegen abgemeldet, Snorri, Moritz und Apollo hauten die Bälle ohne Konzept auf das Tor, fast immer erfolglos. Immerhin traf Apollo noch einige Male, aber eben auch viele Fahrkarten, Moritz hatte sein Schießpulver bereits in der 1. Halbzeit komplett verschossen (wo er gut spielte) und bei Snorri weiß man jetzt, warum ihn der TV Großwallstadt abgegeben hat. Er spielt seinen Stiefel herunter. Und wenn es nicht läuft, hat er keine anderen Varianten drauf. Auch Mirza war vorne heute überfordert, wenn er denn mal im Angriff spielte. Keiner, der mal in die Bresche springt.

Ohne große Emotionen spielte unser Team das Spielzeit herunter, Ehrmann/Künzig hatten nicht mehr viel zu tun (an ihnen lag es nun wirklich nicht, daß wir in unser Schicksal hineinliefen) und so kam es zu einer 10-Tore-Klatsche.

Auch Christopher Kunisch durfte noch Verlierer-Duft riechen. Er kam die letzten 6 Minuten. Das hätte man ihn auch nicht mehr antun müssen.

Nach dem Spiel beschlossen die meisten Fans (vom Fan-Club und Commando), daß man diesen Abend nicht so einfach hinnehmen kann. Das Team sollte gestellt werden vor dem Mannschaftsbus und zur Rede gebracht werden. Hier natürlich in erster Linie die Spieler, die auf der Platte standen. Schön wäre es gewesen, wenn sich Hotti hätte auch blicken lassen. Von ihm allerdings keine Spur.

Am dreisten von den Spielern war Snorri. Nichts hören - nichts sehen - nichts sagen. So gehts dann auch nicht.

Viel hatte dagegen Apollo zu sagen. Wie andere Spieler, stellte er sich, das muß man ihm zugute halten, und hoffentlich war es oder ist es für die nächsten Spiele fruchtbar. Völlig überzogen aber war die Reaktion eines "Fans", den ich nicht kannte, der meinte, wohl auf im Verlauf des Gesprächs eine körperliche Aussprache voranzutreiben. Die Meinungsverschiedenheiten zwischem ihn und Apollo wurden immer unsachlicher und aggressiver, daß man das Schlimmste schon befürchten müßte. Gott sei Dank kam es nicht dazu, er wurde "aus dem Verkehr gezogen".

Apollo meinte, daß man immer bedenken muß, der wir hier mit 8 Feldspielern agieren und daß Kronau z. B. hier fast mit der gleichen Tor-Differenz baden gegangen ist und das solche Ergebnisse immer wieder mal vorkommen können, auch unter Spitzenmannschaften (er erinnerte weiter an das 54:34 von Kiel gegen Magdeburg letzte Saison). Die Mannschaft spiele nicht absichtlich schlecht und man kann leider nicht immer eine 100 %ige Leistung abrufen. Wir verwiesen darauf, daß wir eben unsere kostbare Zeit opfern für GWD, und daß man ja auch finanzielle Opfer bringt, wenn man auswärts mitfährt.

Richard verwies darauf, daß auch in der letzten Saison Snorri und Apollo ihre Formschwankungen hatten, doch dieses Jahr fällt es besonders auf, da eben mit Arne der wichtigste Mann fehlt. Zwar nur ein Spieler, aber der wertvollste, weil mit ihm ganz andere taktische Möglichkeiten drin sind.

Zum Schluß gaben wir uns dennoch die Hand (kam von Apollo aus). Vielleicht ja doch ein Zeichen für die Spieler, daß wir Fans nicht alles kritiklos hinnehmen und das sich die Spieler mal mehr Zeit nehmen, über ihr Spiel und über mitreisende Fans nachzudenken.

Nächste Woche gegen Wilhelmshaven stehen wir wieder unter Druck als Heim-Mannschaft. Hoffen wir nicht, daß das Spiel gegen Düsseldorf ein "positiver Ausrutscher" war und das Richards Truppe wieder Charakter ausstrahlt Kämpferherzen in der Kampa-Halle auflaufen.

Wir wollen nämlich nicht das nach dem Spiel stattfindende Oktoberfest mit Frust-Bier feiern, sondern mit Lust und Freude!

Frank Wentzlawsky


      

 

 

  

 

    

 

 

 

09.10.06: Nachbetrachtung GWD - HSG Düsseldorf

Es ist vollbracht. Nun hat also auch GWD als 17. Team die ersten Punkte, nachdem "unsere Jungs" die NRW-Landeshauptstädter in einem Nerven- und Kampfspiel mit 33:31 niedergerungen haben.

Um 16.50 Uhr, also 10 Minuten vor dem Spiel, standen noch Schlangen vor den Kassenhäuschen, wie man es nicht erwartet hatte, aber umso erfreulicher es eben war. Da das Spiel aber trotzdem pünktlich um 17 Uhr durch die Unparteiischen Geipel/Helbig angepfiffen wurde, war GWD "so nett", solange zu warten, bis alle drin waren, um dann nach ca. 10 Minuten mit dem Handballspielen zu beginnen. Aber dann zündeten sie mehrere Raketen.

Trotz einer schnellen Zeitstrafe für die HSG nach 51 Sekunden befand sich das Team von Richard Ratka offenbar geistig noch in der Kabine, und man befürchtete das Schlimmste. Vorne ohne Konzept, hinten nicht anpackend, Malik mußte alle Bälle aus dem Tor holen, die auf das selbige flogen. Und so stands nach 11:54 Minuten 2:5 und folgerichtig war für Malik das Spiel beendet, wie sich hinterher herausstellte, zurecht.

Beim 3:5 erzielte Andy Simon sein erstes von 4 Toren, und was sagten eigentlich die Schiedsrichter danach zu ihm: Antwort Andy (nach dem Spiel): "Es war ziemlich knapp mit Deinem Fuß am Kreis. Das nächste Mal aufpassen." Was Andy dann natürlich auch tat.

GWD kam langsam, aber sicher in den richtigen Gang. Bis zum 8:9 rannte man zwar noch einen Rückstand hinterher, doch das Spiel drehte sich. GWD deckte hinten aggressiver und damit erfolgreicher und vorne entwickelten sich gute Spielzüge, deren Motor kein geringerer als Stephan Just war. Gut, seine ersten Würfe (mit Ausnahme der Siebenmeter) waren zwar wieder nicht erfolgreich, aber nach 20 Minuten kam dann endgültig seine Zeit. Und seine Eltern, die inmitten der Spielerfrauen in Block F saßen, waren so mächtig stolz auf ihn. Von seiner Sicherheit profitierte auch Moritz, der sein bestes Saisonspiel den Fans und Zuschauern zeigte. Nach dem 11:11 kam dann sicherlich die geilste Zeit. GWD schaltete nochmal den Gang höher und brachte die endlich wieder langersehnte Stimmung in die Halle. Für unsere Verhältnisse eine sensationell schnelle gute Mitte mit den Hauptakteuren aus Island, Snorri und Örni. Bei Örni war es kurios. Er machte seine Tore meistens im Doppelpack. Erzielte er ein Tor von Außen, folgte einige Sekunden später das nächste eben durch die schnelle Mitte oder per Tempogegenstoß.

Zur Halbzeit stand es zwar "nur" 17:14 (nach 17:12), aber unsere Jungs haben schon mal die 1. Halbzeit eines BL-Spiels in dieser Saison gewonnen. Mit kleinen Schritten fängt man an.

Auch die 2. Halbzeit war recht torreich, wobei unser aller Burmi über sich hinaus wuchs. Von außen, 1-gegen1-Situationen, Siebenmeter - Burmi war fast immer zur Stelle. Nur aus dem Rückraum "hat er noch seine Probleme" (O-Ton Jan Fiete Buschmann im Fan-Treff). Und doch: Nach 41 Minuten hatten die Gäste den Gleichstand wieder hergestellt, und nicht sicher nicht nur Richard (an der Seitenlinie) raufte sich kräftig in der Haaren. 21:21.

Doch GWD fightete zurück, Tore von Just, Kouzelev, Simon, Schäps, Snorri und Örni, sie alle waren nicht zu halten. Und die Abwehr stand auch recht ordentlich, auch wenn das ein oder andere dumme Tor gefangen wurde. Ging der HSG aber ab und zu auch mal.

Über 33:29 siegten wir letztendlich eben mit 33:31 und gaben damit die rote Laterne an die HSG Wetzlar ab.

Im Fan-Treff war dann auch mächtig was los. Jan Fiete klärte uns alle über seine Schulterprobleme auf und nahm sich danach sehr lange Zeit, um am Stammtisch mit den Fans zu reden und diskutieren. Erstmals waren auch Mirza und seine Freundin bei uns. Sie war so happy, das die Super-Stimmung von der Halle in den Fan-Treff überschnappte und auch im VIP-Raum über die tolle Atmosphäre bei uns gesprochen wurde. Aus diesem Grund haben wir den Spielern vor den Interviews, die diesmal Olaf Böke durchführte, Zeit gelassen, um die Stimmung richtig zu genießen. Auch Andy Simon kam zu uns runter und war natürlich richtig gut drauf.

Wie sagte ich doch zu Apollo nach Spielende auf dem Feld: Wir haben immer an das Team und an Dich geglaubt.

Und deswegen fährt am kommenden Freitag ein vollbesetzter Fan-Bus nach Hildesheim. Mit den "Privat-Fahrern" dürften wir dann mit 80-100 Fans in der Halle 39 vertreten sein. Dann stehen die Niedersachsen unter gehörigem Druck, und mal sehen, was wir daraus machen. Schwer wird es allemal, aber mit jetzt 2 Punkten spielt´s sich hoffentlich leichter.

Und noch was zu gestern. Als ich nach Hause kam, hatte ich auch schon die ersten Glückwünsche aus Kiel. Ja, das ist wahre Fan-Freundschaft!

Frank Wentzlawsky


       

 

 

  

 

01.10.06: Wir waren in... Wuppertal

Um kurz nach 13 Uhr ging es in dem fast schon nostalgischen Kelder-Bus (die anderen Busse waren anderweitig in Einsatz, aber gepolsterte Sitze hatten wir schon), den unser Rudi steuerte, auf nach Wuppertal. Im Bus waren 13 Feldspieler, 2 Torwarte, ein verletzter Spieler (Florian Öttking, kann aber nächste Woche wieder mit dem Training anfangen), Trainer "Giorno" Sproß, dem Physiotherapeuten, den Lutzers als Betreuer, zwei Spielerfreundinnen (von Karsten Gerling und Matthias Teinert) noch 5 Fans mitgefahren.

Nach einer kurzen Pause auf der Raststätte "Lennhof" (A 1) fuhren in Wuppertal u. a. unter der dortigen Schwebebahn gegen 15.45 Uhr vor der Halle in Ortsteil Heckinghausen vor.

Mit den dortigen Wuppertaler Fans und den sympathischen Thekenbedienungen gab es recht viel Spaß und Kurzweil vor der Partie. Unsere Plätze in der Halle fanden wir hinter dem Tor, eigentlich müßte man sagen, fast über dem Tor.

Zum Spiel: In der 1. Halbzeit sahen wir kein schönes Spiel, dafür aber jede Menge Tore. Bei uns funktionierte die Deckung nicht, zudem erwischte Jannik in der 1. Halbzeit einen rabenschwarzen Tag. Ihm wollte so gut wie nichts gelingen, er hielt kaum einen Ball. Die logische Konsequenz: Nach 22 Minuten kam Matthias Pecher zwischen die Pfosten. Pecher spielte gestern noch für die Dritte beim Auswärts-Sieg in Lerbeck.

Wenigstens vorne lief es. Denn auch die Wuppertaler machten nicht gerade den sichersten Eindruck. Bei uns agierten am souveränsten in dieser Phase "Konni" Kunisch und Karsten Gerling. Etwas unsicher wirkten in manchen Entscheidungen die Mannen in Gelb, also die Schiedsrichter. Benjamin Göller zum Beispiel wurde bei einem Tempogegenstoß ziemlich unsanft umgehauen. Statt Siebenmeter und 2-Minuten-Strafe für den Wuppertaler gab es Stürmerfoul. Unglaublich. Nach einem 12:16-Rückstand kämpfte sich unser Team auf 16:17 heran, zur Halbzeit stand 17:19 aus unserer Sicht.

In der 2. Halbzeit kamen wir nach ca. 40 Minuten zum 2. Ausgleich in der Partie, 22:22 (nach dem 1:1). Das muntere Torewerfen ging nicht weiter, denn beide Torhüter steigerten sich deutlich, bei uns war wieder Jannick Bahl im Kasten. Aber nach dem Ausgleich machte unsere Truppe zu viele leichte Fehler durch unerklärliche Hektik. Einerseits ärgerlich, andererseits auch verständlich, wenn man bedenkt, daß doch viele Jugendliche im Team standen. Sehenswert in der 2. Halbzeit Georg Auerswald. Im Stile von Dima Kouzelev holte er entweder Siebenmeter heraus oder verwertete selber.

Über 25:23 (47. Minute) ging Wuppertal nach 55 Minuten mit 30:27 in Führung. Die Entscheidung? Mitnichten. Wir kämpften uns auf 30:29 heran, und nach exakt 57:56 Min. sah Benjamin Göller den roten Karton der Schiris. Er hatte einen Wuppertaler reglewidrig umgehauen. Ob es nun rot war oder nur 2 Minuten, spielte da keine Rolle mehr, da Benni schon 2 x auf die Bank zur Strafe mußte.

Den fälligen Siebenmeter verwandelten die Wuppertaler. Trotzdem kamen wir noch mal auf 31:30 heran. Dann gab es erneut ein Wurf von der Siebenmeterlinie, den Jannni aber entschärfte. Es war sein ersten gehaltener Siebenmeter, und fast noch sehr wichtig. Aber in den letzten 30 Sekunden bekamen wir den Ball nicht mehr ins Tor. Schade die Entscheidung der Unparteiischen, die 5 Sekunden ein klares Foul an Gerling nicht mit einem Siebenmeter belohnten und auch kein Time-Out anzeigten. So kamen wir in der Schlußsekunde zwar noch zu einer Freiwurf-Chance aus der ungünstigen Rechts-Rückraum-Position. Simon Witte warf den Ball aber übers Tor, aber kein Vorwurf an Simon, denn durch die langen Kerls der Gastgeber wäre es sehr schwierig gewesen, den Ball durchzuwerfen.

Natürlich waren alle sehr traurig. Karsten Gerling sagte: "Wir haben wieder wie gegen Uerdingen große Moral gezeigt und uns alle vorbildlich reingehängt, aber es ist schon bitter. Auch, daß wir für unseren vorbildlichen Einsatz von den Schiedsrichtern nicht dafür belohnt wurden." Und da muß ich ihm recht geben. In einigen Situationen bevorteilten sie die Hausherren.

GWD: Bahl (1.-22., 31.-60. Min.), Pecher (23.-30. Min.) - Auerswald (5), Bagats (3), Gerling (10/4), Göller (2), Hahne, Kunisch (8/4), Morasch (n. e.), Pohlmann, Teinert, Witte (1), Wollert (3)     

Siebenmeter verworfen: 1  (Kunisch scheitert am TW)

Zeitstrafen: 10:10 (2 x Göller, Auerswald, Pohlmann, Bagats + rote Karte für Göller nach 57:56 Minuten)

Frank Wentzlawsky


     

 

 

 

28.09.06: Nach dem Pokalspiel GWD - Nordhorn

Im kleinen Kreis war man gestern sozusagen in der Kampa-Halle, denn nur ca. 10 % Plätze der zur Verfüguung stehenden Plätze waren besetzt.

Wenn man mal die Gästefans abzieht, brauchten die anderen Zuschauer und Fans, die auf der GWD-Seite standen, trotz des Pokal-Aus ihr Kommen nicht zu bereuen.

Gegen den favorisierten Gast von der deutsch-holländischen Grenze hielten unsere Akteure sehr gut mit und hatten 50 Minuten lang auch die Chance, vielleicht doch noch die Wende zum Guten (also Sieg oder Verlängerung) zu schaffen.

Der Anfang war schon recht vielversprechend. Eine aggressive Abwehr u. a. mit einer klaren Leistungssteigerung von unseren Neuen Jiri und Mirza brachte uns zunächst eine 4:1-Führung, die HSG war dadurch auch zu leichten Fehlern vereleitet worden. Die HSG kam zwar wieder heran, dennoch blieb das Spiel offen. Nach seiner seiner mehr als unglücklichen Leistung gegen Balingen war auch Apollo wieder besser drauf. Sein frühes Tor zum 2:1 gab ihm sicherlich mehr Selbstvertrauen, manchmal noch zuviel davon. Er nahm sich teilweise zu viele Würfe. Dennoch, denke ich, ist er auf dem richtigen Wege.

Daß der Gast trotzdem zur Halbzeit mit 3 Toren führte (16:13), lag vor allen Dingen an Holger Glandorf, der am Ende die entscheidenden einfachen Tore machte. Allerdings ging unsere Abwehr zu zaghaft mit ihm auch um. Trotzdem machte der Nationalspieler vorne Druck, der uns in unserer Offensive noch fehlt.

Die 2. Halbzeit blieb zunächst offen, nach 44 Minuten stand es 21:22. Mich hat vor allen Dingen auch die klare Leistungssteigerung von Mirza im Angriff gefreut, später übernahm er auch noch Verantwortung bei 2 (erfolgreich verwandelten) Siebenmetern. Er hat gezeigt, daß er durchaus in die Bresche springen kann, wenn andere schwächeln. Vielleicht hat ihm auch das lockere Gespräch geholfen, daß ich letzte Woche 1 Stunde mit ihm führen konnte. Vielleicht ist er jetzt auch angekommen in Minden.

Warum es trotzdem nicht zu einer eventuellen Überraschung gereicht hat, lag aus meiner Sicht an 3 Faktoren. Unser Team leistete sich immer mal wieder leichte, technische Fehler. Zwar deutlich weniger als zum Beispiel in Tübingen gegen Balingen, aber etwas weniger darf es schon noch sein. Zum zweiten wurde häufig leider unser RA Einar Örn Jonsson übersehen, der direkt nach dem Spiel zurecht angefressen war. Hätte er nur im Angriff gespielt, hätte er sich wohl nicht duschen brauchen. Der dritte Faktor waren die Torhüter. Kein Vorwurf an Malik und Björn, aber Larsson und Gentzel waren einfach stärker.

Insgesamt aber, wie schon erwähnt, eine Leistungssteigerung. Die härteren und intensiveren Trainingsmethoden (u. a. wurden freie Tage gestrichen) haben sich ausgezahlt. Gegen Düsseldorf wird natürlich ein anderes Spiel, ein Nervenspiel, aber seit gestern kann man wieder hoffen, zumal 1,5 Wochen Zeit bleiben, taktisch und kräftemäßig weiter zuzulegen.

Frank Wentzlawsky


      

 

 

 

17.09.06: Wir waren in... Tübingen (Balingen-GWD)

Da wir den Tag von der Zeit sehr gut eingeteilt hatten, starteten wir ohne Hektik mit 30 Minuten Verspätung in das "Abenteuer Balingen". 15 unentwegte GWD-Fans fanden in 2 Bullis Platz. Wolfgang hatte alles dabei (dazu später mehr im Text), und wir hatten auch genügend Fahrer für beide Fahrzeuge, um diese lange Strecke (ca. 1200 km hin und zurück) problemlos zu bewältigen. Im Mercedes-Bulli wechselten sich Wolfgang, Helmut und Detlef ab, im Opel-Bulli waren es Werner, Willi und ich. An alle Fahrer an dieser Stelle vielen Dank!

In Dankersen bei der Abfahrt war die Laune sehr gut. Wir waren auf alles vorbereitet, wie sich wohl unser Team beim Aufsteiger präsentieren würde.

Um 10.30 Uhr machten wir unsere Frühstücks-Pause. Super, wie wir verwöhnt wurden. Brötchen, helles und Vollkornbrot, verschiedene Sorten Wurst, Käse, Mett, Gurken, Butter - alles war da. Dazu schönen warmen Kaffee.

Nach einer kleineren Pause (zum Verschnaufen) machten wir dann den 2. längeren Aufenthalt an der Raststätte "Riedener Wald", ca. 100 km vor Tübingen. Hier gabs ein leckeres Mittagessen. Schnitzel und Frikadellen sowie Kartoffelsalat und Nudelsalat schmeckten allen.

Dann fuhren wir durch über Stuttgart nach Tübingen. In der historischen Innenstadt mit Marktplatz und vielen kleinen Gassen hatten wir ca. 1 Stunde Zeit. Auch die ersten "kostümierten" Handball-Fans des Gastgebers wurden gesichtet und und ein von beiden Seiten freundschaftliches "Hallo". Von der nahegelegenen Burg konnten wir die Stadt Tübingen von oben mal gut sehen, und auch ein Brautpaar war anwesend, wir mit unseren Fan-Club-T-Shirts stahlen denen ein bißchen die Aufmerksamkeit.

Dann gings zur TÜ-Arena, wir parkten neben dem Mannschaftsbus und tranken noch Kaffee und aßen Kuchen, bevor es in das Hallen-Innere ging. Und Eddy aus München ließ es sich natürlich auch nicht nehmen, zu diesem Spiel zu kommen, genauso wie mind. 2 andere GWD-Fans, die jetzt im Süden der Republik wohnen.

Einige Spieler begrüßten uns vom Hallenparkett aus, sie machten sich auf der anderen Seite der Halle warm von dem Punkt aus, wo wir saßen.

Die ersten Minuten waren geprägt von Nervosität, Härte und TW-Paraden. So stand es nach 3 Minuten noch 0:0 und nach 4 Minuten 1:1 bei bereits zwei verteilten Zeitstrafen (für jede Mannschaft eine). Nach dem 2:2 setzte sich der Aufsteiger unter dem Jubel der Einheimischen mit sage und schreibe 8:2 ab. Wir schossen TW Slaby regelrecht warm und mußten einige Kontertore einfangen. Auch unsere Abwehr war doch recht zaghaft, während die Gastgeber unsere Offensive durch harte Attacken den Schneid abkaufte. Trotzdem, unsere Mannschaft fing sich und kam wieder einigermaßen heran. Allerdings zunächst mehr als auf 2 Tore, und das lag vor allen Dingen daran, daß Stephan einfach zu viel wollte, auch zu viel Verantwortung. Er wollte sich Selbstvertrauen zurückholen. Doch der Schuß ging eindeutig nach hinten los. Selbst einfache Fangfehler waren die Folge. Die Mannschaft war teilweise angesteckt, doch weil es inzwischen in der Abwehr stimmte, zwar auf Kosten von Zeitstrafen, doch ein positives Zeichen des Kampfes, konnte sich Balingen nicht entscheidend absetzen. 13:10 zur Halbzeit - da geht doch noch was, oder?

Nun war die Mannschaft auf unserer Seite der Tribüne, und so konnte ich Apollo zurufen: "Gemeinsam schaffen wir das hier noch". Apollo zwinkerte zurück und bedankte sich so für die Unterstützung.

In der 2. Halbzeit hatte Balingen Anwurf. Sie brauchten lange, um den 1. Angriff abzuschließen, d. h., sie bekamen einen Siebenmeter. Der ging an die Unterkante der Latte und sprang wieder heraus. Genauso einen Siebenmeter "gelang" auch Apollo in der 1. Hälfte. Wir konnten unseren ersten Angriff im Schlußabschnitt auch nicht erfolgreich verwerten, doch dann hielt Malik einen Wurf, sodaß wir nach 35 Minuten auf 12:13 herankamen. Balingen erhöhte wieder auf 14:12, doch dann machten wir leider unverzeihliche leichte Fehler. Zu früher Abschluß, Fangfehler, es war zum Haare raufen. Balingen konterte zum 16:12. Die Halle war wieder da, frenetische Stimmung. Doch unsere Jungs kamen zurück. Mit gesunder Härte. Die Heimzuschauer antworteten mit einem Pfeifkonzert in dieser schon sonderbaren rosa Arena, aber davon ließen sich Becker/Hack nicht entmutigen und pfiffen weiter ihre Linie. GWD kam erneut auf ein Tor heran, 16:17 nach ca. 45 Minuten. Und eine "sogenannte Rote Karte" für einen Balinger-Trommler hinter dem Tor, der mit seinen Trommelstöcken wohl zu weit ging. Er mußte den Platz räumen.

Aber wieder hielt unser Team den Druck, jetzt vorbeizuziehen, nicht stand. Apollo konnte einem Leid tun. Er probierte alles und bekam nichts auf die Reihe. Und unsere anderen Akteure wie Moritz, Andy, Snorri, Dima und Einar Örn. Das Außenspiel fand zu selten statt, und ansonsten wechselten Licht und mehr Schatten sich ab. Und Jiri fehlte nach der 3. Zeitstrafe in der Abwehr. Es gab und gibt sicherlich einige Gründe für diese Niederlage. Die Nervosität durch die anfeuerungsfreudigen Heim-Fans, der Kräfteverschleiß nach dem Kiel-Spiel, die Unsicherheit der anderen durch Stephans Spiel.

Balingen war auch nicht viel stärker als wir, und zu Hause sind sie mit Sicherheit auch ein schlagbarer Gegner. Bei ihnen loderte aber immer noch das Aufstiegsfeuer und die Zuschauer waren euphorisch des zu 1. Bundesliga-Heimsiegs in der Geschichte der Bundesliga aus ihrer Sicht.

Nach dem Spiel waren wir natürlich alle maßlos enttäuscht. Und die Spieler und Offiziellen mit Sicherheit auch. Für jeden ist es sicherlich nicht einfach, nach der Leistung zu den Fans zu gehen und gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Aber es gehört einfach dazu. Jan Fiete und Moritz waren die einzigsten, die nach ca. 7 Minuten kamen. Die anderen haben sich so verabschiedet, wie sie gespielt haben - schwach.

Da aber wie gesagt unsere Bullis neben dem Mannschaftsbus parkten, bekamen wir alle gesunden Spieler + Arne zu Gesicht. Natürlich mußten sie sich einiges (zurecht) anhören in meist sachlicher Art, aber wir minterten sie gleichzeitig wieder auf unter dem Motto "Kopf hoch, Jungs!"

Einer, der jetzt besonders viel Unterstützung braucht, ist ganz sicherlich Apollo. Seine derzeitige Verzweiflung war ihm im Gesicht gestanden. Bei ihm liegt es ganz sicher nicht an der Leistung, er kann das Handballspielen ja nicht verlernt haben. Er braucht jetzt die Mannschaftskollegen, die Fans, das Erfolgserlebnis.

Auf der anderen Seite gab es am Bulli auch Aussagen von Spielern wie diese hier:"Habt ihr wirklich daran geglaubt, hier gewinnen zu können." Was er damit aussagen wollte: Balingen ist gerade zu Hause kein Kanonenfutter, und mit dem Aufstieg im Rücken noch zu diesem Zeitpunkt bringt man etwas mehr als die 100 Prozent. Man solle also die Kirche im Dorfe lassen und nicht gleich von einer Abstiegstruppe reden, wenn man hier verliert.  

Natürlich gibt es ein Endspiel gegen Düsseldorfschon, aber andererseits gibt es dieses Jahr in der Liga einige Mannschaften, die ähnliche Probleme wie wir haben, ob es nun Nettelstedt, Wetzlar, Düsseldorf sind, aber auch Hildesheim und Balingen.

Die Rückfahrt war naturgemäß etwas ruhiger. Einige schliefen, die anderen verdauten die Niederlage mit Getränken. Auf einer größeren Pause an der Raststätte "Wunnenstein" gab es nicht nur das Abendessen mit den vorhin beschriebenen Köstlichkeiten, sondern auch eine Begegnung der beonderen Art. Wir trafen eine leibhaftige Frauen-Bundesliga-Mannschaft - im Eishockey. Der EV Regensburg und der GWD-Fan-Club fachsimpelten über die beiden Sportarten und vieles mehr. Und die Spielerinnen des Clubs (sie verloren 0:3 in Kornwestheim) sowie Trainer, Betreuerin  und Betreuer erfreuten sich an unseren Lebensmitteln. Mit so einer günstigen und guten Verpflegung hatten sie natürlich nicht gerechnet. Eine weitere Pause machten wir dann an der Raststätte "Am Biggenkopf", und um 05.30 Uhr war die längste Auswärtsfahrt der Saison 2006/2007 beendet.

Es kamen dann noch Vorschläge, man sollte vielleicht einige Spieler aus der 2. Mannschaft beim Pokalspiel gegen Nodhorn einsetzen zur Schonung der Stammspieler. Ich persönlich halte davon nichts. Laßt sie doch weiter einspielen für die wichtige Begegnung gegen Düsseldorf. Wenn wir ausscheiden, kräht kein Hahn danach, wenn wir weiter kommen, ist auch gut.

Frank Wentzlawsky


  

 

 

 

       

 

14.09.06: Nach dem Duell GWD - THW

Was hatte man nicht alles befürchtet vor dem Duell gegen den Deutschen Meister. Werden es 15 Tore oder gar 20 Tore Unterschied sein - oder noch mehr vielleicht. Mit 29:41 blieben wir im Rahmen unserer Möglichkeiten, nach dem Halbzeitstand von 10:19 ist das wirklich ein passabler Endstand. Natürlich fehlte noch Jeppesen bei Gast. Na und, ein Kim Andersson, ein Karabatic, ein Ahlm, ein Lundström, ein Omeyer im Tor am Anfang. Immer wieder beeindruckend, so viele Klasse-Spieler zu sehen. Und das sind ja nur einige in der Aufzählung.

Und so stand es fast schon erwartungsgemäß nach ca. 10 Minuten 3:8. Kein Vorwurf an Malik. Unsere Deckung hatte kein Rezept gegen die plaziert abgefeuerten Würfe aus dem Rückraum, die meistens unhaltbar in den (unteren) Winkel einschlugen. Später auch Buhrmester war machtlos gegen die Würfe von Kim Andersson und Co.

Und vorne bei uns: Schäpsmeier zeigte sich leicht verbessert, Just traute sich wenigstens Würfe zu, aber die ersten 4 gingen allesamt leider ins falsche Netz - nämlich in die hinter dem Tor (Auffangnetz). Einige herrliche Tore halbhoch vornehmlich von Gudjonsson passierten Omeyer, der bei flach geworfenen Bällen seine stärksten Szenen hatte. Leider wurde zu viele Bälle nach unten geworfen, so konnte sich Kieler in der 1. Halbzeit immer weiter absetzen.

Nach 12:35 Minuten war es dann soweit. Unter Jubel in der enttäuschend besetzten Halle kam Dima aufs Parkett - sein Einsatz sollte noch von Bedeutung sein.

In der 2. Halbzeit erkannte man unser Team gar nicht wieder. Was ein gesunder Kreisläufer doch alles bewirken kann. Dima stand Ahlm in überhaupt nichts nach erzielte 50 % der in der 2. Halbzeit erzielten Tore. Dazu machte er durch seinen körperlichen Einsatz Löcher frei für z. B. Gudjonsson, Schäpsmeier und Buschmann. Überhaupt Jan Fiete. Er hat immer noch seine permanenten Schulterprobleme, doch er opfert sich für die Mannschaft. Das muß man mal aus diesem Aspekt sehen. Hinten wirbelten allerdings auch die Kieler weiter. Andersson und Ahlm waren es vor allen Dingen, die den THW mit dem Vorsprung von 9-12 Toren auf Kurs hielten.

Aber von unserer Seite eine ganz klare Leistungssteigerung, die dann in Balingen bzw. Tübingen am Samstag auf Punkte hoffen läßt. 16 Fans von unserem Club wollen dabei sein und machen sich dann um 08.00 Uhr auf dem Weg.

Auch am Rande des Spiels gab es schöne Szenen. Die "Zebrasprotten" kamen mit 40 Fans in die Kampa-Halle, und viele davon auch zu uns in den Fan-Treff.

Und dort konnten wir ihnen und unseren Fans 4 Nationalspieler präsentieren. Neben unseren Isländern Snorri und Einar Örn kamen auch zur Freude von mir Marcus Ahlm und Dominik Klein. Für Dominik war eigentlich TW Henning Fritz vorgesehen. Henning spielte von der 30.-45. Minute, ohne große Wirkung. Da hatte er dann absolut keine Lust mehr, zu uns zu kommen. Der Frust saß anscheinend zu tief. Etwas besser im Tor machte es in der Schlußphase Mathias Andersson.

Alle 4 Spieler waren sehr auskunftsfreudig. Und gerade auch die Spieler vom THW sind sehr pflegeleicht. Als Marcus Ahlm merkte, daß Henning nicht will, brachte er eben mit Dominik Klein einen anderen deutschen Nationalspieler mit.

So, Kiel ist passe, nun  konzentrierenwir uns auf Balingen und auf eine rosa Halle, der TÜ-Arena in Tübingen. Sicherlich gewöhnungsbedürftig. Aber auch Zeit für die ersten Saison-Plus-Punkte.

Frank Wentzlawsky


         

 

 

  

 

 

10.09.06: Nachbetrachtung GWD II - Schalksmühle-Halver

Mit einer souveränen Vorstellung startete unser RL-Team erfolgreich in die Saison. Der Gegner aus dem Märkischen Kreis hatte zu keiner Phase des Spiels eine Chance, auf einen Punktgewinn in Dankersen zu hoffen.

Das Team von Neu-Trainer "Giorno" Sproß überrannte in den ersten 15 Minuten regelrecht den Gast. So stand es 9:1. Ein konzentrierter Abschluß, eine aufmerksame Deckung - so lautete das Rezept heute. Den Unterschied in der Anfangspahse machten schon unser "Oldie" Karsten Gerling und unser TW mit Doppelspielrecht, Jannik Bahl.

Aber auch die anderen GWD-Spieler zeigten Spielfreude. Ob es ein Sebastian Bagats aus dem Rückraum war oder ein Sven Pohlmann, oder auf Linksaußen Benjamin Göller - oder wie gesagt all die anderen, es wurde Handball gespielt, richtig guter Handball. Der Gegner hatte es sicher auch zugelassen, trotzdem machten unsere Jungs, wie es ihre Spielkultur in der Regel auch ist, über 60 Minuten richtig Damp. Auch Simon Witte und Jonas Helmdach (von der A-Jugend) fügten sich sehr gut ein. Zum Schluß durften Jonas Vieker (hielt auch noch einige Bälle fest)und Ede Morasch auch noch ran.

In der 2. Halbzeit hielt Schalksmühle besser dagegen. Ihre Zielsetzung ist diese Saison der Klassenerhalt, und das wird nach dem Eindruck des heutigen Spiels mit Sicherheit ein schwieriges Unterfangen werden. Allerdings war für sie GWD 2 sicher nicht der Maßstab. Da müssen denn andere Gegner bezwungen werden.

Etwas Streß machten sich die Schiris. Bei einer so deutlichen Führung für uns in der 2. Halbzeit wirkten sie phasenweise doch verunsichert und "glänzten" mit einigen nicht nachvollziehbaren Entscheidungen. Na ja, spielentscheidend war es nicht, und insgesamt war es ja auch okay. Aber sie hätten sie manchmal das Handball-Leben sich einfacher machen können.

Bei uns fehlten übrigens Konny Kunisch (gesperrt durch BL-Einsätze) und Björn Buhrmester (Schonung für das Spiel gegen Kiel am Mittwoch).

Frank Wentzlawsky


       

 

 

10.09.06: Nach dem Spiel GWD - HSV

Eine 16:28-Niederlage, die sich deutlicher anhört, als es in Wirklichkeit war.  Aber leider hat unsere Mannschaft die letzten Minuten aufgehört, Handball zu spielen.

Dabei fing es gar nicht mal so schlecht an. Malik hielt die ersten schweren Bälle. Vom Kreis, aus dem Rückraum, von außen. Auf der anderen Seite zeigte sich aber auch HSV-TW Sandström als ein Meister seines Faches. So blieb es in den ersten 30 Minuten ein torarmes, aber interessantes Spiel. Die ersten 20 Minuten konnte sich keine Mannschaft entscheidend absetzen. Man hätte es ja eher vom HSV erwartet, aber auch sie konnten die Deckung von GWD nicht so knacken, wie sie es sich vielleicht doch erhofft hatten. Unser Hauptproblem, die Offensive, der Angriff, entpuppte sich als laues Lüftchen. Leider. Chancen, um eventuell länger als die 20, 25 Minuten das Spiel offen zu gestalten, waren da. Aber wie gesagt, gegen Sandström war schwer vorbeizukommen, aber viele Abschlüsse waren einfach nicht durchschlagskräftig genug oder wurden leichtsinnig vergeben. Nach ca. 15 Minuten stand es 6:6. Gegen einen HSV, der sich doch hohe Ziele (in Zukunft) setzt, ein beachtliches Ergebnis. Zur Halbzeit stand es 12:8 für den HSV. Das war noch alles o.k.

Der Anfang der 2. Halbzeit stand für beide Mannschaften unter keinem guten Stern. Der HSV, bei dem u. a. Lijewski und Pungartnik gar nicht eingesetzt wurden, TW Stojanovic übrigens auch nicht, scheiterte mehrmals an Malik, unsere Angriffe wurden durch leichte Konzentrationsfehler leichtfertig vergeben. So stand es nach 42 Minuten 10:16. Unsere beiden Tore warf übrigens Snorri vom Kreis (!). Eine Variante, die sich Richard in der Halbzeit ausgedacht hatte. Ein weiterer Kreisläufer (neben Hynek und Just) sollte in die Abwehr reinlaufen und für Gefahr sorgen. Machte Snorri sehr gut.

Aber die anderen Spieler waren einfach aus dem Rückraum zu ungefährlich. Sandström gewann das Privat-Duell gegen Just um Längen,  Jan Fiete plagt sich immer noch mit einer lädierten Schulter herum (Ersatz für ihn haben für zur Zeit nun mal nicht) und daß noch am Wurfarm, was ihn natürlich stark behindert. Moritz läuft seiner Form leider auch hinterher. Nur Andy Simon bestätigte seinen insgesamt guten Saisonverlauf. 

Er war neben Jonsson und Malik der beste Spieler gestern abend. Aber es hilft nichts. Wir müssen weiter daran arbeiten, die Spieler zu unterstützen. Die anderen Mannschafte unten, die gestern gespielt haben, waren auch mehr oder weniger chancenlos. Immer noch 6 Teams haben 0 Punkte, wobei Wetzlar und Melsungen heute noch gegeneinander spielen.

Am Mittwoch kommt der THW. Da müssen sich unsere Jungs für Balingen einspielen. Dieses Match und dann der (hoffentlich goldene Oktober) wird uns dann zeigen, wie wir gegen Mannschaften aussehen, die spielerisch nicht besser sind als GWD. Unsere "Lieblinge" müssen  sich auch mehr disziplinieren. Es kann nicht sein, daß z. B. Apollo nach fast jeder Spielsituation mit den Schiris lamentiert und dann hinten fehlt.

Richard hatte gestern schon darüber nachgedacht, Dima kurz zu bringen, damit er sich wieder an die Bundesliga gewöhnen kann. Wichtiger ist aber Dimas Einsatz in Tübingen gegen Balingen. Von einem bin ich überzeugt: Richard ist der richtige Mann, um unser Team wieder so aufzurichten, daß die nötigen Punkte gegen "unsere" Mannschaften geholt werden.

Sehr traurig war gestern die Zuschauerzahl. Die, die waren, haben richtig gute Stimmung gemacht, aber es waren auch gerade aus wirtschaftlicher Sicht viel zu wenig. Man kann nur hoffen, daß das MT z. B. das ganze Spiel sieht und nicht die letzten 10 Minuten zum Maßstab nimmt, um eine  Spielanalyse an den Leser zu bringen.

Noch ein Wort zu den Schirs. Sie waren um Gottes Willen nicht spielentscheidend. Aber es ist auch so, daß man es absolut nicht einsehen kann, warum der HSV (bzw. einzelne Spieler) einen Bonus haben. Jonsson bekommt 2 Minuten wegen absichtliches Fußspiels, Hens aber nicht. Vielleicht hatten sie keinen Mumm, weil der HSV in diesem Moment in Unterzahl war. Die Aktion von Giullaume Gille gegen Jan Fiete rot und sonst gar nichts. Das hat auch "Toto" Jansen nachher im Fan-Treff zugegeben. Er sagte zwar auch was vom Fingerspitzengefühl der Schiris, aber auch, daß sich der HSV sich nicht hätte beschweren können, wenn für G. Gille das Spiel vorzeitig beendet gewesen wäre.

Apropos Torsten Jansen: Wir haben ihn gestern im Fan-Treff zu Gast gehabt. Ein richtig guter Handballspieler, der auch gestern natürlich mit all seiner Erfahrung den Unterschied ausgemacht hat, aber auch ein sympathischer Sportsmann, wie sich gestern gezeigt hat. Er wurde bei uns gut aufgenommen. 

Frank Wentzlawsky


   

 

 

 

             

 

 


31.08.06: Nach dem Spiel gegen Göppingen

Nach dem Auftritt von gestern könnte man jetzt sarkastisch schreiben: War ein schönes Spiel in der Kampa-Halle - wenn man Fan von Frisch Auf Göppingen ist.

Also, ich will hier auf keinen Fall irgendetwas schön reden, dazu gibt es nach dieser Partie auch überhaupt keinen Anlaß. Zwei Spieler in guter Form (Jonsson und Buhrmester) und dazu ein solider Andy Simon reichen bei weitem nicht aus, um so eine Klatsche zu vermeiden. Die Abwehr war keine, der Angriff war ein laues Lüftchen, Kampf und Leidenschaft fehlten bzw. wurden sehr stark vermißt.

Jetzt könnte man natürlich an dieser Stelle weitermachen und alle draufhauen, auf das Team verbal einschlagen. Mache ich aber nicht. Die Spieler wissen selber, was sie für eine Sch... gespielt haben. Das ist für das schlimmste Ärgernis und eine Art Höchststrafe. 

Doch gerade jetzt in dieser Situation sind wir Fans gefragt. Vom Fan-Club und vom Commando. Gestern waren wir noch alle verständlicherweise gefrustet, doch heute beginnt die Zeit, sich vn den Leuten zu distanzieren, die nach 2 von 32 Spieltagen bereits alles schwarz sehen und und als Abstiegskandidat Nr. 1 betrachten. Gestern im Fan-Treff mußten sich der Trainer und die beiden Spieler Jiri Hynek und Christopher Kunisch sicherlich einiges anhören, aber gleichzeitig haben wir wieder versucht, sie aufzurichten.

Auch heute habe ich einen Spieler getroffen und mit ihm etwas länger diskutiert. Dieser Spieler weiß auch,was sie gestern abgeliefert haben, aber er weiß eben auch durch das Training, welches Potenzial in diesem Team steckt. Letztes Jahr hatten wir auch solche grottenschlechte Auftritte (z. B. beide Spiel gegen Düsseldorf), doch das Team kam immer wieder zurück und schaffte ohne Zusatzauftritt den Klassenerhalt. Und das ist dieses Jahr auch allemal drin!

Also: Jetzt erst recht nach Nordhorn und Balingen (wer z. B. beruflich nicht verhindert ist) mitfahren und zeigen, daß wir echte GWD-Fans sind!!!

Frank Wentzlawsky    

 

 

27.08.06: Wir waren in... Lemgo

Das war er also, der lang erwartete Auftritt unserer dezimierten Truppe. Und man muß sagen, unser Team hat sich beim TBV sehr gut verkauft. Eine Niederlage mit 7 Toren ist kein Beinbruch, es hätten auch 4 oder 10 Tore sein können.

Um 14.45 Uhr starteten um die 30 GWD-Fans (darunter viele unserer Mitglieder) zur 1. Auswärtsfahrt dieser BL-Saison. In Lemgo angekommen, besuchte ich wie vorher abgesprochen mein Pendant der Lemgoer Hexen, Jens Gerres. Wir sind uns freundschaftlich verbunden, und so wurde vor dem Spiel über alles mögliche geplaudert. War ein netter Start.

Dann ging es um 17.00 Uhr los. Malik fing im Tor an, Jiri am Kreis, im Rückraum Jan-Fiete, Apollo und Mirza sowie auf Außen Andy und Jan Einar. GWD hatte den 1. Angriff. Leider kam ein schwacher Tiefwurf von Buschmann zu Stande, den die Nr. des TBV, Carsten Lichtlein, ohne Mühe meisterte. Überhaupt die ersten 10 Minuten: GWD fand nicht so recht ins Spiel, in der Defensive wurden noch große Lücken gesehen und vorne war die Durchschlagskraft noch nicht so gegeben. Wer gedacht hätte, daß Apollo auch in der BL hauptsächlich mit den Würfen auf das Tor abschließt, sah sich getäuscht. Hier taten sich wie gesagt Buschmann und auch Cehajic hervor. Das GWD-Bundesliga-Tor erzielte aber vom Kreis unser Jiri Hynek nach ca. 70 Sekunden (zum 1:1, dem einzigsten Gleichstand). Das 2. Tor zum 2:4 gelang übrigens dem anderen Neuen it der Nr. 23, Mirza Cihajic.

Nach ca. 12 Minuten etwas umgestellt. Simon wechselte in den Rückraum für Buschmann, Schäps kam für Cerhajic und Kunisch durfte als Linksaußen ran. Damit wurde unser Spiel druckvoller und hinten fand sich die Abwehr. Nach einem zwischenzeitlichen Rückstand von 5:12 kämpft sich unser Team auf 11:14 zur Halbzeit heran. Vobildlich. Auf Lemgoer Seite fingen Mocsai und Schwarzer gut an.

In der 2. Halbzeit wogte das Spiel hin und her. Zwischen 4 und 7 Toren betrug der Lemgoer Vorsprung. Die Gastgeber verwalteten die Führung, GWD spielte solide mit. Nach 48 Minuten kam dann Burmi für Malik, der starke und schwache Minuten zwischen den Pfosten hatte. Was dann allerdings unser TW Buhrmester hielt, war überragend. Er fischte einen Ball nach dem anderen weg (u. a. auch mehrmals gegen Kehrmann). Auch die Lemgoer Lattentreffer schreibe ich Burmi zu 100 % gut, da er durch seine Paraden die folgenden Würfe der TBVer so veränderte, daß sie nur an das Holz sprangen. Gut dann auch die Rückwärtsbewegung unserer Truppe.

Wenn es was zu bemängeln gibt, dann die selbst erzielten 19 Tore. Das lag natürlich auch an Lichtlein, aber auch an der Tatsache, daß praktisch nur 4 Torewerfer auf dem Spielfeld waren. Kunisch auf Links wurde ebenso kaum angespielt wie Auerswald, der fast die komplette 2 Halbzeit am Kreis im Angriff stand. Auerswald holte immerhin einen Siebenmeter heraus, den Apollo sicher verwandelte. 

Trotzdem fand ich gut, daß Kunisch und Auerswald so viele Spielanteile bekommen hatten. Sie setzen logischerweise wenig Akzente, aber so werden siche behutsam an das Stahlbad Bundesliga herangeführt statt mit 5 Minuten-Einsätzen beispielsweise.

Gegen Göppingen stehen die Chancen auf Sieg 50:50, so würde ich mal sagen. Insgesamt fuhren wir aus Lemgo aber zufrieden wieder an die Weser. Und wer weiß: Vielleicht bekommt Burmi die Chance, von Anfang zu spielen. Nach der heutigen Leistung wäre es gerechtfertigt.

Frank Wentzlawsky   

 

 

17.07.06: Der Kommentar zum Trainingsauftakt

Ab heute am Montag wird wieder geschwitzt in der Kampa-Halle. Nicht nur die Bundesliga-Truppe, sondern auch die Akteure des Regionalliga-Teams absolvieren heute die ersten Einheiten. Zeit, sich ein bißchen Gedanken über die neue Saison zu machen.

Blicken wir kurz zurück nach dem letzten Training der alten Saison Mitte Juni bis heute. Die Spieler, die bei GWD blieben, nutzten ihren Urlaub, wie konnte es anders sein, auf verschiedenste Weise. Die einen flogen ganz weit weg (bis in die Karibik), andere zogen es vor, im Urlaub innerhalb Mindens oder in der Nähe umzuziehen, andere wiederum blieben "einfach so" in der alten Garnisonsstadt.

Kurzweil bot in der handballfreien Stadt eindeutig die Fußball-WM, wovon sich auch einige GWD-Akteure anstecken ließen. Politisch gesehen bekamen wir neben einer Gesundheitsreform die neue Föderalismusreform, und die könnte evtl. auch Auswirkungen auf einzelne Fan-Club-Mitglieder haben. Wieso das? Nun, durch diese Föderalismus-Reform erhalten die Bundesländer neue Zuständigkeiten, die vorher dem Bund gehörten. Z. B. das Ladenschlußgesetz: Einige unserer Mitglieder sind im Einzelhandel angestellt. Bei neuen, erweiterten Öffnungszeiten könnte weniger Zeit für GWD draufgehen. Hoffen wir es aber nicht.

Bei GWD tat sich in der Wirkung nach außen recht wenig. In der Geschäftsstelle sammelten sich die Faxe, die von überall her kamen, mit den Adressen der Spielerberater, die ihre Akteure unserem Verein schmackhaft machen wollten. Bis auf die Verpflichtung von Jönsoon (nach einigem Hickhack) ist aber bis heute kein weiterer neuer Spieler an Land gezogen worden. Natürlich fielen vereinzelt Namen, mal konkreter, mal mehr über die Gerüchteküche. Bei der "Zweooten" stand fest, daß unser Trainer Bert Fuchs den Verein leider verlassen mußte. Was man ihm vorwirft, weiß bis heute keiner, wohl selbst die Offiziellen nicht so richtig. Bert geht nach Nordhemmern als Jugendtrainer. Viel Glück dort, lieber Berti!

Ein Nachfolger wurde ziemlich schnell gefunden. Vom HCE Bad Oeynhausen kommt wieder ein Ex-GWDer, sein Name ist Sproß, Joachim Sproß. Aufgefüllt wird der schmale Kader vorwiegend mit dem eigenen Nachwuchs der A-Jugend, die A-1-Jugend bedient sich wieder vom unter ihr stehenden Nachwuchs usw usw. Gerade die B- und C-Jugend der Saison 2006/2007 soll sehr stark sein, wenn man mit verantwortlichen Trainer unserer Nachwuchs-Kräfte sich unterhält.

Heute wurde doch ein neuer Spieler im Training vorgestellt. Yannick Bahl kommt aus Meck-Pom (Schwerin) nach Dankersen. Er soll die Nr. 3 im BL-Team sein und hat auch das Doppelspielrecht für die RL-Truppe. Das Konzept mit jungen Spielern verfolgt GWD also weiter, es dürfen auch junge Wilde von weit her sein. Wobei man sagen muß, daß auch im Jugendbereich es immer wieder Spieler gibt, die nicht aus der Nähe Mindens zu GWD wechseln. In der B-Jugend fährt ein Spieler immer 2x die Woche von Warstein in die Olafstr. nach Dankersen zum Training und wieder zurück. Vorbildlich!!! Yannick Bahl hat da natürlich einen viel kürzeren Weg. Von seiner Wohnung in Meißen zu den Trainings- und Wettkampfhallen.

Was bei GWD I sportlich in der neuen Saison los sein wird, ist noch nicht abzusehen. Wir vom Fan-Club sind aber guten Mutes, daß die angekündigte Verstärkung bald vollzogen und gemeldet wird. Ein Hiobsbotschaft gab es aber dann doch wieder: Uns Arne fällt wohl mehrere Wochen, wenn nicht mehrere Monate verletzungsbedingt aus. Die alte Fußverletzung. Das ist sehr bitter. Für ihn, für den Verein und für uns Fans. GUTE BESSERUNG, ARNE!

Es gibt schon wieder Formulierungen im GWD-Forum oder in anderen Handball-Foren, da ist vom "Super-Gau" die Rede. Also dazu kann man nur bemerken, daß der ein oder andere einfach Wörter benutzt, ohne sich Gedanken zu machen, was man da einfach schreibt. Was sollen eigentlich z. B.  die geschädigten Leute (und Angehörige) der Atom-Kraftwerkskatastrophe von Tschernobyl (1986) denken, wenn sie so etwas lesen oder hören. Da werden mit diesem Ausdruck Strahlenopfer in einen Topf geworfen mit Menschen, die einen verletzten Fuß haben. 

Der große Gewinner könnte sogar in der neuen Spielzeit Christopher Kunisch heißen. Richard Ratka ist von ihm überzeugt. Wenn er jetzt sich im Training aufdrängt und dann in der Spielpraxis überzeugt, könnte es auch, aber nicht nur wegen Verletzungen anderer Spieler, einige Einsatzzeiten mehr geben, als er sich vielleicht vorgenommen hat. Für Christopher in seinem letzten Jahr mit Doppelspielrecht ein immens wichtiges Jahr. 

Zurück zu GWD, und zwar zum Hauptverein. Spannend wird es im Herbst, wenn ein neuer 1. Vorsitzender gewählt wird/werden muß. Dr. Erik Fischer hatte im November 2005 angekündigt, aus beruflichen Gründen nur für ein Jahr die Nachfolge von Günter Becker anzutreten. Es gibt schon einige Gedankenspiele, die aber natürlich noch lange nicht spruchreif sind.

Der GWD-Fan-Club wird unsere Mannschaften in den einzelnen Ligen wie gewohnt wieder unterstützen, wie man es gewohnt ist. In der Sommerpause haben wir auch wieder den einen oder anderen Neuzugang. Zu den Theken-Teams: In der Sporthalle Dankersen bleibt das Team so zusammen, wie man es kennt. In der Kampa-Halle im Fan-Treff wird es zwei Wechsel geben. Neu in der Mannschaft sind zwei Mitglieder, die ihr inzwischen kennen dürftet. Die Namen (bzw. alle Namen) stehen unter der Rubrik "Fan-Treff".

Unsere ersten Auftritte werden am 6. und 11. August beim Sport-Menü und beim Spielothek-Cup sein.

Frank Wentzlawsky 

 

13.06.06: Rückblick Fan-Treff der Saison 2005/2006

15 Mal hatte in dieser Saison hatte der Fan-Treff in der abgelaufenen Saison geöffnet. Gegen den VfL Gummersbach spielten wir noch mal in der TUI-Arena Hannover und gegen Concordia Delitzsch veranstaltete GWD das Oktoberfest im Nordfoyer. Wir hätten bis zur Halbzeit bei dieser Begegnung öffnen können, haben uns aber wiederum entschlossen, das der Fan-Treff zu bleibt.

Im Namen des Theken-Teams möchte ich mich bei allen Gästen bedanken, die während der Saison den Fan-Treff wieder zu dem machten, was Sinn und Zweck dieser Einrichtung ist. Das gemütliche Zusammensein, das Diskutieren über GWD im speziellen und über Handball (und andere Themen) im Allgemeinen. Es hat uns allen einen Riesenspaß gemacht, für Euch da zu sein. Und logischerweise kann es auch mal zu Situationen kommen, wo man länger auf sein Bier warten mußte. Aber sowas kommt überall mal vor und es spricht dann auch für die Beliebtheit des Fan-Treffs.

Vor der Saison haben wir uns einige Gedanken gemacht, was wir verändern können, im Sinne der Attraktivität, ohne dabei den Charme dieser Einrichtung zu zerstören, aber auch im Sinne der Effizienz. Ich habe z. B. mit Rainer Hösl (Hauptverein) zusammengesessen. Wir kamen überein, daß wir als zusätzliches Highlight immer 2 Spieler präsentieren, die zum Interview kommen. Es lief reibungslos. Team-Betreuer Tobias Glombek fertigte eine Liste an, welche Spieler jeweils bei uns erscheinen sollten. Diese Liste bekamen wir dann im Laufe der Saison, vorher wurde uns kurzfristig mitgeteilt, wer kommt. Jeder Spieler sollte mindestens 2 x dagewesen sein. Die Interviews führten Olaf Böke sowie meine Wenigkeit, gegen den TuS stellte Stefan Versick die Fragen. Natürlich gab es dann auch die Nachfragen von Euch. Wie im richtigen "Gesprächs-Leben" kam es auch bei uns vor, daß Spieler baten, keine Fragen zu dem ein oder anderen Thema zu stellen, z. B. zu Vertragsangelegenheiten. Dieses neue Konzept ging, wie wir glauben, sehr gut auf, und es hal allen Beteiligten Freude gemacht. Natürlich kamen auch mal so Spieler runter, die nicht vorgesehen waren, um mit uns Fans zu diskutieren. Nach dem letzten Heimspiel 2005 gegen den HSV zogen dann auch Richard Ratka und Tobias Glombek bei uns ein Halbzeit-Fazit. Gerade auch die beiden waren es, die fast bei jedem 2. Heimspiel unten waren, egal ob glorreicher Sieg oder ärgerliche Niederlage.

Der Fan-Treff, geleitet wie gewohnt von Mitgliedern unseres Fan-Clubs, ist für alle Fans offen. Sowohl von GWD wie auch z. B. von Gäste-Fans. Der absolute Höhepunkt war sicherlich das Gastspiel des Deutschen Meisters THW Kiel. Viele, viele "Zebra-Anhänger" kamen zu uns und waren vom Fan-Treff begeistert. Und das Spiel selber, da brauche ich wohl nichts zu sagen, einfach wunderbar... Die Kieler Fans waren auch gar nicht so richtig sauer, viele freuten sich, in so einem Raum Handball feiern zu können. Sowas kennen sie aus der Ostseehalle nicht (wie viele andere Fans aus ihren Vereinen auch nicht). Im Mindener und Kieler Internet-Forum gab es viel Lob. Sie freuen sich schon auf den 4. Oktober, wenn es wieder heißt: Auf nach Minden, auf in den Fan-Treff.

Da wir diesen Ansturm schon vorher "befürchteten", haben wir gedacht, erweitern wir die Interviews auch mit Gäste-Spielern. Die Anfragen von uns bei den Vereinen war in der Regel immer schnell beantwortet, aber auf unterschiedlichste Weise.

Beim THW war Uwe Schwenker höchstpersönlich unser Ansprechpartner. Vom THW wollten wir eigentlich Henning Fritz und Christian Zeitz. Henning war gesundheitlich angeschlagen und sagte ab, bei "Zeitzi" war es so, daß nach Angaben von Uwe Schwenker "der Christian" noch nicht mal bei uns den Mund aufmacht." Der "Ersatz" konnte sich sehen lassen. Ex-GWDer "Pitti" Petersen und Käpt´n Stefan Lövgren kamen dann zu uns und hinterließen einen sympathischen Eindruck (warum auch nicht).

Vom dem Kieler Erz-Rivalen Flensburg brauchte ich nicht lange, um dann Lars Christiansen zu uns zu leiten. Schon auf dem Gang durch die Katakomben (auf seinen ausdrücklichen Wunsch hin und eben nicht durch die Halle) machte er auf mich einen sehr interessierten Eindruck und mit Spannung fragte er mich aus, was ihn denn jetzt gleich erwarte. Toller Typ. Manch einer, der vielleicht etwas Vorbehalte gegen Lars hatte, wurde eines Besseren gelehrt. Ich glaube, er bekamvon den Gäste-Spielern den meisten Applaus.

Davon konnten dann Andreas Schweikhardt und Michael Kraus erst ein anderes Lied singen. FA Göppingen hatte gerade durch ein umstrittenes Tor von Kraus gewonnen. Auf dem Weg zum Treff wurden sie mit "A...."-Rufen (gerade auch von älteren GWD-Fans, die noch nie im Fan-Treff gesichtet wurden) begleitet. Machte ihnen nicht allzuviel aus, im Fan-Treff war es dann aber harmonischer.

Die Nordhorner antworteten auf meine Anfrage überhaupt nicht, ja, und die Kronauer waren nach der Niederlage bei uns so fertig, das keiner bereit war, auch nur ein Wörtchen zu sagen.

Zum letzten Meisterschaftsspiel gegen den SCM vor 10 Tagen überlegten wir lange, ob wir aufmachen sollten. Nach dem Spiel fand ja die Abschluß-Feier statt, und das war schon mal klar, daß wir da nicht mehr aufmachen würden. Es ging um die Öffnung vor dem Spiel. Nach einigem Hin- und Her-Telefonieren waren wir uns einig. Zum Dank für die vielen treuen Gäste haben wir vor dem Spiel dann doch noch mal den Fan-Treff geöffnet. Und für diese Leute hatten wir ja noch eine kleine Aktion gehabt, die mit dem Hauptverein vorher abgesprochen wurde.

Für die Rückrunde hatten wir dann Wacholder zusätzlich ins Sortiment aufgenommen. Und Werner übernahm den Verkauf der neuen GWD-Fan-Club-Shirts, was auch ein voller Erfolg war.

Mit dem "Mindener Tageblatt" und hier besonders mit Redakteur Marcus Riechmann sind wir so verblieben, daß immer rechtzeitig vor dem Spiel die Namen der Spieler, die zum Interview kommen, im Vorbericht des "MT" zu finden sind.

Nochmal zur Info: Der Räumlichkeiten des GWD-Fan-Treffs gehören dem GWD (Hauptverein), der aber die Verantwortlichkeit an uns, dem GWD-Fan-Club, übertragen hat. Deswegen wird die ein oder andere Aktion mit dem Hauptverein abgesprochen, da gibt es überhaupt keine Probleme. Die einzigste Bedingung, die wir haben: Die Preise der offenen Getränke (Bier, Alster, Cola, Wasser... etc.) müssen den Preisen der übrigen Theken in der Kampa-Halle angeglichen sein. Das Verzehr-Angebot liegt in unseren Händen.

Zum Schluß sagen wir vom Theken-Team des Fan-Treffs ein ganz herzliches Dankeschön an Horst Niemeier, der immer die Getränke für uns im Fan-Treff bereitstellt und der wie auch die Bulmahns und die Hallmanns mit Hilfe von Wolfgang Franke (allesamt Fan-Club-Mitglieder) weitestgehend den VIP-Raum organisiert.

Auch in der kommenden Saison werden wir wieder dafür sorgen, daß der Fan-Treff lebt - mit GWD-Spielern, mit GWD-Deko und dem TV-Gerät - U N D  M I T  E U C H ! ! !

Frank Wentzlawsky

 


 

 

    

                                   

09.06.06.: GWD-Einzelstatistik

MALIK BESIREVIC

In 34 Spielen 349 Würfe gehalten, dazu 23 Siebenmeter

Meiste Paraden in einem Spiel: 20

Meiste Siebenmeter gehalten in einem Spiel: 3

Beste durchschnittliche Fangquote: 29 %

BJÖRN BUHRMESTER

In 24 Spielen 53 Würfe gehalten, dazu 3 Siebenmeter

OGNJEN BACKOVIC

In 30 Spielen 59 Tore geworfen, davon 26 Tore zu Hause

Zu einem Siebenmeter angetreten: verworfen

Strafminuten: 58

JAN FIETE BUSCHMANN

In 30 Spielen 83 Tore geworfen, davon 52 Tore zu Hause

Zu einem Siebenmeter angetreten: verworfen

Strafminuten: 24

SNORRI GUDJONSSON

In 33 Spielen 153 Tore geworfen, davon 90 Tore zu Hause

Zu 56 Siebenmeter angetreten: 44 verwandelt (Quote: 79 %)

Strafminuten: 12

KILIAN KRAFT

In 10 Spielen 3 Tore geworfen, davon 1 Tor zu Hause

Zu einem Siebenmeter angetreten: verworfen

Strafminuten: 0

CHRISTOPHER KUNISCH

In 9 Spielen 1 Tor geworfen (zu Hause)

Zu einem Siebenmeter angetreten: verwandelt

Strafminuten: 0

ARNE NIEMEYER

In 32 Spielen 160 Tore geworfen, davon 83 Tore zu Hause

Zu 17 Siebenmeter angetreten: 17 verwandelt (Quote 77 %)

Strafminuten: 18

SVEN POHLMANN

In einem Spiel eingesetzt (kein Tor)

Keine Siebenmeter geworfen

Strafminuten: 0

MORITZ SCHÄPSMEIER

In 33 Spielen 61 Tore geworfen, davon 28 zu Hause

Keine Siebenmeter geworfen

Strafminuten: 48

IVAN VUKAS

In 32 Spielen 66 Tore geworfen, davon 20 Tore zu Hause

Keine Siebenmeter geworfen

Strafminuten: 12

ANDREAS SIMON

In 34 Spielen 67 Tore geworfen, davon 29 Tore zu Hause

Keine Siebenmeter geworfen

Strafminuten: 24

MATTHIAS TEINERT

In 6 Spielen eingesetzt (kein Tor)

Keine Siebenmeter geworfen

Strafminuten: 0

SEBASTIAN BAGATS

In einem Spiel eingesetzt (kein Tor)

Keine Siebenmeter geworfen

Strafminuten: 0

STEPHAN JUST

In 29 Spielen 161 Tore geworfen, davon 84 Tore zu Hause

Zu 77 Siebenmeter angetreten, davon 62 verwandelt (Quote: 81 %)

Strafminuten: 32

Meiste Tore in einem Spiel: 13

Meiste Siebenmeter.Tore in einem Spiel: 8

DIMITRI KOUZELEV

In 32 Spielen 117 Tore geworfen, davon 71 Tore zu Hause

Keine Siebenmeter geworfen

Strafminuten: 16

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REKORDE

Höchster Sieg: in Minden gegen Delitzsch mit 38:26

Höchste Niederlage: in Flensburg mit 20:38

Torreichstes Spiel: in Minden gegen Lemgo beim 34:41

Torärmstes Spiel: in Minden gegen Wilhelmshaven beim 20:21

TORE UND WÜRFE

Würfe für uns: 1437, davon 931 Tore

Würfe gegen uns: 1403, davon 1001 Tore

Tore in der 1. Halbzeit: 438 (Quote: 47 %)

Tore in der 2. Halbzeit: 493 (Quote: 53 %)

Gegentore in der 1. Halbzeit: 483 (Quote: 48 %)

Gegentore in der 2. Halbzeit: 518 (Quote: 52 %)

ZUSCHAUER

Total: 46.544 Zuschauer

Schnitt: 2.738 Zuschauer (gegenüber Vorjahr 3.128 Zuschauer)

Rekordkulisse: gegen Nettelstedt mit 4.400 Zuschauern

Minuskulisse: gegen Gummersbach (in Hannover) mit 1.444 Zuschauern

Auswärts total: 65.320 Zuschauer

Auswärts im Schnitt: 3.842 Zuschauer

Quelle: Handball-Woche vom 07.06.06 

 

 


  

 

 

05.06.06: GWD - SCM (Nachbetrachtung)

Es gab sicherlich schon bessere Spiele dieser beiden Mannschaftenin Minden zu bewundern, aber an diesem Nachmittag war das wohl allen so ziemlich egal.

Doch der Reihe nach: Um ca. 12 Uhr fanden sich schon die ersten Mitglieder des Theken-Teams unseres Fan-Treffs in der Halle ein. Wir hatten uns entschlossen, den Treff nochmal vor dem Spiel zu öffnen. Ein Dankeschön an die vielen treuen GWD-Fans, die uns immer besuchen und die auch am Samstag alle da waren. Alle, die unten waren, haben ja unseren speziellen Dank an Euch bei den Getränken erfahren. Auch die SCM-Fans waren eingeladen, einige kamen auch, wobei sie an diesem Nachmittag nur die halbe Stimmung mitnehmen konnten bei uns, da wir ein abgespecktes Programm natürlich hatten. So ziemlich wie vorgesehen kurz vor dem Spiel war dann auch die Saison im Fan-Treff für alle beendet. Spezieller Saison-Abschluß-Bericht bezüglich dieser Einrichtung folgt in wenigen Tagen.

Direkt vor dem Anpfiff wurden dann die Spieler verabschiedet, die uns leider verlassen. Olaf und Jens F. rollten die noch von Hannover übriggebliebenen Riesen-Fahnen für die Spieler als Abschiedsgeschenk aus, aber auch vom Fan-Club gab es auch dieses Jahr wieder eigene kleine Präsente, die von unserer ehemaligen 1. Kassiererin Ingrid und mir überreicht wurden. Alle drei Akteure erhielten übrigens einen Gutschein von einem unserer größeren Sponsoren und eine Flasche Wein in einer kleinen, hübschen Tasche.

Das Spiel selber lief vom Ergebnisablauf ähnlich wie die letzten beiden Heimspiele gegen Nordhorn und Wilhelmshaven. Nach knapp 10 Minuten hatten wir eine 3-Tore-Führung (6:3), danach riß etwas unser Spiel, wir blieben dran und zur Halbzeit lagen wir mal wieder mit einem Tor hinten (12:13). Von unserer Seite war es fast die Apollo (war besonders motiviert gegen seinen ehemaligen Verein)- und Björn (der mehrmals überragend hielt)-Show. Beim SCM traf Bielecki fast nach Belieben.

In der 2. Halbzeit hatten unsere Akteure mehrfach das Nachsehen gegen den 2. Keeper der Sachsen-Anhaltiner, Silvio Heinevetter. Magdeburg war vorne einfach stärker, und so führten sie zwischenzeitlich mit 8 Toren (20:28). Die Stimmung in der Halle war aber trotzdem weiter super, denn diese Niederlage tat keinem mehr weh. Unsere GWD-Akteure kämpften sich aber wieder zurück, so daß die Niederlage mit 27:30 auch vom optischen besser aussah. Während Spieler wie Arne schon seit Wochen auf dem Zahnfleisch laufen, ist immer wieder Dima ein Teufelskerl. Was er aus seinen Möglichkeiten gegen die harte, meist aber faire Gangart des Gegners aus dem Hut zaubert - unglaublich, mit Worten nicht zu beschreiben.

Die Abschlußfeier im alten Foyer war toll, alle Spieler ließen sich blicken, fast alle gaben Interviews auf der Show-Bühne und diskutierten mit unseren Fans über die vergangene Saison. Das gleiche gilt natürlich auch für unseren Mann auf der Kommando-Brücke, Richard Ratka. Bis ca. 19.00 Uhr ging die Veranstaltung, die Magdeburger blieben auch bis ca. 17.40 Uhr. Ob nun Steffi, Arlett, Moppi, Joey oder die anderen Gäste-Fans - war ein schöner Abschluß auch mit Euch. Und Arlett war ganz besonders happy - "ihr" Apollo begrüßte sie mit einer herzlichen Umarmung.

Auch nach 19.00 Uhr war noch nicht Ende. In der Innenstadt wartete das Stadtfest auf uns. Einige Spieler war wohl auch da, bevor in der Nacht nach Mallorca zum verdienten Urlaub ging. Und viele, viele Fans waren in der City ebenfalls zum Saison-Kehraus. Ob Mitglieder des GWD-Fan-Clubs, des Commandos, oder einfach andere (ohne Mitgliedschaften), wir alle verschönerten das Stadtfest 2006 in Minden.

Frank Wentzlawsky     

 

      

 

28.05.06: Dankeschön an eine tolle Saison!!!

Bravissimo! Mit dem 2. Auswärtssieg der Saison in Hamburg beim deutschen Pokalsieger glückte endlich der langersehnte Klassenerhalt für eine tolle GWD-Truppe, die gerade in der Rückrunde zeigte, was sie so alles unter unserem "Dompteur" Richard der I. Ratka gelernt hat. Und es hat sich nicht zum 1. Mal bestätigt: Nicht die Saison-Vorbereitungsspiele sind das Maß aller Dinge für den Verlauf einer Saison, sondern die Meisterschaftsspiele.

Wir vom GWD-Fan-Club haben immer an das Team geglaubt, als es noch vor dem 1. Saisonspiel z. T. von der heimischen und überregionalen (Fach-)Presse schon zerrissen wurde. Hier steht eine Mannschaft zusammen, die gut harmoniert. Junge, aufstrebende, einheimische Akteure, gepaart mit reifen Früchten aus dem In- und Ausland.

Der Spielplan verhieß zunächst nichts gutes: Praktisch 3 Auswärtsspiele gegen die Top-Mannschaften der Liga. Los ging es in der tristesslosen, kalten TUI-Arena gegen den VfL Gummersbach. Die Spazen pfiffen es da bereits von den Dächern, daß das wohl der letzte Auftritt in Hannover unseres GWD als offizieller Heimspiel-Ausrichter war. Und so kam es dann später auch. Vor einer mal wieder trostlosen Kulisse kam unser Team auch nicht in Schwung. Gut, teilweise waren sie auch noch nicht richtig eingespielt, aber das Ambiente tat wie gesagt ihr übriges (für einen Reiseveranstalter als Namensgeber der Halle wahrlich keine gute Werbung). Gummersbach mit unserem Ex Vitomir Klaijic auf der Bank kam zu einem lockeren Sieg. Dann ging es gleich zweimal innerhalb von 5 Tagen in den hohen Norden. In Flensburg ergab sich unsere Mannschaft fast bei einer 18-Tore-Niederlage, in Kiel war das schon viel besser, wenn wir dort natürlich auch keine Chance hatten.

Wieder endgültig zurück ganz in Minden, folgte schon Mitte September das 1. Schicksalsspiel. Gast war die HSG Wetzlar mit Martin Schwalb. Wie nicht anders zu erwarten, ein reines Kampfspiel. Wetzlar war in der 1. Halbzeit immer etwas voraus, wir ließen uns nicht abschütteln, blieben dran, gingen in Führung, und 5 Sekunden vor Schluß schien der 1. Saisonsieg zum Greifen nah. Siebenmeter für GWD. Und tatsächlich: Apollo setzte in Minden seine erste Duftmarke und verwandelte. 2 gaaanz wichtige Punkte.

Doch der nächste Dämpfer ließ nicht lange auf sich warten. Auchdurch Verletzungspech und einer noch nicht so tollen Abwehrarbeit entführte Düsseldorf beide Punkte aus Minden. Au weia, das tat weh, aber: Die Punkte holen wir uns zurück, so der Tenor danach im Fan-Treff.

Es folgten die Fahrten nach Melsungen (Aufsteiger) und Göppingen. In Melsungen müssen wir was reissen, aber: Nicht schlecht gespielt, aber wieder verloren. An einem Mittwoch ging es nach Göppingen. Für unseren Fan-Club kein Problem: Egal, wie weit die Fahrt, egal, an welchem Wochentag: Irgendwelche Leute sind von uns immer dabei. Super! Und im Fan-Club-Bulli saß auch Kilian. Er fuhr wegen Klausuren mit uns hinterher. In welchem Bundesliga-Klub gibt es das noch, unabhängig von der Sportwart. Wohl nirgends! In Göppingen sahen wir dann eine starke Vorstellung gegen Kraus & Co., doch schwache 10 Minuten nach der Pause brachten uns um schon wieder um den Lohn. Verdammt noch mal. Die Mannschaft funktioniert, aber die Pünktchen fehlen.

Und die nächsten beide Gegner waren echte Kracher. Beim OWL-Derby gegen Lemgo gabs ein munteres Scheiben-Schießen - 34:41, die erwartete Niederlage. Bei der aufstrebenden SG Kronau/Östringen (u. a. mit Velyky und Klimovets) hielten wir uns tapfer, verloren trotzdem. Immer noch 2 Punkte, auch durch Verletzungspech bedingt. Es war zum Verzweifeln. So oft dran, so oft ohne Punkt.

Delitzsch kam nach Minden: 0 Punkte, miserables Torverhältnis, aber in Minden hofften sie. Und wir hatten den Druck, waren zum 1. Mal Favorit. Guter Auftakt, dann holprige übrige 1. Halbzeit, knappe Führung. In der 2. Halbzeit hatten wir dann einen tollen Lauf, und wir machten auch nebenbei etwas für das Torverhältnis. 38:26 - wir konnten ganz entspannt das Oktoberfest nach dem Spiel in der Kampa-Halle feiern und wir sangen schon auf das nächste Spiel freuend: "Die Nr. 1 im Kreis sind wir!"

Der 12. November, im Handball-Kreis ist Feiertag. Das Derby. Und nicht nur in Lübbecke wurde über die Höhe des gastgebenden TuS diskutiert. Doch es gab eine Sache, mit der so keiner gerechnet hat. Wir haben Spieler, die sich mit GWD und der Stadt identifizieren, der TuS hat das nicht, oder zumindest nicht so. Und so wurden die einheimischen Fans immer ruhiger, wir hatten die Halle fest im Griff. Mit viel Glück kam Nettelstedt noch zum Unentschieden. Der moralische Sieger hieß GWD.

Und die kleine Serie sollte gegen Großwallstadt ausgebaut werden. Totensonntag, Spiel erst um 18 Uhr, volle Halle. Denkste! Die Zuschauerzahl (deutlich unter 3000) war die 1. Enttäuschung, das Spiel die 2., aber gerade bei diesem Spiel hatten wir mit extremen Verletzungspech zu kämpfen, das hat uns geschadet und der TVG geschickt ausgenutzt. Nach dem Spiel waren wir down. Nach Düsseldorf wieder ein wichtiges Heimspiel verloren. Und wo sollten wir noch auswärts punkten?

In Wilhelmshaven schon wieder nicht. Wie schon in Melsungen, Kronau und Göppingen bekamen wir die Komplimente, aber die anderen "unsere" Punkte.

Und dann kam Pfullingen. Für uns eine ähnliche Sitiuation wie gegen Delitzsch. Nach 5 Minuten 0:0. Man, waren beide Teams hypernervös. Die 1. Halbzeit blieb auch so, aber da von den Gästen im Angriff überhaupt nichts kam, dazu eine starke Abwehrleistung, bekamen wir vorn wenigstens ab und zu was gebacken. Die 2. Halbzeit war dann ein Fest. Ein 11-Tore-Sieg, und im Pfullinger Internet-Forum war der Teufel los.

Dann kam zur Abwechslung mal ein richtig schlechtes Spiel - 28:35 in Nordhorn. Kurz vor Weihnachten sollte der HSV seine Bescherung hier erleben. Zunächst erlebten wir eine böse Überraschung. Der HSV dominierte, bei uns klappte nichts. Dann die Aufholjagd in der 2. Halbzeit, wir kamen Tor um Tor heran. 28:29, letzter Angriff, Ivan mit dem Wurf. Leider zu harmlos, zu kraftlos. Niederlage mit einem Tor, ah, wie bitter. Und vor dem Jahreswechsel standen 2 Auswärtspartien gegen Top-Mannschaften an.

Am 2. Weihnachtstag ging es nach Magdeburg. Auch hier haben wir einen Fan-Bus voll bekommen. Respekt! Respekt auch an die Mannschaft, die in der 1. Halbzeit mit 6 Toren führte. Der SCM hatte wohl noch die Rekord-Niederlage in Kiel (34:54) in den Köpfen und Beinen. Wir, durch unseren dünnen Kader, nach zunehmend die Kraft. Bis zur 55. Minute hofften wir auf einen Punkt, letztendlich gab es eine 27:31-Niederlage. In Gummersbach am vorletzten Tag gab es nichts zu holen - außer einer 17:30-Klatsche.

Das Jahr 2006 - wir standen mit 7 Pluspunkten auf Rang 17 mit dem Rücken zur Wand. Fast alle wichtigen Partien fanden auswärts statt. Nach Minden mußten der THW, Flensburg, Kronau, Nordhorn. Aber irgendwie müssen wir die Relegation schaffen. Irgendwie!

Die ersten beiden Spiele gegen Kiel und Flensburg - vergessen wirs, daß wir da Punkte holen. Beim Spiel gegen den Deutschen Meister war der Fan-Treff mit vielen GWD- und "Zebra"-Anhängern voll. Alle waren begeistert, und wir dachten nur: Oh Gott, laß es nicht zu hoch werden. 4:11 nach 15 Minuten - der NDR war auch da. Halbzeit 13:17 - na ja, immerhin. Doch dann, wir trauten unseren Augen nicht. Unentschieden. Ja, aber verlieren ja doch. Aber nix da, GWD hallte es durch die Kampa-Hölle, Malik und seine Abwehr packten zu, Andersson hielt nicht mehr viel. 32:30 - die Sensation war perfekt. Ein Zeichen an die Fans, an die Sponsoren, an die mit uns kämpfenden Mannschaften. Fast wäre der GWD-Laden im Oktober wegen Insolvenz zugemacht worden, und nun das. Und in der Internet-Foren der anderen Vereine war GWD d a s Thema!

Eine Woche später: Flensburg war da. Sie waren gewarnt, wir werden heute wohl keine Chance haben. Aber nicht mit uns. Wir hörten da auf, wo wir gegen Kiel aufgehört haben. Und wieder war der NDR da. Bis zur 45. Minuten machten wir uns Hoffnungen und die Flensburger Fans, die so über den THW gelästert hatten, wußten nicht, was geschah. Dann kam die (vermeintliche) Wende. 27:23 für den anderen Titel-Aspiranten aus dem hohen Norden, noch 5 Minuten. Doch GWD 2006 ist nicht GWD 2005! Volle Besetzung, toller Kampf, wichtige Tore, etwas Glück (Christiansen beim Siebenmeter an den Pfosten). 27:27! Wahnsinn. 3 Punkte gegen Kiel, Flensburg und die Konkurrenz um die Reli-Platz.

Mit erhobenen Hauptes fuhren wir nach Wetzlar. Sie hatten ein wenig Angst, GWD einen tollen Start, 15:10-Pausenführung, die GWD-Party schien weiterzugehen. Doch wir gerieten ins Schlingern, aber der Unterschied. Selbst ein plötzlicher Rückstand kurz vor Schluß und etwas einseitig pfeifende Schiedsrichter konnten uns nicht bezwingen. 22:22 - trotzdem ein gewonnener Punkt.

Mit Göppingen kam auch mal wieder das DSF mit seiner Live-Übertragung nach Minden. Ein Dienstagspiel, wieder mit weniger Zuschauern in der Halle. Doch die sahen gegen den EHF-Pokal-Finalisten wieder eine tolle Partie. Sehenswert Apollos Direkt-Freiwurf zur 13:11-Halbzeitführung. Mitte der 2. Halbzeit kam ein gewisser Volker Michel immer wieder zu freien Würfen - und zu Toren. Und plötzlich stand es vor Deutschlands Handball-TV-Publikum 25:29. Es begann die erneute GWD-Aufholjagd. Ja, 29:29, aber dann, nein, Michi Kraus mit einem umstrittenen letzten Treffer - 29:30. Schade, schade.

In Düsseldorf sollten die Punkte aus dem verlorenen Heimspiel wiedergeholt werden. Über 60 Minuten kam unser Team nicht ins Spiel - und bedröppelt fuhren wir nach einer klaren Niederlage nach Hause.

Aber gegen Melsungen mußte gewonnen werden. Der MT mit seiner ungewöhnlichen Abwehrtaktik schmeckte uns überhaupt nicht. Kurz vor der Halbzeit 12:15-Rückstand - war es das? Waren die Siege gegen Kiel und Flensburg nichts mehr wert. Nein, das war es nicht. In der Schlußphase einer engen Partie war es vor allen Dingen Arne, der Verantwortung übernahm und ein weiterer Heimsieg war eingefahren.

Lemgo war dann ein Spiel, wo wir sowieso nichts zählbares vermuteten, so schlecht spielten wir nicht, aber für Punkte kamen wir nicht in Frage. Volker Zerbe schenkten wir nach dem Spiel ein GWD-Schal vom Fan-Club. Volker hat viel für Handball-Lemgo und Handball-Deutschland bewirkt. Eine Reizfigur für uns wird fehlen.

Dann kamen die "Kröstis", und die Verantwortlichen und Fans kamen auch nach Minden, um Arne zu beobachten. Da Arne gleich in Manndeckung genommen wurde, spielte er auf links und war nicht der große GWD-Macher auf dem Spielfeld. Kronau spielte seinen Stiefel recht munter runter, führte zeitweise mit 5 Toren. Doch die letzten Minuten gehörten GWD. Und doch war Arne der Matchwinner. 28:27, GWD auf dem Weg zum sicheren Klassenerhalt.

Nach einer dreiwöchigen Pause ging es nach Leipzig zum designierten Absteiger Delitzsch. Neben dem FIFA-WM-Stadion wurden die Gastgeber mit einer konzentrierten Leistung aus der Halle gejagt. Endlich der erste Saison-Auswärtssieg, und der stand schon nach 45 Minuten fest.

Dann kam das Derby. Es ging um (natürlich) 2 Punkte und die Kreismeisterschaft. Vor dem Spiel hörte ich schon von einigen Nettelstedt-Fans:" Hoffentlich bekommt unsere Mannschaft in Minden so richtig Lack". Viele am Wiehen finden unser Konzeot einfach super, sind neidisch. Die Kampa-Halle war endlich mal ausverkauft. Es war sicherlich kein schönes Spiel, aber dafür ein erfolgreiches. Aber wieder wurden wir Fans lange, lange auf die Folter gespannt. Egal, wenn es klappt. 26:23, ein Höllen-Stimmung, KREISMEISTA und ein tadelloser April. GWD machte in diesem Monat mit den Gegnern, was sie wollten: 3 schöne Siege in 3 Spielen.

In Großwallstadt ging (wie immer) nicht viel. Der TVG spielte schwach, wir schwächer - 26:30. Aber wir werden auch nächste Saison unser Team dorthin begleiten.

Alles drehte sich um das Wilhelmshaven-Spiel. Sieg - und wir sind durch. Auf einem Mittwoch soll gefeiert werden. Doch die Mannschaft hielt dem Druck (auch von uns als Außendarsteller) nicht aus und verlor zudem noch unglücklich in der Schlußsekunde. Weiter zittern - diesmal dann in Stuttgart gegen Pfullingen. Und kein Weg ist zu weit, der GWD-Fan-Club war als einzige Fan-Vereinigung wie schon in Göppingen und Großwallstadt vor Ort. Was wir dort sahen, machte uns traurig. Es drohte eine Klatsche zu werden - die Aufholjagd kam viel zu spät. 27:29 - jetzt wurden wieder über die Religations-Termine diskutiert und gegen wen.

Der 3. Matchball dann gegen die um Platz 6 spielenden Nordhorner. Zwar spielten wir nicht optimal, aber der Kampf wurde angenommen, und Nordhorn ist ja nicht irgendwer. Doch wie gegen Wilhelmshaven kamen wir in der allerletzten Sekunde ins Tal der Tränen - 29:30. Na gut, dann eben in Hamburg.

Nach der Alsterfahrt ging es in die Color Line Arena. Nebenan gaben die AOL-Arena-Verantwortlichen ihr Stadion an das WM-OK, in der Halle schickten wir die Hanseaten mit einer Niederlage nach Mallorca. Eine ganz andere Einstellung als gegen Wilhelmshaven oder in Pfullingen. Super-Richie hatte seine "Grün-Weißen" nicht das 1. Mal in dieser Saison taktisch klug eingestellt und immer haargenau ausgewechselt. Nach dem Spiel brachen alle Dämme, Spieler und Fans lagen sich freudetrunkend in den Armen.

Diese Mannschaft ist einfach G wie genial, W wie wunderbar, deshalb gibt es ein D wie Dankeschön an alle, die hierbei mitgewirkt haben. Dieses Team hat sich bei den Handball-Freunden im Land einen Namen gemacht. Mit deutschen Spielern und deutschen Tugenden wurde am vorletzten Spieltag der direkte KLASSENERHALLT geschafft.

Auf Wiedersehen werden wir am nächsten Samstag Kilian und Ivan sagen. Es war immer schön, mit Euch zu quatschen, und es ist nunmal so, daß man irgendwann mal geht. Wir hoffen, daß wir Euch hier in Minden mal wiedersehen. Machts gut!

Gegen den SCM wird nur gefeiert (mit den Gäste-Fans auch zusammen), wir Fans können die Handball-Sommerpause entspannt genießen, und die finanziellen Rahmenbedingungen für die kommende Spielzeit sind gesichert. Und wie man hört, haben bereits der ein oder andere Sponsor bei GWD angeklopft und wollen mit nicht wenig "Kohle" bei GWD einsteigen. Hoffen wir alle, daß es klappt.

Frank Wentzlawsky

 


                                

 

 

 

21.05.06.: GWD - HSG Nordhorn (Nachbetrachtung)

Die ominöse letzte Sekunde brachte uns gestern eine weitere bittere Niederlage ein. Wie gegen Wilhelmshaven fehlten Bruchteile der Spielzeit, um einen weiteren Zähler im Kampf gegen die Relegation zu holen.

Die ersten 10 Minuten waren wieder gut, eine scheinbar sichere 6:3-Führung veranlaßte dem Gäste-Trainer Ola Lindgren, seinen Torhüter Jesper Larsson gegen Peter Gentzel auszutauschen. Und Gentzel wurde auch warmgeschossen, trotzdem konnten die Nordhorner nur wenig Kapital daraus schlagen, weil sie sich im Pfosten- und Lattentreffen sehr großzügig gaben. Außerdem steigerte sich Malik ein bißchen. So wurden die Bälle selten ins Netz befördert, bei uns auch deswegen, weil man sich u. a.den Luxus erlaubte, mehrere Siebenmeter leichtfertig (um das mal moderat auszudrücken) zu verwerfen. Durch einen Siebenmeter in der Schlußsekunde der 1. Halbzeit führten die Grafschafter zur Halbzeit mit 10:9.

In der 2. Halbzeit dann stand Björn in unserem Kasten. Björn spielte recht ordentlich, und vorne lief es zeitweise etwas besser. Unser Problem war aber, daß das Spiel über außen selten stattfand (wenn, dann meistens über Apollo) und daß Arne wieder nicht seinen besten Tag hatte. Oftmals schloß er leider viel zu früh ab. Ganz anders dagegen Jan Fiete. Trotz seiner angeschlagenen Schulter war er der Spieler des Tages (auch wenn er sich dafür nichts kaufen kann) und er erzielte 7 Tore! Mitte der 2. Halbzeit führten wir mit 2 Toren, doch es kam keine Sicherheit in das Spiel. Immerhin boten wir dem Team, das noch um Platz 6 und einen Europapokal-Spiel kämpft, bis zum Schluß Paroli, doch das Selbstvertrauen wie bei den Spielen gegen Kiel, Flensburg und Kronau, um ein Spiel in den letzten Minuten zu drehen, fehlte.

Die letzten Sekunden waren mal wieder nichts für schwache Nerven. Nach 58:30 Minuten kam wieder Malik ins Tor. Die letzten 10 Sekunden stand unsere Deckung gar nicht mal so schlecht, aber dann pennte Andreas Simon und Jan Filip verwandelte zum vielumjubelten und erlösenden Gäste-Sieg.

Durch die Heimsiege der Düsseldorfer (gegen mal wieder wohl ohne Einstellung spielende Großwallstädter) und Wetzlar (schickte Pfullingen heute höchstpersönlich in Liga 2) rücken uns diese Teams punktemäßig auf die Pelle, doch noch immer können wir den direkten Klassenerhalt aus eigener Kraft schaffen. Malik: "Über Relegation rede ich nicht, weil wir keine Relegationsspiele bestreiten werden."

Arne versicherte indes nach dem Spiel unter lautem Jubel, daß er auf jeden Fall in Minden bleibt und nicht nach Kronau wechselt. (bei Klassenerhalt) Er war vor Wochen mal etwas enttäuscht, daß er die Kroniger Anfrage nicht hat positiv beantworten können, doch jetzt er hat sich damit zu 100 % abgefunden. Und er freut sich, ein weiteres Jahr bei "seinem Klub" spielen zu dürfen.

Übrigens: In den Relegationsspielen werden nominierte Nationalspieler nicht daran teilnehmen. Für uns würde das bedeuten, daß auf jeden Fall Snorri und Ognjen nicht bei den so wichtigen Spielen dabei sind, Ivan evtl. auch, Malik hat allerdings seinem Tariner eine persönliche Absage erteilt. Bei der WM 2007 in Deutschland würde er aber wohl spielen, vorausgesetzt, sein Team qualifiziert sich auch ohne ihn dafür.

In knapp 3 Monaten stehen sich die Gegner von gestern vermutlich wieder in Minden gegenüber. Beim Auftakt-Tag des Spielothek-Cups am Freitag, 11. August spielen zunächst Düsseldorf - Nettelstedt und dann eben GWD - HSG. Sollte die HSG noch abspringen, steht der TBV Lemgo in den Startlöchern.

Frank Wentzlawsky

 


 

 

 

         

18.5.2006 Nachbetrachtung zum Spiel in Stuttgart von

                 Olaf Böke                   

Zum erstenmal in der Rückrunde hatte ich die Chance ein Auswärtsspiel unserer Mannschaft zu erleben. Abfahrt war um 9 Uhr am Jugendheim. Ca. 35 Personen hatten sich eingefunden und erwarteten eine schöne Fahrt mit hoffentlich 2 Punkten am Ende des Tages für uns. Im Bus wurde dann auch eifrig über das letzte Spiel diskutiert und Wolfgang erzählte uns, dass es diesmal wieder eine Frühstücksmolle gibt und das wir am Nachmittag noch Rotenburg ob der Tauber einen kurzen Besuch abstatten. Nach ca. 2 Stunden genossen wir dann das Frühstück mit allen Köstlichkeiten, die man sich so vorstellen kann und natürlich Kaffee. Ca. gegen 15.15 Uhr kamen wir dann in Rotenburg ob der Tauber an. Am Bus gab es Kaffee und Kuchen und danach konnte jeder auf eigene Faust die Stadt für 1,5 Std. erkunden. Abfahrt nach Stuttgart sollte gegen 17 Uhr sein. Alle waren auch pünktlich wieder da. Nachdem wir alle die letzte Fussball-Bundesliga-Konferenz für diese Saison im Radio verfolgt hatten, stieg bei allen die Vorfreude auf das Spiel gegen den VFL Pfullingen-Stuttgart. An der Halle angekommen fing es leider an zu regnen. Aber Wolfgang beeilte sich und holte die bestellten Karten und dann ging es ab in die Hans-Martin-Schleyer-Halle. Unser Team machte sich schon ein wenig warm und war erfreut uns zu sehen. Das Spiel wurde pünktlich, aber für meinen Geschmack zu spät, um 20.30 Uhr angepfiffen. In den ersten 15 Minuten wogte das Spiel hin und her. Die ca. 2500 Zuschauer (meine damalige Einschätzung) machten nur wenig radau und uns 40 GWD-Anhänger konnte man gut in der Halle hören. In der zweiten Halbzeit der ersten Hälfte war von unserem Team dann nichts mehr positives zu sehen. Die Angriffe wurden teilweise zu schnell abgeschlossen und die Genauigkeit bei den Würfen fehlte ganz. Dazu kam das Stojanovic im Tor bei Pfullingen einen super Tag hatte und viele Bälle entschärfte. Bedauerlich ist, dass das komplette Team an diesem Abend versagte. In der Abwehr war dies noch eklatanter zu beobachten, die Gegner spazierten teilweise durch unsere Abwehrreihen wie sie wollten und Malik bekam ebenfalls keinen Ball an die Hand. Ich hätte mir gewünscht, das nach 20 Minuten ein Torwartwechsel gekommen wäre. Vielleicht hätte es auch nichts gebracht, aber einen Versuch war es allemal wert. So mussten wir nach 30 Minuten einen 9:16 Rückstand als GWD-Anhänger ertragen und die Hoffnung auf Besserung war sehr gering. In den ersten zehn Minuten der zweiten Hälfte wurde es noch schlimmer, uns gelang garnichts mehr und es deutete sich eine Niederlage mit 10 und mehr Toren an. Dann kam aber nach 42 Minuten doch ein wenig die Wende. Unser Trainer stellte die Abwehr um und spielte mit zwei vorgezogenen Spielern, die die Angreifer sofort attackierten. Außerdem brachte er Burmi für Malik. Aus meiner persönlichen Sicht hätten diese Maßnahmen schon von Beginn der zweiten Halbzeit an kommen müssen oder sogar schon früher. Meist hat unser Trainer ja richtig gelegen mit seinen Maßnahmen, aber diesmal hat er für meinen Geschmack zu spät reagiert. Denn plötzlich lief das Spiel anders. Burmi hielt die ersten drei Bälle und vorne wurden die Tore gemacht. Ein kleiner Ruck ging durch die Mannschaft und in der Abwehr war man so aggressiv, wie es hätte von Anfang an sein sollen. Dazu merkte man den Spielern von Pfullingen an, dass ihnen so langsam die Luft ausgeht. So holten wir Tor um Tor auf. Leider musste mit der roten Karte von Moritz ein Rückschlag verkraftet werden. Ich habe das vermeintliche Foul leider nicht gesehen, kann aber sonst nur sagen, dass die Schiedsrichter Lemme/Ullrich sehr gut gepfiffen haben und alles im Griff hatten. Bis auf drei Tore waren wir wieder rangekommen kurz vor Schluss, jeder in der Halle spürte das Spiel könnte noch kippen. Aber typisch für diesen Abend wurde dann im Angriff nicht konzentriert genug gespielt und anstatt auf 2 Tore ranzukommen, verdattelte man den Ball und Pfullingen machte im Gegenzug ein Tor und es waren wieder 4 Tore Rückstand. Am Ende verkürzten wir zwar noch auf 2 Tore, aber die Aufholjagd kam zu spät. Enttäuscht waren Anhänger und natürlich auch die Spieler nach dem Schlusspfiff. Ein Fan war so enttäuscht, dass er an den Spielfeldrand lief und Arne verbal unter der Gürtellinie attackierte. Arne verschwand sofort ohne Kommentar und beschwerte sich vor unserer Abfahrt bei Wolfgang Franke. Arne sagte dass er Kritik jeder Zeit einstecken kann und dass er immer bereit ist mit den Fans zu reden. Aber es muss sachlich und fair zu gehen. Dies sehe ich genauso. Werner Otto und ich hatten nach der Partie ein kurzes Gespräch mit Fiete. Wir haben unsere Kritik auch angebracht und haben uns angehört was der Spieler zu sagen hat. So einen Austausch zwischen Fans und Spielern gibt es nich überall. Dazu kommt die Tatsache dass natürlich jeder Spieler so eine Niederlage anders verarbeitet. Mein Fazit für diesen Abend ist, dass die Mannschaft nicht das gebracht hat, was sie kann. Leider müssen wir bei einer jungen Mannschaft mit diesen Auf und Ab's leben. Auch wenn ich sehr enttäuscht war, sehe ich nicht so schwarz wie manch anderer im Bus. Gerade jetzt sollten wir das Team noch stärker unterstützen und zeigen dass wir hinter ihnen stehen. 2 Punkte werden wir wohl noch benötigen um den Klassenerhalt feiern zu können. Vielleicht sehen wir ja schon gegen Nordhorn die nächste Überraschung. Einen kleinen Seitenhieb auf das Commando an dieser Stelle kann ich mir nicht verkneifen. Ihr werdet überall für eure Stimmung gelobt und auch ich sage, durch euch ist die Kampa-Halle endlich erwacht, aber warum wart ihr nicht bei diesem wichtigen Endspiel. Sebastian der Löwe erzählte mir, dass die weiten Fahrten euch nicht interessieren und zu lang sind. Ich sage, unser Team braucht immer und überall unsere Unterstützung. In der Bundesliga sind die Fahrten nunmal weiter. Ich hoffe ihr besinnt euch und fahrt auch mal mit in den Süden. Unsere Fahrt endete am Sonntagmorgen um 5.30 Uhr in Dankersen. Danke sagen möchte ich Wolfgang Franke für die perfekte Organisation und Lisa Bulmahn für das herrvorragende Frühstück. 

 

 

14.05.06: Kleines GWD 2-Saison-Fazit

Mit einer erwarteten Niederlage gegen den Tabellenzweiten aus Leichlingen geht unsere "Reserve" in ihre verdiente Sommerpause, d. h., mind. beim Sportfest am 21.06. tritt sie nochmal auf - als Fußballteam.

Nüchtern betrachtet belegten wir in der Abschlußtabelle der Regionalliga West Platz 10 mit 30:34 Punkten. Das sieht auf den ersten Blick vielleicht optisch nicht so gut aus, man muß allerdings sagen, daß der Abstand zu dem Tabellenvierten nur 6 Punkte und zum Tabellendritten (Korschenbroich) nur 9 Punkte betrug, und wir sind im Normalfalle sicherlich nicht schlechter als der TV Korschenbroich und den anderen Mannschaften dazwischen. Aber wenn man eben ein Bundesliga-Team und eine starke A-Jugend im Verein hat, muß man leider Abstriche machen. Zu oft mußten Spieler entweder den Team von Richard Ratka um den Klassenerhalt aushelfen (Kilian und "Conny" hatten ohnehin Zweitspielrecht, alle anderen Stammspieler auch Bundesliga-Verträge für den Fall der Fälle) oder talentierte Akteure aus der Jugend, die auf dem Sprung in die "Zweite" waren, für die A-Jugend um den Titel in der Regionalliga West antreten, als es noch Chancen gab, Tabellenführer Solingen um die Meisterschaft auf den Fersen zu bleiben.

In dieser (abgelaufenen) Saison bekamen wir mit Michi Boy einen echten Dankerser wieder ins Team, und der fand sich auch gleich gut ins Mannschaftsspiel ein und war damit natürlich ein wichtiger Bestandteil des Teams um Bert Fuchs.

Die Hinrunde verlief absolut positiv, hier hatten wir auch noch nicht mit den Abstellungen so zu kämpfen, da man die Termine so legen konnte, daß GWD 1 und GWD 2 nur ein einziges Mal zeitgleich spielten. Mit zwei unglücklichen 1-Tore-Niederlagen starteten wir zwar in die Saison, aber ab Spieltag 3 begann unsere Aufholjagd auf die vorderen Plätze. Wie gesagt, das Team war komplett, kaum Verletzungsausfälle hatten wir zu beklagen, und so spielten sich unsere Mannschaft in den ein oder anderen Rausch, attraktiver Handball wurde vor allen Dingen in der Dankerser Sporthalle geboten. Auswärts war sicher das Highlight das Spiel in Duisburg-Rheinhausen gegen den dortigen OSC. Die Halle, die einige von uns noch aus alten BL-Zeiten kannten, war gut gefüllt, die Stimmung der Gastgeber toll (bis ein wenig aggressiv), und nach einem klaren Rückstand, wozu auch die Schiris mit beigetragen hatten, fegten wir in der 2. Halbzeit die Gastgeber förmlich vom Parkett, diesmal zugegeben auch mit Hilfe der Unparteiischen, aber das nach der 1. HZ auch unser gutes Recht. Auch Georg Auerswald, Simon Witte und der ein oder andere wie Benjamin Göller und Eduard Morasch fügten sich teilweise nahtlos in die guten Leistungen der Mannschaft in der Hinrunde ein.

Die Grenzen wurden uns nur gegen die Übermacht des TUSEM in eigener Halle aufgezeigt, wir hatten null Chance beim 26:43, allein Mark Schmetz machte den Unterschied.

Schwere Verletzungen bei Marc und Jan Pohlmann trübten nicht nur bei ihrem Vater die Freude über eine anständige Halbserie. Die beiden "Pohlmänner" klebt das Pech (noch wohlwollend ausgedrückt) unglaublich brutal an den Füßen.

Die Rückrunde begann mit einer wahren Flut von Siegen, die uns bis auf Platz 3 brachte. Doch dann kamen nicht nur stärkere Gegner, sondern das obenbeschriebene Spielchen. Abstellungen und Verletzungspech brachten uns auf eine Talfahrt am Ende der Saison, die uns in den Minuspunktbereich brachten und dann eben letztendlich Platz 10 bescherten. Dafür konnte Bert als Trainer nun wahrlich überhaupt nichts. Alles lief schief. Doch irgendwie scheinen Mächte im Hintergrund gegen Bert gelaufen zu sein. Bert hat alles, was möglich was, aus der Truppe rausgeholt, doch leider, leider gibt er ein Jahr vor Vertragsende auf und gibt den Trainerposten ab. Schade, schade, daß es soweit kommen mußte.

Die Zuschauer-Resonanz war in der Saison 2005/2006 wieder mehr als dürftig, das haben die Jugendlichen nicht verdient. Und auch im Polal mußte erst ein Zweitligist kommen, um unseren Weg in diesem Wettbewerb zu stoppen.

Nächste Saison wird sicherlich sehr interessant. Von der A-Jugend rücken einige Spieler mit guten Perspektiven nach oben, Rene Hilla verläßt aber GWD und geht zum Stadtrivalen Hahlen (allerdings nicht ligamäßig). Auch Christopher Kunisch kommt wohl eine Führungsrolle zu, wenn er dann spielt, denn er bleibt der einzige Akteur mit Doppelspielrecht. Auf der anderen Seite will das letzte Jahr in dieser Doppelfunktion auch nutzen, um in der BL-Mannschaft Spielanteile zu bekommen.

Wer geht von den Stammspielern? Markus Ernst (machte uns gestern den Abschied noch mal schwerer) wechselt aus beruflichen Gründen nach Aachen, und somit wird er also nächstes Jahr als Rivale in der Dankerser Sporthalle auflaufen. Michael Boy geht ebenfalls aus beruflichen Interessen - in eine andere Regionalliga-Staffel nach Konstanz. Und Kilian bekam keinen Bundesliga-Vertrag, Regionalliga wollte er auch nicht mehr spielen, sondern 2. Liga. Und da hat er (auch mit Hilfe von "Apollo") im Süden mit den ambitionierten Verein des ThSV Eisenach etwas "gefunden".

Vorher wird er aber noch auf der Bank der "Ersten" sitzen, in der Kampa-Halle gegen Nordhorn und Magdeburg und in der Color Line Arena Hamburg beim Spiel gegen den HSV.

Zum Schluß wünschen wir Bert noch alles Gute. Es hat immer Spaß gemacht, mit Dir zu reden, Bert. Gerade bei Auswärtsfahrten waren es interne Gespräche, und da habe sehr viel von aufgenommen!

MACHS GUT, BERT! DU BIST EIN DANKERSER!

Frank Wentzlawsky     

   

10.05.06: GWD - WHV (Nachbetrachtung)

Die Voraussetzungen waren gut, die Fans und Zuschauer peitschten ab der ersten Sekunde die Mannschaft nach vorne, aber GWD vergab den 1. Matchball zum fast vollbrachten Klassenerhalt.

Der Start war vereheißungsvoll. Nach einem 4:1 nach gerade einmal 5 gespielten Minuten glich unser Gast zwar zum 4:4 aus, aber GWD legte erneut vor, und wieder stand auf der Anzeigentafel der Kampa-Halle eine 3-Tore-Führung. Doch dann riß eigentlich unverständlicherweise vorne der Faden. Chancen waren genug da, doch sie wurden leichtfertig vergeben, von allen Spielern, da wollen wir keinen hervorheben. Wilhelmshaven war im großen und ganzen auch zu blöd, und so hieß es zur Halbzeit 11:12. Für uns nun wahrlich keine Beunruhigung, auch, als der WHV vor etwa 2200 zahlenden Zuschauern (darunter ca. 10 Gäste-Fans) auf 14:11 erhöhte. Diesen kleinen Vorsprung behielten sie sicher, sie konnten sich vorne auch einige "Dinger" leisten, weil GWD vorne im Angriff absolut harmlos blieb.

Und trotzdem keimte wieder Hoffnung auf: Nach 48 Minuten bogen wir das Spiel mal wieder und es stand plötzlich 18:17. Die Halle war, klaro, wieder da, aber diesmal hatten wir unser Glück und Können und anderen Spielen in Minden in der Rückrunde aufgebraucht. Beim 19:19 hatten wir 3 x die Chance, das nächste Tor zu werfen. Erste Situation: Snorri spielt aus der Abwehr heraus den Ball völlig unbedrängt an ein Gäste-Akteur. Zweite Situation: Ein Wurf etwas kraftlos von Snorri unten in die Torwart-Ecke - keine große Sache für den Gäste-Torhüter Weiner. Dritte Situation: Moritz findet seinen Meister in (na wer wohl) Weiner.

Beim 20:20 gab es noch eine Chance für GWD - Just scheiterte an ... Weiner. Noch ca. 20 Sekunden. Das Abwehrverhalten von GWD war bis 59:59 gut, aber die letzte Sekunde standen sie da wie Spielerpuppen auf dem Parkett beim Training. Und die ärgerliche Niederlage war besiegelt, mit einem Punkt hätte man sich auch mal anfreunden dürfen.

Stimmen:

Richard Ratka: " Wenn ich in der letzten Sekunde auf dem Spielfeld gewesen wäre, wäre ich in die Gästespieler reingestürmt, und wenn sie sich was gebrochen hätten und und ich auf der Tribüne mit roter Karte gelandet wäre. Aber wir hätten den Punkt. Heute hätten wir allerdings auch gegen Delitzsch oder einen Zweitligisten verloren. Schade ist nur, daß wir gegen Düsseldorf und Wilhelmshaven zwei 4-Punkte-Spiele verloren haben. Sehr ärgerlich. Dann hätten wir lieber gegen Kiel und Flensburg verlieren sollen."

Malik Besirevic: " Vielleicht war heute der Druck zu groß, war alle nur an die 2 Punkte und den damit verbundenen Klassenerhalt gedacht haben. Aber in Pfullingen holen wir uns die 2 Punkte, wir werden das Spiel morgen (Anm.: Donnerstag) in aller Sorgfalt analysieren."

Ivan Vukas (auf die Frage, ob er auswärts besser spielt, weil der Druck zu Hause wegen einer möglichen Vertragsverlängerung etwas größer ist, auch deswegen, vor den Sponsoren zu spielen): "Kann sein".

Aber eines ist auch klar. Nach dieser schwachen Leistung wollen wir nicht alles in Frage stellen. Wir haben eine starke Rückrunde gespielt und sind immer noch im Vorteil, die Klasse aus eigener Kraft zu halten. Und es kommen keine Wochentagsspiele mehr. Denn beide Heimspielniederlagen (neben dem von gestern noch das Dienstagsspiel gegen Göppingen) waren die einzigsten zuhause in der Rückrunde. 

Frank Wentzlawsky

 


 

 

 

     

     

07.05.06: Das GWD-Frühlingsfest

Unter den "News" haben wir ja sozusagen die wichtigsten Aussagen dieser Veranstaltung veröffentlicht, in diesem Bericht geht es um drumherum.

Statt einem Neujahrsempfang im Casino gabs also dieses Jahr das GWD-Frühlingsfest am Fort C. Und eines kann festgestellt werden: Das Konzept ist aufgegangen. Natürlich braucht man dafür tolles Wetter, und selbst das gab es ja! In den alten Gemäuern der ehemals preußischen Festung und draußen mit dem Hintergrundtönen der nah an einem vorbeirauschenden Züge wurden mit Freunden und Förderern unseres GWD lockere Gespräche geführt.

Nachdem man draußen sich mit dem ein oder anderen Gast etwas "angefreundet" hat (egal ob Spieler oder Sponsoren), begann es drinnen mit einem kleinen offiziellen Teil, nämlich der Begrüßung aller (vor allen Dingen aber der Mannschaft) und einer kleinen Talkrunde von Carsten Dehne (Radio Westfalica) jeweils mit Heiner Brand, Richard Ratka und Hotti Bredemeier. Selbst die Gäste aus der Politik mit Landrat Wilhelm Krömer und stellvertretendem Bürgermeister Harald Steinmetz mußten den "Rand" halten, was sie aber nach eigenem Bekunden mal gerne taten.

Sehr gut war auch, daß die beiden "Stargäste" Heiner Brand und Uli Stein nicht "abgeschirmt" wurden, so daß persönliche Gespräche unter vier Augen möglich waren. So verriet mit Heiner Brand, daß er Arne nicht öfter einladen kann zur Zeit, da es zu viele Spieler gibt, die gesetzt sind. Klar müßten sich dann die Neuen bzw. Ergänzungsspieler neu einspielen, "aber man kann wohl erwarten, daß man absoluten Willen für die Nationalmannschaft zeigt". Das war in Paris wohl nicht bei allen Spielern so. Und auch ein Pascal Hens und Christian Zeitz haben ein Anrecht auf ein schlechtes Spiel, aber nicht so (also mit null Einstellung).

Uli Stein dagegen hat Geschmack an GWD gewonnen, und wir werden ihn auch das ein oder andere Spiel in Kampa-Halle als unseren Gast begrüßen dürfen, wenn es mit der Zeit hinhaut. Uli Stein ist bei einem GWD-Sponsor tätig und war deswegen gerne dieser Einladung gefolgt. Und wenn er in der Kampa-Halle ist, kommt er auch zu uns Fans in unseren Treff, gerne auch mal etwas länger.

Kilian Kraft haderte dagegen mit GWD. Ihm seien einige Aussagen in die Schuhe geschoben worden, die er so nie gesagt haben will. Mit der Jugendarbeit bei GWD sieht er für die Zukunft nicht so rosige Aussichten. "Ich bezweifle, daß es ein A-Jugendlicher in den nächsten Jahren schafft, Bundesliga zu spielen". Na, hoffentlich ist da nicht einer nachtragend.

"Kilian, warum wechselt Du nach Eisenach?" - "Der Verein hat sich am meisten bemüht, und die Perspektiven sind gut. In der übernächsten Saison sollen ein paar Kracher geholt werden, und dann wird die Rückkehr in die Bundesliga angepeilt."

Ognjen verriet uns noch ein Trainingsgeheimnis. Wenn einer unserer Torwarte einen Ball aus dem Rückraum mit den Händen festhalten kann (ohne aufzutrumpfen), muß derjenige Akteur eine Kiste Bier ausgeben. "Ognjen, wieviel Kisten durftest Du schon bezahlen?" - "Noch keine." Es gibt einen einsamen Spitzenreiter in dieser Disziplin, aber aus Fairnessgründen verraten wir nicht, wer immer in den Getränkemarkt einkaufen gehen darf.

Das Thema "Arne Niemeyer" war überhaupt kein Thema. Warum auch?

Insgesamt also ein Super-Vormittag in einer Anlage in der Nähe vom Bahnhof, wo viele Teilnehmer betonten: "Boh, hier war ich noch nie. Man kennt fast die gesamte Welt, und die Sehenswürdigkeiten vor der Haustür läßt man links liegen." Ognjen und Dima und sicher auch andere Spieler interssierten sich für die Geschichte des Fort C.

Frank Wentzlawsky und Werner Otto       

 

23.04.05: Wir waren in... Leipzig!

Nach einer kleinen Punktspielpause ging es heute morgen um 09.00 Uhr los in Richtung der ehemaligen Olympia-Bewerberstadt Leipzig, gegen Concordia Delitzsch sollte der 1. Auswärtssieg der Saison her. Unser Busfahrer Jens machte bei der Abfahrt klar, daß es auf der Strecke nur eine Pause pro Fahrt geben würde, da sonst die Fahrt mit einem 2. Busfahrer zu teuer gewesen wäre. Übrigens: Kelder-Reisen persönlich unterstützte diese Fahrt. Chef-Organisator Wolfgang Franke sendete schöne Grüße von Gerd Bulmahn an die Fans im vollbesetzten Bus. Gerd befindet sich nach einer Operation auf dem Wege der Besserung. Außerdem bedankte sich Wolfgang bei Gerds Frau Lisa und seinem Sohn Frank, ohne die die Organsation gar nicht umzusetzten wäre. Den Kuchen sponserte diesmal Fan-Club-Mitglied Jens Friedrichs.

Auf der Hinfahrt wurde vor allen Dingen über die Niederlagen der Pfullinger und der Düsseldorfer gesprochen, die uns ja für heute in die Karten spielten. Auch das Derby war natürlich schon das Thema. Hierzu Anke Brinkmann von der Geschäftsstelle, die sich auch in unserem Fan-Bus befand: "Das Derby ist bis auf eine kleine eiserne Reserve ausverkauft." Ist doch erfreulich. Doch zurück zu dieser Fahrt.

Unsere Pause auf dem Hinweg machten wir auf dem Rastplatz "Börde" kurz vor Magdeburg bei herrlichem Frühlingswetter. Nach ca. 30 Minuten ging es weiter Richtung Leipzig. Vorbei am Porsche- und BMW-Werk sowie der Messehallen erreichten wir den Hauptbahnhof Leipzig. Hier bestaunten uns mal wieder viele Menschen beim Genuß der leckeren Erbsensuppe. Einige fragten uns, welchen Verein wir angehören. Danach machten einige unserer Anhänger eine Stadtführung durch die Sachsen-Metropole, andere wiederum hielten sich die 2 Stunden im noch relativ neu umgebauten Hauptbahnhof auf, sie guckten in einer der Kneipen TV (Formel 1) oder besichtigten dieses Center mit 3 Etagen. Oben fuhren die Züge ab (übrigens auch Richtung Minden), in der Mitte und unten wurde flaniert, bei Gewinnspielen mitgemacht oder auch sich gemütlich zum Eiskaffee o. ä. hingesetzt.

Dann ging es zur Austragungs-Halle, der Arena Leipzig, direkt schräg gegenüber dem Zentralstadion, auch Austragungsort der Fußball-WM im Juni und Juli. Vor der Halle gab es Kaffee und Kuchen.

 

Im Innenraum der Halle herrschte Tristesse. Die Trommler der "Loberhaie" brauchten schon ein Mikrofon, um sich einigermaßen bemerkbar zu machen. Fast alle Fans saßen oder standen zusammen in einem Block, nach der Pause alle Fans.

In den ersten 15 Minuten war die Partie offen. Das lag daran, daß wir unsere spielerische Überlegenheit noch nicht in einen größeren Vorsprung ausbauen konnten. Vorne wurde meist sicher verwandelt, da hatte u. a. Apollo auch seine stärkste Phase, hinten hatten wir mit einer offensiv eingestellten Abwehr so unsere Probleme. Wenn man den beiden Schiedsrichterinnen Ehrmann/Künzig was vorwerfen konnte, war ,daß sie Delitzsch haben zu lange spielen lassen. Da war zunächst kein Vorwärtsdrang zu erkennen, auch, weil wir gut standen, aber irgendwann kamen sie dann durch, wir wußten uns nur durch Fouls zu helfen. Einige Male in der Anfangspahse hatten wir Glück, daß Aktionen z. B. von Kouzelev nicht oder nur mit einem Siebenmeter geahndet wurden. Hätten wir die ein oder andere 2-Minuten-Strafe aufgebrummt bekommen, wir hätten uns nicht beschweren können. Aber die beiden Damen aus Baden waren nicht unbedingt gewillt, Spieler mit Gelben Karten und Zeitstrafen zu "beglücken". Relativ einfache Fouls wurden später dann aber auf diese Art bestraft. Und trotzdem: Eine über 60 Minuten gesehen sehr gute Leistung.

Delitzsch ging dann mit 10:9 erstmals in Führung, sowas wie Stimmung kam ganz kurz auf. Doch unsere waren wach und starteten durch. Malik und die Abwehr steigerte sich, vorne wurde weiterhin sicher verwandelt, hier zeigte sich vor allen Dingen Ivan Vukas sehr treffsicher, neben Apollo, wie gesagt. Ivan kam nach wenigen Minuten für Jan Fiete in das Team, der nach einem Stürmerfouk unglücklich zu Boden fiel und sich eine leichte Schulterprellung einhandelte. Halbzeit 17:13 für uns, und man hatte ein sehr gutes Gefühl.

Dieses Gefühl wurde bestärkt durch 3 Tore nach der Halbzeit. 20:13, und weiter rollte der GWD-Expreß, praktisch jeder durfte sich auch die Torschützenliste eintragen, gegen allerdings schwache Torhüter des Gästgeber-Teams. War aber natürlich für uns heute nachmittag egal. Jan Fiete spielte nach der Halbzeit auch wieder, in der Deckung. Unsere Fans tanzten, feierten, "polonäisierten" und feuerten weiter unsere "Grün-Weißen" an. Man maerkt, hier steht eine Einheit auf der Platte, die ohne Verletzungen so eine Mannschaft wie Delitzsch im Schongang aus der Halle schießen kann und gegen andere prominentere Teams über Kampf besiegen kann. Backovic ließ sich auch durch Trikotziehen überhaupt nicht aus der Ruhe bringen, reiste sich vom Gegenspieler einfach los und verwandelte eiskalt. Andere Schiedsrichter hätten schon längst abgepfiffen, Ehrmann/Künzig warteten den Vorteil ab. Super, Mädels!

Nach 42 Minuten (28:17-Führung) war die Messe gelesen, die letzten 18 Minuten konnten locker angesehen werden von der Tribüne. Die Leipzig-Delitzscher Trommeln hörte man nicht mehr.

Auf dem Busparkplatz vor der Arena unterhielt man sich über das gerade gesehene Spiel. War auch eine schöne Atmosphäre. Wir wünschten viel Glück für die 2. Liga, sie wünschten uns alles Gute für das Gelingen des Klassenerhaltes.

Im Bus war die Stimmung natürlich ausgezeichnet, jetzt kann das Derby kommen, und im Bus wurde sich schon heiß gemacht auf kommenden Samstag. Vorher allerdings durchfuhren wir in Tradition nach erfolgreichen Spielen 5 x (!!!) einen Kreisel in der Nähe unserer Triumphstätte.

Nach Auskunft von Dima war die Mannschaft mit gemischten Gefühlen nach Leipzig gefahren, weil man nicht wußte, was einem hier erwartet. Nun, die Ängste waren bei allem Respekt wohl doch unbegründet.

Und, Dima, sag, bleibt Arne in Minden, bleibt unser Käpt´n GWD treu. Die Antwort unseres Russen: "Arne...." ???? Nun, wollen wir noch nicht verraten und die Fans noch ein bißchen auf die Folter spannen. Dima auf jeden Fall erfüllt seinen Vertrag (bis 2007), Verlängerung nicht ausgeschlossen. "Am liebsten ja", so unser zuverlässiger Kreisläufer.

Frank Wentzlawsky       

09.04.06: Rund um das Final 4 2006!

Am Samstag morgen (08.04.) um kurz nach Sieben Uhr startete das Abenteuer Hamburg mit dem Pokalfinal-Turnier in der Color Line Arena. Die Freude wurde ein bißchen getrübt, weil Werner Otto leider so gesundheitlich angeschlagen war, daß er nicht mitfahren konnte. Dafür machten sich (lautstark und trinkfreudig) Matze Bredemeier (na gut, er entschieden ruhiger) und seine einige seiner Herren von Stemmer 4 auf den Weg in die Hansestadt.

Zuerst ein Wort zum Anfahrtsweg mit der Bahn (und Bus) zur Halle. Man fährt mit der S-Bahn z. B. ab dem Hbf bis zur Station Stellingen, geht durch den Tunnel einige Minuten bis zur Abfahrtsstelle des Shuttle-Busses zur Arena. Das Stadion des HSV, die AOL-Arena, liegt ja direkt gegenüber der Halle, und für die Fußball-WM fahren zu diesem Ereignis die Fans den gleichen Weg - logisch. Und so wird z. B. noch zwischen der S-Bahn-Station Stellingen und der Bushaltestelle zu den Arenen noch einiges fertig gemacht. Es kann aber nicht sein, wie am Samstag passiert, daß dort ohne Absperrung gebaut und gebaggert wird und man der Gefahr ausgesetzt wird, die "Haxen" zu brechen, wenn man Pech hat. Das war schon mal ganz schlecht.

Vor der Halle angekommen (heile), versuchten wir, noch unsere Karte von Werner loszuwerden, also zu verkaufen, doch wir hatten die Rechnung ohne die organisierte Schwarzhändler-Zunft aus Osteuropa gemacht. Da hast Du natürlich keine große Chance, das Ticket an den Mann (oder die Frau) zu bringen.

In der Halle kamen wir zu ersten Kontakten mit den Fans von Kronau und Östringen und dem Fan-Club-Vorsitzenden der "Störtebeker" Hamburg, Lutz Hauser.

Dann das 1. Halbfinale HSV - SCM. Die Stimmung in der Halle prächtig, es waren auch ganz viele Magdeburger da, die richtig Stimmung machten. In einem mit viel Wohlwollen durchschnittlichen Spiel setzte sich zunächst der HSV ab, dann kam MD zur 12:11-Führung, zur Halbzeit führte dann allerdings der Gastgeber-Verein mit 16:13. Hier machten vor allen Dingen die Gille-Brüder und im Tor Stojanovic den Unterschied. Glück hatte Stiebler, der nach einer unfairen Attacke mit 2 Strafminuten davon gekommen war, es hätte auch Rot sein können. Ziemlich peinlich die Vorstellung von Stefan Kretzschmar. Ihm gelang erst gar nichts, dann nur ein wenig. Im 2. Durchgang setzte sich der HSV mit bis zu 6 Toren ab, und nichts deutete darauf hin, daß es noch eng werden könnte. Die souveränen Schiris Dang/Zacharias schickten Magdeburgs "Star" mit der Nr. 73, eben jenen Kretzschmar, nach einem Frustfoul zurecht mit Rot vom Spielfeld. "Kretzsches" Stern am Handball-Himmel scheint unterzugehen. Im Tor kam Heinevetter für Bitter, der in der 2. Halbzeit schwächelte, aber Silvio hielt nun überhaupt nicht, nur Theuerkauf auf Magdeburger Seite überzeugte in diesem Team. Und trotzdem kam der SCM wieder ran, der HSV wurde nervös, die Fans aus Sachsen-Anhalt wurden wieder lauter, doch drei gehaltene Siebenmeter (hintereinander) von Ex-GWDer Henning Wiechers ließen all ihre Träume vom Finale platzen. Am Ende hieß es zwar nur 31:30 für den HSV, doch irgendwie war der Sieg nie gefährdet.

Im 2. Halbfinale kam Kiel erst überhaupt nicht ins Spiel, dazu ein überragender Kolpak hinten und ein Jurasik vorne, nur Henning Fritz war es zu verdanken, daß Kiel dran blieb und die Führungen immer wechselten. Zur Halbzeit hieß es 15:14 für Kronau, lag eine Sensation in der Luft. Dann schienen die Kräfte bei Kronau nachzulassen, leicht und locker zog der THW davon. 22:17-Führung, was sollte noch passieren? Doch dann kam irgendwie GWD in unser Bild. Kiel (wie bei der klaren Führung in Minden) in sehr arroganter Manier, Kronau fightete um sein Leben und schmiß den Bundesliga-Tabellenführer aus allen Pokal-Träumen. Selbst die Schiris Prang/Reichl schafften es nicht, Kiel am Final 4-Leben zu halten, denn was die beiden Rheinländer in den letzten 10 Minuten für Kiel pfiffen, ging auf keine Kuhhaut mehr. Auch wenn die Spieler aus Kiel dafür sicher nichts konnten, die Stimmung gegen den THW war nicht mehr aufzuhalten. Ein vollkommen verdienter 33:31-Sieg der Mannen aus dem Badischen.

In den beiden Halbzeit-Pausen übrigens gabs kein dolles Programm - drei mehr oder weniger talentierte Breakdancer sorgten nicht gerade für tosenden Beifall.

Nach dem Spiel haben viele Kieler ihre Eintrittskarten (die ja auch Sonntag Gültigkeit hatten) verkauft - leider an die Schwarzmarkthändler. Für lächerliche 5 Euro. Wir haben unsere Karte, die wie schon erwähnt über war, für diesen Spott-Preis nicht an diese Leute gebracht, die sie dann für weit höhere Preise weiterverkaufen. 

Auf dem Weg zum Hotel übrigens mußten wir auf der Rückseite des Hauptbahnhofes vorbei - und plötzlich rannten uns fast grünschwarze mit Trainingsanzügen versehene Menschen um. Moment - Spieler vielleicht? Es waren keine geringeren als die Fußball-Profis von Borussia Mönchengladbach, die mit der Bahn anreisten, um Sonntag beim HSV anzutreten. 

Abends waren wir dann u. a. im "Pupasch", Hamburgs selbst ernannten Party-Tempel No. 1, deren Erhalt bis 2010 gesichert ist (durch Pachtverlängerung). Hier trafen wir Kronau-Östringer, und wir haben uns nett über diese Tage in Hamburg, aber auch auch über unsere beiden Vereine intensiv unterhalten. So muß es sein.

Am Sonntag in der S-Bahn auf dem Weg in die Arena saß dann mir Benni, der Fan-Club-Vorsitzende der "Red Devils" Nettelstedt, praktisch gegenüber. Wie nicht anders erwartet, sagte er, daß die "Roten" ihr Kontigent für das Derby in Minden am 29.04. wohl schon voll ausgeschöpft haben. 

In der Halle dann traf ich Richard Ratka mit seiner Frau, und auch wir tauschten uns über den 1. Tag und über die Halbfinals aus.

Dann das große Finale, und doch waren Magdeburger dabei, nämlich Lemme/Ullrich, die besten Schiedsrichter Deutschlands, wie man sagt. Und sie ließen gleich erkennen, wie sie sich gedachten, das Endspiel zu pfeifen - praktisch ohne Kompromisse. Nach 4:14 Minuten waren bereits drei Spieler (2 aus Kronau, einer aus Hamburg) auf der Strafbank. Es war ein hartes und zerfahrenes Spiel. Beiden Teams merkte man an, welche Bedeutung dieses Piel für sie hatte, aber auch, daß sie im Mittelfeld der Tabelle stehen. Es war kein hochrangiges Endspiel. Super aber die beiden Torhüten, Stojanovic (HSV) und Kolpak (K.Ö) entschärften einen Ball nach dem anderen. Und wenn Dummheit wehtun würde, ja dann würde "Toto" Jansen aber ganz laut schreien. Völlig ohne jeden Bezug riß er einen gegnerischen Spieler um, ohne Bedrängnis, ohne Not, die zweiten 2 Minuten Strafe nach noch nicht einmal 15 Minuten waren die Folge. Halbzeit 10:9 für Kronau nach ca. 50 Minuten Spielzeit, also mit viel Unterbrechungen, weil immer wieder Spieler auf dem harten Boden behandelt werden mußten.

In der Halbzeit gab es wieder ein ganz schwaches Unterhaltungsprogramm. Ein Trommlergruppe prügelte ohne Sinn und Verstand auf ihre Instrumente. Das kannte man ja noch früher auch aus Mindener Halb-Zeiten. Ziemlich laut und eintönig, einfach nur schrecklich, auch in Hamburg.

Die 2. Halbzeit war etwas ruhiger, das Spiel blieb nervös, Kronau konnte sich immerhin Mitte der 2. Halbzeit mit 3 Toren etwas absetzen. Aber dann kam die Szene des Spiels. Hens provozierte in einmaliger Manier gegen Ahrens, der konnt gar nicht anders als sein Gesicht zu schützen, Hens sprang sozusagen in seine Faust. Das war eigentlich ganz klar Rot für Hens, aber leider entschieden die Magdeburger Unparteiischen in dieser Szene gänzlich daneben und zeigten dem Kronauer den roten Karton. Trotzdem muß man sagen, daß diese Szene nicht unbedingt den Sieg des HSV begünstigte. 

Am Ende war Pungartnik der Mann des Spiels, der die entscheidenden Tore (auch das 26:25) für den HSV warf. Eine mehr als unglückliche Niederlage für den diesjährigen Aufsteiger, der aber bei seiner Ehrung deutlich mehr Beifall bekam als der eigentliche Pokalsieger aus der Hansestadt.

Bester TW wurde Kolpak (Kronau-Östringen), aber wie gesagt, Stojanovic stand ihm in nichts nach, bester Torschütze wurde Jurasik (Kronau-Östringen), der uns ja auch letzte Woche in Minden das Fürchten lehrte, bester Feldspieler Bertrand Gille (Hamburg).

Eine gute Sache war, daß nach dem Spiel die Kassenhäuschen aufmachten und man konnte sich schon mal für die Viertelfinal- und Halbfinal-Spiele für die Handball-WM 2007 in Hamburg mit Eintrittskarten eindecken.

Insgesamt erneut eine hochklassige Veranstaltung. Vielleicht war dieses Jahr das Niveau etwas niedriger, doch wieder waren es spannende Spiele. Das Halbzeit-Programm wird im Jahre 2007 bestimmt wieder besser.

Also, auf ein neues 2007 in der Color Line Arena Hamburg, vielleicht ja auch mit GWD!

Frank Wentzlawsky        

 

    

02.04.06: Rund um das Krösti-Spiel!

Ach, was hatte man nicht alles im Vorfeld dieser Partie geschrieben. Wie wird Arne dieses Spiel verkraften bzw. wie wird er drauf sein, wie wird die SG Kronau/Östringen mit ihren ca. 15 Fans in der Kampa-Halle empfangen werden und wird sich unser Gast schon für das nächste Woche anstehende Final Four schonen? Für einige Fans aus dem Badischen war die Sache klar, wenn man in ihrem Forum stöberte: Wir gewinnen in Minden, dadurch sind die Chnacen größer, daß GWD absteigt und dann nehmen wir neben den Punkten am besten gleich Arne mit.

Irgendwie schien sich alles zu bestätigen, aber am Ende war mal wieder alles über den Haufen geworfen worden. GWD hatte letztendlich ein Tor mehr erzielt.

Das so brisante Spiel begann mit einer taktischen Meisterleistung von Richard Ratka. Durch die sofort eingeleitete Maßnahme, den beim Einlaufen gefeierten Arne durch die sofortige Manndeckung auf Linksaußen zu stellen, verwunderte die Kronauer Abwehr dermaßen, das sie zunächst nicht wußten, was sie zu tun hatten.  So konnten wir das Spiel offen halten und nach ca. 15 Minuten stand es 8:8. Was auffiel: Für Arne sprang neben Snorri vor allen Dingen "Backo" ein und servierte den Kronauern auch mit ein. Die Schwäche bei uns basierte zunächst auf die Nicht-Verwandlung bei Siebenmetern und für die ganze erste Halbzeit ein Abwehrproblem, vor allen Dingen bei Jurasik. Da auch nach 15 Minuten vorne nicht viel lief gegen auch nicht so bärenstarke Kronauer, lag an schwachen Abschlüssen und Gäste-TW Kolpak. Der Halbzeitstand von 12:16 war gerecht, aber für Mindener Verhältnisse in der Rückrunde noch lange nicht beunruhigend.

Die 2. Hälfte brachte uns erst einmal in die Nähe eines Gleichstandes, hier erwies sich in einer wichtigen Phase nach der Halbzeit Björn Buhrmester als Meister seines Faches, aber immer wieder vertändelten wir einen besseren Zwischenstand. Aber ein Handballspiel dauert ja bekanntlich in der Bundesliga nicht 50 Minuten, sondern 60. Und trotzdem, auch nach 50 Minuten (20:24) glaubte wohl die größten Optimisten an eine Wende. Zu oft wurde Kolpak im Gäste-Tor warmgeworfen, ein bißchen Pech kam auch dazu, da nutzte es erstmal relativ wenig, daß hinten unsere Abwehrformation sich langsam zu steigern begann.

Aber GWD wäre nicht 2006 GWD, wenn sie bis zum Schluß nicht noch die klitzekleine Chance sehen würden, das Spiel zu drehen. Und siehe dann, nach 22:25 stand es plötzlich 24:25, Kronau wurde hypernervös, und Arne traf plötzlich aus dem Feld. 25:25, die Halle kochte, 26:25 ein wunderschöner Heber gegen Kolpak, die Halle stand Kopf. Nochmal Jurasik zum 26:26, doch GWD hatte mal wieder Blut geleckt und so kamen unsere Jungs wieder erfolgsversprechend vor das Tor. Siebenmeter GWD. Arne ohne mit der Wimper zu zucken und ohne Antäuschung versenkte er mit einem Gewaltwurf zur erneuten Führung. Dann kam Maliks Parade des Abends gegen Klimovets, dann nahm sich GWD gaaaaaaaaaaanz viiiiiiiiiiiiiiiieeeeeeeeeeeeeel Zeit beim nächsten Angriff. Als wenn Arne auf das Zeitspiel gewartet hatte: Das war seine Situation, seine Position auch. Kurz angespielt, hoch gestiegen, Kolpal noch dran, aber der Wurf war zu gewaltig, so daß der Hand-Ball zum 28. Mal für GWD an diesem Abend die Tor-Linie überschritt. Noch 1 Minute und 20 Sekunden. Nach 59:11 kam Kronau zum 28:27. Und nach einem Fehlversuch von Moritz machte er seine Sache gleich wieder mehr als wett. Er nahme Jurasik in die Mangel, und zwar hart, aber clever, und daß 3 Sekunden vor Schluß. Zwar bekam er eine berechtigte Zeitstrafe, doch die war hier ganz klar einklakuliert, und sie brachte auch den Sieg. Ein Wurf der Gäste, aber der ging knapp neben das Tor. Aber ob knapp oder nicht knapp, egal, 2 Punkte auf den Weg zum Klassenerhalt, vielleicht ja ohne unnötige Relegation.

Nach dem Spiel waren dann Christopher Kunisch im Fan-Treff. "Konny" bleibt auch weiterhin bei GWD mit Doppelspielrecht versehen, Andreas will gerne bei GWD bleiben, die Gespräche beginnen wohl jetzt. Anfragen gibt es natürlich immer mal von anderen Vereinen, doch dazu wollte er verständlicherweise nichts sagen, aber warum sollte er diese junge, aufstrebende Mannschaft auch verlassen? Und GWD will ja auch verlängern. 

Bleibt Arne bei Klassenerhalt in Minden? Diese Frage beschäftigt natürlich fast alle Fans. Arnes Worte nach dem Spiel klangen ja überzeugend, daß er sich weiter für GWD entscheidet, denn die Wechselgedanken gingen ja anscheinend nicht von Kronau/Östringen aus. Aber hoffentlich hat Arne seinem Berater Wolfgang Gütschow von der positiven Stimmung zu seiner Person und für seinen Verein erzählt, vielleicht war Herr Gütschow ja auch selbst in der Halle. Bis jetzt hat Arne noch keine Freigabe seitens des Vereins erhalten, aber, so Hotti, aber es kommt jetzt auch auf Arne an, was er wirklich will. Er müsse sich jetzt öffentlich erklären, was er vorhat.

Und was macht jetzt eigentlich Richard Ratka mit seinem Team während der 3-wöchigen Bundesliga-Pause? Gibts vielleicht eine Woche frei, wird mehr regeneriert? Nein, so Richard, es gibt 1-2 Tage zwar trainingsfrei, aber ansonsten wird in den nächsten 3 Wochen viel auf konditionelle Arbeit hin getan. Ausgeruht wird nicht, es kommt ein (auch von den Terminen her) hammerhartes Restprogramm (u. a. 5 Spiele im Mai) auf uns zu. Testspiele wird es nicht geben.

Kronauer Akteure waren nicht im Fan-Treff, dazu saß der Schock der Niederlage einfach zu tief. Da wollten sie nichts mehr sagen. Störte uns aber auch nicht.

Vor dem Bundesliga-Duell war mal wieder die C-Jugend dran. Nach einer 29:32-Hinspiel-Niederlage setzten sich die Spieler von Trainerin Kornelia Kunisch deutlich mit 36:29 gegen Aplerbeck durch und wurden Westfalenmeister. Der GWD-Fan-Club gratuliert und freut sich mit Euch.

Das nächste Spiel findet dann am 23. März in Leipzig gegen Delitzsch statt. Hier heißt es punktemäßig nachlegen, das bringt uns ein Stück weiter und die Konkurrenz steht unter dem Druck, nachzulegen. 

Nächste Woche steht aber zwischendurch noch ein ganz besonderer Termin auf dem Plan. Hierüber wird es auch einen (kleinen) Bericht geben.

Am Wochenende vertreten einige unserer Mitglieder den GWD-Fan-Club beim Handball-Fest um den Pokal in der Hamburger Color Line Arena!

Frank Wentzlawsky    

 

       

22.03.06: Wir waren in... Lemgo

Mit einer erwarteten Niederlage kamen wir aus der benachbarten Lipperland-Halle nach Dankersen zum Ausgangs-Treffpunkt am Helmut-Meisolle-Jugendheim zurück.

30:37 aus unserer Sicht - gut, es hätte auch ein, zwei Tore weniger sein können, aber wichtig war aus unserer Sicht, daß wir eine ordentliche Leistung in der umgebauten und fast ausverkauften Halle abrufen konnten. 3 Mal lagen wir in Führung, beim 1:0, 2:1, 4:2. Beim Gastgeber waren zunächst Stephan und Zerbe auf der Bank geblieben, Lichtlein begann im Tor. Nach dem 4:2 für uns leisteten wir uns einige Fehlversuche und Lemgo konnte mit 8:4 davonziehen. In dieser Phase war es eminent wichtig, dagegenzuhalten, und das taten unsere Grün-Weißen, etwas ärgerlich waren allerdings einige Gegentore von Daniel Stephan, der nach ca. 12 Minuten auf das Parkett kam und gleich zwar mit seiner ganzen Routine Malik und die Abwehr nicht hat gut aussehen lassen.

Trotzdem: 16:14 nur für den TBV und keine Zeitstrafe in einer insgesamt auch fairen Partie.

Die 2. Halbzeit spielte dann auch Volker Zerbe, im Tor kam Jörg Zereike zum Einsatz. Zereike war etwas stärker Carsten Lichtlein im ersten Durchgang, dem doch einige Treffer "durch die Hosen rutschten". Die ersten Minuten hielten wir weiderum das Ergebnis offen, doch gegen Lemgo muß man immer hellwach sein. 2-3 gehaltene Bälle von Zereike, schnelle Gegenstöße (meist abgeschlossen durch die Außen Kehrmann und Geirsson) brachten uns um ein besseres Torverhältnis. Bei uns im Angriff vermochten Stephan Just und Dima Kouzelev zu überzeugen, Arne brachte wieder eine anständige Leistung zustande, nach vergebenen bzw. in der Mauer abgeprallten Wurfversuchen bekam er eine verdiente Pause. Ebenfalls überzeugend Moritz, während Andreas Simon diesmal eine Halbzeit brauchte, um ins Spiel zu finden. Momentan (etwas) neben sich stand Jan Fiete, Ivan Vukas stand auf Halbrechts diesmal besser seinen Mann. Ivan kassierte übrigens die einzige Zeitstrafe, die man aber auch nicht geben brauchte, ein Foul an Geirsson haben wohl nur die Schiris gesehen.

Apropos Heinz/Hock: In der 2. Halbzeit merkte sich der TBV, wie man bei diesen beiden Schiris allzu leicht Siebenmeter herausholt. Etwas zuviel des Guten, wie ich meine, vielleicht wollten die beiden Unparteiischen aber auch nur was für die Jugendabteilung der Lipper tun, denn für jeden verwandelten Siebenmeter gab es (wie immer in Lemgo) eine Jugendspende von 50 Euro. Zweimal konnte Malik aber die Auszahlung verhindern, Geld gab es aber nicht zurück.

Bei einer umstrittenen Situation nach einem Siebenmeter, wo Heinz/Hock einen Anwurf für Lemgo gab (warum auch immer), regte sich naturgemäß die ganze Bank von auf einschl. Trainer, Betreuer und die auf dem Feld stehenden Spieler - und am meisten unser Busfahrer Jürgen Schäpsmeier, der trotz aller Emotionalität sich mal wieder als ehemaliger Schiedsrichter sich nicht genügend im Griff hatte und fast zwangsläufig den gelben Karton sah. Richard hatte auch oft was zu kritisieren, was auch sein gutes Recht ist, aber er tat einfach professioneller, und trotzdem aus dem Stand heraus.

Nach dem Spiel überreichte zwei Mitglieder des GWD-Fan-Clubs Volker Zerbe einen GWD-Schal, der sich darüber freute. Er mußte mit uns lange leiden ("Zerbe raus", aber nicht gestern), aber er hat soviel für den TBV Lemgo und den deutschen Handball getan, daß wir es als faire Geste verstehen, ihn zum Abschied (er hört ja bekanntlich am Ende der Saison als Aktiver auf) dieses kleine Präsent zu überreichen.

Unsere Spieler bedankten sich nach dem Spiel für die tolle Unterstützung durch uns Fans und beantworteten die ein oder andere Frage direkt nach dem Spiel gerne.

Frank Wentzlawsky           

 

 

19.03.06: GWD - MT Melsungen (Nachbetrachtung)

Die "Schmach" von Düsseldorf ist vergessen, mit einer super-kämpferischen Einstellung hat unser Team zwei wichtige Punkte auf dem Weg zur weiteren Spielberechtigung in der 1. Handball-Bundesliga geholt und unseren Gast aus Hessen weiter tief mit in den Abstiegsstrudel gerissen.

Sah man direkt vor Spielbeginn auf die Tribünen, war man begeistert. 3 000 Zuschauer (darunter ca. 60 aus Melsungen) füllten die "Kampa-Hölle", und sie sollten das Kommen nicht bereuen.

Angeführt vom großartigen Arne erzielten unsere "Grün-Weißen" zunächst eine 3:1-Führung, doch durch induviduelle Fehler und eines herausragenden Djordjic im Tor der Gäste bekamen wir zeitweise etwas Probleme. Bombensicher vom Kreis wieder einmal Dima, und das Tor der 1. Halbzeit erzielte "Apollo" zum 11:10. Im dritten Versuch bezwang er den Goalie der Hessen. Super hierbei die Einstellung um den Kampf um den Spielball. Danach verloren wir etwas den Faden, und Melsungen hätte durchaus höher als mit 15:12 in Führung gehen können. Irgendwie mußte es besser werden, irgendwie, das dachte zu dem Zeitpunkt auch Richard Ratka. Zur Pause kamen wir wieder auf ein Tor heran (15:16), und in der Kabine kam es richtig Ramba-Zamba von unserem Trainer. "Das reicht nicht", so zischte unser Trainer seine Akteure an.

Und wie verwandelt kamen sie heraus. Melsungen sah sich nun einer stabileren Deckung und eines sich steigernden Malik Besirevic im Tor gegenüber, so daß es in der 2. Halbzeit keinen Rückstand mehr gab und nur noch einen Gleichstand (17:17). Snorri mit seinem besten Spiel seit der Europameisterschaft, Arne als Kapitän die Leitfigur für Mannschaft und Fans, Dima weiter souverän, Schäps mit einer tadellosen Abwehr-Leistung und vorne treffsicher, auch Andreas wiederum mit einer konstanten Leistung, Jan Fiete steigerte sich nach der Pause und "Apollo" kämpferisch wieder allererste Sahne.

Trotzdem blieb es eng bis ca. 3 Minuten vor Schluß, weil Snorri in der Abwehr so seine Probleme mit dem Melsunger Wöhler hatte, der fast alleine seine Farben im Spiel hielt. Doch unsere GWDler waren heute ohne Furcht und pieksten unsere Gäste immer wieder in die offene Wunde. TW Djordjic hielt sein Niveau der 1. Halbzeit (Gott sei Dank) nicht und verließ mal wieder (wie mit Wallau) die Mindener Kampa-Halle als ein Torwart ohne Pluspunkte. Gut so.

Wie wichtig Arne für Minden ist, zeigte der Treffer zum zwischenzeitlichen 29:27: Es wurde Zeitspiel für GWD angezeigt, es gab Freiwurf, einer mußte nach Zuspiel werfen, und wie Arne warf: kurz, hochsteigend, dann schnörkellos und hammerhart und der Ball zappelte wie so oft in der 2. Halbzeit im Netz.

Letztendlich wurde es ein 4-Tore-Sieg, der sooooo wichtig ist, gerade auch nach dem Unentschieden von Pfullingen zuhause gegen Wilhelmshaven.

Natürlich war auch die Möglichkeit da, in der Mitte der zweiten Hälfte etwas wegzuziehen, aber, so Richard, "das kannst Du von dieser Mannschaft nicht erwarten, wir müssen uns alles hart erkämpfen". Und das macht ja auch Spaß und härtet dieses Team, wie man sieht, wie hier ein Team mit eigentlich bescheidenen Mitteln mit heißer grün-weißer Leidenschaft die Gegner in die Knie zwingt.

Im Fan-Treff waren dann Jan Fiete und "Apollo" zu Gast, und sie nahmen ausführlich zu dem Spiel Stellung. "Apollo" starrte immer wieder glücklich auf den Fernseher, wo eine Videotext-Tafel mit den Ergebnissen und der Tabelle der Handball-Bundesliga eingeblendet war. Er sagte, daß ist das entscheidende: Wir haben gewonnen, Pfullingen und Wilhelmshaven nicht und wir sind 15. Was will man mehr, das zählt.

Doch Stephan Just wäre nicht Stephan Just, wenn er noch mal kurz auf das Verhalten der Mannschaft nach dem Düsseldorf-Spiel sich geäußert hätte (nach einer Frage eines Fan-Club-Mitglieds): "Wir als Mannschaft wissen das zu schätzen, das man sonntags, ich wiederhole, sonntags, nach Düsseldorf fährt, und wir wissen auch, daß ihr Euch nach einem so schlechten Spiel ärgert, aber wißt ihr, wer sich am meisten ärgert: Wir Spieler, wir sind am meisten sauer über unsere Leistung, daß nichts funktoniert hat. Und jeder verarbeitet so eine Niederlage direkt nach dem Spiel auch anders."

Wohin geht eigentlich Kilian Kraft? Klar, er würde gerne bei GWD bleiben, aber die Verantwortliche haben ihm mitgeteilt, daß es keine Zukunft mit ihm hier gibt. Im GWD-Forum wurde ja u. a. Augustdorf als ein ganz heißer Anwärter genannt. Dazu Kilian:"Kann ich bestätigen, Augustdorf ist ein Klub, ich könnte dort sofort unterschreiben, der Vertrag liegt vor. Aber es ist nicht das einzige Angebot, ich habe noch nichts unterschrieben und mich auch noch nicht entschieden. In ca. 2 Wochen fällt wohl die Entscheidung".

Der Sieg gegen Melsungen war nicht der einzige Höhepunkt eines langen Samstag-Handball-Tages. Die von Kornelia Kunisch trainierte C-Jugend feierte einen souveränen 37:21-Erfolg gegen Steinhagen und ist damit einer von 2 Bezirksmeistern. Herzlichen Glückwunsch!!!

Und die A-Jugend kam zu einem 30:30-Remis gegen Dortmund. In dieser Liga ist die Luft durch das strenge Reglement leider raus. Zum Spitzenreiter Solingen kam man nicht mehr aufschließen, auf Platz 3 kann man auch nicht mehr abrutschen. Hier wäre es vielleicht mal eine Überlegung wert, eine Play-Off-Runde der letzten 4 Teams einzuführen, um ein bißchen Spannung in die Sache zu bringen.

Frank Wentzlawsky               

 

 

12.03.06: Wir waren in... Düsseldorf

Wer hätte das vorher gedacht... Mit einer richtig schlechten Leistung zog unser Konkurrent, die HSG Düsseldorf, ohne groß zu glänzen mit 4 Punkten gegenüber unserem Team davon.

Doch der Reihe nach. Um kurz nach 10 Uhr startete der GWD-Fan-Bus ins Rheinland. Der Bus war proppevoll, auf einen zusätzlichen Bulli wurde aber verzichtet. Unterstützt wurde diese Fahrt erstmals von der Kotelett-Schmiede, Minden. Dafür noch einmal ganz herzlichen Dank.

Auf dem Hinweg wurde natürlich das Thema "Arne Niemeyer/Wechsel zu Kronau?" heiß diskutiert. Einige  meinten, er solle auf jeden Fall gehalten werden, andere waren der Auffassung, eine richtig dicke Ablösesumme noch einzustreichen, erst recht, wenn unser Manager bzw. der Verein einen ädaquaten Nachfolger im Auge haben sollte. Ein anderer Gesprächsstoff waren die (für uns sehr guten) Ergebnisse unserer Konkurrenz aus Wetzlar, Melsungen, Pfullingen und Wilhelmshaven. Heute galt es nachzulegen, so der Tenor im Bus bei guter Laune.

Zunächst wurde aber Zons bei Dormagen angefahren. Ein kleines Örtchen, das uns von Trainerfrau Petra Ratka empfehlen wurde, um Kraft für das Spiel zu tanken. Zons mit seiner Burganlage, der Wallmauer und dem Rheinufer (incl. Deich) bot eine gute Kulisse für die leckere Gulaschsuppe, die als Mittagessen mit im Bus-Gepäck war. Der Aufenthalt dort betrug über eine Stunde.

Dann ging es zur nageleneuen Halle, wo übrigens auch Basketball-Bundesliga-Spiele ausgetragen werden, in den Düsseldorfer Stadtteil Reisdorf.

Die Mannschaft wurde beim Warmmachen begrüßt, und unsere Aktiven grüßten zurück. Natürlich wurde auch Arne befragt wegen seiner Situation um eventuelle Wechselgerüchte. Dazu Arne ganz diplomatisch:"Ich habe noch zwei Jahre Vertrag bei GWD." Auch Hotti wurde natürlich mit dieser Geschichte konfrontiert. Seine Aussage klang ganz anders:"Arne kam vor ca. 2 Wochen zu mir und sagte, er wolle den Verein wechseln". Nun, in den nächsten Tagen kommen wohl die Gesellschafter zusammen, um zu beraten, wie weiter in dieser Angelegenheit vorgegangen wird.

Endlich begann die Partie. Übrigens mit 5 Minuten Verspätung "wegen des großen Zuschauerandrangs", so der Hallensprecher. Es war wohl eher der Ausfall des Kassensystems, was den Zuschauereingang blockierte. Beim ersten Anwurf war die Halle mit etwas mehr als die Hälfte der Sitze belegt.

Schon die ersten Minuten merkte man beiden Mannschaften die große Nervosität an. Technische Fehler, unüberlegte bzw. unplazierte Würfe bestimmten die viele der ersten Angriffe. Keine Mannschaft konnte sich absetzen. Mit zunehmender Spielzeit merkte man der Mannschaft leider an, daß sie ohne Leidenschaft, ohne Feuer spielte. Düsseldorf nutzte das absolut körperlose Spiel unserer Abwehr aus, Malik hielt auch nichts, selbst Würfe auf seine Torwartecke fanden den Weg ins Netz. Beim 15:11 zur Halbzeit war die Enttäuschung der etwa 100 angereisten Fans (viele kamen auf mit dem Zug) groß, aber wir hofften auf eine Standpauke in der Halbzeit.

Die kam aber nur von der HSG. Während die Gastgeber munter durch unsere Deckung spazierten, klappte vorne zunächst überhaupt nichts. Wenigstens durch "Schäps" und Vukas wurde es ein offener Schlagabtausch, daß wir immerhin nicht in ein Debakel hineinrannten, wobei die 27:35-Klatsche auch so schon schlimm genug war.

In der 1. Halbzeit wußte noch einigermaßen Andy Simon zu gefallen, in der 2. Halbzeit habe ich die besten Spieler ja schon beim Namen genannt. Dima wurde sehr gut gedeckt, bekam kaum Bälle, wenn doch, war es meistens ein Tor. Also nehm ich ihn aus der Kritik mal heraus. "Backo" war mehr Schatten als Licht, Arne überfordert, Apollo zeigte sich leider von seiner nicht so tollen Seite, lustlos und etwas undispliniert, Snorris Leistungskurve zeigte auch wieder nicht nach oben, Jan Fiete konnte man schon nach wenigen Minuten und drei verworfenen Bällen aus dem Spiel nehmen, er war am heutigen Nachmittag nicht zu gebrauchen. Ja, und die Torhüter? Hätte man ohne Malik und Burmi gespielt, es wäre nicht groß aufgefallen.

Für diesen Nicht-Angriffspakt sollte man doch auch mal Kritik nach dem Spiel ernten. Die Spieler ließen einen aber nach dem Spiel so ziemlich links liegen, was mich und viele andere maßlos geärgert hat. Sie gingen praktisch auf die andere "Straßenseite" der Halle. Ein Vukas versuchte zwar zu unsere Kritik zu verstehen, ob er aber mit seinen Deutschkenntnissen es auch wirklich verstand, bezweifel ich. Ein Arne verpieselte sich gänzlich.

Also mußte Richard "dran glauben".  In sachlicher Art versuchten wir, unseren Ärger an ihm loszuwerden. Er werde sich nicht für die Mannschaft entschuldigen, aber er betonte sinngemäß, daß er mit uns gerne auch über schwierige Zeiten diskutiert, weil er uns ernst nimmt. Aber was will man machen, wenn "Arne an alles andere denkt als an dieses Spiel". 

Nun gut, vielleicht gab sogar Hotti unseren Spielern ein passendes, aber schlechtes Alibi. Beim Warmmachen vor dem Spiel beim Interview betonte er, daß "wir zwar hier gewinnen wollen, aber heute entscheidet sich nicht der Abstieg, es gibt ja dann noch 12 Spiele." Das mag zwar faktisch alles korrekt sein, aber mit solch einer lauen Aussage, die die Spieler in voller Lautstärke gehört haben, gibt man den Spielern eventuell den Eindruck, heute nicht alles geben zu müssen. Den Fans ist sowas alles andere als egal.

Und trotzdem: Am Samstag kommt Melsungen, und da werden wir wieder Arne und Co. mit aller Macht anfeuern und zum Sieg schreien.

Frank Wentzlawsky        

 

07.03.06: GWD - FAG (Nachbetrachtung)

Eine höchst unglückliche Niederlage erlebten etwas mehr als 2000 GWD-Fans am Dienstagabend gegen den Altmeister aus dem Schwabenland. Unser Team konnte nicht ganz an die guten Spiele gegen Flensburg und Kiel anknüpfen, wobei man sagen muß, daß Göppingen sich anscheinend auf den Europapokal zu konzentrieren scheint und nach dem Erfolg gegen Gudme hatten sie sicher auch ein Maß an Selbstvertrauen, selbst in der Phase, als GWD noch relativ sicher mit 3 Toren führte. Klar, in der Mitte der zweiten Halbzeit hatten unsere Akteure einen Blackout, und eine Disziplinlosigkeit von 2 Akteuren, deren Namen wir hier mal nicht in Betracht ziehen wollen, die sich gegenseitig "anmachten", daß der jeweils andere für Volker Michel zuständig war. Die Folge, die vielleicht auch die Punkte kostete: Wie im Hinspiel war letztendlich Volker Michel der Matchwinner der Gäste bei diesem TV-Spiel. Die beiden jungen Schiedsrichter pfiffen im Prinzip nicht schlecht, aber "das letzte Tor hätten sie wieder zurückpfeifen können". (O-Ton Richard Ratka). Lediglich Lars-Henrik Walther auf Göppinger Seite durfte so ziemlich alles unsportliche machen, was er wollte, er wurde nicht ein einziges Mal mit 2 Minuten bestraft, und erst recht nicht mit mehr.

Trotzdem: Die kämpferische Einstellung stimmte einmal mehr, und erneut wurde eine großer Rückstand kurz vor Schluß aufgeholt, bis dann die umstrittene Szene wenige Sekunden vor Schluß mit dem cleveren Siegtor von Michael Kraus die 1. GWD-Niederlage 2006 bedeutete.

Was zu bemängeln ist: Arne trumpfte vor den Augen von Bundestrainer Heiner Brand groß auf, doch die Entlastung fand nicht im erhofften Zustand statt. Auch die Außen Simon und Schäpsmeier konnten sich kaum auszeichnen, es kamen kaum Anspiele.

Die Abwehr bis auf die Situation, die oben beschrieben wurde, kann man auch keinen Vorwurf machen, ebensowenig Malik im Tor. Das läßt für Düsseldorf hoffen.

Noch eine interessante Antwort von DSF-Moderator Peter Kohl vor dem Spiel bei uns im Fan-Treff auf die Frage, ob GWD drinbleibt: Natürlich bleibt GWD drin, gar keine Frage. Ich kenne doch die Mechanismen des Sports, und da braucht ihr Euch keine großen Gedanken machen.

Frank Wentzlawsky

 

      

 

 

 

19.02.06: Nach dem Spiel GWD - Flensburg

Auch heute beschränken wir uns in diesem Bericht auf Situationen und Aussagen nach dem Spiel.

Wie schon beim Spiel gegen den THW wurde mit der SG Flensburg ausgemacht, daß ein Spieler, in diesem Falle Lars Christiansen, zu uns in den Fan-Treff zum Interview erscheint. Lars war nach dem Spiel der Gäste-Akteur, der die meisten Autogramme schrieb und vom NDR zu einer kurzen Stellungnahme "verhört" wurde, die dann später im "SC-Sportclub" ja auch veröffentlicht wurde. Eigentlich wollte Lars erst duschen, doch dann kam er im schwitznassen Trikot zu mir und ich begleitete ihn zu unserem Fan-Treff.

Doch bevor Lars kam, dauerte es 5 Minuten, in denen sich in den Katakomben der Kampa-Halle erstaunliches abspielte. 3 Mitarbeiter des NDR standen ebenfalls in der Nähe der Gäste-Kabine und schauten immer wieder ungläubig auf ihren Statistik-Zettel. Es war zum Brüllen, wirklich, wie sie sich über den Vizemeister lustig gemacht hatten, weil dieser eben eine scheinbar sichere 27:23-Führung verspielte hatte. Sie verspotteten den Klub ihres Sendegebietes minutenlang in einer einzigartigen Weise.

Dann kam Lars aus der Kabine und er bevorzugte den Kabinengang gegenüber dem Gang durch die Halle. Vpm Autogrammschreiben hatte er wohl die Schnauze voll. Schon auf den Weg in zu den Fans war er sehr gesprächig, fragte nach, was ihn denn jetzt gleich erwarte und lobte nochmal ausdrücklich unser Team. Er war wirklich schwer begeistert. Im Fan-Treff angekommen, wurde er mit einem tollen Applaus empfangen. Im folgenden Interview fand er noch mal sehr schöne Worte für GWD und gab selber zu, daß sein Verein heute sich sehr schwer getan hat, weil aber eben auch unsere Akteure saustark waren. Natürlich war es ärgerlich, eine 27:23-Führung noch aus der Hand zu geben, doch irgendwie schien es, als würde er sich klammheimlich für den Punkt für uns freuen. Auf die Frage eines Fans, ob Minden absteigt, sagte er würtlich: "Das wäre eine Sünde. Und das meine ich auch so, daß würde ich in Wetzlar sicher nicht sagen." Unsere Mannschaft sei großartig, die kämpferische Einstellung super. Minden muß einfach erstklassig bleiben, sie gehören in die 1. Liga, so sinnbildlich seine Aussagen. Lars hat bewiesen, daß er ein sympathischer Sportsmann ist. Viel Applaus und Anerkennung war ihm sicher. Und viele freuten sich, daß nach Stefan Lövgren vom THW mal auch ein weiterer Top-Gästespieler sich Zeit für die Handball-Anhänger bei uns im GWD-Fan-Treff genommen hat.

Dann hatte Ingrid Heß ihren großen Auftritt. Nach 10 Jahren großartiger Arbeit trat sie am Freitag aus dem Vorstand als 1. Kassiererin zurück. Ingrid wird weiter dem GWD-Fan-Club treu bleiben und mit Rat und Tat uns zur Seite stehen. Wir überreichten ihr als kleine Anerkennung einen neuen GWD-Schal (grüne Schrift auf weißem Grund - "Mein Team"), als ihr Lieblingsgetränk eine Flasche Rotwein von der Ahr und einen Blumenstrauß. 

Später kamen dann noch Trainer Richie Ratka in den Fan-Treff, er wurde ebenso umjubelt empfangen wie später unsere GWD-Interview-Spieler Dima und Arne. Arne und Richard blieben über eine Stunde im Fan-Treff, TOLL! Das ziemlich lange Interview führte unser Pressewart Olaf Böke dann. Unter anderem stellte er die Frage, ob bei GWD im Gegensatz zur Hinrunde nicht mehr kopflos gespielt wurde, umso Punkte einzufahren. Darauf Arne:"Ich glaube, h e u t e und letzte Woche haben wir kopflos agiert, haben nicht über die Spiele nachgedacht, und so konnten wir Kiel und Flensburg kräftig ärgern". Hoffen wir also auf weitere kopflose Spiele, am besten jetzt am Freitag in Wetzlar. 

Auch Jan Fiete ließ sich kurz bei uns im Fan-Treff blicken. Ein toller Sonntag abend wie schon gegen Kiel ging dann zu Ende. Diesmal gingen die letzten "Hinterbliebenen" des Fan-Treff-Teams mit Hausmeister Salvatore und "Medien-Direktor" Wolfgang Franke zu letzten Drinks in das naheliegende "Zum Stern" und genossen auf einer Großleinwand, die extra für uns von der Wirtin aufgebaut wurde, im NDR den Bericht zu unserem 27:27.

P.S.: Den neuen Schal gibts für 13 Euro zu kaufen im GWD-Fan-Shop beim nächsten Spiel gegen Göppingen, außerdem geplant im vom Wolfgang Franke geführten Fan-Bus nach Wetzlar, oder bitte bei Sport-Meisolle anfragen (0571/33277).

Frank Wentzlawsky          

 

12.02.06: Rund um das Spiel GWD - THW

Da durch diesen wunderbaren Sieg unser Team nicht nur im GWD-Forum in aller Munde ist, richten wir uns in diesem Bericht einer ebenfalls wunderbaren Sache: der Fan-Freundschaft. Dieser ist zwischen unserem Fan-Club und den THW-Fans exzellent, und einen Höhepunkt erlebten wir ohne jeden Zweifel jetzt bei diesem Spiel.

Angefangen hatte alles damit, daß ich Namen unseres Fan-Clubs die Kieler auf dem Fan-Forum des dortigen Fan-Clubs wenige Tage vor dieser Begegnung in unseren Fan-Treff eingeladen hatte. Und viele der mitgereisten Schlachtenbummler kamen dann weit vor dem Spiel in unsere schönen Räumlichkeiten. Ganz herzlich wurden sie von unserem Fan-Treff-Team begrüßt, und es dauerte nicht lange, da standen die ersten Barre auf der Theke und die "Zebra"-Anhängern schmeckte das Bier (noch). Sie beteiligten sich an der guten Stimmung und viele, die das erste Mal bei uns im Fan-Treff waren, staunten nicht schlecht, daß es sowas in der 1. Bundesliga gibt. In Kiel wäre es wohl nicht möglich, so eine Einrichtung in der Ostseehalle zu etablieren, und zwar aus verschiedenen Gründen, auf die ich aber nicht eingehen will.

Nach und nach füllte sich der Fan-Treff, GWD- und THW-Fans diskutierten über alles mögliche und vor allen Dingen über das bevorstehende Spiel. Und als dann die THW-Fans offiziell über das angeschaltete Mikrofon begrüßt wurden, bedankte sich einer aus der mitgereisten "Zebra-Herde" für die freundliche Einladung und außerdem sagte er noch sinngemäß, daß er sich hier unten so richtig wohl fühlte.

Während des Spiels hatten zunächst unsere Gäste (erwartungsgemäß) mehr zu lachen, doch wir hielten uns tapfer, schon der Halbzeitstand war aus unserer Sicht ein Erfolg. Und dann kam ja noch alles viel schöner mit einem Mindener Team, daß sich einmal als Einheit präsentierte, von Richie "Rakete" Ratka ganz toll eingestellt. Und Kiel wurde nervös, wie witterten Morgenluft, und so nahm  der sensationelle Ausgang des Spiels seinen Lauf. 

Die Kieler Fans zeigten wahre Sportsgröße, kamen trotz der Niederlage wieder in zahlreicher Menge runter in den Fan-Treff und gratulierten uns zum Sieg. Warum auch nicht? Und trotzdem: Es wurde nicht versucht, unseren Sieg in irgendeiner Form abzuwerten, sondern der einhellige Tenor war: Die bessere Mannschaft hat gewonnen, und die bessere Mannschaft war heute Grün-Weiß Dankersen Minden. Das macht Fans eben so sympathisch. 

Toll auch, daß zwei Kieler Offizielle den (vorher abgesprochenen) Weg zu uns zum GWD-Fan-Club fanden. Kapitän Stefan Lövgren kam für den kranken Henning Fritz (genauso übrigens wie Stunden später im NDR-Fernsehstudio Hamburg) und beantwortete ebenso die Fragen wie "unser alter" Klaus-Dieter "Pitti" Petersen, der selber Ende der 80er Jahre die GWD-Sportschuhe geschnürt hat. "Pitti" kam für Christian Zeitz, der noch nicht einmal beim THW seinen Mund aufmacht (O-Stellungnahme Uwe Schwenker).

Später kamen dann noch Kilian Kraft und Björn Buhrmester zu uns zum Interview, andere GWD-Akteure fanden leider nicht mehr den Weg zu uns. Aber vielleicht ja nächsten Sonntag gegen Flensburg. Und da hoffen wir auf einen ähnlichen Erfolg wie mit den Kielern, sowohl fan-mäßig als auch sportlich, denn auch viele von der anderen, der Flensburger Förde, sind uns wohlgesonnen. Ein SG-Akteur stellt sich dann auch wieder unseren Fragen. Wer, wird in Kürze verraten, wer jetzt im Fan-Treff war, weiß, wer die Zusage bereits gegeben hat.

Das Fazit: Das, was bei uns im Fan-Treff abging, macht den Sport aus. Während des Spiels Rivalen, sonst Handball-Freunde.

Frank Wentzlawsky  

   

 

02.02.06: Wir waren in... Basel

Pünktlich um 22.07 Uhr am Montag abend starteten die Mindener Teilnehmer voller Vorfreude vom Bahnhof aus zunächst Richtung Hannover.

Beim Umstieg in Hannover gab es schon mal die erste, positive Überraschung. Es gab Geld zurück, da die Zugfahrt seit der Buchung in der Zwischenzeit günstiger geworden ist. Zudem konnte unser Wagen (mit Ruhesesseln) nicht eingesetzt werden, und so bekamen wir als Ersatz einen Liegewagen (natürlich ohne Aufpreis). Doch bevor wir uns auf Position brachten, ging es zum "Warmmachen" in den Restaurationswagen zu den ersten EM-Bierchen. Danach konnten wir mehr oder weniger gut schlafen, aber sicher auf jeden Fall besser als auf Ruhesesseln. 

So gut wie pünktlich um kurz vor 8.00 Uhr rollten wir im Badischen Bahnhof (dem deutschen Bahnhof von Basel) ein. Nach dem Hotelcheck durften wir erwartungsgemäß noch nicht auf die jeweiligen Zimmer, doch die Tickets für den öffentlichen Nahverkehr bekamen wir schon, und so düsten wir mit der Straßenbahn in das nicht weit enfernte Zentrum Basels, zum anderen, größeren Bahnhof SBB. Nach dem Frühstück warteten wir auf die Ankunft von Stefan, der von Wien nach Zürich flog und von dort mit dem Zug haargenau um 10.18 Uhr (wie vorgesehen) eintrudelte.

Inzwischen fuhren wir mit der Tram ins Hotel zurück, daß nur ca. 200 m vom Mannschaftshotel u. a. der Deutschen Nationalmannschaft lag (mehr dazu später). Wir bezogen die Zimmer und waren begeistert. Ein tolles Interieur, eine tolle Sicht aus dem 9. bzw. 12. Stock über Basel hinweg. 

Dann ging es zunächst mit dem Bus zur Halle, um auszutesten, wie lange wir brauchen.  Zwischendurch riefen wir Hotti an und verabredeten uns für ca. 14 Uhr in der Halle. Da noch viel Zeit war, ging es zurück in die Altstadt, wo wir in einem SB-estaurant lecker zu Mittag gegessen haben. Durch unser (auch) grün-weißes Outfit wurden wir einige mal als Werder-Bremen-Anhänger vermutet, aber das verneinten wir natürlich sofort.

Inzwischen hatten wir mitbekommen, daß durch die öffentlich-rechtlichen TV-Anstalten ZDF und ARD der Spielplan in unserer Gruppe geändert wurde. Deutschland spielte jetzt beide Partien bereits als erstes um 15.15 Uhr. Die überwiegende Fan-Schar kam erwartungsgemäß aus Deutschland, aber um 15.15 Uhr bei Anpfiff am Dienstag gegen die Ukraine waren viele Plätze leer geblieben. Enttäuschend, auch wenn das Gastgeberland schon ausgeschieden war. 

Dann begrüßte uns Hotti. Auch in Basel kam es immer wieder zu Fragen wegen der ganzen Situation bei unserem BL-Team. Die EM rückte für einige Minuten in den Hintergrund. Die Situation bleibt weiterhin angespannt, neues Geld für neue Spieler gibt es auch weiterhin nicht, jedenfalls zur Zeit nicht. Auch ein GWD-Sponsor war in Basel vor Ort und begrüßte uns. Er bleibt bis Sonntag. In einem längeren Gespräch erzählte er mir u. a., daß er bei GWD bis zum 31.06. fristgerecht gekündigt hat. Er will erst mal sehen, ob und was sich bei unserem Klub so tut. So denken wohl auch andere Sponsoren, wenn man seine Aussagen Glauben schenken darf. Er engagiert sich auch bei unserem Nachbarn vom Wiehen, dort hat er nicht gekündigt. Aus dem Umfeld des Vereins habe ich allerdings gehört, daß er den exakt gleichen Weg auch beim TuS Nettelstedt gegangen ist. Also: Aussage gegen Aussage. Nach seinen weiteren Aussagen versteht er aber u. a.  nicht so ganz, warum andere Sponsoren deutlich weniger Geld bei GWD investiren, als sie geben könnten.

Zum sportlichen bei dieser EM:  Der erste Spieltag bescherte den Deutschen die in der Hauptrunde punktlosen Ukrainer. 30 Minuten war es eng, dann setzte sich unsere Klasse durch. Die Abwehr stand besser, Henning hielt stärker, das Angriffspiel wurde variabler und die Ukraine ging unter. Recht stark spielten Pascal Hens (1. Halbzeit), Michi Kraus und Florian Kehrmann. Sehr unglücklich (um das so zu beschreiben) Christian Zeitz, der mit seinem riskanten Spiel ein Fiasko erlebte (kein Wurf ging ins Ziel) sowie Frank von Behren, der zum wiederholten Male im Angriffspiel wie ein Fremdkörper wirkte. "Franz" war auch ein Top-Thema unter der Fans, die sich immer wieder wundern, warum Frank in dieser Form Spielanteile bekommt. Ein zweites Thema war das Nachhauseschicken von dem 3. Torwart Carsten Lichtlein. In dieser Personalie war viel Skepsis zu hören. 

Dann hofften wir auf Schützenhilfe von Slowenien, aber die Franzosen demonstrierten eine Halbzeit lang ein perfektes Abwehr- und Konterspiel, dazu Omeyer erneut mit einer tadellosen Leistung. In der 2. Halbzeit drehte sich das Baltt. Slowenien kam näher und näher (nach ca. 37 Minuten nach doppelter Hinausstellung bei den Franzosen). Omeyer konnte an seine fabelhafte Leistung nicht anknüpfen, er durfte Platz machen. 10 Minuten vor Schluß waren es von 10 Toren Halbzeitführung nur noch mickrige drei. Doch die blau gekleidete Truppe  ließ sich nicht mehr schocken und hielt dagegen. Letztendlich ein souveräner Sieg mit Schönheitsfehlern, die auch hätten schief gehen könne. Bei Slowenien spielte leider nicht unser Ognjen Backovic. Die letzte Partie bescherte uns Weltmeister Spanien gegen die Polen. Die Iberer machten ihre Gegenüber müde, so daß Polen nach einer anständigen 1. Halbzeit (nur 1-Tore-Rückstand) in der 2. Runde stehend k.o. ar, zumindest nach 40 Minuten. Und so kamen die Spanier zu einem Kantersieg. Die Zuschauerzahlen gingen kontinuierlich zurück. Deutschland: 2000 Zuschauer, Frankreich: 1900 Zuschauer, Spanien: 1800 Zuschauer. Soviel auch zu den Angeboten der Tageskarten. Eigentlich hätte es immer offiziell die gleiche Zuschauerzahl geben müssen.

Abends ließen wir diesen ersten Spieltag für uns in der Hotelbar ausklingen. 

Den 2. Tag begannen wir mit einem Frühstück vom allerfeinsten. Kein Wunsch blieb praktisch unerfüllt. Dann machten wir uns rüber auf den Weg in das Mannschaftshotel der Deutschen, und Hotti saß um ca. 11 Uhr im Foyer u. a. mit dem Arzt unseres Nationalteams, Herrn Dr. Hallmaier. Über die Zuschauerresonanz war auch Hotti schmerzlich enttäuscht. Mit dem Niveau der Veranstaltung sportlich gesehen dagegen sehr. Just in diesen Minuten unseres Aufenthaltes kam es zu einem Interview des slowenischen Fernsehens mit dem Spieler Kavticnik, der in Deutschland beim THW Kiel seine Bundesliga-Brötchen verdient. Danach wurden Fotos mit ihm und einiger unserer Anhänger gemacht. Und plötzlich lief uns auch Ognjen über den Weg. Er staunte nicht schlecht, als er uns sah. Ob er heute gegen Deitschland spielt, wußte er noch nicht, er hatte auch Magen- und Darmprobleme, aber nicht so drastisch, daß er nicht hätte spielen können. Wir waren gespannt. Auch mit ihm haben wir Fotos geschossen. Etwas in der Ecke des Hotels hielten sich mehrere Slowenen auf, neben Deutschland und Slowenien waren auch die Spanier hier im Swissotel Le Plaza an der Messe untergebracht.

Bevor es zur Halle ging, erkundeten wir die Altstadt mit ihren alten, romantischen Gassen und erlebten eine kleine Fährfahrt über den Rhein auf die andere Seite mit einem schlichten Böötchen, bevor es über die Wettsteinbrücke zurück in die Altstadt ging. 

In der Halle hatten wir an beiden Tagen immer wieder Kontakt mit unserem GWD-Sponsor, wir unterhielten uns über alles mögliche, u. a. auch über die Hallendecke, die in Zeiten von schweren Dacheinstürzen von ihrer Statik her nicht den besten Eindruck vermittelte, aber das war vom Architekten so gewollt. Manch einem wurde es sicher mulmig.

Vor und zwischen den Spielen unterhielten wir uns ausführlich u. a. mit Fans des HSV Hamburg und dem THW Kiel. Über die Fanszene im allgemeinen, über das laufende Turnier und auch mit dem HSV-Fan-Club-Vorsitzenden der "Störtebeker". Wir schilderten uns unsere Gemütslage, wie wir das Schauspiel um die finanziellen Aspekte der vergangenen Jahre sahen, nämlich alles andere als fair. Das verstand er, wie aber auch darauf hin, daß dafür nur alleine Wilfried Klimek schuld war und daß die Sponsoren hinter dem HSV standen und stehen und deswegen z. B. 2 Jahre keine Hallenmiete zu zahlen gewesen ist. Und warum die Freezers im Eishockey deutlich mehr Zuschauer als die Handballer. Nun, der finnische Eigentümer der Halle steht mehr auf Eishockey und deswegen werden die Freezers mehr mit Marketing-Aktionen unterstützt als ihr Klub.

Das 1. Spiel, wiederum mit Deutschland, mit dem weitaus schwereren Gegner aus Slowenien, erneut allerdings ohne Ognjen. Schade. Ognjen saß im Sweatshirt auf der Pressetribüne. Evtl. als Co-Kommentator für einen slowenischen Sender. Das Spiel recht ausgeglichen, bei unserem Team war es eher eine Mannschaftsleistung, bei dem Gegner eine Ein-Mann-Show von Rutenka. Überraschend viel Spielanteile in der Offensive bekam Frank von Behren. Er dankte es Heiner und uns Fans mit einer ordentlichen, soliden Leistung und Angriff und Deckung. Ein rabenschwarzen Tag erwischte Pascal Hens, dem überhaupt nichts gelang, und Henning Fritz, der aber nicht durch Bitter ersetzt wurde (außer bei zwei Siebenmetern). Immerhin hielt Fritz dann aber 3 Siebenmeter in der 2. Halbzeit hintereinander. Stark waren unsere Florian Kehrmann (herrlich sind seine schnellen Kontertore anzusehen) und Torsten Jansen. Stark auch unser Unterzahlspiel bei 3-6. Slowenien machte keine Anstalten in der Deckung, und unsere hauten dreimal drauf, und dreimal war der Ball drin, einmal sogar durch "Franz".Letztendlich ein verdienter 36:33-Sieg. Spieler des Tages aus deutscher Sicht wurde erneut Florian Kehrmann. Stark in der Deckung war Oliver Roggisch.

Dann kam das Spiel Frankreich - Polen, wo nicht nur ich beinahe eingeschlafen wäre. Absolut null Stimmung in der Halle, eine polnische Mannschaft, die schlichtweg keinen Bock hatte, so daß Frankreich zu einem ganz, ganz leichten Sieg kam. Mit einer soliden Leisung. Von dem Spiel Spanien - Ukraine haben wir nur die 1. Halbzeit mitgenommen, dann ging es langsam zurück in die Stadt, wo noch gegessen wurde, dann ging es in das Hotel, wo sich ein bißchen aufgewärmt wurde und schließlich zurück zum Bahnhof. Die 1. Halbzeit war die Ukraine sehr stark, und auch das Endergebnis (31:29) läßt vermuten, daß die punktlosen Osteuropäer sich nicht mit einer weiteren Schmach verabschieden wollten. Für Heiterkeit sorgten die beiden Schweizer Schiedsrichter, die nun kein flüssiges Spiel wollten und alles abpfeiften, zumindest in Halbzeit 1. 

Das Drumherum: Die Preise in der Halle waren für solche ein Turnier o.k., die Auswahl bei den Speisen war unterstes Niveau. Keine Bratwurst, keine Bockwurst, keine frische Pizza, kein Eis. Es gab Baguettes mit Käse und Mettwurst, Pizza-Baguettes (sahen nicht wirklich toll aus) und Käsekuchen (stand zumindest auf der Tafel). Man konnte in Euro oder Schweizer Franken bezahlen (wie übrigens in vielen Geschäften, bei Eurozahlung bekam man Franken wieder). Man holte sich in der St. Jakobshalle Extra-Bons an einer speziellen Kasse, das Thekenpersonal war allerdings bei Andrang nach Spielende teilweise hoffnungslos überfordert oder chaotisch.

Und in der Halle? Gut war, daß sich das Sicherheitspersonal nicht protzig in den Vordergrund drängelten. Die Teams wurden jeweils mit einem Schiri in die Halle geführt, vor jedem Spiel wurde an die Fairness an die Zuschauer appelliert. 

Aber: Die Betreiber der Hallenuhr sollten nochmals eine Prüfung machen. Haarsträubend, was man alles erleben durfte. Falsche Zwischenstände, Strafzeiten auf der falschen Seite, dann wurden Strafzeiten schlichtweg vergessen. Und beim Spiel Frankreich - Polen wurde auch der Hallensprecher Opfer dieses grausamen Spiels. Er gab die Führung der Polen mit 14:7 bekannt, die Franzosen führten jedoch.

Was mir ganz beonders auffiel: Ob die Leute in der Halle, die Bevölkerung in der Stadt und auch alle Hotelangestellten: Supernett, höflich, kein böses Wort. Eine angenehme Atmosphäre verschönerte den kurzen Aufenthalt. Und wer mal eine Tour nach Basel unternehmen will: Diese Stadt im Dreiländereck zu Deutschland und Frankreich hat seine Reize. Es lohnt sich, einige Tage hier zu Besuch zu sein. Und wer es ein bißchen exklusiver mit der Unterkunft haben will: Sehr empfehlenswert ist das Hotel Ramada mit seinen toll ausgestatteten Zimmern. Und für den kleinen Geldbeutel: Die deutsche Grenze ist nah, nach Weil am Rhein z. B. auf unserer Seite fährt man ca. 12 Minuten mit dem Zug vom großen Bahnhof SBB oder nur 3 Minuten vom Badischen Bahnhof. Und mit dem Auto ca. 15 Minuten bis in die Innenstadt von Basel.

Frank Wentzlawsky                     

  

 

24.01.06: Unsere Fahrt zur Handball-EM der Männer

In diesem Jahr besuchen Mitglieder des GWD-Fan-Clubs die Handball-Europameisterschaft in der Schweiz. Anders als im nächsten Jahr bei der Weltmeisterschaft im eigenen Lande ist die EM deutlich attraktiver vom sportlichen Stellenwert, kommen doch die Top-Teams fast ausschließlich aus Europa. Bei einer WM müssen sich dann noch vom jeden Kontigent Nationen qualifizieren, die eigentlich bei so einer Veranstaltung rein sportlich nichts zu suchen haben, wie in den letzten Jahren z. B. Brasilien, Australien oder Grönland eindrucksvoll bewiesen haben. Also: die stärksten Länder treten nur bei einer EM auf!

Unsere Reise beginnt auf dem Bahnhof Minden um 22.07 Uhr, wo am Montag, 30.01., offiziell startet, so die fahrplanmäßige Abfahrtszeit des Zuges, der uns erst einmal nach Hannover Hbf bringt. Dort haben wir ca. 1 Stunde Aufenthalt. Wer will, kann sich ja noch mit Proviant eindecken. Im Hauptbahnhof der niedersächsichen Landeshauptstadt sind zu diesem Zeitpunkt noch einige Geschäfte offen.

Um 23.52 Uhr fährt dann der Nachtzug, der City Night Line, los, um uns durch die Nacht nach Basel zu bringen. Wir GWD-Fans schlummern in Ruhe-/Schlafsesseln. Dieser Nachtzug fährt bis Frankfurt (Main) ohne offiziellen Halt durch, das wird so gegen 04.00 Uhr morgens sein. Über Karlsruhe und Freiburg erreichen wir unseren Zielort kurz vor 8.00 Uhr im Badischen Bahnhof.

Basel, die Stadt mit dem Image einer Kultur- und Wirtschaftsmetropole, hat ca. 166 000 Einwohner und ist das Zentrum der Nordwestschweiz. Neben an Deutschland grenzt diese Stadt auch an Frankreich.

Nach einem Frühstück irgendwo in der Stadt und dem Aufsuchen des Hotels geht es nachmittags erstmals in die St. Jakobshalle. Hier haben wir Sitzplätze. Die 1999 erbaute Halle hat ein Fassungsvermögen von 6 000 Zuschauern. 2005 wurde sie renoviert. Hier spielt unsere deutsche Mannschaft bereits in der Vorrunde. Der Heimverein ist der RTV 1879 Basel. Weitere Events in dieser Arena sind die Swiss Open im Tennis und waren aus Handballsicht das Finale der U-21-Weltmeisterschaft 2001 und diverse Länderspiele.

Am Dienstag und Mittwoch sehen wir insgesamt 6 Nationalteams aus den Vorrundengruppen A und B jeweils 2 mal. Aus der Gruppe A, die zunächst in St. Gallen spielt, qualifizieren sich von Slowenien, Polen, Ukraine und Gastgeber Schweiz die ersten 3 Teams. Auch die ersten 3 Mannschaften aus der "deutschen Gruppe" sind in der Hauptrunde. Deutschland hat es mit Spanien (1. Spiel), der Slowakei (2. Spiel) und Frankreich (3. Spiel) zu tun.

Zwischen den beiden Spieltagen übernachten wir im Hotel Ramada, ca. 20 Minuten mit der Straßenbahn von der Halle entfernt. Morgens gibt es Frühstück im Hotel (im Preis enthalten).

Von den Nationalmannschaften, die wir sehen werden/könnten (zwei bleiben ja nach der Vorrunde auf der Strecke), sind einige interessante Spieler, die wir aus der Bundesliga kennen. Die Polen, die 7 Spieler aus der deutschen Handball-Bundesliga nominiert haben, treten u a. mit den Marcin Lijewski (Flensburg), seinen Bruder Krzysztof Lijewski (HSV), Karol Bielecki (SCM) und Grzegorz Tkaczyk (auch SCM). Der Trainer der Polen ist auch gerade in Minden kein Unbekannter: Bogdan Wenta. Frankreich hat sogar 5 Spieler aus deutschen Landen eingeladen, als da wären Joel Abati (SCM), Daniel Narcisse (Gummersbach), Nikola Karabatic (THW), Bertrand Gille (HSV) und sein Bruder Guillaume Gille (HSV). Auch die Eidgenossen holen sich "deutsche"Hilfe ins Boot: Arno Ehret setzt u. a. auf Manuel Liniger (Wilhelmshaven) und Ivan Ursic (Nordhorn). Und wenn sich die Ukraine sowie die Slowakei für die Hauptrunde durchsetzen, lernen wir sogar noch 2 Spieler aus der Regionalliga Süd (Staffel Ost) kennen. Vom VfB 1861 Forchheim sind in der Schweiz Olexander Gladun (Ukraine) und Tomas Stranowsy (Slowakei) dabei.

Ja, und aus heimischer Sicht: Snorri Gudjonsson spielt leider in der "falschen" Hauptrundengruppe für Island, den zweiten GWD-Akteur, der aktiv am Geschehen dabei sein wird, ist Ognjen Backovic für Slowenien. Hoffen wir, daß sich Slowenien für die Hauptrunde qualifiziert.

Nach den Mittwoch-Spielen geht es für uns wieder Richtung Heimat. Ca. 23.30 Uhr bringt uns der ICE von Basel Bad Bhf zunächst nach Düsseldorf, wo dann der "Westfalen-Expreß" uns zur Endstation nach Ostwestfalen nach Minden bringen wird.

Über unsere Eindrücke von dieser Tour gibt es dann den nächsten Bericht hier auf dieser Homepage.

Frank Wentzlawsky     

 

                                                      

 

   

 

10.01.06: Hotti Bredemeiers Rolle bei GWD

"Wißt ihr Fans überhaupt, wie wichtig Hotti für GWD ist", so ein Gesellschafter gegenüber dem GWD-Fan-Club.

Wenn unser derzeitiger Manager, der übrigens seinen Vertrag als Geschäftsführer mittlerweile verlängert hat, nicht weitergemacht hätte, wäre der Verein schon nicht mehr am Leben. Doch durch sein Signal, weiter für Grün-Weiß zu kämpfen, öffneten viele Leute aus dem Sponsorenbereich ihre private Geldbörse und gaben viel Geld, um GWD vor der Pleite zu retten. Noch vor wenigen Wochen war die Lage für unseren Verein hochdramatisch.  

So kann die Saison finanziell gerettet werden, hoffen wir nun, daß auch sportlich der Klassenerhalt geschafft wird. Aber, so der Gesellschafter weiter, die Zuschauer müssen vermehrt unseren Mindener Verein unterstützen, mit einem Durchschnitt von 2 000 Zuschauern läßt sich bald kein Sponsor mehr Geld aus der Tasche ziehen. "Warum ist denn Eintracht Minden vor Jahren gescheitert? Weil kein Sponsor Millionen für 150 zahlende Anhänger gibt."

Auf jeden Fall wird der Schuldenabbau weitergehen, wie schon in den letzten 8 Jahren. Man hätte den Verein GWD auch schon damals vor die Wand fahren können, aber das war nicht die Absicht. Denn zu Zeiten eines Hedin und eines Stoecklin, so der Gesellschafter, wuchsen die Schulden ins schier unermeßliche. Zahlen, die man sich gar nicht aus heutiger Sicht vorstellen kann. Das desaströse Ausmaß wurde total aus den Augen verloren.

Doch anders als andere Vereine (wie z. B. der TuS Nettelstedt) wurde nicht getrickst oder Schlupflöcher gesucht, sondern hart am Schuldenabbau gearbeitet. "Dieser Schuldenabbau ist einzigartig in Deutschland". Dies allem ist ein Mann zu verdanken, der die Fäden in den Händen hält: Hotti Bredemeier. Ein anderer Geschäftsführer oder Manager wäre von den Gesellschaftern und meisten Sponsoren auf keinen Fall unterstützt worden.   

 

26.12.05: Wir waren (Weihnachten) in... Magdeburg

Montagmorgen, 11.00 Uhr: 47 GWD-Fans machen sich bereit, um den 2. Weihnachts-Feiertag im Fan-Bus und in der Bördelandhalle Magdeburg zusammen mit unseren Spielern zu feiern. Die Wetterverhältnisse in Minden-Dankersen waren o.k., aber wie siehts später auf der Autobahn und auf der Rückfahrt aus? Warten wir es ab.

Im Bus waren auch Fans, die sich so eine Fahrt sich zum 1. Mal "antaten", auf dem Rasthof Auetal stieg wie vereinbart unser Bogdan (aus dem GWD-Forum) mit seiner Mutter zu.

Es begann langsam zu rieseln, das Autobahn-Umfeld wurde weiß und weißer, trotzdem kamen wir gut voran und legten unsere größere Pause auf dem Rasthof Marienborn ein, wo wir unter den ehemaligen Grenzbauten (heute übrigens Gedenkstätte) uns breit machten und Kaffee sowie (nein, nicht gewöhnlichen Kuchen, sondern) Christstollen probierten. Diese Leckereien wurden übrigens gesponsert von unseren GWD-Fan-Club-Mitgliedern Brigitte und Helmut Krob, die dem Fan-Bus wie viele andere schon sehr lange die Treue halten. Dafür sagen wir vom Vorstand vielen Dank Euch beiden. Ein weiterer Dank geht an die Fa. Hillenkötter, die nun seit Jahren die Auswärtsfahrten nach Magdeburg unterstützt.

Ca. 1 Stunde vor Spielbeginn erreichten wir die Halle, umgeben von einer weißen Pracht. Müssen wir etwa den Bus nachher freischaufeln?

Mit den Magdeburgern Fans kommen wir ja sehr gut zurecht, natürlich auch diesmal wieder. Und so wurden vor dem Spiel freundschaftliche Gesprächsrunden gebildet. Und unten machten sich die Spieler warm. Beim Einlaufen war es sehr ruhig bei den einheimischen Anhängern, die jetzt schon legendäre Kiel-Pleite von letzter Woche läßt grüßen.

Der Auftakt: Für uns überhaupt nicht erfreulich, denn mit Snorri fehlte der nächste Stammspieler nach Apollo und Jan Fiete. Wie sollen wir das nur durchstehen? Doch unsere mit dem letzten Aufgebot schlagen sich wacker, der SCM ging zwar 1:0 in Führung, doch es sollte lange, lange Zeit die einzige Führung der Sachsen-Anhaltiner bleiben. Nach ca. 10 Minuten, wir führten mit 6:4, wurde Dima ganz unsanft von den Beinen geholt, leichte Tumulte (man kann auch sagen Rudelbildung) auf dem Spielfeld und Dima holte seine Kopfnuß gegen Oliver Roggisch heraus. Das war ROT und nichts anderes, aber nicht für Jutta Ehrmann/Susanne Künzig, die beiden Unparteiischen aus dem Badischen. Sie ließen es bei jeweils kleinen 2-Minuten-Strafen. Damit war das Publikum allerdings wach, sie pfiffen uns aus, aber nicht lange. Ehrmann/Künzig leiteten gut, es gab einige Siebenmeter auf beiden Seiten, die bei uns Arne, der Spieler der 1. Halbzeit sicher verwandelte. Unsere Abwehr stand sehr sicher, Malik wuchs über sich hinaus, und die SCM-Fans wurden ungeduldig, sie wurden ungeduldiger, und sie wurden untröstlich. Nach ca. 22 Minuten, der GWD-Expreß rollte (14:8), gabs ein gellendes Pfeifkonzert, die Stimmung kam bezeichnenderweise vom Band. Welch ein Armutszeugnis, diese Maßnahme des Hallensprechers! Doch es war klar, irgendwann mußte unserem Team die Luft ausgehen. Dennoch: Eine 15:12-Halbzeitführung, wir hatten Anwurf! Auch in die Kabinen wurde der SCM ganz bitter vom eigenen Publikum mit Pfiffen bestraft, der Hallensprecher, der vor dem Spiel Minden nach Niedersachsen kurzfristig verlegte, versuchte zu schlichten, mit dem Ergebnis, daß er selber das Opfer der eigenen Zuschauer wurde, und zwar genau so heftig.

Kurz nach Beginn der 2. Hälfte hatten wir unseren Vorsprung schon aufgebraucht, 15:15, die Halle hatte die Spieler jetzt wieder lieb. Wie gehts aber nun mit unserem Team weiter? Kilian kam zwar Mitte der 1. HZ für wenige Minuten für Ivan, aber das sollte sein einziger Einsatz gewesen sein. Doch unsere Mannschaft schlug sich einfach achtbar in dieser brenzligen Situation. Immer wieder konnten sie dem Ausgleich trotzen und in Führung gehen, hierbei übernahm vor allen Dingen Ognjen großartige Verantwortung. Hinzu kam, daß fast alle GWD-Angriffsbemühungen sofort, also nach ca. 5-10 Sekunden, mit dem Handzeichen des Zeitspiels unter Druck gesetzt wurden, auf Magdeburger Seite ungleich weniger. Beim 27:25 für den SCM schien alles verloren, doch wir glichen noch mal aus (27:27/55.Minute). Beim 28:27 gegen uns hatten wir erneut die große Chance zum Ausgleich, Arne wurde im 7-Meter-Strafraum gefoult, es gab eben Strafwurf, bisher alle 7 von Arne selbst geworfen und mit Toren bejubelt, stand nun Backo an der Marke. Er scheiterte an Silvio Heinevetter, der die letzten Minuten sich noch mehrmals auszeichnen durfte. Nach dem gehaltenen Siebenmeter stürmte Joel Abati auf eine der beiden Schiedsrichterinnen zu und knutschte sie ab. Unglaublich!

Das war der Anfang vom Ende, das 27:31 aus unserer Sicht war dann doch etwas zu hoch, aber noch bitterer wäre eine unverdiente 1-Tore-Niederlage gewesen. Es war aber bitter genug, auch so.

Die Spieler gingen wieder mit hängenden Köpfen in die Kabine und dann noch zum Warmlaufen, wir mußten mal wieder Trost spenden. Magdeburger Fans, die am Ende doch wieder gewaltig hinter ihrem Team standen, gratulierten uns zum moralischen Sieg, manche von ihnen hätten uns GWD´ler lieber als Sieger gesehen, aber davon können wir uns nunmal nichts kaufen. Auch die Schiedsrichter-Aktionen taten einen Teil dazu bei, so daß ein Spieler bereits die Hoffnung aufgegeben hat, daß wir in dieser Saison noch Unpateiische bekommen, die uns wohlgesonnen sind.

Es gab schon Zeiten, da wurden auf der Rückfahrt im Fan-Bus Leute vermißt, es gab also Schwund. Diesmal war es umgekehrt. Snorri wird in Minden auf das Gummersbach-Spiel geschont, soll dort wieder zum Einsatz kommen, und Dima war auch mal wieder mit den Fans auf der Rückreise. Er flog heute (27.) zu einem Abschiedsspiel nach Moskau, er steht da in einer Weltauswahl. Tja, und wenn Dima mitfährt, dann kommen wir mit dem Bus ins Stocken. Auch diesmal, allerdings nur sehr kurz. Durch einen Zwischenfall im berühmt-berüchtigten A-2-Abschnitt bei Hämelerwald gerieten wir kurzzeitig in einen zähfließenden Verkehr.

Der Rest der Mannschaft düste unterdessen weiter zu einem Turnier ins benachbarte Dessau.

Frank Wentzlawsky      

     

 

 

21.12.05: GWD - HSV (Nachbetrachtung)

Es war wie (fast) immer in den letzten Jahren bei den Heimspielen gegen den Hamburger SV. Eine große kämpferische Leistung unseres jungen Teams, eine desolate Schiedsrichter-Leistung von Pioro/Strick, und am Ende eine total unglückliche, knappe Niederlage gegen das Star-Ensemble aus der Hansestadt.

Nach einem spannenden Schlußspurt unserer Grün-Weißen sah es die ersten 20 Minuten nicht aus. Zu schnell stand 1:5, 5:11 und 9:16. Malik faßte diesmal keinen Ball, die Abwehr war keine und die Elbestädter hatten leichtes Spiel. Ging doch mal ein Angriff nicht ins Tor, sorgten wir mit überhasteten Angriffen und Abschlüssen dafür, daß der HSV sich keine Sorgen zu machen brauchte. Einzig die Siebenmeter von Just waren eine eindeutige Angelegenheit. Allerdings muß man auch sagen, daß gleich die ersten beiden Angriffe unsererseits sehr unglücklich abgepfiffen wurden, Stürmerfouls bei den Angriffen unseres Gegners wurden in der 1. Halbzeit nie geahndet.

Einen Freibrief bei den Referees hatte ganz klar Pascal Hens. Er sah zwar früh seine gelbe Karte und die erste Zwei-Minuten-Strafe, doch das war es dann auch. Zweimal kurz hintereinander stieß er Moritz in unsanfter Form um, doch es gab nur jeweils Siebenmeter statt berechtigter Zeitstrafen.

Nach ca. 15 Minuten kam dann Björn Buhrmester ins GWD-Tor, und er war der Mann des Abends. Durch seine Einwechslung wurde erstaunlicherweise auch die Abwehrarbeit besser, auch wenn natürlich mit Jan Fiete hinten ein ganz wichtiger Stützposten fehlte. Trotzdem: Zur Halbzeit war man immerhin wieder auf 4 Tore dran (14:18), man hatte wieder Hoffnung.

In der 2. Halbzeit wuchs dann Björn in seinem ersten "richtigen" Bundesliga-Spiel über sich hinaus, GWD mit seinem beherzt jungen Team holte auf, beim 20:21 waren wir ganz dicht am ersten Ausgleich der Partie. Verständlich, daß gegen Knorr, Jansen, Gille, Rastner, Stojanovic und Co. auch einige Fehler passierten, und der HSV immer wieder mal auf 3 Tore davonzog, doch wir hielten mit Unterstützung der 2150 Zuschauer (für einen Mittwoch nicht ganz so schlecht) dagegen und hatten wenige Sekunden vor Schluß die große Chance zum Ausgleich. Ivan Vukas machte alles richtig - bis auf den Torwurf, der war leider zu mittig angesetzt, sodaß ihn Stojanovic scheinbar mühelos parieren konnte. Das wars.

Das Comeback gab Arne nach ca. 13 Minuten, mit ihm kam gleich mehr Schwung in den Angriff und mehr Stimmung auf den Tribünen. Das zeigt erneut, welche große Wertschätzung er auf Mannschaft und Fans doch wieder hatte.

Trotzdem: Die ganze Mannschaft gab alles, sie gab nie auf und Richard und Tobbi waren sich hinterher beim Interview bei uns im Fan-Treff sicher, diese Mannschaft wird in der Rückrunde die nötigen Punkte zum Klassenerhalt holen. Und wir sehen das auch so.

Apropos Fan-Treff: Die Spieler-Interviews und die gute Zusammenarbeit mit Tobbi istn diesem Zudammenhang (wie natürlich auch im Ganzen) ist echt vorbildich und das wird auch im Jahre 2006 so sein.

Zunächst aber stehen noch 2 Auswärtsspiele an, und auch an Weihnachten unterstützt der GWD-Fan-Club die Mannschaft wie auch, ganz klar, einen Tag vor Silvester in Gummersbach.

Frank Wentzlawsky 

 

11.12.05: GWD 2 - Niederpleis (Nachbetrachtung)

Nach der A-Jugend und der Bundesliga-Truppe wollte sich auf unser Regionalliga-Team keine Blöße geben und schickte Niederpleis mit einer  Klatsche nach Hause. Bis auf die Anfangsphase hatten wir das Spiel gegen den Tabellenletzten im Griff, die Gäste konnten nicht gerade unter Beweis stellen, das Niveau einer Regionalliga-Mannschaft zu besitzen.

Leicht und locker konnten wir bereits uns deutlich absetzen, was vor allen Dingen an Kilian Kraft und Michael Boy zunächst lag, hinten hielt Björn die Bude sauber. So nach und nach kam auch Karsten Gerling in Fahrt, und auch der Rest der Truppe spielte konzentriert. Trotzdem konnten die schwachen Gäste von Glück sagen, daß es zur Halbzeit nur 15:8 für uns stand. Mitte der 1. Halbzeit dann eine, wie ich meine, kuriose Schiedsrichter-Entscheidung. Ein Gästespieler fur einen Konter, Michael Boy stoppte ihn von der Seite ziemlich unsanft. Man hätte Gelb für Michi vielleicht ziehen können, doch zur Überraschung aller gabs Freiwurf für GWD. Wenig später wieder eine Entscheidung pro GWD, da flippte der Trainer (zurecht) aus, dafür gabs Gelb, darüber wiederum motzte ein Spieler, der dann als Ergebnis eine Zwei-Minuten-Strafe bekam. Auf der Tribüne war das Gelächter groß. Auch nicht jeden Tag zu sehen bekommt man folgendes: Bei einer Auszeit zofften sich mehrere Spieler des Tabellenletzten, der Trainer konnte sich so durchsetzen, wie er wollte, das sah für aus Zuschauersicht ihn recht unglücklich aus.

  

In der 2. Halbzeit kamen sie zwar zweimal auf 5 Tore heran, wirklich gefährlich konnten sie uns aber nicht werden, denn GWD schaltete dann wieder 2 Gänge hoch und schon war der klare Abstand wieder da. Letztlich ging es nur noch darum, wie hoch der Sieg ausfallen würde. GWD nahm den Gegner die letzten 15 Minuten regelrecht auseinander. Das verkrafte die Nr. 11 von Niederpleis nicht, der zum wiederholte Male meckerte und schließlich nach der dritten Zeitstrafe sich auf die Tribünenplätze begeben durfte. Bis auf die Situation in der 1. Halbzeit hatten die Unparteiischen aus Lemgo eine souveräne Leistung aufs Parkett gelegt. 

Schließlich blieb der Torezähler bei 39:21 stehen, für Niederpleis dürfte es in der nächsten Saison keine Fahrt nach Minden-Dankersen geben. In den letzten Minuten wechselte Trainer Bert Fuchs noch kräftig aus. Fast eine komplette A.Jugend stand auf dem Feld und zeigt dem Gegner auch die Grenzen auf. Tobias Linke im Tor mit zwei feinen Paraden, Eduard Morasch in Abwehr und Angriff top, dazu Georg Auerswald, Benjamin Göller und Simon Witte.  Allein die Fans verdienten Respekt. Verkleidet als Schneemänner (einer davon mit einer langen Mohrrüben-Nase) machten sie ein Stimmung. Nur so konnten sie wohl das manchmal grausame Spiel ihrer Mannschaft ertragen. Aber schön, daß auch in dieser Situation es Handball-Fans gibt, die ihr Team auswärts begleiten. Nur eines mußte nun wirklich nicht sein: Nach ca. 3:30 Minuten rannte ein Niederpleisener in einer Spielunterbrechung aufs Spielfeld. Vielleicht hatte da schon der Glühwein seine Wirkung gezeigt.

Frank Wentzlawsky  

 

 

10.12.05: GWD - Pfullingen/Stuttgart (Nachbetrachtung)

Ein weiterer wichtiger Sieg wie gegen Delitzsch in überzeugender Manier gegen einen in allen Belangen unterlegenen Gegner aus dem Schwabenländle.

Nun, vor dem Spiel gabs die erste Hiobsbotschaft: Richard Ratka erzählte mir "unter strengster Geheimhaltung", daß Jan Fiete am morgen mit einer dicken Wade zum Abschlußtraining kam und sein Einsatz akut gefährdet wäre. Eineinhalbstunden später war er Gott sei Dank doch nicht nur eingelaufen, sondern er spielte auch. Arne als Symbolfigur war zwar auch in Spiel-Kleidung auf der Bank, wurde aber vernünftigerweise nicht eingesetzt. Er wird wohl im Jahre 2005 in den immerhin noch restlichen 4 Meisterschaftsspielen nicht mehr auf Torejagd gehen können. Dafür wieder in der Kampa-Halle einsatzbereit Apollo und Backo.

3300 Zuschauer waren mit Sicherheit zwar nicht in der Halle (wurde offiziell bekanntgegeben), schätzungsweise vielleicht 2500 Zuschauern, aber wenn die Einnahmen dann so stimmen, soll es uns egal sein.

Die ersten 6 Minuten zappelten die Bälle zwar einige Male im Netz, allerdings in den Fangnätzen neben und über den Toren. Hier zeigte sich schon deutlich, welch für ein Nervenspiel uns bevorsteht. 0:0 stand es, wir wollen aber auch nicht verschweigen, daß die beiden Torhüter auf beiden Seiten auf dazu beigetragen hatten. Trotzdem, die Nervosität war nicht zu sehen. Das gab u. a auch Moritz nach dem Spiel zu, war bei einem Ball zu sehen, der doch ziemlich deutlich zu hoch angesetzt war. Simon ein Versuch später zielte dann zu genau, Latte und drüber. Auf der anderen Seite paßten unsere Spieler sehr gut auf und schnappten sich ein ums andere Ball den Ball, hier ist u. a. Dima sehr zu loben. Dazu Malik in bestechender Form. 

Apropos Malik: Von einer Verletzung in der Woche konnte überhaupt keine Rede sein, eine Finte im Internet (GWD-Forum) sei es gewesen, so Richard Ratka zu mir. Er konnte sich gar nicht erklären, wie sowas zustande kam.

Nach ca. 6 Minuten dann endlich der erste Treffer - für GWD, daß 2:0 ließ nicht lange auf sich warten, hinten stand ein Deckungsblock, wie er besser nicht agieren konnte, Pfullingen hatte nichts entgegenzusetzen, sodaß Gäste-Coach Eckhard Nothdurft nach exakt 11 Minuten und 22 Sekunden sich veranlaßt sah, eine Auszeit zu nehmen (Spielstand 6:1). 

Wäre GWD nicht fahrlässig mit seinen Chancen umgegangen, die Pfullingen hätte hier in Minden ein Debakel erlebt. Bei uns stand wie gesagt die Deckung, vorne wurde zuviel verballert, wobei auch die Gäste-TW´s ihren Anteil hatten, aber Malik hielt seine Linie durch und parierte ebenfalls, wenn nicht schon Jan Fiete und Co. im Abwehrverbund geklärt hatten. Und dennoch: Kurz vor der Pause eine magere 9:7-Führung, Pfullingen hatte einige Möglichkeiten, auf ein Tor zu verkürzen, sie taten es nicht. Halbzeit dann wenigstens eine etwas beruhigende 4-Tore-Führung (11:7) und wir hatten Anwurf.

Den konnten wir aber nicht nutzen (11:8), doch Pfullingen fiel gegen eine weiterhin sehr konzentrierte Abwehrarbeit nun herzlich wenig ein, um zu sagen gar nicht, ihren Shooter Navarin hatten wir im Griff. Die anderen Spieler konnten nicht in die Bresche springen.

Und so entwickelte sich allmählich ein Kantersieg, weil ab der 40. Minuten fast alles verwertet wurde und hinten weiterhin nichts anbrannte. Über 16:10 und 21:13 feierten wir mit 27:16 einen auch in dieser Höhe verdienten Sieg.

Malik im Tor habe ich schon mehrfach erwähnt. Aber es war ganz eindeutig ein Mannschaftssieg. Andreas Simon war wieder sehr stark, Moritz Schäpsmeier nach Anfangsnervosität auf dem Wege der spielerischen Besserung. Sein letztes Tor war so was von frech. Von außen deutlich vor der Kreisbegrenzungslinie ein saftiger Wurf ohne Ansatz in die kurze Torwart-Ecke - und drin. Sensationell. Jan Fiete als Abwehrorganisator und auch Torschütze vorne, Dima rackerte wie gewohnt, Snorri und Backo mit einer soliden Einstellung und Ivan Vukas kommt endlich auch. Bei ihm zeigt der Pfeil deutlich nach oben. Das müßte ihn doch mehr Selbstvertrauen geben. Und Burmi kam die letzten Minuten auch noch ins Tor und knüpfte tadellos, so weit es eben ging, an die Leistung von Malik heran und parierte einen Siebenmeter.

Einziger kleiner Wermutstropfen: Nach ca. 17 Minuten kam Apollo aufs Feld. Wir hoffen mal, daß seine Engagement gestern noch mit seiner Verletzung zusammenhing. Also mannschaftsdienlicher als gestern kann man schon spielen. Er wollte nur durch Tore glänzen, und daß mißlang deutlich. Wir brauchen Apollo, keine Frage, aber mit dieser Spielweise wird die Mannschaft, tut mir leid, nichts anfangen können. Na gut, nächstes Mal wirds wieder besser.

Nach dem Spiel im GWD-Fan-Treff begrüßen wir unter großem Applaus Jan Fiete und Moritz. Olaf interviewte die beiden und die beiden antworteten ehrlich (sportliche Fragen) bis diplomatisch professionell (Frage nach der wirtschaftlichen Lage).

Frank Wentzlawsky   

      

 

20.11.05: Totensonntag gegen Großwallstadt (Nachbetrachtung)

Nach dem Heimsieg gegen Delitzsch und dem tollen Punkterfolg in Nettelstedt waren wir doch sehr euphorisch in dieses Spiel gegangen. Leider trübte die Vorfreude die Verletzung von Arne. Richard Ratka süffisant vor dem Spiel: "Wir schöpfen mal wieder aus dem Vollen."

Als das Spiel begann, machten wir doch schon lange Gesichter - lediglich 2 300 Zuschauer waren in die Kampa-Halle gefolgt. 3 Punkte aus den letzten beiden Spielen, kaum Alternativen für den Sonntag, gutes November-Wetter, eine junge, schlagkräftige Dankerser Mannschaft in der stärksten Liga der Welt - was muß eigentlich passieren, bis die Halle mal so richtig voll ist?

Der Start verlief nicht gerade nach unseren Erwartungen. 1:4 nach ca. 5 Minuten, die ersten Zeitstrafen durch die insgesamt schlecht pfeifenden Becker/Hack gegen uns. Diese Zeitstrafen kann man zwar geben, aber warum dann nicht auf beiden Seiten. Arne spielte zwar, aber man merkte doch ziemlich schnell, daß er nicht laufen konnte und so waren wir durch seine Anwesenheit auf dem Spielfeld praktisch ein Mann weniger. Dazu relativ schwache Abschlüsse von nahezu allen Akteuren, Wallstadt Keeper Rominger brauchte eigentlich nicht viel zu tun, um die Bälle abzuwehren bzw. zu parieren. So kam es, daß es nach ca. 15 Minuten 3:8 stand. Danach spielten die Gäste mehrmals Harakiri, und als Dima brutal gefoult wurde, hätte sich der Gästespieler über eine Rote Karte nicht wundern dürfen. Für Becker/Hack war es offenbar noch zu früh, einen Spielausschluß anzuordnen, eine 2-Minuten-Strafe hielten sie für gerechter. Bei 6-3-Überzahl spielten wir zwar auch nicht gerade toll, aber wir kamen immerhin wieder ran, Malik hatte da seine stärkste Phase und so stand kurz vor der Halbzeit (26.) 10:10. Eigentlich hätte man auch mit einem Remis zur Pause rechnen können, aber Großwallstadt hatte 10 Sekunden Zeit, aus dem 12:12 eine Führung zu machen. Und sie nutzten sie. Mit einem Gewaltwurf zwar, der aber aus der Entfernung haltbar schien. Malik hielt ihn nicht und die Abwehr paßte anscheinend auch nicht auf, mit mit dieser Aktion hätte man einfach rechnen müssen.

In der 2. Halbzeit wieder einige Fehler eingestreut, den TVG wieder aufgebaut und wieder lag man mit 14:17 zurück, wieder kam die Aufholjagd, die aber auch Kraft kostet. Malik konnte seine Leistung aus der 1. Halbzeit nicht halten, er durfte leider fast alle auf ihn zufliegenden Bälle aus dem Tornetz holen. Spieler wie Andreas Simon und Matthais Teinert (wiederum eine bärenstarke Abwehrleistung) hielten uns im Rennen. 22:22 nach ca. 47 Minuten, doch lautstarke Unterstützung von den Rängen hört sich ganz, ganz anders an. Das war an Totensonntagen schon viel, viel besser. Wir schafften es nicht, einmal auch nur in Führung zu gehen, hier tat sich unglücklicherweise Moritz hervor. Tempogegenstoß leichtfertig verschenkt und seine "Krankheit", die er schon zu Regionnaliga-Zeiten hat: Er betritt bei seinen Kreisangriffen von Rechts zu oft den Kreis.

Großwallstadt legte wieder auf 2-3 Tore vor, dann kam Ivan Vukas, der unserem "Ex" Chrischa Hannawald 3 x sicher überwand. Dann leistete er sich ein dummes Frustfoul, und nach 53 Minuten war das Spiel für ihn beendet. Kann man geben, aber leider wird wohl nur sowas bei uns gegeben, relativ selten für die Gegner.

Letztendlich konnte man nichts mehr machen, obwohl man alles versucht hatte, noch dem Spiel die Wende zu geben. Der Aderlaß zum Schluß war zu groß, Kunisch kam mal wieder zu einigen Bundesliga-Minuten.

Mit einer hoffentlich vollen Truppe sieht aber das nächste Spiel in Wilhelmshaven wieder anders aus. Über 70 GWD-Fans lassen unsere Grün-Weißen nicht im Stich! Wunderbar.

Frank Wentzlawsky    

 

 

06.11.05: Nachbetrachtung zum Delitzsch-Spiel

Dieses Spiel erinnerte an das Match gegen Schwerin letztes Jahr fast zur gleichen Jahreszeit. Ein deutlicher und überlegener Sieg gegen einen Vertreter aus den neuen Bundesländern, der ziemlich hoffnungslos auf dem letzten Tabellenplatz steht. Der Unterschied gestern war: In der 1. Halbzeit wurde das Spiel von einer großen Portion Nervosität geprägt.

Und dabei fing alles erfreulich an. Schnelle 2:0-Führung, wo noch nicht mal 1 Minute gespielt war, nach ca. 8 Minuten eine sichere 7:3-Führung, bemerkenswerterweise kein einziger Fehlwurf und die Stimmung auf den Tribünen war demzufolge stark.

Doch Delitzsch-Trainer Jungandreas wechselte seinen TW aus, der auch den gleich den 1. Ball abwehrn konnte, und unsere Truppe wurde unverständlicherweise nervös. Zum Glück nahm sich auch unser Gast viele technische Fehler, so daß GWD zwar wankte, aber nicht umfiel. Die Concordia kam gefährlich nahe auf 1 Tor heran (10:9), doch zum Ausgleich reichte es nicht, weil dann vorne verwandelt wurde, hauptsächlich von Arne, Dima, Andreas und Snorri (bei ihm meistens 7 m). Beim 14:11 und doppelter Überzahl hofften wir bereits auf die Vorentscheidung bis zur Halbzeit. Doch die 6-4 Überzahl endete mal wieder im Desaster (das wird GWD wohl nie in den Griff bekommen): Im Angriff war durch die Überzahl logischerweise viel Platz für spielerische Elemente, aber das scheint Gift für unsere Akteure zu sein, meist konnte der Angriff noch nicht mal abgeschlossen werden. In der Abwehr übertölpelten unsere Gäste unsere Deckung mit einfachen Mitteln. Auch bei gleicher Anzahl Spieler auf dem Platz fielen unglaublich viele einfache Tore, Malik hatte seine beste Phase noch vor sich.

Immerhin 15:13 zur Halbzeit, und die Frage war, wer kommt besser aus den Startlöchern zur Runde 2? Eindeutig wir, in der 2. Hälfte überfuhr förmlich der GWD-Express den Tabellenletzten und frustierte damit wohl den einen oder anderen Mitgereisten aus Delitzsch, aber der Wurf eines Pappbechers auf das Spielfeld war überflüssig und dumm zugleich. 

Malik steigerte sich gewaltig, die Deckung war hellwach, in der Rückwärtsbewegung wurde klare Chancen der Delitzscher abgefangen und viel, was durchkam, war eine sichere Beute von Malik. Und vorne wirbelten alle, lediglich Moritz machte ein unglückliches Spiel, typisch dafür, daß nach 42 Minuten nach 3x2 Minuten für den Sohn des Hallensprechers die Partie beendet war. Aber es sollte nicht der einzige Spielausschluß an diesem Nachmittag in der Kampa-Halle gewesen sein. Aber die anderen (außer Apollo, der erwartungsgemäß wegen seiner Verletzung aus dem Pokalspiel fehlte)machten praktisch aus jeder Chance einen Torjubler. Andreas Simon, der langsam, aber sicher zu seiner Form findet, die wir alle für ihn erhoffen, der sich auch nach einer leichtfertig vegebenen Chance nicht beeindrucken ließ und der hinten sehr gut mitgearbeitet hat. Trotz einer starken Mannschaftsleistung bekommt Andy ein Extra-Lob und er war für mich der Spieler des Tages. Dann Dima, angeschlagen auch vom Spiel in Magdeburg, wurde er von der Delitzscher Abwehr in rauher Gangart bearbeitet. Kein Problem für unseren Russen. Entweder er konnte sich aus der Klammer losreißen und Tore werfen, oder es gab Siebenmeter. Und die gab es reichlich, alle verwandelt von Snorri (und 1 x von Arne, weil unser Isländer eine Strafe abbrummte). Mit der Verwandlung der Siebenmeter (Quote) können wir diese Saison hochzufrieden sein, Snorri hatte alle Facetten seines Könnens drauf. Toll, auch nach seiner Verletzung. Und auf Arne war Verlaß. In der 1. Halbzeit bei engen Spielständen war er es, der GWD immer wieder mit delikaten Torwürfen den Gäste-TW hat alt aussehen lassen. Dazu Jan, Ognjen und Ivan in zuverlässiger Manier, und fertig war der 38:26-Kantersieg gegen zum Schluß hilflose Gäste. Ihre Nr. 5, Kurchev, hatte viel zu bieten, allerdings bis auf die Siebenmeter herzlich wenig, was zum Handball-Repertoire gehört. Er fiel immer wieder durch Fouls, Stürmerfouls, Pöbeleien gegenüber Spielern und Schiedsrichter auf, wie gesagt selten durch Handball-Kunst.

Das Spiel war letztendlich ziemlich hart, aber das war der "Verdienst" der gelb-schwarzen Herren aus Mainz. Sie haben durch frühe Zeitstrafen, die man nun wirklich nicht geben brauchte, erst die Härte hereingebracht. Sie konnten gar nicht anders, wenn sie ihre Linie durchziehen wollten, als einen Akteur nach dem anderen zum Abkühlen auf die Strafbank zu schicken. Insgesamt 4 Rote Karten, schon zur Halbzeit war klar, daß einige Spieler wohl das Ende des Spiels auf dem Spielfeld nicht erleben dürften. Die einzige "richtige" rote Karte, und das war nicht schwer zu erraten, kassierte Kurchev nach einer beispiellos rüden Attacke gegen Arne. Erstaunlich fand ich, daß Trainer Richard Ratka und auch Teile der Presse (Westfalen-Blatt) den Schiris ein gutes Spiel bescheinigte. Na ja...

Nach dem Spiel konnte beim Oktoberfest richtig zünftig gefeiert werden. Und auch an einem Sonntag war das Nordfoyer supergut gefüllt und alle hatten ihren Spaß. Und auch die Theken-Teams von Fan-Treff und VIP-Raum (allesamt Fan-Club-Mitgklieder) konnten sich "ausruhen" und mitfeiern, waren diese Räume doch geschlossen. Natürlich gab es auch Unmut, daß der GWD-Fan-Treff geschlossen war, wie jedes Jahr beschwerten sich einige Fans. Dazu nur folgendes: Leute, ihr wiß es doch nun langsam, daß das Verein nicht will bzw. daß wir dann nur bis zur Halbzeit öffnen. Das wiederum ist nicht in unserem Interesse. Entweder richtig öffnen oder gar nicht. Beim nächsten Heimspiel am Sonntag, 20.11., sind wir wieder für Euch alle da. 

Frank Wentzlawsky            

 

 

02.11.05: GWD II - Solingen (Pokalspiel Teil 2)

Einen Tag nach der "Ersten" mußte also das Team von Bert Fuchs ihrer Pokalpflicht nachkommen. Neben Sebastian Bagats konnte (durfte) auch Kilian Kraft nicht spielen (Einsatz im Magdeburg und damit für ihn das Saison-Pokalaus schon am Dienstag).

Die Mindener Fans hatten die Schlappe gegen den TuSEM vom Sonnabend nicht übel genommen und strömten wieder in die Dankerser Sporthalle. Auch zahlreiche Solinger waren da, einige von ihnen kannten wir noch vom Fan-Club-Turnier der "Red Devils" Nettelstedt.

Solingen ging zwar 1:0 in Führung, dann erzielten wir unsere ersten beiden Treffer und Michi Boy scheiterte bei einem Siebenmeter zum 3:1. Beim 6:3 schien Solingen schien davonzuzie, doch GWD konterte zunächst und beim 5:6 waren wir wieder dran.  Bis zum 7:11 hatten wir noch Hoffnung, doch schon bemerkte dann, daß Solingen abgebrühter war und wir leider nicht mehr in Form von Taktik und Abschluß mithalten konnten. Allerdings nutzten die Gäste aus der Klingenstadt die für sie freundlichen Schiedsrichter-Entscheidungen eiskalt zu unseren Ungunsten aus. Uns glückte kein Treffer mehr, Solingen zog uneinholbar zum 16:7 in die Pause. 

Die zweite Hälfte ist schnell erzählt. Die Spannung war raus, das Spiel plätscherte so vor sich hin. Solingen tat nicht mehr als nötig, wir hielten etwas dagegen, aber die Enttäuschung, schon nach 20-25 Minuten auf die Verliererstraße zu geraten, stand unserem Team doch ins Gesicht geschrieben. 

Wenigstens ließen wir uns zum Gegensatz zum Essen-Spiel nicht abschießen, aber, wie Trainer Bert Fuchs sagte, es fehlte von Anfang der nötige Pokalfight.

Nichtsdestrotrotz, hat insgesamt Spaß gemacht, der diesjährige Pokalwettbewerb mit den Spielen in Neuruppin und zu Hause gegen Duderstadt, gegen eine Wiederholung der Teilnahme im nächsten Jahr hätten wir nichts einzuwenden. Und vielleicht klappts dann ja mit dem TuS als Gegner.

Frank Wentzlawsky          

 

02.11.05: Wir waren in..Magdeburg zum 

                  Pokalspiel - Teil 1 - und erfreuten Dima

Ja, damit hat unser guter Dima sicherlich nicht gerechnet. 15 mitgereiste GWD-Schlachtenbummler unterstützten nicht nur kräftig unser Bundesligateam, nein - spontan wurde die Idee umgesetzt, anlässlich Dimas Geburtstag (er wurde am 1.11.  sechsunddreißig) ihm ein Ständchen zu bringen und ihm ein kleines Präsent zu überreichen. Damit hat er nicht gerechnet, so hatte zumindest er nach der Niederlage noch einen kleinen Grund, sich zu freuen. Jürgen Knicker vom Mindener Tageblatt hat ein Foto von der Aktion gemacht und uns dies freundlicherweise zur Verfügung gestellt:

Der November begann gleich mit einer Pokalfahrt in die Bördelandhalle. Und der Abschied von 2 vertrauten Bullis der Marke Mercedes Vito, die von der Fa. Porta Rent (unserem Partner, wenn kein Bus fährt) nun in Zahlung gegeben werden und die unsere Fans schon in die verschiedenen Handball-Städte gebracht hatten. Wolfgang Franke und Werner Otto steuerten uns zunächst auf den Rastplatz Zweidorfer Holz (zwischen Hannover und Braunschweig), wo wir eine ausführliche Kaffee-Pause machten. Trotz des Alltags-Verkehrs in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt kamen wir sehr zeitig an der Halle in Magdeburg an. Unser Team machte sich schon warm, wir beobachteten unsere "Grün-Weißen" vom Spielfeldrand aus und Dima bekam die ersten direkten Fan-Glückwünsche.

Um 19.30 Uhr wurde das Spiel in der spärlich gefüllten Bördelandhalle angepfiffen. Beim SCM blieben viele Akteure der ersten 7 auf der Bank, u. a. Stefan Kretzschmar und TW Johannes Bitter (dafür Silvio Heinevetter im Tor). Und den schienen wir gleich warm zu werfen. 2:0 nach 2 Minuten, dann 4:1 nach 5 Minuten. Aber Apollo hielt uns die ersten 15 Minuten im Spiel, nach 5 Minuten wurde Geburtstagskind Dimitri Kouzelev unglücklich im  Gesicht im Augenbereich getroffen, so daß er auf der Bank Platz nehmen mußte, und sein schwer getroffenes Auge kühlen mußte. Nach 15 Minuten eine folgenschwere Szene. Im Tempogegenstoß wurde Apollo regelrecht zu Boden geworfen (von hinten), sein Gegenspieler traf ihm am Knöchel, für Just war somit das Spiel an seiner alten Wirkungsstätte gelaufen. Vom Spiel sah er zunächst nichts, lag er doch hinter der Bank und wurde dort von Britta Wagner durchgecheckt. 

Trotz dieses Ausfalls oder gerade deswegen kämpfte die Mannschaft, obwohl man ihr auch angemerkt hatte, in einigen Phasen zu phlegmatisch zu spielen, um sich die Kräfte für das Delitzsch-Spiel am Sonntag zu schonen. Beim 13:12 für den SCM hatten wir 3x hintereinander die Ausgleichsmöglichkeit, 3x wurde der Angriff schwach abgeschlossen, so daß der SCM zur Pause auf 15:12 vorlegen konnte. Malik im Tor steigerte sich ab der ca. 20 Spielminute. 

Im 2. Abschnitt mühten sich unsere Spieler nach Kräften, aber der Ausfall von den erfahrenen Leute Apollo und Snorri (war zivil in der Halle) konnte nicht mehr kompensiert werden. So kam der Gastgeber zu einem sicheren Vorsprung von 8 Toren, den sie bis zum Schluß verteidigten. Unterm Strich trotzdem keine schlechte Mannschaftsleistung für diesen Anlaß, immerhin mußte auch Buschmann nach 45 Minuten verletzungsbedingt passen. Da durfte dann überraschend noch Kilian Kraft noch etwas spielen, er konnte natürlich keine Akzente mehr setzen, ihm fehlt, daß hat man deutlich gesehen, zur Zeit die Anbindung im Aufbau in der Wettkampfsituation mit den Mitspielern.

Eine unterirdische Leistung boten die beiden Unparteiischen, ihr Niveau war deutlich unter dem des Spiels. Mehrfach mußten sie gellende Pfeifkonzerte des zahlenden Publikums über sich ergehen lassen. Spöttische Bemerkung eines Bundesliga-Schiedsrichters auf der Tribüne: "Bei dem Niveau lullen die beiden mit ein". Deutlicher konnte man es kaum sagen.

Da Dima gerade an diesem Tage Geburtstag, überreichten wir ihm nach dem Spiel auf dem Spielparkett ein Präsent (siehe oben).  

Die Rückfahrt dauerte dann länger, viel länger als geplant. Durch einen schweren Unfall auf der A 2 war diese zeitweise kurz hinter Magdeburg zwischen Marienborn und Helmstedt gesperrt. So kamen wir erst ca. 1,5 Stunden später als geplant in Minden an. Aber dafür hatten wir unseren Spaß in den Bullies.

Frank Wentzlawsky 

       

 

 

29.10.05: GWD II - TUSEM (Nachbetrachtung)

Ach, was hatten wir uns auf dieses Spiel im Vorfeld gefreut, umso bitterer zogen wir nach einer in dieser Höhe verdienten Niederlage bedröppelt aus der Dankerser Sporthalle. Doch der Reihenfolge nach.

Wie hieß es noch großspurig im MT? 150 Fans aus Essen werden erwartet. Es waren noch nicht einmal 1/3, exakt nach Aussage eines weiblichen Gäste-Fans 46. 

Die Halle quillte zwar nicht über, war aber mal wieder gut gefüllt. Der 1. Angriff von GWD, Michi Boy souverän zum 1:0, der 1. Essener Angriff, Kreisriese Dragunski scheitert an Markus Ernst. Gut sollte es also losgehen, GWD ging abermals in Führung 2:1, doch dann erlebten die Zuschauer etwas, was man in dieser Form nicht unbedingt erwartet hatte. GWD verwarf 2x Siebenmeter in kürzester Zeit, Essen konnte beim 3:2 für sie erstmals in Führung gehen, und das fogenschwere Debakel begann. Ohne Kleber fingen unsere Grün-Weißen kaum einen Ball, wir wurden immer nervöser bis hypernervös, jeder Zuschauer hätte bei TuSEM im Tor stehen können, ohne Gefahr, einen Ball abwehren zu müssen, denn sie kamen in den folgenden 6 Minuten gar nicht zum Werfen, immer wieder gleitete das Spielgerät aus den Händen. Und Essen kam dadurch immer wieder zu leichten Tempogegenstößen und hatte allein schon durch ihre Nr. 7, Mark Schmetz den Unterschied in den Reihen. Beste Beispiele für unsere Tor-Versuche: Beim Siebenmeter Nr. 3 rutschte Sven Pohlmann der Ball erneut aus den Händen, statt im Tor landete er seitlich auf der Tribüne, ohne Einwirkung des Gäste-Goalies oder Pfosten bzw. Latte. Dann Kilian Kraft: Endlich mal ein GWD-Tempogegenstoß, aber Kilian rutschte kurz vor dem Strafraum aus. Ein weiterer Versuch aus dem Rückraum ging haushoch über das TuSEM-Gehäuse. 2:9 (nach 10 Minuten!) und 4:14 (nach 15 Minuten) waren die Folge. Auch Björn Buhrmester, der nach 10 Minuten für den völlig überforderten Markus Ernst ins Tor kam, konnte zunächst nichts ausrichten gegen Schmetz & Co., immerhin waren er und Kilian Kraft dafür verantwortlich, daß es zur Halbzeit dann wenigstens "nur" 10:22 stand, damit GWD noch gut bedient.

In der 2. Halbzeit änderte sich daran nichts, vorne klappte es bei uns schon besser, hielt Björn das, was er halten mußte, trotzdem gewann TuSEM auch relativ locker diese 2. Hälfte mit 21:16, u. a. auch deswegen, weil wir es nicht schafften, bei 6-3 Überzahl den Ball im Tor unterzubringen, dafür aber die Gäste bei 4-6 Unterzahl 2 Tore gegen eine demoralsierende GWD-Deckung erzielten. Die letzten 15 Minuten schaltete der TuSEM zudem noch einige Gänge zurück und beherrschte dennoch das Geschehen. An diesem Samstag abend sollte bei uns leider nichts zusammenkommen.

Die Erkenntnis aus diesem Spiel: Bert Fuchs muß es jetzt bis Mittwoch schaffen, dieses Horror-Erlebnis aus den Köpfen seiner Spieler zu bringen. Ich denke trotzdem, daß gegen den Zweitligisten aus Solingen was drin ist, die Halle sollte gerade jetzt wieder gut gefüllt sein, und man sollte mit Björn im Tor beginnen. Durch sein ständiges Bundesliga-Training und dadurch eben auch Kurzeinsätze in der 1. Mannschaft kann er Tor vielleicht doch mehr gegen solche stärkeren Gegner glänzen. Auf jeden Fall bleibt noch festzuhalten, daß unsere jungen, ambitionierten Akteure noch viel an sich arbeiten müssen, um in der 1. Mannschaft zu ihren (dann) verdienten Spielanteile kommen zu dürfen.

Frank Wentzlawsky    

 

22.10.05: "Meine erste Auswärtsfahrt" (nach Mannheim, gegen Kronau)

Meine erste Fahrt zu einem Auswärtsspiel der 1. Mannschaft von GWD nach Kronau/Östringen begann am 22. Oktober schon um 5.00 Uhr morgens.

Nach einer Dusche und dem Packen meiner restlichen Sachen begab ich mich nach draußen, wo ich von meinem Taxi Andre abgeholt werden sollte.

Das klappte schon mal gar nicht. Also machte ich mich nach kurzer Zeit des Wartens dann selber auf den Weg nach Dankersen zum Abfahrtstreffpunkt am GWD-Jugendheim. Dort nahm ich von den schon Anwesenden ein doch schon recht frisches "Guten Morgen" entgegen.

So nach und nach trudelte dann auch der Rest der Mitfahrer pünktlich ein. Das einzige, was noch fehlte, war der Bus. Als dieser dann eintraf, machten wir uns auf den Weg in den Süden. Viele nahmen sich noch Zeit, ein wenig Schlaf nachzuholen, ihre Morgenzeitung zu lesen bzw. einen Schnack mit den anderen Mitfahrern zu halten. Man hatte sich viel zu erzählen.

Alle waren gespannt auf das Spiel am Abend un der neuen SAP-Arena, welches (natürlich) positiv mit 2 Punkten für GWD beendet werden sollte. Auch ich war trotz ein wenig Müdigkeit frohen Mutes dabei, sollte es doch ein langer Tag werden.

Im Laufe des Morgens machten wir dann Rast. Ein Spitzen-Frühstücksbüfett mit allem drum und dran, welches ich in meinem Zuhause noch nicht mal vorfinden würde, machte uns den Morgen satt und glücklich. Nach einer Dreiviertelstunde waren wir mit gefülltem Magen wieder auf dem Weg Richtung Mannheim bzw. Speyer, wo wir als zusätzliches Programm noch das Technik-Museum besuchen wollten. Das Wetter spielte tagsüber gut mit, hatten wir doch einen schönen, warmen und sonnigen Oktobernachmittag.

Dort haben wir nach Ankunft erst einmal köstliche Gulaschsuppe zu uns genommen, bevor wir für 3 Stunden das Museum unsicher machten. Der Besuch hat sich gelohnt. Mir wurde ganz warm ums Herz bei der Betrachtung vieler verschiedener Raritäten von Autos und Lokomotiven, genauso wie u. a. das Besichtigen eines U-Bootes und einer Boeing der Firma Lufthansa.

Als wir dann nach 3 Stunden wiedr auf dem Weg zum Bus waren, merkte ich doch schon, daß man bereits jetzt einen langen Tag hinter sich hatte. Nachdem sich alle aber mit Kaffee und Kuchen gestärkt hatten, ging es endlich zur SAP-Arena. Alle fieberten dem Spiel entgegen. Nach der Ankunft schaute sich jeder ein wenig um, bevor das Spiel begann.

Das Spiel selber war ja leider nicht der Hit, worauf viele die lange Fahrt nach Mannheim bereuten und nach dem Spiel enttäuscht Richtung Bus gingen.

Nach einer Stärkung der Reste des Frühstücks-Büfetts machten wir uns auf dem Heimweg.

Viele legten sich jetzt erschöpft zum Schlafen hin, andere diskutierten über das Spiel oder unterhieltensich weitläufig über verschiedene Sachen. Mein Schlaf hat höchstens eine halbe Stunde gedauert, war meine Schlafposition im Bus nicht grade die bequemste, was sich auch gleich mit Nackenschmerzen am nächsten Morgen rächte.

Gegen 3 Uhr am Sonntag morgen hatten wir unseren Zielort in Dankersen am GWD-Jugendheim erreicht und ich machte mich mit meinen Mini auf den Heimweg.

Der Gang ins Bett war diesmal ein sehr leichter, war ich doch recht kaputt vom langen, aber echt interessanten Tag.

Alles in allem war es eine sehr schöne Fahrt. Nette Menschen haben mir die Entscheidung leicht gemacht, wieder mal mit zum Auswärtsspiel zu fahren, wenn es meine Zeit zuläßt.

Kerstin Piepenbrink

 

 

16.10.05: Das war das OWL-Derby (Nachbetrachtung)

Endlich mal wieder eine 3 vor der Zuschauerzahl. Etwas mehr als 3 000 Zuschauer fanden bei herrlichem Wetter den Weg in unsere Kampa-Halle. Und sie sahen ein großes OWL-Derby, was wir etwas zu hoch verloren hatten.

Auf Mindener Seite fehlte noch einmal Ognjen Backovic. Dafür wieder im Team (wie in Göppingen) Matthias Teinert. Und heute durfte er sogar ran, und er machte in der Abwehr seine Sache gut, ein Extralob von Richard Ratka war ihm sicher. Aber die ganze Mannschaft zeigte ein Gesicht, was Freude machte. So gegen Düsseldorf, und hätten 2 Punkte mehr im Sack. Gegen Lemgo war letztendlich dann doch nichts zu holen, und dafür gab es 3 Gründe: 1. Die schnelle Mitte. Fast kein Team beherrscht es so perfekt wie unsere Lipper Nachbarn. 2. Die Kraft. Bei reichte sie beachtliche 40 Minuten bei sehr hohem Tempo, bei Lemgo auch ohne u. a. Baur, Stephan und Geirsson locker die gesamte Spielzeit. 3. Der Bonus. Zwischen der 40. und 45 Minute setzte sich Lemgo entscheidend ab - dank ihrer geschlossenen Stärke, aber auch dank der Unparteiischen Geipel und Helbig, die einige fragwürdige Szenen zugunsten des TBV pfiffen.

In der 1. Halbzeit legte Lemgo zunächst immer vor, beim 9:8 gingen unsere Grün-Weißen unter dem Jubel der heimischen Fans erstmals in Führung. Dann ging es immer wie auf der Achterbahn - hoch und runter. Florian Kehrmann auf Lemgoer Seite und unser Snorri allein waren schon das Eintrittsgeld wert, aber auch die anderen legten sich ins Zeug. Mit etwas Glück ging Lemgo mit einem 19:18 für sie zum Halbzeittee.

Die 2. Hälfte fing fast so an wie erwartet. Lemgo kam besser aus den Startlöchern, doch GWD blieb dran - bis 24:25. Dann kamen die ominösen Minuten der Schiedsrichter, das nutze Lemgo im Stile einer Spitzenmannschaft aus und sicherte so den 41:34-Erfolg.

Endlich kam auch Björn Buhrmester für einige Minuten ins Spiel, und er verhiderte Schlimmeres. Schon am Vortag beim Regionalliga-Team konnte er endlich mal ins Tor und überzeugte über weite Strecken. So kann es für ihn weitergehen. Er freut sich natürlich über jede Bundesliga-Minute, die Richard ihm gibt. Das sagte Burmi auch nachher im Fan-Treff, als er mit Ivan Vukas bei unserer Interview-Aktion sich den Fragen der Fans stellte.

Toll war auch, daß die "Lemgoer Hexen" extra die Abfahrtszeit der Busse nach hinten verschoben hatte, um uns im Fan-Treff einen Besuch abzustatten und mit unseren Fans heiß über das vorherige Spiel diskutierten. Beim Rückspiel spätestens sieht man sich wieder.

Frank Wentzlawsky   

 

15.10.05: Nachbetrachtung GWD II - Korschenbroich

Unsere jungen Wilden setzen sich weiterhin im oberen Tabellendrittel der Regionalliga West fest. Nach einer abermals schwachen Halbzeit (wie in Rheinhausen), heute aber nicht durch die Schiris bedingt, drehten sie das Spiel ind kamen zu einem 24:22-Zittersieg.

Über weite Strecken wirkte das Match wie ein Prominentenspiel. Von Spielfluß war auf beiden Seiten nicht viel zu sehen. Vielleicht lag es bei uns daran, wieder einmal zu Hause eine kalte Dusche zu bekommen und 0:3 zurückzuliegen (wie vor 2 Wochen gegen Uerdingen). Gott sei Dank ließ man den Gast diesmal nicht davonziehen, was aber nicht unbedingt an GWD lag. Kilian Kraft wurde heute gut gedeckt blieb daher eher blaß, er wurde nach ca. 15 Minuten aus den Angriffsbemühungen befreit und man fand ihn zunächst nur auf der Bank wieder. Vorne gab es immer wieder Fangfehler von Bagats, Sven Pohlmann, Michael Boy und anderen Akteuren. Tempogegenstöße vom TW ausgehend kamen oft nicht an. Pässe über die gesamte Breite des Spielfeldes wurden zu hoch angesetzt. Nervosität machte sich nicht nur auf der Tribüne breit. 

Und dennoch: Mehrmals war GWD drauf und dran, auszugleichen und vielleicht vorzulegen, aber: siehe oben. In dieser Phase hielten uns vor der Halbzeit zwei Spieler im Spiel: Zum einen Björn Buhrmester, der das Glück hatte, nach einer Zeitstrafe gegen Markus Ernst (wegen Meckerns) nach ca. 10 Minuten ins Tor zu kommen und endlich wieder zu spielen zu dürfen. Burmi kratzte so manchen Ball von der Linie, vorne war es vor allen Dingen Christopher Kunisch, der fast als einzigster präzise Würfe mit Torgarantie zeigte. Kurios ein Siebenmeter durch Christopher Kunisch auch in der 1. Halbzeit, der zwar geworfen war, aber der TW der Gäste lag dann plötzlich mit Ball im Tor - Schwein gehabt.

In der 2. Hälfte lange, lange das selbe Bild. Unkonzentriertheiten auf beiden Seiten und ein weiteres Fehlpaßfestival ließen es nicht zu, daß sich eine Mannschaft absetzen konnte. Bezeichnend ein Siebenmeter von Kilian Kraft, der zwar traf, aber leider auch übergetreten war. Ab der 50. Minute dann die entscheidende Phase. Es stand 19:19, die Frage nach dem Sieger war logischerweise noch offen. Nachdem Burmi die ersten 15 Minuten der 2. Hälfte glücklos agierte, kam jetzt noch mal seine Erfahrung aus der Bundesliga ihm zu Hilfe. Die Abwehr war hellwach, vorne wurde ab und zu getroffen. 23:19 nach 58 Minuten, eigentlich die Entscheidung. Eine 4-6 Unterzahl über ca. 1 Minute wurde schadlos überstanden, gegen einen Tempogegenstoß der Rheinländer (beim Stand von 21:19) hatte Kunisch was dagegen und er holte sich den Ball in Klasse-Manier zurück. Im Gefühl des sicheren Vorsprungs wollte man im Schongang die letzten 2 Minuten verbringen. Und das ging dann fast unglaublicherweise ins Auge, 23:22 nur noch und es waren immerhin noch satte 30 Sekunden zu spielen. Korschenbroich natürlich mit offener Manndeckung. Doch GWD spielte den Angriff souverän aus und so gelang Kunisch 10 Sekunden vor Ende der gefeierte 24:22-Treffer, und die Spannung wich der Erleichterung.

Kommentar von Norbert Potthoff nach dem Spiel:"Wir beantragen, nur noch auswärts zu spielen und dann auch nur die 2. Halbzeit".

Na ja, auch solche Spiele wie heute abend müssen erstmal gewonnen werden. Herzlichen Glückwunsch an das Team von Bert Fuchs, auch zu jetzt 5 Spielen ohne Niederlage in Serie (4 Siege, 1 Unentschieden).

Frank Wentzlawsky         

 

 12.10.05: Wir waren in... Göppingen

Nach zuletzt zwei torreichen Niederlagen folgte nun eine weitere bittere, aber torhungrige Niederlage in der Hohenstaufenhalle von Göppingen. Doch der Reihenfolge nach.

7 eiserne Fans des GWD-Fan-Clubs machten sich im blauen Bulli auf den weiten Weg in den Süden der Republik. Im Fahrzeug saßen aber dennoch 8 Personen. Wie das? Nun, wir brachten Kilian Kraft nachträglich nach Baden-Württemberg, da er am Spieltag noch eine Klausur in Stadthagen schreiben mußte. Um 10.00 Uhr ging die Fahrt offiziell in PW-Barkhausen los, Kilian holten wir an der Fleischerei Abraham dann ab.

Auf der Fahrt dorthin erreichte uns ein Anruf aus München. Eddy war auf der anderen Seite des Hörers und bat uns, eine Eintrittskarte an der dortigen Kasse im GWD-Fan-Block zu hinterlegen. Durch die Unterstützung des in Bayern berufstätigen GWD-Fans Eddy waren wir dann immerhin 8 Fans. Kurz vor Stuttgart (Raststätte Sindelfinger Wald) "übergaben" wir Kilian beschwerdefrei an die 1. Mannschaft, die auf uns wartete (sie kam vom Quartier in Hirschberg, ca. 2 Busstunden vom Austragungsort entfernt), und wir fuhren hinter dem grün lackierten Bundesliga-Bus um ca. 18.15 Uhr an der Halle vor.

Die Hohenstaufenhalle war gut gefüllt (3 600 Zuschauer), Matthias Teinert war noch nachträglich für dieses Spiel nominiert worden, weil ja Backovic für diese Partie ausfiel.

Die 1. Halbzeit war recht ausgeglichen, die Torhüter sorgten dafür, daß die Tornetze nicht allzu häufig ausbeulten. Wobei Malik die schwierigeren Bälle ganz eindeutig hielt, unsere Angreifer (ob Arne, Apollo oder auch Jan Fiete) machten genau die selben Fehler wie bei den Spielen der letzten Saison, sie warfen Frisch-Auf-Goalie Galia schön warm mit entweder einfachen Bällen oder flachen Würfen, wo Galia ganz eindeutig seine Stärken besitzt. Trotzdem behaupteten wir kleine Führungen oder zumindest Remis-Zwischenstände bis zur 18. Minute (4:4), weil Malik so gut wie alles hielt oder die Göppinger so zur Verzweiflung brachte, daß sie risikovoller werfen mußten. Diese Bälle gingen dann meistens neben das Tor oder an den Pfosten. Außerdem erarbeiteten sich unsere Grün-Weißen bei den Gastgebern ungeheuren Respekt mit einer offensiv ausgerichteten Abwehr, wo hart angepackt wurde und die Schiedsrichter richtigerweise höchstens nur Freiwürfe zuließen, aber kaum gelbe Karten und Zeitstrafen. Auch einige Pfeifkonzerte gegen die Schiris aus Magdeburg brachten sie überhaupt nicht aus der Ruhe. Nur das Zeitspiel legten sie sehr großzügig aus. Der Arm wurde zwar mehrmals gehoben, allerdings merkten gerade die Göppinger, daß das an diesem Abend nichts zu sagen hatte und so konnten sie weiter frei spielen, es passierte sowieso nichts, sprich: es wurde im gesamten Spiel nicht einmal das angezeigte Zeitspiel tatsächlich angewandt. Daß trotzdem nichts anbrannte, lag eben an unserer Deckung. Nach dem 4:4 konnten wir uns etwas absetzen (7:4, 22. Min.), diesen Vorsprung hielten wir bis zum 10:8 zur Pause. Eine gute Mannschaftsleistung in einer bis zu diesem Zeitpunkt merklich ruhigeren Hallenatmosphäre.

Eigentlich müßte man meinen, daß unsere Mannschaft mit breiter Brust die 2. Halbzeit antritt. Gut, Arne bekam eine berechtigte 2-Minuten-Strafe 13 Sek. vor Abpfiff der 1. Hälfte, aber die erste Unterzahl wurde ja auch schon mit Bravour bestanden. Jetzt leider nicht. Göppingen mit Anwurf, 9:10, Ballverlust GWD, Konter, 10:10, und nun ging es mal gar nichts mehr. Vorne fehlte eine ordnende Hand (Apollo hätte hier aufzeigen können, wo´s langgeht für GWD).Aber er bekam die Fäden nicht in den Grif. Dazu Verzweiflungswürfe von ihm und Arne, Jan Fiete tat es ihm gleich, Andreas Simon fand in Galea seinen Meister und "Schäps" warf seine Bälle neben oder über das Tor. Hinten kam Göppingen durch einfache Tore zur klaren Führung, die Halle kam und GWD drohte ein Debakel, obwohl Malik weitaus schlimmeres verhinderte. 16:11 nach 42 Minuten, die 1. Hälfte war für die Katz. Man hätte sich zu diesem Zeitpunkt gewünscht, daß Kraft hereingekommen wäre, ein unverbrauchter Spieler, den Galia vielleicht noch nicht so kennt. Und Kouzelev, ansonsten auch mit ansteigender Form, fand dieser Phase nicht zum Torerfolg, zu stark war der  Frisch-Auf-Torwart. 

Dann besann sich unser GWD Gott sei Dank wieder, Andreas Simon fand endlich ins Spiel, versenkte den Ball zweimal vorbildlich ins Tor und beim dritten Mal bekam er offensichtlich doch wieder Muffensausen (statt Selbstbewußtsein). Von links rannte er in den Kreis, alles rechnete mit dem nächsten Wurf und dem nächsten Tor, dann zwar die gute Idee, den freien Dima anzuspielen, der dann nur noch ins leere Tor zu ballern brauchte. Aber was für ein "Paß" auf Dima. Chance dahin, auch mal auf ein Tor heranzukommen, daß blieb uns nicht vergönnt. Die Schiris behielten ihre Linie, unsere Deckung stand optimal, aber vorne wurde 2, 3 Mal auch Abpraller verschenkt. 

Dadurch konnte Göppingen einen Vorsprung halten, letztendlich waren unsere nicht zu "blöd", sondern zu "grün", und daß, obwohl wir in kompletten weißen Jerseys und Hosen spielten, da FA Göppingen auch (sehr sympathisch) die Vereinsfarben "Grün-Weiß" hat.

Zum Schluß gabs noch Aufregung. 57. Min.: Göppingen im Angriff, die Entscheidung war praktisch gefallen, da rannten auf einmal 5 oder mehr Notärzte quer über das Spielfeld, um auf die andere Seite der Tribüne zu gelangen. Ein Zuschauer war in Ohnmacht gefallen, die Schiris reagierten sofort und unterbrachen das Spiel, das nun zur Nebensache noch wurde. Etwas unverständlich, daß sie allerdings nicht abwarteten, bis die Person herausgetragen wurde. Sie pfiffen wieder früher an, aber das interessierte für einen Moment keinen und in der Halle war es mucksmäuschenstill. Die Person ist ohne Blaulicht dann im Krankenwagen weggefahren worde.

Fazit: Wir waren wieder nicht schlechter als der Gegner, aber 10 oder 12 Minuten Auszeit bedeuten meistens nichts Gutes, was den Ausgang des Spiels angeht. Die Moral in der Truppe stimmt, ist intakt, aber es zahlt sich nicht in Punkte aus. Das ist sehr bitter, aber die Mannschaft muß und wird an sich glauben. Wenn die Konstanz sich endlich mal hält, bin ich sehr zuversichtlich, die Klasse zu halten.

Und nun, liebe Fans, strömt in Scharen zum OWL-Derby gegen Lemgo am Sonntag, aber vorher am Samstag spielt in einer Doppeöveranstaltung die A-Jugend und dann die Zweite in Dankersen.

Frank Wentzlawsky              

   

 

09.10.05: Wir waren in... Duisburg-Rheinhausen

Mit dem GWD-Bundesliga-Bus, der tags zuvor noch in Melsungen war, ging es um 11.15 Uhr vom gewohnten Abfahrtsort los. Ohne größere Probleme kamen wir nach einem langen Stop in Rhynern um ca. 14.50 Uhr vor der Sporthalle in der Krefelder Str. im Duisburger Stadtteil Rheinhausen an.

Eine große Zuschauerzahl (ca. 700) verfolgten das Spiel. Und es begann mit einem "Schock": Bereits nach 2(!) Minuten wurde gegen Simon Witte 2x Mal Stürmerfoul gepfiffen, nach zwei ganz normalen Zweikämpfen. Und nach 6 Minuten hatten die Unparteiischen insgesamt schon 4x Mal gegen uns abgepfiffen und 2x Siebenmeter gegen uns verhängt, die Gastgeber kamen allerdings ungeschoren davon. Man hätte sich nicht wundern dürfen, wenn wir Fans und Mannschaft nach 15 Minuten die Halle aus Protest verlassen hätten. Wir entschieden uns aber für den besseren Weg, nämlich Moral zu zeigen. Bei 4:4 kam es gar zum Ausgleich, und beim 5:9-Rückstand nach 20 Minuten gab es sicherlich die kritische Phase Hopp oder Top, aber wir behielten die Nerven und konnten uns auch bei Markus Ernst bedanken, daß der Rückstand zur Pause nicht so groß war (10:13).

In der 2. Halbzeit zeigten die Schiris wenigstens "Courage", und so konnten wir uns nicht mehr beschweren. Das nutzten unsere Jungs jetzt eiskalt aus und der GWD-Expreß fuhr ohne Zwischenstop bis zur 52. Minute die Gastgeber schwindelig. Hinten konnten die Schiris gar nicht anders, als bei den Gastgebern mehrmals Zeitspiel anzuzeigen, alles was noch durchkam, war sichere Beute von Markus, dazu hielt Björn noch Siebenmeter. Von 10:13 zu einer fast sensationellen Führung von 25:17 nach ca. 52 Minuten, wie bereits erwähnt. Denn vorne waren es alle Angriffsspieler, die ein Tor nach dem anderen warfen und den Vorsprung bis auf 8 Tore vergößerten. Zum Schluß wurden noch etwas die Zügel geschliffen, aber für den OSC war es viel zu spät und auch nur reine Ergebniskosmetik.

Als wir in der 2. Halbzeit vorbeizogen, wurde es offenbar einigen Zuschauern (allerdings die klare Minderheit) zu bunt. Und so sollten wir bzw. "Baby Löwe" doch bitteschön das Trommeln einstellen. In der 1. Hälfte beschwerte sich keiner, auf einmal bekam ein Zuschauer ganz schnell einen "Ohrensturz" (nicht Hörsturz, hat er auf jeden Fall so ausgedrückt). Außerdem sollten doch die paar mitgereisten Fans sich als Gäste im heimischen Fan-Block gebührend verhalten, also auf gut deutsch "die Schnauze halten". Soweit ging unser Mitgefühl mit diesen Leuten aber dann doch nicht.

Auf der Rückfahrt, wo natürlich gute Stimmung herrschte, machten wir noch einen Zwischenstop in einer Fast-Food-Kette in Essen und feierten den Sieg.

Frank Wentzlawsky   

 

03.10.05: Die besten Sprüche beim GWD-Fan-Club-Frühschoppen

"Die Mannschaftskasse ist leer"

(GWD-2-Betreuer Oliver Asweh auf die Frage, was die Schiedsrichter heute gekostet haben)

"Dem möchte ich auch nicht nachts um zwei über den Weg laufen"

(GWD-Fan-Club-Mitglied Kerstin Piepenbrink über Moritz Schäpsmeier, der mit 3-Tage-Bart und Pudelmütze erschienen war)

"Wenn jemand in Dankersen heute nachmittag laute Musik hört, die kommt von mir und das ist die DDR-Nationalhymne"

(Stephan "Apollo" Just beim Verlassen der Veranstaltung)  

 

02.10.05: Das Wort "zum Sonntag"

Um 14.30 Uhr begann die "Zweite" mit dem Handball-Nachmittag. Und das Team von Bert Fuchs begann fürchterlich. Unser TW Markus Ernst verhinderte in der 1. Hälfte schon eine faustdicke Blamage, denn vorne lief gar nichts zusammen. Mit 9:14 waren wir noch sehr gut bedient.

Die 2. Hälfte brachte nur wenig Besserung. Das einzig Positive: Der Vorsprung der Uerdinger wuchs nicht besonders weiter. Wir kamen aber zunächst nicht ran. Die Schlußphase war dann nichts für schwache Nerven. Bei Uerdingen ging überhaupt nichts mehr, aber wir nutzten das relativ wenig aus, u. a. 2 Siebenmeter wurden vergeben, davon der eine doppelt. Karsten Gerling knallte den Wiederholungs-7m ziemlich unmotiviert ins Netz - allerdings ins Fangnetz hoch über dem Tor. Und trotzdem kamen wir bis auf 1 Tor heran, ca. 12 Sekunden vor Schluß verzettelte sich Uerdingen bei einem Wurfversuch, GWD in Ballbesitz. Bagats setzte sich gegen einen Uerdinger durch, warf, doch der Ball ging an den Pfosten - das war es. DENKSTE! Die Schiedsrichter hatten ein Foul gesehen. Glück gehabt. Christopher Kunisch nahm den Ball, warf, der TW hält. Kunisch am Boden zerstört. Das war´s. Wieder DENKSTE! Angeblich hatten die Schiris den Ball nicht freigegeben. Also das war schon kein Glück mehr, das war... (mir fehlen die Worte). Als Gästefan hätte ich vor Aufregung einen Herzinfarkt bekommen. Karsten Gerling wieder beim Wiederholungs-7m, doch diesmal geht der Ball einwandfrei in die Maschen - des Tores!

 

Dann kam die "Erste" an die Reihe. 2500 Zuschauer in der gut besetzten Kampa-Halle, gute Stimmung, doch die Mannschaft war wohl schon mit den Gedanken beim Oktoberfest. 0:4 nach 10 Minuten, und auch hier konnte man von Glück sagen, daß es nicht schon 0:7 steht. Dann endlich das 1. Tor, dann das 2:4, aber so richtig wollte es einfach nicht gelingen. Die letzten 6 Minuten vor der Pause ging dann ein Ruck durch das Team, 15:14-Führung wenige Sekunden vor der Halbzeit, und dann lassen sie sich wieder übertölpeln und 15:15 - Halbzeit.

Die 2.Halbzeit begann zunächst ausgeglichen. Man hatte aber das Gefühl, daß bald GWD das Kommando übernimmt. Aber dem war dann nicht so. 21:23, wieder 2 Tore Rückstand, aber dann 3 Tore in Folge und 24:23, aber das machten die Düsseldorfer nach und es stand wieder ein 2-Tore-Rückstand auf den Anzeigetafeln - 24:26. Nach dem 25:26 hielt dann Malik mit HSG-Keeper Savonis überhaupt nicht mehr mit, und bei einigen Toren sah er nicht gut aus. Das Angriffspiel vorne war insgesamt o.k., aber hinten... Damit war das Spiel gelaufen, obwohl wir 2 Minuten vor Schluß von 5 auf 2 Tore Rückstand verkürzen konnten, und die Möglichkeit, noch ein Remis zu schaffen, war da, aber nicht am heutigen Tag. Ein Siebenmeter und mehrere glasklare Chancen wurden vergeben - 31:33.

Trotzdem sollte man nicht den Stab über die Mannschaft oder über den Trainer brechen (manche fangen nämlich schon wieder an), diese Mannschaft verdient weiter Vertrauen.

Richard Ratka war dann ganz schnell im Fan-Treff (noch vor dem Duschen), denn jetzt erst recht muß man zu den Fans, so seine angenehme Philosophie. Es folgten dann noch "Apollo" (gab wie Richard noch ein Statement über Mikrofon bei uns ab), Jan Fiete, Arne und Malik.

Frank Wentzlawsky  

 

 

11.09.05: Wir waren in... Soest

"Wir haben das Spiel nicht in der vorletzten Sekunde verloren, sondern in der 1. Halbzeit", so Trainer Bert Fuchs auf der Rückfahrt im Bus nach Minden-Dankersen.

Doch der Reihe nach: Pünktlich um 14.00 Uhr starteten Mannschaft (incl. Trainer und Betreuer), Spieler-Angehörige und Fans mit dem "Kelder-Bus". Da wir über die A 2 und A 33 gut durchkamen, machten wir einige Kilometer vor Soest auf einem Autobahn-Parkplatz eine ca. 30-minütige Pause, wo es Kaffee und Kuchen gab. Um 16.15 Uhr erreichten wir das "Börde-Sportkolleg" eben in der Stadt des Gegners.

Um 18.00 Uhr wurde das Spiel angepfiffen. Schnell gerieten unsere Grün-Weißen mit 1:5 in Rückstand (5. Spielminute). Davon sollten sich unsere Spieler bis zum Halbzeitpfiff nicht erholen. Die Abwehr war offen wie ein Scheunentor, vorne wurde fastvnur durch die Mitte gespielt. Es wurden Christopher Kunisch und Kilian Kraft gesucht. Über die Außen ging wenig (Bagats/links) bis gar nichts (rechts). TW Markus Ernst bot trotz der 21 Gegentore in Halbzeit eine gute Leistung, sonst wäre es noch weitaus schlimmer gekommen. Beeindruckend bei den Gastgebern die Nr. 41, Lars Breuer (34). Letztes Jahr bei Eintracht Hagen aussortiert, und nun in Soest der Super-Shooter. Aus 8 bis 10 Metern knallte er unglaublicherweise unserem armen Markus die Bälle um die Ohren, meist unhaltbar. Ab und zu störte Sebastian Bagats seine Aktionen, doch dann sprangen (leider) andere Akteure in die Bresche.

Dann die 2. Halbzeit, GWD fing an mit 4 zu 6-Unterzahl bei 15:21-Rückstand. Und die Gastgeber hatten Anwurf. Doch es ging endlich ein Ruck durch die Mannschaft, 17:21 bei wie gesagt doppelter Unterzahl, und wir holten weiter auf. Nach bereits 42 Minuten war der Ausgleich geschafft (24:24), einige Augenblicke weiter die 1. GWD-Führung mit 25:24. Soest schien am Ende, wir wurden immer dominanter, in Abwehr und Angriff. In dieser Phase war vor allen Dingen Kilian Kraft, der ein Tor nach dem anderen erzielte. Allerdings hielt auf der anderen Seite eben Lars Breuer seine Farben im Spiel. Trotzdem: GWD behielt die Führung, nach 55 Minuten 32:30 für uns und eine 6 zu 3-Überzahl. Der 4. Soester Spieler kam zwar schnell wieder, doch 2 Spieler mehr auf dem Parkett war Gift für GWD. Wir vermochten diese Situation nicht zu unseren Gunsten zu entscheiden. Die Folge: 32:32 und 33:33-Remis, und noch war eine Minute zu spielen. Kraft scheiterte am neuen Soester TW, 17 Sekunden vor Schluß eine 1-gegen-1-Situation am Kreis, doch Markus Ernst hielt stark, der Ball ging ins Seitenaus und klarer Vorteil GWD. Doch 7 Sekunden vor Schluß kam Soest noch mal zum Tempogegenstoß und entschied dieses Spiel auf "so grausame Weise" noch für sich. Doch, wie am Anfang gesagt, es hätte nicht so weit kommen dürfen, hätten die Spieler auch nur ein bißchen mehr Willen in der 1. Halbzeit gezeigt.

Zum Schluß noch zwei Bemerkungen zur Abwicklung dieser Fahrt: 1. Seit dieser Saison nehmen die Verantwortlichen vom GWD-Regionalliga-Team für mitreisende Fans einen Bus-Preis von 10 Euro. Letztes Jahr waren es 5 Euro. Also eine satte Steigerung. Das brachte den ein oder anderen zur Weißglut. Kommentar von Harald Pohlmann: "Ein starkes Stück. Wenn der Verein nicht in der Lage ist, diese Fahrten anders zu finanzieren, muß man sich nicht wundern, wenn bald die Mannschaft alleine zu den Auswärtspartien fährt".

2. Auf der Rückfahrt hatte die Mannschaft den Wunsch, bei McDonalds in der Nähe von Soest einzukehren. Dieses lehnte der Busfahrer ab. (Stamm-Busfahrer Werner Döpking lenkte diesmal nicht den Bus, weil er im wohlverdienten Urlaub sich befindet) Dann wurde verhandelt, ob man nicht an einer Autobahn-Raststätte für ca. 10 Minuten halten könnte, damit sich die Spieler (und andere Mitfahrer) was zu essen holen können. Doch auch hier blieb der Busfahrer eisenhart. Also, die Businsassen staunten nicht schlecht über soviel Un-Flexibilität! Man kann nur hoffen, daß dieses Thema seitens des Trainers oder anderer Offiziellen beim Verein angesprochen wird, um dann weiter mit der Fa. Kelder darüber zu sprechen. So wie heute, das kann´s jedenfalls nicht sein. 

Frank Wentzlawsky    

 

04.09.05: Rund um das Gummersbach-Spiel

Eine mit Sitzplätzen prall gefüllte TUI-Arena erwartete uns, und beim Spielbeginn waren sogar einige davon mit Zuschauern belegt, nach offizieller Durchsage exakt 1444! Die "HAZ" (aus Hannover) sprach von einer "Leerstunde", dieses Wortspiel bezog sich allerdings nicht auf das Spiel unserer Truppe!

Vor dem Spiel hielten drei Leute von uns einen kurzen Plausch mit Trainer Richard Ratka. Von einem Sieg ging er nicht unbedingt aus, aber "natürlich wollen wir alles versuchen", um vielleicht doch bei idealen Verlauf für die Überraschung zu sorgen. Er verwies auf die gut besetzte Auswechselbank der Oberbergischen und erzählte, daß Moritz nur im äußersten Bedarfsfall eingesetzt wird. Nicht nur er, auch andere der jungen Spieler wurden letztendlich geschont, denn das Spiel Nr. 4 am 17.09. gegen Wetzlar hat einfach ganz andere Prioritäten.

Wir hatten gesagt, daß wir bei dieser Truppe an den ersten 3 Spielen heute sowie in Flensburg und Kiel keine Kritik äußern wollen, und wir halten uns daran. Nach Startschwierigkeiten (1:5/2:6) fingen wir uns, ärgerten den Gast und so konnten wir über 6:6 sogar nach 36 Minuten 12:11 in Führung gehen. Halbzeit 14:15. 

Nach der Halbzeit kämpfte die Mannschaft weiter, aber während Gummersbacher fleißig auswechselte und so andere Spieler kräfteschonend auf der Bank Platz nehmen durften, war bei uns wie schon erwähnt in dieser Hinsicht nichts drin. Nur der mit Trainingsrückstand nach Hannover mitgefahrene Andreas Simon wurde während des Spiels aufs Feld geschickt. Einen Vorwurf (keine Kritik) muß sich die Mannscahft im Offensiv- bzw. Angriffsspiel gefallen lassen: Ramota ist sicherlich ein starker Rückhalt im Tor, aber immer wieder flach zu werfen, wo er eindeutig seine Stärken hatte, wäre vermeidbar gewesen.

In der Abwehr stand die Mannschaft gut, nur 29 Gegentore sprechen eine gute Sprache für unseren GWD. Ohne unsere anständige Leistung schmälern zu wollen, so muß man sehen, wenn der VfL so weiterspielt, sind sie vom THW oder von Flensburg ganz sicher Lichtjahre zurück und ganz sicher kein Titelanwärter, auch nicht um Platz 3.

Für uns geht´s weiter mit den leichten Auswärtsspielen der Saison, eben in Flensburg und in Kiel, wo wir nun gar nichts zu verlieren haben.

Zum "Bandenkrieg" mit der TUI-Arena haben wir uns an die Vorgaben vom Manager gehalten. Banden aufstellen, die Werbung aufkleben sollten die Mitarbeiter und Angestellten der Arena, da seitens von Herrn Papenburg keine Mindener Werbung den Spielfeldrand dekorieren sollte. Nun, viel hatten sie damit nicht zu tun, denn viele Banden blieben leer. Wie lächerlich!!!

Frank Wentzlawsky

   

 

2.08.05: Besuch beim Training

Ich und Werner Otto waren heute zu Gast beim Training der 1. und 2. Mannschaft in der Kreissporthalle 2. Einmal in der Woche trainieren in der Regel beide Teams in der Vorbereitung zusammen, sonst eben getrennt. Übrigens: Auch die Mannschaft von Bert Fuchs absolviert vorerst ihre (alleinigen) Trainingseinheiten in dem Gebäude hinter der Kampa-Halle und nicht in Dankersen. Für die Spieler mit Doppelspielrecht wie z. B. Kilian Kraft sieht es so aus, daß sie 1x in der Woche mit der Regionalliga-Truppe trainieren und den Rest dann unter Richard Ratka.

Der erste Gesamteindruck war sehr positiv. Obwohl Bert Fuchs sich die Übungen von außen ansah, ist er vollends zufrieden mit der Zusammenarbeit mit Richard Ratka. Sie sprechen sehr viel miteinander, daß die "Erste" Priorität hat, ist klar, aber Richard Ratka wird der "Zweiten" in der kommenden Saison das ein oder andere Mal mit Rat und Tat zur Seite stehen. Es wurde heute ruhig und konzentriert die verschiedenen Übungen absolviert. Richard Ratka gab ruhig, aber bestimmt den Ton an, korrigierte im Trainingsspiel nur selten und sagte im Anschluß an die jeweiligen Aktionen seine Auffassungen über das zuvor gesehene. Es wurde sehr viel mit dem Ball umgegangen, zum Schluß mußten die Spieler 15x über ca. 30 cm hoch angelegte Stangen springen, dann war das Training beendet, d.h., die Ärzte aus Bad Oeynhausen waren vor Ort und prüften mehrere Spieler auf die Fitness bzw. Ausdauerwerte nach dem Training.

Ein Spiel gegen 6 gegen 6 konnte stattfinden, natürlich auch in diversen Angriffs- bzw. Abwehrverhaltungs-Übungen, trotzdem machten nicht alle Spieler aktiv beim Mannschaftstraining mit. Björn Buhrmester war gut verpackt, er wurde wegen einer kleinen Sommergrippe geschont (bei einme Punktspiel wäre er eingesetzt worden), Ivan Vukas und Ognjen Backovic machten sich am Randemit Medizinbällen warm, kleinere Blessuren sollten so ausgemünzt werden. Sven Pohlmann und seine beiden Brüder Jan und Marc fehlten ganz, sie sind noch wegen Urlaub entschuldigt und fangen Ende der Woche mit dem Training an. Auch nicht gesehen wurden u. a. Sebastian Bagats und Moritz Wollert. Ich nehme mal an, auch hier spielt der Urlaub die Rolle. Bei Karsten Gerling muß man sehen, wann er wieder nach seiner schweren Verletzung ins Training einsteigen kann.

Dafür mit von der Partie die "Neuen". Bei der "Zweiten" ein gut aufgelegter Michael Boy. Bei ihm hatte man den Eindruck. als daß er nie weg gewesen wäre, der gebürtige Dankerser. Bei der Bundesliga-Truppe durften wir erstmals Snorri und Apollo "unter Schweiß" kämpfen sehen. Snorri, ohnehin durch seine Figur eher unauffällig, mußt man erst im Pulk "suchen", ist gegenüber Apollo der etwas elegantere Spieler. Apollo, den Arne und Tobi Glombek nicht nur als wichtigen Spieler ansehen, sondern auch als Antreiber für eine doch eher ruhigere GWD-Truppe, hat sich wie Snorri ganz ausgezeichnet in die Mannschaft integriert, so Arne weiter. Nach eigenen Worten hat sich Snorri super hier in der Weserstadt akklimatisiert und eine "wunderschöne Wohnung" bezogen. 

Für Andreas Simon und Moritz Schäpsmeier heißt es bald, genauer gesagt am 13.08., Abschied von Minden für ca. 2 Wochen zu nehmen, dann gehts nämlich per Flieger zur Junioren-WM nach Ungarn (1. Spiel dort übrigens am 15.08 in Tiszavasvari gegen Kongo).

Sehr angetan zeigte sich Richard Ratka von einem sportlichen Vergleich zwischen seinem Team und unserem Fan-Club. Allerdings nicht im Fußball, wie von Malik und Arne beispielsweise gewünscht, sondern im Beach-Volleyball. Über einen Termin sprechen wir am Freitag ebenso wie über das GWD-Fan-Forum u. a. mit ihm. Das gleiche wird am Freitag auch mit Bert Fuchs diskutiert.

Zum Abschluß übergab Werner Otto ein selbst verfaßtes Schreiben an alle Spieler. Dieses fanden sie unglaublich positiv, manche mußten auch schmunzeln (bzw. lachen). Werner will dieses in Kürze auch ins GWD-Forum setzen.

Frank Wentzlawsky  

       

 

     

 

 

06.07.05: Interview mit Florian Kehrman und Patrick Owomoyela (aus dem "kicker"/Mai 2005)

KICKER: Leistunggsport-Chef Ulrich Feldhoff beklagte kürzlich fehlende Siegertypen in Deutschland. Herr Kehrmann, Herr Owomoyela, was fehlt ihrer Generation?

FLORIAN: In der Diskussion wird vieles viel zu schlecht geredet. Wir wurden für den neunten Platz bei der WM 2005 zerrissen, obwohl wir ein junges Team im Umbruch haben. Ich lese das meiste gar nicht mehr. Im Handball gehören wir jedenfalls zur Weltspitze, im Fußball auch. Man sollte mal schauen, wie der Sport anderswo gefördert wird. Z. B. in den USA, an der High School, erst recht am College. Da bist du an der Schule als Sportler ein richtiger Held.

PATRICK: Wobei die Frage bleibt, ob das so gut ist. In Deutschland zählt eine solide Ausbildung mehr, in den USA verwischt das. Da reicht es, ein guter Sportler zu sein, um das College zu schaffen. Bei uns hört man ja oft, daß früher den ganzen Tag gekickt wurde, Hausaufgaben Nebensache waren. Das können sich Jugendliche heute kaum leisten, ohne ihren Abschluß zu gefährden.

KICKER: Also ist das Aussterben des viel zitierten "Straßenfußballers" Folge des Wandels von der Arbeiter- zur Bildungsgesellschaft?

PATRICK: Vor allem hat sich auch das Spiel gewandelt: Der Straßenfußballer, der 17 Mann ausspielt, ist nicht mehr gefragt. Der Standard in Sachen Tempo, Taktik und Athletik ist viel zu sehr gestiegen. 1000 Mal den Ball zu jonglieren, womit Pele oder Maradona geglänzt haben, reicht nicht mehr. Die früheren Ikonen müßten sich heute ziemlich umstellen.

FLORIAN: Wenn ich die ironischen Sprüche unseres Bundestrainers Heiner Brand höre, wie viel besser früher alles war... Dann sehe ich Ausschnitte aus den 70ern, das ist richtig lustig. Damals fielen 30 Tore pro Spiel, heute teilweise fast 80.

PATRICK: Als Individualist erreichst du heute viel weniger. Ich könnte auch als Nationalspieler nicht in die Oberliga gehen und sagen, hier mach ich jetzt 30 Tore im Jahr. Ich habe es selbst erlebt: Ich war in der Regionalliga kein Überflieger, den alle wollten.

FLORIAN: Wobei Heiners Sprüche ja nicht sein Ernst sind. Er weiß, was Sache  ist, und bringt uns den modernen Handball näher. Er hat den Sport bis heute mitentwickelt.

PATRICK: Ich bin kein großer Experte, aber Heiner Brand steht einfach für Erfolg. Und er scheint ein lustiger Kerl zu sein, oder?

FLORIAN: Stimmt schon, er ist für jeden Spaß zu haben.

PATRICK: Als er sich mal den Schnauzbart abrasiert hat, das war schon was. Wenn ich daran denke: Bevor ich mir ´ne Glatze schneiden lasse, müßte schon einiges passieren - vielleicht, wenn ich tatsächlich im WM-Finale dabei bin.

KICKER: Kann der 52-jährige Brand sein junges Team genauso begeistern wie der 40-jährige Jürgen Klinsmann, den seine Spieler noch live als Idol bewunderten?

FLORIAN: Absolut ja! Heiner ist das beste Beispiel, daß Begeisterungsfähigkeit keine Altersfrage sit. Er hat sich richtig entwickelt, war früher verschlossener. Heute blüht er auf, reißt uns mit und ist dabei absolut authentisch.

PATRICK: Wie Klinsmann. Es ist ansteckend, wie er seinen Willen vorlebt, seinen Ehrgeiz.

FLORIAN: Heiner ist genauso offen für Neues. Wir hatten Aerobic-Training und richtig Spaß dabei. Die Arbeit mit Psychologen, die bei den Fußballern so groß rausgebracht wurde, kennen wir längst. Vor der WM haben wir uns mit dem Reiss-Profil beschäftigt, wo es um Lebensmotive geht. Früher sind wir über Kohlen gelaufen oder haben Eisenstangen verbogen.

KICKER: Solche Aktionen gelten inzwischen eher als Scharlatanerie.

FLORIAN: Ich glaube, was genau man macht, ist gar nicht so entscheidend. Sondern das Gemeinschaftserlebnis und das Gefühl: Wir ziehen an einem Strang.

PATRICK: Ich denke auch: Aufs Teamerlebnis kommt es an. Wir waren mit Bielefeld schon im Hochseilgarten - interessant. Und wir sollten uns gegenseitig mal fünf persönliche Fragen stellen, die nichts mit Fußball zu tun hatten. Da merkten wir, wie wenig wir voneinander wußten. Aber je näher man sich kennt, desto mehr kann man sich vertrauen.

KICKER: Ist also Sepp Herberger als Psychologe wieder "in"? Elf Freunde müßt ihr sein?

PATRICK: Ich finde schon: Wenn jeder mit jedem Spaß haben kann in der Truppe, ist das förderlich. Daß bei uns so ein Geist herrscht, ist das Verdienst von Klinsmann.

FLORIAN: Wir hatten mal einen Aufenthalt mit Familien im Robinson-Cub, unter Anleitung des Bundestrainers. Da hatten wir ein Training pro Tag und alle zusammen mehr Spaß, als wir uns vorstellen konnten. Das war eine der Grundlagen für die Erfolge 2004, EM-Titel und Olympia-Silber.

KICKER: Klinsmann will ein ähnliches Familientreffen vor der WM - das wurde von den Medien als Sensationsplan verkauft.

FLORIAN: Tja, Fußball eben. Da ist alles gleich viel wichtiger...

PATRICK: Fußball ist nun mal die Top-Unterhaltung im Land. Wie in Rom die Gladiatorenkämpfe.

KICKER: Sie beide sind, schon rein optisch, markante Tyoen. Definieren Sie sich auch als Show-Stars?

PATRICK: Klar falle ich auf, vor allem wegen meiner Haare. Dadurch habe ich wohl einen größeren Bekanntheitsgrad. Ich würde aber nicht an mir ändern, um mehr oder weniger aufzufallen.

FLORIAN: Show ist okay. Aber man darf sich nicht verstellen.

KICKER: Lemgos Manager Fynn Holpert witzelt über Ihren "Haar-Tick", verglich Sie mit dem jungen Beckham. Man liest vom "neuen Kretschmar". Übernehmen Sie diese Rolle, um ihren Sport Aufmerksamkeit zu bringen?

FLORIAN: Kretzschmar war und ist einmalig, ihn kann keiner kopieren. Ich gebe mich so, wie es mir Spaß macht. Nicht, um irgendeine Rolle zu spielen. Ich habe zwei Tattoos, aber ich lasse mir sicher keine 15 machen. Von Kretzsche hat der Handball wahnsinnig profitiert. Aber genauso imponierend ist ein Henning Fritz, der normal aussieht, nie aus dem Rahmen fällt - und überragende Leistung bringt. Die muß an erster Stelle bleiben.

PATRICK: Absolut. Aber ich muß zugeben: Wäre Fritz nicht gerade Welthandballer geworden, hätte ich ihn nicht gekannt. Die Gallionsfigur Kretzschmar kennt jeder.

FLORIAN: Ich werde von jedem erkannt, wenn ich durch Lemgo gehe, das genügt völlig. Das brauche ich wirklich nicht überall. Da beneide ich die Fußballer nicht.

KICKER: Mehr Popularität heißt aber auch mehr Geld.

FLORIAN: Trotzdem regen sich über uns die Handball-Insider auch auf: Die kassieren viel zu viel.

KICKER: Und wer leistet mehr?

FLORIAN: Das Trainingspensum nimmt sich nicht viel, haben wir festgestellt. Im Handball gibt´s pro Jahr ein Großereignis: EM, WM oder Olympia. Im Turnier spielen wir jeden zweiten Tag.

PATRICK: Es wäre mal interessant, was eine solche Belastung bedeuten würde. Ich sage nicht: Das traue ich mir nicht zu. Aber wie würde das Spielniveau leiden?

FLORIAN: Wenn ihr müßtet, würdet Ihr auch alle zwei Tage spielen.

PATRICK: Ohne Dir zu nahe zu treten: Es ist bei uns schon eine andere Belastung. Ich habe ja auch Basketball-Regionalliga gespielt. Da war ich nach zwei Spielen am Wochenende nicht so kaputt wie heute nach 90 Minuten.

KICKER: Womit wir wieder bei der Bereitschaft wären, sich zu quälen. Sind sie ein Siegertyp, wie er eingangs erwähnt wurde? Einer, der sich total auf den Sport fokussiert?

PATRICK: Ich sehe mich auf dem Weg dahin. Ich will noch ehrgeiziger werden. In der Regionalliga war ich lange zufrieden, habe mich viel mit anderen Dingen beschäftigt.

KICKER: Daß Sie trotzdem noch zum Nationalspieler durchstarteten, könnte für die These vom schwachen Gesamtniveau sprechen.

PATRICK: Oder für das Talent, das in mir schlummerte...

FLORIAN: Die These ist unsinnig. Wer weiß schon, wie viel Konzentration auf den Sport zu welchem Zeitpunkt ideal ist - oder im Einzelfall vielleicht  kontraproduktiv?      

         

    

 

 

28.06.05: Die Saisonabschlußfeier 2005

Zahlreiche grün-weiße Anhänger kamen zu unserer diesjährigen Feier in das Helmut-Meisolle-Jugendheim. Es war wurde ein kurzweiliger, geselliger Abend mit vielen Spielern aus der 1. und 2. Mannschaft. Zunächst danken wir der 1. Mannschaft, die diesen Abend für unsere Gäste gesponsert hat. Arne und Co. zahlten die verschiedenen Getränke und die Bratwürstchen. Anwesend von den Spielern waren Moritz Schäpsmeier, Andreas Simon (diese beiden kamen sozusagen frisch vom einen Lehrgang der Junioren-Nationalmannschaft in Warendorf auf Vorbereitung zur Weltmeisterschaft im August), Arne Niemeyer, Dima Kouzelev, Jan Fiete Buschmann, Ognjen Backovic (mit Freundin)), Ivan Vukas, Malik Beserevic (mit Frau und den beiden Kindern), Sven Pohlmann, Marc Pohlmann, Jan Pohlmann, Kilian Kraft, Björn Buhrmester, Alexander Hahne, Moritz Wollert Henning Padeken und Alexander Weiß.  Dazu kamen der Trainer und die Betreuerin der Zweiten, Bert Fuchs und Julia Sondermann, 5 nach seiner Abschiedsfeier an gleicher Stelle Gerhard "Zahni" Müller und sein Nachfolger Tobias Glombeck. Zu später Stunde ließ sich nach einer 2-stündigen Sitzung mit dem Vorstand des Hauptvereins Manager Horst Bredemeier blicken. Er erkundigte sich zunächst, ob auch alle seiner Spieler da waren. Wir konnten bejahen. Von den noch ausharrenden Fans wurde Hotti mit allerlei Fragen konfrontiert. Heißestes Thema war natürlich, daß nach Stephan Just und Snorri Gudjonsson die Personalplanungen der Spieler abgesschlossen ist, also z. B. kein zusätzlicher Torwart verpflichtet werden darf. Würden wir dieses tun (also noch einen Akteur holen), würden wir nächstes Jahr so dastehen wie heute der TUSEM oder die SG Wallau-Massenheim. Die Gesellschafter und Sponsoren verringerten den Gesamtetat, ja, sie hätten es sogar lieber gesehen, wenn wir abgestiegen wären, daß Thema TUI-Arena losgewesen wären und nur in Minden 2. Liga gespielt hätten. Ein weiteres Thema nahm Patrekur Johannesson ein. Hotti erklärte, daß viel Schwachsinn in den letzten Monaten erzählt wurde (incl.Presse), Patti´ Verletzung stellte sich erst beim letztjährigen Spielothek-Cup heraus, da war die sportmedizinische Untersuchung längst abgeschlossen. Pattis Vertrag wird jetzt am 30.06 aufgelöst, danach bekommt er Rente von der Berufsgenossenschaft. Wer wird neuer Trainer? Klare Antwort unseres Managers, aber klaro keine Überraschung: Richard Ratka wechselt zu uns an die Weser, ist zur Zeit schon in Minden, der Vertrag soll in den nächsten 3 Wochen unterzeichnet werden. Zum Streit um die Brustwerbung sagte Hotti folgendes: Aus Hannover und Minden kam je 1 Million Sponsorengeld, also war z. B. auch Jörg Bentz (Melitta) klar, daß in der Mitte der Saison der Hauptsponsor auf den GWD-Trikots wechseln wird, und so kam hlx.com (Hapag Lloyd) auf die "grün-weiße" Brust. 

Um ca. 23.30 Uhr ging dieser schöne Abend zu Ende. U. a 135 Bratwürstchen gingen über den Grill.

Ganz herzlich danken wir allen Spendern, die damit etwas für die GWD-Jugendarbeit getan haben. Tolle Sache!

Mit Malik und Arne wurde ausgemacht, daß wir, der GWD-Fan-Club, vor der Saison ein Fußballspiel gegen die "Erste" absolviert. Wie es genau abläuft, darüber informieren wir Euch auf dieser Homepage.

 

Frank Wentzlawsky (1. Vorsitzender)     

 

 

22.05.05: Rund um das OWL-Derby! (Nachbetrachtung)

Letztlich wurde die unglückliche 29:30-Niederlage überschattet von der schweren Verletzung von Arne Niemeyer. Ca. 1:50 Minuten vor Ende bem Stand von 29:29 rammte (vermutlich ohne Absicht) Lemgoes Geirsson bei einem Angriff der Gäste Arne seinen Ellenbogen sehr, sehr unglücklich ins Gesicht. Arne mußte auf einer Trage herausgeschoben werden, er war zunächst transportunfähig, weil sein Kreislauf zusammengebrochen war. Neben den Akteuren, Ärzten und Schiedsrichtern war auch sein Vater Rainer sofort aufs Spielfeld gestürmt, um zu sehen, was genau los war. Erst hieß es, sein Jochbein wäre vermutlich gebrochen, später in der Augenklinik Hannover wurde ein Bruch der Augenhöhle (hört sich für ein Laien schlimm an) diagnostiziert. Natürlich wird er mögliche Relegationsspiele gegen Kronau oder Hildesheim nicht mitmachen können! Trotzdem hatte er noch Glück, er muß nicht operiert werden und er kommt wohl spätestens morgen (Dienstag) wieder aus der Klinik. Wir vom GWD-Fan-Club wünschen Arne alles, alles erdenklich Gute, daß er wieder auf die Beine kommt.

Das Spiel selber verlief genauso spannend, wie das gegen den THW Kiel, wenn auch mit einem ganz anderen Spielfilm. Nach ca. 12 Minuten lag unser OWL-Gast klar 10:5 vorne, da bei uns nicht viel zusammenlief, Ramota im Lemgoer Tor gut begann und die Schiris mehrer Gäste-Bonus verteilten. Doch GWD kam zurück. Ohlander steigerte sich im Tor ganz erheblich, die Abwehr tat es ihm gleich und vorne war es neben Dima eindeutig Backovic, der zeigte, was er drauf hatte. Der TBV konzentrierte sich in der 1. Halbzeit auf Arne, Ognjen nutzte diesen Vorteil für sich aus! Bravo, Backo! Zwischendurch mußte Jan Fiete immer wieder kurz in die Kabine, da er angeschlagen war und leicht humpelte. Nach einer 18:15-Führung stands zur Halbzeit in einer torreichen Partie 19:19 - an Freddy lag es ganz sicher nicht, daß wir schon so viele Gegentore bekommen hatten. Bei Lemgo überzeugten Florian Kehrmann in gekonnter Manier sowie Regisseur Daniel Stephan, der im übrigen ganz sicherer Siebenmeter-Schütze war.

In der 2. Halbzeit war es fast ein Spiel GWD - Jörg Zereike (der andere TW der Gäste). Minutenlang fielen beim Stande von 23:23 keine Tore, Lemgo konntre irgendwie nicht, und unsere "Grün-Weißen" waren vorne viel zu hektisch oder scheiterten eben an dem Gäste-Torsteher, u. a. wurden in dieser Phase 3 Siebenmeter nicht im Tor untergebracht. 10 Minuten vor Schluß hieß es 27:26, 5 Minuten waren noch zu spielen, Lemgo führte mit 29:27, das erste Mal in der 2. Halbzeit, daß eine Mannschaft mit 2 Toren führte. GWD ging regelrecht am Stock (neben Kouzelev war inzwischen auch Axner), aber eben dieser Axner schnappte sich einen Ball in der Abwehr und verwandelte rotzfrech zum 28:29, dann traf der alles überragende Backovic zum 29:29, doch ein Happy-End sollte es nicht geben, aber auch deswegen, weil Brauer/Holm einfach zu oft (praktisch bei jeder noch so harmlosen Aktion) gegen GWD und für Schwarzer bzw. Kehrmann pfiffen. Und dennoch: Es war von unserer Seite eine Top-Werbung für die Hannoveraner Zuschauer, es könnte sein, daß die Meinung in und um Hannover durch die Spiele gegen Essen, Kiel und Lemgo zum Positiven kippt (bei der Hannoveraner Presse ist dies schon zu erkennen). Wenn wir in die Relegation müssen, sollten wir uns trotz des Ausfalls von Arne keine Gedanken über einen Abschied von der 1. Bundesliga, dafür sind wir einfach zu stark. Aber wahrscheinlich wird es am Mittwoch bei der Lizenzvergabe (endlich, muß man sagen!) einen Verein erwischen, der die Lizenz nicht bekommt, so daß wir hoffen können, daß in Wilhelmshaven wirklich das letzte Saisonspiel für uns diese verkorkste Saison 2004/2005 angepfiffen wird. Warten wir mal also den Mittwoch gespannt ab.

Vor dem Spiel verabschiedete der Verein und wir, der GWD-Fan-Club, unsere beiden Schweden, die leider den Verein verlassen. Nach wunderbaren 5 Jahren geht Tomas Axner zurück in sein Heimatland. Schade!!! Und Freddy Ohlander ziehts nach nur einem Jahr in Richtung Dänemark zu Kolding IF. Ja, wenn Fredrik immer so gehalten hätte wie die letzten beiden Spiele gegen die großen Klubs aus Lemgo und Kiel... Beiden Skandinaviern wünschen wir alles Gute und vielleicht sieht man sich irgendwann in Minden wieder. Machts gut!!!

Frank Wentzlawsky            

 

 

18.05.05: GWD - THW (Nachbetrachtung)

Wow...!!! Was für ein Spiel! Wir haben zwar mit 31:34 verloren, aer wenn wir mit dieser Truppe absteigen sollten, dann weiß ich auch nicht mehr. Fast 45 Minuten lehrten wir den Kielern das Fürchten, einige Fans wollten schon Meisterschaftsgrüße an die Flensburger Förde schicken, bis der große Auftritt von Christian Zeitz begann und bei uns langsam die Kräfte schwanden, aber dennoch den Tabellenführer bis zur 59. Minute gewaltig ärgerten. In der Anfangsphase wuchs vor allen Dingen Freddy Ohlander über sich hinaus. Er hielt wirklich alles, ob von rechts, von der Mitte, vom Kreis oder Siebenmeter. Unglaublich. Es schien, als hätte sich Freddy 31 Spiele für dieses Duell vorbereitet. Wenn Kiel traf in den ersten 15 Minuten, dann vor allen Dingen über links durch Lundström. Vorne überwanden Arne und Co. Welthandballer TW Henning Fritz, so daß Klockmann eingewchselt wurde. Auch er mußte die Bälle immer wieder aus dem Netz holen. Unglaublich, nach 39 Minuten 16:10. Halbzeit 16:12, dann 16:14, kommt jetzt der Einbruch? Mitnichten! GWD machte zunächst weiter, 23:18 nach 41 Minuten, Zeitz zu diesem Zeitpunkt im Griff von Andreas Simon. Doch dann nutzte der THW in Tabellenführer-Manier (und nicht zum ersten Mal in dieser Saison) die nicht mehr so vorhandene Stärke von GWD aus und schon stands 24:23 für den Gast, erstmalige Führung nach 47 (!) Minuten. Bis zum 27:27 durch einen Siebenmeter von Arne (TUI-Geschäftsführer Raphael Voigt) konnten wir den Gleichstand immer wieder schaffen, doch dann sette sich mit 2 und später zum Endstand mit 3 Toren leicht ab. Freddy konnte seine Form leider nicht halten, Henning Fritz steigerte sich ein ganz kleines bißchen und der THW holte doch noch 2 Punkte auf dem Weg zur Deutschen Meisterschaft. In Sachen Kampf und Einsatz wiederum ein Vorbild Dima Kouzelev, der mal wieder gehandicapt in die Partie ging. Großartig mal wieder das sehr freundschaftliche Verhältnis zwischen dem GWD-Fan-Club und vielen Anhängern der zahlreich angetretenen Gäste-Anhänger!

Frank Wentzlawsky   

14.05.05: Wir waren in... Ratingen (Düsseldorf)

Pünktlich um 13.30 Uhr startete Stefan Fründt unseren volbesetzten Fan-Bus Richtung Rheinland. Kaffee und Kuchen sponserten diesmal Herbert Betomski (Kaffee) und Bäckermeister Markus Redeker (natürlich den Kuchen). Diese leckeren Sachen verzehrten wir auf der "grün-weißen Raststätte" Rhynern. Gegen 17 Uhr fuhren wir vor der Halle vor. Die meisten GWD-Fans hatten in der ausverkauften Ratinger Halle Stehplätze, einige wenige auch Sitzplätze. Man muß schon sagen: Bundesliga-Niveau hatte diese Halle nicht, die Dankerser Halle kann es locker mit dieser hier aufnehmen. Leider kannte so mancher HSG-Fan nicht den Unterschied zwischen Sitz- und Stehplatz. Das gab natürlich Ärger mit unseren Anhängern. Der einheimische Ordnungsdienst machte allerdings diesen HSG-Zuschauern klar, daß sie beim nächsten Mal die Halle verlassen dürfen bzw. rausfliegen werden! Ein großes Kompliment an den Sicherheitsdienst.

Zum Spiel: Das 1. Tor war schon typisch für das Spiel. Dima holte einen Siebenmeter heraus, Lars verwandelte sicher. Bis zum 7:6 nach ca. 10 Minuten hielten wir gut mit, allerdings darf man auch nicht verschweigen, daß bereits 2 Tempogegenstöße fahrlässig verworfen wurden (jeweils über das Tor). Zu dieser Spielzeit sah Arne Trikots bereits ganz schlimm aus, seitlich aufgerissen. Unsere Abwehr war leider nicht so aggressiv. Die Folge: Arne war eingeschüchtert (Verzweiflungswürfe ohne Erfolg), Lars scheiterte mehrmals knapp (vorbei oder Innenpfosten oder Latte), andere warfen erst gar nicht oder scheiterten (Jan Fiete) am besser werdenden Savonis im HSG-Tor,  wieder mal typisch ein wunderschönes Tor von Sven Pohlmann, der mal wieder nach seiner Einwechslung sich nicht scheute, eins gegen eins zu gehen. Zum Ende der 1. Halbzeit der einzige Lichtblick. Ein weiterer Tempogegenstoß brachte wiederum keinen Torerfolg. 

Die 2. Halbzeit ging so los, wie die 1. endete: Düsseldorf das klar bessere Team (wenn auch nicht überragend), aber das war zu diesem Zeitpunkt auch nicht so schwierig. 18:11 nach 40 Minuten, ein Debakel? Nein, denn jetzt kam GWD. Die HSG war körperlich am Ende, GWD nutzte dies und holte Tor um Tor auf, eine Auszeit der Gastgeber (beim 21:19) konnte den GWD-Expreß nicht stoppen. Und plötzlich hieß es 22:21. Wie kam es dazu. Die Abwehr war aggressiver, Freddy hatte dazu eine sehr gute Phase, vorne war so gut wie jeder Ball drin. Super einmal mehr Dima, der trotz Verletzung ein Vorbild für alle sein sollte und seine Chancen in gekonter Manier verwandelte oder sonst Siebenmeter herausholte, die Lars alle versenkte, bis auf den letzten, der sehr unglücklich an die Latte sprang. Nach dem 22:21 kam die HSG im Gegenzug zum Ausgleich und Backovic der exzellent pfeifenden Fleisch/Rieber die 2. GWD-Zeitstrafe (Düsseldorf bekam auch 2 x 2 Minuten) bekam. Die HSG zog mit 24:22 wieder etwas davon, unsere Bälle landeten unglücklicherweise an dem Pfosten (2 x), so daß die HSG zum insgesamt glücklichen 26:24-Sieg wenige Sekunden vor Ende traf, alles GWD natürlich mit einer offenen Deckung alles mögliche probierte, um doch noch zum Remis zu kommen, was für den Spielausgang gerecht gewesen wäre. Die Kondition und Moral stimmen bei uns, deswegen mache ich mir keine Sorgen um die restlichen Spiele. Den direkten Klassenverbleib können wir immer noch schaffen, mal sehen, wie Wetzlar morgen am Pfingstmontag gegen Nordhorn abschneidet.

So unzufrieden waren wir nach dem Spiel gar nicht (im Gegensatz zum Trainer), unter den Fans, die in Düsseldorf waren (auch einige, die nicht im Bus waren und mit dem "Westfalen-Expreß" der Deutschen Bahn gereist waren), wurde gerade auch über die tatktische Ausrichtung des Trainers in der 1. Halbzeit diskutiert.

Die Rückfahrt war aber noch nicht angesagt. Wenn man schon gegen Düsseldorf auf einen Samstag spielt, sollte man die Gelegenheit nutzen, auch die berühmte Altstadt ("die längste Theke der Welt") zu besuchen. Und das wurde in 2,5 Stunden gemacht. Z. B. im "Uerigen" oder in der "Zille" oder anderen Altstadt-Kneipen und Restaurants wurde dieser Abend vor Pfingsten abgeschlossen. Um 23.30 Uhr gings wieder nach Minden mit ausführlichem Unterwegs-Halt wieder in Rhynern.

Im GWD-Fan-Bus waren diesmal als Gäste MT-Redakteur Hartmut Nolte mit Frau Doris, der eine Reportage über eine (eben diese) Fan-Fahrt schreiben wird und die nächste Woche im MT und in "GWD aktuell" erscheinen wird.

Frank Wentzlawsky           

 

11.05.05: GWD - TUSEM (Nachbetrachtung)

JAWOLL!!! ES GEHT DOCH!!! Der 1. Sieg in der TUI-Arena 2005 und dann so eindrucksvoll. So ein Tag, so wunderschön wie heute... Es paßte alles: Ein sehr gut aufgelegter Malik im Tor ("Ich habe keinen Vertrag für 2. Bundesliga"), eine meist aggressive Abwehr, ein reibungsloses Umschalten auf den Angriff und dort einfache und sehr schön erzielte Treffer. Daß Essen ohne 3 Leistungsträger spielte, egal!!! Trotzdem sind sie immer noch mindestens so gleichwertig bestzt wie wir. Das vergessen viele Reporter. Wie schon in Schwerin war Haupttorschütze Lars Rasmussen. Nach einer eher mäßigen Saison legt zum Saisonabschluß noch mal zu und verwandelt fast alle bietenden Möglichkeiten, ob Siebenmeter oder von links oder Tempogegenstöße. Daß gegen den TUSEM 4 Siebenmeter versemmelt wurden, war 1. nicht tragisch und 2. steht mit Hannawald ja auch kein Blinder zwischen den Pfosten. Und trotzdem hatte er gegen Arne, Lars, Dima und all die anderen immer wieder das Nachsehen, auch wenn er eine höhere Niederlage verhinderte. Haperte es mal mit GWD, stand Malik Gewehr bei Fuß oder die Abwehr stand so felsenfest, daß Essen mehrfach verzweifelte. Neben Lars zeigt auch Ognjen Backovic aufstrebende Tendenz, ohne Frage. Im Angriff zwar noch etwas holprig (aber das wird noch, Junge), in der Abwehr (auch) resolut. Insgesamt ein sehenswerter, grün-weißer Handball-Abend in einer absolut enttäuschend leeren TUI-Arena. Mit der Ausnahme der eingefleischten GWD-Fans kam kaum Stimmung auf. Daß es doch geht, bewies der 1. Sieg in der Arena gegen Wilhelmshaven zum Ende des alten Jahres. Doch wichtiger sind natürlich die 2 eingefahrenen Punkte gegen eine Mannschaft aus dem 1. Drittel der Tabelle. In Wetzlar und Düsseldorf sitzt garantiert der Angstschweiß auf der Stirn. In Düsseldorf, weil GWD mit der Euphorie mit 3 souveränen Siegen in die Halle nach Ratingen kommt, in Wetzlar, weil sie von einer Niederlage in die nächste schlittern.

Frank Wentzlawsky      

 

Wir waren in ...Schwerin

Na endlich!!! Lange haben wir ja darauf warten müssen, bis der Fan-Bus mit 2 Pluspunkten die Heimreise antrat. Und wenn Schwerin sicher kein Erstligaformat hatte, war es nicht unbedingt zu erwarten, daß GWD die 1. Halbzeit so dominierte und fast alle sich bietenden Chancen nutzte. Eine schnelle 5:1-Führung gab die nötige Sicherheit in einer trostlos leeren Halle, wo die 65 mitgereisten grün-weißen Anhänger wenigstens für Stimmung sorgten. 1000 Zuschauer, wie im MT verkündet, waren sicher nicht in der Sport- und Kongreßhalle. Egal, unser Team spielte hochkonzentriert. Die Abwehr war sehr aufmerksam, was durchkam, hielt Malik fast alles, darunter 3 Siebenmeter. Die MT-Kritik vom letzten Spiel nahm sich vor allem Murmel wohl zu Herzen. In einer guten Mannschaftsleistung war er mit der überragende Mann, seine mit Abstand beste Saisonleistung. Hoffentlich gibt ihm das das Selbstvertrauen für die restlichen Spiele zurück. Da auch Jan Fiete und Tomas auf Hochtouren liefen, konnte sich Arne mal etwas zurückhalten (...und trotzdem machte er seine sechs Buden). 22:11 - GWD zerlegte Schwerin in der 1. HZ in alle Einzelteile.
In der 2. HZ wurde der Vorsprung recht sicher "verwaltet", Schäpi und Andy Simon durften auch ran und fügten sich nach ein paar Startproblemen (auch bedingt durch schnelle Strafzeiten) gut in das Gefüge ein. Die letzten Minuten durfte auch Freddy zeigen, was er kann, er stand in Malik in nichts nach. Schwerins TW Stange verhinderte eine höhere Klatsche.

Trotz der vielen Zeitstrafen war es keine harte Partie. Die Gastgeber bettelten und "meckerten" sich geradezu auf die Strafbank. Unsere Abwehr zeigte die nötige Aggresivität, was nicht nur Zeitstrafen einbrachte, sondern auch den gehörigen Respekt des jetzt sportlich feststehenden Absteigers. Insgesamt eine souveräne Leistung durch die Schiedsrichter Damian/Wenz.

Gut, man kann jetzt sagen: Na und, es war doch "nur Schwerin". Dennoch: Immerhin bestand GWD jetzt zum 2. Mal hintereinander den immensen Druck, gewinnen zu müssen, nachdem Düsseldorf jeweils vorgelegt hatte. Das sollte das Fazit sein und der Mannschaft Auftrieb geben. Wann hatte es das zuletzt gegeben, daß man fremder Halle schon zur Halbzeit praktisch einen Sieg in der Tasche hatte!

Aber auch schon vor dem Spiel wurden die zahlreichen Fans am laufenden Band verwöhnt. Die 3 Bulmahns zauberten ein großes Frühstücksbuffet für die hungrigen Mäuler, in Sichtweite des Schweriner Schlosses genossen wir Abrahams (Rodenbergs) Gulaschsuppe und vor der Halle wurde Kaffee und Kuchen genascht. Dazu kam noch der totale Gegensatz. Nach einer besinnlichen Schiffs-Rundfahrt gabs Techno-Mucke in vollster Lautstärke bei der jährlich in Schwerin stattfindenden Job-Parade. Neben den 3 Ilserheidern sagen wir DANKE an unseren "Bus-Steward" Wolfgang Franke, an unseren Busdriver (der übrigens den Frühstücks-Kaffee sponserte) sowie Helmut, Erika und ihrer Schwester Loni, die den Kaffee und Kuchen ausgaben. Bei schönstem Wetter endete diese Super-Fahrt kurz vor Mitternacht am GWD-Jugendheim. Am 14. Mai nach Düsseldorf darf (und muß) es wieder so laufen.
Aber vorher noch: Volle Unterstützung am 11. Mai gegen Essen, kommt alle nach Hannover! Bogdan, Eddi und alle anderen "Weltreisenden" sind natürlich entschuldigt.

Frank Wentzlawsky

 


 

18.04.05: Haspa Final Four 2005 (Nachbetrachtung)

Das hat wirklich Spaß gemacht. Eine Super-Handball-Veranstaltung war auch dieses Jahr wieder das Haspa (= Hamburger Sparkasse) Final Four, also das DHB-Pokal-Endrundenturnier in der schönsten Halle Deutschlands, der Color Line Arena Hamburg. Trotz der Probleme in der Liga mit jeder Woche neuer Schreckensmeldungen über finanziell angeschlagene Vereine hat sich hier gezeigt, daß der Handball lebt und wenn man diese Sportart richtig präsentiert, auch in der Öffentlichkeit an Renommee gewinnen sollte. Da auch Delegationen u. a. aus Norwegen, Schweden, Spanien und der Schweiz sich in der Halle aufhielten, war es mit Ausnahmen eine grandiose Werbung für die Handball-WM 2007.

Zum Sportlichen: Alle Teams (Flensburg, Kiel, Nordhorn, Göppingen) waren nahezu gleichstark, jeder hätte den Pokal verdient gehabt, daß muß ganz klar sagen. Im ersten Spiel forderte Göppingen den THW Kiel. Vor dem Spiel sprach ich mit Fans von Frisch Auf. Sie waren sehr, sehr skeptisch und meinten, die 3 gewonnen Punkte in der Meisterschaft (Heimsieg, Remis in der Ostseehalle) würden den THW heiß machen und man würde ihre Göppinger nicht mehr unterschätzen. Doch Frisch Auf, angetrieben von ca. 1300 mitgereisten Schlachtenbumlern, zeigte gleich, daß man kein Kanonenfutter sein wollte. 3:0, der THW staunte. Sie glichen zwar zum 3:3 aus, doch Göppingen hielt dagegen, eine 15:13-Pausenführung war der verdiente Lohn. Zu diesem Zeitpunkt hatte übrigens Sebastian Zeitz lange 2 x Strafminuten abgesessen. Zeitz zeigte seine 2 Seiten. Einmal seine Genietaten im Abschluß, zum anderen seine provozierende Härte in der Abwehr. Er wurde zum Buhmann. Ex-GWDer Johan Petersson zeigte auch 2 Seiten: Vom Feld aus haute er alles rein, die Siebenmeter verballerte er, teils mit wirklich lächerlichen Würfen. Auch die anderen konnten vom Punkt kaum Galia im Göppinger Tor überwinden. In der 2. Halbzeit ging es immer hin und her, 10 Minuten vor Schluß führte Göppingen mit 2 Toren, dann kurz vor Spielende Kiel mit relativ sicheren 3 Toren. Letztendlich rettete sich Kiel beim 31:30 über die Zeit.

Dann wurde der Gegner des THW im Finale gesucht: Flensburg - Nordhorn. Diese Spiel war genau so eng, spielerisch allerdings viel besser als das 1. Halbfinale. In der ersten Hälfte wogte das Geschehen hin und her, tolle TW-Leistungen und daraus resultierende fantastisch eingeleitete Konter mit fast immer Torgarantie verzauberten nicht nur die Fans der Flensburger und Nordhorner. In der 2. Halbzeit hatte dann Nordhorn Vorteile, obwohl insgesamt Flensburger etwas mehr überzeugte. Aber ein Peter Gentzel riß alles wieder raus und vorne war es vor allem Jan Filip, der den Double-Gewinner von 2004 an den Rand einer Niederlage. Die HSG-Fans sahen sich schon im Finale, doch Flensburg schlug noch mal zurück. 32:32, Verlängerung! Auch hier legte Flensburg zunächst ummer vor, letztendlich zogen sie dann aber sehr unglücklich mit 36:38 den kürzeren. Damit war klar, es gab am Sonntag zum 1. Mal beim Final Four ein Spiel um Platz 3, und zwar schon um 12.00 Uhr (statt wie vorgesehen um 12.30 Uhr).

Also das kleine Finale Nordhorn gegen Göppingen. Bei Nordhorn war Jesper Larsson im Tor, der das Duell gegen Galia ganz klar verlor. Und wie gegen Kiel führte Frisch Auf wieder mit 2 Toren (14:12). Und es kam noch dicker für die HSG. 22:18 für die Baden-Württemberger, ein sicherer Sieg schien sich anzubahnen. Aber wieder spielten bei Göppingen die Nerven nicht mit, obwohl Gentzel (für Larsson eingewechselt) auch nicht besser hielt. 30:30 nach 60 Minuten, auf eine Verlängerung wurde verzichtet, es ging gleich zum Siebenmeter-Werfen. Hier hielt zunächst wieder Larsson für Nordhorn ausgerechnet gegen Knezevic, der im Spiel alle 7-m sicher versenkte. Galia hielt ausgerechnet hier nicht einen einzigen Ball, Larsson und Gentzel (bei Siebenmeter 3 und 4 wieder Tor) auch keinen mehr und so siegte  Nordhornmit 35:33 nach 7-m-Werfen und sicherte sich Platz 3 und damit wohl die Teilnahme am Europapokal der Pokalsieger, da Kiel und Flensburg auf die CL zusteuern.

Das Finale Flensburg - Kiel. Der Pokalverteidiger gegen den aktuellen Tabellenführer! Und was für ein Spiel. Nach 38 Sekunden gabs schon die erste Zeitstrafe für den Kieler Boqvist. Da Henning Fritz nicht seinen besten Tag hatte, ging Flensburg schnell 4:1 in Führung, Kiel glich aus (4:4), vor allen Dingen durch Super-Tore von Zeitz, und wieder setzte sich Flensburg etwas ab (7:4). In der 1. Halbzeit hatte Kiel kaum Gelegenheit, mit 6 Feldspielern dagegen zu halten, flog doch einer nach dem anderen raus. U. a. wieder mal Boqvist (nach bereits 14 Minuten 2 x Zeitstrafen) und eine lächerliche rote Karte gegen Zeitz (2 Min. hätten völlig gereicht), so daß für den Shooting-Star schon nach 11 Minuten das Finale ein Ende hatte. Halbzeitführung für die SG (16:13), und sie machten in der 2. Halbzeit weiter, nach ca. 40 Minuten 21:15, Kiel drohte ein Debakel. Doch dann steigerte sich Henning Fritz, Flensburg wurde nervös, Kiel erlebte den Aufschwung, und wenige Minuten später wendete sich das Blatt, Ausgleich 23:23, Aus-Zeit, wie sich später herausstellte zum richtigen Zeitpunkt, von Kent-Harry Andersson (Flensburg), Kiel ging 24:23 und 30:29 in Führung. "Drohte" die 3. Partie mit Extra-Time. Nein, Flensburg behielt die Nerven, Beutler hielt beim Stande von 32:31 ausgezeichnet und Lars Christiansen persönlich machte 4 Sekunden den dritten Poklasieg in Folge der SG Flensburg-Handewitt mit dem 33:31 perfekt. HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH AN DIE FLENSBURGER FÖRDE!!!

Das Umfeld: Fast perfekt. Erstmal ein Kompliment an die Fans aller 4 Mannschaften. Sie trugen natürlich maßgeblich zur begeisternden Stimmung in der Halle bei. Als einzigster Verein hat Kiel sein Maskottchen, das Zebra, mitgebracht, die anderen 3 Klubs haben kein "lebendes Maskottchen". Die Einlaufzeremonie war großartig, die Vorstellung der Spieler in der abgedunkelten Halle auf dem Videowürfel war auch gut (bis auf das 1. Spiel, da wußte der Kameramann wohl nicht, wo die vorgestellten Spieler standen). Auch die Musikeinblendungen während des Spiels kommt sehr gut an, so z. B. "Er steht im Tor..." bei gelungenen Torhüter-Paraden oder "Ein bißchen Haushalt" bei Wisch-Auszeiten.  Daß Gewinnspiele in den Halbzeiten stattfinden, ist o.k., aber bitte doch nicht auf Kosten der Spieler. So wurde der Kieler Torwart vom Hallensprecher aufgefordert, sein Tor zu verlassen, weil da eben durch mitspielende Zuschauer draufgewurfen wurde. Am Finaltag hat mann Gott sei dank darauf verzichtet. Dafür sollte eine Samba-Kapelle die Stimmung einheizen. Wie öde, wie eintönig, wie langweilig. Einfach nur Krach. Dank an die Fans, die vor dem Finale die Halle zum Kochen brachten und sozusagen die Samba-Gruppe aus der Halle "schoß". Tschüß und auf nimmer Wiedersehen!!! Zu Recht großen Beifall bekamen am Sonntag Joachim Deckarm (außer ein paar Spieler von Nordhorn und Göppingen unverzeihlicherweise)und Christian Berge (Flensburg). Geehrt wurden dazu Lars Christiansen zum besten Spieler des Wochendes. (Na ja... Gut, er hat die wichtigen Tore gemacht zum Schluß in beiden Spielen, aber gegen Nordhorn war er in der 2. Hälfte beispielsweise komplett abgemeldet) und Bundestrainer Heiner Brand, der von den Lesern des "HAndball-Magazin" zum Trainer des Jahres gewählt wurde. Zum Schluß noch mal zurück zu den Zuschauern: Einige Flensburger mußten am Samstag sich überflüssigerweise mit Rauchbomben vor der Halle auf sich aufmerksam machen. Schwachsinn!!! Und einige Nordhorner waren nicht nur blöd, sondern anscheinend auch taub, weil sie meinten, mit Trillerpfeifen Schiedsrichter und Spieler zu irritieren. Am Sonntag waren dann die Kontrollen schon schärfer. Ob man allerdings die (offizielle) Fan-Party ins "Cafe Keese" richtig gelegt hat, bezweifle ich an. "Cafe Keese" ist ja eher ein noblerer "Schuppen", ein Tanzlokal zum anbandeln. Ein großes Zeit z. B. auf dem Heiligengeistfeld (neben dem Millerntor ganz in der Nähe der Reeperbahn) würde ich für besser halten. 

Die Schiedsrichter: Zum Positiven. Und das waren ausgerechnet die beiden Frauen Ehrmann/Künzig mit einer fast sensationellen Leitung der Partie Nordhorn-Flensburg. Das war aber auch schon alles Gute über die Schiri-Leistungen in Hamburg. Becker/Hack, die am Mittwoch das Derby in Nettelstedt leiten werden, pfiffen das 1. Halbfinale Frisch Auf - THW. Sie leiteten das Spiel ganz anders als Ehrmann/Künzig, die das Spiel laufen ließen. Becker/Hack verteilten dagegen schnell gelbe Karten und Zeitstrafen, daß einem Angst und Bange wurde, welche Spieler das Ende wohl auf dem Parkett erleben werden. Uwe Stemberg muß dann wohl in der Kabine gewesen sein, denn in der 2. Halbzeit zogen sie den "Schmusekurs" vor. Und schon wurde das Spiel besser. Damian/Wenz leiten das Spiel um Platz 3. Sie zeigten deutlich, daß bessere Akteure bei ihnen einen Bonus haben.Lubomir Vranjes durfte jedenfalls einen Göppinger, der allein bei einem Konter aufs Tor zulief ungehindert am Trikot ziehen, ihn damit stoppen und bekam als "Belohnung" eine lächerliche gelbe Karte. Unglaublich! Das Maß voll machten dann Methe/Methe. Im Endspiel bevorteilten sie den Meister aus Flensburg aber so was von eindeutig. Nach 39 Sekunden schon die 1. Zeitstrafe für ein Allerweltsfoul (Gelb hätte genügt), nach ca. 11 Minuten eine so was von lächerliche rote Karte für ein ruppiges, aber nicht brutales Foulspiel (2 Minuten wären angebracht gewesen). Den Pfiff des Wochenendes machten bezeichnenderweise die Frauen. Bei einem Agriff der Flensburger kamen wieder einmal die Trillerpfeifen aus dem Nordhorner Block zum Einsatz. Was machten die beiden: Sie gaben Siebenmeter für Flensburg. Ganz stark!!! 

Fazit: Ein ganz starkes Wochenende in Hamburg, daß sich bereits jetzt schon als Endspielstadt etabliert hat. Und die Hansestadt ist ja auch bekanntlich ein Ort, wo man sich am Samstag abend sozusagen zwischen den Spielen in verschiedenster Weise unterhalten und amüsieren kann.  

Frank Wentzlawsky           

   

 

12.04.05: Im Gespräch mit... Malik Besirevic

F.W.: Hallo Malik, wie gehts?

Malik: So, ganz gut. Ich habe momentan Probleme mit dem Knöchel und kann zur Zeit nicht trainieren.

F.W.: Bist Du bis zum Derby wieder fit?

Malik: Ja, kein Problem. In Nettelstedt  bin ich dabei.

F.W.: Und wie siehts sonst so in der Truppe aus?

Malik: Auch wenn der ein oder andere Spieler momentan angeschlagen ist, werden alle dann am Mittwoch im Derby wieder einsatzbereit sein.Ich hoffe, es kommen keine neuen Verletzungen dazu. Patti wird natürlich nicht spielen, er macht ein spezielles Reha-Programm. Er ist nicht immer bei den Trainingszeiten dabei.

F.W.: Wie ist die Stimmung gut eine Woche vor dem Derby?

Malik: Wir freuen uns auf das Spiel. Alle sind heiß und wir wollen unbedingt die Punkte aus dem Hinspiel uns wiederholen. Mich ärgert die Niederlage aus der Vorrunde immer noch.

F.W.: Malik, ich habe von Hotti gehört, daß einige Spieler beleidigt waren über unsere Kritik in "GWD aktuell" gegen Pfullingen und deshalb z. B. nach dem Spiel nicht in den Fan-Treff gekommen sind.

Malik: Da wird sicher was dran sein. Aber man muß auch wissen, daß es unter den Spielern verschiedene Charaktere gibt und einige mit die Kritik nicht verstehen oder, wie Du sagst, beleidigt sind. Aber das ist nach einigen Tagen vergessen. Du mußt auch verstehen, daß wir eine schwere Saison bis jetzt hatten und natürlich selbst nicht glücklich über diese Lage sind. Es wird nicht so viel Spaß im Training gemacht, weil der Tabellenstand nicht gut ist. 

F.W.: Wie siehst Du die sportliche Situation?

Malik: Es wird schwer, aber wir packen das. Bis zu den schweren Heimspielen in Hannover müssen wir uns eine günstige Ausgangslage schaffen, dann spielen wir in der TUI-Arena mit einem ganz anderen Selbstvertrauen. Wenn wir in Nettelstedt gewinnen, dann treten wir zu Hause gegen Wallau ganz anders auf. Wenn wir beide Spiele verlieren sollten, haben wir immer genügend Zeit, die nötigen Punkte zum Klassenerhalt zu holen. Klar ist aber auch, daß wir nur von Spiel zu Spiel denken müssen.

F.W.: Und wie siehst Du die wirtschaftliche Situation?

Malik: Schwierig. Ich hoffe, daß es weitergeht. Es muß weitergehen!

F.W.: Malik, Dein Vertrag läuft zum Ende aus, aber Du hast eine Option für ein weiteres Jahr bei GWD. Die wirst Du doch wahrnehmen, oder?

Malik: Von meiner Seite aus, ganz klar. Aber es werden zur Zeit keine Vertragsgespräche geführt, auch nicht mit mir. Aber ich will weiter für GWD spielen. Ich und meine Familie fühlen uns wohl in Minden.

F.W.: Ihr seid ja auch auf eigenem Wunsch aus Spanien wieder nach Minden gekommen und ihr habt Euch hier ein Haus gekauft. Ein deutliches Indiz dafür, daß Du Dich längerfristig in Minden niederlassen willst.

Malik: Ja. Am liebsten will ich hier noch 5 bis 7 Jahre spielen, mein Wunsch ist, hier bei GWD die Karriere zu beenden. Ich bin auch der Wechselei etwas müde geworden. Was ich aber mit 37 Jahren mache, das kann ich natürlich noch nicht sagen. Vielleicht werde ich später ja Torwarttrainer.

F.W.: Was hältst von Veranstaltungen wie von dem Fan-Forum des GWD-Fan-Clubs?

Malik: Eine tolle Sache. Das sollte öfter stattfinden, und nicht nur mit Kritik und Problemen vollgepfropft sein. Es sollte, so denke ich, nicht jede 6 Monate mit der Mannschaft stattfinden, sondern alle 2 Monate in lockerer Form. Allerdings mehr in der Vorrunde bis Januar, in einer Endphase, speziell in so einer jetzigen, ist es immer etwas schwieriger, da die Atmosphäre angespannter ist.

F.W.: Wie kann man das Verhältnis zwischen Team und Fan aus Deiner Sicht noch weiter fördern?

Malik: Ich stelle mir nach oder vor der Saison ein Spiel vor zwischen Mannschaft und Fans. Oder auch ein Fußballspiel. Oder kommt doch mal mit beispielsweise  50 Leuten zu unserem Training, auch das könnte zur Verbesserung und Intensivierung zwischen Team und Fans weiterhelfen. 

F.W.: Noch mal zurück zum Sportlichen. Mein Eindruck ist, daß ihr auswärts zur Zeit befreiter aufspielt. Ist dem so und ist es deswegen ein Vorteil, in Nettelstedt, Schwerin, Düsseldorf und Wilhelmshaven in fremder Halle anzutreten?

Malik: Vielleicht, andererseits: Wir spielen gerne in Minden in der Kampa-Halle.Das ist unser Zuhause. In Hannover fühlen wir uns dagegen noch nicht wohl, daß muß sich für den Rest der Saison ändern.

F.W.: Danke, Malik, für dieses Gespräch und alles Gute für Dich und die Mannschaft.

Frank Wentzlawsky     

    

 

 

10.04.05: Die Demontage des Bert F.

Wie erniedrigt und demontiert man einen Trainer? In " vorbildlicher"  Weise hat das GWD-Management um Hotti Bredemeier gezeigt, was sie von der "Zweiten" und ihrem Trainer Bert Fuchs hält. Nämlich nichts! Wie anders ist es zu verstehen, daß Bert Fuchs am Samstag gut gelaunt zum Abfahrtsort kommt (zum Auswärtsspiel nach Bremervörde) und dann so bitterlich enttäuscht wird. Moritz Schäpsmeier und Andreas Simon, beide fest eingeplant, auch wir Fans freuten uns auf eine mal wieder auswärts antretende schlagkräftige Truppe, erhielten ein Spielverbot für die Regionalliga. Sie sollten sich schonen für den Rest der Bundesliga-Saison. Diese Maßnahme rief doch allgemeine Verwunderung aus, doch es kam zum Super-GAU: Bert Fuchs wurde nicht informiert!!! Einfach unglaublich, es fehlen einem die Worte. Bert fuchtelte, nachdem er Günter Gieseking nochmal angerufen hatte, ohne Erfolg, da er von der ganzen Sache offenbar nichts zu wissen schien, mit seinem Handy und stammelte Worte der Wut und Enttäuschung. Wie muß sich ein Mensch fühlen, der vor Mannschaft und Fans steht und so hinterrücks umgangen wurde.

Ich fragte ihn dann, ob man diese Situation mit seiner abenteuerlichen Kündigung beim TUS Nettelstedt vergleichen könne. Seine vielaussagende Antwort: "Nein. Was damals dort beim TuS abgelaufen ist, war schon hart, aber diese Sache ist noch schlimmer, der absolute Tiefpunkt." Und weiter: " Ich habe folgende Vermutung. Ich habe hier einen 3-Jahres-Vertrag unterschrieben. Nun will man mich los werden. Und durch diese Geschichte will man erreichen, daß ich hinschmeiße". 

Nun, wie auch immer: Dieses Verhalten ist einerseits typisch für so manches Verhalten bzw. Arbeiten auf der GWD-Geschäftsstelle in der Kaiservilla, aber andererseits eines Bundesligisten total unwürdig. Bert Fuchs muß jetzt in den kommenden Tagen Tacheles reden, sich nichts gefallen lassen und dann sehen, wie seine Entscheidung ausfällt. Wenn er bleibt, sollte sowas nie wieder passieren. Wenn er geht, kann man seine Entscheidung nachvollziehen, ganz klar! Denn so geht es nicht. Das Management um Hotti Bredemeier sollte sich was schämen. Woanders wäre übrigens so eine Führungsperson nicht mehr tragbar. Hotti ist für diese ganz traurige Geschichte verantwortlich, selbst wenn er einem anderen Mitarbeiter die Aufgabe gegeben haben sollte, Bert Fuchs zu informieren. Dann hat er nämlich Leute in seiner Truppe, die nicht integer sind, und auch dafür muß er gerade stehen.

Frank Wentzlawsky   

      

 

09.04.05: Wir waren in... Bremervörde

Mit kleiner Verspätung gings um 13.15 Uhr im voll besetzten Mannschaftsbus los nach Bremervörde. Durch die Geschichte um Andreas Simon und Moritz Schäpsmeier (war natürlich Hauptthema im Bus) befanden sich auf den hinteren Reihen neben unseren Torwarten ganze 8 Feldspieler. Unter den mitreisenden Fans waren u. a. Rainer Hösl (Vorstand GWD) und "Löwe" Sebastian. Über Verden und der Autobahnraststätte Langwedel (hier trafen wir das Team des Frauen-Handball-Regionalligisten Misburg) trafen wir um 16.15 Uhr an der Gymnasiums-Sporthalle Bremervörde ein. Unsere Hoffnung vor dem Spiel war geteilt. Einerseits bauten wir darauf, daß, wenn alle Topleistung bringen, wir durchaus hier Chancen haben werden, andererseits durch die dünne Spielerdecke kaum Auswechselmöglichkeiten haben. Die letzten Minuten vor dem Spiel staunten die einheimischen Zuschauer nicht schlecht. Ein echter "Löwe" auf dem Spiellfeld, daß gibt es sicher nicht oft beim Gastgeber. Und kleine Zuschauer nutzten die Gelegenheit, mit unserem "Löwen" ausgiebig zu schäkern. Alle hatten ihren Spaß daran.

Das Spiel ist relativ schnell erzählt. Bis zum 5:5 war es eine ordentliche Leistung, bis zum 9:11 nach ca. 20 Minuten war ein Aufbäumen zu erkennen. Markus, meist im Tor, hielt zwar nicht viel, trotzdem parierte er doch so manch schweren Ball. Björn hatte hingegen heute nicht seinen besten Tag. Schwamm drüber. Vorne waren es vor allen Dingen Kilian Kraft und Sven Pohlmann, die dagegen hielten, dagegen fiel z. B. Conni Kunisch leider ab. Kann auch passieren, aber wie befürchtet: Ohne Alternativen hat man gegen Bremervörde dann keine Chance. In der Abwehr wurde zu wenig zugepackt, deshalb kam der Gastgeber zu schönen Spielzügen und die wurden meistens erfolgreich abgeschlossen. Bezeichnend: Unsere 1. Zeitstrafe kassierten wir nach 38:15 Minuten (Alexander Hahne). Der 11:17-Rückstand war gerechtfertigt. 

In der 2.Halbzeit schienen wir zunächst überrollt zu werden. Bis zu 12 Toren zog Bremervörde davon (27:15). Doch dann zeigten unsere Spieler Charakter, Bremervörde ging etwas vorsichtiger mit dem Spiel um, und hinten beganns Markus´beste Phase im Tor. So konnte das Ergebnis mit 25:31 noch glimpflich gestaltet werden. Aber das alles geriet heute leider zur Nebensache durch die Vörfälle um Andi und Moritz. 

Frank Wentzlawsky  

 

 

20.03.05: Nach dem Spiel GWD - VfL Pfullingen

Durch den insgesamt verdienten 27:25-Erffolg gegen den Gast aus Baden-Württemberg hat sich unser GWD erstmals (!) in dieser Saison auf einen Nicht-Abstiegsplatz geschoben, 2 Törchen Vorsprung auf die Landeshauptstädter aus Düsseldorf. Die Zitterei hätte sich die Mannschaft gestern allerdings ersparen können. Die 1. Halbzeit war souverän. Wie gegen Schwerin machten wir den Gästen klar, wer Herr im Hause Kampa-Halle ist. Eine sehr gute mannschaftlich geschlossene Leistung brachte uns eine deutliche 14:7-Führung. Hinter hielt Freddy fast alles, vor allen Dingen unten und 1-zu-1-Situationen beherrschte er meisterhaft. TOLL, FREDDY! Er knüpfte also an die starke Schlußphase in der Hamburger Color Line Arena nahtlos an. Und vorne wirbelten Arne und Co. die Abwehr durcheinander, bemerkenswert einmal mehr Sven Pohlmann, der aus der 1. Mannschaft fast nicht mehr wegzudenken ist. Egal, wie die Saison für GWD oder Sven ausgehen mag, er, der eigentlich 3. in der "Pohlmann-Riege", ist der Aufsteiger der Saison.

Die 2. Halbzeit schien so weiterzugehen. 15:7, 15:8, sicherer, großer Abstand zum Gegner. Doch dann entschied sich Velco, der TW auszuwechseln. Zum wiederholten Male muß man sich fragen: WARUM? Und auch eine Auszeit nach ca. 3:30 Minuten zu nehmen, bleibt wohl das Geheimnis des Übungsleiters. Und dann kam der Knick. Im Tor hielt Malik so gut wie nichts, im Gegenzug steigerte sich der Pfullinger TW, die Gäste rochen Lunte, und GWD wurde konfus und konfuser. Nicht lief mehr, mit Fouls und daraus resultierenden 2-Minuten-Strafen (zurecht) mußte man Angst haben, daß Spiel leichtfertig aus den Händen zugeben. Vielleicht hätten wir das Spiel verloren, wenn Pfullingen Arne in Manndeckung genommen hätte. Sie taten es zum Glück nicht, und so kam, wie es schon oft bei GWD gekommen ist: Arne, nach kurzer Verschnaufpause wieder auf dem Spielfeld, übernahm die alleinige Verantwortung und hämmerte das Spielgerät mehrmals in die Maschen, so daß wir immer auf 3 Tore davonziehen konnten. Dazu kam endlich wieder Freddy ins Tor, und er machte da weiter, wo er aufgehört hatte. Er entschärfte schwierige Bälle. Dazu, nach einem vom Gäste-TW gehaltener und nach vorn abgeprallter Ball, wo Sebastian Bagats einen ganz wichtigen Siebenmeter herausgeholt hatte (Super, Baggi!), den Tomas Axner saufrech verwertete, und ein Rückhandtor von Jan Fiete Buschmann, daß das Eintrittsgeld schon alleine wert war. Übrigens  Jan Fiete: In der Rückrunde sehen wir von ihm eine ganz klare Leistungssteigerung. Vielleicht hat es auch damit was zu tun, daß er durch seine Vertragsverlängerung die Sicherheit hat, eine sportliche Zukunft in Minden zu haben. Also, ich freue mich ganz besonders darüber. Er mußte ja auch ne ganze Menge Kritik zwischenzeitlich ertragen, die ja durchaus auch berechtigt war. 

Beschämend war allerdings, daß sich nach dem Spiel nicht ein einziger Spieler im GWD-Fan-Treff blicken ließ. Da fragt man sich, was soll das? Waren sie noch sauer wegen der Textveröffentlichung im Internet? Also, danach haben wir doch beim GWD-Fan-Forum einen Abend erlebt, wo beide Seiten (Fans und Mannschaft) sich die Meinung gesagt haben, aber doch beide "Fraktionen" zufrieden und harmonisch herausgegangen sind. Und den Text vom GWD-Fan-Club im "GWD-aktuell" gestern hatten wir schon aus Gründen des Redaktionsschlusses vor diesem Termin geschrieben. 

So, jetzt folgen 2 Auswärtspartien. Am 1. April gehts zu den Freunden nach Magdeburg. In der Bördelandhalle haben wir eigentlich immer gut ausgesehen und den einen oder anderen Punkt entführt. Dagegen hätten wir jetzt natürlich auch nichts einzuwenden. Trotz der Siege gegen Wetzlar und Pfullingen hat man bei der Mannschaft das Gefühl, daß sie zur Zeit auswärts einfach befreiter auftritt als zu Hause. Am 20. April dann das Derby gegen Nettelstedt in Lübbecke. Da wollen wir die 2 Punkte, die wir unseren Nachbarn im Hinspiel geschenkt haben, gerne wiederhaben. So stark sind sie auch nicht, viele Niederlagen wie z. B. die Magdeburg wurden vom Mindener Tageblatt auch noch schön geredet. Sie profitieren immer noch vom relativ leichten Auftaktprogramm!

Frank Wentzlawsky   

    

 

18.03.05: Wir waren in... Bremen-Habenhausen

Um 16.45 Uhr ging es vom "Schweinebrunnen" mit ca. 10 GWD-Fans im Mannschaftsbus Richtung Hansestadt zum dortigen Tabellen-Zweiten, dem ATSV Habenhausen. Zur moralischen Unterstützung waren auch Kilian Kraft (kann evtl. beim nächsten Spiel am 02.04. in Dankersen gegen Edewecht wieder eingesetzt werden) und Sven Pohlmann (Schonung für das Pfullingen-Bundesliga-Spiel) im Bus dabei. Über Sulingen ( Lloyd-Schuhe) und Seckenhausen (Autohaus Tamsen u. a. mit den Marken Ferrari und Maserati) kamen wir um 18.30 Uhr vor der kleinen Vereinshalle in HB-Habenhausen an.

Es blieb also noch genügend Zeit, mit den Fans und Offiziellen des Gastgebers bei Beck´s und Bockwurst über dies und das zu schnacken. In unserer Mannschaft fehlten aus verschiedenen Gründen wieder zahlreiche Akteure, so daß Trainer Bert Fuchs unser Team mit Spielern aus der A-Jugend (Padeken, Fischer) und 3. Mannschaft (Parland, Ban, Krah) auffüllen mußte.

Das Spiel begann katastrophal. Die ersten 15 Minuten lief aber auch gar nichts zusammen. Vorne nervös und hilflos, hinten in der Abwehr ohne Mumm oder durch eiskalte Tempogegenstöße ausgekontert. Eine Auszeit brachte zunächst nichts, es mußte fast schon bei unserem Team die Totenstarre befürchtet werden. Auf der Hallenuhr stand 9:22, ehe wir den 1. Treffer durch Jan Fischer erzielten. Ab Mitte der 1. Halbzeit kamen wir dann, wie schon gesagt, besser ins Spiel. Die Jungs mußten jetzt das Ziel haben, praktisch neu anzufangen und das Match ausgeglichen zu gestalten, was auch gelang. Das lag weniger an unserer Gefährlichkeit vor dem Tor, sondern daran, daß Habenhausen das Tempo natürlich nicht halten konnte und unsere Abwehr um Torsteher Markus Ernst sich erheblich steigerten. 19:8 zur Halbzeit, nach dem 1:11-Zwischenstand noch ein durchaus ansehnliches Pausen-Ergebnis. 

Die 2. Halbzeit schien erst wieder so anzufangen, wie die 1. ebenfalls startete. Aber zum Glück nur 2-3 Minuten. Dann hatten neben einigen technischen Fehlern die Torhüter ihren großen Auftritt. Zwischen der 35. und 45. Min. fielen ganze 3 Törchen, 2 für uns und 1 für Habenhausen. Leider konnten wir die Gunst der Stunde nicht nutzen, eventuell den Abstand deutlicher zu reduzieren. In den letzten 15 Minuten wurde ein ganz wenig ruppiger, was vor allen Dingen an der Nr. 8 des ATSV, Bruno Valmaseda, lag. Auf seinem Aufwärm-Trikot stand "Toro", also Stier, und so führte er sich in der Schlußphase auch auf. Folgerichtig sah er in der 56. Minuten eine "richtige" Rote Karte, weil er überflüssigerweise Sebastian Bagats den Spielball ins Gesicht streckte. Eigentlich unverständlich, die Partie war längst gelaufen, und insgesamt war das Spiel äußerst fair. 

Bei uns herrschte trotz der Niederlage (immerhin blieben wir sogar unter 30 Tore, wer hätte das nach 30 Minuten geglaubt) die Zufriedenheit, daß die Mannschaft sich letztendlich nicht unterkriegen lassen und Moral gezeigt hat. Immerhin sind sie ja durch die vielen Ausfälle nicht eingespielt, andererseits ist der Gegner nicht umsonst der Vize in der Regionalliga und außerdem kamen bei uns erfreulicherweise alle Spieler zum Einsatz. Wenn man beide Ergebnisse zusammenzählt (Hinspiel 30:21 für GWD), haben wir ein Remis erreicht (49:49), und daß kann sich mit Recht gegen diesen starken Gegner sehen lassen!!!

Frank Wentzlawsky     

   

 

06.03.05: Wir waren in... Bergneustadt

Mit einem auch in dieser Höhe verdienten 34:22 (15:10)- Sieg beim Landesligisten HSG Bergneustadt-Gummersbach II haben sich unsere Youngsters sich für die 1. DHB-Pokal-Hauptrunde für die neue Saison qualifiziert. Super, Jungs!!! Von Beginn zeigten sie, wer Herr im Hause in der Burstenhalle war. Die Entscheidung fiel bereits vom 4:3 zum 10:3. Nur bei 2 GWD-Zeitstrafen innerhalb von 12 Sekunden für Bagats und Teinert und einem TW-Wechsel beim Gastgeber konnten sie kurz vor der Halbzeit von 5:12 auf 9:12 verkürzen, beim 15:10-Pausenstand war wieder alles nach Plan. Und gleich nach dem Seitenwechsel erhöhte man auf 18:10 und 22:12. Zwar verürzten die Einheimischen nochmal von 16:25 auf 20:25, der Sieg war allerdings nicht mehr gefährdet. Unsere Grün-Weißen drehten noch mal auf und kamen so zum Endergebnis. Alle eigentlichen A-Jugend-Spieler integrierten sich eindrucksvoll und trafen auch mit teils sehenswerten Toren.

Wann warf welcher GWD-Akteur welches Tor?

0:1 S.Pohlmann

0:2 Bagats

0:3 Hahne

2:4 Hahne

3:5 Kunisch

3:6 Fischer

3:7 Fischer

3:8 Bagats

3:9 Göller

3:10 Fischer

4:11 Hahne

5:12 Göler

9:13 Kunisch

9:14 Paddeken (7-m)

10:15 Göller

10:16 Paddeken

10:17 Göller

10:18 Hahne

12:19 Fischer

12:20 Hahne

12:21 Kunisch

12:22 Fischer

13:23 Kunisch

15:24 Fischer

16:25 Fischer

20:26 Paddeken (7-m)

20:27 Fischer

20:28 Kunisch

21:29 Ban

21:30 Hilla

21:31 Fischer

21:32 Ban

22:33 Hilla

22:34 Göller

Frank Wentzlawsky   

 

05.03.05: GWD - Großwallstadt (nach dem Spiel)

Genau das Gegenteil zum Wetzlar-Spiel oder fast die Parallele zur Göppingen-Partie sahen 3800 Zuschauer (wo waren die in der Zeitung angekündigten 5000) in der TUI-Arena. So wie wir gestern "gespielt" haben, wird der direkte Abstieg wohl kaum zu vermeiden sein. 

Und dabei fing es gut an. Eine schnelle Führung (2:0) solte doch ein bißchen Sicherheit geben. Doch nichts war. Beim 3:2 hatten wir bereits die letzte Führung und beim 6:6 den letzten Gleichstand. Doch bereits zu diesem Zeitpunkt war es ein schwaches Spiel beider Mannschaften. Bei uns fehlte hinten wie vorne das Feuer, der TVG konnte dies zuerst nicht nutzen, um davonzuziehen. Beim 6:7 nach Velco eine Auszeit - durchaus nachvollziehbar. Doch was danach kam, war eine einzige Katastrophe! Man muß es so deutlich ausdrücken. Mit Ausnahme von Vukas war im Angriffin der 1. Halbzeit kein Leben, hinten spazierten die Gäste ohne große Gegenwehr durch unsere "Abwehr" und Malik bekam nichts zu fassen. Nach dem 7:9 nach ca. 15 Minuten stellten unsere Akteure dann auch erstmal das Torewerfen ein. Natürlich spielte Lichtlein im Tor des TVG glänzend, aber viele Bälle gingen neben das Tor und durch technische Fehler kam Großwallstadt in Ballbesitz. Kurz vor der Halbzeit das 8. Tor (bezeichnenderweise durch Ivan Vukas) zum 8:14-Halbzeitstand.

Wer gedacht hätte, GWD präsentiert sich in der 2. Halbzeit anders, der sah sich tief enttäuscht. Die Demütigung ging weiter (9:18), mutlos schienen sie abgeschlachtet zu werden. Doch der TVG servierte uns noch einmal Chancen zur Wende auf dem Silbertablett. Speziell durch Arne und einem besser werdenden Malik kamen wir bis auf 4 Tore heran, aber Handball ist nun mal eine Mannschaftssportart, und wenn andere nicht mitziehen, hat man null Chance!!! So konnte der TVG einen ruhigen Abend in der Multifunktionsarena verleben und kam wahrscheinlich so einfach wie lange nicht (Heimspiele eingerechnet) mehr zu 2 Punkten. Damit dürfte der TVG erst einmal aus dem gröbsten im Abstiegskampf raus sein, wir mit dieser Leistung bald auch, dann haben wir nämlich keine Chance mehr. Die Frage stellt sich nach den beiden Spielen gegen Göppingen und Großwallstadt, gegen wen wollen wir eigentlich noch punkten. Das Spiel gegen Wetzlar war wohl die große Ausnahme in punkto Spielwitz, Kampf und mannschaftlicher Geschlossenheit.

Frank Wentzlawsky    

 

 

02.03.05: GWD - HSG D/M (Nachbetrachtung)

Na siehste, es geht doch!!! Doch dieser tolle Sieg (gerade auch von der kämpferischen Einstellung) hat eine Vorgeschichte. Am Montag habe ich vor dem Training der Mannschaft einen Umschlag gegeben. Darin war ein Text aus dem GWD-Forum, der auf der Rückfahrt vom Nordhorn-Spiel im Namen vieler GWD-Anhänger verfaßt worden war. Und dieser Beitrag war hart, in manchen Stellen sicherlich auch zu ha